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Polen

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Polen (poln. Polska) liegt in Mitteleuropa. Sein Gebiet besteht aus fünf geografischen Räumen. Im Nordwesten befindet sich die von der Pommerschen bis zur Danziger Bucht reichende Ostseeküste, die durch zahlreiche Nehrungen, Binnengewässer und Dünen gekennzeichnet ist. Die weitgehend gerade verlaufende Küstenlinie wird durch das Stettiner und das Frische Haff sowie die Pucker Bucht unterbrochen. Im Norden und Zentrum Polens schließt sich das von der Eiszeit geformte Tiefland der mitteleuropäischen Ebene an, in dem vier große Seenplatten (die Masurische Seenplatte, die Kaschubische Seenplatte, die Pommersche Seenplatte und die Großpolnische Seenplatte) liegen, deren zahlreiche Gewässer in eine hügelige Moränenlandschaft eingebettet sind (vgl. Kaschubische Schweiz). Südlich des Tieflandes liegen die durch die Urstromtäler der großen Flüsse geprägten Landschaften Niederschlesiens, Oberschlesiens, Masowiens und des Karpatenvorlandes.

Lage
Karte der Europäischen Union mit eingezeichneter Lage von Polen
Flagge
PolenFlagge Polen
Kurzdaten
HauptstadtWarschau
StaatsformRepublik
WährungZłoty (zł, PLN)
Fläche313.000 km²
Bevölkerung38,6 Mio
SprachenPolnisch
ReligionenRömisch-Katholisch (95 %), Orthodox, Evangelisch
Stromnetz230 V/ 50 Hz
Telefonvorwahl+48
Internet TLD.pl
ZeitzoneUTC +1 (MEZ)

Insbesondere die Lubliner Region an der mittleren Weichsel mit ihren Lößböden ist stark durch Hohlwege gekennzeichnet. Südlich davon befinden sich die polnischen Mittelgebirge (der Krakau-Tschenstochauer Jura, das Heiligkreuzgebirge, die Beskiden, die Waldkarpaten und die Sudeten mit dem Riesengebirge). Die höchste Erhebung, die Tatra, ist ein geologisch sehr vielseitiges Hochgebirge und die höchste Erhebung der Karpaten.

Regionen[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung Polens

Polen ist in 16 Woiwodschaften gegliedert:

Norden
  • Westpommern (Województwo zachodniopomorskie) - Region im Nordwesten Polens an der Ostsee. Zahlreiche Wassersportmöglichkeiten an der Küste und der pommerschen Seenplatte. Die Kajakroute entlang der Drawa ist sehr abwechslungsreich. Die schönsten Strände finden sich auf den Inseln Wollin und Usedom (Swinemünde, Międzyzdroje) und bei Kolberg. Stettin bietet ein interessantes Kulturprogramm.
  • Pommern (Województwo pomorskie) − Region im Norden Polens. Nach Kleinpolen, die wohl schönste Woiwodschaft Polens um die Dreistadt Danzig, Sopot und Gdingen. Endlose Sandstrände an der Ostseeküste mit dem wüstenartigen Sandmeer von Dünen im Slowinzischen Nationalpark. Danzig als manieristisches Tor Polens. Zahlreiche Kreuzritterburgen, mit der Marienburg an der Nogat als größter Burg der Welt. Seenplatte in der Kaschubischen Schweiz. Traumhafte Wassersportmöglichkeiten (Surfen, Wracktauchen, Segeln) an der Danziger Bucht, insbesondere auf der Halbinsel Hel.
  • Ermland-Masuren (Województwo warmińsko-mazurskie) − Region im Nordosten Polens mit zahlreichen Seen und Kreuzritterburgen aus Backstein. Gilt als Zentrum des Wassersports in Polen, insbesondere die Gegend um die Großen Masurischen Seen. Die Kajakroute entlang der Krutynia gilt als schönste in Europa. Aber auch Wandern, Radfahren, Segelfliegen und Ballonfahren sind sehr beliebt.
Westen
  • Lebus (Województwo lubuskie) − Region an der mittleren Oder an der Grenze zu Deutschland. In Grünberg befindet sich das größte Weinanbaugebiet in Polen.
  • Großpolen (Województwo wielkopolskie) − geschichtsträchtige Region um Posen, gilt als polnisches Kernland mit Siedlungen aus der Bronzezeit und der Wiege des polnischen Staates um Gnesen, Kruszwica und Ostrów Lednicki. Viele Bauten aus der Romanik um Gnesen, viele barocke Paläste um Posen. In Stary Licheń steht eine der größten Kirchen der Welt - dem Petersdom in Rom nachempfunden. Die großpolnische Seenplatte lädt zum Wassersport ein.
Mitte
  • Kujawien-Pommern (Województwo kujawsko-pomorskie) − Region an der unteren Weichsel, von der Backsteingotik geprägt. Toruń hat nach Krakau die meisten denkmalgeschützten Objekte in Polen. Beliebt ist die Kajaktour an der Brda. Bydgoszcz, Włocławek und der Kurort Cichocinek sind sehenswert.
  • Łódź (Województwo łódzkie) − Region in Zentralpolen um die Sezessionsstadt Łódź. Łowicz gilt als Zentrum der polnischen Folklore.
  • Masowien (Województwo mazowieckie) − Region um Warschau. Eine weite Landschaft die durch endlose Felder und Alleen mit Trauerweiden gekennzeichnet, die Chopins Musik prägte. Zahlreiche typische Herrensitze polnischer Adeliger aus dem 18. Jahrhundert und romantische Landschaftsparks in Arkadia und Nieborów. Wassersportmöglichkeiten am Zegrze-Stausee bei Warschau und an der Narew. Zahlreiche Barock- und Klassizismuspaläste und Gärten in Warschau. Moderne Architektur in der Hauptstadt, die als eine der höchsten Städte Europas gilt. Nachtleben in Warschau.
Osten
  • Podlachien (Województwo podlaskie) − der "wilde Osten" Polens mit dem letzten Urwald Mitteleuropas. Hier leben die letzten Wiesente in Europa in freier Wildbahn. Elche, Wölfe und Braunbären sind auch anzutreffen. Zahlreiche Zeugnisse jüdischer Kultur und des Reichtums der polnischen Magnaten. Der Branicki-Palast in Białystok gilt als polnisches Versailles. Die Renaissance-Synagoge in Tykocin gilt als die schönste in Europa. Hier leben auch die polnischen Muslime - die Tataren zusammen mit orthodoxen und katholischen Polen. In Supraśl steht die wahrscheinlich schönste orthodoxe Kirche Polens. Die Kajakroute entlang der Czarna Hańcza zählt zu den attraktivsten in Polen. Um den Seekomplex Wigry im äußersten Nordosten Polens gibt es exzellente Wassersportmöglichkeiten. Der hierzu gehörende See Hańcza ist mit über 100 m der Tiefste in Polen und dem gesamten nordeuropäischen Tiefland von Frankreich bis Estland.
  • Lublin (Województwo lubelskie) − Region im Osten Polens an der Grenze zur Ukraine und Weißrussland. Zahlreiche Renaissancestädte künden von dem Reichtum der polnisch-litauischen Adelsrepublik in der frühen Neuzeit, z.B. Kazimierz Dolny, Zamość, Lublin. Es gibt zahlreiche Spuren der jüdischen Kultur. Schlösser und Schlossruinen sind in Puławy, Kozłówka, Lublin, Kazimierz und Janowiec. Die Landschaft des Roztocze-Nationalparks lädt zu langen Wanderungen an der Tanew ein.
Südwesten
  • Niederschlesien (Województwo dolnośląskie) − Region im Südwesten Polens mit dem Hauptkamm der Sudeten (Riesengebirge, Isergebrige, Glatzer Bergland) und zahlreichen Barockbauten. Von Deutschland gut zu erreichen sind die Skiorte Karpacz und Szklarska Poręba im Riesengebirge. Breslau hat ein interessantes Nachtleben und zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Viele Schlösser, Klöster, Burgen und Ruinen entlang der Oder.
  • Oppeln (Województwo opolskie) − Region im Süden Polens an der Oder. Zahlreiche hölzerne Schrotkirchen und historische Städtchen.
  • Schlesien (Województwo śląskie) − Region im Süden Polens. Bevölkerungsreichster Ballungsraum in Kattowitz mit reichem Kulturangebot. Wintersportmöglichkeiten in den schlesischen Beskiden in Ustroń und Wisła und dem Jura mit seinen zahlreichen Burgen. Die Burgruine Ogrodzieniec gilt als eine der Schönsten in Europa. Wichtigster Wallfahrtsort im barocken Kloster auf dem Hellen Berg in Tschenstochau, einem der Größten in Europa.
Südosten
  • Heiligkreuz (Województwo świętokrzyskie) − Region um eines der ältesten Gebirge der Welt, das Heiligkreuzgebirge in südöstlichen Zentralpolen. In Ujazd steht eine der größten Burgruinen Europas und die Tropfsteinhöhle Raj gilt als die schönste in Polen. Sandomierz ist eine der schönsten mittelalterlichen Kleinstädte Mitteleuropas.
  • Kleinpolen (Województwo małopolskie) − die wahrscheinlich schönste Region Polens im Süden mit fünf Nationalparks und fünf Weltkulturerbestätten. Hier liegen die höchsten Gebirge, Hohe Tatra, Westliche Tatra, Gorce, Pieninen, Babia Góra, Beskiden und der Jura. Die ehemalige Hauptstadt Krakau gilt als schönste Stadt Polens und war europäische Kulturhauptstadt 2000. Der Altstadtkomplex mit der Wawelanlage ist auf der Liste der zwölf schützenswertesten Baudenkmäler der Menschheit. Das Nachtleben Krakaus mit seinen zahlreichen Studentenkellern ist legendär. Daneben zahlreiche Klöster, Burgen und Renaissanceschlösser. Zakopane gilt als Wintersporthauptstadt Polens mit Après Ski vom besten. Szczyrk, Żywiec, Zawoja, Krynica und Rabka sind weitere wichtige Skiorte. An den Stauseen bei Czorsztyn, Żywiec und Tarnów ist Wassersport möglich. Floss- und Kajaktouren im Dunajecdurchbruch in den Pieniny sind ein besonderes Erlebnis. Ein Muss ist auch das 800 Jahre alte Salzbergwerk Wieliczka.
  • Karpatenvorland (Województwo podkarpackie) − Region im äußersten Südosten Polens mit den "wilden" Gebirgen Bieszczady und Beskid Niski. Mit den menschenleeren Hochauen hat das Bieszczady-Gebirge einen besonderen Reiz. Hier lebt noch der Braunbär, der Wolf und der Luchs. Wassersport ist am von Bergen umgebenen Solina-Stausee möglich. Zahlreiche Renaissance-Paläste, allen voran Łańcut, Baranów Sandomierski und Krasiczyn und schöne Renaissancestädte Przemyśl, Jarosław, Leżajsk.

Städte[Bearbeiten]

Karte von Polen
Warschau bei Nacht
Markt in Krakau
Breslau (Wrocław), Rathaus

Weitere Ziele[Bearbeiten]

In Polen gibt es dreizehn UNESCO-Weltkulturerbestätten, von denen zwei (Krakau und das Salzbergwerk Wieliczka, beide in Kleinpolen) zu den zwölf schützenswertesten Baudenkmälern der Menschheit zählen.

UNESCO-Welterbestätten[Bearbeiten]

Jahr Art Bezeichnung Beschreibung Bild
1978 K Historische Altstadt von Krakau Krakau war im Mittelalter die Hauptstadt Polens, seine historische Bausubstanz wurde weitgehend erhalten. Zum Welterbe gehört das ehemalige Residenzschloss Wawel sowie die Altstadt mit zahlreichen Kirchen und Klöster und dem jüdischen Viertel Kazimierz. Kraków - Sukiennice 01.jpg
1978
2008
2013
K Salzbergwerk Wieliczka
Modifikation 2008
Erweiterung 2013: Wieliczka und Bochnia
Das Salzbergwerk von Wieliczka existiert bereits seit 1280, es liegt nur wenige Kilometer südöstlich von Krakau. Die Salzgewinnung wurde 1993 eingestellt. Ein Stollen wird als Sanatorium für Atemwegserkrankungen genutzt, Besucher können kunstvoll gestaltete Galerien und Säle mit Statuen aus Salz bewundern. Wieliczka salt mine chandelier.jpg
1979 K Museum des Konzentrationslagers Auschwitz Etwa 35 km südlich von Kattowitz befand sich das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Mauern und Stacheldraht, Kasernen, Gaskammern und Krematorien wurden als mahnendes Symbol für die Grausamkeiten erhalten. Arbeit-auschwitz04.jpg
1980 K Historische Altstadt von Warschau Die Warschauer Altstadt wurde im Verlauf des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört, insbesondere im Jahr 1944 während des Warschauer Aufstands. Nach Kriegsende wurde sie weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut, das Warschauer Königsschloss wurde erst 1980 fertiggestellt Lazienki-Palac na Wodzie.jpg
1992 N Nationalpark Białowieża länderübergreifend mit Weißrussland
2014 modifiziert und erweitert
Der Białowieża-Nationalpark liegt an der Wasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer teilweise in der polnischen Woiwodschaft Podlachien und zum Teil in Weißrussland. Das riesige Waldgebiet ist Heimat seltener Tierarten wie Wolf, Luchs und Fischotter, es ist auch Lebensraum für Wisente, die 1926 wieder hier ausgewildert wurden. Wisent.jpg
1992 K Historische Altstadt von Zamość Die Stadt in der Woiwodschaft Lublin wurde von Jan Zamoyski gegründet mit dem Ziel, eine "ideale Stadt" zu erschaffen. Sie wurde von einem italienischen Architekten im Stil der Renaissance erbaut und galt daher als das "Padua des Nordens". Zamosc Town Hall 01.jpg
1997 K Historische Altstadt von Toruń Thorn wurde im 13. Jahrhundert durch den Deutschritterorden gegründet, die Siedlung entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten rasch und wurde Mitglied der Hanse. Aus jener Zeit stammen zahlreiche private und öffentliche Bauwerke, erwähnenswert ist auch das Haus des Astronomen Nikolaus Kopernikus. Torun ratusz corr.jpg
1997 K Kreuzritterburg ‎Marienburg (Malbork) Die Marienburg war 1309 bis 1454 Sitz des Deutschritterordens. Danach zerfiel der rote Backsteinbau, er wurde von 1896-1918 renoviert. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie wiederum schwer beschädigt. Sie wurde zum Teil wieder restauriert mit Ausnahme der Marienkirche, die als Mahnmal der Zerstörung erhalten wurde. Malbork III.jpg
1999 K Wallfahrtsort Kalwaria Zebrzydowska Der Ort in der Woiwodschaft Kleinpolen entstand um 1600 in einer Landschaft, die von dem damals herrschenden Woiwoden nach biblischen Orten benannt wurde. Daraus entwickelte sich eine Wallfahrtsstätte mit etlichen Kapellen und einem Kloster. Sanktuarium pasyjno-maryjne w Kalwarii Zebrzydowskiej6.JPG
1999 D "De Revolutionibus Orbium Coelestium", Manuskript von Nikolaus Kopernikus Jagiellonische Bibliothek, Krakau
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1999 D Archivbestände aus dem Warschauer Ghetto Jüdisches Historisches Institut, Warschau
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1999 D Die Meisterwerke Fréderic Chopins Fryderyk-Chopin-Gesellschaft, Warschau
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2001 K Friedenskirchen in Jawor und Świdnica Der Name bezieht sich auf den Westfälischen Frieden 1648. Danach wurde den Protestanten in Schlesien der Bau von Kirchen erlaubt, die jedoch nicht aus Stein gemauert sein durften. So entstanden die größten Fachwerkkirchen in Europa. Kosciol pokoju w swidnicy wisnia6522.jpg
2003 K Kleinpolnische Holzkirchen Im südlichen Polen, vornehmlich in Kleinpolen, entstanden ab dem 14. Jahrhundert Holzkirchen, ihr Stil reicht von der Gotik über die Renaissance bis hin zum Barock. Zumeist wurden die Kirchen von Adelsfamilien aus Statusgründen gesponsert. Von den etwa 2 Dutzend Kirchen wurden 6 zum Welterbe erklärt. Kosciol Debno.JPG
2003 D Erklärung der Konföderation von Warschau 1573 zur Glaubensfreiheit
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2003 D 21 Forderungen von Danzig August 1980, Geburt der Gewerkschaft Solidarność
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2004 K Landschaftspark Neißepark (Park Mużakowski), länderübergreifend mit Deutschland, bei Bad Muskau Deutsch-polnisches Kulturerbe auf beiden Ufern der Neiße. Der Park wurde 1815-1844 angelegt. Er besteht auf der deutschen Seite aus Schloss-, Bade- und Bergpark, auf polnischer Seite aus dem Unterpark, einem Arboretum und den Braunsdorfer Feldern. Park Muzakowski2.jpg
2006 K Jahrhunderthalle in Breslau Erbaut wurde die Jahrhunderthalle von 1911 bis 1913 im Zentrum des Messegeländes. Ihre zentrale Kuppel war mit einer Spannweite von 65 m zu jener Zeit weltweit einzigartig Centennial Hall in Wrocław and Zoo Wrocław 1.jpg
2007 D Codex Suprasiliensis Manuskripte in altkirchenslawischer Sprache, länderübergreifend mit Russland, Nationalbibliothek Warschau
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2007 D Archiv der Nationalen Erziehungskommission 1773-94 Krakau
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2009 D Archive des Association Institut Littéraire "Kultura" in Paris (1946–2000)
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2009 D Radziwill-Archive und Sammlung der Bibliothek Njaswisch länderübergreifend (Russland)
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2011 D Archiv des Warschauer Rekonstruktionsbüros Staatsarchiv, Warschau
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2013 K Holzkirchen in Polen und in der Ukraine
länderübergreifend mit der Ukraine
Insgesamt 16 "Tservkas", Holzkirchen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert wurden für das Welterbe ausgewählt. Sie verfügen über hölzerne Glockentürme, ihre Ikonostasen im Inneren sind vielfarbig ausgemalt, sie sind umgeben von Friedhöfen und Torhäusern. Chotyniec2.jpg
2017 K Silber-Zink-Mine in Tarnowskie Góry und ihre Wasserhaltung Das Silberbergwerk in der oberschlesischen Stadt Tarnowskie Góry wurde um 1526 eröffnet. Um eindringendes Wasser aus der Grube zu pumpen, wurde bereits 1788 eine Dampfmaschine eingesetzt. In der Grube gibt es mehr als 150 km Stollen. Seit 1912 ist das Bergwerk stillgelegt, es dient heute nur noch als Museum. Tarnowskie Góry, Komora Srebrna - fotopolska.eu (339183).jpg
2017 N Buchenurwälder und alte Buchenwälder in den Karpaten und anderen Regionen Europas (länderübergreifend mit der Ukraine und Deutschland), Albanien, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Italien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Spanien Die alten Buchenwälder geben Aufschluss über biologische und ökologische Entwicklungen nach der letzten Eiszeit.


Nationalparks[Bearbeiten]


Panorama von Racławice[Bearbeiten]

Das Gemälde stellt die Schlacht bei Racławice dar, die zum Sieg der Polen über die Russen führte. Ideengeber war Jan Styka, ein bekannter Maler, der sich 1894 mit den Schlachtenmaler Wojciech Kossak, sowie vielen weiteren Malern, zusammengetan hat, um das riesige Gemälde (15 x 114 m) anlässlich des 100. Jahrestages der Schlacht bei Racławice, innerhalb von 9 Monaten anzufertigen.

Durch eine spezielle Maltechnik (panoramische Perspektive) und technische Finessen (spezielle Beleuchtung, künstlich angelegtes Gelände, das nahtlos in die gemalte Landschaft übergeht), wird eine Dreidimensionalität des Gemäldes vorgetäuscht.

Das Gemälde wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Einzelteile zerlegt nach Breslau transportiert, wo es bis 1980 versteckt wurde, weil befürchtet wurde, dass es zu einer Verschlechterung der sowjetisch-polnischen Beziehung führen könnte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte Polens in der deutschen Wikipedia

Die Geschichte Polens bis zum Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Die Geschichte Polens bis zum Ersten Weltkrieg lässt sich übersichtshalber in zwei verschiedene Phasen aufteilen. Zum einen gab es die Zeit des politischen und kulturellen Aufstiegs zur europäischen Großmacht (960-1618) und zum anderen die Zeit des Niedergangs (1618-1795). Während Polen eine europäische Großmacht war, reichte das beherrschte Gebiet von der Ostsee bis an das Schwarze Meer, doch nach der Zeit des Niedergangs existierte es als Staat nicht mehr.

Zudem gab es in der Geschichte drei wichtige Dynastien, die Polen maßgeblich prägten, nämlich die Piasten, die Jagiellonen und die Wasa, die in dieser Reihenfolge die meisten Herrscher Polens beziehungsweise später Polen-Litauens stellten. Nach den Jagiellonen wurde Polen eine Adelsrepublik.

Polens Geschichte beginnt mit der Staatswerdung um 960 und der kurz darauffolgenden Christianisierung des Landes, die erfolgte, um Missionierungsversuchen von umliegenden Staaten, insbesondere Preußen, vorzubeugen. Zunächst herrschten die Piasten, deren Herrschaft aber im zwölften Jahrhundert dadurch unterbrochen wurde, dass Polen in Teilfürstentümer zerbrach und erst 1295 wiedervereinigt wurde. 1241 mussten Polen und Preußen sich zudem gegen Mongolenangriffe verteidigen. Von den Piasten ist vor allem Kasimir der III. (Herrscher von 1333 bis 1370) hervorzuheben. Dieser gründete unter anderem die Universität Krakau, führte zahlreiche Gesetze ein und befestigte das Land. Sein Grab ist auch in Krakau auf dem Wawelhügel zu finden.

Die Piasten hatten nach Kasimir dem III. keinen Erben mehr und dadurch, dass Polen eine Personalunion mit Litauen eingegangen war, gelangten 1386 die Jagiellonen an die Macht. Unter ihrer Herrschaft kam es zunächst zu Gebietsgewinn, sodass die Jagiellonen die Kronen Polens, Litauens, Böhmens und Ungarns innehatten, und Polen erlebte eine wissenschaftliche und kulturelle Blütezeit.

Auch die Jagiellonen konnten 1569 keinen Erben mehr stellen und so wurde Polen-Litauen zur Adelsrepublik. Das Einflussgebiet der Republik vergrößerte sich und erreichte 1618 seine größte Ausdehnung. Zu dieser Zeit wurden die Wasa als Könige gewählt. Dies war der Zenit Polens als Großmacht in Europa, denn trotz des Gebietsgewinn war die innenpolitische Situation unsicher, da der Adel immer mächtiger und der König immer schwächer wurde. Privilegien wie das Veto, das jedem Adeligen im Reichstag (Sejm) damals zustand, führten zur Entscheidungsunfähigkeit und machten Gegenreformen schwierig. Wirtschaftliche Verluste durch Kriege und Senkungen des Getreidepreises destabilisierten die Lage zudem immer weiter.

Diesen Umstand nutzten Preußen, Russland und Österreich aus, indem sie Polen aufteilten, was in drei Teilungen (I. Teilung 1772, II. Teilung 1793, III. Teilung 1795) geschah. Nach der ersten Teilung herrschte in Polen hoher Reformdruck, und so entstand 1791 die erste konstitutionelle Verfassung Europas. 1794 kam es als Reaktion auf die Teilungen zum Kościuszko-Aufstand, der trotz des Sieges bei Racławice niedergeschlagen wurde. Bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs kam es noch zu zwei weiteren Unabhängigkeitsbewegungen (1830 und 1863), die aber beide erfolglos blieben.

Polen im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Im ersten Weltkrieg (1914-1918) kämpfte Polen nicht nur an verschiedenen Fronten, sondern auch in verschiedenen Armeen mit unterschieldichen Interessen. Aufgrund der dritten Teilung Polens (1795), war Polen kein eigenständiger Staat mit einer Regierung und einem eigenen Militär, sondern wurde durch die Fremdmächte Preußen, Russland und Österreich-Ungarn regiert. Diese zogen zu Beginn des Krieges die Bevölkerung aus ihrerm verwalteten Bezirk in ihre Armee ein. Viele bereits vor dem Krieg geflüchtete Polen kehrten zudem nach Europa zurück und kämpften für die Franzosen. Ferngebliebene traten auch der Armee der Vereinigten Staaten unter Wilson bei. Viele Polen sahen darin ihre Chance auf ein Weidervereinigtes Polen, da Wilson dies zu Beginn des Krieges angekündigt hatte. Somit waren die Polnischen Kämpfer in 5 verschiedenen Armeen, die teilweise auch gegeneinander kämpften.

Polen wurde im Verlauf des ersten Weltkrieges zum Hauptkriegsschauplatz im Osten. Aber auch die politische Frage, ob Polen wieder ein souveräner Staat werden würde, war von großem Interesse für Europa. Als gegen Ende des ersten Weltkrieges die Deutsche Westfront zusammenbrach, waren sich alle politischen Lager Polens einig, möglichst schnell die Unabhängigkeit zu erreichen. Dazu vertrat man den vom US-Präsidenten Wilson vorgeschlagenen 14-Punkte Plan, der beinhaltete, dass Polen wieder als freies und unabhängiges Land existieren durfte. Das Reichsgebiet war zwar im Vergleich zu den Grenzen vor der Teilung Polens sehr klein, entsprach aber ungefähr dem Gebiet das in der dritten Teilung vorhanden war. Am 7. Oktober 1918 proklamierte der Regentschaftsrat in Warschau die Zweite Polnische Republik.

Zweite Polnische Republik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Zweite Polnische Republik und Józef Piłsudski

Die Zweite Polnische Republik (1918-1939/1944) wurde kurz nach Ende des ersten Weltkrieges ausgerufen. In verschiedenen Grenzkonflikten kämpfte die polnische Armee unter der Führung Józef Piłsudskis gegen Litauen, Russland, die Ukraine und in einem Handelskrieg auch gegen Deutschland. Aufgrund einer sehr instabilen innenpolitischen Situation übernahm Piłsudski in einem militärischen Putsch im Jahr 1926 die Regierung und blieb bis 1936 an der Macht. Er regierte diktatorisch, auch wenn er es nach außen hin nicht so aussehen lies. 1936 verstarb Piłsudski an Leberkrebs. Er hinterließ ein instabileres Polen als zuvor. Unter größeren Rechtsdruck in der Bevölkerung, musste Polen sogar einen Minderheitenschutzvertrag unterzeichnen.

Im September 1939 begann der Blitzkrieg, der der Zweiten Polnischen Republik den Untergang brachte. Nachdem die Deutschen bereits am 1. September angegriffen haben folgen am 17. September die russischen Truppen und Polen wird bis 1944 vollständig besetzt.

Polen im zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Ausbruch des zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 war der Angriff Deutschlands gegen Polen. In einem 16 Tage späteren Folgeangriff der Russen geriet das gesamte polnische Gebiet schnell in Fremdherrschaft. Im Jahr 1941 übernahm Deutschland die russischen Gebiete und herrschte somit über die gesamte "Zweite Polnische Republik", obwohl viele der Meinung sind, dass diese bereits im Blitzkrieg vom September 1939 ausgelöscht wurde. Unter der deutschen Herrschaft wurden große Teile der Bevölkerung unterdrückt und verschiedene Massenvernichtungslager errichtet. Ab 1944 zog Deutschland dann die Besatzungstruppen ab, und die sowjetischen Soldaten konnten die großen Städte und Lager von der deutschen Herrschaft befreien

Holocaust[Bearbeiten]

Der Bau des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau begann auf Befehl von Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, im Oktober 1941 für mindestens 100.000 Häftlinge, da das Stammlager Auschwitz I mit etwa 10.000 Häftlingen überfüllt war. Das KZ Auschwitz Birkenau wurde das größte Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurden von den rund 6 Millionen Opfern des Holocaust etwa 1.1 Millionen Menschen, davon 1 Million Juden, in Birkenau ermordet. Ungefähr 900.000 wurden direkt nach Ankunft in Gaskammern ermordet und weitere 200.000 starben durch Unterernährung, Krankheiten, Misshandlungen und medizinische Versuche oder wurden als zur Arbeit unfähig selektiert und ebenfalls vergast.

Gesellschaftliche Strukturen (und Veränderungen seit 1989)[Bearbeiten]

Polens Bevölkerung ist mit 38,4 Millionen Menschen fast halb so groß wie die Deutsche (82,5). 60% dieser Bevölkerung lebt in Städten und 61,9% gehören zum Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung, was verglichen mit Deutschland (54,5%) hoch ist. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist Seit 1989 von 32,3 Jahren auf 40,2 Jahre gestiegen, gleichzeitig ist die Fertilitätsrate von 1,99 auf 1,36 gesunken.

Der Gini-Koeffizient Polens lag 2016 bei 0,298. Somit ist die Einkommensverteilung in Polen ähnlich der Deutschen (0,295). In den letzten 15 Jahren hat sich die Einkommensverteilung in Polen deutlich verbessert.

Im Pisa Bildungstest 2015 hat Polen im Durchschnitt nur 1% bis 2% schlechter abgeschnitten als Deutschland, jedoch deutlich besser als die meisten anderen ehemaligen Ostblockstaaten.

Die Anzahl der Hochschulen in Polen stieg von 112 im Jahr 1990 auf 470 im Jahr 2011, wobei ein Großteil der neu gegründeten Hochschulen vom privaten Sektor betrieben werden.

Polens Rolle in der internationalen Politik seit 1989[Bearbeiten]

Nach der politisch-gesellschaftlichen Transformation vom kommunistischen Regime zur demokratischen Republik, die 1989 abgeschlossen wurde, orientierte sich Polen außenpolitisch neu: Das Ziel war eine Herauslösung aus dem sowjetischen Einflussbereich und die Eingliederung in die politischen und wirtschaftlichen Strukturen des Westens. Allerdings war ungewiss wie genau dieses Ziel erreicht werden konnte, da die Auflösung der bipolaren Welt nicht nur einen rasanten innenpolitischen Wandel, sondern auch außenpolitische Ungewissheiten aufwarf.

Europäische Union[Bearbeiten]

Das Bestreben der EU beizutreten kann man als die erste Phase der polnischen Europapolitik bezeichnen. Das umsichtige Handeln wird durch die Angst Russland zu verärgern und damit das präsentierte Bild der Destabilisierung gegenüber dem Westen begründet. So wurden erst die bilateralen Beziehungen zu seinen neuen sieben statt früheren drei Nachbarstaaten vertraglich festgesetzt. Aus historisch-kulturellen, sicherheitspolitischen, und auch makroökonomischen Gründen wurde eine Festigung in die westlichen Institutionen als fast alternativlos aus polnischer Sicht betrachtet. Jedoch bestand lange Zeit in der EU eine Abneigung gegenüber der Aufnahme neuer Mitglieder. Allerdings traf Polen früh schon ein bilaterales Europaabkommen mit der EU zur sukzessiven Liberalisierung des Handels und schließlich der Assoziierung Polens mit den Europäischen Gemeinschaften. Als deutlichster Befürworter eines polnischen Beitritts erwies sich Deutschland nicht zuletzt aufgrund seiner historischen Verantwortung, des Strebens nach Stabilität, und einer wirtschaftlichen Verflechtung, aber auch zur Ausdehnung der EG nach Osten. Dies trug schließlich zu einem erfolgreichen Abschluss der Beitrittsverhandlungen 2002 bei, so dass Polen im Mai 2004 in die EU aufgenommen wurde.

Die zweite Phase der polnischen Europapolitik war durch das von Polen erworbene Veto-Recht und somit auch die effektive Beeinflussung von Forderungen in der EU gekennzeichnet, diese Phase begann allerdings mit einem ernsthaften Konflikt. Polen setzte als einziger Staat in 2003 sein Veto gegen den Vertrag über eine Verfassung für Europa ein: der neu vorgesehenen "doppelten Mehrheit", die bei qualifizierten Mehrheitsentscheidungen im Ministerrat eine Mehrheit der Mitgliedstaaten (über 50 Prozent) und der von ihnen repräsentierten Unionsbevölkerung (60 Prozent) vorsah. Eine Einigung auf 55 bzw. 65% wurde dann von Frankreich und den Niederlanden abgelehnt. In 2007 akzeptierte der damalige polnische Staatspräsident Lech Kaczyński im letzten Moment schließlich den Kompromiss das neue Abstimmungssystem 2014 in Kraft zu setzen.

Das entschlossene Auftreten Polens, die unmissverständlichen Positionen gegenüber der Russlandpolitik ließen Polen als einen sperrigen Partner dastehen, was sich in der Regierungszeit der PiS verdeutlichte mit dem Misstrauen gegenüber Brüssel und Deutschland.

Die aktuelle Regierung PiS (Nationalkonservative Partei von Recht und Gerechtigkeit) kam 2015 an die Macht und verdankt ihrem Erfolg vor allem dem Aufbegehren der jungen Generation und dem Unmut der sozial Schwachen und die der ländlichen Regionen – dem weit verbreitetem Hass auf die selbstherrlichen politischen und wirtschaftlichen Eliten in den Städten. Die PiS rückte stark die Innenpolitik in den Vordergrund, wie man am Exposé der Ministerpräsidentin Beata Szydło entnehmen kann: 80% bestand aus Innenpolitischen Zielen, wie die Wirtschaft und Strukturentwicklungen, Soziales und Familienpolitik, Wissenschaft und die Bildung und den Medien. Die Außenpolitik wird stark vernachlässigt, obwohl viele außenpolitische Herausforderungen für Polen bevorstehen: schwere internationale Krisen, der Isalmistische Terrorismus, die Flüchtlingskrise und die Ukraine-Krise. Besonders in der Flüchtlingskrise hat Polen mit der PiS eine sehr Anti-Flüchtlings-Haltung mit ihrer Begründung, dass die nationale und christliche Identität zu schützen sei. Schließlich leitete die EU-Kommmision Artike 7 gegen Polen in Dezember 2017 ein, da ein schwerwiegendes Risiko der Verletzung von fundamentalen Werten der Union in Polen festgestellt wurde. Artikel wird auch die „nukleare“ Option genannt, da das für ein EU-Mitglied der Stimmentzug bedeuten kann. Enteuropäisiert sich Polen? Europa galt nach 1989 außen- und innenpolitisch als Vorbild für polnische Ambitionen, jedoch kam es zu einem Perspektiv Wechsel, in dem der Multikulturalismus, die Wertevergessenheit, Raubtierkapitalismus immer mehr ins Auge stach, und Polen wurde immer selbstbewusster und krisenresistenter.

North Atlantic Treaty Organization (NATO)[Bearbeiten]

Beschleunigt zur Hinwendung zur NATO wurde Polen durch das Auseinanderbrechen der UdSSR und auch dem Putschversuch gegen Jelzin in 1991. Allerdings fürchteten Mitglieder der NATO, vor allem die USA, eine Verschlechterung einer Beziehung mit Russland in Verbindung mit der Aufnahme Polens. Schließlich überzeugte das Argument, dass die Stärkung in östlicheren demokratischen Staaten wichtig sei um ein Sicherheitsvakuum entgegen zu wirken. Mit einem Zwischenschritt- „Partnerschaft für Frieden“ (Anfang 1994) folgte im Juli 1999 der Beitritt Polens in die NATO. Durch diesen Beitritt wird Polen die Gewähr geboten nicht mehr unter russischen Einfluss zu geraten, die Sicherheitsgarantien der anderen Mitglieder zu haben, aber auch unter den Schutzschirm der USA zu kommen.

Polen engagiert sich einerseits, seit dem Wandel der NATO nach 9/11 zur Organisation mit globalen Aktionsradius, in den NATO Missionen, wie die Stationierung 2600 Soldaten in Afghanistan, andererseits erwartet Polen eine Stärkung der Beistandsplicht im Verteidigungsfall. Durch die fehlende Stationierung jeglicher nennenswerten NATO Truppen in Polen und den damit verbundenen Unbehagen, versucht Polen vor allem durch das bilaterale Abkommen mit den USA seine Sicherheit zusätzlich zu garantieren. Hier wurde zum Beispiel als Folge ein Boden-Luft-Abwehrsystem in Polen stationiert. Außerdem engagierte sich Polen auch in der ESVP (Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik) mit aktiver Einbringung in EU-Missionen, wodurch mittlerweile die ESVP eine weitere Stütze neben der NATO zur Sicherheit darstellt.

Verhältnis zu Nachbarstaaten[Bearbeiten]

Polens Schwerpunkt in der Außenpolitik liegt vor allem in den ex-sowjetischen Staaten. Vor allem die Ukraine, für die sich Polen nach Eintritt in die EU und NATO einsetzte. So ziehen diese Initiativen auch skeptische russische Beobachter an, die in Polen einen Rivalen im Einfluss der ex-sowjetischen Nationen darstellt. Polnisch-russische Konflikte entstanden nicht nur durch die Abhängigkeit der Ressourcen zur Energiegewinnung und dem „Nord-Stream-Pipeline“, sondern auch wegen sicherheitspolitischer Probleme, wie zum Beispiel der Abneigung Russlands gegenüber Polens Mitgliedschaft in der NATO. Auch steht Russland negativ gegenüber der Stationierung amerikanischer Abwehrsysteme oder Forderungen aus polnischer Seite für Stationierung von Bündnistruppen.

Die enge Verbindung zu Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich vor allem in 1989. Zwei wichtige Dokumente wurden zur weiteren Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehung erstellt: der Grenzbestätigungsvertrag und der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag, der die deutsche Minderheit in Polen und polnische Gruppen in Deutschland absicherte und vor allem das Engagement für polnische Bestrebungen festsetzte.

Religiosität in Polen[Bearbeiten]

Die Religion spielt in Polen, auch heute noch eine, entscheidende Rolle. Über 90% der Bevölkerung glauben an Gott und 50% praktizieren Ihren Glauben regelmäßig. Es ist allerdings abzusehen, dass die Zahl der Gläubigen immer weiter abnimmt, da immer mehr Menschen (vor allem Jugendliche) der Religion gleichgültig gegenüberstehen. Soziologen sprechen hierbei von einer Laisierung der Gesellschaft, wofür das zunehmend westliche Konsumverhalten verantwortlich ist.

Die dominante Religion in Polen ist die Römisch-katholische Kirche mit einer Anhängerschaft von 87% der Bevölkerung. Nur 0.4% (~153000) der Bevölkerung sind evangelisch. Im Zuge der Zwangsaussiedelung der Deutschen ist diese Zahl nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich geschrumpft.

Jüdisches Leben in Polen[Bearbeiten]

Die Geschichte der Juden in Osteuropa geht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die erste große Abwanderung von Juden nach Osteuropa fand zur Zeit des ersten Kreuzzugs um 1096 statt. Im heutigen Polen ließen sich erste jüdische Siedler im Gebiet um Krakau und im schlesischen Raum nieder, weil sie dort uneingeschränkt Handel und Landwirtschaft betreiben konnten. Diese kamen hauptsächlich aus Böhmen, Deutschland und südöstlichen Ländern. In historischen Urkunden wird die erste geschlossene jüdische Siedlung 1237 in Plozk aufgeführt. Darauf folgten 1287 eine jüdische Gemeinde in Kalisz, 1304 eine Judengasse in Krakau, 1330 eine jüdische Gemeinde in Posen und viele weitere kleinere Ansiedlungen im Königreich Polen.

Die Rechtsverhältnisse der Juden wurden durch königliche Statute geregelt. Unter dem Herzog von Großpolen und späteren Herrscher von ganz Polen, Mieszko III., durften sich die Juden zwischen 1138 und 1202 mehr oder weniger frei entfalten. Herzog Boleslaw der Fromme von Großpolen erließ 1264 das „Statut von Kalisch“, welches den Juden Rechte und die Erlaubnis zum freien Handeln verlieh. Ihnen wurde unter anderem der Schutz gegen körperliche Verletzung von Christen und der Schutz von Heiligtümern, wie zum Beispiel Synagogen und Friedhöfen, gewährleistet. Dies wurde von König Kasimir dem Großen im Jahr 1334 auf ganz Polen erweitert, wodurch Polen zur größten jüdischen Gemeinde der Welt wuchs. Die Juden waren somit eine selbständige Gruppe außerhalb der ständischen Gliederung.

Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelten sich erstmals große Konflikte zwischen den Juden und der restlichen polnischen Bevölkerung. Die schnelle handwerkliche Entwicklung der Juden führte sowohl zu wirtschaftlicher als auch sozialer Konkurrenz mit der christlichen polnischen Bevölkerung. 1454 fanden anti-jüdischen Ausschreitungen in Wroclaw und anderen Städten statt. Seitdem kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der jüdischen und der christlichen polnischen Bevölkerung.

Im 18. Jahrhundert wurde Polen geteilt, wodurch die polnischen Juden auf die Teilungsmächte Russland, Österreich und Preußen aufgeteilt wurden. In Preußen wurden sie unter Friedrich II. sehr schnell der Gesellschaft angepasst. Die allgemeine Schul- und Wehrpflicht, und eine gewisse Toleranz des preußischen Staates, bewirkten ein loyales Verhältnis. Die russische Verfassung war den Juden zwar wohlgesonnen, versuchte aber sie in ihr zaristisch-bürgerliches System einzubinden und hob die bis dahin bestehende Kultur-Autonomie der Juden auf. In Österreich ging es den Juden vergleichsweise am schlechtesten. Ihre Autonomie blieb zwar weitestgehend unberührt, es geschah darüber hinaus aber nichts, was ihren ohnehin sehr schlechten Lebensstandard verbessern könnte. Sie wurden außerdem unter anderem dazu gezwungen, meist spöttische, bürgerliche Namen anzunehmen und wurden zu tiefst verachtet.

Nachdem Polen nach dem ersten Weltkrieg 1918 wieder unabhängig war, bildete sich wieder eine der größten jüdischen Gemeinden der Welt, bestehend aus mehr als 3 Millionen Menschen. Besonders die polnischen Juden, die der österreichischen Monarchie zugefallen waren, erlangten somit wieder ihre geforderte Freiheit.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 wurden bis zum Kriegsende 1945 rund 3 Millionen polnische Juden von Deutschen ermordet. Die wenigen, die überlebt haben, versuchten zwischen 1946 und 1957 nach Israel auszuwandern. Repressalien der kommunistischen Regierung, der katholischen Kirche und der Bevölkerung trieben weitere Juden in die Emigration. Nach dem Holocaust war es kaum noch möglich, Wurzeln zu finden, auf denen ein jüdisches Leben aufgebaut werden konnte. Heutzutage leben noch etwa 10.000 Juden in Polen.

Anreise[Bearbeiten]

Seit dem 21.12.2007 gehört Polen zu den Staaten des Schengener Abkommens. Damit entfallen die Grenzkontrollen zwischen den beigetretenen EU-Staaten. Für EU-Bürger ist der Personalausweis als Dokument ausreichend.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Flughäfen in Polen (2014)

Der Luftverkehr in Polen erfuhr in den 1990er Jahren eine Privatisierungswelle. Die Anzahl der Flugbewegungen stieg von 1995 bis 2000 um 17 Prozent, das Fluggastwachstum um etwa zwölf und das Frachtgutswachstum um etwa zehn Prozent.

Die größte Fluggesellschaft ist die LOT Polish Airlines (LOT) welche Tochterunternehmen, wie die Billigfluggesellschaft Centralwings besitzt. Andere Billigfluglinien, die nach Polen fliegen, sind WizzAir, EasyJet, Germanwings and Ryanair.

Der mit Abstand größte und bedeutendste Flughafen Polens ist der Frédéric-Chopin-Flughafen Warschau (WAW), gefolgt von denen in Krakau und Danzig.

Stadt IATA-Flughafencode ICAO-Flughafencode Passagiere Fracht in Tonnen Luftverkehr Web
Warschau WAW EPWA 6.085.111 40.541 108.245 [1]
Krakau KRK EPKK 841.123 1.806 26.171 [2]
Kattowitz KTW EPKT 622.612 5.038 13.803 [3]
Danzig GDN EPGD 464.656 3.100 16.286 [4]
Posen POZ EPPO 380.676 1.528 16.405 [5]
Breslau WRO EPWR 363.244 946 18.509 [6]
Stettin SZZ EPSC 95.833 237 7.981 [7]
Rzeszów RZE EPRZ 71.930 243 8.402 [8]
Bydgoszcz BZG EPBY 26.112 0 3.904 [9]
Łódź LCJ EPLL 6.269 0 1.783 [10]
Grünberg IEG EPZG 4.312 0 936 [11]
Allenstein SZY EPSY 486 0 346 [12]
Summe - - 8.962.334 53.439 222.771 [13]

Quelle: http://www.ulc.gov.pl/download/doc/biuletyn_2005.doc

Mit der Bahn[Bearbeiten]

EIP-, EIC und Eurocity-Netz in Polen (2015).
Intercity- und Eurocity-Netz in Polen (Stand 2018).

Das direkte Anreisen mit der Bahn ist von Deutschland und Österreich problemlos möglich. Das Schienennetz ist sehr dicht und beträgt 22560 km. Betrieben werden Fernzüge von der Staatsbahn PKP (Polskie Koleje Państwowe). Das Schienennetz ist sternartig mit Warschau als Mittelpunkt angelegt. Weitere wichtige Verkehrsknotenpunkte sind Posen, Danzig, Stettin, Breslau, Katowice und Krakau. Von Warschau nach Katowice/Krakau sowie nach Posen, Łódź und Breslau existiert eine Neubaustrecke (CMK). Die wichtigsten Städte werden durch InterCity-Züge miteinander verbunden, in den genannten großstädtischen Agglomerationen existieren S-Bahn-ähnliche Vorortszugsysteme. Bahnfahren in Polen ist sehr preisgünstig.

Direktverbindungen mit Warschau:
(Stand Winterfahrplan 2018/9.)

  • Berlin, reservierungspflichtiger EuroCity „Berlin-Warszawa-Express,“ täglich, 6-7 Std.
  • Wien, drei Züge direkt tagsüber, ein Nachtzug mit Umsteigen in Kattowitz.
  • Prag, vier Direktzüge, nur tagsüber, 8-9 Std.
  • Budapest, Nachtzug nach Budapest-Keleti, Umstieg in Krakau 13 Std., tagsüber reservierungspflichtig nach Budapest-Keleti in 10 Std. 20.
  • Kiew, drei Züge tagsüber mit Umsteigen in Przemyśl, 16 Std. Direkter Nachtzug, 17 Stunden.
  • Lemberg, Nachtzug, 23 Stunden.
  • Moskau, je ein Schlafwagenzug zwischen Warszawa Centralna bzw. Warszawa-Wschodnia ↔ Moskva Belorusskaja, je 19 Std.
Grenzüberschreitender Nahverkehr

Für folgende Strecken gelten Festpreise (nur 2. Klasse; 2018):
Szczecin Główny - Grambow = 10,00 zł / 2,50 €
Szczecin Główny - Tantow = VBB-Tarif
Słubice - Frankfurt (Oder) = 4,00 zł / 1,00 €
Aufstiege - Forst (Lausitz) = 4,00 zł / 1,00 €
Zgorzelec - Görlitz = 0,00 zł / 0,00 €.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Zahlreiche Busunternehmen bieten Verbindungen nach Polen von Deutschland und Österreich mit dem Omnibus an, z.B. Sindbad, Eurolines, Touring, Omnia. Dem in Polen trotz wachsendem Individualverkehr immer noch sehr bedeutsamen öffentlichen Verkehr dient ein ausgedehntes Überlandbusnetz. Neben den staatlichen Buslinien PKS gibt es ein zahlreiches Angebot an privaten Anbietern. Das Reisen mit dem Bus ist eine der preisgünstigsten Möglichkeiten Polen zu erkunden.

Einige Buslinien:

  • PEKAES gehört zu Eurolines (fährt aus: A, BY, B, HR, CZ, DK, GB, EST, F, D, GR, NL, I, LV, LT, N, RUS, E, S, CH, UA), Tel: 0048 22 6269352, 0048 22 6522321, Online-Reservierung möglich
  • Orbis (fährt aus: B, BG, F, GR, E, NL, D, CH, GB), 0048 22 6227356, 0048 22 5001500, 0048 22 5001550
  • Polka Service (fährt aus: F), 0048 22 8275050
  • Gullivers (fährt aus: D), Tel. aus Deutschland 0 30 31102110, Intl 0080048554837
  • Visitor (fährt aus London)
  • PPKS Warszawa 0048 22 7208383 (fährt aus: BG, D, LT, S, UA)

Auf der Straße[Bearbeiten]

Das aktuelle Autobahn- und Schnellstraßennetz in Polen
Geschwindigkeitsbegrenzungen in Polen

Das Straßennetz verfügt über eine Gesamtlänge von 364.697 km. Dabei sind noch relativ wenige Autobahnen vorhanden, die jedoch systematisch ausgebaut werden. Die Nationalstraßen sind gut ausgebaut und meist so breit, dass LKW auf die Kriechspur am Seitenstreifen ausweichen können, um ein Überholen auch bei Gegenverkehr zu ermöglichen. Die kleineren und kleinsten Landstraßen sind manchmal recht holprig und es fehlt gelegentlich die Mittelmarkierung. Hier gilt es sich entsprechend anzupassen.

ACHTUNG: Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t Gesamtgewicht müssen zusätzlich eine Box mit sich führen und auch auf mautfreien Straßen eine Maut entrichten. Hierzu bitte im Vorfeld genau informieren, bevor es zu horrenden Strafzahlungen kommt. Dieses gilt ausdrücklich auch für Landstraßen.

Vorhandene Autobahnen

  • A1 - Fertig: 150 km Danzig-Toruń, 17 km bei Łódź und 45 km von Gleiwitz bis südlich Rybnik. Geplante Strecke: Danzig - Łódź - Gleiwitz - Ostrava. Der Abschnitt Danzig-Toruń ist mautpflichtig.
  • A2 - Fertig: 361 km Frankfurt/Oder über Posen nach Warschau; der Abschnitt von Warschau zur weißrussischen Grenze bei Brest soll bis 2020 fertiggestellt werden. Fast die gesamte Autobahn ist mautpflichtig.
  • A4 - Fertig: 439 km Görlitz - Bunzlau - Breslau - Oppeln - Gleiwitz - Kattowitz - Szarów östlich von Krakau; Die 223 km bis zur ukrainischen Grenze bei Jaroslaw sind jetzt auch fertig ( Juli 2016 ). Somit kann man bis zur ukrainischen Grenze durchgehend Autobahn fahren, wenn man z.B. aus Olszyna kommt. Für das 55-km-Teilstück zwischen Krakau und Kattowitz muss eine Mautgebühr (16,20 Złoty = ca. 4 €) bezahlt werden. Für die Strecke Breslau-Gleiwitz muss ebenfalls eine Mautgebühr entrichtet werden (kann auch in Euro oder mit VISA-Karte bezahlt werden). Diese beträgt 2x 10 Złoty. Für das neu eröffnete Teilstück muss zur Zeit ( August 2016 ) noch keine Maut bezahlt werden. Diese wird aber noch kommen, wenn auch die Rastplätze und ein oder zwei Brücken fertig gebaut sind. Die Maut zu entrichten lohnt aber auf jeden Fall, weil die Autobahnfahrt unglaublich viel Zeit einspart.
  • A6 - 21 km bei Stettin
  • A8 - Breslauer Ring
  • A18 (Früher A12) - Forst - Bunzlau, größtenteils als Schnellstraße N18 beschildert.

An den EU-Außengrenzen mit Russland, Weißrussland und der Ukraine muss unter Umständen mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Die aktuellen Wartezeiten lassen sich auf Moto Portal (Czas oczekiwania na przejściach) (wjazd = Einfuhr , wyjazd = Ausfuhr, osobowe - PKW, autob. - Bus, ciężarowe - Lkw) finden.

Die Verkehrsregeln entsprechen in etwa denen in Westeuropa. Geschwindigkeitsbegrenzungen: 50/90/120/140 (Stadt/Außerorts/richtungsgetrennte Schnellstraße/Autobahn). Promillegrenze: 0,2. Es muss auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden. Benzin und Diesel sind etwas günstiger als in deutschsprachigen Ländern. An Tankstellen, die zu größeren Ketten gehören, kann auch mit der Kreditkarte bezahlt werden. Der Verkehr in Polen ist – verglichen mit Deutschland – dünn, die Fahrweise aber ruppiger.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

In Polen gibt es 3812 km befahrbare Wasserstraßen. Die wichtigsten Seehäfen Polens befinden sich in Danzig, Gdingen, Swinemünde und Stettin.

Es bestehen folgende regelmäßigen Fährverbindungen:

  • Danzig nach Nynäshamn (bei Stockholm)
  • Gdynia nach Helsinki, Oxelösund und Malmö
  • Swinemünde nach Kopenhagen, Malmö, Rønne (nur im Sommer) sowie Ystad

Einige Beispiele:

Mobilität[Bearbeiten]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Polnische Inlandsflüge werden angeboten.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die Bahn ist in Polen ein gutes Fortbewegungsmittel, da ein relativ dichtes Schienennetz besteht. Es gibt die sehr langsamen Regionalbahnen der POLREGIO, für die man mehr Zeit einplanen muss als beispielsweise in Deutschland. Es ist aber schon ein Erlebnis, damit einmal zu fahren. Für einige Zugklassen (Express, EC, IC), betrieben von PKP, besteht Reservierungspflicht. Fahrkartenautomaten sind die Ausnahme; an den meisten Bahnhöfen werden Tickets am Schalter verkauft. Der Fahrpreis ist stark vom Zugtyp abhängig. Die 320 Kilometer lange Strecke von Warschau nach Krakau kostet im Regionalzug 52,60 zł, im TLK, einer Art Billig-Schnellzug, 60 zł und im Intercity 127 zł.
Als an Werktagen nutzbare Variante gibt es das personalisierte „REGIOKarnet“ - damit kann man zum Preis von 75 zł an drei frei wählbaren Kalendertagen innerhalb von zwei Monaten unbegrenzt mit Regionalzügen der Typen Regio, Arriva RP, KS, KW, KMŁ und ŁKA fahren (nicht KD). Insbesondere für Senioren lohnt sich die „Regio Karta“ - damit kann man ein Jahr lang mit 30 % Ermäßigung in Regionalzügen fahren. Der Normalpreis von 175 zł lohnt sich für Touristen eher nicht, Senioren (ab 60 Jahre) erhalten die Karte jedoch für 59 PLN und auch sonst ein Viertel Nachlaß auf Einzelfahrten.

Wochenendtickets

Personengebundene Wochenendtickets gelten von Freitag 19.00 bis Montag 6.00 Uhr (bei langen Wochenenden inklusive des zugehörigen Feiertags). Dabei gibt es mehrere Arten.
In PKP-Fernzügen der Arten TLK, IC, EIC kauft man das Bilety weekendowe. Es kostet 2019 in II. Klasse 81,00 zł, in I: 110,00 zł. Will man sämtliche Schnellzüge benützen, zusätzlich zu den genannten noch EIP, braucht man das Bilety weekendowe max für 164,00 bzw. 264 zł.
Nur in Regionalzügen, der Typen Regio, Arriva RP, KD, KS, KW, KMŁ und ŁKA (um Łódź, ohne „Sprinter“) gilt das Bilet Turystyczny für 45 zł.

Busse[Bearbeiten]

Günstig sind auch die Omnibusanbieter. Tickets kann man in der Regel direkt beim Fahrer kaufen. In Touristengebieten gibt es sehr viele Unternehmen, die kürzere Fahrten mit Kleinbussen anbieten, wobei der Preis ca. 1 Euro pro Person beträgt.

PKW[Bearbeiten]

Es besteht ein gutes Netz an Fernstraßen - meist im Rang einer Nationalstraße (rote Nummern). Auch die Woiwodschaftsstraßen (gelbe Nummern) und die regionalen Straßen haben meist einen guten bis akzeptablen Ausbauzustand. Einige Autobahnen sind mautpflichtig. Vorsicht: innerorts bestehen differenzierte Tempolimits; wenn nicht anders angegeben, gilt tagsüber Tempo 50. Es sind sehr viele Geschwindigkeitsmessanlagen installiert, hinzu kommen häufig auch mobile Überwachungen. Es muss ganztags mit Abblendlicht gefahren werden. Parkkrallen bei Parkverstößen sind üblich. Es wird Kartenmaterial bis 1:250.000 empfohlen; der Straßenzustand (befestigt / unbefestigt) sollte erkennbar sein.

Radweg von Police nach Siedlice in der Ueckermünder Heide

Im Web kann man lesen, dass an kleinen, unabhängigen Tankstellen gelegentlich Vorsicht geboten sei, weil der Sprit angeblich gepanscht ist und von Touristen Phantasiepreise verlangt werden. Ob man solchen Geschichten glaubt oder nicht: große Tankstellen mit bekannten Markennamen bieten den Vorteil, dass man mit Eurocard oder Kreditkarte (Visa) bezahlen kann. Wenn man in der Tankstelle Bargeld einer Fremdwährung (z.B. Euro) auf den Tisch legt, läuft man auf jeden Fall Gefahr, keinen guten Wechselkurs zu erhalten.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

  • Radwege in den Städten sind die Ausnahme, häufig weichen Radfahrer auf die Bürgersteige aus.
  • Radwanderrouten sind häufig über Nebenstraßen und über unbefestigte Wege, die bei Regen verschlammen können, ausgewiesen. Radwanderern werden Karten mit Maßstab bis 1:50.000 empfohlen.
  • Tourenfahren erfreut sich in Polen zunehmender Beliebtheit, vor allem auch bei einheimischen Fahrern. Ein erster nationaler Fernradweg ist fertiggestellt und weitere sind in Vorbereitung. (Stand 2017)
  • Die Ersatzteilversorgung mit gängigem Material ist durchgehend sichergestellt, in größeren Städten ist ein Unterschied zur Versorgung in Westeuropa nicht mehr feststellbar. Dienstleistungen sind geringfügig günstiger als in Deutschland, Teile in etwa gleich teuer. Findige polnische Monteure neigen dazu, für jedes Problem eine Lösung zu suchen und meist auch zu finden.
  • Die Akzeptanz von Radfahrern hat sich in den letzten 20 Jahren (Stand 2017) deutlich verbessert, was trotz deutlich gestiegener Verkehrsdichte zu entspannterem Fahren auch in Großstädten führt.
  • Alkohol ist auch Radfahrern vollständig verboten. Es werden Strafen verhängt, die denen für Kraftfahrer entsprechen.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Landessprache ist Polnisch.

Als Bildungssprachen sind Englisch, Deutsch, Russisch, Französisch verbreitet. Dabei ist im Geschäftsleben (Hotels) Englisch weiter verbreitet als Deutsch. Viele Polen sprechen entweder Deutsch oder Englisch, selten beide Sprachen. Die Kenntnis einer der beiden Sprachen kann jedoch nicht vorausgesetzt werden.

Oftmals helfen in Restaurants andere Gäste bei der Bestellung etc. Weil von Touristen kaum erwartet wird, dass sie Polnisch sprechen, kommt man aber schon ziemlich weit, wenn man Grundlegendes wie „danke“, „die Rechnung bitte“ und „es hat gut geschmeckt“ sagen kann.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kaufen[Bearbeiten]

Die Landeswährung ist der Złoty (PLN), ausgesprochen eher als Zwoty. Ein Euro entspricht in etwa 4,20 PLN, ein CHF ca. 3,85 PLN (Stand 07/17). Es gibt ausreichend Wechselstuben in den Großstädten, die polnische Bezeichnung hierfür ist "Kantor". Insbesondere an Flughäfen sollte man auf den angewandten Kurs achten, deren Raten sind für den Kunden oft ungünstig.

Meist ist der Bezug am Geldautomaten (Bankomat) mit Maestro oder ausgewählten Kreditkarten sinnvoll. Achtung, wenn während des Dialogs die sofortige Umrechnung in Euro angeboten wird: Bei dieser Variante wird praktisch immer ein ungünstiger Umrechnungskurs zu Lasten des Kunden angewandt.

Viele Geschäfte in den Großstädten sind für polnische Verhältnisse recht teuer, aber immer noch günstiger als in Westeuropa. Auf Märkten und in kleineren Städten kann man aber immer ein paar Schnäppchen ergattern. Benzin, Tabakwaren, Alkohol (nicht alle Spirituosen-Sorten), Medikamente und Lebensmittel sind bedeutend günstiger als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das gleiche gilt für Restaurants, Cafes, Kneipen, Hotels und Dienstleistungen. In Polen gab es lange Zeit keine Ladenöffnungszeitbeschränkungen. Inzwischen wurde der Verkauf an Sonntagen beschränkt. Ob man im Supermarkt mit der Kreditkarte zahlen kann, erkennt man daran, ob an der Kasse ein Lesegerät vorhanden ist.

Polnischer Złoty in deutscher Wikipedia

Küche[Bearbeiten]

07425 Jahrmarkt in Sanok am 17 Juli 2011.jpg

Die polnische Küche hat viele Spezialitäten, wie Barszcz, Uszka, Gołąbki, Flaczki etc. zu bieten.

In polnischen Bewirtungsbetrieben sind meistens Fischgerichte und Geflügelgerichte preiswerter als Gerichte mit Schweine- und Rindfleisch. Häufig finden sich Gerichte aus Entenfleisch auf den Speisekarten. "Kotlet" sind Schnitzel.

Auch in Polen wird "internationale Küche" geboten - jedoch anders als in Deutschland meist von Einheimischen. In einer Pizzeria wird also kein Italienisch verstanden, und in einer Dönerbude kein Türkisch. Besonders in besseren Restaurants sind Speisekarten meist dreisprachig (polnisch, englisch und deutsch); das gilt selbst für kleinere Orte. In besseren Restaurants kann oft auch mit der Kreditkarte (Visa) bezahlt werden. Bieten Sie die Karte im Zweifelsfall einfach an; wenn die Antwort ein Kopfschütteln ist, wissen Sie, woran Sie sind.

Polnische Fleischprodukte - insbesondere die vielen verschiedenen Wurstsorten - genießen weltweit hohes Ansehen. Zu den bekanntesten polnischen Bieren zählen Żywiec (aus Żywiec), Żubr (aus Białystok), Lech (aus Posen), Tyskie, Warka, Leżajsk, Bosman (aus Stettin) und Piast. Häufig findet man auch Biere aus Tschechien (Pilsen), Niederlanden (Heineken) und Dänemark (Carlsberg) im offenen Ausschank. Der Wodka wird entweder klar (z.B. Wyborowa) oder mit Aromen (z.B. Żubrówka, wird als "Grasowka" exportiert; Żołądkowa) angeboten. Dabei sind auch Spirituosen aus Finnland und Deutschland im Angebot. Trinkhonig ist eine altpolnische Spezialität. Lebensmittel und Restaurantbesuche sind in Polen sehr preiswert. Zu den besten Restaurants gehören Wierzynek (bereits 1364 königlich bewirtend) in Krakau und Belweder in Warschau. Gleichwohl wird dort zu erschwinglichen Preisen gekocht. Wer es wirklich spottbillig haben möchte, der geht in eine der Milchbars (Bar mleczny), dort wird man auch für einen Euro richtig satt und das Essen muss nicht unbedingt vom Schlechtesten sein. Hervorragend und sehr günstig ist auch das umfangreiche Sortiment an Brot und Brötchensorten (z.B. polnisches Zwiebelbrötchen "Cebularz") und süßem Gebäck.

Die polnische Küche ist köstlich, aber sehr fleischlastig und fett. Eine Gewichtszunahme kann man eventuell vermeiden, indem man häufig auf die wundervollen Suppen ausweicht, die in allen Restaurants angeboten werden.

Polnische Küche in deutscher Wikipedia

Nachtleben[Bearbeiten]

Gut ausgehen kann man vor allem in den großen Städten. Allen voran sind hier Warschau, Krakau und Łódź zu erwähnen. Insbesondere Krakau dürfte sich als Stadt mit ca. 15000 Studenten und hunderten von Kneipen, Kellern, Bars in der Altstadt und im jüdischen Viertel Kazimierz einen Namen als europäische Top-Destination in Bezug auf das Nachtleben gemacht haben. Am Marktplatz - dem größten mittelalterlichen der Welt - dürfte sich wohl nur schwer ein nicht unterkellertes Gebäude mit einer Kneipe oder Disco finden lassen. Teilweise dient auch das edle Pflaster des "Rynek" als Tanzfläche. Warschau und Łódź können dagegen mit großen Diskos und Tanzpalästen aufwarten. Aber auch in der Warschauer Altstadt und um den Łazienki-Park gibt es sehr gute Ausgehmöglichkeiten. Die Preise sind für westeuropäische Verhältnisse sehr moderat. Auch andere Studentenstädte, wie Breslau, Posen, Danzig, Stettin, Toruń, Lublin und Kattowitz haben ein intensives Nachtleben.

Unterkunft[Bearbeiten]

Jugendherbergen und Wanderhütten werden z.B. von PTTK betrieben. Diese sind meistens relativ groß und anonym, oft mit nach Geschlechtern getrennten Zimmern. Wichtig: Die JHs schließen sehr früh am Abend (selbst in Warschau spätestens 23 Uhr) und sind auch tagsüber geschlossen (meist 10-16 Uhr). Oft können Ausnahmeregelungen mit dem Personal vereinbart werden. Es gibt auch Youth Hostels, die durchgehend offen haben. Campingplätze gibt es im ganzen Land. Aber auch wildes Zelten wird geduldet. Auch an luxuriösen Hotels und Schlosshotels mangelt es nicht. Die polnische Vereinigung der Jugendherbergen PTSM ist unter Tel.: (0048-22) 8498128, 8498363; tel./fax: 8498354 und hostellingpol.ptsm@pro.onet.pl erreichbar.

Obwohl die Verwendung von Kreditkarten auch in Polen zunehmend gebräuchlich wird, wird in vielen Hotels auch heute noch nur Bargeld akzeptiert. Am besten, man fragt gleich bei der Buchung, welche Zahlungsmittel willkommen sind.

Typische polnische Steckdose

Die Netzspannung entspricht der in Deutschland. Polnische Steckdosen sind fast wie deutsche geformt, haben jedoch einen zusätzlichen, aus der Steckdose herausragenden Erdungskontakt. Schukostecker (Rundstecker) passen darum nicht. Eurostecker (Flachstecker) dagegen können problemlos verwendet werden.

Lernen[Bearbeiten]

Bildung beginnt in Polen schon ab dem dritten Lebensjahr mit einer verpflichtenden Vorschule, bevor die Schüler*innen über eine achtjährige Grundschule und ein anschließendes dreijähriges Gymnasium an eine weiterführende Schule der drei Modelle Lyzeum, profiliertes Lyzeum und Technikum gehen. Die beiden letzteren Schultypen unterscheiden sich dadurch vom Lyzeum, dass hier ein vertiefender Fokus auf Berufsorientierung bzw. -ausbildung gelegt wird.

Polnische Hochschulen pflegen Austauschprogramme, z.B. Erasmus, mit Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die älteste Universität Polens und zweitälteste Mitteleuropas ist die Jagiellonen-Universität in Krakau von 1364. Auf internationaler Ebene spielen polnische Hochschulen jedoch keine besonders große Rolle (vgl. CHE-Reanking). Während Polnischkurse für Ausländer von verschiedenen Veranstaltern (auch Hochschulen) in mehreren Städten, z.B. in Krakau und Warschau, angeboten werden, sind die Fremdsprachenkenntnisse der Polen im Mittel relativ überschaubar. Die am häufigsten gelernte erste Fremdsprache ist Englisch, wenn eine zweite Fremdsprache gelernt wird, ist Deutsch neben Russisch weit verbreitet.

Die Wissenschaft hat in Polen eine schwierige Geschichte:

  • Zum einen war es ein Hauptziel der Nazis, Intelligenz auszuschalten und dadurch inneren Widerstand aus Polen zu verhindern. Deshalb wurden Professoren verhaftet und der Schulbesuch für alle Kinder unterbrochen.
    Tafeln vor der Universität Breslau zum Gedenken an die inhaftierten Professoren während der Nazi-Zeit
  • Zum anderen litt das Bildungssystem auch unter der Sowjet-Zeit stark, sodass Bildungsreformen ab 2000 nötig wurden und es bis heute schaffen, die Bildung und Forschung in Polen voranzutreiben. Dagegen an geht nun aber die aktuelle Regierung, die durch ihr Holocaust-Gesetz eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Geschichte verhindert.

In der DAAD-Bildungssystemanalyse für Polen sind viele interessante Kennzahlen zum polnischen Hoschschul- und Bildungssystem mit den Vergleichswerten zu Deutschland aufgeführt, die die Unterschiede zwischen beiden Ländern noch einmal verdeutlichen.

Arbeiten[Bearbeiten]

Arbeiten in Polen für EU-Ausländer ist grundsätzlich problemlos möglich, soweit dies auf Gegenseitigkeit beruht. Deutsche Muttersprachler werden gerne als Sprachlehrer angestellt und haben auf diesem Markt recht gute Chancen. Daneben ist es nicht einfach Gelegenheitsjobs zu bekommen, wenn man nicht Polnisch spricht. Das Ableisten des Zivildienstes in Polen ist möglich.

Feiertage[Bearbeiten]

Nächster Termin Name Bedeutung
Dienstag, 1. Januar 2019 Neujahr
Montag, 22. April 2019 Ostermontag
Mittwoch, 1. Mai 2019 Tag der Arbeit/ Maifeiertag
Donnerstag, 2. Mai 2019 Tag der Auslandspolen Polonia
(nicht arbeitsfrei)
Freitag, 3. Mai 2019 Tag der Verfassung vom 3. Mai 1791
Mittwoch, 8. Mai 2019 Tag des Friedens
(nicht arbeitsfrei)
Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges am 08. Mai 1945
Montag, 10. Juni 2019 Pfingstmontag Pfingsten
Donnerstag, 15. August 2019 Maria Himmelfahrt
Freitag, 1. November 2019 Allerheiligen
Montag, 11. November 2019 Tag der Unabhängigkeit im Jahr 1918
Dienstag, 25. Dezember 2018 Weihnachtsfeiertag
Mittwoch, 26. Dezember 2018 Weihnachtsfeiertag

In Polen wird Weihnachten Boże Narodzenie in der Großfamilie gefeiert. Das Weihnachtsessen am Heiligabend Wigilia Bożego Narodzenia beginnt erst, wenn der erste Stern am Himmel steht. Es wird grundsätzlich immer ein Gedeck mehr als benötigt aufgelegt, für einen unerwarteten Besucher, als Zeichen der Gastfreundschaft. Auf jedem Platz liegt eine Oblate meist mit einem Heiligenbild bedruckt. Vor dem Essen geht jeder reihum und gibt den Familienmitgliedern ein Stück seiner Oblate. Dabei wünscht man sich Glück für das nächste Jahr. Als Weihnachtsessen gibt es häufig Karpfen oder Borschtsch mit Knödel.


Sicherheit[Bearbeiten]

Polen ist eigentlich recht sicher, man sollte jedoch in großen Menschenmengen - wie überall auf der Welt - die notwendige Sorgfalt nicht außer Acht lassen. Denn unachtsame Reisende sind für Diebe ein leichteres Opfer. Laut U.S Department of State operieren Diebesbanden häufig im ÖPNV und in (Nacht-)Zügen. Wer mit dem PKW unterwegs ist, sollte zudem misstrauisch sein, wenn man auf einen vermeintlichen Defekt hingewiesen wird. Des Weiteren kann es Reisenden mit dunklerer Hautfarbe passieren, dass sie mit rassistischen Bemerkungen konfrontiert werden. Auch das Auswärtige Amt warnt vor Diebstählen aus dem Auto bzw. des gesamten Autos. Weiterhin sollte an der Grenze zum russischen Kaliningrad die unklare Grenzmarkierung berücksichtigt werden. Wer versehentlich die Grenze übertritt, kann erhebliche Probleme mit den russischen Grenzbeamten bekommen.

Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten und führt schnell zu Ärger mit der Polizei. Auch wer sich als Lokalgast vor ein Lokal stellt, da innen ja Rauchverbot herrscht, läßt sein Bier besser drinnen. Das gilt jedoch nicht für die üblicherweise mit einem symbolischen Zaun versehenen Freisitze von Gaststätten.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die ärztliche Versorgung ist gut. Als Reisender, ob touristisch oder beruflich, greifen für gesetzlich Krankenversicherte die europäischen Krankenversicherungsabkommen. Die "European Health Insurance Card" (EHIC) der Krankenkassen in Deutschland wird akzeptiert. Nähere Informationen dazu bei Ihrer Krankenkasse (AOK, Barmer und weitere). Im Fall einer Erkrankung in Polen gelten dann die gleichen Regelungen, wie sie im polnischen Sozialversicherungssystem gelten. Daher können Zuzahlungen bei Behandlungen und Arzneien anfallen. Für eine vollständigere Absicherung empfiehlt sich eine private Auslandsreiseversicherung. Es gibt selbstverständlich einen ärztlichen Notdienst. In Städten haben immer einige Apotheken Nachtdienst. Nicht alle Behandler arbeiten mit dem gesetzlichen System zusammen, einige rechnen ausschließlich privat ab. Dies sollte vor der Behandlung besprochen werden.

Die meisten Krankenkassen aus dem EU-Ausland übernehmen die Kosten einer Behandlung in Polen. Die Kostenübernahme sollte dennoch unbedingt vorher bei der eigenen Kasse geklärt werden. Einige Kassen bezahlen auch Kuren in Polen.

Die Badegewässer sind regelmäßig vor allem im Norden von guter Qualität. Problematisch können Zeckenbisse in Masuren werden. Eine Impfung beziehungsweise regelmäßiges Absuchen des Körpers ist zu empfehlen. In Masuren sollte auch ein Mittel gegen Stechmücken nicht fehlen. Es kann aber auch günstig vor Ort gekauft werden.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist gemäßigt und wird nach Osten und Südosten immer kontinentaler. Die Sommer sind allgemein warm mit Mitteltemperaturen zwischen 16 °C und 19 °C und die Winter kalt, mit Mitteltemperaturen um 0 °C im Nordwesten und bis zu -5 °C im Südosten. Dieses gemäßigte Übergangsklima entsteht durch den Zusammenprall von der kontinentalen Luft aus Europa und Asien, mit der Luft des Atlantiks. Niederschlag fällt vor allem im Frühjahr und Herbst. Im Norden sind die Niederschläge dabei höher, als im südlicheren Teil Polens. Die höchsten Niederschläge fallen in der Tartra mit 1700mm pro Jahr. Der Wind weht im Sommer größtenteils aus dem Westen, wobei im Winter der Wind meist aus dem Osten kommt.

Respekt[Bearbeiten]

Die Polen sind ein gläubiges Volk und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist präsent. In Kirchen sollte man entsprechend gekleidet und als Tourist nicht während Messen gehen sowie an Orten mit Mahncharakter (z.B. ehemaligen Konzentrationslagern) sich taktvoll benehmen.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Telefonieren: Polen ist mit Festnetzanschlüssen gut abgedeckt und auch das Mobilfunknetz ist sehr gut ausgebaut und bietet selbst in ländlichen Regionen meist gute Verbindungen. Telefonautomaten sind zahlreich und funktionieren mit Karten. Es gibt drei Anbieter im Bereich des Mobilfunknetzes: Plus GSM (code 260 01), [14] (260 02), Orange (260 03). In den Städten befinden sich zahlreiche Internetcafés mit günstigen Preisen. Der erste WLAN-Hotspot in Europa war auf dem Krakauer Marktplatz.

Mobiles Internet:
Mobiles Internet ist flächendeckend verfügbar.

Post:
Die polnische Post (Poczta Polska) ist in fast jedem Ort vertreten. Briefe und Postkarten kommen in der Regel zügig an. Pakete brauchen in der Regel etwas länger. Pakete werden auch von privaten Anbietern befördert. Die Versandkosten sind niedriger als in Westeuropa.
Eine Postkarte ins europäische Ausland kostet 5 PLN (Stand: Mai 2015).

Literatur[Bearbeiten]

Grazina und Wolfgang Kling: Polen: Ostsee und Masuren – Strände, Städte und Natur, Aktivurlaub in Nordpolen. Peter Meyer Verlag, Frankfurt am Main 2007. Guter allgemeiner Reiseführer mit Infos zu Land und Leuten, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, Unterkünften, Restaurants, Verkehr, prima Stadtplänen und Grundrissen sowie Kompakt-Sprachführer.

Berühmte Polen[Bearbeiten]

Robert Lewandowski ist ein polnischer Fußballspieler, welcher zurzeit beim deutschen Verein FC Bayern München spielt. Er ist auch seit vielen Jahren Stammspieler der polnischen Nationalmannschaft.

Marie Curie war eine polnische Physikerin und Chemikerin, welche als erste Frau mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Sie erhielt einen Nobelpreis jeweils einmal in Physik und Chemie. Sie starb am 4.Juli 1934 im Alter von 66 Jahren.

Karol Józef Wojtyła war ein polnischer Heiliger. Er war vom 16. Oktober 1978, bis zu seinem Tod am 2. April 2005 als Paps Johannes Paul II. bekannt.

Nikolaus Kopernikus war einer der bedeutendsten Astronomen der Geschichte. Im Jahre 1543 stellte er sein Lebenswerk „De Revolutionibus Orbium Coelestium“ vor, welches sich um unser Sonnensystem drehte, und die Sonne als Mittelpunkt unseres Systems darstellte.

– Quelle: https://geboren.am/orte/europa/polen

Weblinks[Bearbeiten]

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