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Polen

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Polen (polnisch: Polska) liegt in Mitteleuropa. Sein Gebiet besteht aus fünf geografischen Räumen. Im Nordwesten befindet sich die von der Pommerschen bis zur Danziger Bucht am Weichseldelta reichende Ostseeküste, die durch zahlreiche Nehrungen (z.B Halbinsel Hel, Frische Nehrung), Binnengewässer und Dünen (z.B Lotzker Düne) gekennzeichnet ist. Die weitgehend gerade verlaufende Küstenlinie wird durch das Stettiner und das Frische Haff sowie das Putziger Haff unterbrochen. Im Norden und Zentrum Polens schließt sich das von der Eiszeit geformte Tiefland der mitteleuropäischen Ebene an, in dem vier große Seenplatten (die Masurische Seenplatte, die Kaschubische Seenplatte, die Pommersche Seenplatte und die Großpolnische Seenplatte) liegen, deren zahlreiche Gewässer in eine hügelige Moränenlandschaft eingebettet sind (vgl. Kaschubische Schweiz). Südlich des Tieflandes liegen die durch die Urstromtäler der großen Flüsse geprägten Landschaften Niederschlesiens, Oberschlesiens, Masowiens und des Karpatenvorlandes. Insbesondere die Lubliner Region an der mittleren Weichsel mit ihren Lößböden ist stark durch Hohlwege gekennzeichnet. Südlich davon befinden sich die polnischen Mittelgebirge (der Krakau-Tschenstochauer Jura, das Heiligkreuzgebirge, die Beskiden, die Pieninen, die Waldkarpaten und die Sudeten mit dem Riesengebirge). Die höchste Erhebung, die Tatra, ist ein geologisch sehr vielseitiges Hochgebirge und die höchste Erhebung der Karpaten.

Regionen[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung Polens

Polen ist in 16 Woiwodschaften gegliedert:

Norden
  • Westpommern (Województwo zachodniopomorskie) - Region im Nordwesten Polens an der Ostsee. Zahlreiche Wassersportmöglichkeiten an der Küste und der pommerschen Seenplatte. Die Kajakroute entlang der Drawa ist sehr abwechslungsreich. Die schönsten Strände finden sich auf den Inseln Wollin und Usedom (Swinemünde, Międzyzdroje) und bei Kolberg. Stettin bietet ein interessantes Kulturprogramm.
  • Pommern (Województwo pomorskie) − Region im Norden Polens. Nach Kleinpolen, die wohl schönste Woiwodschaft Polens um die Dreistadt Danzig, Sopot und Gdingen. Endlose Sandstrände an der Ostseeküste mit dem wüstenartigen Sandmeer von Dünen im Slowinzischen Nationalpark. Danzig als manieristisches Tor Polens. Zahlreiche Kreuzritterburgen, mit der Marienburg an der Nogat als größter Burg der Welt. Seenplatte in der Kaschubischen Schweiz. Traumhafte Wassersportmöglichkeiten (Surfen, Wracktauchen, Segeln) an der Danziger Bucht, insbesondere auf der Halbinsel Hel.
  • Ermland-Masuren (Województwo warmińsko-mazurskie) − Region im Nordosten Polens mit zahlreichen Seen und Kreuzritterburgen aus Backstein. Wie der Name bereits andeutet, besteht die Woiwodschaft aus zwei historischen Regionen, dem Ermland und Masuren. Letztere gilt als Zentrum des Wassersports in Polen, insbesondere die Gegend um die Großen Masurischen Seen. Die Kajakroute entlang der Krutynia gilt als schönste in Europa. Aber auch Wandern, Radfahren, Segelfliegen und Ballonfahren sind sehr beliebt.
Westen
  • Lebus (Województwo lubuskie) − Region an der mittleren Oder an der Grenze zu Deutschland. Um Zielona Góra befindet sich ein großes Weinanbaugebiet.
  • Großpolen (Województwo wielkopolskie) − geschichtsträchtige Region um Posen, gilt als polnisches Kernland mit Siedlungen aus der Bronzezeit und der Wiege des polnischen Staates um Gniezno, Giecz und Ostrów Lednicki. Viele Bauten aus der Romanik um Gniezno, viele barocke Paläste um Posen (zum Bespiel Rogalin oder Kórnik). Das 150 urkundlich erwähnte Kalisz gilt als älteste Stadt Polens. In Stary Licheń steht eine der größten Kirchen der Welt - dem Petersdom in Rom nachempfunden. Die großpolnische Seenplatte lädt zum Wassersport ein.
Mitte
  • Kujawien-Pommern (Województwo kujawsko-pomorskie) − Region an der unteren Weichsel, von der Backsteingotik geprägt. Toruń hat nach Krakau die meisten denkmalgeschützten Objekte in Polen. Beliebt ist die Kajaktour an der Brda. Bydgoszcz, Włocławek und der Kurort Ciechocinek sind sehenswert. Kruszwica ist einer der ältesten Orte Polens.
  • Łódź (Województwo łódzkie) − Region in Zentralpolen um die Sezessionsstadt Łódź, deren ursprüngliche Hauptstadt Łęczyca war. Łowicz gilt als Zentrum der polnischen Folklore. Barockschloss und romantischer Landschaftspark in Nieborów und Arkadia.
  • Masowien (Województwo mazowieckie) − Region um Warschau. Eine weite Landschaft die durch endlose Felder und Alleen mit Trauerweiden gekennzeichnet, die Chopins Musik prägte. In Płock befand sich im 11. Jahrhundert die Hauptstadt Polens, in Czersk der Sitz der masowischen Herzöge. Zahlreiche typische Herrensitze polnischer Adeliger aus dem 18. Jahrhundert und romantische Landschaftsparks. Wassersportmöglichkeiten am Zegrze-Stausee bei Warschau und an der Narew. Zahlreiche Barock- und Klassizismuspaläste und Gärten in Warschau. Moderne Architektur in der Hauptstadt, die als eine der höchsten Städte Europas gilt. Nachtleben in Warschau.
Osten
  • Podlachien (Województwo podlaskie) − der "wilde Osten" Polens mit dem letzten Urwald Mitteleuropas. Hier leben die letzten Wiesente in Europa in freier Wildbahn. Elche, Wölfe und Braunbären sind auch anzutreffen. Zahlreiche Zeugnisse jüdischer Kultur und des Reichtums der polnischen Magnaten. Der Branicki-Palast in Białystok gilt als polnisches Versailles. Die Renaissance-Synagoge in Tykocin gilt als die schönste in Europa. Hier leben auch die polnischen Muslime - die Tataren zusammen mit orthodoxen und katholischen Polen. In Supraśl steht die wahrscheinlich schönste orthodoxe Kirche Polens. Die Kajakroute entlang der Czarna Hańcza zählt zu den attraktivsten in Polen. Um den Seekomplex Wigry im äußersten Nordosten Polens gibt es exzellente Wassersportmöglichkeiten. Der hierzu gehörende See Hańcza ist mit über 100 m der Tiefste in Polen und dem gesamten nordeuropäischen Tiefland von Frankreich bis Estland.
  • Lublin (Województwo lubelskie) − Region im Osten Polens an der Grenze zur Ukraine und Weißrussland. Zahlreiche Renaissancestädte künden von dem Reichtum der polnisch-litauischen Adelsrepublik in der frühen Neuzeit, z.B. Kazimierz Dolny, Zamość, Lublin. Es gibt zahlreiche Spuren der jüdischen Kultur. Schlösser und Schlossruinen sind in Puławy, Kozłówka, Lublin, Kazimierz und Janowiec. Die Landschaft des Roztocze-Nationalparks lädt zu langen Wanderungen an der Tanew ein.
Südwesten
  • Niederschlesien (Województwo dolnośląskie) − Region im Südwesten Polens mit dem Hauptkamm der Sudeten (Riesengebirge, Isergebirge, Glatzer Bergland) und zahlreichen Barockbauten. Von Deutschland gut zu erreichen sind die Skiorte Karpacz, Kowary und Szklarska Poręba im Riesengebirge. Breslau hat ein interessantes Nachtleben und zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Viele Schlösser, Klöster, Burgen und Ruinen entlang der Oder.
  • Oppeln (Województwo opolskie) − Region im Süden Polens an der Oder. Zahlreiche hölzerne Schrotkirchen und historische Städtchen.
  • Schlesien (Województwo śląskie) − Region im Süden Polens. Bevölkerungsreichster Ballungsraum in Katowice mit reichem Kulturangebot. Wintersportmöglichkeiten in den schlesischen Beskiden in Szczyrk, Żywiec, Ustroń und Wisła und dem Jura mit seinen zahlreichen Burgen. Die Burgruine Ogrodzieniec gilt als eine der Schönsten in Europa. Wichtigster Wallfahrtsort im barocken Kloster auf dem Hellen Berg in Tschenstochau, einem der Größten in Europa.
Südosten
  • Heiligkreuz (Województwo świętokrzyskie) − Region um eines der ältesten Gebirge der Welt, das Heiligkreuzgebirge in südöstlichen Zentralpolen. In Ujazd (Schloss Krzyżtopór) und Chęciny stehen große Burg- und Schlossruinen und die Tropfsteinhöhle Raj gilt als die schönste in Polen. Sandomierz ist eine der schönsten mittelalterlichen Kleinstädte Mitteleuropas.
  • Kleinpolen (Województwo małopolskie) − die wahrscheinlich schönste Region Polens im Süden mit fünf Nationalparks und fünf Weltkulturerbestätten. Hier liegen die höchsten Gebirge, Hohe Tatra, Westliche Tatra, Gorce, Pieninen, Babia Góra, Beskiden und der Jura. Die ehemalige Hauptstadt Krakau gilt als schönste Stadt Polens und war europäische Kulturhauptstadt 2000. Der Altstadtkomplex mit der Wawelanlage ist auf der Liste der zwölf schützenswertesten Baudenkmäler der Menschheit. Das Nachtleben Krakaus mit seinen zahlreichen Studentenkellern ist legendär. Daneben zahlreiche Klöster, Burgen und Renaissanceschlösser. Zakopane gilt als Wintersporthauptstadt Polens mit Après Ski vom besten. Zawoja, Krynica-Zdrój und Rabka-Zdrój sind weitere wichtige Skiorte. An den Stauseen bei Czorsztyn, Żywiec und Tarnów ist Wassersport möglich. Floss- und Kajaktouren im Dunajecdurchbruch in den Pieninen sind ein besonderes Erlebnis. Ein Muss ist auch das 800 Jahre alte Salzbergwerk Wieliczka. Niepołomice ist für sein Königsschloss und Nowy Wiśnicz sowie Niedzica für ihre Magnatenschlösser bekannt.
  • Karpatenvorland (Województwo podkarpackie) − Region im äußersten Südosten Polens mit den "wilden" Gebirgen Bieszczady und Beskid Niski. Mit den menschenleeren Hochauen hat das Bieszczady-Gebirge einen besonderen Reiz. Hier lebt noch der Braunbär, der Wolf und der Luchs. Wassersport ist am von Bergen umgebenen Solina-Stausee möglich. Zahlreiche Renaissance-Paläste, allen voran Łańcut, Baranów Sandomierski und Krasiczyn und schöne Renaissancestädte Przemyśl, Jarosław, Leżajsk.

Bedeutende Regionen (Auswahl) von Nord nach Süd, von West nach Ost:

Karte von Polen
  • Die Polnische Ostseeküste ist eine über 500 km lange sandige Ausgleichsküste von der Pommerschen Bucht im Westen bis zur Danziger Bucht im Osten. Sie ist durch feinsandige Strände, hohe Wanderdünen, teilweise mit Steilküsten, sowie zahlreiche Strandseen und Nehrungen gekennzeichnet. Hier liegen die Großstädte Stettin, Danzig, Gdingen und Elbing.
  • Die Polnischen Seenplatten schließen sich südlich und südöstlich der polnischen Ostseeküste an und bedecken ca. 20% der Landesfläche Polens. Polen ist nach Finnland das Land mit der größten Seendichte (Anzahl der Seen pro Quadratkilometer) in Europa. Hier liegen mit Posen, Bydgoszcz, Toruń sowie Allenstein die Großstädte der Region.
  • Die Polnische Tiefebene schließt sich südlich der Seenplatten an. Hier befinden sich die größten Ballungszentren Polens mit Warschau, Łódź und Breslau.
  • Das Polnische Hochland schließt sich in einem halbmondförmigen Bogen von Oberschlesien im Westen bis ins Roztocze im Osten südöstlich der Tiefebenen an. Hier liegen die Großstädte des oberschlesichen Industriegebiets sowie Tschenstochau, Kielce und Lublin. Das Hochland besteht aus sehr alten Gebirgsregionen, unter anderem dem Heiligkreuzgebirge und dem Krakau-Tschenstochauer Jura, die im Laufe der Zeit bereits zum großen Teil abgetragen wurden. In der Mitte wird die Region von Süden nach Norden durch den Kleinpolnischen Weichseldurchbruch geteilt.
  • Die Sudeten sind ein alter Gebirgszug im Südwesten Polens und machen in ihrem Hauptkamm zu einem großen Teil die Grenze zur Tschechei aus. Sie schließen sich südlich an das mittlere Odertal an. Ihren Höchsten Teil macht das Riesengebirge südlich von Jelenia Góra aus, das über 1.600 Meter über NN erreicht.
  • Die Karpaten sind - ebenso wie die Alpen - ein relativ junges Gebirge. In Polen liegen sie im Südosten an der Grenze zur Slowakei. Sie schließen sich südlich an das Polnische Hochland an. Die Beskiden, Bieszczady und Gorce sind stark bewaldete Mittelgebirge, die über 1.700 Meter über NN erreichen. Die Pieninen stellen einen schroffen Karstgürtel zwischen den Beskiden im Norden und der Westlichen Tatra sowie Hohen Tatra im Süden dar. Letztere ist das einzige Hochgebirge auf polnischem Gebiet, das hier bis zu fast 2.500 Meter über NN erreicht. Im Karpatenvorland liegen unter anderem die Großstädte Krakau, Tarnów und Rzeszów.

Städte[Bearbeiten]

Großstädte[Bearbeiten]

Warschauer Königsschloss

Die meisten polnischen Großstädte gehen auf einen mitteralterlichen Kern mit einer Backstein-gotisch geprägten Altstadt zurück. Soweit diese Alstädte im Zweiten Weltkrieg zersört worden sind, wie zum Beispiel die Alt- und Neustadt in Warschau, wurden sie in der Folgezeit größtenteils originalgetreu rekonstruiert. Eine der wenigen polnischen Großstädte, deren mittelalterlicher Kern die Wirren der Zeit unbeschadet überstanden hat, ist die alte Königsstadt Krakau.

  • Warschau (Warszawa) – die moderne Hauptstadt und das dominierendes Wirtschaftszentrum des Landes. Die Stadt wurde während des Zweiten Weltkriegs nach dem Warschauer Aufstand 1944 fast vollständig zerstört. Die Altstadt, Neustadt und Krakauer Vorstadt wurden aber weitgehend originalgetreu wiederaufgebaut und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. In den anderen Stadtteilen gibt es hingegen viel Architektur aus der Nachkriegszeit und auch zahlreiche Wolkenkratzer aus neuerer Zeit, die Warschau zu einer der „höchsten“ Städte Europas machen.
Wawel in Krakau
  • Krakau (Kraków) – die historische Königsresidenz und Hauptstadt Polens bzw. Polen-Litauens (von ca. 1040 bis 1596). Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde die Bausubstanz Krakaus im Vergleich zu anderen polnischen Städten nur unwesentlich beschädigt, so dass es heute als besterhaltene historische Großstadt Polens gilt. Die Universität ist die zweitälteste in Mitteleuropa und macht Krakau zu einer ausgesprochenen Studentenstadt. Der mittelalterliche Stadtkern, der Wawelhügel mit Schloss und Kathedrale sowie die 1800 eingemeindete Stadt Kazimierz mit dem jüdischen Viertel gehören zum Weltkulturerbe.
ul. Piotrkowska in Łódź
  • Łódź (Lodz) – bis ins 19. Jahrhundert eine unbedeutende Kleinstadt, wuchs sie dank der Textilfabriken im Zeitalter der Industrialisierung zur zweitgrößten Stadt des Landes. Folglich gibt es ganze Stadtviertel und Straßenzüge aus Gründerzeit und Jugendstil. Seit dem Zusammenbruch der Industrie ist die Stadt im Wandel und Umbruch. Hauptstadt des polnischen Films („HollyŁódź“).
Rathaus von Breslau
  • Breslau (Wrocław) – historische Hauptstadt Schlesiens und seit dem Mittelalter bedeutende Handelsstadt, die in ihrer Geschichte nacheinander zu Böhmen, Österreich, Preußen und Deutschland gehörte. Da die Stadt im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, sind viele historische Gebäude (sehr gut gelungene) Rekontruktionen oder Restaurationen. Kulturhauptstadt Europas (2016). Hauptattraktionen sind die Altstadt mit Bauten von Backsteingotik bis Spätbarock sowie die monumentale Jahrhunderthalle von 1913.
Rathaus von Posen
  • Posen (Poznań) – eine der ältesten Städte Polens und eine seiner ersten Hauptstädte. Im Posener Dom wurden die ersten Herzöge und Könige Polens bestattet. Ende des 13. Jahrhunderts wurde das Posener Schloss kurzzeitig wieder Königssitz. Blütezeit der Stadt war die Renaissance und der Barock. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise beschädigt. Die historische Bausubstanz in der Altstadt wurde jedoch relativ schnell wieder hergestellt.
  • Bydgoszcz (Bromberg) stammt aus dem 11. Jahrhundert. Nach der Zerstörung durch den Deutschen Orden wurde die Stadt im 14. Jahrhundert von Kasimir dem Großen wieder aufgebaut und mit Stadtrechten versehen. Der Ort entwickelte sich Dank der günstigen Lage an der Mündung der Drage in die Weichsel sehr schnell und war während der frühen Neuzeit einer der wichtigsten Handelsplätze an der unteren Weichsel. Die Blüte war jedoch bereits im 18. Jahrhundert vorbei und die Einwohnerzahl fiel auf wenige hundert Bürger. Im 19. Jahrhundert erfolgte wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung und die Stadt ist vor allem von dieser Architekturepoche geprägt. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs hielten sich in Grenzen und die Stadt wuchs zu einer der größten Städte Polens nach dem Krieg. Sie gilt als eine der grünsten Städte des Landes.
Neptunsbrunnen in Danzig
  • Danzig (Gdańsk) ist ebenfalls eine der ältesten Städte Polens, die 997 im Rahmen der Mission des Heiligen Adalbert erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Stadtrechte erhielt sie im 13. Jahrhundert vom polnischen König Primislaus II. Von 1308 bis 1454 gehörte die Hansestadt zum Deutschordensstaat und kam danach wieder an Polen beziehungsweise Polen-Litauen. Die Blütezeit der Stadt war das 15. bis 17. Jahrhundert. Der prägende Baustil ist dementsprechend die Backsteingotik und der niederländische Manierismus. Ende des 18. Jahrhunderts kam Danzig an Preußen und später ans Deutsche Kaiserreich. Unter Napoleon und nach dem Ersten Weltkrieg bestand jeweils eine Freie Stadt Danzig. Im Zweiten Weltkrieg wurde Danzig stark zerstört, die Alt- und Rechtsstadt wurden jedoch originalgetreu wieder aufgebaut.
  • Elbing (Elbląg) wird oft mit dem legendären Handelsplatz Turso in Verbindung gebracht. Die Stadt selbst wurde aber erst im 13. Jahrhundert von den Deutschordensrittern als Konkurenz zum im Weichsel- und Ostseehandel florierenden Danzig gegründet. 1454 kam Elbing zusammen mit Danzig und anderen Ständten an der unteren Weichsel an Polen. Die Blütezeit der Stadt war das Spätmittelalter und der prägende Baustil die Backsteingotik. Diese wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Anders als Danzig wurde die Altstadt zunächst nur teilweise rekonstruiert. Der Wiederaufbau der Altstadt wird im 21. Jahrhundert fortgesetzt, ist jedoch noch bei Weitem nicht abgeschlossen.
  • Kattowitz (Katowice) wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, bliebt jedoch bis 1865 ein Dorf. Mit der Industrialisierung der Region durch die Kohleförderung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt sehr schnell. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Stadt an Polen und wurde Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien. In der Zwischenkriegszeit wuchs die Stadt als Zentrum der polnischen Schwerindustrie weiter rasant. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Stadt weiter. Sie ist von gründerzeitlicher, Art Deco sowie sozialistischer Architektur geprägt. Seit neustem kommen immer mehr moderne Wolkenkratzer hinzu.
Krakauer Vorstadt in Lublin
  • Lublin (Lublin) stammt aus dem 12. Jahrhundert und erhielt Anfang des 14. Jahrhunderts die Stadtrechte. Der Aufstieg der Stadt begann in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit der polnisch-litauischen Union, da die Stadt günstig an der Königsstraße von Krakau nach Vilnius lag. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich der Stil der Lubliner Renaissance, der für die ganze Region prägend wurde. Neben der Lubliner Rensaissance entwickelte sich hier auch eine interessante Verbindung von östlicher und westlicher Baukultur, die sich in der Bemalung von gotischen Innenräumen mit östlichen Ikonenfresken widerspiegelt (siehe Burgkapelle zur Dreieinigkeit). 1569 erhielt hier mit der Lubliner Union die polnisch-litauische Adelsrepublik eine neue Verfassung. Auch das höchste Gericht des Landes, das Krontribunal, wurde hier angesiedelt. Mit den polnischen Teilungen kam die Stadt zunächst an Österreich und später an Russland. Im Zweiten Weltkrieg wurde mit Ausnahme des jüdischen Stadtbezirks die historische Bausubstanz der Stadt kaum zerstört, so dass zahlreiche gotische und Renaissance-Gebäude erhalten sind.
Hafen von Stettin
  • Stettin (Szczecin) stammt ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert und erhielt im 13. Jahrhundert die Stadtrechte. Im gleichen Jahrhundert trat die Stadt der Hanse bei und wurde 1309 von den Greifen zur Hauptstadt der Region Pommern gemacht. Nach dem Aussterben der Greifen während des Dreißigjährigen Kriegs kam die Stadt an Schweden und im 18. Jahrhundert an Preußen sowie 1871 an das Deutsche Kaiserreicht. Blütezeit der Stadt war die Backsteingotik, Manierismus, der Spätbarock und insbesondere der Historismus, der im 19. Jahrhundert aus der Stadt ein Kleinparis machte. Im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde die Altstadt teilweise wieder rekonstruiert. Der Wiederaufbau der Altstadt wird im 21. Jahrhundert fortgesetzt, ist jedoch bei Weitem noch nicht abgeschlossen.
Rathaus von Toruń
  • Toruń (Thorn) wurde im 13. Jahrhundert als erste Stadt im Deutschordensstaat gegründet, erhielt bald darauf das Stadtrecht und trat der Hanse bei. 1454 kam Elbing zusammen mit anderen Ständten an der unteren Weichsel an Polen. Die Blütezeit der Stadt war das Spätmittelalter und der prägende Baustil ist bis heute die Backsteingotik. Dies war auch die Zeit, als Nicolaus Copernicus hier in einem der Backsteinhäuser - heute ein Museum des berühmtesten Sohns der Stadt - geboren wurde. Die Altstadt wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Sie wurde jedoch schon sehr bald wieder rekonstruiert und gilt als eine der schönsten gotischen Backsteinstädte Europas. Die Stadt ist zudem für ihre Lebkuchen bekannt.
  • Tschenstochau (Częstochowa) wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurde in Tschenstochau, das kurz zuvor die Stadtrechte erhielt, das Paulinerkloster gegründet, das zum Aufschwung des Ortes zum bedeutensten Marienheiligtum Polens verhalf. Insbesondere nachdem das Kloster einer schwedischen Belagerung im 17. Jahrhundert erfolgreich Widerstand leistete. Während der Industralisierung siedelte sich die Stahlindustrie hier an, da es in der Gegend zahlreiche Eisenerzvorkommen gibt. Stadt und Kloster überstanden die beiden Weltkriege weitgehend unzerstört.

Kleinstädte[Bearbeiten]

In Polen gibt es zahlreiche Kleinstädte, die eine schöne historische Altstadt bewahrt oder nach dem Zweiten Krieg rekonstruiert haben. Zu den bekanntesten zählen:

  • Cieszyn - eine der ältesten Städte Polens mit Baudenkmälern aus der Romanik, Gotik und dem Klassizismus.
  • Frombork - backsteingotische Bischofsstadt am Frischen Haff, Wirkungsort von Copernicus
  • Jawor - barocke Handelsstadt in Südwestpolen mit Friedenskirche
  • Kłodzko - mittelalterliche Garnisonsstadt im Glatzer Becken in Südwestpolen
  • Przemyśl - eine der ältesten Städte Polens und frühe Residenz- und Handelsstadt am San in Südostpolen
  • Sanok - mittelalterliche Residenzstadt in den Waldkarpaten in Südostpolen
  • Świdnica - barocke Handelsstadt in Südwestpolen mit Friedenskirche

Weiter interessante Kleinstädte befinden sich auf den Seiten der jeweiligen Woiwodschaften.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

UNESCO-Welterbestätten[Bearbeiten]

siehe auch: UNESCO-Welterbe

In Polen gibt es dreizehn UNESCO-Weltkulturerbestätten, von denen zwei (Krakau und das Salzbergwerk Wieliczka, beide in Kleinpolen) zu den zwölf schützenswertesten Baudenkmälern der Menschheit zählen.

Jahr Art Bezeichnung Beschreibung Bild
1978 K Historische Altstadt von Krakau Krakau war im Mittelalter die Hauptstadt Polens, seine historische Bausubstanz wurde weitgehend erhalten. Zum Welterbe gehört das ehemalige Residenzschloss Wawel sowie die Altstadt mit zahlreichen Kirchen und Klöster und dem jüdischen Viertel Kazimierz. Sukiennice and St. Mary's Basilica from Church as seen from the Town Hall Tower (9159141840) (2).jpg
1978
2008
2013
K Salzbergwerk Wieliczka
Modifikation 2008
Erweiterung 2013: Wieliczka und Bochnia
Das Salzbergwerk von Wieliczka existiert bereits seit 1280, es liegt nur wenige Kilometer südöstlich von Krakau. Die Salzgewinnung wurde 1993 eingestellt. Ein Stollen wird als Sanatorium für Atemwegserkrankungen genutzt, Besucher können kunstvoll gestaltete Galerien und Säle mit Statuen aus Salz bewundern. Wieliczka-PL-(Kopalnia soli-Salzbergwerk-Salt mine-2)-damir-zg.jpg
1979 K Museum des Konzentrationslagers Auschwitz Etwa 35 km südlich von Kattowitz befand sich das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Mauern und Stacheldraht, Kasernen, Gaskammern und Krematorien wurden als mahnendes Symbol für die Grausamkeiten erhalten. Entrance Auschwitz I.jpg
1980 K Historische Altstadt von Warschau Die Warschauer Altstadt wurde im Verlauf des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört, insbesondere im Jahr 1944 während des Warschauer Aufstands. Nach Kriegsende wurde sie weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut, das Warschauer Königsschloss wurde erst 1980 fertiggestellt 2017-05-27 Plac Zamkowy w Warszawie 1.jpg
1992 N Nationalpark Białowieża länderübergreifend mit Weißrussland
2014 modifiziert und erweitert
Der Białowieża-Nationalpark liegt an der Wasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer teilweise in der polnischen Woiwodschaft Podlachien und zum Teil in Weißrussland. Das riesige Waldgebiet ist Heimat seltener Tierarten wie Wolf, Luchs und Fischotter, es ist auch Lebensraum für Wisente, die 1926 wieder hier ausgewildert wurden. Bialowieza National Park in Poland0029.JPG
1992 K Historische Altstadt von Zamość Die Stadt in der Woiwodschaft Lublin wurde von Jan Zamoyski gegründet mit dem Ziel, eine "ideale Stadt" zu erschaffen. Sie wurde von einem italienischen Architekten im Stil der Renaissance erbaut und galt daher als das "Padua des Nordens". Zamość. Ratusz..jpg
1997 K Historische Altstadt von Toruń Thorn wurde im 13. Jahrhundert durch den Deutschritterorden gegründet, die Siedlung entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten rasch und wurde Mitglied der Hanse. Aus jener Zeit stammen zahlreiche private und öffentliche Bauwerke, erwähnenswert ist auch das Haus des Astronomen Nikolaus Kopernikus. Torun01CenterWithWall level corr.jpg
1997 K Kreuzritterburg ‎Marienburg (Malbork) Die Marienburg war 1309 bis 1454 Sitz des Deutschritterordens. Danach zerfiel der rote Backsteinbau, er wurde von 1896-1918 renoviert. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie wiederum schwer beschädigt. Sie wurde zum Teil wieder restauriert mit Ausnahme der Marienkirche, die als Mahnmal der Zerstörung erhalten wurde. 2012.05.12 MALBORK (4).JPG
1999 K Wallfahrtsort Kalwaria Zebrzydowska Der Ort in der Woiwodschaft Kleinpolen entstand um 1600 in einer Landschaft, die von dem damals herrschenden Woiwoden nach biblischen Orten benannt wurde. Daraus entwickelte sich eine Wallfahrtsstätte mit etlichen Kapellen und einem Kloster. POL Kalwaria Zebrzydowska.jpg
1999 D "De Revolutionibus Orbium Coelestium", Manuskript von Nikolaus Kopernikus Jagiellonische Bibliothek, Krakau
De Revolutionibus manuscript p9.jpg
1999 D Archivbestände aus dem Warschauer Ghetto Jüdisches Historisches Institut, Warschau
Żydowski Instytut Historyczny Warszawa 015.JPG
1999 D Die Meisterwerke Fréderic Chopins Fryderyk-Chopin-Gesellschaft, Warschau
Chopin Society - panoramio.jpg
2001 K Friedenskirchen in Jawor und Świdnica Der Name bezieht sich auf den Westfälischen Frieden 1648. Danach wurde den Protestanten in Schlesien der Bau von Kirchen erlaubt, die jedoch nicht aus Stein gemauert sein durften. So entstanden die größten Fachwerkkirchen in Europa. Swidnica - Kosciol Pokoju- wnetrze 01.jpg
2003 K Kleinpolnische Holzkirchen Im südlichen Polen, vornehmlich in Kleinpolen, entstanden ab dem 14. Jahrhundert Holzkirchen, ihr Stil reicht von der Gotik über die Renaissance bis hin zum Barock. Zumeist wurden die Kirchen von Adelsfamilien aus Statusgründen gesponsert. Von den etwa 2 Dutzend Kirchen wurden 6 zum Welterbe erklärt. Church of St. Michael in Dębno 2009 (3).jpg
2003 D Erklärung der Konföderation von Warschau 1573 zur Glaubensfreiheit
Konfederacja Warszawska.jpg
2003 D 21 Forderungen von Danzig August 1980, Geburt der Gewerkschaft Solidarność
Strajk sierpniowy w Stoczni Gdańskiej im. Lenina 11.jpg
2004 K Landschaftspark Neißepark (Park Mużakowski), länderübergreifend mit Deutschland, bei Bad Muskau Deutsch-polnisches Kulturerbe auf beiden Ufern der Neiße. Der Park wurde 1815-1844 angelegt. Er besteht auf der deutschen Seite aus Schloss-, Bade- und Bergpark, auf polnischer Seite aus dem Unterpark, einem Arboretum und den Braunsdorfer Feldern. Park Muzakowski2.jpg
2006 K Jahrhunderthalle in Breslau Erbaut wurde die Jahrhunderthalle von 1911 bis 1913 im Zentrum des Messegeländes. Ihre zentrale Kuppel war mit einer Spannweite von 65 m zu jener Zeit weltweit einzigartig Wroclaw - Hala Stulecia z fontanna.jpg
2007 D Codex Suprasiliensis Manuskripte in altkirchenslawischer Sprache, länderübergreifend mit Russland, Nationalbibliothek Warschau
Codex Suprasliensis.jpg
2007 D Archiv der Nationalen Erziehungskommission 1773-94 Krakau
UNESCO-MOW.svg
2009 D Archive des Association Institut Littéraire "Kultura" in Paris (1946–2000)
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2009 D Radziwill-Archive und Sammlung der Bibliothek Njaswisch länderübergreifend (Russland)
UNESCO-MOW.svg
2011 D Archiv des Warschauer Rekonstruktionsbüros Staatsarchiv, Warschau
UNESCO-MOW.svg
2013 K Holzkirchen in Polen und in der Ukraine
länderübergreifend mit der Ukraine
Insgesamt 16 "Tservkas", Holzkirchen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert wurden für das Welterbe ausgewählt. Sie verfügen über hölzerne Glockentürme, ihre Ikonostasen im Inneren sind vielfarbig ausgemalt, sie sind umgeben von Friedhöfen und Torhäusern. Kwiaton 2.jpg
2017 K Silber-Zink-Mine in Tarnowskie Góry und ihre Wasserhaltung Das Silberbergwerk in der oberschlesischen Stadt Tarnowskie Góry wurde um 1526 eröffnet. Um eindringendes Wasser aus der Grube zu pumpen, wurde bereits 1788 eine Dampfmaschine eingesetzt. In der Grube gibt es mehr als 150 km Stollen. Seit 1912 ist das Bergwerk stillgelegt, es dient heute nur noch als Museum. 17-SZYB-SZCZESC-BOZE-02.jpg
2017 N Buchenurwälder und alte Buchenwälder in den Karpaten und anderen Regionen Europas (länderübergreifend mit der Ukraine und Deutschland), Albanien, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Italien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Spanien Die alten Buchenwälder geben Aufschluss über biologische und ökologische Entwicklungen nach der letzten Eiszeit. Magurski Park Narosdowy, Żydowskie.jpg
2019 K Krzemionki: Prähistorisches Bergbaugebiet für gestreifte Feuersteine Die Welterbestätte Krzemionki befindet sich in der Bergregion von Świętokrzyskie, zu ihr gehören vier Abbaugebiete aus der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit (ca. 3900 bis 1600 v. Chr.) Abgebaut wurde gestreifter Feuerstein, der hauptsächlich zur Herstellung von Äxten verwendet wurde. Mit seinen Untertagebauwerken, Feuersteinwerkstätten und rund 4.000 Schächten und Gruben verfügt der Standort über eines der umfassendsten Systeme zur prähistorischen Gewinnung und Aufbereitung von Feuersteinen. Krzemionki Museumsbau.JPG


Nationalparks[Bearbeiten]

Landkarte

siehe auch: Nationalparks

In Polen gibt es 23 Nationalparks, die insgesamt ca. 1% der Fläche des Landes ausmachen. Mit sechs Nationalparks hat Kleinpolen die größte Anzahl an Nationalparks aller Woiwodschaften. Der meistbesuchteste Nationalpark ist der Nationalpark Tatra. Der Eintritt in die meisten Nationalparks ist kostenpflichtig und beträgt umgerechnete ca. EUR 1 bis EUR 2.


Landschaftsschutzparks[Bearbeiten]

siehe auch: Landschaftsschutzparks

In Polen gibt es auch an die hundert Landschaftsschutzparks. Dies sind geschütze Naturräume, bei denen der Naturschutz nicht so strikt gehandhabt wird wie bei Nationalparks und der Schutz der Landschaft im Fordergrund steht. Auch hier gibt es in der Regel eine touristische Infrastruktur mit Wander- und Fahrradwegen. Der Eintritt in die Landschaftsschutzparks ist frei.

Freizeit- und Miniaturenparks[Bearbeiten]

siehe auch: Freizeitparks

siehe auch: Miniaturenparks

In den letzten Jahren sind in Polen einige Freizeit- und Minaturparks entstanden.

Tiergärten[Bearbeiten]

siehe auch: zoologische Gärten

In Polen gibt es einige interessante Tiergärten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Jagiellonenreich um 1500
Polen-Litauen um 1600
Teilungen 1772-1795

siehe auch: Geschichte Polens

Polen geht ursprünglich auf die westslawischen Stämme zurück, die seit dem 7. Jahrhundert zwischen Oder und Weichsel siedelten und ab dem 9. Jahrundert unter die Herrschaft der Polanen gerieten. Polens geschriebene Geschichte beginnt mit der Annahme des lateinischen Christentums durch die polnischen Piasten Mitte des 10. Jahrhunderts und dem Aufstieg des Landes zum Königreich Anfang des 11. Jahrhunderts. Etwas mehr als hundert Jahre später zerfiel im Rahmen des polnischen Partikularismus das Königreich in viele Herzogtümer, die von verschiedenen Linien der Piasten regiert wurden, und nur lose als Seniorat unter dem Herrscher von Krakau vereint waren. In dieser Zeit kamen zahlreiche Siedler aus Deutschland und den Niederlanden sowie auch Juden nach Polen und die Städte sowie der Handel blühten auf. Im 14. Jahrhundert gelang es den beiden letzten Piasten aus der Kujawer Linie, große Teile Polens wieder in einem Königreich zu vereinen und das Land wirtschaftlich und machtpolitisch zu stärken.

Nach dem Tod Kasimir III. des Großen 1370 wurde das Königreich Polen zur Wahlmonarchie, was den Weg zur Entstehnung der Adelsrepublik im 15. Jahrhundert unter den Jagiellonen ebnete, als sich das polnische Dreikammerparlament als Souverän des Staates gegenüber dem König durchsetzte. Nach mehreren immer enger werdenden Unionen mit Litauen seit dem 14. Jahrhundert wurde 1569 in Lublin die polnisch-litauische Adelsrepublik gegründet, einer der größten Staaten des damaligen Europas und neben Vendig, die einzige Republik der frühen Neuzeit auf dem Alten Kontinent. Der Aufstieg zur europäischen Großmacht vollzog sich bereits seit dem frühen 15. Jahrhundert, als es den polnisch-litauischen Jagiellonen gelang, auch die Throne von Ungarn und Böhmen zu besteigen und somit von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und der Adria zu herrschen. Da um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Protestanten, insbesondere die Calvinisten - später Polnische Brüder, die Mehrheit im polnischen Parlament hatten, zwangen sie 1572 dem neu gewählten König aus Frankreich Henri Valois auf, das Tolerenzedikt von Sandomir als Verfassungsrecht der Republik anzuerkennen. Das 16. Jahrhundert gilt daher in der polnischen Kulturgeschichte, als das Goldene Zeitalter, das frühe 17. Jahrhundert als silbernes.

Die Schwäche der republikanischen Staatsform gegenüber den absolutistisch regierten Nachbarstaaten machte sich ab der Hälfte des 17. Jahrhunderts bemerkbar, als die Republik keine schlagkräftige Armee aufstellen konnte, die das Eindringen von fremden Mächten ihr Gebiet verhindern konnte. So wurde Polen-Litauen nacheinander bis zum Jahrhundertende von Kossaken, Schweden, Bradenburgern und Siebenbürger, Russen, Türken und wieder Schweden geplündert. Schließlich geriet die Republik im 18. Jahrhundert vollkommen unter russischen Einfluss, als die Zaren durch Korruption und Gewalt das polnisch-litauische Parlament lahmlegten. Die Reformbewegung im Geiste der Aufklärung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter dem letzten polnisch-litauischen König Stanislaus II. August fruchtete zwar in der Annahme der ersten modernen Verfassung Europas 1791, doch beendeten die Teilungen Polen-Litauens den Reformprozess.

Auch nach dem Wiener Kongress entstand Polen nur als Vasallenstaat Russland, dessen Autonomie schrittweise im 19. Jahrhunderts abgeschafft wurde. Erst nach dem Ersten Weltkrieg erlangte Polen als Zweite Republik für zwanzig Jahre die Unabhänigkeit, bevor es im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts erneut geteilt wurde. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Polen als Volksrepublik ein Vasallenstaat der Sowjetunion, der erst nach deren Zerfall seine Unabhängigkeit wieder erlangte. Die Dritte Polnische Republik trat 1997 der NATO und 2004 der Europäischen Union bei. Die wirtschaftliche Krise der 1980er und insbesondere 1990er Jahre scheint überwunden zu sein und Polen erlebt seit dem Beitritt zur EU ein kleines Wirtschaftswunder mit der geringsten Arbeitslosenquote seit 30 Jahren (3,7% gemäß Eurostat) und einer der höchsten Wirtschaftsleistung (4,5% jährliches Wirtschaftswachstum) unter den Staaten der Europäischen Union (Stand Sommer 2019).

Anreise[Bearbeiten]

Seit dem 21.12.2007 gehört Polen zu den Staaten des Schengener Abkommens. Damit entfallen die Grenzkontrollen an den Binnengrenzen zwischen Polen und anderen Mitgliedsstaaten der EU. Für EU-Bürger ist der Personalausweis als Einreisedokument ausreichend.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Flughäfen (2016)

Der Luftverkehr in Polen erfuhr in den 1990er Jahren eine Privatisierungswelle. Die Anzahl der Flugbewegungen stieg von 1995 bis 2000 um 17 Prozent, das Fluggastwachstum um etwa zwölf und das Frachtgutwachstum um etwa zehn Prozent. Im Jahr 2018 sind die Passagierzahlen um 14,3 % auf über 45,7 Mio Fluggäste gewachsen.

Die größte Fluggesellschaft ist die LOT, die im Codesharing mit der Lufthansa polnische Flughäfen aus Deutschland anfliegt. Auch Low-cost-carrier wie WizzAir, Easyjet, Eurowings oder Ryanair fliegen polnische Flughäfen an.

Der mit Abstand größte und bedeutendste Flughafen Polens ist der Frédéric-Chopin-Flughafen Warschau (WAW), gefolgt von denen in Krakau und Danzig.

Stadt IATA-Flughafencode ICAO-Flughafencode Passagiere (2018) Web
Warschau WAW EPWA 17.737.231 [1]
Krakau KRK EPKK 6.759.683 [2]
Danzig GDN EPGD 4.966.949 [3]
Kattowitz KTW EPKT 4.825.845 [4]
Breslau WRO EPWR 3.293.948 [5]
Warschau WMI EPMO 3.080.699 [6]
Posen POZ EPPO 2.465.418 [7]
Rzeszów RZE EPRZ 769.475 [8]
Stettin SZZ EPSC 598.663 [9]
Lublin LUZ EPLB 454.103 [10]
Bydgoszcz BZG EPBY 398.066 [11]
Łódź LCJ EPLL 217.426 [12]
Allenstein SZY EPSY 117.102 [13]
Grünberg IEG EPZG 21.269 [14]
Radom RDO EPRA
Summe - - 45.705.877

Quelle: https://www.ulc.gov.pl/pl/regulacja-rynku/statystyki-i-analizy-rynku-transportu-lotniczego/3724-statystyki-wg-portow-lotniczych

Mit der Bahn[Bearbeiten]

EIP-, EIC und Eurocity-Netz in Polen (2015)
Intercity- und Eurocity-Netz in Polen (Stand 2018).

Das direkte Anreisen mit der Bahn ist von Deutschland und Österreich problemlos möglich. Das Schienennetz ist sehr dicht und beträgt 22560 km. Betrieben werden Fernzüge von der Staatsbahn PKP (Polskie Koleje Państwowe). Das Schienennetz ist sternartig mit Warschau als Mittelpunkt angelegt. Weitere wichtige Verkehrsknotenpunkte sind Posen, Danzig, Stettin, Breslau, Katowice und Krakau. Von Warschau nach Katowice/Krakau sowie nach Posen, Łódź und Breslau existiert eine Neubaustrecke (CMK). Die wichtigsten Städte werden durch InterCity-Züge miteinander verbunden, in den genannten großstädtischen Agglomerationen existieren S-Bahn-ähnliche Vorortszugsysteme. Bahnfahren in Polen ist sehr preisgünstig.

Direktverbindungen mit Warschau:
(Stand Winterfahrplan 2018/9.)

  • Berlin, reservierungspflichtiger EuroCity „Berlin-Warszawa-Express,“ täglich, 6-7 Std.
  • Wien, drei Züge direkt tagsüber, ein Nachtzug mit Umsteigen in Kattowitz.
  • Prag, vier Direktzüge, nur tagsüber, 8-9 Std.
  • Budapest, Nachtzug nach Budapest-Keleti, Umstieg in Krakau 13 Std., tagsüber reservierungspflichtig nach Budapest-Keleti in 10 Std. 20.
  • Kiew, drei Züge tagsüber mit Umsteigen in Przemyśl, 16 Std. Direkter Nachtzug, 17 Stunden.
  • Lemberg, Nachtzug, 23 Stunden.
  • Moskau, je ein Schlafwagenzug zwischen Warszawa Centralna bzw. Warszawa-Wschodnia ↔ Moskva Belorusskaja, je 19 Std.
Grenzüberschreitender Nahverkehr

Für folgende Strecken gelten Festpreise (nur 2. Klasse; 2018):
Szczecin Główny - Grambow = 10,00 zł / 2,50 €
Szczecin Główny - Tantow = VBB-Tarif
Słubice - Frankfurt (Oder) = 4,00 zł / 1,00 €
Aufstiege - Forst (Lausitz) = 4,00 zł / 1,00 €
Zgorzelec - Görlitz = 0,00 zł / 0,00 €.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Zahlreiche Busunternehmen bieten Verbindungen nach Polen von Deutschland und Österreich mit dem Omnibus an, z.B. Sindbad, Eurolines, Touring, Omnia. Dem in Polen trotz wachsendem Individualverkehr immer noch sehr bedeutsamen öffentlichen Verkehr dient ein ausgedehntes Überlandbusnetz. Neben den staatlichen Buslinien PKS gibt es ein zahlreiches Angebot an privaten Anbietern. Das Reisen mit dem Bus ist eine der preisgünstigsten Möglichkeiten Polen zu erkunden.

Einige Buslinien:

  • PEKAES gehört zu Eurolines (fährt aus: A, BY, B, HR, CZ, DK, GB, EST, F, D, GR, NL, I, LV, LT, N, RUS, E, S, CH, UA), Tel: 0048 22 6269352, 0048 22 6522321, Online-Reservierung möglich
  • Orbis (fährt aus: B, BG, F, GR, E, NL, D, CH, GB), 0048 22 6227356, 0048 22 5001500, 0048 22 5001550
  • Polka Service (fährt aus: F), 0048 22 8275050
  • Gullivers (fährt aus: D), Tel. aus Deutschland 0 30 31102110, Intl 0080048554837
  • Visitor (fährt aus London)
  • PPKS Warszawa 0048 22 7208383 (fährt aus: BG, D, LT, S, UA)

Auf der Straße[Bearbeiten]

Autobahn- und Schnellstraßennetz
  • in Betrieb
  • in (Aus)Bau
  • in Planung
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen in Polen

    Das Straßennetz verfügt über eine Gesamtlänge von 364.697 km. Dabei sind mittlerweile fast alle geplanten Autobahnen vorhanden. Die Schnellstraßen sind entweder vierspurig oder so breit, dass LKW auf die Kriechspur am Seitenstreifen ausweichen können, um ein Überholen auch bei Gegenverkehr zu ermöglichen. Die kleineren und kleinsten Landstraßen sind manchmal recht holprig und es fehlt gelegentlich die Mittelmarkierung. Hier gilt es sich entsprechend anzupassen.

    Im Polen besteht keine Vignettenpflicht für Pkws. Einige Autobahnabschnitte sind jedoch mautpflichtig. Die Maut wird an Zahlstellen bei der Auf- bzw. Abfahrt von der Autobahn cash oder per Karte erhoben. In der Regel kann man die mautpflichtigen Strecken umfahren, was sich jedoch in den seltensten Fällen lohnen wird. Zum einen ist die Maut in Polen verhältnismäßig niedrig, zum anderen verliert man durch das Umfahren viel Zeit und Kraftstoff. Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t Gesamtgewicht müssen zusätzlich eine Box mit sich führen und auch auf mautfreien Straßen eine Maut entrichten.

    Vorhandene Autobahnen

    • A1 - ist fast fertig, es wird noch an einem Verbindungsstück bei Tschenstochau gebaut. Geplante Strecke: Danzig - Łódź - Gleiwitz - Ostrava. Einige Abschnitte sind mautpflichtig.
    • A2 - ist von Frankfurt/Oder über Posen bis nach Warschau fertig, an dem Warschauer Südring wird gebaut (Stand 2019), der Abschnitt von Warschau zur weißrussischen Grenze bei Brest ist noch in Planung. Fast die gesamte Autobahn ist mautpflichtig.
    • A4 - ist fertig. Strecke: Görlitz - Bunzlau - Breslau - Oppeln - Gleiwitz - Kattowitz - Krakau -Tarnów - Rzeszów - Przemyśl. Einige Teile der Autobahn sind mautpflichtig.
    • A6 - ist fertig. Stettiner Südring. Ist nicht mautpflichtig.
    • A8 - ist fertig. Breslauer Südring. Ist nicht mautpflichtig.
    • A18 (Früher A12) - ist fertig, die südliche Spur ist aber reparaturbedürftig. Strecke Forst - Bunzlau, größtenteils als Schnellstraße N18 beschildert und nicht mautpflichtig.

    An den EU-Außengrenzen mit Russland, Weißrussland und der Ukraine muss unter Umständen mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Die aktuellen Wartezeiten lassen sich auf Moto Portal (Czas oczekiwania na przejściach) (wjazd = Einfuhr , wyjazd = Ausfuhr, osobowe - PKW, autob. - Bus, ciężarowe - Lkw) finden.

    Die Verkehrsregeln entsprechen in etwa denen in den deutsprachigen Ländern. Geschwindigkeitsbegrenzungen: 50/90/120/140 (Stadt/Außerorts/richtungsgetrennte Schnellstraße/Autobahn). Promillegrenze: 0,2. Es muss auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden. Benzin und Diesel sind günstiger als in deutschsprachigen Ländern. An fast allen Tankstellen kann auch mit der Kreditkarte bezahlt werden. Der Verkehr in Polen ist – verglichen mit Deutschland – dünn, die Fahrweise aber ruppiger.

    Mit dem Schiff[Bearbeiten]

    In Polen gibt es 3812 km befahrbare Wasserstraßen. Die wichtigsten Seehäfen Polens befinden sich in Danzig, Gdingen, Swinemünde und Stettin.

    Es bestehen folgende regelmäßigen Fährverbindungen:

    • Danzig nach Nynäshamn (bei Stockholm)
    • Gdynia nach Helsinki, Oxelösund und Malmö
    • Swinemünde nach Kopenhagen, Malmö, Rønne (nur im Sommer) sowie Ystad

    Einige Beispiele:

    Mobilität[Bearbeiten]

    Flugverkehr[Bearbeiten]

    Inlandsflüge (2019)

    Polnische Inlandsflüge werden von LOT und Ryanair angeboten. Zwischen Krakau sowie Allenstein, Danzig und Stettin einerseits und zwischen Breslau und Danzig andererseits gibt es Direktflüge. Ansonsten muss man in Warschau umsteigen, das mit allen anderen Regionalflughäfen, die Inlandsflüge anbieten, mit Ausnahme Allensteins direkt verbunden ist.

    Mit der Bahn[Bearbeiten]

    Die Bahn ist in Polen ein gutes Fortbewegungsmittel, da ein relativ dichtes Schienennetz besteht. Es gibt die sehr langsamen Regionalbahnen der POLREGIO, für die man mehr Zeit einplanen muss als beispielsweise in Deutschland. Es ist aber schon ein Erlebnis, damit einmal zu fahren. Für einige Zugklassen (Express, EC, IC), betrieben von PKP, besteht Reservierungspflicht. Fahrkartenautomaten sind die Ausnahme; an den meisten Bahnhöfen werden Tickets am Schalter verkauft. Der Fahrpreis ist stark vom Zugtyp abhängig. Die 320 Kilometer lange Strecke von Warschau nach Krakau kostet im Regionalzug 52,60 zł, im TLK, einer Art Billig-Schnellzug, 60 zł und im Intercity 127 zł.
    Als an Werktagen nutzbare Variante gibt es das personalisierte „REGIOKarnet“ - damit kann man zum Preis von 75 zł an drei frei wählbaren Kalendertagen innerhalb von zwei Monaten unbegrenzt mit Regionalzügen der Typen Regio, Arriva RP, KS, KW, KMŁ und ŁKA fahren (nicht KD). Insbesondere für Senioren lohnt sich die „Regio Karta“ - damit kann man ein Jahr lang mit 30 % Ermäßigung in Regionalzügen fahren. Der Normalpreis von 175 zł lohnt sich für Touristen eher nicht, Senioren (ab 60 Jahre) erhalten die Karte jedoch für 59 PLN und auch sonst ein Viertel Nachlaß auf Einzelfahrten.

    Wochenendtickets

    Personengebundene Wochenendtickets gelten von Freitag 19.00 bis Montag 6.00 Uhr (bei langen Wochenenden inklusive des zugehörigen Feiertags). Dabei gibt es mehrere Arten.
    In PKP-Fernzügen der Arten TLK, IC, EIC kauft man das Bilety weekendowe. Es kostet 2019 in II. Klasse 81,00 zł, in I: 110,00 zł. Will man sämtliche Schnellzüge benützen, zusätzlich zu den genannten noch EIP, braucht man das Bilety weekendowe max für 164,00 bzw. 264 zł.
    Nur in Regionalzügen, der Typen Regio, Arriva RP, KD, KS, KW, KMŁ und ŁKA (um Łódź, ohne „Sprinter“) gilt das Bilet Turystyczny für 45 zł.

    Busse[Bearbeiten]

    Günstig sind auch die Omnibusanbieter. Tickets kann man in der Regel direkt beim Fahrer kaufen. In Touristengebieten gibt es sehr viele Unternehmen, die kürzere Fahrten mit Kleinbussen anbieten, wobei der Preis ca. 1 Euro pro Person beträgt.

    PKW[Bearbeiten]

    Es besteht ein gutes Netz an Fernstraßen - meist im Rang einer Nationalstraße (rote Nummern). Auch die Woiwodschaftsstraßen (gelbe Nummern) und die regionalen Straßen haben meist einen guten bis akzeptablen Ausbauzustand. Einige Autobahnen sind mautpflichtig. Vorsicht: innerorts bestehen differenzierte Tempolimits; wenn nicht anders angegeben, gilt tagsüber Tempo 50. Es sind sehr viele Geschwindigkeitsmessanlagen installiert, hinzu kommen häufig auch mobile Überwachungen. Es muss ganztags mit Abblendlicht gefahren werden. Parkkrallen bei Parkverstößen sind üblich. Es wird Kartenmaterial bis 1:250.000 empfohlen; der Straßenzustand (befestigt / unbefestigt) sollte erkennbar sein.

    Im Web kann man lesen, dass an kleinen, unabhängigen Tankstellen gelegentlich Vorsicht geboten sei, weil der Sprit angeblich gepanscht ist und von Touristen Phantasiepreise verlangt werden. Ob man solchen Geschichten glaubt oder nicht: große Tankstellen mit bekannten Markennamen bieten den Vorteil, dass man mit Eurocard oder Kreditkarte (Visa) bezahlen kann. Wenn man in der Tankstelle Bargeld einer Fremdwährung (z.B. Euro) auf den Tisch legt, läuft man auf jeden Fall Gefahr, keinen guten Wechselkurs zu erhalten.

    Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

    Radweg auf den Weichsel-Boulevards in Warschau
    • Radwege in den Städten sind die Ausnahme, häufig weichen Radfahrer auf die Bürgersteige aus.
    • Radwanderrouten sind häufig über Nebenstraßen und über unbefestigte Wege, die bei Regen verschlammen können, ausgewiesen. Radwanderern werden Karten mit Maßstab bis 1:50.000 empfohlen.
    • Tourenfahren erfreut sich in Polen zunehmender Beliebtheit, vor allem auch bei einheimischen Fahrern. Ein erster nationaler Fernradweg ist fertiggestellt und weitere sind in Vorbereitung. (Stand 2017)
    • Die Ersatzteilversorgung mit gängigem Material ist durchgehend sichergestellt, in größeren Städten ist ein Unterschied zur Versorgung in Westeuropa nicht mehr feststellbar. Dienstleistungen sind geringfügig günstiger als in Deutschland, Teile in etwa gleich teuer. Findige polnische Monteure neigen dazu, für jedes Problem eine Lösung zu suchen und meist auch zu finden.
    • Die Akzeptanz von Radfahrern hat sich in den letzten 20 Jahren (Stand 2017) deutlich verbessert, was trotz deutlich gestiegener Verkehrsdichte zu entspannterem Fahren auch in Großstädten führt.
    • Alkohol ist auch Radfahrern vollständig verboten. Es werden Strafen verhängt, die denen für Kraftfahrer entsprechen.

    Sprachen[Bearbeiten]

    Die offizielle Amts- und Landessprache ist Polnisch. Viele Menschen sprechen Dialekte, wie Schlesisch, Kaschubisch, Großpolnisch, Kleinpolnisch oder Masowisch. Die Dialekte des Polnischen unterscheiden sich jedoch nicht gravierend, so dass sich ihre Sprecher untereinander problemlos verstehen können. Hochpolnisch wird jedoch von fast allen Bewohnern Polens verstanden und gesprochen.

    Die meisten Polen beherrschen als Zweitsprache Englisch auf hohem Niveau. Gemäß dem English Proficiency Index 2018 belegen die Polen den 13. Platz weltweit unter den Völkern mit den besten Englischkenntnissen. Die Deutschen belegten im gleichen Ranking Platz 10, die Österreicher Platz 12 und die Schweizer Platz 15. Es ist in Polen kein Problem mit Englisch zurecht zu kommen.

    Die meisten Polen, die im Touristmussektor arbeiten, sprechen neben Englisch regelmäßig eine weitere Fremdsprache wie Französisch, Deutsch, Spanisch oder Russisch. Da viele Polen einen längern Lebensabschnitt im Ausland verbracht haben, findet man im Land relativ viele Personen, die zum Beispiel skandinavische Sprachen oder Sprachen des Benelux gut beherrschen.

    Es ist hilfreich, wenn man Grundlegendes wie „danke“, „die Rechnung bitte“ und „es hat gut geschmeckt“ auf Polnisch sagen kann.

    Aktivitäten[Bearbeiten]

    • Sightseeing: Trotz der zahlreichen Kriege sind in Polen viele Baudenkmäler erhalten oder wurden liebevoll rekonstruiert. Burgen, Schlösser und Paläste laden zum Besichtigen ein. Im Norden dominiert die Backsteingotik, zum Beispiel der Ordensburgen der Kreuzritter, im Süden die eher die Spätgotik, Renaissance und der Barock, zum Beispiel der Adlerhorst- oder Dunajec-Burgen. Schließlich finden sich zahlreiche Schlösser des Historismus im Hirschberger Tal und ganz Schlesien.

    siehe auch Burgen und Schlösser in Polen

    siehe auch Ordensburgen

    siehe auch Adlerhorst-Burgen

    siehe auch Dunajec-Burgen

    siehe auch Burgen und Schlösser im Hirschberger Tal

    • Radfahren: In Polen gibt es ein Netz von relativ gut ausgeschilderten Radwanderwegen. Viele Radrouten führen entlang von Flüssen, haben entsprechend geringe Steigungen und sind auch für Familien mit Kindern geeignet. Die Qualität von Radwegen und ihrer Beschilderung ist auf den einzelnen Fernradwegen unterschiedlich.

    siehe auch Radfernwege in Polen

    siehe auch Schutzhütten in Polen

    siehe auch Berge in Polen

    siehe auch Masurische Kanäle

    siehe auch Skigebiete in Polen

    siehe auch Kurorte in Polen

    • Badeurlaub: Polen verfügt über einen über 500 km langen feinen Sandstrand an der Ostsee, der zum Sonnenbaden, Strandspaziergängen und Wassersport einlädt. Basen kann man aber auch an den zahlreichen polnischen Seen, den Seenplatten im Norden und Westen oder den Stauseen in den Gebirgen.

    siehe auch Seebäder und Badeorte in Polen

    Kaufen[Bearbeiten]

    siehe auch Złoty

    Die Landeswährung ist der Złoty (PLN), ausgesprochen eher als Zwoty. Ein Euro entspricht in etwa 4,36 PLN, ein CHF ca. 4,00 PLN (Stand September 2019). Es gibt ausreichend Wechselstuben in den Großstädten, die polnische Bezeichnung hierfür ist "Kantor". Insbesondere an Flughäfen sollte man auf den angewandten Kurs achten, deren Raten sind für den Kunden oft ungünstig.

    Meist ist der Bezug am Geldautomaten (Bankomat) mit Maestro oder ausgewählten Kreditkarten sinnvoll. Achtung, wenn während des Dialogs die sofortige Umrechnung in Euro angeboten wird: Bei dieser Variante wird praktisch immer ein ungünstiger Umrechnungskurs zu Lasten des Kunden angewandt.

    Viele Geschäfte in den Großstädten sind für polnische Verhältnisse recht teuer, aber immer noch günstiger als in Westeuropa. Auf Märkten und in kleineren Städten kann man aber immer ein paar Schnäppchen ergattern. Benzin, Tabakwaren, einheimischer Alkohol, Medikamente und Lebensmittel sind bedeutend günstiger als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das gleiche gilt für Restaurants, Cafes, Kneipen, Hotels und Dienstleistungen. In Polen gab es lange Zeit keine Ladenöffnungszeitbeschränkungen. Inzwischen wurde der Verkauf an Sonntagen in großen Supermärkten beschränkt. Für Tante-Emma-Läden gilt weiterhin kein Landenschlussgesetz. Ob man im Supermarkt mit der Kreditkarte zahlen kann, erkennt man daran, ob an der Kasse ein Lesegerät vorhanden ist.

    Küche[Bearbeiten]

    Jahrmarkt in Sanok
    Piroggen
    Borschtsch mit Uszka
    Obwarzanek
    Obwarzanek

    Polnische Küche[Bearbeiten]

    siehe auch: Polnische Küche

    Die polnische Küche hat viele Spezialitäten zu bieten. Sie ist köstlich, aber sehr fleischlastig und fett. Polen hat viele Wälder und Gewässer, daher findet man oft frische Pilze, Waldfrüchte, Fisch und Wild auf dem Tisch. Regionale Künchen haben insbesondere die Kaschuben, Schlesier, Goralen und Lemken.

    siehe auch: KaschubischeKüche

    siehe auch: Schlesische Küche

    siehe auch: Goralische Küche

    siehe auch: Lemkische Küche

    Fleischgerichte[Bearbeiten]

    Polnische Fleischprodukte - insbesondere die vielen verschiedenen Wurstsorten - genießen weltweit hohes Ansehen. Zu nennen ist hier vor allem die Krakauer, Saybuscher, Kabanos, Goralenwurst, Jägerwurst, Blutwurst Kaszanka etc. Weitere traditionelle Freischgerichte in Polen sind das Eisbein, Braten nach Wildart, Husarenbraten, Hase in Sahne, Fasan altpolnischer Art, Rippchen in Honig, Ente mit Äpfeln, Römerbraten, Schweinekotelett, Pulpety, Zrazy oder Gołąbki. Der Bigos gilt als polnisches Nationalgericht schlechthin.

    Fischgerichte[Bearbeiten]

    An der Ostsee wird gerne Hering und Dorsch gegessen. Karpfen, Schleihe, Forelle und Flußkrebs werden in Südpolen gerne angeboten. In den Seengebieten herrschen Wels, Zander, Hecht, Aal, Flussbarsch und Brachse vor. Beliebte Fischgerichte sind Gewürzheringe, gehackten Heringsfilets, Karpfen Warschauer Art, Karpfen jüdischer Art, Zander polnischer Art, Fisch masurischer Art, Fisch tatarischer Art und Fisch griechischer Art.

    Teigwaren[Bearbeiten]

    Zu den polnischen Nationalgerichten zählen Piroggen sowie die litauischen Piroggen Kołduny, die Kartoffelklöße Pyzy, Knödel, Eierpfannkuchen, Hefepfannkuchen, polnisches Omelett, Mohnnudeln, Kopytka, schlesische Klöße, Kroketten, Kołaczyki sowie Uszka.

    Suppen[Bearbeiten]

    Insbesondere im Winter essen die Polen sehr gerne Suppen. Borschtsch, Żurek, Flaczki, Czernina, Botwina, Hühnerbrühe, Pilzsuppe, Tomatensuppe, Gurkensuppe, Sauerampfersuppe, Sauerkrautsuppe und Graupensuppe sind sehr beliebt. Zur warmen Jahreszeit isst man gerne kalt servierte Suppen, wie die Heidelbeersuppe.

    Gebäck[Bearbeiten]

    Hervorragend und sehr günstig ist auch das umfangreiche Sortiment an Brot und Brötchensorten (z.B. polnisches Zwiebelbrötchen "Cebularz"). Der Obwarzanek und der Bagel stammen aus Krakau. Podpłomyk, eine Art Flammkuchen, und Zapiekanka sind mittlerweile in ganz Polen beliebt.

    Michprodukte[Bearbeiten]

    Insbesondere in den Bergen sind viele Käsearten verbreitet. Der Hüttenkäse Oscypek und die Bryndza sind vor allem in der Tatra erhältlich. Ostsee-Käse und Zamość-Käse sind ebenfalls regionale Produkte. Der Weißkäse und Quark wird überall in Polen gegessen.

    Süßwaren[Bearbeiten]

    Kuchen sind in Polen sehr beliebt. Zu den begehrtesten Arten gehören der Käsekuchen, Apfelkuchen, Mohnkuchen, Mazurek, Babka, Placek, Kołacz, Krapfen, Windbeutel, Krówki. Eine Thorner Spezialität sind die Lebkuchen Katarzynki. Aus Posen stammen die Martinshörnchen Rogal świętomarciński und aus Schlesien die Streuselkuchen Kołocz śląski und die Schmalzringe Begle. Die Kaschuben essen gern die Hefepfannkuchen Ruchanki und die Stettiner die Hefepastete Pasztecik szczeciński.

    Getränke[Bearbeiten]

    Bierkeller in Cieszyn
    Polnische Weine
    Markt in Wisła mit Trinkhonig

    Als nichtalkoholisches Getränk wird in Polen gerne Kompott oder Saft getrunken.

    Biere[Bearbeiten]

    siehe auch: Bier in Polen und Brauereien in Polen

    Zu den bekanntesten polnischen Bieren zählen Żywiec (aus Żywiec), Żubr (aus Białystok), Lech (aus Posen), Tyskie (aus Tychy), Warka (aus Warka), Leżajsk (aus Leżajsk), Okocim (aus der Nähe von Krakau), EB (aus Elbing), Bosman (aus Stettin) und Piast (aus Breslau). Die meisten polnischen Biermarken gehören zu weltweit agierenden Brauereikonzernen wie Heinecken oder Carlsberg.

    Wein[Bearbeiten]

    siehe auch: Weinbau in Polen

    Polen hat eine lange Weintradition, die ins Mittelalter zurückreicht, jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde. Mittlerweile werden insbesondere im Süden des Landes wieder vermehrt Weinberge angelegt. Zu den bedeutendsten Weinanbaugebieten zählen Lebus (hier vor allem Zielona Góra), Kleinpolen und insbesondere das Karpatenvorland.

    Trinkhonig[Bearbeiten]

    siehe auch: Trinkhonig in Polen

    Trinkhonig ist eine altpolnische Spezialität. Der süße Honigwein kann fast überall erworben werden. Viele Imker stellen diesen auch selbt her.

    Nalewka[Bearbeiten]

    siehe auch: Nalewka in Polen

    Eine polnische Spezialität sind Nalewkas, Hochprozentige mit Obstgeschmack.

    Wodka[Bearbeiten]

    siehe auch: Wodka in Polen

    Polen ist das Ursprungsland des Wodka, der hier erstmals um die Jahrhundertwende zum 14. Jahrhundert erwähnt worden ist. Der Wodka wird entweder klar (z.B. Wyborowa) oder mit Aromen (z.B. Żubrówka, wird als "Grasowka" exportiert; Żołądkowa) angeboten.

    Restaurants[Bearbeiten]

    Auf das Wierzynek-Fest von 1364 soll das gleichnamige älteste Restaurant Polens zurückgehen.

    In polnischen Bewirtungsbetrieben sind meistens Fischgerichte und Geflügelgerichte preiswerter als Gerichte mit Schweine- und Rindfleisch. Häufig finden sich Gerichte aus Entenfleisch auf den Speisekarten. "Kotlet" sind Schnitzel. Lebensmittel und Restaurantbesuche sind in Polen sehr preiswert. Zu den besten Restaurants gehören Wierzynek (bereits 1364 königlich bewirtend) in Krakau und Belweder in Warschau. Gleichwohl wird dort zu erschwinglichen Preisen gekocht. Wer es wirklich spottbillig haben möchte, der geht in eine der Milchbars (Bar mleczny), dort wird man auch für einen Euro richtig satt und das Essen muss nicht unbedingt vom Schlechtesten sein.

    Auch in Polen wird internationale Küche geboten, jedoch anders als in Westeuropa oft von Einheimischen. In einer Pizzeria wird also oft kein Italienisch verstanden, und in einer Dönerbude kein Türkisch. Besonders in größeren Restaurants sind Speisekarten meist zweisprachig polnisch-englisch, manchmal auch auf deutsch. Das gilt selbst für kleinere Orte. In den meisten Restaurants kann oft auch mit einer Kreditkarte bezahlt werden. Im Zweifelsfall kann man vorab die Zahlung mit Kreditkarte anbieten um zu klären, ob diese akzeptiert wird.

    Nachtleben[Bearbeiten]

    Gut ausgehen kann man vor allem in den großen Städten. Allen voran sind hier Warschau, Krakau und Łódź zu erwähnen. Insbesondere Krakau dürfte sich als Stadt mit ca. 15000 Studenten und hunderten von Kneipen, Kellern, Bars in der Altstadt und im jüdischen Viertel Kazimierz einen Namen als europäische Top-Destination in Bezug auf das Nachtleben gemacht haben. Am Marktplatz - dem größten mittelalterlichen der Welt - dürfte sich wohl nur schwer ein nicht unterkellertes Gebäude mit einer Kneipe oder Disco finden lassen. Teilweise dient auch das edle Pflaster des "Rynek" als Tanzfläche. Warschau und Łódź können dagegen mit großen Diskos und Tanzpalästen aufwarten. Aber auch in der Warschauer Altstadt und um den Łazienki-Park gibt es sehr gute Ausgehmöglichkeiten. Die Preise sind für westeuropäische Verhältnisse sehr moderat. Auch andere Studentenstädte, wie Breslau, Posen, Danzig, Stettin, Toruń, Lublin und Kattowitz haben ein intensives Nachtleben.

    Unterkunft[Bearbeiten]

    Jugendherbergen und Wanderhütten werden z.B. von PTTK betrieben. Diese sind meistens relativ groß und anonym, oft mit nach Geschlechtern getrennten Zimmern. Wichtig: Die JHs schließen sehr früh am Abend (selbst in Warschau spätestens 23 Uhr) und sind auch tagsüber geschlossen (meist 10-16 Uhr). Oft können Ausnahmeregelungen mit dem Personal vereinbart werden. Es gibt auch Youth Hostels, die durchgehend offen haben. Campingplätze gibt es im ganzen Land. Aber auch wildes Zelten wird geduldet. Auch an luxuriösen Hotels und Schlosshotels mangelt es nicht. Die polnische Vereinigung der Jugendherbergen PTSM ist unter Tel.: (0048-22) 8498128, 8498363; tel./fax: 8498354 und hostellingpol.ptsm@pro.onet.pl erreichbar.

    Obwohl die Verwendung von Kreditkarten auch in Polen zunehmend gebräuchlich wird, wird in manchen Hotels auch heute noch nur Bargeld akzeptiert. Am besten, man fragt gleich bei der Buchung, welche Zahlungsmittel willkommen sind.

    Die Netzspannung entspricht der in Deutschland. Polnische Steckdosen sind fast wie deutsche geformt, haben jedoch einen zusätzlichen, aus der Steckdose herausragenden Erdungskontakt. Schukostecker (Rundstecker) passen darum nicht. Eurostecker (Flachstecker) dagegen können problemlos verwendet werden.

    Lernen[Bearbeiten]

    Bildung beginnt in Polen schon ab dem dritten Lebensjahr mit einer verpflichtenden Vorschule, bevor die Schüler*innen über eine achtjährige Grundschule und ein anschließendes dreijähriges Gymnasium an eine weiterführende Schule der drei Modelle Lyzeum, profiliertes Lyzeum und Technikum gehen. Die beiden letzteren Schultypen unterscheiden sich dadurch vom Lyzeum, dass hier ein vertiefender Fokus auf Berufsorientierung bzw. -ausbildung gelegt wird.

    Polnische Hochschulen pflegen Austauschprogramme, z.B. Erasmus, mit Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die älteste Universität Polens und zweitälteste Mitteleuropas ist die Jagiellonen-Universität in Krakau von 1364. Auf internationaler Ebene spielen polnische Hochschulen jedoch keine besonders große Rolle (vgl. CHE-Raanking). Während Polnischkurse für Ausländer von verschiedenen Veranstaltern (auch Hochschulen) in mehreren Städten, z.B. in Krakau und Warschau, angeboten werden, sind die Fremdsprachenkenntnisse der Polen im Mittel relativ überschaubar. Die am häufigsten gelernte erste Fremdsprache ist Englisch, wenn eine zweite Fremdsprache gelernt wird, ist Deutsch neben Russisch weit verbreitet.

    Die Wissenschaft hat in Polen eine schwierige Geschichte:

    • Zum einen war es ein Hauptziel der Nazis, Intelligenz auszuschalten und dadurch inneren Widerstand aus Polen zu verhindern. Deshalb wurden Professoren verhaftet und der Schulbesuch für alle Kinder unterbrochen.
    • Zum anderen litt das Bildungssystem auch unter der Sowjet-Zeit stark, sodass Bildungsreformen ab 2000 nötig wurden und es bis heute schaffen, die Bildung und Forschung in Polen voranzutreiben. Dagegen an geht nun aber die aktuelle Regierung, die durch ihr Holocaust-Gesetz eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Geschichte verhindert.

    In der DAAD-Bildungssystemanalyse für Polen sind viele interessante Kennzahlen zum polnischen Hoschschul- und Bildungssystem mit den Vergleichswerten zu Deutschland aufgeführt, die die Unterschiede zwischen beiden Ländern noch einmal verdeutlichen.

    Arbeiten[Bearbeiten]

    Arbeiten in Polen für EU-Ausländer ist grundsätzlich problemlos möglich, soweit dies auf Gegenseitigkeit beruht. Deutsche Muttersprachler werden gerne als Sprachlehrer angestellt und haben auf diesem Markt recht gute Chancen. Daneben ist es nicht einfach Gelegenheitsjobs zu bekommen, wenn man nicht Polnisch spricht. Das Ableisten des Zivildienstes in Polen ist möglich.

    Feiertage[Bearbeiten]

    Nächster Termin Name Bedeutung
    Mittwoch, 1. Januar 2020 Nowy Rok Neujahr
    Montag, 6. Januar 2020 Święto Trzech Króli Heilige Drei Könige
    Sonntag, 12. April 2020 Pierwszy dzień Wielkanocy Ostersonntag
    Montag, 13. April 2020 Drugi dzień Wielkanocy Ostermontag
    Freitag, 1. Mai 2020 Święto Państwowe Tag der Arbeit/Maifeiertag
    Sonntag, 3. Mai 2020 Święto Narodowe Trzeciego Maja Tag der Verfassung vom 3. Mai 1791
    Sonntag, 31. Mai 2020 Pierwszy dzień Zielonych Świątek Pfingsten
    Donnerstag, 11. Juni 2020 Dzień Bożego Ciała Fronleichnam
    Samstag, 15. August 2020 Wniebowzięcie Najświętszej Maryi Panny Maria Himmelfahrt
    Freitag, 1. November 2019 Wszystkich Świętych Allerheiligen
    Montag, 11. November 2019 Narodowe Święto Niepodległości Tag der Unabhängigkeit im Jahr 1918
    Mittwoch, 25. Dezember 2019 Pierwszy dzień Bożego Narodzenia Weihnachten
    Donnerstag, 26. Dezember 2019 Drugi dzień Bożego Narodzenia Weihnachtsfeiertag

    In Polen wird Weihnachten Boże Narodzenie in der Großfamilie gefeiert. Das Weihnachtsessen am Heiligabend Wigilia Bożego Narodzenia beginnt erst, wenn der erste Stern am Himmel steht. Es wird grundsätzlich immer ein Gedeck mehr als benötigt aufgelegt, für einen unerwarteten Besucher, als Zeichen der Gastfreundschaft. Auf jedem Platz liegt eine Oblate meist mit einem Heiligenbild bedruckt. Vor dem Essen geht jeder reihum und gibt den Familienmitgliedern ein Stück seiner Oblate. Dabei wünscht man sich Glück für das nächste Jahr. Als Weihnachtsessen gibt es häufig Karpfen oder Borschtsch mit Knödel.


    Sicherheit[Bearbeiten]

    Polen ist eigentlich recht sicher, man sollte jedoch in großen Menschenmengen - wie überall auf der Welt - die notwendige Sorgfalt nicht außer Acht lassen. Denn unachtsame Reisende sind für Diebe ein leichteres Opfer. Laut U.S Department of State operieren Diebesbanden häufig im ÖPNV und in (Nacht-)Zügen. Wer mit dem PKW unterwegs ist, sollte zudem misstrauisch sein, wenn man auf einen vermeintlichen Defekt hingewiesen wird. Des Weiteren kann es Reisenden mit dunklerer Hautfarbe passieren, dass sie mit rassistischen Bemerkungen konfrontiert werden. Auch das Auswärtige Amt warnt vor Diebstählen aus dem Auto bzw. des gesamten Autos. Weiterhin sollte an der Grenze zum russischen Kaliningrad die unklare Grenzmarkierung berücksichtigt werden. Wer versehentlich die Grenze übertritt, kann erhebliche Probleme mit den russischen Grenzbeamten bekommen.

    Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten und führt schnell zu Ärger mit der Polizei. Auch wer sich als Lokalgast vor ein Lokal stellt, da innen ja Rauchverbot herrscht, lässt sein Bier besser drinnen. Das gilt jedoch nicht für die üblicherweise mit einem symbolischen Zaun versehenen Freisitze von Gaststätten.

    Gesundheit[Bearbeiten]

    Die ärztliche Versorgung ist gut. Als Reisender, ob touristisch oder beruflich, greifen für gesetzlich Krankenversicherte die europäischen Krankenversicherungsabkommen. Die "European Health Insurance Card" (EHIC) der Krankenkassen in Deutschland wird akzeptiert. Nähere Informationen dazu bei Ihrer Krankenkasse (AOK, Barmer und weitere). Im Fall einer Erkrankung in Polen gelten dann die gleichen Regelungen, wie sie im polnischen Sozialversicherungssystem gelten. Daher können Zuzahlungen bei Behandlungen und Arzneien anfallen. Für eine vollständigere Absicherung empfiehlt sich eine private Auslandsreiseversicherung. Es gibt selbstverständlich einen ärztlichen Notdienst. In Städten haben immer einige Apotheken Nachtdienst. Nicht alle Behandler arbeiten mit dem gesetzlichen System zusammen, einige rechnen ausschließlich privat ab. Dies sollte vor der Behandlung besprochen werden.

    Die meisten Krankenkassen aus dem EU-Ausland übernehmen die Kosten einer Behandlung in Polen. Die Kostenübernahme sollte dennoch unbedingt vorher bei der eigenen Kasse geklärt werden. Einige Kassen bezahlen auch Kuren in Polen.

    Die Badegewässer sind regelmäßig vor allem im Norden von guter Qualität. Problematisch können Zeckenbisse in Masuren werden. Eine Impfung beziehungsweise regelmäßiges Absuchen des Körpers ist zu empfehlen. In Masuren sollte auch ein Mittel gegen Stechmücken nicht fehlen. Es kann aber auch günstig vor Ort gekauft werden.

    Klima[Bearbeiten]

    Das Klima ist gemäßigt und wird nach Osten und Südosten immer kontinentaler. Die Sommer sind allgemein warm mit Mitteltemperaturen zwischen 16 °C und 19 °C und die Winter kalt, mit Mitteltemperaturen um 0 °C im Nordwesten und bis zu -5 °C im Südosten. Dieses gemäßigte Übergangsklima entsteht durch den Zusammenprall von der kontinentalen Luft aus Europa und Asien, mit der Luft des Atlantiks. Niederschlag fällt vor allem im Frühjahr und Herbst. Im Norden sind die Niederschläge dabei höher, als im südlicheren Teil Polens. Die höchsten Niederschläge fallen in der Tartra mit 1700mm pro Jahr. Der Wind weht im Sommer größtenteils aus dem Westen, wobei im Winter der Wind meist aus dem Osten kommt.

    Respekt[Bearbeiten]

    In Polen ist die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg wie in keinem anderen Land Europas präsent. An Orten mit Mahncharakter, z.B. ehemaligen Konzentrationslagern, sollte man sich taktvoll benehmen.

    Religiosität in Polen[Bearbeiten]

    Die Religion spielt in Polen entscheidende Rolle. Über 90% der Bevölkerung glauben an Gott und 50% praktizieren Ihren Glauben regelmäßig. Die dominante Religion in Polen ist die Römisch-katholische Kirche mit einer Anhängerschaft von 87% der Bevölkerung. Nur 0,4% der Bevölkerung sind evangelisch. Heutzutage leben noch etwa 10.000 Juden in Polen sowie einige Tausend muslimische Tataren. In Kirchen, Synagogen oder Moscheen sollte man entsprechend gekleidet und als Tourist nicht während des Gottesdienstes gehen.

    Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

    Telefonieren: Polen ist mit Festnetzanschlüssen gut abgedeckt und auch das Mobilfunknetz ist sehr gut ausgebaut und bietet selbst in ländlichen Regionen meist gute Verbindungen. Telefonautomaten sind zahlreich und funktionieren mit Karten. Es gibt drei Anbieter im Bereich des Mobilfunknetzes: Plus GSM (code 260 01), [15] (260 02), Orange (260 03). In den Städten befinden sich zahlreiche Internetcafés mit günstigen Preisen. Der erste WLAN-Hotspot in Europa war auf dem Krakauer Marktplatz.

    Mobiles Internet:
    Mobiles Internet ist flächendeckend verfügbar.

    Post:
    Die polnische Post (Poczta Polska) ist in fast jedem Ort vertreten. Briefe und Postkarten kommen in der Regel zügig an. Pakete brauchen in der Regel etwas länger. Pakete werden auch von privaten Anbietern befördert. Die Versandkosten sind niedriger als in Westeuropa.
    Eine Postkarte ins europäische Ausland kostet 5 PLN (Stand: Mai 2015).

    Literatur[Bearbeiten]

    Grazina und Wolfgang Kling: Polen: Ostsee und Masuren – Strände, Städte und Natur, Aktivurlaub in Nordpolen. Peter Meyer Verlag, Frankfurt am Main 2007. Guter allgemeiner Reiseführer mit Infos zu Land und Leuten, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, Unterkünften, Restaurants, Verkehr, prima Stadtplänen und Grundrissen sowie Kompakt-Sprachführer.

    Auslandsvertretungen[Bearbeiten]

    in Polen[Bearbeiten]

    Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

    • GermanyFlagge Germany Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Warschau.
    • Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Krakau.
    • Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Breslau.
    • Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig.
    • Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln.

    Republik Österreich[Bearbeiten]

    • AustriaFlagge Austria Botschaft der Republik Österreich in Warschau
    • Konsulat der Republik Österreich in Krakau

    Schweizer Konföderation[Bearbeiten]

    • SwitzerlandFlagge Switzerland Botschaft der Schweizer Konföderation in Warschau

    Polens[Bearbeiten]

    in Deutschland[Bearbeiten]

    • Botschaft der Republik Polen in Berlin
    • Konsulat der Republik Polen in München
    • Konsulat der Republik Polen in Köln
    • Konsulat der Republik Polen in Leipzig
    • Konsulat der Republik Polen in Hamburg

    in Österreich[Bearbeiten]

    • Botschaft der Republik Polen in Wien

    in der Schweiz[Bearbeiten]

    • Botschaft der Republik Polen in Bern

    Weblinks[Bearbeiten]

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    Brauchbarer ArtikelDies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.