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Ungarn

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Ungarn ist ein mitteleuropäischer Binnenstaat. Nachbarstaaten sind Österreich, die Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien. Bekannt ist Ungarn unter anderem wegen der einzigartigen Landschaften wie der Puszta und des Plattensees. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Ungarn zur K.u.K. Monarchie (Österreich-Ungarn).

Lage
Karte von Europa mit eingezeichneter Lage von Ungarn
Flagge
UngarnFlagge Ungarn
Kurzdaten
HauptstadtBudapest
StaatsformParlamentarische Demokratie
WährungForint (HUF)
Fläche93.000 km²
Bevölkerung10 Mio
SprachenUngarisch 98,2 %, andere 1,8 %
ReligionenRömisch-Katholisch 67,5 %, Calvinisten 20 %, Lutheraner 5 %
Stromnetz230 V/ 50 Hz
Telefonvorwahl+36
Internet TLD.hu
ZeitzoneME(S)Z

Regionen[Bearbeiten]

Karte der Reiseregionen Ungarns

Komitate:

Bács-Kiskun | Baranya | Békés | Borsod-Abaúj-Zemplén | Csongrád | Fejér | Győr-Moson-Sopron | Hajdú-Bihar | Heves | Jász-Nagykun-Szolnok | Komárom-Esztergom | Nógrád | Pest | Somogy | Szabolcs-Szatmár-Bereg | Tolna | Vas | Veszprém | Zala

Städte[Bearbeiten]

Karte von Ungarn
Budapest
  • Budapest – Hauptstadt und mit Abstand größte Stadt des Landes (fast ein Fünftel der Ungarn lebt hier), politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum mit kosmopolitischem Flair
  • Debrecen – größte Stadt in Ostungarn, Universitäts- und Kulturstadt mit verschiedenen Festivals
  • Győr (Raab) – größte Stadt in Westungarn, dank verkehrsgünstiger Lage und Audi-Werk eine der wirtschaftsstärksten Städte des Landes, sehenswerte Barockarchitektur
  • Kecskemét – Stadt der Gärten und gepflegten Plätze, sehenswertes Rathaus und Barockkirche, eine der ungarischen Städte mit den meisten Jugendstilbauten
  • Miskolc – traditionelle Industriestadt, die nach dem Zusammenbruch des Ostblocks viele Einwohner verloren hat, dennoch reiches kulturelles Erbe und landschaftlich schöne Umgebung
  • Nyíregyháza – am weitesten östlich gelegene Großstadt Ungarns, prächtiger Hauptplatz mit Rathaus im k.u.k.-Stil, neoromanische Kathedrale, beliebter Zoo
  • Pécs (Fünfkirchen) – stark multikulturell geprägt (u. a. Zentrum der Ungarndeutschen, Roma und Kroaten), Universitätsstadt und Bischofssitz, sehenswerte Jugendstilbauten
  • Szeged – größte Stadt im Süden des Landes und sonnenreichste Stadt Ungarns, bedeutende Universitätsstadt und gastronomisches Zentrum (Herkunftsort der meisten Salamis und Paprikas), reiche Jugendstilarchiktur
  • Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) – im Mittelalter Krönungsstadt der ungarischen Könige, daher „Stadt der Könige“ genannt, historische Altstadt
  • Eger (Erlau) – gut erhaltene, barock geprägte Altstadt; imposante Burg
  • Esztergom – größte Basilika Ungarns (einer der größten Kirchenbauten Europas), gut erhaltene mittelalterliche Burg an der Donau
  • Sopron (Ödenburg) – im äußersten Nordwesten Ungarns, grenzt zu drei Seiten an Österreich, gut erhaltene Altstadt mit mittelalterlichen und Barockbauten
  • Szombathely (Steinamanger)
  • Visegrád – am Donauknie gelegene mittelalterliche Burg und Königspalast

Siehe auch Ungarn/Orte in Ungarn

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Bis zur Landnahme der Magyaren

Bevor die Römer das Gebiet des heutigen Ungarn ihrem Reich einverleibten, war es von Illyrern und nach deren Vertreibung von keltischen Eraviskern dünn besiedelt. Das von ihnen am Fusse des heutigen Gellértberges errichtete Oppidum war gleichzeitig auch ihr Hauptort. Etwa 11 n. Chr. eroberten die Römer die Region der späteren Provinz Pannonia und bauten im Jahre 89 die Festungsanlage Aquincum zur Sicherung des Gebietes. Aquincum entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Doppelstadt, die aus der Festung mit einer Siedlung und einer davon unabhängigen Zivilstadt bestand und somit auch zur Provinz-Hauptstadt mit Sitz des römischen Statthalters wurde.

Die damalige römische Vorherrschaft bestand vier Jahrhunderte lang, bevor man sich aufgrund einer Vereinbarung mit den Hunnen unter König Attila aus der Provinz zurückzog, sie preis gab und damit den Untergang des weströmischen Reiches einläutete.

Árpád, Großfürst der Magyaren. Statue im Nationalen Geschichtspark Ópusztaszer

Nach dem Tod von Attila im Jahr 453 setzte Anarchie und die Völkerwanderung ein und das Land wurde von Hunnen, Goten, Langobarden und Awaren überschwemmt und geplündert. Erst nach der sogenannten Landnahme der von Osten her eingewanderten Magyaren unter Fürst Árpád im Jahr 896 setzte eine relative Ruhe ein. Der Überlieferung nach liess sich der Stamm Árpáds auf der Halbinsel Csepel nahe dem heutigen Budapest nieder. Von hier aus kam es durch die Reiterhorden der Magyaren zu Raubzügen durch das gesamte heutige Europa, allerdings auch zur Besiedelung des gesamten pannonischen Beckens.

Mittelalter

Der ständigen Überfälle leid, sammelte König Otto I. ein Heer aus einer Allianz von Sachsen, Franken, Schwaben und Baiern und schlug die Ungarn am 10. August 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg vernichtend, wobei er ihre Anführer Bulcsú, Lehel und Sur gefangen nahm und zusammen mit anderen Adligen nach Regensburg schaffte. Dort wurden sie in Massenhinrichtungen getötet. Der Legende nach verdankte Otto seinen überragenden Sieg der mitgeführten Heiligen Lanze. Als Folge dieser Befriedung wurden die Ungaren christianisiert und sesshaft.

Die Krönung von Stephan I. zum ersten ungarischen König im Jahre 1000 bildete die Basis der ungarischen Vorherrschaft im pannonischen Becken und zu einem relativen Frieden bis ins 13. Jahrhundert hinein.

Dann brach unter Temudschin, dem späteren Dschingis Khan, der Mongolensturm los. Batu, der Khan der Goldenen Horde besiegte König Béla IV. am 11. April 1241 in der Schlacht bei Muhi vernichtend und zerstörte Buda und Pest.

Eine Blütezeit erlebte Ungarn in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter König Matthias Corvinus, als das Land zu einer politischen Großmacht wie auch zu einem Zentrum der Renaissancekultur und des Humanismus wurde.

Neuzeit

Im 16. Jahrhundert war Ungarn von den Osmanen bedroht und verlor 1526 die Schlacht von Mohács. Dabei starb der König und das Reich zerfiel in drei Teile. Der südliche Teil fiel unter Osmanische Herrschaft, der Nordwesten bestand als Königliches Ungarn unter den Habsburgern fort, im Osten beanspruchten die Fürsten von Siebenbürgen ebenfalls die ungarische Königswürde, erkannten aber die osmanischen Sultane als Oberherrscher an.

Erst 1683 wurden auch die osmanisch besetzten Gebiete (einschließlich der Hauptstadt Buda) von den Habsburgern erobert. Im 17. bis frühen 18. Jahrhundert kam es aber immer wieder zu antihabsburgischen Aufständen ungarischer Aristokraten.

Ausbruch der Revolution am 15. März 1848. Sándor Petőfi trägt das „Nationallied“ vor.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Ungarn industriell und die Infrastruktur wurde ausgebaut (z. B. erste Eisenbahnstrecke PestVác 1846, Kettenbrücke in Buda-Pest 1839–49). Während der europaweit revolutionären Jahren 1848/49 kam es zu einem Aufstand der erwachenden ungarischen Nationalbewegung. Kurzzeitig hatte Ungarn eine eigene, liberale Regierung. Die Revolution wurde jedoch schließlich von österreichischen Truppen niedergeworfen, viele ihrer Akteure hingerichtet oder eingesperrt oder gingen ins Exil. Der Jahrestag des Revolutionsbeginns, der 15. März, ist heute einer der Staatsfeiertage Ungarns und mehrere Anführer der Revolution (Lajos Kossuth, Sándor Petőfi, István Széchenyi) werden zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte gezählt, nach denen in fast jeder Stadt Straßen und Plätze benannt sind.

Die fortwährenden Spannungen zwischen dem österreichischen und ungarischen Reichsteil führten 1867 zum Österreichisch-Ungarischen Ausgleich, wodurch beide Länder gleichberechtigte Teile der Doppelmonarchie wurden. Ungarn hatte seine eigene Regierung und ein eigenes Parlament, es gab aber auch eine Vielzahl gemeinsamer, kaiserlich (österreichisch) und königlich (ungarischer) – abgekürzt k. u. k. – Institutionen und Einrichtungen. Viele ungarische Städte wuchsen und florierten am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert und ihre Stadtbilder sind bis heute geprägt vom Historismus, wie er für die Länder der Donaumonarchie typisch ist (z. B. Parlamentsgebäude und große Boulevards in Budapest), aber auch von einer eigenständigen ungarischen Spielart des Jugendstils (ungarisch szécesszió, z. B. die verschiedenen Bauwerke des Architekten Ödön Lechner).

20. Jahrhundert

Die Doppelmonarchie der Habsburger endete am Ende des ersten Weltkriegs. Was für Deutschland der Vertrag von Versailles und für Österreich der von St-Germain-en-Laye, war für Ungarn der Vertrag von Trianon 1920, durch den das Land all seine Besitzungen außerhalb des heutigen Staatsgebiets (Kroatien, Slowakei, Teile Rumäniens und Serbiens sowie das Burgenland) verlor. Infolgedessen leben bis heute über zwei Millionen ethnische Ungarn außerhalb Ungarns. Ungarischen Nationalisten gilt „Trianon“ immer noch als nationale Schmach.

Nach einer kurzen Phase der kommunistischen Räterepublik, führte Admiral Miklós Horthy als „Reichsverweser“ ein autoritäres Regime, das sich teilweise am Faschismus orientierte. Im Zweiten Weltkrieg war Ungarn Verbündeter der Achsenmächte. Über 200.000 ungarische Juden, die bis dahin das kulturelle Leben Ungarns mitgeprägt hatten, wurden im Holocaust vernichtet, die meisten Überlebenden flohen aus dem Land nach Israel oder Amerika.

Nach Kriegsende gehörte Ungarn zum sowjetisch dominierten Ostblock. Im Oktober 1956 kam es zu einem Volksaufstand, der reformorientierte Kommunist Imre Nagy regierte kurzzeitig in einer Koalition mit bürgerlichen Parteien und löste die verhasste Geheimpolizei auf. Das Politbüro der Kommunistischen Partei schlug diese Bestrebungen mit Unterstützung sowjetischer Truppen brutal nieder (schätzungsweise 2500 bis 3000 tote Zivilisten, zehntausende wurden inhaftiert, 200.000 Ungarn flohen ins Ausland). Nach dieser äußerst repressiven Phase ging die Volksrepublik Ungarn in den 1960er-Jahren zum „Gulaschkommunismus“ über und galt als das verhältnismäßig liberalste unter den Ostblockländern. Anders als etwa in der DDR gab es hier zum Teil auch „westliche“ Produkte (Jeans, Schallplatten mit westlicher Popmusik, Danone-Joghurt) zu kaufen. Dank des vergleichsweise hohen Komforts und der (für westliche Ausländer) niedrigen Preise war Ungarn auch bei westdeutschen und österreichischen Reisenden beliebt, was dem Land wiederum „harte“ Devisen brachte.

Ungarn war dann auch der erste Ostblockstaat, in dem die „Wende“ ausbrach. Bereits im September 1988 wurden oppositionelle Parteien zugelassen. Am 27. Juni 1989 durchtrennten der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock symbolisch den Grenzzaun bei Sopron/Klingenbach, was eine große Fluchtwelle von DDR-Bürgern (die teilweise gerade im Sommerurlaub in Ungarn waren) in den Westen ermöglichte.

Bevölkerung

Gut 92 % der Bevölkerung sind Magyaren, also Ungarn im ethnischen Sinne. Laut Volkszählung sind weitere 2 % Roma, möglicherweise aber auch deutlich mehr (weil sich manche Roma in der Volkszählung nicht dazu bekennen). Die einst große Gruppe der Ungarndeutschen ist infolge von Flucht und Vertreibung auf 0,6 % der Bevölkerung geschrumpft. Desweiteren gibt es kleinere Gruppen von Slowaken, Kroaten und weiteren Völkern.

Größte Religionsgruppe sind die Katholiken mit 39 %, gefolgt von Calvinisten mit 12 % und Lutheranern mit 2,2 %. Die Katholiken dominieren im Westen und der Mitte Ungarns, während die Calvinisten vor allem im Osten des Landes stark vertreten sind. Juden machen nur noch etwa 0,1 % aus. Fast die Hälfte der Ungarn ist religionslos oder zumindest kirchenfern.

Anreise[Bearbeiten]

Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen für die Einreise nach Ungarn lediglich einen Personalausweis, bzw. eine Identitätskarte. Schutzimpfungen werden für die Einreise nicht benötigt.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Ungarns internationale Flughäfen sind:

  • Debrecen. (IATA CodeDEB) im Nordosten der Großen Tiefebene, Direktflüge von München mit Lufthansa Regional.

Für Reisen in den Nordwesten Ungarns kommt auch ein Flug nach Wien oder Bratislava in Betracht.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Railjet-Züge in Budapest–Keleti pu.

Im internationalen Bahnverkehr verbinden Eurocity-Züge (EC) Budapest mit Prag, Berlin und Hamburg. Zwischen Wien und Budapest verkehrt mehrfach täglich der Railjet (RJ) der Österreichischen Bundesbahnen, mit dem auch direkte Verbindungen aus Süddeutschland und der Schweiz angeboten werden. Ebenso verkehrt der ÖBB-Nightjet aus Österreich und Deutschland nach Budapest. Diese Zugverbindenungen enden jeweils im Bahnhof Budapest Keleti pályaudvar (Ostbahnhof). Dieser Bahnhof ist zudem der wichtigste für IC/EC-Züge.

Zwei weitere große Bahnhöfe befinden sich in Budapest, Déli (Südbahnhof) und Nyugati pályaudvar (Westbahnhof). Von diesen Bahnhöfen fahren Züge weiter ins Land. Bei Umsteigeverbindungen über Budapest muss (ähnlich wie in Paris oder Moskau) oft auch der Bahnhof gewechselt werden, da es keinen Hauptbahnhof, sondern verschiedene Bahnhöfe für die jeweiligen Himmelsrichtungen gibt. Aus dem Westen kommend ist es oft besser, in Kelenföld direkt umzusteigen.

Weitere wichtige Bahnknoten, die man aus dem Ausland leicht erreicht und die gute Verbindungen ins ungarische Hinterland bieten sind:

  • Sopron (stündlich Regionalzüge aus Wien und Wiener Neustadt)
  • Győr und Hegyeshalom (Regional- und Schnellzüge aus Wien)
  • Nyíregyháza (Fernzüge aus der Ukraine)
  • Zalaegerszeg (Fernzüge aus Zagreb)

Während im Auslandsverkehr hauptsächlich klimatisierte Großraum- und Abteilwagen eingesetzt werden, überwiegen im Inlandsverkehr noch unklimatiserte Personenwagen aus der Zeit vor 1990.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ungarn wird durch verschiedene Busunternehmen im Fernbusverkehr angefahren. Am Fernbusbahnhof Budapest Nepliget Autobus Station verkehren Fernbusse nach Österreich, die Schweiz und nach Deutschland der Fernbusunternehmen Eurolines, Flixbus, ArdaTur, Fudeks, RegioJet/ Student Agency und Regiojet. Eine weitere Fernbushaltestelle in Budapest ist Budapest ZAST MHD (Adresse: busu 901, Könyves Kalmaku, AN Nepliget).

Auf der Straße[Bearbeiten]

Fahrerlaubnis[Bearbeiten]

Bürger der EU und der Schweiz dürfen mit ihrem Führerschein in Ungarn Auto fahren, ein internationaler Führerschein ist nicht nötig.

KFZ-Versicherungen[Bearbeiten]

Eine Haftpflichtversicherung für Auto oder Motorrad ist Pflicht. Als Nachweis genügen aber deutsche, österreichische oder schweizerische Kennzeichen. Eine Grüne Versicherungskarte wird empfohlen, ist jedoch nicht Pflicht.

Verhalten bei Unfällen[Bearbeiten]

Bei einem Unfall mit Personenschaden ist die Benachrichtigung der Polizei Pflicht. Dies ist auch bei Unfällen mit Sachschäden wegen der Schadensregelung anzuraten. Unter der Notrufnummer der Polizei 107 lässt sich in ganz Ungarn die Polizei erreichen.

Verkehrsvorschriften[Bearbeiten]

Die Promillegrenze in Ungarn beträgt 0,0 Promille!

Mobiltelefone dürfen nur über eine Freisprechanlage genutzt werden.

Außerhalb geschlossener Ortschaften ist das Einschalten des Abblendlichts auch tagsüber Pflicht, Gurte müssen sowohl auf den Vorder- als auch auf den Hintersitzen angelegt werden. Mitzuführen sind Warndreieck, Warnweste und Verbandszeug.

Tempolimite[Bearbeiten]

Fahrzeuge jeglicher Art dürfen maximal 50 km/ h innerhalb von Wohngebieten und geschlossenen Ortschaften fahren. Pkw ohne Anhänger und Motorräder dürfen auf Autobahnen 130 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf sonstigen Verkehrstraßen 90 km/h fahren. Lkw, Omnibusse und Pkw mit Anhänger dürfen entsprechend 80 km/h, 70 km/h und 70 km/h fahren.

Vignettenpflicht[Bearbeiten]

Für die Autobahnen (M1, M3, M5, M6 und M7) ist eine Autobahnvignette (10 Tages-, Monats- oder Jahresvignette) erforderlich, sie ist online, an Grenzstationen und ungarischen Tankstellen erhältlich. Eine 10-Tages-Vignette kostet für Pkw 2.975 HUF, für Motorräder 1.470 HUF. Beim Kauf wird das KFZ-Kennzeichen registriert. Auch beim ÖAMTC am Grenzübergang Nickelsdorf erhält man Vignetten, die 10-Tages-Vignette kostet dort 12,50 €, der KFZ-Schein ist vorzulegen. Weitere Infos unter www.autobahn.hu. Beim Kauf der Vignette wird öfters das Kennzeichen falsch registriert, deshalb sollte man die Daten genau kontrollieren.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Kraftstoffpreise sind in Ungarn etwas günstiger als in Deutschland. Die Umfahrungsautobahn um Budapest (M0) ist nun fertig ausgebaut und ist größtenteils auf drei Spuren pro Richtung befahrbar. Dabei ist zu beachten, dass die Zufahrt auf die M5 um einiges nach Süden verschoben wurde und nun kombiniert ist mit der Flughafenautobahn, die ebenfalls die Bezeichnung M0 trägt. Ungarns 30.000 km langes Straßennetz ermöglicht das Erreichen aller Ortschaften über befestigte Straßen. Autobahnen sind durch ein M gekennzeichnet, internationale Straßen mit einem E.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es besteht die Möglichkeit von Wien über Bratislava nach Budapest mit einem Tragflügelboot zu reisen. Die Strecke Wien - Budapest kostet 65 EUR (mit Rückfahrt 89 EUR). Genaue Informationen gibt es bei: MAHART Passnave Budapest Tel. +36 1 484-4010, Fax +36 1 318-7740, http://www.mahart.hu.

Mobilität[Bearbeiten]

Besondere Verkehrsvorschriften[Bearbeiten]

Für Autofahrer und Autoinsassen, Fahrradfahrer und seit 2008 auch für Fußgänger gilt Warnwesten-Tragpflicht, wenn diese außerhalb geschlossener Ortschaften bei Nacht oder schlechter Sicht zu Fuss unterwegs sind. Bei Nichtbeachtung droht ein Bußgeld von bis zu 120 €.

Eisenbahn[Bearbeiten]

In Ungarn gibt es zwei Eisenbahnunternehmen: MÁV (Magyar Államvasutak – Ungarische Staatsbahnen) und GySEV (Győr-Sopron-Ebenfurti Vasút – Raaberbahn, ein unagrisch-österreichisches Joint Venture). Während MÁV fast alle Teile des Landes bedient, existiert GySEV nur im Nordwesten des Landes. Beide Bahnen nutzen ein verbundenes Streckennetz, ein Umstieg zwischen Zügen ist nicht notwendig und man benötigt auch keine gesonderten Fahrkarten.

MÁV ermöglicht mit dem eTicket-System, Fahrkarten online zu kaufen und teilweise selbst zu drucken, was aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. In allen anderen Fällen erhält man nach Bezahlung (per Kreditkarte) eine zehnstellige PIN, die man an vielen Bahnhöfen in Ungarn an einem eTicket-Automaten eingeben kann. Danach werden sofort die Tickets ausgedruckt.

Neben diesen eTicket-Automaten, an denen man nur bereits erworbene Tickets ausdrucken lassen kann, existieren vielerorts auch normale Ticketautomaten, an denen man mit Kreditkarte, normaler Bankkarte oder mit Bargeld bezahlen kann. Automaten gibt es aber nur in größeren Städten, wo sich eTicket-Automaten befinden, kann auf einer entsprechenden Internetseite geprüft werden.

In kleineren Bahnhöfen erfolgt der Verkauf von Tickets durch Personal.

Die Bahnhofsansagen erfolgen beim Inlandsverkehr in der Regel nur auf Ungarisch, bei internationalen Verbindungen auch auf Englisch und Deutsch. An kleinen Bahnhöfen gibt es zudem keine elektronischen Anzeigen an Bahnsteigen. Reisende müssen bei Einfahrt des Zuges prüfen, ob es ihr Zug ist. Weiterhin erfolgt (internationale Verbindungen wieder ausgenommen) im Regelfall keine Ansage in Zügen, dass man einen Bahnhof erreicht.

Züge werden in drei unterschiedliche Kategorien eingeteilt:

  • Personenzüge (tragen auf dem Online-Fahrplan keine besondere Bezeichnung): Sie stellen die langsamste und preiswerteste Verbindung dar.
  • Schnellzüge (sind auf dem Online-Fahrplan mit einem P gekennzeichnet): Zusätzlich zum normalen Ticket muss ein Schnellzug-Zuschlag (gyorsvonati pótjegy) erworben werden.
  • InterCity (sind auf dem Online-Fahrplan mit IC gekennzeichnet): Sie sind die schnellste und teuerste Verbindung. Zusätzlich zum normalen Ticket muss ein IC-Zuschlag und eine Platzkarte (pót- és helyjegy) erworben werden.

Alle Tickets und Zuschläge werden einzeln gedruckt. Es kann also passieren, dass man für eine Hin- und Rückfahrt, jeweils mit Schnellzug-Zuschlag und Sitzplatzreservierung, sechs Fahrscheine hat.

Das Reisen ist im Vergleich zu Deutschland günstig, die 221 km lange Strecke von Budapest nach Debrecen kostet je nach Zugtyp zwischen 13 und 17 Euro. Außerdem gibt es (außer bei ICs) keine Zugbindung und teilweise kann man die gelöste Fahrt auch ein bis zwei Tage später antreten. Das Bahnnetz ist auf Budapest ausgerichtet.

EU-Staatsbürger ab 65 Jahren können kostenlos mit der Bahn in der 2. Klasse fahren, müssen sich jedoch zuvor am Fahrkartenschalter ein entsprechendes Gratis-Ticket holen. Zuschläge sind zu bezahlen.

Reisende können eine Live-Ansicht des Zugverkehrs im Internet aufrufen und so die Pünktlichkeit der Züge sehen.

Sprache[Bearbeiten]

Ungarisch ist eine finno-ugrische Sprache, die nicht mit den Sprachen der Nachbarländer verwandt und für Deutschsprecher eher schwer zu erlernen ist. Dennoch wird es natürlich – wie in anderen Ländern – sehr wertgeschätzt, wenn sich Reisende zumindest bemühen, ein paar Brocken Ungarisch zu sprechen. Deutsch ist aufgrund der Geschichte und des großen Besucherstroms aus Österreich und Deutschland vor allem im Gastgewerbe sehr stark verbreitet. Touristische Informationstafeln sind oft dreisprachig/ viersprachig ausgefertigt (Ungarisch, Englisch, Deutsch und vermehrt auch in Russisch). In den größeren Städten und touristischen Regionen (z. B. Balaton) kommt man ohne Probleme mit Deutsch oder Englisch zurecht. Abseits ausgetretener Pfade sind grundlegende Ungarischkenntnisse natürlich von Vorteil, doch auch hier sprechen viele Menschen zumindest eine Fremdsprache, wodurch eine rudimentäre Verständigung immer möglich ist.

Regionale Sprachgruppen sind u.A. Kroatisch und Slowakisch. Im Grenzgebiet zu Österreich sprechen viele Menschen sehr gut Deutsch.

Einkaufen[Bearbeiten]

Ungarische Münzen und Banknoten

Die ungarische Währung ist der Forint (HUF oder Ft), der im Juni 2016 ungefähr 1:310 zum Euro und 1:285 zum Schweizer Franken steht. Die kleinere Einheit Filler (1/100 Forint) gibt es nur in der Theorie, spielt aber wegen des geringen Werts in der Praxis keine Rolle. Da viele Produkte, vor allem solche des täglichen Bedarfs, und Dienstleistungen in Ungarn billiger sind als im Euroraum oder der Schweiz ist die tatsächliche Kaufkraft des Forint größer als der nominale Wechselkurs. Im Umlauf sind Münzen zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Forint. Die kleineren Münzen sind aus Kupfer-Nickel-Legierungen, die beiden größten haben einen Kern und einen Ring aus zwei verschiedenen Metallen (ähnlich der 1- und 2-Euro-Münzen). Scheine sind zu 500, 1000, 2000, 5000, 10.000 und 20.000 Forint im Umlauf.

In den verschiedenen Kaufhäusern kann man sehr günstig einkaufen, wobei die Preise sehr stark variieren, abhängig von der Gegend, in der man sich gerade befindet. In Städten kann das Preisniveau ohne weiteres um bis zu 100% höher sein als in ländlichen Gegenden. Kleider, Möbel, Treibstoffe, importierte Lebensmittel erreichen teilweise durchaus ein westeuropäisches Niveau.

Erwähnenswert ist auch, dass noch nicht überall die Infrastruktur für den elektronischen Zahlungsverkehr vorhanden ist, jedoch zumindest an Tankstellen ist diese Zahlungsweise mittlerweile überall möglich, wenn auch mit ein wenig mehr Geduld und einem Wust von Papier, den man zur Quittierung erhält. Für Benzin und Diesel können die Preise von Tag zu Tag ändern und man tut gut daran, zu vergleichen, da sie innerhalb eines Kilometers um Ft 5 pro Liter variieren können. Aktuell bewegen sie sich um Ft 420 pro Liter auf Autobahnen und rund Ft 415 in ländlichen Gebieten (Stand Juni 2014).

Schaufenster einer Tabakverkaufsstelle.

Tabakwaren (dohány) werden in speziellen Geschäften ohne Schaufensterauslagen verkauft. Minderjährigen ist der Zutritt verboten. Alkohol, namentlich Spirituosen werden in allen Supermärkten verkauft mit der entsprechenden Altersbeschränkung.

Für größere Märkte wurde 2015 ein Verbot der Sonntagsöffnung eingeführt.

Küche[Bearbeiten]

Traditionelle Zubereitung von gulyás in einem Kessel

Viele Spezialitäten in Ungarn, wie das berühmte Gulasch oder Paprikahuhn mit Nockerln, basieren auf dem rotem Paprikapulver, grünem Paprika, Zwiebeln und Tomaten. Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass es sich bei gulyás um das Gericht handelt, das in Deutschland als „Gulasch“ serviert wird. Tatsächlich ist gulyás eher eine „Gulaschsuppe“, während die Entsprechung von „Gulasch“ in Ungarn pörkölt oder paprikás heißt. „Szegediner Gulasch“ ist übrigens in Ungarn weitgehend unbekannt und stammt keineswegs aus der Stadt Szeged. Weitere typische Gerichte sind Suppen wie die Fischsuppe oder die Újházy-Hühnersuppe. Bekannt ist Ungarn auch für seine Salamis sowie Debrecziner Wurst (die allerdings nicht aus Debrecen stammt).

Gundel palacsinta

Ein Erbe der Habsburgerzeit sind die Vielfalt an Mehlspeisen und Torten (desszert, sütemények oder torta), die insbesondere für die Budapester Kaffeehauskultur charakteristisch sind. Hierzu gehören natürlich die Palatschinken (palacsinta), die ungarische Variante des Pfannkuchen, z. B. mit Nusscreme („Gundel palacsinta“), Marmelade, Topfen (Quark) oder Sauerkirschen; sowie Topfennudeln, verschiede Strudelsorten (rétes), Pogatschen (pogácsa), Schomlauer Nockerln (Somlói galuska) oder Vargabéles (Schusterstrudel).

Lángos Die herzhafte, traditionelle Brotspezialität, Lángos, aus Ungarn erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Die für Ungarn bekannte Zwischenmahlzeit Lángos blickt auf eine lange Geschichte zurück. Experten gehen sogar davon aus, dass der Hefeteigfladen mit der Erfindung des Brots einhergeht. Ähnlich wie beim Brot entstand die Überlegung, den Fladen im heißen Fett zuzubereiten und mit unterschiedlichen Varianten zu experimentieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – nicht nur in Ungarn, sondern auch in vielen anderen Ländern wie in Österreich, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Tschechien und der Slowakei erfreut sich Lángos mittlerweile großer Beliebtheit. Die Beläge werden traditionell herzhaft gewählt. Egal wo, Lángos findet man mittlerweile überall auf der Speisekarte.

Typische Getränke sind der Wein (insbesondere der Tokajer), Biere (z.B. Dreher, Aranyászok, Soproni), Sekt (Törley), verschiedene Obstschnäpse und Zwack Unicum.

In ungarischen Gaststätten sind 10-20 % Trinkgeld üblich.

Nachtleben[Bearbeiten]

Ein Zentrum des Partylebens in Budapest ist der lebhafte Liszt Ferenc ter: Im Sommer ist der Platz mit dem modernen Liszt-Denkmal ein beliebter Ort für einen gemütlichen Kaffee oder ein leichtes Mittagessen. Abends verwandelt er sich mit seinen vielen Bars und Restaurants zur Partymeile.

Ruinen-Kneipen
Einen ganz besonderen Charme hat die Kneipenszene im alten jüdischen Viertel in Budapest. Hier haben sich viele der Ruinen-Kneipen angesiedelt, die mittlerweile typisch sind für das Budapester Nachtleben. Einige, wie das Szimpla an der Kertész u. 48, haben in den letzten Jahren regelrecht Kultstatus erlangt. Das beliebte Studentencafé befindet sich in einem leer stehenden Fabrikgebäude. Ableger der berühmten Kneipe sind bereits am Balaton (nur im Sommer) und in Berlin zu finden. Andere Ruinenkneipen haben sich in alten Garagen eingerichtet – wie das Lokal mit dem für deutsche Gäste leicht verständlichen Namen „kuplung“ in der Király utca 46 – oder füllen alte verlassene Hinterhöfe mit neuem Leben. Ein wichtiges kulturelles Zentrum im alten jüdischen Viertel ist das Sirály, ein Multi-Kulti-Szenetreff in der Király utca 50. In einem ehemaligen Buchladen ist eine weitläufige Kultur-Oase entstanden. Im Erdgeschoss befindet sich ein Café mit eigener Bibliothek, während im oberen Geschoss Ausstellungen gezeigt werden. Im Keller des Gebäudes finden Theateraufführungen statt. Zudem werden hier fast täglich alternative Filme gezeigt (www.siraly.co.hu). Bevor die Betreiber das Haus vor rund fünf Jahren besetzten, stand es lange Zeit leer.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Hotel Guide - Budapest, Ungarn bietet eine große Auswahl an Hotels, Appartements, Pensionen und anderen Unterkünften in Budapest und dem restlichen Ungarn.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

1. Januar, 15. März, 1. Mai, 20. August, 23. Oktober sind staatliche Feiertage. Religiöse Feiertage sind Ostern, Pfingsten, Allerheiligen und Weihnachten.

Sicherheit[Bearbeiten]

In ganz Ungarn erreicht man unter der Nummer 104 den Notruf, Krankenwagen und Unfallmeldung. Die internationale Notrufnummer 112 ist auch im ganzen Land verwendbar.

Gesundheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

In Ungarn herrscht ein gemäßigtes kontinentales Klima mit geringen Niederschlägen, heißen Sommern und kalten Wintern. Der kälteste Monat ist der Januar (durchschnittlich -1 °C), der wärmste ist der August (+21,3 °C). Jährlich gibt es 1.785 Sonnenstunden.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Fotografieren[Bearbeiten]

Seit Mitte März 2014 gilt in Ungarn ein Gesetz, nachdem Privatpersonen grundsätzlich nicht mehr ohne deren Einwilligung fotografiert werden dürfen. Dieses Verbot gilt auch für Fotos, die nicht veröffentlicht werden. Öffentlich aktive Persönlichkeiten (Politiker) dürfen aber weiterhin ohne deren Einwilligung fotografiert werden, das gilt ebenso für Menschenmengen.

Währung[Bearbeiten]

1.000 Ungarische Forint = 3,18 Euro (€)

1.000 Ungarische Forint = 3,34 Schweizer Franken (CHF)

1 Euro (EUR) = 313 Ungarische Forint (HUF)

1 Schweizer Franken (CHF) = 299 Ungarische Forint (HUF)

(Stand Juli 2015)

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Telefonvorwahl aus dem Ausland +36 danach Regionsvorwahl-lokale Nummer. Innerhalb Ungarns: Nichtlokale Gespräche Vorwahl 06 dann Regionsvorwahl-lN.

Literatur[Bearbeiten]

Matthias Eickhoff: Ungarn. DuMont Reise-Taschenbuch, Ostfildern 2005, ISBN 3-7701-3149-5.

Weblinks[Bearbeiten]

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