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Norwegen

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Norwegen gehört zu den skandinavischen Ländern in Nordeuropa. Es befindet sich auf einer riesigen Halbinsel, die es sich im Osten mit Schweden teilt. Im Norden grenzt es an Finnland und Russland.

Lage
Karte von Nordeuropa mit eingezeichneter Lage von Norwegen
Flagge
Flagge von Norwegen
Kurzdaten
Hauptstadt Oslo
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Währung 1 Norwegische Krone (NOK) = 100 Øre
8 NOK ≈ 1 € (2014)
Fläche 324.000 km²
Bevölkerung 5 Mio
Sprachen Norwegisch
Religionen Evangelisch-Lutherisch 86 % (Staatskirche)
Stromnetz 230 V / 50 Hz
Telefonvorwahl +47
Internet TLD .no
Zeitzone ME(S)Z

Regionen[Bearbeiten]

Norwegen besteht aus 19 fylke (Provinzen), die wiederum in 428 Kommunen unterteilt sind. Zusätzliche Provinzen sind die Hauptstadt Oslo, das aber keinen eigenständigen Regierungsbezirk bildet, und die Inselgruppe Svalbard, die als Sonderterritorium weitgehende Selbsverwaltungsrechte hat.

Die 19 Fylke mit Oslo werden zu folgenden Landesteilen (landsdeler) zusammengefasst:

Großregionen Norwegens
  Sørlandet: Aust-Agder ·  Vest-Agder
Südnorwegen.
  Østlandet: Akershus ·  Buskerud ·  Hedmark ·  Oppland ·  Oslo ·  Telemark ·  Vestfold ·  Østfold
Ostnorwegen, die Hauptstadtregion um Oslo und landschaftlich mit Südschweden vergleichbar.
  Vestlandet: Hordaland ·  Møre og Romsdal ·  Rogaland ·  Sogn og Fjordane
Westnorwegen mit vielen bekannten Fjorden.
  Trøndelag: Nord-Trøndelag ·  Sør-Trøndelag
Mittelnorwegen.
  Nord-Norge: Finnmark ·  Nordland ·  Troms
Nordnorwegen.
  Svalbard:
Polararchipel, besser bekannt als Spitzbergen.
Svalbard Vest-Agder Aust-Agder Telemark Vestfold Østfold Akershus Oslo Buskerud Oppland Hedmark Rogaland Hordaland Sogn og Fjordane Møre og Romsdal Sør-Trøndelag Nord-Trøndelag Nordland Troms Finnmark
Großregionen von Norwegen

Städte[Bearbeiten]

Skyline von Oslo mit dem Rathaus

Die 20 größten Städte und Kommunen des Landes:

  • Oslo - die Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes, mit zahlreichen Museen von nationaler und internationaler Bedeutung, Sitz des norwegischen Parlaments, des Königs und des Friedensnobelpreiskommitees, das alljährlich am 10. Dezember im Osloer Rathaus den Friedensnobelpreis verleiht.
  • Bergen - altes Handelszentrum der Hanse, dessen alte Holzhäuser der tyskebrygge Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Darüberhinaus bietet die zweitgrößte Stadt eine reichhaltige Kultur- und atemberaubende Naturlandschaft. Außerdem ist Bergen der Starthafen der legendären Hurtigruten, des norwegischen Postschiffdienstes.
    In Gamle Stavanger
  • Stavanger - wenn man dort Ölsardinen verlangt, hat das etwas Symbolhaftes: Fisch und Erdöl haben diese Stadt reich gemacht. Stavanger hat in den letzten Jahren Trondheim als drittgrößte Stadt abgelöst. Trotz der unübersehbaren Prägung durch die Erdölindustrie rund um die neuen Hafenanlagen zeigt sich Stavanger im alten Ortskern, im Gamle Stavanger, mit seinen weißgestrichenen Holzhäusern, den schmalen Gassen und dem historischen Ambiente von vor 200 Jahren als äußerst sehenswert.
    Nidarosdom in Trondheim
  • Trondheim - einst Hauptstadt von Norwegen und heute ein bedeutendes Technologiezentrum. Die Stadt besitzt die größte und wichtigste Kathedrale von Skandinavien, den Nidarosdomen.
  • Drammen, Industriestandort und Bergbaustadt, die zur Metropolregion Oslo gehört - gemeinsam stellen die beiden Städte den größten zusammenhängenden Siedlungsraum in Norwegen dar. Trotz der Nähe zur Hauptstadt hat sich Drammen, an der Mündung des Drammenselva in den Drammensfjord gelegen, seine Eigenständigkeit (und die älteste noch produzierende Brauerei Norwegens) erhalten. Wie fast jede norwegische Stadt ist auch Drammen Wintersportort.
  • Fredrikstad/Sarpsborg
  • Porsgrunn/Skien
  • Kristiansand
  • Tønsberg
  • Ålesund - Die Stadt des Jugendstils.
  • Moss
  • Sandefjord
  • Arendal
  • Haugesund
  • Bodø
  • Tromsø mit der nördlichsten Universität der Welt.
  • Hamar
  • Halden
  • Larvik - Hafenstadt an der Südküste, Geburtsort bedeutender Schiffsbauer und Abenteurer: Colin Archer und Thor Heyerdahl
  • Aksøy

Weitere nennenswerte Städte:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Die Fjorde Westnorwegens wie der Geirangerfjord und der Nærøyfjord, gemeinsam stehen sie für die Fjordlandschaft als Teil des UNESCO-Welterbe. Weitere bekannte Fjorde sind der Sognefjord, der längste Fjord Europas, der Trollfjord mit seiner nur 100 m breiten Mündung in den Raftsund und der Hardangerfjord, dessen Hänge zu den größten Obstanbaugebieten Norwegens zählen.
  • Hardangervidda - die größte Hochebene Europas mit dem Hardangervidda-Nationalpark, mit den beiden höchsten Bergen, dem Sandfloeggi und dem Hårteigen, außerdem dem Gletscher Hardangerjøkulen in der nördlichen Hardangervidda. Die Bergenbahn durchquert die nördliche Hardangervidda und ermöglicht so auch Reisenden, die nicht die Wanderschuhe schnüren wollen, einen Einblick in diese ursprüngliche, den größten Teil des Jahres von Schnee bedeckten Landschaft.
  • Jotunheimen - eine magische Landschaft mit den höchsten Bergen des Landes.
  • Lofoten - eine Inselgruppe, die etwa 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises liegt und traditionell von der Fischerei geprägt ist.
  • Trollveggen - Gebirgsmassiv mit der höchsten Steilwand Europas, ein beliebter Ort für BASE-Jumper
  • Hessdalen - 12 km langes Tal, in dem immer wieder seltsame Lichterscheinungen am Himmel beobachtet werden können
  • Die Vogelinsel Runde, befindet sich in der Gemeinde Herøy.

Hintergrund[Bearbeiten]

Parlamentsgebäude stortinget in Oslo

Norwegen ist besonders für seine staunenswerte und abwechslungsreiche Natur bekannt. Die vielen Fjorde an der Küste im Westen reichen weit in das Land hinein und werden von hohen Bergen begrenzt. Das Land war einst ein Wikingerreich. Wirtschaftlich ist es vor allem wegen seiner Öl- und Fischexporte bekannt.

Norwegen ist räumlich sehr ausgedehnt. Die Luftlinie von der Südspitze bei Kap Lindesnes in der Nähe von Mandal bis zum Nordkapp beträgt gut 1700 km, 2518 Straßenkilometer. An der schmalsten Stelle, südlich von Narvik, beträgt die Breite nur 6 km. In diesem Land, flächenmäßig vergleichbar mit Deutschland oder dem Vereinigten Königreich, leben nur 5 Millionen Menschen, davon etwa 1 Million alleine im Großraum um die Hauptstadt Oslo. Damit verteilen sich im Mittel 65.000 m² auf einen Einwohner. Aufgrund der Topologie des Landes sind aber nur gut 3 % der Fläche landwirtschaftlich nutzbar; 44,4 % bestehen aus Gebirgsland und Hochebenen, 38,2 % sind Wald, 13 % Binnengewässer und Sümpfe (Quelle: Statistisk Sentralbyrå, Stand März 2006). In zahlreichen dieser unbesiedelten Gebiete wurden Nationalparks mit umfassenden Naturschutzbestimmungen eingerichtet.

Im Winter sind Abfahrts- und Langlaufski sowie Snowboarding sehr beliebt, während sich in den Sommermonaten Wandern und Rad fahren anbietet. Für Abenteurer bietet sich die Natur im Kajak fahren, Rafting, Paragliding oder im Erkunden von Höhlen und Gletschern an. Autofahrer werden die langen Touren entlang der Fjorde und Berge im Westen oder der Mitternachtssonne im Norden mögen. Kurz, Norwegen besitzt eine lange Liste von Freizeitaktivitäten in der Natur.

Anreise[Bearbeiten]

Grenzkontrollen wieder eingeführt: Seit dem 26.11.2015 sind in Norwegen vorübergehend wieder Grenzkontrollen eingeführt worden. Auch Reedereien sind verpflichtet, die Einreisedokumente vor Antritt der Reise zu prüfen. Das bedeutet für EU-Bürger, dass ein vergessener Personalausweis oder Reisepass derzeit dazu führt, dass man am Fährterminal oder an anderen Einreiseorten abgewiesen wird. Das Mitführen der Ausweispapiere ist daher derzeit zwingend erforderlich. Aktuelle Informationen findet man unter norwegen no.

Norwegen ist zwar kein Mitglied des Schengen-Abkommens, aber der Nordischen Passunion. Einreisen aus Dänemark und Schweden sind nur in Ausnahmefällen Pass- und Zollkontrollen unterworfen, Einreisen aus dem übrigen Schengenraum häufiger. Norwegen ist kein Mitglied der EU, daher gelten Zollbestimmungen auch für den privaten Warenverkehr (auch wenn es selten kontrolliert wird). Es ist möglich, mit dem Kraftfahrzeug von Schweden, Finnland oder Russland, mit der Fähre von Dänemark, Deutschland oder dem Vereinigten Königreich und mit dem Flugzeug anzureisen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nach Norwegen reist man von Deutschland aus am schnellsten mit dem Flugzeug. Die Flugzeit von München nach Oslo beträgt ca. 2:15 Std., von Hamburg aus etwa eine Stunde. Die Preise sind dank Konkurrenz durch Billigflieger mittlerweile drastisch gesunken, variieren aber erheblich je nach Wochentag und Monat. Fluglinien mit einem regelmäßigen Linienangebot nach Norwegen sind Norwegian, Lufthansa, SAS und KLM (keine Direktflüge).

Entlang der langen Küstenlinie gibt es zahlreiche kleinere Flughäfen, internationale Flüge haben jedoch meistens Oslo, Torp (Sandefjord), Bergen, Stavanger, Tromsø und Trondheim als Ziel.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Elektrotriebwagen in Larvik

Reisende ab Kopenhagen müssen in der Regel in Göteborg oder Stockholm umsteigen. Einige Verbindungen führen auch über Helsingør (mit dem Schiff). Die Reisezeit für diese Strecke liegt bei etwas mehr als 9 Stunden, ist allerdings bei rechtzeitiger Buchung wesentlich günstiger als das Flugzeug, außerdem entfallen flughafentypische Nachteile wie Gepäckkontrollen. Auch darf soviel Gepäck mitgeführt werden, wie man selbst tragen kann/möchte. Ebenso entfällt die oft lange An-/Abreise zum/vom Flughafen, der gerade bei Billigfliegern oft weit abseits des Ziels liegt (Billigflieger nutzen oft spezielle Flughäfen, die meist mit dem Ziel nur den Namen gemeinsam haben - z.B. Frankfurt-Hahn).

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die Touristenreisen nach Norwegen anbieten. Eine Übersicht findet man beispielsweise bei Busreisen.de.

Verschiedene internationale Buslinien führen von Schweden nach Oslo. Die wichtigsten Anbieter sind Eurolines, Swebus Express und Säfflebussen. Verbindungen ab Göteborg und Kopenhagen gibt es fast stündlich. Auch die Busdichte von Stockholm aus ist weit höher als die der Zugverbindungen. Wer günstig reisen will, sollte Lavprisekspressen.no für Bustickets zwischen den großen Städten Norwegens, Dänemarks und Schwedens besuchen.

Zwischen Murmansk und Kirkenes fährt dreimal am Tag ein Kleinbus. Zum Buchen setzt man sich mit Grenseland/ Sovjetreiser in Kirkenes in Verbindung.

Weitere Expressbuslinien führen von Schweden nach Bodø und Mo i Rana, aber auch von Dänemark nach Stavanger.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Neben den Fähren bieten sich mit dem Auto verschiedene Anreisemöglichkeiten an. Je nach persönlicher Präferenz kann eine kürzere Fährpassage (Vogelfluglinie) genommen werden, oder es geht über die neuen Brücken in Dänemark nach Schweden. Je nach Reiseziel in Norwegen gibt es nun verschiedene Wege, Reisende in den Süden Norwegens, nach Trondheim und auf die Lofoten nutzen ab Malmö/Helsingborg die E 6, die über Göteborg nach Oslo führt. Diese Straße die fast ganz Norwegen erschließt führt von Oslo aus weiter in Richtung Trondheim. Reisende, die schnell zum Nordkap gelangen möchten, sollten die schwedische E 4 nehmen, die wesentlich schneller zu fahren ist und über Stockholm nach Finnland führt.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Ab Deutschland[Bearbeiten]

Colorline-Terminal Oslo

Aus Deutschland pendeln die beiden Fährschiffe der Colorline täglich von Kiel nach Oslo. Abfahrt in Kiel um 14 Uhr, Ankunft in Oslo am nächsten Morgen um 10 Uhr. Direkt nach der Ankunft am Fährterminal verkehrt ein Bus in das Stadtzentrum. Retour geht es dann wieder um 14 Uhr. Ankunft in Kiel am nächsten Morgen wieder um 10 Uhr. Seit 2004 fährt die Color Fantasy, seit 2007 die Color Magic auf dieser Route, die beide zu den größten derzeit im Dienst befindlichen RoPax-Fähren zählen.

Die Schiffe der Colorline haben zunehmend einen Wandel vom Fährschiff zum Kreuzfahrtschiff erfahren, einen großen Teil der Gäste machen Gäste auf der sogenannten Mini-Kreuzfahrt aus. Für Low-Budget-Reisende gibt es keine günstigen Einzelbetten mehr zu buchen, ebenso werden keine Liegesessel mehr zur Verfügung gestellt. Während für die Mini-Kreuzfahrt mit sehr günstigen Preisen geworben wird, zahlt man für eine One-Way-Überfahrt in der Regel das Doppelte bis Mehrfache wie für eine gesamte Mini-Kreuzfahrt (bei der man jedoch keine Fahrzeuge zubuchen kann). Der Wandel wird auch im Schiffsinneren deutlich: Es gibt keine Sitzbereiche ohne gastronomische Bewirtung, am Abend beherrschen nicht selten Menschen in Abendkleidung das Leben an Bord, die meisten Passagiere bevölkern bald nach Ablegen des Schiffes eher die Gastronomie und Shops als die Außendecks.

region: NO; cc: +47; lang: nb; wiki: de59.9084610.71034Colorline Terminal Oslo, Terminalen Hjortnes, 0250 Oslo. Tel.: +49 431 73 00 100 (Service-Nummer in Deutschland). Einfaches Cafe im 4. Stock, Check-In im 1. Stock Geöffnet: Geöffnet Mo.-Fr.: 8.00 – 15.00 Uhr, Sa.-So.: 9.00 – 15.00 Uhr.

region: NO; cc: +47; lang: nb; wiki: deColorline Terminal Kiel, Norwegenkai, 24143 Kiel-Gaarden. Tel.: +49 431 73 00 100 (tägl. 8 - 22 Uhr), Email: . Geöffnet: Geöffnet täglich 8 - 15 Uhr. Unbekannter Typ

Ab Dänemark[Bearbeiten]

In der Hauptsaison an den landesüblichen Wechseltagen für Ferienhäuser sind die Fähren oft voll ausgebucht. An diesen Tagen sollte man einen Sitzplatz oder Kabine gebucht haben, wenn man nicht auf dem Boden sitzen will.

Ab Schweden[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Norwegen hat ein gut ausgebautes Nah- und Fernverkehrssystem. Es wird überwiegend mit Bussen und Fähren bedient. Die meisten Fahrpläne sind online über Internetseiten (z.B. www.rutebok.no) oder mit Hilfe von Apps für Android- oder iOS-Geräte erhältlich.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Inlandsflüge sind in Norwegen eine Selbstverständlichkeit, ein dichtes Netz an kleinen Regionalflughäfen überzieht das Land und ist insbesondere in Mittel- und Nordnorwegen, wo das Bahnnetz immer dünner wird, für Geschäftsreisende unverzichtbar. Neben dem größten norwegischen Flughafen, Flughafen Oslo-Gardermoen, hat jedes Fylke i.d.R. mehrere Regionalflughäfen, die von den internationalen Flughäfen (siehe Anreise) angeflogen werden. Folgend einige wichtige Flughäfen insbesondere der nördlichen Fylke, wo meist die Orte mit Anlegehäfen der Hurtigruten auch einen Flugplatz haben:

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Regional sind viele Küstenorte am schnellsten mit Fähren erreichbar, auch an den Fjorden werden viele Orte durch Fähren erreicht. Im Land der Tunnel- und Brückenbauingenieure ist man jedoch zunehmend dabei, Inseln durch Tunnel mit dem Festland zu verbinden und Fjorde mit gigantischen Brückenkonstruktionen zu überspannen. Fährverbindungen werden daher immer weniger, was zwar der zügigen Verbindung zuträglich, der Nostalgie aber abträglich ist - letzteres stört aber Einheimische weniger als Touristen. Ungünstig ist die Tendenz zum Brücken- und Tunnelbau aber für Radfahrer, für die die meisten Tunnel und zudem manche Brücken gesperrt sind.

Unter den überregionalen Schiffsverbindungen ist besonders die Hurtigruten, die Postschifflinie (wörtlich übersetzt „die schnelle Linie“) zu erwähnen. In sieben Tagen verbindet die Linie Bergen mit Kirkenes ganz im Norden und läuft dabei zahlreiche kleine Häfen an, da die Versorgung mit Waren und Post die Hauptaufgabe der jedoch zunehmend an Kreuzfahrtniveau angepassten Schiffe ist.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die Norwegische Staatsbahn (NSB) verbindet die wichtigsten Städte bis nach Bodø und über das schwedische Streckennetz bis nach Narvik. Zwischen den wichtigen Städten an der Westküste gibt es aufgrund der vielen Fjorde jedoch keine direkten Bahnlinien; das Netz ist hauptsächlich auf Oslo ausgerichtet. Bei einer Reise mit dem Zug wird einem jedoch eine der spektakulärsten Landschaften weltweit geboten. Mit dem InterRail-Ticket kann man sehr kostengünstig durch Skandinavien reisen. Die meisten Fernverbindungen werden mehrmals täglich bedient. Sitzplätze in Fernzügen erfordern eine kostenpflichtige (60 NOK) Reservierung. In Liegeabteilen hat das InterRail-Ticket keine Gültigkeit.

Unterwegs mit der Flåmsbahn

Wichtige Bahnstrecken in Norwegen:

  • Bergenbahn von Oslo nach Bergen, die Fahrt führt quer durch die nördliche Hardangervidda.
  • Dovrebahn von Oslo über Lillehammer und Dombås nach Trondheim, wobei die Fahrt sowohl durch das Gudbrandsdalen als auch über das Dovrefjell führt.
Dovrebahn
  • Flåmsbahn von Flåm nach Myrdal, die Strecke verbindet den Aurlandsfjord und damit die Region rund um den Sognefjord mit der Bergenbahn.
  • Nordlandbahn von Trondheim nach Bodø.
  • Raumabahn von Dombås nach Åndalsnes, ein 114 km Seitenzweig der Dovrebahn.
  • Rørosbahn, ein nicht-elekrifizierter Seitenstrang der Dovrebahn, die Røros mit Trondheim bzw. Hamar verbindet.
  • Sørlandsbahn von Oslo über Kristiansand nach Stavanger.

Daneben gibt es regionale Strecken wie die Kongsvingerbahn von Oslo nach Kongsvinger und die Hovedbahn von Oslo nach Eidsvoll

Fahrkarten der Norwegischen Staatsbahn NSB kann man im Vorhinein online oder telefonisch buchen. In den meisten Zügen außer den Lokalzügen (lokaltog) ist eine vorherige (kostenlose) Sitzplatzreservierung obligatorisch, die man mit der Fahrkarte erwirbt. Bei einem spontanen Mitfahrtswunsch fragt man den Zugbegleiter (conductor), ob noch Platz ist, was i.d.R. unproblematisch ist. Bei einer Online-Buchung hat man die Möglichkeit, sich seinen Sitzplatz anhand eines Abteilplans mit der Anzeige der noch verfügbaren Plätze selbst auszusuchen. Auf allen Strecken gibt es (kontingentierte) MiniPris-Ticket. Ein Standard-Ticket kann bis zur Abfahrt des Zuges storniert werden, während dies bei MiniPris-Tickets nicht der Fall ist. Eine Fahrt im Komfort-Bereich kostet 90 NOK zusätzlich zum Ticketpreis, beim Nachtzug kann unter verschiedenen Übernachtungsvarianten (sove) gewählt werden. Kinder von 5 - 15 Jahren fahren auf dem Standard-Ticket eines Elternteils kostenlos mit, während beim MiniPris-Ticket ein eigenes Ticket zu erwerben ist. Kinder von 0 - 4 Jahren reisen grundsätzlich kostenlos. Mit kleinen Kindern ist es emfehlenswert, bei der Buchung einen Platz im Familienabteil zu buchen. Senioren erhalten 50 % Rabatt auf den Preis eines Standard-Tickets. Die Fahrradmitnahme ist in allen Zügen möglich, jedoch teilweise kontingentiert, so dass eine vorherige Reservierung dringend anzuraten ist, insbesondere auf den stark touristisch frequentierten Strecken wie der Bergenbahn. Für ein Fahrrad ist ein extra Ticket fällig, dies entspricht preislich dem einer Kinderfahrkarte auf der gebuchten Strecke (50 % des Standardpreises), aber höchsten 179 NOK.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem eigenen Auto ist man immer am schnellsten! Dieser Satz mag vielleicht bei der Anreise bis zu den Fährterminals in Frederikshavn und Hirtshals gelten - die Höchstgeschwindigkeit auf dänischen Autobahnen wurde kürzlich auf 130 km/h angehoben, und Staus gibt es allenfalls in Aalborg -, jedoch nicht in Norwegen. Hier kann man mit maximal 80 km/h auf der Landstraße und 90 km/ h, manchmal wenigstens mit 110 km/ h auf der Autobahn fahren. Auf den Europastraßen wird man jedoch regelmäßig vor stationären Blitzern gewarnt (automatisk trafikkontroll), selten werden auch mobile Radarkontrollen durchgeführt (gut versteckt und ohne Warnung), häufiger sind die Radarwagen (zivile Polizeifahrzeuge mit Wegzeitmessung). Mittlerweile gibt es auch einige 'doppelte' Blitzer, d.h. selbst wenn man an beiden Blitzern die Höchstgeschwindigkeit einhält, erkennt der zweite Blitzer durch Zeitmessung ob man zwischendrin zu schnell war und blitzt trotzdem. Dennoch sollte man die Höchstgeschwindigkeit einhalten, die Strafen sind ähnlich hoch wie in der Schweiz ( z.B. +5 km/h 600 NOK), allerdings in deutschsprachigen Ländern wohl nicht durchsetzbar (sprich: eventuelle Strafen sind nicht verpflichtend, sofern man nicht von norwegischen Polizisten im Land zur Zahlung aufgefordert wird) – es sei denn, man nutzt ein gemietetes Auto eines Autoverleihers mit schwedischen oder norwegischen Kennzeichen. Viele Tempo-50-Zonen, Kreisverkehre, Schilderwälder und schleichende Wohnmobile machen das Autofahren auf den Transitstrecken für manchen zu einer Qual - andere genießen die insgesamt doch gleichmäßige Fahrt, die atemberaubende Ausblicke aus dem Autofenster ermöglicht.

Vielerorts, besonders bei Tunnel- und Ausbaustrecken sowie Stadtpassagen, muss man eine Maut entrichten, bei der Anreise in erster Linie auf der Autobahn in Richtung Oslo und auf dieser zuerst vor Drammen (30 NOK für PKW). Ansonsten liegt die PKW-Maut bei 10 bis 25 NOK für PKW. Es gibt drei verschiedene Typen von Mautstellen (TOLL oder BOMSTASJON genannt). Die Maut ist zahlbar in NOK am Automaten. Achtung: niemals bei rot fahren - Videoregistrierung. Manchmal gibt es aber auch eurotaugliche und menschlich besetzte Stationen. Als Tourist kann man sich aber auch vorab online mit Kreditkarte registrieren; der Betrag wird dann bequem abgebucht, und man verliert an den Mautstationen keine Zeit. Als Ausländer kann man diese automatischen Mautstationen auch einfach durchfahren, die Gebührenrechnung erhält man ohne Zuschläge an die Halteradresse und kann dann einfach überwiesen werden.[1] Dabei ist zu beachten, dass bei einem gemieteten Autos noch die Gebühr des Autoverleihers für die Rechnungsüberweisung hinzukommt. Dies gilt nicht für manuell besetzte Mautstationen.

Wichtig: Abblendlicht ist 24 Stunden, also auch tagsüber vorgeschrieben. Es wurde diskutiert, Rauchen am Steuer zu verbieten, allerdings wurde dieser Vorschlag verworfen. Allgemein: Die Bußgelder vor allem für Übertreten der Geschwindigkeitsgrenzen gehören zu den höchsten von ganz Europa, die, wenn man die Regeln nicht einhält, Löcher in die Urlaubskasse reißen. Dabei werden auch geringe Abweichungen nach oben (ab 4 km/h) geahndet.

Beim Fahren sollte man folgende Umstände beachten:

  • Das Rechts-vor-Links-Gebot ist allgegenwärtig.
  • Einige Bergstraßen sind nicht breit genug, damit zwei Autos aneinander vorbeikommen. Ausweichstellen sind mit einem großen M markiert.
  • Winterreifen sind in der kalten Jahreszeit gesetzlich vorgeschrieben.
  • Das Abblendlicht ist auch am Tage einzuschalten.
  • Besonders in Spätsommer und Herbst (Abtrieb) ist jederzeit mit Schafen oder Rindern auf Straßen zu rechnen.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Ausschilderung der norwegischen Nationalrouten

Radfahren auf der Langstrecke ist in Norwegen naturgemäß eine Herausforderung - flache Etappen auf den zahlreichen norwegischen Fahrradrouten sind sehr dünn gesät. Wer aber als Reiseradler Ausdauer und notfalls eine gewissen Leidensfähigkeit bei den vielen Steigungen mitbringt, wird mit einsamen Strecken durch die Natur, spektakulären Aussichten und rasanten Abfahrten nach herausfordernden Anstiegen belohnt.

Die wichtigsten Radrouten in Norwegen sind die zehn Nationalen Fahrradrouten:

Auf dem Rallarvegen, Teil der nationalen Radroute 4

Diese und weitere Fahrradrouten in Norwegen findet man mit zahlreichen Informationen zur Strecke auf dieser Karte. Wichtige Informationsquellen sind weiterhin die Seiten von cyclingnorway und die Seiten des Norwegischen Radfahrerverbandes. Eine von Tourenradlern gepflegte Datenbank gibt Hilfestellung bei der Routenwahl hinsichtlich der Freigabe und Nutzbarkeit durch Radfahrer der unzähligen Tunnel in Norwegen. GPS-Tracks und Streckenbeschreibungen für die meisten norwegischen Strecken findet man auch im Radreise-Wiki.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache in Norwegen ist Norwegisch. Die Sprache gibt es in zwei schriftlichen Varianten, Bokmål und Nynorsk. Gesprochen werden zudem verschiedene Dialekte des Norwegischen. Etwa 85% der Bevölkerung schreibt auf Bokmål, 15% auf Nynorsk. Bokmål entspricht am ehesten den Dialekten Ostnorwegens, Nynorsk hingegen jenen Westnorwegens und des Raums Trondheim. Zum Verstehen dieser Sprachen reichen auch Kenntnisse des Dänischen aus.

Norweger sprechen in der Regel gut bis sehr gut Englisch, was (wie auch im restlichen Skandinavien) darauf zurückzuführen ist, dass amerikanische Filme nicht synchronisiert, sondern nur mit norwegischen Untertiteln versehen sind - das Erlernen der Sprache ist daher zumindest in den jüngeren Generationen fast zwangsläufig gegeben. Deutsch oder Französisch sind deutlich weniger verbreitet, in den Tourist-Informationen oder auf großen Campingplätzen ist es jedoch nicht ungewöhnlich, auch deutschsprachige Mitarbeiter anzutreffen.

Die Buchstaben å, æ und ø stehen am Ende des Alphabets. Das sollte man bei der Benutzung von Wörterbüchern oder ähnlichen Verzeichnissen beachten.

Aussprache:

  • å wie ein langes o
  • æ wie ä
  • ø wie ö

Kaufen[Bearbeiten]

Die Landeswährung ist die Norwegische Krone (NOK). Zur Zeit entspricht 1 € etwa 9,40 NOK (28. Januar 2016). Eine Krone entspricht 100 Øre, allerdings sind keine Øre-Münzen mehr im Umlauf, die kleinste Münze ist das 1-Kronen-Stück. Preise werden noch mit Øre ausgezeichnet, die Einkaufssumme wird jedoch an der Kasse jeweils gerundet.

Es gibt in Norwegen kein einheitliches Ladenschlussgesetz, aber die Öffnungszeiten sehen in der Regel wie folgt aus:

Einzelhändler: Mo-Fr: 09:00 - 16:00 Sa: 09:00 - 13:00
Supermärkte: Mo-Fr: 09:00 - 20:00 (21:00) Sa: 09:00 - 18:00 (19:00)
Banken: Mo-Fr: 08:15 - 15:00 Sa: -
Post: Mo-Fr: 08:30 - 16:00 Sa: 08:30 - 13:00

Es ist in vielen Geschäften, den Banken und der Post üblich, eine Nummer zu ziehen. Diese Nummern werden dann auf einer Tafel angezeigt mit dem Hinweis, zu welchem Schalter man gehen soll, oder die Nummer wird aufgerufen. Wer keine Nummer gezogen hat, kommt auch nicht an die Reihe.

Die Preise für Lebensmittel bewegen sich auf dem Niveau der Schweiz, also auf einem höheren als in Deutschland, aber die Preise sind in den Geschäften sehr unterschiedlich, so dass sich ein Preisvergleich sehr lohnen kann.

Norwegen wird oft als "trockenes Land" betrachtet, da die Alkoholpreise sehr hoch sind. Ein Glas Bier oder Wein ist in Restaurants für etwa 60 NOK (9 €) zu haben. Bier ist in Supermärkten erhältlich, Weine und Hochprozentiges sind wie in Schweden und Finnland jedoch nur in den staatlichen Läden (Vinmonopolet) im Angebot. Man muss mindestens 18 Jahre alt sein, um Bier und Wein kaufen zu können. Hochprozentiges (mehr als 22 %) darf man erst ab 21 Jahren kaufen.

Bargeld bekommt man in Norwegen mit der EC-Karte an allen Bankautomaten, die in jedem Ort vorhanden sind.

Tax-free-shopping: Es besteht in ca. 3.000 Geschäften die Möglichkeit, bei einem Kauf von Waren im Wert von mehr als 300 NOK sich einen "Tax-Refund-Scheck" ausstellen zu lassen. Damit erhalten Sie bei der Ausreise aus Norwegen einen Teil der norwegischen Mehrwertsteuer zurück, die zur Zeit(Februar 2013) bei 25 % liegt. Man bekommt ca. 11-19 % zurückerstattet, muss die Ware aber bei der Ausreise noch originalverpackt haben und spätestens vier Wochen nach dem Einkauf außer Landes sein. Man geht bei der Ausreise mit dem Tax-Refund-Scheck und den gekauften Gegenständen sowie einem gültigen Ausweis zu den entsprechenden Schaltern auf dem Flughafen, der Fähre oder dem Grenzübergang.

Küche[Bearbeiten]

Fiskeboller (Fischklößchen) in Creme-Sauce mit Kartoffeln, geriebenen Möhren und Speck

Das typische norwegische Essen setzte sich aus allem zusammen, was unter dem rauen Klima gedeihen konnte. Die Erzeugnisse wurden ein Jahr lang bis zur nächsten Ernte gebunkert und enthielten genug Energie für härtere Arbeitsaufgaben. Typische Beispiele waren Haferbrei, Suppen, einfallsreiche Zubereitungsvariationen aus Kartoffeln, gesalzenes und geräuchertes Fleisch und frischer, gesalzener oder geräucherter Fisch. Die regionalen Unterschiede waren jedoch teilweise sehr groß, so dass einem mancher Norweger nur schlecht die Frage beantworten kann, welche Speise nun traditionell norwegisch wäre.

Heute basieren hochwertigere Traditionsspeisen oft auf Jagdwild und frischem Fisch. Steaks und Fleischklößchen vom Ren oder vom Elch besitzen einen internationalen Ruf, ebenso frische, geräucherte oder panierte Lachssorten, aber auch andere Fischprodukte. Backerzeugnisse wie Lukket valnøtt (Cremekuchen mit Marzipanglasur) haben ebenfalls einen Beitrag in der internationalen Küche geleistet.

Brunost

Unterwegs in den kleinen Cafés des Landes wird man sehr häufig auf vafler auf der Speisetafel treffen - Norweger bevorzugen dabei rømme og syltetoy zu ihren Waffeln, Sauerrahm und Erdbeermarmelade. Etwas gewöhnungsbedürftig für den Gaumen, der bei der Sahne auf der Waffel (gesüßte) Schlagsahne erwartet, doch unbedingt probierenswert.

Eine weitere für mitteleuropäische Geschmäcker etwas ungewöhnliche Spezialität ist der brunost (Brauner Käse), auch geitost (Ziegenkäse) genannt. Während es jedoch eine große Vielfalt an geitost-Sorten in Norwegen gibt mit verschiedenen Konsistenzen und allerlei Würzungen, kennzeichnet alle Formen von brunost der süßliche, karamellartige Geschmack, das karamellige Aussehen, und selbst die Konsistenz ist fast so klebrig wie Karamell. Kaum ein Frühstücksbuffet in Hotels kommt ohne einen brunost daher, der sicher als typische norwegische Speise gelten kann – sogar als Beilage zu den vafler med rømme wird er gereicht.

Nachtleben[Bearbeiten]

In größeren Städten gibt es meist ein sehr breites Angebot. Im Sommer, wenn das Wetter es zulässt, feiern die Norweger aber draußen. Die Norweger besuchen Lokale bewusst und nicht einfach so. Sie sind daher in der Regel passend zum Lokal gekleidet, dennoch ist ein lockerer Kleidungsstil üblich.

Die Preise für alkoholische Getränke sind sehr viel höher als in Mitteleuropa. In Bars und Restaurants kann ein 0,3 l-Glas Bier beispielsweise durchaus umgerechnet 10 Euro kosten. Gleiches gilt für ein Glas Wein, das etwa 11,50 Euro kostet.

Unterkunft[Bearbeiten]

Vom Sternehotel in den großen Städten (hier Trondheim) ...

Ein Einzelzimmer in einem Mittelklasse-Hotel kostet 900 NOK und aufwärts. Es lohnt sich, das Hotelzimmer vorab über die Seiten der großen Anbieter (z.B. Rica, Thon, Choice, Quality) zu buchen. Der Preis ist dann erheblich günstiger als vor Ort. Low-Budget-Hotels sind sehr selten. Daneben gibt es günstige Möglichkeiten wie Campinghütten (400 bis 800 NOK, mit Platz für 4 bis 8 Personen), Berghütten (150 bis 300 NOK pro Person), Jugendherbergen (150 bis 250 NOK pro Person) u.a. Die meisten dieser Optionen setzen Selbstversorgung, das Mitbringen eigener Bettwäsche und das Reinigen des Zimmers vor der Abreise voraus.

... bis zum Zelten in der Nachbarschaft einer Jugendherberge gibt es in Norwegen ein breites Spektrum an Übernachtungsmöglichkeiten

Das Zelten ist die preiswerteste Art der Übernachtung. Ein Stellplatz kostet meist 120 bis 160 NOK, in Städten auch mehr. Es gibt rund 1200 Campingplätze. Die meisten sind mit einer Campingküche ausgestattet. In Folge des Jedermannsrechts darf auch ein bis zwei Nächte wild gezeltet werden, jedoch nur, wenn niemand gestört wird und private Grundstücke, wie Wiesen und Felder, nicht genutzt werden. Das Entsorgen des Mülls in Mülltonnen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Hinweis: In den Tälern werden sich nur wenige Möglichkeiten zum Zelten finden. Im Gebirge hingegen wird es nachts empfindlich kalt. Es gibt auch Pensionen (Gjestegård), die Zimmer vermieten (teilweise mit Frühstück). Diese sind etwas günstiger als die Hotels. Einzelzimmer werden selten angeboten (normalerweise Festpreis pro Zimmer, egal ob alle Betten benutzt werden).

Camping[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage und wiederkehrende Feste[Bearbeiten]

Termin jährlich? Name Bedeutung
1. Januar ja nyttår Neujahr als erster Tag des Jahres
Februar ja vinterferie Winterferien
13. April 2017 ja skjærtorsdag Gründonnerstag als Donnerstag vor Ostern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern sind am sjærtorsdag alle Geschäfte und Banken geschlossen.
14. April 2017 ja langfredag Karfreitag als Freitag vor Ostern
16. April 2017 ja første påskedag Ostersonntag als 1. Sonntag nach dem 1. Frühlingsvollmond
17. April 2017 ja andre påskedag Ostermontag als Tag nach Ostersonntag
1. Mai ja Arbeidernes internasjonale kampdag Maifeiertag
25. Mai 2017 ja kristi himmelfartsdag Christi Himmelfahrt, 40. Tag nach Ostern
17. Mai ja grunnlovsdagen Verfassungstag, gefeiert wird die Verabschiedung des Grundgesetzes 1814 in Eidsvoll.
4. Juni 2017 ja første pinsedag Pfingstsonntag, 50. Tag nach Ostern
5. Juni 2017 ja andre pinsedag Pfingstmontag, 51. Tage nach Ostern
24. Juni ja Sankt Hans aften/Jonsok Geburtstag von Sankt Hans (Johannes der Täufer). Am Vorabend wird der Sankt-Hans-Abend gefeiert. Sommersonnenwendefest. Große Lagerfeuer, (sankthansbåler), die bis zu 30 m hoch sein können.
Ende Juni bis Anfang August ja sommerferie Sommerferien
25. Juli ja Sankt Olavs dagen Sankt Olavs Tag, vorwiegend in Mittelnorwegen, wo König Olav in der Schlacht zu Stiklestad fiel und in der Nidros-Kathedrale in Trondheim beerdigt wurde.
letzter September-Donnerstag ja fårikål-dag Hammel-in-Kohl-Tag: Man huldigt dem Nationalgericht "in Kohl eingelegter Hammel" landesweit. Das Gericht wird zu hause und in den meisten Restaurants gegessen.
25. Dezember ja første juledag 1. Weihnachtstag
26. Dezember ja andre juledag 2. Weihnachtstag
31. Dezember ja nyttårsaften Silvester als letzter Tag des Jahres.

Weitergehende Informationen: Website von Norwegenservice

Sicherheit[Bearbeiten]

Norwegen hat generell eine niedrige Verbrechensrate. Verbrechen beschränken sich meistens auf Diebstahldelikte und Vandalismus, allerdings haben zumindest Eigentumsdelikte in den letzten Jahren zugenommen, zunehmend aufgrund Bandenkriminalität.

Gewarnt werden Wohnmobilfahrer vor einem nächtlichen Übernachtungshalt auf Parkplätzen an den Europastraßen, da hier vermehrt Überfälle mit Betäubungsgas zu verzeichnen sind. Wohnmobilfahrer sollten für die Übernachtung besser einen der günstigen Stopover-Plätze an Campingplätzen nutzen.

Nicht selten hat Ignoranz gegenüber Warnschildern in scheinbar ungefährlichen Situationen - wie hier an der Gletscherzunge des Nigardsbreen - schon zu Todesfällen geführt

In Norwegen werden Warnschilder nur aus wirklich existierendem Grund aufgestellt, d.h. wo sich Warnschilder befinden, ist dringend Vorsicht geboten. Jedes Jahr werden Touristen in den Bergen verletzt oder sogar getötet, weil sie solche Warnungen missachtet haben, z.B. weil sie ohne ausreichende Kenntnisse eine Gletscherspalte betreten haben oder sich Gletscherzungen zu weit genähert haben.

Allgemein gibt es eine Tendenz, dass sich Urlauber ohne ausreichende Ausrüstung, insbesondere ohne Wetterschutz, und mit unzureichender Kondition auf Bergtouren begeben, denen sie nicht gewachsen sind. Die Zeitempfehlungen der norwegischen Wandervereine gelten grundsätzlich für erfahrene, trainierte einheimische Wanderer und sollten von unerfahrenen Urlaubern mit sehr viel Respekt beachtet werden - großzügigen Zeitaufschlag für die eigene Etappenplanung eingeschlossen. Wind- und Wetterschutz sind immer mitzuführen, bei längeren Wanderungen in den Gebirgen außerdem ein Zelt, Matte und Schlafsack.

Gesundheit[Bearbeiten]

Das Gesundheitswesen (helsevesen) in Norwegen lässt sich nicht mit dem deutschen vergleichen, daher seien Norwegenreisende für den Krankheits- oder Verletzungsfall auf einer Norwegenreise vorgewarnt:

Die norwegischen Hausarztpraxen sind in der Regel nur von 8:00-14.30 Uhr geöffnet und zahlenmäßig unterrepräsentiert - lange Wartezeiten auf einen Termin (eine Woche ist nicht ungewöhnlich) sind Normalität. Auch in den Krankenhäusern gelten geregelte Arbeitszeiten wie auch im restlichen norwegischen Arbeitsleben, was bedeutet, dass außer in absoluten Notfällen nach 16 Uhr nicht mehr operiert und behandelt wird. Wartezeiten von bis zu 8 Monaten für eine neue Hüfte sind keine Seltenheit.

Nun reisen Urlauber nicht wegen einer neuen Hüfte nach Norwegen, wollen aber bei behandlungsbedürftiger Krankheiten auch nicht eine Woche auf einen Termin warten. Daher wendet man sich - wie die Norweger auch - in allen nicht lebensbedrohlichen, aber dringenden Krankheits- und Notfällen an eine legevakt, eine Notfallpraxis. Diese sind - zumindest in den Städten - in der Regel rund um die Uhr besetzt (døgnvakt), allerdings gilt hier wie auch sonst in Norwegen: Nummer ziehen (kjølapp) und warten, nicht selten mehrere Stunden. Zudem wird grundsätzlich eine Behandlungsgebühr fällig.

Klima[Bearbeiten]

Dank des Golfstroms ist das Klima in Norwegen wärmer, als es für ähnliche Breitenlagen erwarten lässt. Fast die Hälfte des Landes liegt nördlich des Polarkreises. Die Sommer können ziemlich warm werden (um die 30 °C), sogar im Norden, jedoch nur für eine kurze Zeit. Die Länge des Winters und die Schneemenge variiert von Jahr zu Jahr. Selbstverständlich fällt im Norden mehr Schnee; außerdem ist es entschieden dunkler. Im Süden und an der äußersten Westküste sind die Winter ziemlich mild und regnerisch, während im Inland die Temperaturen -25 °C erreichen können. Einige Berge besitzen ständige Gletscher.

Temperaturdaten für Oslo:

Monat J F M A M J J A S O N D Jahr
Durchschnittstemperatur in °C -4,7 -4,0 -0,5 4,8 10,7 14,7 17,3 15,9 11,3 5,9 1,1 -2,0 5,9
Höchsttemperatur in °C -2,4 -1,1 3,8 9,8 15,9 19,9 22,3 20,9 15,7 9,1 3,2 0,1 9,8
Tiefsttemperatur in °C -7,3 -7,1 -4,1 0,9 5,9 10,1 13,0 11,9 7,8 3,1 -0,8 -4,1 2,4

Respekt[Bearbeiten]

Theoretisch ist es nicht gestattet, Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Das zugehörige Gesetz untersagt es sogar, Alkohol auf der eigenen Gartenterrasse zu trinken, da man von anderen Leuten gesehen werden könnte. In der Praxis kommt dieses Gesetz kaum zur Anwendung, und viele Norweger nehmen sogar in öffentlichen Parkanlagen ein Bier zur Hand. Es gibt Debatten um die Abänderung des veralteten Gesetzes, und kürzlich fanden auch Diskussionen in den Medien statt: demnach scheinen die meisten Norweger die Meinung zu vertreten, dass das Trinken in öffentlichen Parkanlagen in Ordnung geht, solange die Tageszeit stimmt und die Leute friedlich bleiben. Falls man jedoch andere Leute belästigen sollte oder zu stark betrunken erscheint, ist es möglich, dass man von Polizisten aufgefordert wird, den Alkohol wegzuschütten. Im schlimmsten Fall muss man eine Geldstrafe zahlen. Anders ist die Situation auf einer Straße. Hier wird man die Aufmerksamkeit eines Polizisten eher auf sich ziehen als bei einem Picknick im Park.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Post

Eine Postkarte in das Europäische Ausland kostet 14,- Nok. (Stand: 06/2015).

Telekommunikation und Wifi

Norwegen ist in Sachen Telekommunikation ein Vorreiter. So kommt es, dass es nur noch knapp 500 Telefonzellen, Tendenz sinkend, in Norwegen gibt. Einige wurden sogar schon unter Denkmalschutz gesetzt. Da 66 % der Norweger einen eigenen Internetanschluss besitzen, sind Internetcafés nur schwer zu finden. Zunehmend ist es üblich, dass Hotels und Campingplätze, Restaurants und Cafés WLAN für ihre Kunden anbieten, teils gegen Gebühr, teils frei zugänglich. So kann man selbst im Hochgebirge an manchen Orten problemlos ins Internet - ein eigenes mobiles Zugangsgerät vorausgesetzt.

Die Mobilfunk-Abdeckung ist erstaunlich hoch - mobil telefonieren kann man sogar in vielen, vermeintlich menschenleeren Gebirgsregionen, zumindest in Straßennähe. Jedoch sollte man sich in Notsituationen im Hochgebirge nicht auf das Mobiltelefon verlassen, mitten in der Hardangervidda oder dem Jotunheimen ist der Mobilfunkempfang sehr ungewiss. Es Sollte für jeden Wanderer daher selbstverständlich sein, die geplante Wanderroute und eine Zeitangabe am Ausgangspunkt zu hinterlassen, nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch, um eventuellen Rettungskräften eine lange Suche zu ersparen.

Auch wenn Norwegen nicht zur EU gehört, die meisten deutschen Mobilfunkanbieter führen es in der selben Ländergruppe wie die (regulierten) EU-Länder und bieten entsprechend günstige Roamingtarife an, je nach zuhause gewähltem Tarif sogar mit Inklusiv-Minuten/Datenvolumen. Die Anschaffung einer lokalen SIM-Karte lohnt also nur bei deutlich längeren Aufenthalten oder intensiver Handynutzung.

Sogar in den entlegensten Berghütten ist es möglich, Postkarten zu verschicken.

Auslandsvertretungen[Bearbeiten]

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Deutsche Botschaft in Oslo

region: NO; cc: +47; lang: nb; wiki: deDeutsche Botschaft Oslo (Tysklands ambassade Oslo), Oscars gate 45, N-0244 Oslo. Tel.: +47 23 27 54 00, (für Reisepässe:23 27 54 30)Ungültiges Telefonformat, Fax: +47 22 44 76 72, Email: . Geöffnet: Montag bis Freitag 8.30-11.30 Uhr.

Republik Österreich[Bearbeiten]

region: NO; cc: +47; lang: nb; wiki: deÖsterreichische Botschaft Oslo, Thomas Heftyesgate 19-21, 0244 Oslo. Tel.: +(00)47 22 54 02 00, Fax: +(00)47 22 55 43 61, Email: .

Schweizerische Eidgenossenschaft[Bearbeiten]

region: NO; cc: +47; lang: nb; wiki: deEmbassy of Switzerland, Bygdøynesveien 13, 0244 Oslo. Tel.: +(00)47 22 54 23 90, Email: .

Literatur[Bearbeiten]

Julia Fellinger: Fettnäpfchenführer Norwegen. Im Slalom durch den Sittenparcour des hohen Nordens. Meerbusch : Conbook, 2015 (5. Auflage), ISBN 9783934918566.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AutoPass, Abschnitt "Gäste ohne Autopass"


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