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Rjukan

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Rjukan
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Rjukan ist eine Stadt in Südnorwegen, am südöstlichen Rand der Hardangervidda.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gaustatoppen

Die kleine Stadt Rjukan liegt in der Ost-Telemark im Vestfjorddalen, das nach Süden vom 1883 m hohen Gaustatoppen und im Westen von der Hardangervidda begrenzt wird.

Bekannt wurde Rjukan unter anderem als Ort, in den sechs Monate im Jahr kein Sonnenlicht gelangt: Aufgrund der Enge des Tals ist es über das gesamte Winterhalbjahr dunkel im am Talboden liegenden Ort. Dies führte 1928 zur Anlage der Krossobanen, mit der die Einwohner auf Bergeshöhe hinauffahren konnten, um Sonnenlicht zu bekommen. Schon lange gab es außerdem Pläne, mit großen Spiegeln Sonnenlicht in den Ort zu lenken. Ende Oktober 2013 wurden schließlich nach langjährigen Planungen drei große Heliostaten auf dem über der Stadt gelegenen Hügel in Betrieb genommen. Sie lenken während des Winterhalbjahrs Sonnenlicht auf den Marktplatz der Stadt.

Trotz des Lichtmangels war Rjukan schon früh ein Anziehungspunkt für Touristen: Der Wasserfall Rjukanfossen und der Gaustatoppen, der höchste Berg Südnorwegens, dazu die Nähe zur Hardangervidda machte den Ort als Reiseziel bekannt. Die ab 1908 (bis 1991) betriebene Rjukanbahn zum Tinnsjø und die Eisenbahnfähre über den See ermöglichte bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts den Reisenden, den Ort auf recht einfache Weise zu erreichen. Die Bahn wurde jedoch in erster Linie für den Bau des damals größten Wasserkraftwerks der Welt, Vermork, für das direkt benachbarte Werk des Aluminiumproduzenten Norsk Hydro, errichtet. Beide Bauwerke führten zu einem schnellen Wachstum des Ortes.

Insbesondere das Werk der Norsk Hydro brachte aber auch das Weltgeschehen in den kleinen, ansonsten eher abgelegenen Ort: Rjukan war im Zweiten Weltkrieg wie ganz Norwegen in der Hand der deutschen Besatzungsmacht. Das besondere Interesse der Deutschen galt dem europaweit einzig in den Anlagen der Norsk Hydro produzierten Schweren Wasser, das zur Kernspaltung und damit zur Atomwaffenproduktion benötigt wurde. Zahlreiche Sabotageakte, in die neben norwegischen Widerstandskämpfern sowohl englische wie amerikanische Soldaten verwickelt waren, involvierten die Region direkt ins Kriegsgeschehen. Mehrere Versuche, die Produktion zu stoppen, scheiterten jedoch. Endgültig verhindert wurde der Transport des Schweren Wassers nach Deutschland letztlich nur durch die Sprengung der Eisenbahnfähre über den Tinnsjø durch norwegische Widerstandskämpfer, bei der die größte Menge des Schweren Wassers unterging, allerdings auch etliche Zivilisten ihr Leben verloren. Die heute als Besucherzentren erhaltenen Industrianlagen rumd um Vermork wurden im Juli 2015 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Heute bietet der Ort mit dem Gaustatoppen und der lange geheimgehaltenen, seit 2004 öffentlich zugänglichen Gaustabahn, der Krossobahn, dem Rjukanfossen und dem Kraftwerk Vermork, das heute ein Industriemuseum ist, eine große Anzahl an Atrraktionen, ergänzt durch die ursprüngliche Landschaft in der Umgebung. Auch im Winter ist die Region für ihre hervorragenden Möglichkeiten für Langlaufski bekannt.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der hinsichtlich der weiteren Anreise nach Rjukan am Besten geeignete Flughafen ist der Flughafen Oslo-Gardermoen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Seit der Stilllegung der Rjukanbahn ist eine Anreise mit der Bahn nach Rjukan nicht mehr möglich. Für Reisende aus Richtung Oslo ist in Kongsberg der nächstgelegene Bahnhof, von dort bestehen Busverbindungen nach Rjukan.

Außerdem bietet der Bahnhof in Nordagutu an der Bradsbergbanen eine Anreisemöglichkeit mit Busanschluss.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Aus Richtung Oslo erreicht man Rjukan mit dem Bus aus Kongsberg (1:30 h Fahrtzeit ab Kongsberg).

Von der Südküste kommend nimmt man ab dem Bahnanschluss in Nordagutu den Bus (ca. 1:40 h Fahrtzeit).

Aus Notodden sind es 1:10 h Fahrtzeit nach Rjukan.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1 Gaustatoppen Der kegelförmige Berg ist der höchste Berg in Südnorwegen und bietet (gute Sicht vorausgesetzt) vom Gipfel auf 1883 m Höhe einen Überblick über fast ein Sechstel Norwegens.
  • 2 Gaustabanen
  • 3 Rjukanfossen
Krossobanen
  • 4 Krossobanen, Kraftledningsveien 1, 3660 Rjukan. Tel.: +47 35 09 00 27, E-Mail: . Skandinaviens älteste Seilbahn wurde 1928 errichtet, um den Einwohnern von Rjukan auch im Winterhalbjahr den Zugang zu Sonnenlicht zu ermöglichen. Die Talstation liegt auf 403 m Höhe etwa 1 km westlich des Stadtzentrums. Von dort befördert die Bahn die Besucher in viereinhalb Minuten zur Bergstation Gvepseborg auf 886 m Höhe. An der Bergstation befindet sich ein Aussichtsturm, von dem man aus einen weiten Blick über die umliegenden Berge, vor allem auch den Gaustatoppen, und die Hardangervidda hat. Ein Cafe an der Bergstation befindet sich im Bau. Die Bergstation ist außerdem Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren im Sommer und für Alpinski, Ski nordisch oder Rodelabfahrten im Winter
Anlage des Kraftwerks Vemork
  • 5 Norsk Industriarbeidermuseum, Vemork, 3660 Rjukan. Tel.: +47 35 09 90 00, Fax: +47 35 09 90 01, E-Mail: . Das norwegische Industriearbeitermuseum befindet sich im ehemaligen Kraftwerk Vemork am westlichen Ende der Schlucht von Rjukan. Hier wird unter anderem die Geschichte der Helter i Telemark, der Helden der Telemark dokumentiert - der norwegischen Widerstandskämpfer, die 1944 maßgeblich daran beteiligt waren, den Transport des für die Atomwaffenproduktion benötigten Schweren Wassers nach Deutschland zu verhindern.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kein Buch, sondern ein Film ermöglicht eine Einstimmung auf die Reise nach Rjukan: Der 1964 gedrehte Film Heroes of Telemark (deutsch: Kennwort Schweres Wasser) mit Kirk Douglas und Richard Harris in den Hauptrollen wurde an Originalschauplätzen gedreht und gibt Einblicke in die winterliche Hardangervidda und das Rjukan vor 50 Jahren. Ebenso zeigt die norwegisch-englische Serie Kampen om tungvannet, die Anfang Januar 2018 in der ARD unter dem Titel Saboteure im Eis lief, Aspekte der Geschehnisse in Rjukan während des Zweiten Weltkriegs.


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