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Kirkenes

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Kirkenes Foussgängerzon Feb 2005.jpg
Kirkenes · Girkonjárga (Sami)
Fylke Finnmark
Einwohner ca. 3440
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Höhe
9 m
Tourist-Info Web http://www.visitkirkenes.no
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Lage
Lagekarte von Norwegen
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Kirkenes

Kirkenes ist eine Stadt im norwegischen Fylke Finnmark und das Zentrum der Gemeinde Sør-Varanger.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Jahr 1862 erhielt Kirkenes seine erste Kirche und vermutlich seinen heutigen Namen, der "Kirchenhalbinsel" oder "Kirche auf der Landzunge" bedeutet. Anfang des 20. Jahrhunderts begann mit dem Erzabbau in Bjørnevatn südlich von Kirkenes der Aufschwung des Ortes, der bis dahin nur aus der Kirche und wenigen Häusern und Hütten bestand. Nach dem 1. Weltkrieg siedelten sich immer mehr Menschen aus aller Herren Länder in Kirkenes an, um am Aufschwung und Reichtum der Stadt teilzuhaben, der ihr durch ihre Bedeutung als Erzausschiffungshafen zuteil wurde.

Zur Vorbereitung des Kampfes um Murmansk, den einzigen eisfreien Hafen der Sowjetunion, verlegte die Deutsche Wehrmacht nach der Besetzung Norwegens im Juni 1941 etwa 30.000 Soldaten nach Kirkenes. Die Stadt wurde als Truppenstützpunkt und Versorgungslager ausgebaut. Über Murmansk wurden Leningrad, Moskau und andere russische Städte von den Alliierten durch die Barentssee mit Waffen und Nahrungsmitteln versorgt. Um dies weiter zu ermöglichen, begannen die Sowjets mit der Bombardierung von Kirkenes. Ein erbarmungsloser Stellungskrieg, über 300 Bombardierungen und ein harter Winter mit Temperaturen von -30 bis -40 Grad forderten zehntausende Tote auf beiden Seiten. Auch in dem ausgesprengten Schacht des Bergbaubetriebs, der Andersgrotta, suchten die Bewohner Schutz. Erst im Jahr 1944 zogen sich die Deutschen zurück und verwüsteten die Stadt; von einst 400 Häusern blieben nur 20 stehen. Als die Russen im Oktober 1944 in die Stadt einmarschierten, fanden sie eine völlig zerstörte Stadt vor, deren Einwohner den Winter in den Ruinen überleben mussten.

Die USA-Dollars des Marshallplans verhalfen der Stadt zu einem bescheidenen Wiederaufbau nach dem Krieg. Erneut war die Nachfrage nach Eisenerz groß, so dass Kirkenes in den 1950er bis 1970er Jahren ein Wirtschaftswunder erlebte mit vielen Neubauten, einem Hallenbad, einem Flughafen, dem Krankenhaus und asphaltierten Straßen. Nachdem das Erz der Region im internationalen Vergleich in den 1980er Jahren zu teuer wurde, musste der Erzabbau 1996 eingestellt werden. Nach dem Erhalt der Stadtrechte 1998 und der politischen Wende lebte der Handel mit Russland wieder auf, und die Bevölkerung lebte von den Einkünften durch Dienstleistungen, Werften und dem zunehmenden Tourismus, nicht zuletzt aufgrund der Hurtigruten. Inzwischen wurde der Erzabbau wieder aufgenommen. Norwegen und Russland haben sich über die Regulierung der Ausbeutung der Erdgasfelder in der Barentssee geeinigt, was mittelfristig für Kirkenes bedeuten könnte, dass die Stadt ein wichtiger Umschlagplatz für das Erdgas werden könnte.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Kirkenes Lufthavn, Avinor, Kirkenes Airport, 9912 Hesseng, Norway. Tel.: +47 67 03 53 00. Täglich mehrfache Verbindungen von und nach Oslo, außerdem Regionalflüge u.a. nach Alta, Båtsfjord, Honningsvåg, Tromsø, Vadsø und Vardø. Fluglinien: Widerøe, Norwegian und SAS.

Der Flughafen in Kirkenes hat eine wichtige Bedeutung für die Kreuzfahrtreisenden der Hurtigruten, er dient als Ab- und Anreiseort für diejenigen, die nur die nord- oder südgehende Route befahren. Es gibt einen Zubringerbus von und zum Hurtigrutenterminal.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Das Transportunternehmen Boreal Transport Norge AS verbindet Kirkenes mit vielen Städten der Region und ganz Norwegens.

Auf der Straße[Bearbeiten]

In Kirkenes enden die Europastraßen E6 und E105, die aus Süden kommen. Dabei beginnt die E6 im Süden Schwedens in Trelleborg und verläuft über Göteborg, Oslo, Trondheim und Narvik entlang der Norwegischen Küste nach Nord-Osten. Für deutsche Autoreisende wahrscheinlich nicht die direkte, dennoch eine landschaftlich äußerst beeindruckende Strecke.

Die E105 beginnt im Süden der ukrainischen Halbinsel Krim in Jalta, am Schwarzen Meer. Von dort geht es gen Norden über Charkov, Moskau, Sankt Petersburg und Murmansk hierher.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

MS Finnmarken in Kirkenes
Kirche
Russendenkmal
Andersgrotta-Eingang
MS Midnatsol im Hafen von Kirkenes, Nov. 2014
Der Neidenelv-Fluss mit den Skoltefossen
Kong Oskar II Kapelle in Grense Jakobselv

Kirkenes ist seit 1908 täglich der Wendepunkt eines der Hurtigruten-Schiffe auf ihrer 12tägigen Reise entlang der norwegischen Westküste. Ein- und Auslaufen um 9:00 Uhr und 12:30 Uhr.

1 Hurtigruten-Kontakt: Nor Lines Kirkenes AS, Kaiveien 4, 9900 Kirkenes. Tel.: +47 78 97 36 70. Von hier verkehrt ein Linienbus zum Zentrum mit den Hotels und zum Flughafen. Der Preis für die 20-minütige Fahrt beträgt 85 NOK.

Der letzte Hafen ist Vadsø, der nächste Vardø.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Bis nach Kirkenes hinauf führt die Nationale Fahrradroute 1 auf ihrem langen Weg entlang der norwegischen Küstenlinie. Dabei zweigt die Strecke nach Kirkenes bei Olderfjord von der Strecke Trondheim - Nordkap ab. Entfernung Trondheim - Olderfjord 1822 km, Olderfjord - Kirkenes: 417 km. GPS-Track im Radreise-Wiki.

Der Europa-Radweg Eiserner Vorhang (Iron Curtain Trail) endet ebenfalls in Kirkenes auf seiner langen Reise entlang der ehemaligen Blockgrenze. Dabei geht es vom Finnischen Meeresbusen bis hierher stets über finnische und norwegische Straßen. Das nah gelegene Russland ist nicht eingebaut.

Mobilität[Bearbeiten]

Der kleine Ort kann gut zu Fuß erkundet werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Die Kirche von Kirkenes
  • 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Das Denkmal für die Befreiung durch die Rote Armee 1944
  • 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Andersgrotta, Luftschutzbunker von 1941 mit 9-Minuten-Filmvorführungen, in norwegisch, deutsch und englisch, im Sommer 2-3 täglich. Die Höhle, ein ehem. Bergbaustollen, wurde im Zweiten Weltkrieg ausgesprengt und diente als Zufluchtsort für die Bevölkerung. Sie wurde nach Ingenieur Anders Elvebakk benannt.
  • 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Das Sør-Varanger-Museum bietet eine wechselnde Ausstellung aus dem Grenzgebiet, Öffnungszeiten 10-14 Uhr (Winter), 10-18 Uhr (Sommer)
  • 5 Typ ist Gruppenbezeichnung Prestefjellet, Aussichtspunkt über Kirkenes, 15 Gehminuten vom Markt entfernt
  • 6 Grenslandmuseum, Førstevannslia, 9900 Kirkenes. Tel.: +47 78 99 48 80, Fax: +47 78 99 48 90, E-Mail: . Ausstellungen zur Natur, Kultur und Geschichte des Grenzlandes. Geöffnet: täglich , Sommer (~ 21. Juni bis Mitte August): 9:30 bis 17 Uhr, sonst bis 14 Uhr.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

  • 1 REMA 1000, Havneveien 1. Tel.: +47 78 99 21 74. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • 2 AMFI, Storgata 2. Tel.: +47 78 99 62 30. Geöffnet: Mo-Fr 9-19 Uhr (Sommer bis 20 Uhr), Sa 10-16 Uhr (Sommer 9-18 Uhr). Typ ist Gruppenbezeichnung

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • 7 Typ ist Gruppenbezeichnung Bei Storskog befindet sich der einzige offizielle Grenzübergang zwischen Norwegen und Russland, etwa 17 Straßenkilometer entfernt, am Ende er E105.
  • 8 Typ ist Gruppenbezeichnung Die finnische Grenze im Süden ist ca. 60 Km entfernt. Das nächste finnische Dorf hinter der Grenze ist Näätämö
  • 9 Typ ist Gruppenbezeichnung Bugøynes ist eines der wenigen norwegischen Dörfer, die im letzten Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht nicht zerstört wurde. Daher zeigt das Dorf heute noch die im finnischen Baustil errichteten Häuser. Eine restaurierte Kaianlage und ein Kaufmannshaus aus dem Jahr 1850 sind Teile des Sør-Varanger Museums, die man besichtigen kann. In dem Gewässer am Ort werden Königskrabben gefangen und verkauft. (111 Straßen-km)
  • 10 Typ ist Gruppenbezeichnung Das Pasviktal (Pasvikdalen) ist das grenzbildende Tal zwischen Russland und Norwegen. Der Pasvik ist der zweitgrößte Fluss Norwegens und ein Abfluss des Inarisees. Es ist bekannt für seine östliche Flora und Fauna. Am südlichen Ende des Øvra Pasvik Nationalparks trifft man auf Treriksrøysa ("Drei-Länder-Steinhaufen"), wo sich die Grenzen Norwegens, Russlands und Finnlands treffen. Die Geo-Koordinaten geben den Punkt an, wo die 885 in Hesseng von der E6 nach Süden abzweigt, um den Touristen ins Pasviktal zu führen, das man nach 20 km bei der Skrukkebukta erreicht. Fährt man die Strecke bis zum Ende bei Saarima, so hat man von Kirkenes etwa 120 km zurückgelegt. In den Sommermonaten eine landschaftlich beeindruckende Fahrt.
  • 11 Typ ist Gruppenbezeichnung Neiden liegt etwa 40 km westlich von Kirkenes an der E6 und wartet mit einer Besonderheit auf: Im Juli werden im Skoltefossen-Wasserfall des Neidenelvs Lachse mit dem Wurfnetz gefangen. Das ist eine ostsamische Tradition, heute von den Bewohnern gemeinschaftlich ausgeübt. Außerdem ist die russisch-orthodoxe St.-Georgs-Kapelle im Ort sehenswert. Sie soll 1565 erbaut worden sein.
  • 12 Typ ist Gruppenbezeichnung Bei Grense Jakobselv mündet der 45 km lange Jakobselva in die Barentsee. Von dem kleinen Ort mit der Kong Oskar II. Kapelle von 1869 hat man einen schönen Blick auf die russischen Wachtürme auf der anderen Flussseite. Von Kirkenes ist der Ort mit dem Auto nach 63 km erreicht. Die letzten 10 km sind ein befestigter Kiesweg.

Literatur[Bearbeiten]

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