Internet-web-browser.svg
WV-thumbs.svg
Brauchbarer Artikel

Malta

Aus Wikivoyage
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage
Karte von Südeuropa mit eingezeichneter Lage von Malta
Flagge
Flagge von Malta
Kurzdaten
Hauptstadt Valletta
Staatsform Republik
Währung 1 Euro (EUR)
= 100 Cents
Fläche 316 km²
Bevölkerung 397.000
Sprachen Maltesisch, Englisch
Religionen Römisch-Katholisch 98 %
Stromnetz 240 V/ 50 Hz
Telefonvorwahl +356
Internet TLD .mt
Zeitzone ME(S)Z
Wegweiser Dieser Name wird von mehreren Orten verwendet. Weitere Orte dieses Namens finden sich unter Malta (Wegweiser)

Malta ist ein aus der Hauptinsel Malta und drei weiteren Inseln bestehender dicht besiedelter Kleinstaat im Mittelmeer. Er ist seit 2004 Mitglied in der Europäischen Union. Auf der Fläche von 316 km² (davon entfallen 246 km² auf die Hauptinsel und 67 km² auf Gozo) leben 420.000 Einwohner.

Die Inselgruppe liegt etwa 90 km südlich der Küste Siziliens und etwas südlicher als die tunesische Hauptstadt.

Regionen[Bearbeiten]

Neben der Hauptinsel besteht Malta auch aus den Inseln

  • Gozo
  • Comino: Auf Comino beträgt die Einwohnerzahl weniger als 10 Personen.
  • Cominetto
  • Filfla: Der Zutritt zur Insel Filfla ist nicht erlaubt, so dass dort keine Menschen leben.

Politisch ist Malta in sechs Distrikte aufgeteilt:

  • District Gozo and Comino

Region Malta Majjistral (Nordwest - Malta)

Region Malta Xlokk (Südost - Malta)

Städte[Bearbeiten]

Malta Gozo Comino

Die Städte rund um die Hauptstadt Valletta sind eng miteinander verwachsen, so dass eine Großstadt mit rund 300.000 Einwohnern entstanden ist. Teils sind die einzelnen Orte nur durch eine Strasse getrennt und gehen für nicht-Einheimische ohne erkennbare Abgrenzung (wie Quartiere) ineinander über, das Busnetz und verschiedene Fährverbindungen verbinden die verschiedenen Orte. Die größte Stadt ist Birkirkara mit rund 23.000 Einwohnern, die besten Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Sliema.

Ausserhalb der Region des Grossraums Valetta liegen als eigene Städte:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Auf Malta selbst sind folgende Sehenswürdigkeiten erwähnenswert:

megalithischer Tempel von Hagar Qim
megalith. Tempel von Mnajdra
Golden Bay
  • Hypogäum von Hal Saflieni in Paola - Prähistorische unterirdische Tempelanlagen, die zwischen 1914 und 1919 ausgegraben wurden, rechtzeitig im Voraus buchen, da oft ausgebucht. Online-Buchung über: Heritage Malta Shop.
  • Tempelanlagen von Hagar Qim und Mnajdra bei Qrendi
  • Valletta (Weltkulturerbe) - die von Festungen umgebene von den Johannitern ab 1565 erbaute Hauptstadt.
  • The Three Cities (Die drei Städte) - Birgu (Vittoriosa), Senglea (L'Isla) und Bormla (Cospicua)
  • Sant' Anton Gärten bei Attard
  • Buskett Gardens - von den Johannitern angelegter Wald mit angrenzendem Sommerschloss.
  • Mdina - die ummauerte ehemalige Inselhauptstadt
  • Katakomben von Rabat
  • Dingli Cliffs
  • Blue Grotto an der Südküste bei Qrendi - per Boot erreichbar.
  • Mosta mit der "Rotunda" mit der gewaltigen Kuppel
  • Red Tower in Marfa Ridge bei Mellieħa
  • Fischmarkt in Marsaxlokk am Sonntagvormittag

und auf der Nachbarinsel Gozo

  • Tempelanlage Ggantija - knapp 6.000 Jahre alte Kultstätte

In folgenden Orten ist Baden im Meer an Felsstränden möglich:

  • Sliema (Felsstrand)
  • St. Julian's mit der kleinen Sandbucht und Badestrand St. Georges Bay
  • Bugibba und Qawra jeweils mit Felsbadestränden.

Sandstrände findet man in

  • Marsaskala
  • im Nordwesten Sandstrände der Gnejna Bay, Ghajn Tuffieha, Golden Bay
  • Mellieħa Bay, nördlich des Orts
  • sowie im Norden der Insel die Paradise Bay und Armier Bay.

Der schönste Sandstrand befindet sich jedoch auf der Nachbarinsel Gozo und heißt Ramla Bay.

Eine weitere Bademöglichkeit ergibt sich im Sommer in der zwischen Gozo und Malta liegenden Blauen Lagune auf der Insel Comino. Im Sommer fahren regelmäßig kleine Fähren, Ausflugsschiffe und Schnellboote zu diesem beliebten Badeplatz. Der Fahrpreis mit der Fähre beträgt ca. 7 Euro für Hin- und Rückfahrt.

Organisierte Bootsausflüge bieten zahlreiche Veranstalter an, die man in noch viel zahlreicheren kleinen Agenturen auf der Insel buchen kann. Am bekanntesten und teuersten ist Captain Morgan, welcher auch über eine eigene Schiffsflotte verfügt. Bei Bustouren gibt es jedoch zahlreiche billigere Anbieter (Silverstar, Maltarama, Nova, usw.), die dieselbe Leistung teilweise für den halben Preis anbieten. Die Zuverlässigkeit gepachtet haben jedoch alle nicht. Mit erheblichen Verspätungen bei Busabholung oder gar einem Ausfall der Touren muss man immer rechnen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Blue Grotto

Geographie[Bearbeiten]

Malta ist ca. 27 km lang und maximal 14,5 km breit und liegt 90 Kilometer südlich von Sizilien. Die Inselhauptstadt Valletta befindet sich südlicher als Tunis, die Hauptstadt Tunesiens. Die höchste Erhebung Maltas ist 253 Meter hoch und liegt in der Nähe der Dingli Cliffs im Südwesten.

Malta wird durch die von den Engländern im 19. Jahrhundert gezogenen Victoria Lines in einen Süd- und einen Nordteil getrennt. Die meisten Menschen leben im Südteil der Insel.

Fast die gesamte Insel ist von Felsküste umgeben, hier genannte Sandstrände sind zum Teil nur einige Meter lang.

Bestimmt wird das Landschaftsbild von der Agave, Johannisbrotbaum, Feigenkaktus und Fächerbaum.

Geschichte[Bearbeiten]

Grand Harbour bei Valletta
Mdina: St. Pauls Cathedral
Red Tower (Marfa Ridge)

Malta hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, die durch immer wieder wechselnde vom Meer her kommende Eroberer geprägt ist.

Erste Besiedelungsspuren stammen von steinzeitlichen Siedlern. Im vierten Jahrtausend vor Christus wurden auf Malta zahlreiche gigantische Tempelanlagen errichtet, deren Geschichte im Dunkeln liegt. Um 2'500 vor Christus wurde die Insel offenbar ohne Kampfhandlungen verlassen resp. die Tempelkultur ist untergegangen.

Nach 2'500 v.Chr. wurde die Insel neu besiedelt, aus der bronzezeitlichen Kultur fanden sich Nekropolen und Keramikfunde. Um 800 v. Chr. wurde auf Malta ein Hafen und Handelsstützpunkt der Phönizier errichtet, ihr Name geht auf die Konsonanten "M-L-T" der phönizischen Konsonantenschrift zurück. Die Phönizier als Seefahrervolk vermischten sich mit der lokalen Bevölkerung, die die phönizischen Gebräuche und Gottheiten annahm.

Die Ansiedlung auf Malta stand im Kontakt mit den phönizischen Gründungen von Karthago und den weiteren phönizischen (resp. punischen) Kolonien auf Sizilien und pflegte auch einen Austausch mit griechischen Städten. Die Punier nutzten Malta als Stützpunkt gegen die hellenische Expansion auf Sizilien und schafften es auch, den Versuch der Okkupation durch Dionysios, den Tyrannen von Syrakus zu verhindern.

Im ersten punischen Krieg zwischen Karthago und Rom 264 - 241 blieb Malta als Stützpunkt der karthagischen Truppen in der Hand der Karthager, erst im zweiten Punischen Krieg um 217 v.Chr. kam die Insel unter römische Herrschaft. Die Römer erbauten auf der nun "Melita" genannten Insel Städt in Mdina und Victoria auf Gozo und errichteten ein Bewässerungssystem. Die Hafenanlagen wurden ausgebaut und dienten als römischer Flottenstützpunkt, angesiedelte Veteranen fürhten zur zunehmenden Romanisierung der Insel. Nach der Legende erlitt der Apostel Paulus, der mit einer römischen Eskorte zum Prozess nach Rom überführt werden sollte, vor der Insel Schiffbruch. Während der Überwinterung, die Höhle bei Rabat, in der Paulus während den drei Monaten seiner Überwinterung gelebt haben soll, ist heute Wallfahrtsort, bekehrten sich der römische Statthalter und die ersten Einwohner von Malta zum Christentum. Aus der ersten Zeit der Verfolgung der neuen Religion bis ins 4. Jhdt. stammen die Katakomben, die für Gebetstreffen und als Nekropolen gedient hatten - Malta hat seither eine ununterbrochene christliche Tradition. Nach der Reichsteilung 395 n. Chr. und dem Einfall der Ostgoten 494 n.Chr. eroberte das oströmische Reich unter dem Feldherrn Belisar die Inseln zurück und sie gelangten unter die Herrschaft von Byzanz.

Nach der Ausbreitung der arabischen Herrschaft vermochte sich die Insel zunächst zu widersetzen, nachdem Sizilien unter arabische Herrschaft gefallen war, nahmen die Araber um 904 die Inseln ein. Die byzantinischen Einwohner wurden teils ermordet oder vertrieben, teils wurden sie mit Sondersteuern belegt aber weiterhin im Land geduldet, die Katakomben wurden wieder zum Ort der Ausübung des christlichen Glaubens. Unter arabischer Herrschaft wurden die Hafenanlagen ausgebaut und ein Teil der Hauptstadt mit Festungsmauern umgeben (das heutige Mdina), der Vorort Rabat blieb unbefestigt.

In den nächsten Jahrhunderten finden sich Parallelen zur Geschichte Siziliens: der normannische König Roger I besetzte Malta, es wurde ein Bistum eingerichtet und Lehen vergeben, wegen Kinderlosigkeit des letzten Herrschers der Normannen ging die Insel an den Staufferkönig Friedrich II über. Er liess einen Araberaufstand auf der Insel niederschlagen, die "Sarazenen" wurden von der Insel vertrieben oder zum Übertritt zum christlichen Glauben gezwungen. Ähnlich wie Sizilien wechselten sich nun das Haus Anjou und später nach der Seeschlecht vor Malta das spanische Haus Anjou in der Herrschaft ab.

Im Jahre 1429 versuchte eine Seestreitmacht der Türken die Insel als wichtigen Flottenstützpunkt zu erobern. Um die Kämpfe ranken sich Legenden, dem Eintreffen von Verstärkungstruppen und deren Überschätzung durch die türkischen Invasoren dürfte der Sieg der maltesischen Bevölkerung zu verdanken sein.

Im Jahr 1530 wurde Malta durch eine päpstliche Bulle an den von der Insel Rhodos (wo er sich gegen den Ansturm der Türken nicht so erfolgreich hatte behaupten können) Orden der Johanniter abgetreten. In der Folge wurden um den Grand Harbour, den Hafen von Valetta und auch die unter den Johannitern an den Hafen verlegten ersten Hauptstadt Birgu der Bau der enormen Forts und Festungsanlagen vorangetrieben, welche die Architektur der Städte auf Malta heute noch dominieren. 1565 standen die Türken erneut mit 40.000 Mann vor Malta, für die Einnahme des Fort St. Elmo als erstem Fort vor Valetta zahlten sie in der ersten grossen maltesischen Belagerung einen enormen Blutzoll. Durch rechtzeitig nahende Verstärkung von Sizilien gelang den maltesischen Truppen verstärkt durch die Ordensritter der Sieg und der Expansion des Osmanischen Reichs nach Westen konnte ein Riegel geschoben werden. Unter Führund des Johanniter - Ordens wurde unter dem italienischen Architekten Francesco Laparelli die Stadt Valetta mit enormen Festungsmauern und schachbrettartigen Strassenzügen als neue Hauptstadt erbaut, den Namen erhielt sie zu Ehren des Grossmeisters Jean de la Valette. Der Ritterorden herrschte bis 1798 über die Insel, ehe sich Napoleon auf seinem Feldzug an den Suezkanal nach Ägypten der Insel als Stützpunkt bemächtigte.

Doch die französische Herrschaft dauerte nur zwei Jahre, ehe die Engländer unter Lord Nelson von den Maltesern als Reaktion auf die enormen Plünderungen der Franzosen zu Hilfe herbeigerufen wurden. 1814 wurde Malta englische Kronkolonie und sollte dies 150 Jahre bis zur Unabhängigkeit von England 1964 bleiben.
Aufgrund der strategischen Lage wurde Malta als "unsinkbarer Flugzeugträger" Englands im Mittelmeer im Zweiten Weltkrieg von deutschen Bomben in schweren Dauerbombaredements schwer beschädigt, so dass viele Gebäude rund um den Hafen dem Bombardement zum Opfer fielen. Die Bevölkerung Maltas erhielt von König Georg VI. als Anerkennung seines Durchhaltevermögens das Georgskreuz verliehen, das auch heute nach der Unabhängigkeit noch die Flagge Maltas ziert. Die Hauptstadt Valletta wurde nach dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig nach alten Originalplänen wieder aufgebaut.

1964 wurde Malta von Grossbritannien in die Unabhängigkeit entlassen, blieb bis zur Einführung der parlamentarischen Republik 1974 noch im Commonwealth unter der Englischen Krone. Nach einem Zwischenspiel mit politischer Annäherung an Russland und Lybien wendete sich die maltesische Politik in den Achzigerjahren wieder Westeuropa zu und das Land wurde 2004 Mitglied der EU.

Das auf Souvenirs omnipräsente "Malteserkreuz" ist neben dem - der Flagge Dänemarks sehr ähnlichen - rot-weissen Wappen das Wappen des Johanniterordens resp. des Souveränen Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta. Dass der Ritterorden, der völkerrechtlich als "souveränes Völkerrechtssubjekt" gilt und über eigene Währung, Posthoheit und diplomatische Vertretungen verfügt, wieder versuchen könnte, auf Malta Einfluss und Hoheit zu erlangen, führt in der maltesischen Bevölkerung zu einiger Skepsis.

Anreise[Bearbeiten]

Airport Malta Luqa in der Morgensonne
Malta International Luqa
Katamaran - Fähre "Jean de la Valette" im Hafen von Valetta

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Da Malta seit 2004 Mitglied der Europäischen Union ist und am 21.12.2007 das Schengener Abkommen zum freien Personenverkehr unterzeichnet worden ist, reicht für die Einreise aus dem Schengen-Raum der Personalausweis respektive für Schweizer Bürger die Identitätskarte.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Linienflüge der nationalen Fluggesellschaft Air Malta, zahlreiche weitere Fluggesellschaften und auch Billigfluglinien fliegen den Malta International Airport in der Nähe von Luqa im Süden der Insel direkt an, eine Übersicht über die aktuell den Malta anfliegenden Fluggesellschaften Website des Flughafens. Der Flug dauert beispielsweise von Frankfurt nach Malta ca. 2 1/2 Stunden.

Fähre[Bearbeiten]

Zwischen Pozzallo an der Südküste von Sizilien und Valetta besteht eine Fährverbindung mit einer Katamaran - Schnellfähre der maltesischen Gesellschaft VirtuFerries, die Personen und auch Motorfahrzeuge transportiert; die Überfahrt dauert knapp zwei Stunden. Fahrten werden am Mo, Mi, Fr und am Wochenende ein- bis zweimal täglich durchgeführt, die Fahrpläne sind eher auf Tagesausflüge von Malta nach Sizilien ausgerichtet. Ab Pozzalo besteht eine Busverbindung weiter nach Catania.

Mobilität[Bearbeiten]

Siehe auch: Mobilität in Malta

Früherer Linienbus...
... und einer der ab 2011 neu eingesetzten
Malta Public Transport folgt "Arriva" nach
Nach der Umstrukturierung des gesamten Busnetzes in Malta und Gozo hatte das Bussystem anfangs mit schlechter Akzeptanz (viele der früheren Konzessionäre verloren ihre Buslinien) und Unpünktlichkeit zu kämpfen. Wiederholt wurden die Linienpläne angepasst, auf der Zufriedenheitsskala machte sich das nicht so rasch bemerkbar. Nachdem die Busbetreibergesellschaft "Arriva" innert zweier Jahre 35 Mio. Euro an Verlusten eingefahren hatte, wurde das Busnetz per 31. Dez. 2013 von nationalen Transportministerium übernommen. Der Betrieb wird vorläufig im gewohnten Streckennetz weitergeführt und eine neue Betreibergesellschaft gesucht.

Auf Malta herrscht Linksverkehr, die Strassen sind oftmals schmal und die Verkehrsführung auf den teils doppelspurigen Kreiseln mit mediterranem Verkehrstemperament der anderen Strassenbenutzer zumindest herausfordernd! Nach starken Regenfällen im Winterhalbjahr können die Straßen außerhalb der Stadtregion rund um Valetta unter Wasser stehen, da die Kanalisation die Abflussmengen nicht zu schlucken vermag. Zu beachten ist, dass zahlreiche Tankstellen sonntags geschlossen sind, allerdings kann immer öfter am Banknotenautomat bezahlt werden.

Es gibt auf Malta zwei Arten von Taxis. Die weißen und auch teureren Taxis sind am Taxistand zu finden. Die günstigeren schwarzen Taxis kann man nur auf (telefonische) Bestellung bekommen. 10 Kilometer kosten ca. 14 Euro, einen Halbtagestrip kann man für ca. 40 Euro durchführen.

Es gibt auf Malta einen gut ausgebauten Öffentlichen Verkehr. Im Juli 2011 wurde der Busverkehr nach Übernahme durch die Betreibergesellschaft "Arriva" übernommen und das alte zentralisierte Bussystem mit Konzessionären mit ihren teils historischen Fahrzeugen abgeschafft. Die historischen maltesischen Autobusse wurden durch 264 neue klimatisierte Fahrzeuge abgelöst, einige der neu beschafften Gelenksbusse erwiesen sich als für die engen Strassenverhältnisse im Hauptstadtsbereich ungeeignet und mussten bald wieder ausser Dienst gestellt werden. Nachdem die Betreibergesellschaft einen grossen Verlust eingefahren hat, wurde das Bussystem per Ende 2013 vom Transportministerium übernommen:
Malta Public Transport. Preis: Einfache Fahrt inkl. Umsteigen (max. 2 Stunden) 1,50 € (Winter) / 2,00 € (Sommer) / 3,00 € (nachts, ohne 2 Stunden Begrenzung), 12er Ticket 15,00 €, Wochenticket mit beliebig vielen Fahrten 21,00 € (Erwachsene)/15,00 € (Kinder bis 10 Jahre). Typ ist Gruppenbezeichnung.

Auf der Insel werden von zwei Unternehmen "Sightseeing hop on - hop off" Buslinien angeboten, mit oben offenen Doppeldeckerbussen: Malta Sightseeing und City Sightseeing Malta. Über Kopfhörer sind Touristeninformationen zu den Sehenswürdigkeiten verfügbar. Beide Unternehmen bieten je zwei Rundfahrtlinien für die Insel Malta an (Nord- und Südroute), sowie ein bis zwei Rundfahrtlinien für Gozo. Die Betreiber nutzen teilweise die gleichen, teilweise unterschiedliche Haltestellen, was zu Irritationen führen kann. Die Tickets werden gegenseitig nicht anerkannt.
Die "red line" der Malta Sightseeing fährt im Norden Maltas ab Valetta bis Mdina, die "blue line" bedient die Sehenswürdigkeiten im Süden des Grossraums Valetta, "malta by night" startet um 19.00h in Buggibba, Einheitspreis 17,00 € für ein Tagesticket auf jeder Linie.
Die (blaue) "North Route (T1)" der City Sightseeing fährt ab Buggiba / St. Pauls Bay über Valletta und Mdina / Rabat, die (rote) "South Route (T2)" von St. Julians über Valletta, Marsaxlokk und die Blaue Grotte / Hagar Qim. Eine komplette Rundfahrt einer Linie dauert etwa 3 Stunden. Die Preise sind 20,00 / 12,00 € (Erwachsene / Kinder 5-14 Jahre) für das Eintagesticket, 37,00 / 17,00 € für das Zweitagesticket.

Seit einiger Zeit kann man Malta auch mit dem Wasserflugzeug entdecken. Die HarbourAir Malta fliegt täglich mehrmals vom Grand Harbour in Valletta aus Mgarr auf Gozo an und bietet darüberhinaus auch Rundflüge für 88 € an, bei denen man die interessante Geologie Maltas gut betrachten kann. Achtung: Die Wasserflugzeuggesellschaft hat jedoch nun alle Flüge bis auf weiteres eingestellt!

Es existierte früher auch einmal eine Bahnverbindung zwischen Mdina und Valetta. Diese einzige Bahnverbindung wurde jedoch 1931 eingestellt, so dass man auf andere Verkehrsmittel angewiesen ist. Ein Relikt aus dieser Zeit kann man noch in den San Anton Gärten in Attard bewundern.

Sprache[Bearbeiten]

Da Malta bis 1964 englische Kolonie war, ist neben Maltesisch Englisch die offizielle Amtssprache. Malta bietet mit zahlreichen Sprachschulen ein beliebtes Ziel für Sprachreisen. Die Amtssprache Italienisch wurde in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts abgeschafft.

Die maltesische Sprache ist eine semitische Sprache und daher dem Arabischen sehr ähnlich, gespickt mit Anleihen aus dem Französischen, Italienischen und Englischen. Die Sprache wird als einzige semitische Sprache in lateinischen Buchstaben geschrieben. Auf Gozo wird eine mit dem Maltesischen eng verwandte Sprache mit ihren eigenen Ausdrücken gesprochen. Jeder Malteser lernt in der Schule Englisch. Private Schulen nutzen sogar Englisch als Unterrichtssprache. Aber es bleibt für viele eine Fremdsprache. Wer sich auf Malta in Englisch unterhalten will, muss sich auf einen mehr oder weniger starken Akzent seines Gegenübers einstellen.

Kaufen[Bearbeiten]

Kiosk im Zentrum von Valetta

Seit dem 1. Januar 2008 gilt in Malta der Euro als offizielles Zahlungsmittel, die ehemalige maltesische Lira entspricht 2,33 Euro.

Malta hat nur relativ wenige Supermärkte. Es ist das Land der kleinen Läden, die es zu Tausenden auf der Insel gibt. Ungeachtet der starken katholischen Prägung sind die Ladenöffnungszeiten selbst an Sonn- und Feiertagen wesentlich umfangreicher als z.B. in Deutschland, besonders die kleineren Läden haben mitunter die längsten Öffnungszeiten. Während viele größere Läden und Supermärkte häufig um 19:00 Uhr schließen, haben die kleinen Läden oft bis 21:00 noch geöffnet. Die besten Einkaufsmöglichkeiten findet man in Sliema oder in Valletta in der Republic Street, die am alten Bahnhof beginnt. Das Bezahlen mit den gängigen Kreditkarten ist in den meisten Geschäften und Restaurants möglich. Die Versorgung mit Geldautomaten ist mit Deutschland vergleichbar.

Ein Einkaufsparadies ist Malta nicht. Die Lebensmittelpreise sind aufgrund des Umstands, dass der Grossteil der Lebensmittel und Grundstoffe importiert werden muss, mit den deutschsprachigen Ländern vergleichbar, manchmal geringfügig billiger.
Am ehesten als Reisemitbringsel eignen sich Glaswaren aus den einheimischen Glasmanufakturen, maltesischer Wein oder Olivenöl, wenn man sich den Transport nach Hause traut (Handgepäckregeln zu Flüssigkeiten beachten, bzw. erst nach der Kontrolle ab Flughafen kaufen). Maltesische Euromünzen erfreuen Münzsammler.

Küche[Bearbeiten]

Kinnie - Nationalgetränk in Malta

Die Küche von Malta ist gemüseorientiert und von der englisch-italienischen geprägt. Das Nationalgetränk ist Kinnie, eine Limonade aus Bitterorangen und Gewürzen ohne Alkohol, die ähnlich wie Martini schmeckt.

Was die maltesische Küche angeht, so hat die lange britische Kolonialzeit leider ganze Arbeit geleistet. Es gibt nur wenige Lokale, die klassische Gerichte anbieten. Durch die geografische Nähe zu Sizilien und den moslemischen Besetzungszeiten ist die ursprüngliche maltesische Küche auf stark gewürzte Pasta und herzhafte Blätterteigwaren ausgerichtet. Und wenn es überhaupt ein traditionelles Gericht auf Malta gibt, dann ist es Kaninchen ("Fenek").

Fast überall sind neben den der englischen Tradition geschuldeten Sandwiches meist auch belegte Ftira-Brote zu bekommen, besonders mit Thunfisch und Kapern. Pastizzi, Teigtaschen mit einer Füllung aus Ricotta, Spinat oder Erbsen, sind eine geeignete Zwischenmahlzeit, Timpana, eine Art Lasagne mit Röhrennudeln, Gemüse, Käse und teils Schinken ist ebenfalls verbreitet.

Da Malta bis 1964 eine britische Kolonie war, gehören noch heute Würstchen mit Speck und Schinken zu einem guten, maltesischen Frühstück dazu. Traditionell ist ebenfalls eine Fischsuppe Aljotta mit Knoblauch, Peperoni, Tomaten, Reis und gehacktem Majoran oder Petersilie. Der Nationalfisch ist die Goldmakrele (Lampuki). [1]

Nachtleben[Bearbeiten]

Qawra bei Nacht

In den Touristengegenden gibt es jeweils eine größere Anzahl an Restaurants und Kneipen, wo für jeden Geschmack etwas zu finden ist. Abseits der Touristengegenden wird es jedoch schwierig das Gewünschte zu finden.

Das Zentrum des Nachtlebens überhaupt sind St. Julian's und Paceville. Hier sind zahlreiche Tanzschuppen, Nachtlokale und Bars zu finden. Am Wochenende geht es hier bis in die frühen Morgenstunden sehr laut zu.

Café's in Paceville (St. Julian's)

  • A Piece of Cake, Triq Il-Wilga. Hier wird definitiv der günstigste Cappuccino angeboten (LM 0,55 = € 1,38), außerdem ist hier ein beliebter Treffpunkt von SprachschülerInnen.
  • Cesar's Café, Portomaso Marina. Riesige Auswahl von Eissorten und -kombinationen, schöne Aussicht auf den Portomaso Marina (Yachthafen).

Unterkunft[Bearbeiten]

In fast allen größeren Orten findet man zumindest ein Hotel. Die größte Auswahl hat man naturgemäß in den Touristenregionen am Meer, wie in Bugibba, Sliema oder St. Julian's. Es gibt dort in den zwei bis fünf Sterne Hotels für fast jeden Geldbeutel etwas Passendes. Wer in St. Julian's wohnen will, sollte aber daran denken, dass man dort auf keinen Fall mit ruhigen Nächten rechnen darf. Wer selbst gerne nachts um die Häuser zieht, ist hingegen dort genau richtig. Privatunterkünfte sind in der Regel nur mit einem Englischkurs buchbar. In Malta und besonders auf Gozo sind viele ursprüngliche und wunderschön restaurierte Farmhouses für Selbstversorger zu finden. Viele diese Farmhouses verfügen sogar über einen Pool.

Lernen[Bearbeiten]

Malta ist das Land der Sprachreisen! Da Englisch Amtssprache ist, kann man aus über 40 Sprachschulen seinen Englischkurs auswählen. Die Leistung der Sprachschulen ist prinzipiell in Ordnung, jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Schulen darauf ausgerichtet sind, vorhandene Englischkenntnisse zu verbessern. Sie sind nicht darauf vorbereitet, wenn jemand überhaupt kein Englisch kann. Die Schulen sind oft sehr viel größer, als sie auf den Fotos im Internet erscheinen und haben meist mehrere Filialen. Stiftung Warentest hat mehrere Testberichte zum Thema Sprachreisen herausgegeben: [1] und [2].

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
1. Januar Neujahr
10. Februar St. Pauls Schiffbruch
19. März St. Josephstag
März/April Karfreitag
31. März Freiheitstag / Freedom Day Abzug der britischen Truppen 1979
1. Mai Tag der Arbeit
7. Juni Sette Giugno Gedenken an den Aufstand von 1919, Nationalfeiertag
29. Juni St. Peter und St. Paul
15. August Mariä Himmelfahrt
8. September Siegestag Abzug der türkischen Invasoren 1565
21. September Unabhängigkeitstag Unabhängigkeit aus dem britischen Kolonialreich 1964
8. Dezember Mariä Empfängnis
13. Dezember Tag der Republik / Republic Day Ausrufung der parlamentarischen Republik 1974
25. Dezember Weihnachten

Sicherheit[Bearbeiten]

Malta ist schon aufgrund der Insellage ein sicheres Reiseland, natürlich sollte man trotzdem - wie in jedem Urlaubsland - auf seine Taschen aufpassen. Es gibt deutlich weniger Touristennepp als in anderen klassischen Reiseländern. Bei Taxifahrern sollte man auf einen eingeschalteten Taxameter achten oder den Preis der Fahrt vorher aushandeln.

Gesundheit[Bearbeiten]

Es gibt auf Malta und auf Gozo insgesamt zwei staatliche sowie einige private Krankenhäuser sowie Gesundheitszentren. Auch viele Hotels und Tauchzentren haben eine direkte Zusammenarbeit mit einem Arzt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Behandlungskosten im Rahmen der EU-Abkommen. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bzw. provisorische Ersatzbescheinigung sollte man sich vor Reiseantritt bei seiner Krankenkasse besorgen. Eine private Auslandskrankenversicherung mit Rückholmöglichkeit ist auf jeden Fall angeraten. Diese kosten pro Jahr zwischen 20 und 40 €, je nachdem wie viele Familienmitglieder mitversichert sind.

Klima[Bearbeiten]

Mdina (im Frühling)

In Malta herrscht subtropisches Mittelmeerklima.
Im Sommer können auch mal Temperaturen bis 45 Grad erreicht werden. Es geht aber oft ein mehr oder weniger starker Wind, der im Sommer die Hitze erträglicher macht, dennoch ist man oft für eine Klimaanlage in der Unterkunft dankbar, welche die Hitze erträglich macht. Regen fällt im Sommer kaum je einmal.

Die meiste Regenmenge gibt es zwischen November und Januar, in den Wintermonaten kühlt das Meerwasser ab November unter Badetemperatur ab, Frosttage oder gar Schneefall sind extreme Seltenheiten. In den maltesischen Häusern kann es in dieser Jahreszeit unangenehm kühl werden, da die Gebäude oftmals schlecht isoliert sind und dafür Zentralheizungen fehlen.

Die Vegetation steht in den Frühlingsmonaten (März/April) in voller Blüte, dann muss aber noch häufigen Regenschauern gerechnet werden.

Klima von La Valetta Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 14.4 14.7 16.1 18.3 21.6 25.9 28.9 29.3 27.1 23.8 19.7 16.1 Ø 21.3
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 10.2 10.3 11.2 13.1 15.9 19.4 22.1 22.9 21.6 18.9 15.6 12.0 Ø 16.1
Mittlere Wassertemperatur in °C 15 14 15 16 18 21 24 25 24 22 19 17 Ø 19.2
Niederschläge in mm 90 60 39 15 12 2 0 8 29 63 91 110 Σ 519
Regentage im Monat 12 8 5 2 2 0 0 1 3 6 9 13 Σ 61
Sonnenscheindauer pro Tag 5 6 7 9 10 11 9 11 9 7 6 5 Ø 7.9
Quelle: Wetterkontor

Respekt[Bearbeiten]

Baden

Beim Besuch von Kirchen sind die Schultern zu bedecken, Umhänge gibt es meist am Eingang der Gotteshäuser. FKK oder "Oben ohne"-Baden wird auf Malta nicht toleriert, obwohl es in einigen Buchten immer wieder zu sehen ist.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Telefonzelle auf Malta

Da Malta zur EU gehört, kann ab 15. Juni 2017 der heimische Tarif aus D oder Ö ohne Roaminggebühren wie zu Hause genutzt werden. Es gibt überall zahlreiche Möglichkeiten für den Internetzugriff, entweder in eigens vorhandenen Internet-Telefonzellen oder in Internetcafés. Außerdem gibt es einige WiFi-Hotspots, unter anderem am Flughafen oder in ausgewählten Hotels.

Das Porto für Briefe innerhalb Maltas und Postkarten nach ganz Europa beträgt einheitliche 37 Cents, Briefe ins europäische Ausland kommen auf 82 Cent zu stehen, die maltesische Post stellt rasch und zuverlässig zu.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Commonwealth - Stecker

Die frühere Kolonialzeit Maltas wirkt sich auch auf die Steckdosen aus, es werden die "Commonwealth - Steckdosen Typ G" mit drei rechteckigen Stiften verwendet. Als Besonderheit findet sich häufig an den Steckdosen selbst ein Ein-Aus - Schalter und die Stecker verfügen im Innern über eine Sicherung, beides ist bei Problemen mit der Spannungsversorgung zu prüfen.

Man sollte einen Adapter für englische Steckdosen mitführen oder vor Ort erwerben. Es ist zu bedenken, dass viele Multi - Reiseadapter mit einer internen Sicherung ausgestattet sind, die bei Anschluss eines Gerätes mit höherer Leistung (Haartrockner, Wasserkocher) durchbrennt. In Steckdosen für Rasierapparate mag zwar der "Eurostecker Typ C" passen, auch hier dürfen aufgrund sehr geringer abgesicherter Leistung nur Kleinverbraucher angeschlossen werden.

In einigen besseren Hotels gibt es aber auch Schuko-Steckdosen auf dem Zimmer.

Ausflüge[Bearbeiten]

Von Malta aus kann man Tagesausflüge nach Sizilien unternehmen, das 90 Minuten Fahrtzeit mit der Katamaran-Schnellfähre entfernt liegt. Höhepunkt ist hier ein Besuch auf dem Ätna, dem größten aktiven Vulkan Europas. Bustouren führen bis auf etwa 1.900 Meter, von dort geht es weiter per Seilbahn auf 2.500 Meter. Von hier aus kann man noch per Geländebus und Bergführer bis knapp unter den Kraterrand gelangen. Bei organisierten Touren bleibt hierfür jedoch keine Zeit, es sei denn, man koppelt sich ab. Bei einem solchen Ausflug wird zusätzlich entweder Taormina oder Modica angesteuert. In Modica sind die Schokoladengeschäfte interessant, die ungewöhnliche Schokolade in zahlreichen Geschmacksvariationen anbieten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Küche von Malta, eingesehen am 19. Oktober 2017.
Brauchbarer Artikel Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.