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Italien

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Liberti Italia 1861.jpg
Lage
noframe
Flagge
Flagge von Italien
Kurzdaten
Hauptstadt Rom
Staatsform Republik
Währung Euro
Fläche 301.338 km²
Bevölkerung 60.67 Mio
Sprachen Italienisch, Deutsch (in Südtirol), Slowenisch (in Friaul – Julisch Venetien), Französisch (in Aostatal)
Religionen Römisch-Katholisch (mehrheitlich)
Stromnetz 230 V / 50 Hz
Telefonvorwahl +39
Internet TLD .it
Zeitzone ME(S)Z

Italien liegt in Südeuropa. Es grenzt im Nordwesten an Frankreich und die Schweiz und im Nordosten an Österreich und Slowenien. Die Kleinstaaten Vatikanstadt und San Marino sind vollständig vom italienischen Staatsgebiet umschlossen. Italien gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Europa. Neben der italienischen Küche (Cucina italiana), die als eine der einflussreichsten Landesküchen der Welt gilt, lockt Italien durch eine enorme kulturelle und landschaftliche Vielfalt mit schätzungsweise 100.000 Denkmälern jeglicher Art, 51 UNESCO-Welterbestätten, zahlreichen Museen, Städten wie Rom, Florenz, Neapel oder Venedig und Regionen wie Toskana, Südtirol, Sardinien oder Emilia-Romagna. Auch zählt Italien mit einer Küstenlänge von 7.600 km und einem warmen Mittelmeerklima zu den beliebtesten Badeurlaubszielen. In den Wintermonaten findet man in fast allen Regionen gut ausgestattete Skigebiete.

Regionen[Bearbeiten]

Städte[Bearbeiten]

Karte von Italien

Die elf wichtigsten Städte in Italien sind:

  • Rom (Roma) - sowohl Hauptstadt Italiens als auch des alten Römischen Reiches, Zentrum der Katholischen Kirche (Vatikan).
  • Mailand (Milano) - teilt sich mit Paris den Titel "Modehauptstadt der Welt" und ist die wirtschaftliche Hauptstadt Italiens.
  • Neapel (Napoli) - Großstadt mit den berühmten Zielen Herculaneum und Pompeji.
  • Turin (Torino) - die erste Hauptstadt des modernen Italiens und Austragungsort der olympischen Winterspiele 2006.
  • Bari - Grabstätte des Hl. Nikolaus, historische Hafenstadt und Tor nach Südosteuropa.
  • Bologna - wichtige Handels- und Messestadt.
  • Florenz (Firenze) - bedeutsam für Geschichte, Kunst und Architektur, zweite Hauptstadt des modernen Italiens.
  • Genua (Genova) - eine lebendige und gleichzeitig historische Hafenstadt, Geburtsstadt von Kolumbus.
  • Palermo - Hauptstadt von Sizilien, eine Stadt der Gegensätze.
  • Venedig (Venezia) - berühmt für Kunst und Geschichte. Die Stadt besitzt keine Autostraßen, dafür umso mehr Kanäle.
  • Verona - am Südrand der Alpen, hier befindet sich die weltberühmte Arena.
  • Weitere Städte in den Regionenartikeln

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Inseln: Elba, Sardinien, Sizilien, Stromboli, Vulcano, Lipari, Capri, Ischia

Touristisch herausragende Orte: Sorrent, Amalfi, Positano, Capri, Ischia, Cinque Terre, Elba, Rimini, Volterra, San Gimignano, Montepulciano, Pisa, Taormina, Cefalù, Syrakus, Urbino, Varigotti

Übersicht: Orte in Italien

Hintergrund[Bearbeiten]

Italien wurde erst im Jahre 1861 ein Nationalstaat, als sich die Kleinstaaten auf der Halbinsel samt Sizilien und Sardinien unter König Viktor Emmanuel II. zusammenschlossen. Die Ära der Demokratie fand nach der Errichtung des Faschismus unter Benito Mussolini in den 1920er Jahren ihr Ende. Das Bündnis mit Hitlerdeutschland führte das Land anschließend in den Zweiten Weltkrieg. Nach der Niederlage löste 1946 eine republikanische Staatsform die Monarchie ab, gleichzeitig erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung. Italien war Gründungsmitglied der NATO und der Europäischen Gemeinschaft. Es gehörte zu den Vorreitern der europäischen Einigung und nahm 1999 an der Währungsunion teil. Heute steht der Süden des Landes mit illegaler Einwanderung, organisiertem Verbrechen, Korruption, hoher Arbeitslosigkeit und schlechten Wachstumsraten im Kontrast zum prosperierenden Norden.

Anreise[Bearbeiten]

Hafen Genua

Da Italien Mitglied des Schengener Abkommens ist, kann ein Schengen-Bürger jederzeit mit einem entsprechenden Identitätsnachweis oder Reisepass nach Italien einreisen. Bürger anderer Nationen sollten sich bei der italienischen Botschaft ihres Landes nach den individuellen Einreiseformalitäten erkundigen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die wichtigsten Städte wie Rom, Mailand, Bergamo, Venedig, Catania, Bologna, Neapel, Pisa, Palermo, Bari, Cagliari, Turin, Verona oder Florenz haben einen internationalen Flughafen, der von den meisten größeren Fluggesellschaften angeflogen wird. Kleinere Flughäfen sind in größeren Städten wie z.B. Genua, Triest, Reggio Calabria, Parma, Perugia, Rimini, Pescara, Ancona, Brindisi, Treviso vorhanden, werden aber nur von Regional-Fluggesellschaften oder von sog. Billigfliegern angeflogen. Man sollte sich bei der Planung einer Flugreise nach Italien diese Möglichkeiten zu Nutze machen, aber auch bedenken, dass es im Land des sciopero (Streik) durchaus auch zu unerwarteten, längeren Verzögerungen kommen kann.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Eine der wichtigsten Verbindungen aus dem deutschsprachigen Raum nach Italien sind die zweistündlich verkehrenden EuroCity-Züge von München und Innsbruck über den Brenner nach Bozen, Verona und Bologna. Von München nach Bologna fährt man etwa 6½ Stunden. Dort besteht dann Anschluss an Fern- und Hochgeschwindigkeitszüge in andere Landesteile (siehe unter #Mobilität).

Aus Zürich fährt aller zwei Stunden ein EuroCity via Zug und Arth-Goldau nach Mailand (4 Stunden), wo wiederum Anschlussverbindungen mit italienischen Fern- und Hochgeschwindigkeitszügen in die übrigen Regionen bestehen. Mehrmals täglich fahren auch EC von Genf, Lausanne und Brig nach Mailand; einzelne Züge gibt es von Basel (gut 4 Std.), Bern (gut 3 Std.) oder Luzern (gut 4 Std.) nach Mailand. Von Wien kommt man morgens mit einem EuroCity (über Klagenfurt, Villach) nach Udine, Treviso und Venedig (7:40 Std.).

Nachtzüge (EuroNight oder CNL) fahren von München (über Regensburg, Innsbruck) oder von Wien (via Klagenfurt, Villach) nach Bologna, Florenz und Rom.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Fernbusgesellschaften wie beispielsweise Eurolines, Ibus, Italybus, Interbus verkehren durch das ganze Land (und teils sogar mit Abfahrtspunkten im Ausland) und fahren einzelne Städte an. Mit etwas Glück findet man eine international operierende italienische Busgesellschaft, welche aus einer deutschen Grossstadt direkt ans italienische Reiseziel fährt, nur als Beispiel verkehrt eine Busgesellschaft ab Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, München bis ins im Bergland der Provinz Basilicata gelegene Städtchen Matera.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von deutschsprachigen Ländern aus geschieht die Anreise üblicherweise über oder durch die Alpen.

Von der Ostschweiz und vom Vorarlberg aus wird die San-Bernardino-Route genommen (Autobahn A13), von der Zentralschweiz aus die Gotthard-Route (Autobahn A2), von der Westschweiz aus die Simplon-Route (Autobahn A9).

Von Tirol aus wird die Brennerautobahn oder der Reschenpass genommen. Von Ostösterreich kann eine Anfahrt - je nach Destination - über Slowenien sinnvoll sein.

Wer von Deutschland aus kommt, wählt die für ihn günstigste Durchquerung durch die Schweiz oder durch Österreich aus (wer über Basel oder Stuttgart–Schaffhausen kommt, nimmt in der Regel die Gotthardstrecke, wer über München anreist, die Brennerautobahn). Wer die Schweiz bzw. Österreich auf der Autobahn durchqueren möchte, muss eine entsprechende Autobahnvignette besitzen. Diese können teils auch in Deutschland an grenznahen Tankstellen gekauft werden. Es macht kaum Sinn, Umwege zur Vermeidung einer solchen Vignette zu fahren, diese sind bedeutend länger und können an einer vignettenpflichtigen Strecke enden.

Zu den typischen Ferienzeiten (Sommerferien, vor allem am Wochenende) oder an verlängerten Wochenenden (Ostern, Auffahrt/Christi Himmelfahrt) ist bei der An- und Abreise mit kilometerlangen Staus und mehrstündigen Verzögerungen zu rechnen, vor allem an der Gotthardautobahn. Dort ist der traditionelle "Osterstau" ein feststehender Begriff.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es verkehren verschiedene Fähren aus Griechenland, Albanien und Kroatien. Die meisten von ihnen fahren Venedig, Ancona, Bari oder Brindisi an.

Einige reguläre Fährlinien verlaufen auch von Korsika nach Genua, Livorno, Civitavecchia und Sardinien. Es existieren auch Fährverbindungen von verschiedenen nordafrikanischen Häfen nach Sizilien.

Mobilität[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

FS ETR 500 „Frecciarossa“, italienischer Hochgeschwindigkeitszug

Die nationale Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS), die heute unter der Marke Trenitalia auftritt und andere regionale Bahngesellschaften decken als relativ preiswertes und relativ pünktliches Fortbewegungsmittel ganz Italien ab.
Die Frecce sind Hochgeschwindigkeitszüge, welche auf speziellen Trassen verkehren und die italienischen Metropolen mit hoher Geschwindigkeit und Komfort verbinden.

  • Der rote Frecciarossa („Roter Pfeil“) verbindet mit maximal 300 km/h den Norden Italiens (Mailand, Turin, Venedig, Bologna) mit zwei Stammlinien entlang der Küsten des tyrrhenischen Meers und der Adria über RomNeapel bis Salerno und über AnconaPescara bis Bari.
  • Der Frecciargento („Silberpfeil“) verkehrt auf Hochgeschwindigkeits- und konventionellen Trassen in den Süden bis Reggio Calabria und Lecce. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h.
  • Die Züge des Frecciabianca („Weißer Pfeil“) verbinden große und mittelgroße italienische Städte zwischen 6 und 21 Uhr, teils im Stunden- und Halbstundentakt. Sie erreichen ebenfalls Geschwindigkeitsspitzen von 250 km/h.

Ergänzend gibt es im Fernverkehr die Zuggattungen InterCity, EuroCity und InterCity Notte. Alle anderen Züge verkehren als Regionalzüge, mit wesentlich betagterem Rollmaterial, geringerer Zugdichte und Komfort. Auch zwischen grösseren Städten verkehren teils nur wenige Zugpaare, ein Taktfahrplan mit stündlichen regelmässigen Abfahrten ist in Italien erst ansatzweise umgesetzt. Etliche Regionallinien wurden in den letzten Jahrzehnten stillgelegt und teils durch Busse ersetzt.

Die Fahrscheine können auf der Website von Trenitalia online gebucht werden, hier gibt es auch eine elektronische Fahrplanauskunft.

Als Konkurrent zur Staatsbahn tritt im Fernverkehr die private Gesellschaft Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) auf, die unter der Marke italo ebenfalls Hochgeschwindigkeitszüge (max. 250 km/h) verkehren lässt, und zwar von Turin und Mailand, Verona oder Venedig und Padua im Norden über Bologna, Rom und Neapel nach Salerno.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Praktisch jeder Ort in Italien ist mit dem Autobus erreichbar. Der Bus ist in Italien ein beliebtes Transportmittel, welches teils schneller, günstiger und komfortabler als die Eisenbahn ist. Ganz einfach gestaltet sich die Benutzung allerdings nicht. Hier einige Hinweise:

In Italien wird zwischen Stadtbussen, Regionalbussen und überregionalen Bussen unterschieden.

  • Stadt- und Ortsbusse verkehren innerhalb von Städten oder zu umliegenden eingemeindeten Ortschaften. Teils werden sogar die engen Innenstädte mit Kleinbussen vorsorgt. Die Fahrpläne sind meist angeschlagen oder im Internet ersichtlich, teils wird nur eine Frequenz (einmal pro Stunde, alle 20 Min. o.ä.) angegeben.
  • Regionalbusse werden von regionalen oder örtlichen Gesellschaften betrieben. Gewisse Gesellschaften versorgen Regionen oder Provinzen, andere örtliche Gesellschaften fahren einfach sternförmig die grösseren Orte und Städte in der Region an, ebenfalls hier existiert keine zentrale Fahrplanauskunft, mehr oder weniger aktuelle Fahrpläne finden sich auf den einzelnen Website der Betreibergesellschaften. Die Netzplanung kann allerdings dann so aussehen, dass aus der sizilianischen Stadt A die in A ansässige Busgesellschaften Fahrten nach Palermo, Catania und die wichtigsten umliegenden Städte anbietet, und die Gesellschaft B in der Stadt B Busverbindungen ebenfalls nach Palermo und Catania für die Fahrgäste in die Metropolen anbietet, allerdings bestehen keine direkten Busverbindungen zwischen A und B. Durch Studium der Websites der verschiedenen Gesellschaften findet sich evtl. ein Ort, der von beiden Gesellschaften angefahren wird, die Suche ist ähnlich wie diejenigen nach dem gemeinsamen Nenner. Vor Ort lohnt es sich, bei der Tourismusinformation oder am Busbahnhof nachzufragen, evtl. wissen Passanten oder Taxifahrer Rat, die einen allerdings möglicherweise auch lieber gleich selber fahren.
  • Fernbusgesellschaften: Fernbusgesellschaften wie beispielsweise Eurolines, Ibus, Italybus, Interbus verkehren durch das ganze Land (und teils sogar mit Abfahrtspunkten im Ausland) und fahren einzelne Städte an. Allerdings befördern sie nur Passagiere beispielsweise ab Mailand und fahren apulische Provinzstädtchen direkt an, von einem dieser Städtchen zum 30 km entfernten nächsten werden allerdings keine Passagiere mitgenommen, auch wenn die Haltestellen hintereinander auf dem Fahrplan stehen.

Eine italienische Fahrplanauskunft für alle Busgesellschaften existiert nicht, allerdings kann man mit einer Websuche mit den Stichworten "Ausgangsort", "Zielort" und "autobus" oder "Pullman" (als Ausdruck für Fernbus) fündig werden.

Haltestellen: Nur teilweise fahren die Busse von zentralen Busbahnhöfen oder dem Bahnhofsvorplatz ab. Viele Bushaltestellen liegen bei Einkaufszentren, an Ausfallstraßen oder Kreuzungen, leider sind sie nicht immer gekennzeichnet. Teilweise hat jede Bus-Gesellschaft ihre eigenen Haltestellen (die manchmal in den Fahrplänen angegeben sind: "gegenüber von der Apotheke" oder "vor der Bar X".) Auf der Straße fragt man am besten Passanten nach "pullmann / autobus" (Bus) und "fermata" (Haltestelle).

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Höchstgeschwindigkeiten
grün: zur Autobahn
blau Hauptstraße
Geschwindigkeits-"Tutor"

Viele Mitteleuropäer empfinden den sprichwörtlich gewordenen "italienischen Fahrstil" als etwas chaotisch. Das mag daran liegen, dass die Straßenverkehrsordnung vor allem im Süden oft flexibler gehandhabt wird, als in nördlicheren Ländern, die Zeiten von "no rules" sind aber weitgehend vorbei. Auch in Italien legen die "Automobilisti" zunehmend Wert auf eine gepflegtes Gefährt mit einer glänzenden Karosserie und Blechschäden verärgern sie mindestens ebenso wie weiter nördlich, die Zeiten sind vorbei, als "aus Kotflügelkontakt" gefahren und eingeparkt wurde.

Wer Italien mit dem Auto erkunden möchte, informiert sich am besten vorher über die Route mit einem Online-Routenplaner oder aktuellem Kartenmaterial. Brauchbare Strassenatlanten sind der Michelin Italia Strassenatlas (ISBN 978-2067209534) oder der Straßenatlas des Touring Club Italiano (ISBN 978-8836551552), in beiden sind die meisten Provinzstraßen und neu erbauten Umfahrungen enthalten. Übersichtskarten über ganz Italien, auf denen größere Städte nur als Punkte dargestellt sind, helfen höchstens für die Übersicht. In den häufigen Fällen, in denen die Hauptstraße nicht geradlinig durchs Städtchen führt, helfen sie nicht weiter, auf den Michelin-Karten kann man sich über den Hauptstraßenverlauf orientieren.

Nach Wegweisern zu navigieren ist in Italien nicht ganz einfach. Zu oft sind diese nämlich alt, verwittert und schief oder so klein beschriftet, dass man ohne Ehrenrunde nicht zu Ende lesen kann. Anhäufungen von 15 oder mehr Wegweisern an einer Stange sind nicht selten. Andererseits ist oftmals das nächste Städtchen nicht als Routenziel auf dem Wegweiser angegeben, dafür steht die 100 km entfernte Provinzhauptstadt auf jedem dritten Wegweiser, auch wenn es nur eine Provinzstraße "über die Dörfer" ist. Es lohnt sich folglich ein Blick auf die Strassenkarte, um die gut ausgebaute "Strada Statale" zu nehmen, die Straßennummerierung ist dazu sehr hilfreich.

Sehr häufig wird heute mit dem Navigationssystem gefahren. Man muss damit rechnen, dass die Routenführung einen über abenteuerliche Wege führt, da die alte Hauptstraße durch das verwinkelte Ortszentrum führt und eine neue Umfahrung den Durchgangsverkehr zügig um das alte Stadtzentrum herum leitet. Hier lohnt es sich, zusätzlich zum "Navi" dem Beifahrer den Straßenatlas in die Hand zu drücken. Vor allem Fahrer breiter Wohnmobile tun gut daran, nach blauen Wegweisern für Lastwagen büer 3,5 t Ausschau zu halten, welche auch für "Dickschiffe" fahrbare Routen bezeichnen.
Erfahrungsgemäß ist das Navigationssystem ausgesprochen hilfreich, um zu erkennen, in welchem Ort man ist (aufgrund großflächiger Eingemeindungen kann das Ortsschild einer Großstadt schon zwei Ortschaften vor der Stadtgrenze stehen und man sucht vergebens den anvisierten Parkplatz oder Bahnhof), oder auf welcher Strasse (SS...) man fährt resp. welcher Ausfahrt man sich nähert.

Ein absolutes Muss ist es, sich an die vorgeschlagenen Umfahrungen (gelbe Wegweiser) zu halten. Auch wenn man hofft, bei großräumigen Umfahrungen im Einbahnverkehr eine lichtsignalgeregelte Strecke zu finden, auf der man ohne Umweg hindurchschleichen kann: es lohnt sich nie! Die Brücke, wegen deren Revision eine Umfahrung ausgeschildert ist, ist möglicherweise einfach nicht mehr da und der Bau der neuen kann einige Jahre in Anspruch nehmen.

Die meisten italienischen Autobahnen sind mautpflichtig. Im Gegensatz zu früher, als in der Mitte eines Autobahnabschnitts eine Zahlstelle passiert und der Obolus für diesen Abschnitt entrichtet werden musste (und es zu gewaltigen Staus kam), zieht man in den meisten Fällen bei der Einfahrt auf die Autobahn ein Ticket und bezahlt beim Verlassen der Autobahn an einer Zahlstelle. Die Kassenhäuschen mit Bargeldentgegennahme sind bezeichnet, bezahlt werden kann auch am Automat mit Noten, Münzen und Kreditkarte.
Die Ausfahrten sind frühzeitig beschildert, die Pfeile zur Ausfahrt sind frühzeitig auch auf dem rechten weiterführenden Fahrstreifen aufgemalt, langsamere Wohnwagengespanne können aber auf dieser Spur problemlos weiterfahren, da die eigentliche Ausfahrt mit einer eigenen Spur beginnt.

Empfehlenswert sind Via-Cards zum Bezahlen der Mautgebühr auf Autobahnen. Man bezahlt die Karte im Voraus (es gibt Karten zu 25, 50 oder 75 Euro) und kann bargeldlos Autobahnfahren und an den Zahlstellen die blauen Spuren (Via Card) nutzen (Max. 2 Karten pro Bezahlvorgang möglich). Via-Cards sind an Tankstellen, Autobahnraststätten und in der Schweiz beim TCS erhältlich, man kann sie problemlos nach Einfahrt auf die Autobahn auf einer der Raststätten erwerben, da in der Regel erst beim Verlassen der Autobahn abgerechnet wird. Vorsicht, die gelben Spuren sind dem Telepass mit automatischer Abrechnung des Mautbetrags vorbehalten.

Die bargeldlosen Stationen funktioneren nicht immer perfekt, sie buchen bei der Kartenzahlung nicht ab, drucken aber einen Beleg aus, auf dem steht, wieviel noch zu bezahlen ist. Die Schranke geht trotzdem hoch. Wenn man weiterfährt, ohne nachzuzahlen kann man später, manchmal sogar Jahre später, Probleme bekommen. Inkassobüros schicken Nachforderungen. Der ADAC rät deshalb, die Mautbelege für lange Zeit aufzubewahren.

Ein Zurücksetzen vor der Zahlstelle (wenn man sich falsch eingeordnet hat) ist strengstens verboten. Wenn die Bezahlung nicht möglich ist, ist eine Weiterfahrt trotzdem möglich. Entweder kann per Gegensprechanlage ein Mitarbeiter gerufen werden, oder es wird ein Ticket (die Autonummer wird gescannt und das Fahrzeug registriert) ausgedruckt, das recht problemlos daheim per Kreditkarte bezahlt werden kann.

Für Motorradfahrer gilt die Helmpflicht mit einem ECE-konformen Helm. Bei Nichtbeachtung kann das Motorrad vor Ort beschlagnahmt werden. Desweiteren ist das Loslassen des Lenkers oder das Abheben der Beine untersagt, d.h. kein Grüßen. Die Vorschriften werden teils recht drastisch umgesetzt.

Generell wird mit großer Aufmerksamkeit gefahren, und das eigene Vortrittsrecht nicht rücksichtslos durchgesetzt. Wer das voraussichtliche Verhalten des vorderen Fahrers vorwegzunehmen versucht (wenn der Vordermann langsam zur Mittellinie zieht, wird er wohl zum Linksabbiegen halten, auch wenn er nicht blinkt...) wird problemloser im italienischen Verkehr mithalten können, als wer nicht auf die Bremse geht, weil er nach den Vortrittsregeln Rechtsvortritt hat. Zum besseren Verständnis einige subtilere, ungeschriebene Regeln, die von Ausländern nicht immer richtig erkannt werden:

  • Die Kommunikation der Fahrer untereinander hat eine höhere Bedeutung. Vieles wird per Handzeichen, Lichthupe oder Hupe geklärt.
  • Gegenseitige Rücksicht und Mitdenken. Italienische Fahrer pochen in der Regel weniger auf ihre Rechte und sind öfters bereit, anderen Zugeständnisse zu Gunsten eines besseren Verkehrsflusses zu machen. Die gelegentliche Gedankenlosigkeit anderer Verkehrsteilnehmer kann dadurch meist ausgeglichen werden.
  • Generell zeigen Italiener mit Fahren ganz hart an der Mittellinie an, dass sie es eilig haben, sie schätzen es, wenn man sich etwas rechts hält, um das Überholen zu vereinfachen. Andererseits fahren ältere Herrschaften mit dem "Cinquecento" gern mit 30 km/h ganz am rechten Fahrbahnrand, eine Einladung zum Überholen, wenn die Strecke übersichtlich genug ist. Bei doppelter Sicherheitslinie ist das Überholen allerdings definitiv nicht angezeigt, Warnschilder warnen oft vor Spurteilern.
  • Die Hupe wird gerne als Kommunikationsmittel eingesetzt. Besonders auf engen, unübersichtlichen und kurvenreichen Landstraßen hupen Italiener gerne vor der Einfahrt in eine Kurve. Wenn niemand zurückhupt, gehen sie davon aus, dass die Kurve frei ist und benutzen die volle Breite der Straße. Ausländer müssen sich daran gewöhnen, bei einem Hupen hinter einer Kurve unverzüglich zurückzuhupen.
  • In Sizilien wird manchmal ein langsamer Wechsel von Fern- und Abblendlicht auf der Autobahn zum Warnen des Vordermanns eingesetzt, um ihn vor unerwarteten Überholmanövern zu warnen.
  • Die Beschilderung ist nicht so zuverlässig und durchgehend wie man sich das in D oder CH gewohnt ist. Auf unbekannten Strassen deshalb vorsichtig fahren, nicht jede enge Kurve ist signalisiert. Geschwindigkeitslimits werden vor allem im Süden eher flexibel umgesetzt, in Norditalien werden Geschwindigkeitsübertretungen zunehmend rigoros verfolgt.
In Italien gilt die angezeigte Geschwindigkeit als Höchstgeschwindigkeit, die aber aus Verkehrssicherheitsgründen nicht durchgehend gefahren werden darf. Während beispielsweise in der Schweiz eine Geschwindigkeitslimite von 60 km/h vor einer gefahrenträchtigen Kurve angeordnet ist, gilt auf italienischen schmalen Provinzstraßen die offene Limite von 90 km/h und man ist selber schuld, wenn man eine Kurve unterschätzt und im Graben landet.
  • Radarfallen stehen oftmals an kritischen Stellen mit engen Kurven und sind in der Regel auf der Autobahn markiert, der sich knapp vor dem Außerortsschild hinter einem Gebüsch verbergende Polizist mit der Radarpistole wird nur sehr selten angetroffen. Das Systema Tutor ist ein Geschwindigkeits-Abschnittskontrollsystem: zwischen auseinanderliegenden Messstellen wird die Passagezeit erhoben und die Durchschnittsgeschwindigkeit errechnet, bei deren Überschreitung ein Bußgeld fällig wird. Eine kurze Beschleunigung zum Überholen führt in diesem Fall nicht zum Strafzettel, wenn man danach wieder "manierlich" fährt. Das System deckt inzwischen bis 40 % des italienischen Autobahnnetzes ab, so dass sich das sonst so oft erlebte Losrasen nach Passieren des bekannten Radarstandorts nicht lohnt.
  • wenn man aus einer Seitenstrasse in zügig fliessenden Verkehr einfädeln will, rollt man beherzt unter Suchen des Sichtkontakts auf die Fahrbahn, um die Absicht kundzutun, und wird in der Regel bald einmal eingelassen. Wenn man mit vornehmer Zurückhaltung hinter der Linie wartet, droht man dort vorzeitig zu altern.
Für Fussgänger gilt ganz ähnliches: Nicht an einem Zebrastreifen darauf warten, dass jemand anhält, das wird im allgemeinen nicht geschehen. Wenn man in einem sinnvollen Moment heherzt losgeht und so die Absicht klarmacht, dass man jetzt über die Strasse will, wird aber bereitwillig angehalten. Ähnliches gilt an grünen Fußgängerampeln, gehalten wird nur, wenn man wirklich losläuft.
  • bekannt ist Italien auch dafür, dass jegliche am Fahrzeug nach hinten ragende Ladung (auch Fahrräder am PW und Wohnmobilen) mit einem 50 x 50 cm grossen rot-weiss-gestreiften Panello gekennzeichnet werden müssen.

Das Fortkommen in Italien erleichtert sich, wenn man sich an die Straßennummerierung und die Kennfarben der Wegweisung gewöhnt. Die in der Regel kostenpflichtigen Autobahnen sind generell grün markiert. Leicht übersehen werden die kleinen Wegweiser zum nächsten Autobahnanschluss, die nur mit dem Autokennzeichen der Provinzstadt bezeichnet sind, das kleine grüne Schild CT bezeichnet also den Weg zum nächsten Autobahnanschluss mit Ziel Catania. Blaue Wegweiser stehen für Hauptstraßen, die als "Strada statale" (SS) bezeichnet sind, höhere Nummern können parallel zur alten Strada statale geführte Neubaustrecken bezeichnen, diese sind teils richtungsgetrennt doppelspurig, aber nicht kreuzungsfrei geführt. So existiert nach Apulien die SS16 weiterhin, auf der parallel geführten SS613 kommt man wesentlich schneller und ohne Ortsdurchfahrten, die in Italien sehr zeitraubend sein können, vorwärts.

Weiße Wegweiser bezeichnen lokale Ziele, braune Ziele, welche Touristen interessieren dürften, oftmals bezeichnet ein Logo die Art des Ziels (archäolog. Gelände oder Badestrand).

Bei Unfällen mit ausländischen Verkehrsteilnehmern Fahrzeuge nicht bewegen, sondern direkt die Polizei verlangen. Das braucht zwar viel Geduld und Nerven, erspart aber später Probleme mit der Versicherung.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist Italienisch. Im Nordwesten (Aostatal) wird lokal auch Französisch gesprochen und in Südtirol gibt es eine deutschsprachige Mehrheit. In einigen Dolomitentälern wird Ladinisch, in Friaul Furlanisch gesprochen, die entfernt mit dem Rätoromanischen in der Schweiz verwandt sind. Auch auf Sardinien wird eine eigene Sprache, das Sardische, gesprochen. Aber auch in anderen Landesteilen gibt es stark ausgeprägte Dialekte, die mit der Hochsprache nur wenig gemein haben. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde fast überall Dialekt und nur zu besonderen Anlässen Hochitalienisch gesprochen, in den letzten Jahrzehnten ist das Standarditalienische aber – vor allem in den größeren Städten und bei den jüngeren Generationen – stark auf dem Vormarsch.

In Friaul-Julisch-Venetien ist auch Slowenisch Minorität. In einigen Orten Süditaliens, in Apulien wird von den Älteren ein griechischer Dialekt, das Griko, gesprochen, der noch aus der Zeit der Magna Graecia herrührt.

In den touristisch gut erschlossenen Gebieten kommt man mit Englisch gut durch. Besonders im Landesinneren aber hilft Englisch kaum mehr weiter und man muss auf Italienisch kommunizieren. Siehe Sprachführer Italienisch

Kaufen[Bearbeiten]

Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind sehr unterschiedlich.
Größere Supermärkte haben Samstag bis mindestens 20 Uhr und teilweise Sonntag vormittags geöffnet. Normale Ladengeschäfte und Boutiquen sind in Mittel- und Süditalien, vor allem in Kleinstädten, während der Siesta von 13 bis 16 oder 17 Uhr geschlossen, gelegentlich auch Tankstellen. Die Einkaufsstraßen sind dann völlig verlassen, die Rollläden heruntergelassen und das Parkplatzangebot ist kurz vor Ende der Siesta an grössten. An Feiertagen haben manche Geschäfte, insbesondere Bäckereien, geöffnet. An Ferragosto (Mariae Himmelfahrt, 15. August) bleiben fast alle Läden geschlossen.
In Touristenorten und Seebädern sind die Läden vor allem in der Hauptsaison Mai bis September meistens durchgehend geöffnet.

Wer als EU-Bürger in Italien shoppt muss ab einem Einkaufswert von 1000,00 € mit Kreditkarte zahlen. Die Bezahlung mit Bargeld ist laut Verordnung "tetto di mille euro" nur noch bis 999,99 € möglich. Die Regierung will damit Geldwäsche und Steuerhinterziehung eindämmen. Kunden mit Wohnsitz außerhalb der EU dürfen mit Bargeld bis zu 14999,99 € bezahlen.

Wer isst, trinkt oder einkauft, ist verpflichtet, den scontrino (Kassenzettel) bis mindestens 500 m Entfernung von Restaurant, Bar oder Laden mitzunehmen. Wer den scontrino an der Kasse oder auf dem Tisch liegen lässt und nach Verzehr oder Einkauf im Fall einer Kontrolle der Finanzpolizei nicht vorweisen kann, macht sich nach italienischem Gesetz (ebenso wie der Wirt/Verkäufer) der Steuerhinterziehung strafbar und muss ggf. eine Buße zahlen. Häufig werden die scontrini dem Kunden deshalb regelrecht aufgedrängt, bitte nehmen Sie den scontrino deshalb immer mit.

Küche[Bearbeiten]

Un caffè, per favore

Der Kaffee hat im Herzen der Italiener einen besonderen Platz; und er ist in unzähligen Variationen zu finden.

Ein caffè ist in Italien immer ein Espresso, den man normalerweise in einer Bar zu sich nimmt. Es gibt ihn mit mehr (lungo) oder weniger (ristretto) Wasser, in doppelten (doppio) und halben (corto) Portionen, mit einem Tröpfchen Milch (macchiato) oder mit Hochprozentigem (correcto).

Der Cappuccino ist das traditionelle Frühstücksgetränk; einen Cappuccino nach dem Essen findet der Italiener genau so seltsam wie der Deutsche ein Müsli als Dessert.

Die Latte Macchiato ist heisse Milch mit einem Espresso darin und auch der Caffelatte ist manchmal anzutreffen.

Der daheim zubereitete Kaffee aus der achteckigen Bialetti-Kanne ist im übrigen kein Espresso, sondern ein Moka - und die Neapolitaner habe ihre eigene Kanne, und der Kaffee ist dann ein Napoletano.

Noch Fragen?

Die italienische Küche ist in der ganzen Welt berühmt - dabei hat das, was man oftmals "beim Italiener" vorgesetzt bekommt, nicht viel mit der traditionellen, italienischen Küche zu tun. Wobei es die italienische Küche eigentlich gar nicht gibt - zu groß sind die regionalen Unterschiede von Nord nach Süd. Während die norditalienische Küche der deutschen etwas näher ist (man benutzt oftmals mehr Butter als Olivenöl), so ist die süditalienische Küche deutlich anders. Öl ist Grundkochmittel, dazu kommt Knoblauch und dann erst alles Weitere. An den Küsten wird viel Fisch gekocht, während im Landesinneren Schafsprodukte (v.a. Käse) produziert und verkocht werden.

Rotwein, Trofie mit Pesto alla genovese
Pizza ist neben Pasta der Inbegriff der Italienischen Küche im Ausland
Nudeln aus Hartweizengrieß, ital. Pasta, sind ein Hauptbestandteil der Italienischen Küche

Kleiner Wegweiser durch die gastronomischen Begriffe:

Eine Bar ist in Italien kein Ort um Cocktails zu trinken. In einer italienische Bar gibt es vom frühen Morgen bis zum späten Abend Kaffee (und andere Getränke), morgens ein Frühstück und später oft panini oder andere kleine Speisen. Die Bar ist ein sozialer Treffpunkt, und der (oder die) Barista ist in der Regel eine lokale Informationsquelle, die man auch als Tourist nutzen kann. In der Bar liegen zudem kostenlose Tageszeitungen aus, je nach Größe der Bar kann das Sortiment beachtlich sein und umfasst gelegentlich ausländische Zeitungen. Die Torrefazione (Kaffeerösterei) bietet verschiedene Sorten selbst gerösteten Kaffee und andere Kaffeegetränke an, jedoch außer Kleingebäck meistens keine Speisen und andere Getränke.

Restaurants gibt es als Osteria, Trattoria oder Ristorante. Ein Ristorante ist meist etwas gehobener, eine Trattoria oft eher eine Gastwirtschaft, und die Osteria liesse sich mit "Weinlokal" übersetzen. Alle können hervorragend sein, die Küche ist meist regional. Trattorien gibt es auch als Ausflugsgaststätten auf dem Land, mit etwas Glück auch mit einem großen Spielplatz.

Pizza wird in der Pizzeria in einfachem Ambiente serviert; in "normalen" Restaurants gibt es sie (ausserhalb der Touristengebiete) eher nicht. Dafür gibt es in einer guten Pizzeria nichts anderes; bestenfalls noch ein paar andere Spezialitäten, die sich im Pizzaofen zubereiten lassen. Jede Region macht die Pizza auf eine eigene Art, und natürlich ist jede von ihrer eigenen Variante überzeugt. Die meisten Italiener geben aber irgendwann zu, dass die neapolitanische Version - aus dem Holzofen mit hohem, unregelmäßigem Rand - die ursprüngliche und "echte" ist. Als Fastfood gibt es auch die Pizza al taglio, Pizzastücke direkt auf die Hand.

Daneben gibt es noch verschiedene Orte die nach den Speisen benannt sind, die es dort gibt: Die Paninoteca serviert panini caldi (überbackene belegte Brötchen oder Toast), Pizzastücke und ähnliches, in der Piadineria gibt es Piadine (Fladenbrote mit Füllung). Die Spaghetteria spezialisiert sich auf Pasta, in der Rosticceria bekommt man frittierte oder gegrillte Speisen zum Mitnehmen oder gleich Essen.

Ein Tavola calda ist ein günstiger Schnellimbiss mit Selbstbedienung, jedoch in der Regel ohne Fastfood, sondern mit einfachen, frisch vorgekochten Gerichten nach Saison, die für den Kunden erwärmt werden. Hier essen viele Berufstätige zu Mittag.

Die Italiener, insbesondere im Süden, lieben Süßspeisen und Gebäck. Das gibt es in der Pasticceria, oder Konditorei. Hier bekommt man kleine Gebäckstücken wie cornetti, biscotti (Kekse), pastafrolla (Mürbteiggebäck), bignets (Windbeutel) und andere lokale Spezialitäten, gerne auch mit einem Kaffee dazu. Die Pasticceria hat in der Regel auch Sonntagvormittag geöffnet, da es üblich ist, am Sonntag nach dem üppigen Mittagessen Gebäckteilchen einzunehmen. Und das italienische Eis holt man natürlich von der Gelateria, wahlweise in der Waffel (cono) oder im Becher (coppa).

Abends geht es dann in die Birreria oder in den Pub zu einem Bier, oder in die Enoteca oder Vineria zu einem Wein (hier werden auch hochpreisige Weine glasweise ausgeschenkt). In beiden bekommt man auch Kleinigkeiten zu Essen.

Der Tea Room ist mit den Briten nach Italien gekommen. Obwohl Italien eine Nation der Kaffeetrinker ist, sind Tea Rooms zwar nicht prototypisch, aber eine gute Alternative zur in der Regel sehr lebhaften Bar. Häufig liegen in Tea Rooms auch Spiele, Bücher und Magazine aus und laden zum Verweilen ein.

Der Agriturismo (Bauernhof mit Feriengästen) hat neben Ferienunterkünften oft auch einen Speisesaal oder eine große Küche, in dem frische, saisonale Speisen aus eigenem Anbau oder eigener Zucht und Produktion angeboten werden, darunter immer mehr Bio-Betriebe. Besonders auf dem Land ist der Agriturismo eine preiswerte Alternative zu den Restaurants in den Städten. Die Öffnungszeiten sind saisonal sehr unterschiedlich, weil die Küche oft nur nebenbei betrieben wird, ggf. vorher anrufen.

Viele Restaurants berechnen "Grundgebühr" für Gedeck, Brot, Grissini und Service; den berühmten Coperto oder auch: Pane. Das ist normal und muss auch bezahlt werden. Allerdings wird in Italien dafür auch wenig bis kein Trinkgeld gegeben. Wenn man unter Freunden gemeinsam isst, wir die Rechnung normalerweise auf "römische Art" geteilt - alle zahlen den gleichen Anteil am Gesamtbetrag. Eine getrennte Abrechnung ist in Restaurants nicht üblich. Gäste werden gerne eingeladen, wer sich revanchieren will, sollte beim nächsten Mal schneller sein.

Bei einem Essen ist folgende Speisenfolge üblich:

  • Antipasto (Vorspeise), beispielsweise Crostini oder Bruschetta, Kleinigkeiten aus eingelegtem, gegrilltem oder frischem Gemüse, regional auch Häppchen aus (Frisch-)Käse oder Meeresfrüchten und Fisch, Prosciutto di Parma (Rohschinken), im Sommer gern auch verdure in pinzimonio, gemischte, erntefrische Gemüse zum Dippen in Olivenöl.
  • Primo (erster Gang), z.B. Pasta (Nudeln) oder Gnocchi aus Kartoffeln, gefüllte Nudeln, manchmal kleine Aufläufe (sformatino) aus Gemüse oder Crespelle (Crepes) mit Füllung, in der kühlen Jahreszeit auch Suppen.
  • Secondo (Hauptgang), meistens gegrilltes oder gebratenes Fleisch, Fisch, Wild oder Geflügel. In der Regel sind beim Hauptgang keine Beilagen (außer einer kleinen Garnitur) dabei, man muss also Kartoffeln und/oder Gemüse separat dazu bestellen. Beliebte Beilagen sind Patate fritte (in Olivenöl gebratene Kartoffelspalten, keine Pommes frittes), Patate in tegame (geschmorte Bratkartoffelstückchen mit Kräutern), Polenta (Maisbrei), Fagioli (Bohnenkerne, verschiedene Sorten, meistens geschmort) oder Fagiolini (grüne Bohnen oder Brechbohnen) bzw. andere Gemüse nach Saison. Regional werden auch Käseplatten oder gegrillter Pecorino als Secondo angeboten, für Vegetarier gibt es gelegentlich Gemüse- oder Eiergerichte, z.B. Frittata (Omelette) mit Gemüse.
  • Dolci (Dessert) wie Pudding, Eis, Sorbet oder Kuchen und Obst nach Saison.

Diese Gänge werden einzeln in Rechnung gestellt und können zu einer hohen Gesamtsumme führen, 40 € pro Person [2017] sind dabei schon günstig. Allerdings ist es auch erlaubt und normal, Gänge wegzulassen und zum Beispiel nur eine Pasta und ein Dessert zu essen. Man sollte nur beachten, dass die Gänge fast immer in der "richtigen" Reihenfolge serviert werden - wenn also eine Person den Primo und die andere den Secondo nimmt kann es sein dass diese nacheinander serviert werden.

Die Pizza ist im Übrigen ein piatto unico, also eine vollständige Mahlzeit in einem einzigen Gericht.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das gemeinsame auswärtige Abendessen ist unter jenen Familien, die es sich leisten können, ein beliebtes Ritual zur Beziehungspflege. Eltern, Kinder (auch die Jüngsten), Großeltern und häufig befreundete Familien oder Verwandte ergeben Runden, für die im Restaurant nicht selten drei oder mehr Tische zusammengestellt werden müssen.

Man trifft sich um 20 Uhr zum Aperitif in einer Cocktail Bar/Gelateria, wo es für die Kinder einen Eisbecher und eine Cola gibt, während sich die Älteren mit einem Aperol, Campari o.Ä. auf den Abend einstimmen.

Ca. eine Stunde später begibt man sich ins favorisierte Restaurant; spätestens dort wächst die Gruppe auf ihre volle (s.o.) Größe an. Beim Essen, das sich über mehrere Gänge erstreckt (s. Küche), werden (erheblich weniger dezent als man es in Deutschland gewohnt ist) weitere Neuigkeiten aus Politik, Sport und Nachbarschaft ausgetauscht. Mit Herannahen der Mitternacht wird die Tafel schließlich aufgehoben.

Dies ist die Stunde der Ragazzi (so werden im Italienischen alle Menschen vom motorrollerfähigen Alter an aufwärts bis Ende der Zwanziger bezeichnet - im freundschaftlichen Umgang auch erheblich ältere Personen). Diese brechen in der Zeit ab ca. 23 Uhr mit ihren verschiedensten Kraftfahrzeugen (sehr wenige Fahrräder) aus allen Richtungen der äußeren Stadtteile und des Umlandes über die Innenstädte herein, was für den ausländischen Touristen, der in einer Enoteca/Birreria dabei ist, seinen Absacker einzunehmen, ein lärmendes und stinkendes, gleichwohl faszinierendes Schauspiel ergibt. Auf diese Weise füllen sich die angesagten Orte der Innenstadt, bis jede Bar sowie jede Sitzgelegenheit im Freien von jungen Leuten umlagert ist. Es wird sich nicht bis zur Besinnungslosigkeit betrunken, noch kommt es regelmäßig zu anderweitigen Ausfällen, da auch unter den jungen Leuten der soziale Austausch mit dem (Gesprächs-)Partner oder dem Mobiltelefon oder beidem im Vordergrund steht.

Das Prinzip Großraumdisco (wie z.B. in Deutschland) oder gar Alles-unter-einem-Dach-Unterhaltung (wie in den USA üblich) ist wenig verbreitet. Auch hierfür darf man die Ursachen in der sozialen Struktur suchen. Auch das günstige Wetter spielt sicherlich eine Rolle. Dennoch erkennt man am einen oder anderen Rohbau die Tendenz zu größere Einheiten weiter entfernt von den Stadtzentren.

Die o.g. Beobachtungen stammen aus verschiedenen Orten Siziliens während der warmen Jahreshälfte. Es ist davon auszugehen, dass sich die geschilderten Verhältnisse in der Nähe einer Extremsituation bewegen. Mit wachsender Entfernung von den touristischen Zentren, außerhalb der Hauptsaison und/oder in anderen (wirtschaftlich stärker „entwickelten“) Landesteilen wird der ausländische Reisende möglicherweise Anderes vorfinden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Für den individuellen Urlaub in Italien bieten sich Ferienwohnungen und Ferienhäuser an.

In Italien gibt es auch viele Campingplätze, die gut ausgerüstet sind. Wer einen mittleren Standard sucht, sollte beim Zeltplatz auf mindestens 4 Sterne achten. Darunter fehlt oftmals warmes Duschwasser oder es muss mit Jetons separat bezahlt werden. In der Hochsaison von Juli bis September ist es mit großen Zelten schwierig, einen freien Platz zu finden. Spontane Camper mit Kleinzelten (Iglus...) finden jedoch fast immer ein Plätzchen.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Nächster Termin Name Bedeutung
Montag, 1. Januar 2018 Capodanno Neujahrstag
Samstag, 6. Januar 2018 Epifania Heilige Drei Könige
Montag, 2. April 2018 Pasquetta Ostermontag
Dienstag, 25. April 2017 Anniversario della Liberazione Tag der Befreiung Italiens vom Faschismus (1945)
Montag, 1. Mai 2017 Festa del Lavoro Tag der Arbeit
Montag, 5. Juni 2017 Lunedì di Pentecoste Pfingstmontag, nur in Südtirol
Freitag, 2. Juni 2017 Festa della Repubblica Nationalfeiertag, Tag der Republik, Republikgründung 1946
Dienstag, 15. August 2017 Ferragosto / Assunzione di Maria Mariä Himmelfahrt
Mittwoch, 1. November 2017 Ognissanti Allerheiligen
Freitag, 8. Dezember 2017 Immacolata Concezione Mariä Empfängnis
Montag, 25. Dezember 2017 Natale di Gesù Weihnachten
Dienstag, 26. Dezember 2017 Santo Stefano Stefanstag

Lokale Feiertage zu Ehren der Schutzheiligen:

Stadt Termin Heiliger
Venedig 25. April St. Markus
Florenz 24. Juni Johannes der Täufer
Genua 24. Juni Johannes der Täufer
Turin 24. Juni Johannes der Täufer
Rom 29. Juni St. Petrus
Siena 2. Juli Palio di Provenzano
Palermo 15. Juli Sta. Rosalia
Siena 16. August Palio dell'Assunta
Neapel 19. September St. Januarius
Bologna 4. Oktober St. Petronius
Triest 2. November St. Justus
Bari 6. Dezember St. Nikolaus
Mailand 7. Dezember St. Ambrosius

Karfreitag ist kein Feiertag in Italien.

Sicherheit[Bearbeiten]

In Italien ist es auch nicht anders als im Rest der Welt: Vorsicht hilft, gefährliche Situationen zu vermeiden. Nachts nicht alleine durch leere Straßen ziehen, dunkle Gassen vermeiden, Uhren, Schmuck und teuere Fotoapparate nicht unnötig zur Schau stellen. Auf Märkten auf Geldbörse, Handtasche etc. aufpassen. In Großstädten sollten Sie vor allem Parks in der Nacht meiden. Teure Autos sollten in Städten besser in einem bewachten Parkhaus abgestellt werden.

An Stränden und anderen oft von Touristen frequentierten Orten werden dem Reisenden oft gefälschte Uhren, Taschen, Sonnenbrillen, Parfums und andere Markenartikel angeboten. Es wird erwartet, dass auch Touristen solche Angebote als Fälschungen erkennen, wenn man dennoch kauft, macht man sich strafbar! (entweder, wenn der Kauf beobachtet wird, oder später, wenn man bei der Wiedereinreise ins Heimatland vom Zoll kontrolliert wird). Beim Kauf hochwertiger echter Markenartikel ist der Kassenbeleg auf jeden Fall aufzubewahren.

Falls Sie mit einer Situation überfordert sind, scheuen Sie sich nicht, Passanten um Hilfe zu bitten. Italiener sind, wenn sie direkt angesprochen werden, außerordentlich hilfsbereit.

Vor der Mafia braucht man keine Angst zu haben, die kassiert höchstens an Busparkplätzen ab, lässt Touristen aber in Ruhe, da sie mit Italienern genug zu tun hat. Süditalien und Sizilien sind daher nicht unsicherer als andere Landesteile auch.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die medizinische Versorgung in Italien ist in allen Landesteilen von guter Qualität. Besondere gesundheitliche Risiken bestehen nicht, spezielle Impfungen sind nicht nötig.

In Touristengegenden praktizieren viele deutsch- und englischsprachige Ärzte und Zahnärzte, fragen Sie Ihren Gastgeber. In Städten gibt es in der Regel einen pronto soccorso (Notaufnahme/Notfallpraxis) für dringende Fälle bzw. ein Ospedale (Krankenhaus) mit Notaufnahme. Bei Kleinigkeiten können Sie sich problemlos an eine Apotheke wenden, dort ist man auf Erste Hilfe eingestellt.

Sie müssen das Geld bei einer Behandlung selbst vorstrecken und hinterher von Ihrer Krankenkasse einfordern, bewahren Sie die Quittungen und Unterlagen auf. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist nützlich, da die gesetzlichen Kassen manchmal nur Richtsätze erstatten.

Klima[Bearbeiten]

Zu den großen Vorzügen Italiens gehört auch sein herrliches, außerordentlich mildes Klima, das es dem Wall der Alpen, dem überall wirksamen Einfluss des Meers und der günstigen südlichen Exposition ganzer Landschaften verdankt. Doch ist auch hier ein bedeutender Unterschied zwischen dem kontinentalen und dem peninsularen Italien bemerkbar; jenes hat auffallend kontinentales, dieses überwiegend maritimes Klima. Es lassen sich drei Regionen unterscheiden: das Po-Gebiet, Mittelitalien und Süditalien, zu welchem die ligurische Küste zu rechnen ist.

In der Po-Ebene wechseln kalte Winter mit heißen Sommern; trotz einer mittleren Jahrestemperatur von 13 °C kommen Temperaturen von -17 °C vor, und der Winter ist, wenn auch kürzer, so doch meist kälter als im Rheintal zwischen Koblenz und Bonn. Nur ein schmaler Saum unmittelbar am Fuß der Alpen und an den lombardischen Seen macht eine Ausnahme. Dem entsprechend ist die Vegetation in der Lombardei durchaus mitteleuropäisch, nur solche Pflanzen des Südens können hier angebaut werden, welchen, wie dem Reis, die Sommerwärme gerade lange genug anhält; nur an den Seen kehren zahlreiche Formen der Mediterranflora und auch der Ölbaum wieder.

In Mittelitalien ist die tyrrhenische Abdachung vor der adriatischen bevorzugt durch höhere Wintertemperatur, was sich namentlich darin ausprägt, dass am ganzen Küstensaum Dattelpalmen bis auf kurze Unterbrechung, in der Toskana auch Agrumen bei einigem Schutz fortkommen. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 14,5 °C, aber noch in Rom sind -5,9 °C beobachtet worden, und Schnee ist jeden Winter ein- bis zweimal zu erwarten, wenn er auch nicht liegen bleibt. Auch hier überwiegt noch der mitteleuropäische Charakter der Flora, nur in der Küstenzone sind immergrüne mediterrane Bäume und Sträucher häufig und dem Ölbaum sind bedeutende Flächen gewidmet.

Erst in Süditalien und der durch die Apenninen gebildeten klimatischen Oase von Ligurien herrscht volle Mediterranflora, und der Nordländer findet das Italien, welches er schon am Fuß der Alpen suchte. Erst hier, vom Monte Gargano und Terracina an, werden Agrumen im großen gebaut und sind Dattelpalmen häufig; erst von hier an sind die mitteleuropäischen Holzgewächse auf die Höhen der Berge zurückgedrängt und finden sich in Fülle die Opuntien und Agaven und die Vertreter der Mediterranflora, die immergrünen Eichen, die Karuben, Pistacia lentiscus, der Erdbeerbaum, die Phyllyreen, Lorbeer, Myrte, Oleander und jene große Zahl südlicher aromatischer Halbsträucher und Zwiebelgewächse, finden sich die winterlich grünen, mit buntem Blütenschmuck überdeckten Matten des Südens, welche an die Stelle der Wiesen des Nordens treten. Die mittlere Jahrestemperatur dieses Gebiets beträgt 17 °C, steigt aber in Sizilien bis auf 18,5 °C; der Winter ist sehr mild, 10 - 11 °C, so dass keine Unterbrechung in der Vegetation eintritt und nur die Berge längere Zeit von Schnee bedeckt sind. Hier erhebt sich die immergrüne Zone, die in Mittelitalien 500 m nicht erreicht, bis auf 800 m, erst dann beginnt meist mit Edelkastanien der Gürtel der laubabwerfenden Bäume; die Region von 1.000 - 2.000 m ist der Buche und der Kiefer eigen, aber nur auf den höchsten Höhen der Abruzzen und Korsikas findet sich alpine Vegetation.

Respekt[Bearbeiten]

In italienischen Restaurants sollte man sich nicht einfach an einen leeren Tisch setzen. Besser man wartet, bis man einem Tisch zugewiesen bekommt; man kann dem Kellner aber selbstverständlich einen Tisch vorschlagen. Wenn ein Restaurant voll gefüllt ist, wartet man an der Bar, bis wieder ein Tisch frei wird; der Kellner achtet auf die Reihenfolge.
Sich betrunken in der Öffentlichkeit zu zeigen, gilt in Italien als "unterste Schublade". Auch wenn fast immer "Vino" auf den Tisch kommt, trinken Italiener praktisch nie über den Durst. Drogenkonsum in der Öffentlichkeit ist ohnehin absolut tabu.

Bekleidung: in Italien als katholisch geprägtem Land gelten Bekleidungsvorschriften noch etwas. Zumindest im Süden wird an Familienstränden nicht "oben ohne" gebadet, Strandbekleidung, Shorts und Spaghetti-Top sind nicht die geeignete Oberbekleidung zum Besuch gehobener Geschäfte, Museen und vor allem Kirchen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Achtung Wintersportler, auf Italiens Pisten herrscht für Kinder bis 14 Jahren Helmpflicht!

Elektritzität[Bearbeiten]

Typ-L-Stecker und -Steckdose, 10-A-Variante

In Italien wird die normale europäische Spannung von 230V/50Hz verwendet. Der übliche Stecker ist der Typ L, mit drei Kontaktstiften nebeneinander, von dem es zwei Versionen gibt. In die "kleinere" davon passen auch Euro-Flachstecker.

In neueren Gebäuden finden sich meist Kombi-Steckdosen, die beide Varianten und auch Euro-Flachstecker aufnehmen. Schuko-Stecker passen nicht in Typ-L Steckdosen.

Gerade im Norden findet man teilweise, aber nicht überall, auch Steckdosen für Schuko-Stecker. Schuko-Adapter gibt es in den meisten Gegenden problemlos und günstig im Supermarkt; ansonsten im Elektrofachhandel

Rauchen[Bearbeiten]

Seit 2005 herrscht in allen öffentlichen Gebäuden, auch in Gaststätten und Büros, striktes Rauchverbot. Im Freien und in ausgewiesenen Raucherzonen ist es noch erlaubt.

Auch das wird lokal noch weiter eingeschränkt, in Neapel und Bozen ist das Rauchen auf allen öffentlichen Flächen, auf denen sich Kinder und Schwangere aufhalten könnten, wie etwa Straßen, Plätzen, Spielplätzen, Freiluftbühnen und Sportstadien usw. ebenfalls verboten.

Sauna[Bearbeiten]

Nackt geht man in Südtirol in die Sauna, dagegen sollten Urlauber in Mittel- und Süditalien die Sauna leicht bekleidet betreten. Wer unsicher ist sollte den Betreiber der Sauna fragen.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Italien hat ein gut ausgebautes Mobilfunknetz. Es gibt 4 Anbieter: TIM, Vodafone, Wind und 3IT, die letzten beiden werden gerade verschmolzen. 3G (UMTS) ist flächendeckend verfügbar, die LTE-Abdeckung ist bei Vodafone und TIM deutlich besser als bei den anderen. EU-Bürger profitieren in Italien von stark regulierten Roamingpreisen; wer eine EU-Flatrate hat kann sogar telefonieren "wie Zuhause". Lokale SIM-Karten gibt es, auch für Urlauber, an den Verkaufsstellen der Anbieter (mehr Informationen im Prepaid-Data-Wiki (englisch)).

Literatur[Bearbeiten]

Es gibt eine große Bandbreite italienischer Literaten, die auch in deutscher Übersetzung vorliegen. Als die "Urväter" der italienischen Literatur gelten Dante Alighieri (1265-1321), Franscesco Petrarca (1304-1374) und Giovanni Boccaccio (1313-1375), deren Werke bis heute eine kurzweilige Reiselektüre bietet, vor allem Dantes "Göttliche Komödie" und die pikanten Novellen von Boccaccios "Decamerone" sind empfehlenswert. Weltweite Bekanntheit erlangten in der Renaissance Niccolò Machiavelli (1469-1527), Matteo Bandello (1485-1561), Torquato Tasso (1544-1595) und Galileo Galilei (1564-1642), deren Schriften auch auf Deutsch vorliegen. In der Zeit des Risorgimento (18. Jahrhundert) entstanden weltberühmte Werke von Giacomo Leopardi (1798-1837), von dem ersten italienischsprachigen Nobelpreisträger Giosuè Carducci (1835-1907) und Giovanni Verga (1840-1922). Um die Jahrhundertwende und im 20. Jahrhundert waren wichtige Vertreter: Gabriele D'Annunzio (1863-1938) -- der jedoch durch seine Nähe zum Faschismus heute weniger beliebt ist -- Italo Svevo (1861-1928), Luigi Pirandello (1876-1936), Alberto Moravia (1907-1990) und Cesare Pavese (1922-1975), deren Lektüre dem Reisenden Italien näher bringt als manch ein Reiseführer.

Unter den zeitgenössischen Autoren: Der Nobelpreisträger Dario Fo (*1926), Umberto Eco (*1932) und Andrea Camilleri (*1925).

In den letzten Jahren erfreut sich der italienische Kriminalroman großer Beliebtheit. Die Krimis sind oft stark regional geprägt und bieten Reisenden einen tiefen Einblick in das alltägliche Leben. Die in Deutschland beliebtesten Krimis sind (um nur einige zu nennen):

  • Die anspruchsvollen Krimis der "Firma" Carlo Fruttero & Franco Lucentini
  • Die sizilianischen Krimis von Andrea Camilleri
  • Die in Venedig angesiedelten Krimis der Britin Donna Leon
  • Die in Florenz spielenden Krimis von Marco Vichi und der Britin Magdalen Nabb
  • Die Turiner Krimis von Margherita Oggero und Carlo Lucarelli
  • Die Toskana-Krimis von Marco Malvaldi
  • Die Justiz- und Anwaltskrimis von Gianrico Carofiglio (Bari) und Nino Filastò (Florenz)

Unterhaltsam und lehrreich ist die Serie "Picus Lesereisen" (z.B. "Toskanische Tagträume", "Amalfi/Cilento: Wo die rote Sonne wirklich im Meer versinkt", "Hinter Rom beginnt das Zauberland: Malerisches Latium" u.v.m.)

So man sich in die Poebene oder gar zum Podelta begibt, sollte man Guareschi Don Camillo und Peppone im Gepäck haben. Besser kann man das dortige Lebensgefühl nicht beschreiben.

Weblinks[Bearbeiten]


Brauchbarer Artikel Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.