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Basilikata

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Lago Sirino fotografato al volo dall'autostrada - panoramio.jpg
Region Basilikata
HauptstadtPotenza
Einwohner
573.694 (2015)
Fläche
9.994,61 km²
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Lage
SardinienSizilienKalabrienKampanienBasilikataMoliseApulienAbruzzenLatiumMarkenUmbrienToskanaLigurienAostatalPiemontLombardeiVenetienEmilia-RomagnaTrentino-SüdtirolFriaul-Julisch VenetienSan MarinoVatikanstadtAlgerienTunesienMaltaMontenegroBosnien und HerzegowinaKroatienSlowenienUngarnSchweizÖsterreichSchweizMonacoFrankreichFrankreichFrankreichBasilicata in Italy.svg

Basilikata gilt als die naturbelassenste Region Italiens. Die dünnbesiedelte Basilikata liegt im Süden des Landes und wird auch häufig "Lukanien" genannt - das Land des verschwundenen Volkes der Lukaner, das im 5. Jahrhundert v.Chr. hier siedelte.

Regionen[Bearbeiten]

Die Basilikata liegt in der "Knöchelregion" des italienischen Stiefels zwischen Apulien ("Stiefelabsatz"), Kampanien und Kalabrien ("Stiefelspitze"). Es besteht hauptsächlich aus Bergen und Schluchten und hat an der tyrrhenischen und ionischen Küste nur kurze Strecken von Meeranstoss. Lange hat es sich der Erschließung durch Straßen und damit der Moderne verschlossen. Die schönsten Strände liegen an der nur 30 km langen tyrrhenischen Küste, mit Grotten, Felsbuchten und kleinen Sandstränden. An dem 40 km langen Küstenstreifen des Ionischen Meeres liegen bei Metaponto, Marina di Pisticci, Scanzano Jonico und Policoro flache und im Sommer viel besuchte Sandstrände.

Orte[Bearbeiten]

Matera
  • Potenza - Die Provinzhauptstadt, im Norden im Hinterland gelegen.
  • Aliano - Verbannungsort des Schriftstellers Carlo Levi ("Christus kam nur bis Eboli")
  • Pietrapertosa und Castelmezzano, zwei malerische Bergorte in den lukanischen Dolomiten
  • Melfi ganz im Norden der Basilikata
  • Venosa - Heimat des römischen Dichters Horaz. Reste römischer Bausubstanz und die "Chiesa incompiuta" (unvollendete Kirche)
  • Matera - Die Stadt liegt malerisch auf einem Hügel im Landesinneren. Sie beherbergt die "Sassi"; den Altstadtkern, der aus alten Höhlenwohnungen besteht. Er ist UNESCO Weltkulturerbe und war Drehort vieler Filme (z.B. "Die Passion Christi" von Mel Gibson). Die Höhlenwohnungen sind zum Teil renoviert und gelten als Szenewohnungen. In vielen der Sassi sind auch Hotels, Kirchen, Museen oder Bars untergebracht.
  • Tursi - nahezu ein Abbild von Matera. Auch hier existiert auch ein Altstadtkern mit Höhlenwohnungen.

am ionischen Meer

  • Policoro - Die Stadt an der Küste besticht durch ihr hübsches Stadtzentrum und die längste Strandpromenade der Basilikata. Policoro ist mit seinen vielen Hotels und Campingplätzen am besten touristisch entwickelt. Trotzdem kann man hier, anders als an der Adriaküste, noch an vielen freien Stränden ohne den Zwang Liegen oder Schirme zu mieten, Baden gehen.
  • Metaponto - In Metaponto finden sich interessante Ausgrabungen antiker, griechischer Tempel, in der Nähe der Hera-Tempel von Tavole Palatine

am tyrrhenischen Meer

  • Maratea - Die Stadt an der Westküste der Basilikata ist schon von Weitem an der Jesusfigur (Christo), die über der Stadt thront zu erkennen. Diese erinnert sehr an Rio de Janeiro. Es laden zudem viele kleine Buchten, allerdings mit Steinstränden, zum Baden ein. Ebenso lädt der kleine Hafen zum Verweilen ein.
  • Colobraro - Colobraro, eine Ortschaft oberhalb des Flusses Sini, besticht vor allem durch seine Lage. Der Ort scheint über dem Flussbett auf einem Felsvorsprung zu "schweben". Die Ortschaft beherbergt eine sehr futuristische Kirche, ist aber ansonsten eher traditionsverbunden. Hier kann man noch Bauern auf Eseln ihre Ernte einbringen sehen. Durch die einmalige Lage hat man hier einen einzigartigen Blick auf alle Naturschönheiten der Basilikata. So sieht man im Sommer sowohl das Meer im Süden, als auch die im Westen gelegenen, schneebedeckten Berge des Naturparks Pollino.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Dolomiti Lucane

Parco Nazionale del Pollino: Der Nationalpark erstreckt sich zwischen Senise und der westlichen Küste. Die nahezu unberührte Natur wird hier durch viele Berge, Schluchten und Wasserfälle charekterisiert.

Parco Naturale di Gallipoli Cognato e delle Dolomiti Lucane: malerische Gebirgsdörfer in den lukanischen Dolomiten

Fiume Sini: Die Sini (Fluss) verläuft zwischen dem Monte Pollino und dem Ionischem Meer. Beeindruckend sind die vielen Felsformationen, die das ehemalige Flussbett in den Basalt geformt hat. Heute ist die Sini gestaut, wodurch der Fluss an vielen Stellen nicht breiter als mancher Bach ist. Der Stausee auf etwa der Hälfte des Flussverlaufs ist in sofern sehenswert, da im Sommer Reste einer versunkenen Ortschaft aus ihm herausragen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Basilikata ist eine der ursprünglichsten Regionen Italiens. Hier hat der Tourismus erst in den letzten Jahren an vielen Orten eingesetzt. Anders als in den bekannten Bettenburgen an der Adria, kann man hier noch recht kostengünstig verweilen. Die Region ist durch ihre Geschichte mit der griechischen Kolonialisierung um 700 v.Chr. ("Magna graecia", Gross-Griechenland) und auch die byzantinische Herrschaft nach dem Untergang des weströmischen Reichs noch heute an vielen Stellen griechisch geprägt. So finden sich z.B in Metaponto griechische Ausgrabungsstätten.

Die Region verfügt zwar nur über knapp 35 Küstenkilometer, diese verteilen sich aber sowohl auf das Ionische Meer im Süden als auch das Thyrrenische Meer im Westen. Dies trägt dazu bei, dass die Basilikata, als eine von wenigen Regionen, an zwei Seiten des "Stiefels" über Strände verfügt.
Durch diesen Anschluss an zwei Meere, die Mischung aus Küsten- und Bergregionen und die Naturbelassenheit ist die Basilikata eine sehr abwechslungsreiche Region, die vorallem für Individualtouristen interessant sein könnte.

Die Bewohner sind sehr herzlich und jedem gegenüber freundlich und aufgeschlossen.

Die Anreise ist zwar etwas langwierig und -zumindest mit dem PKW- kostenintensiver als z.B an die Adria, andererseits schonen die günstigen Lebenskosten der Basilikata das Reiseportemonnaie.

Wer also einerseits etwas Strandurlaub machen möchte und trotzdem naturbelassene und ruhige Ferien verbringen will und zudem noch historisch interessiert ist, wird in der Basilikata, fernab vom Pauschaltourismus, genau richtig sein.

Sprache[Bearbeiten]

Da viele Einwohner früher als Gastarbeiter in Deutschland gearbeitet haben, gibt es immer ein paar Leute die ein paar Brocken Deutsch verstehen. Englisch hingegen können meist nur die jüngeren. Besonders zu bemerken ist, dass viele verschieden Dialekte vorherrschen, die sich sogar von Dorf zu Dorf derart unterscheiden, dass man sich kaum versteht. Die Dialekte erinnern dabei meist eher an griechisch als an italienisch.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem Auto ist die Anreise aus Deutschland recht langwierig (ca. 1.800 km). Es empfiehlt sich also in jedem Fall ein Zwischenstopp. Die Anfahrt kann sowohl über die A14 bis Taranto (Apulien) oder die A3 bis etwa Lauria erfolgen. Von hier aus führen Superstradi ins Landesinnere. Diese sind an vielen Stellen (vor allem aus Taranto kommend) autobahnähnlich ausgebaut. Dieser autobahnähnliche Ausbau führt jedoch zu vielen waghalsigen Überholmanövern der Einheimischen, vor denen man gewappnet sein sollte und daher stets den entgegenkomenden Verkehr im Auge haben sollte.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt tägliche Bahnverbindungen aus Mailand nach etwa Matera, Potenza oder Policoro. Die Bahnen ähneln jedoch sehr dem deutschen Regionalexpress, was die Anreise sehr langwierig werden lässt. Mit häufigen, anscheinend grundlosen, Verspätungen ist in jedem Fall zu rechnen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Basilikata verfügt über keinen eigenen Flughafen. Man muss hier auf die benachbarten Regionen mit ihren Flughäfen in Neapel, Bari und Lamezia Terme ausweichen. Zur Weiterreise ist ein Mietwagen empfehlenswert.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Aus Neapel und Rom starten ab den dortigen Busbahnhöfen täglich Busse, die fast alle Ortschaften anfahren.

Mobilität[Bearbeiten]

Bus: In Potenza und Matera verkehren (gelbe) Stadtbusse. Der Rest der Region ist durch (blaue) Regionalbusse verbunden. Jedoch gibt es pro Ortschaft meist nur eine Haltestelle und es ist häufiges Umsteigen von Nöten um an das richtige Ziel zu kommen. Die Busse fahren, vor allem auf den Superstradi und in den Bergregionen, oft sehr waghalsig. Die Busse verkehren pro Ortschaft normalerweise nur zweimal am Tag (entweder sehr früh oder am frühen Nachmittag). Egal ob Stadt oder Regionalbus, beide sind mehr oder weniger kreativ in der Fahrplanauslegung.

Bahn: Entlang des Golf von Taranto verläuft eine Bahnstrecke, die alle Küstenorte des Golfs anfährt. Das Landesinnere ist dann nur mit dem Bus zu erreichen.

Auto: Das Auto ist -leider- aufgrund der relativ schlechten Erreichbarkeit des Landesinneren in der Basilikata unabdingbar. Die Straßen sind oft sehr gut und neu. Allerdings nicht in manchen Bergregionen! Hier ist Vorsicht geboten. Die Straßen sind hier eng und kurvig und mit sehr altem Belag. Abgebrochene Straßenteile werden über Jahre nicht ersetzt und sind mangelhaft gesichert. Die Einheimischen fahren entweder sehr schnell und waghalsig oder extrem langsam. Tankstellen gibt es so gut wie in jedem Dorf. Diese haben jedoch zwischen 12:30 und 16:30 geschlossen. Die Polizei kontrolliert streng und viel. Vor allem auf die Lichtpflicht ist zu achten!

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

griech. Tempel Tavole palatine
röm. Theater von Grumentum
  • Die Tuffstein - Wohnhöhlen in Matera
  • Der Nationalpark Pollino
  • Archäologische Stätten aus griechischer (Metaponto) und römischer Zeit (Grumentum, hier kämpfte Hannibal gegen die Römer)
  • Lucanische Dolomiten, entlang der Superstrada Policoro-Lauria
  • Kastell Lagopesole des Stauferkaisers Friedrich II.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Die Basilikata lädt zum Baden, Wandern und Mountainbiken ein. Ebenso existiert ein kleines Skigebiet in der Nähe von Lauria.

Die Strände sind sauber und verfügen über gute Infrastruktur wie Toiletten, Duschen und ausreichend Parkplätze. Im Sommer sind sie bewacht. Hier kann man z.B Boote und Jetskis ausleihen oder an den von den Lidi angebotenen Aktivitäten wie Wassergymnastik oder Beachvolleyball (oft kostenlos) teilnehmen.

Wanderungen empfehlen sich aufgrund der grossen Tageshitze hauptsächlich im Frühjahr oder Herbst. Viele Wanderungen müssen jedoch auf eigene Faust erfolgen, denn die Beschilderung der Wanderwege kommt auch im Pollino-Nationalpark langsam voran. Hauptsächlich bewegt man sich auf Wirtschaftswegen und wird verblüfft sein, dass die Einheimischen die Schönheit dieser Wege nicht erkennen und diese nur als Arbeitswege zu ihren Feldern nutzen. Daher darf man sich auch nicht von den etwas verwirrten Blicken der Einheimischen irritieren lassen. Die Wege führen oft vorbei an Trinkwasserbrunnen, wo man schön Rast machen kann. Auch entdeckt man häufig im Wald oder am Feldrand kleine Kapellen. Vorallem im Sommer sollte man, trotz der Brunnen, ausreichend Trinkwasser dabei haben! Festes Schuhwerk ist ebenso unverzichtbar.

In jeder Ortschaft werden, mehrmals wöchentlich, "Fiere", also Märkte, abgehalten, deren Besuch durch die Vielfalt des Angebots sehr interessant ist. Hier kann man sowohl Lebensmittel, als auch Kleidung oder auch mal einen lebenden Esel kaufen.

Vor allem in den Ortschaften an den Küsten entstehen mehr und mehr Shopping Malls, die zum Teil an sieben Tagen der Woche geöffnet haben. Hier sind Geschäfte, Bars und Restaurants untergebracht.

Fahrradfahren: Die gesamte Region ist für Fahrradfahrer erschlossen, es gibt präzise ausgearbeitete Tourenangebote für Radwanderer im lukanischen Appenin, im Nationalpark des Pollino, entlang der Küste, zwischen den beiden Provinzhauptstädten Potenza und Matera. Informationen erhält man bei Radsportclubs. In Potenza Tel.: 0971 473643.

Küche[Bearbeiten]

Die Küche der Basilikata, ist wie das Land auch, sehr urtümlich. Gekocht wird meist mit den eigenen Erzeugnissen aus eigenem Anbau. Fertiggerichte sind hier noch genauso verpönt wie Fast-Food. Besonders beliebt sind dabei selbst zubereitete Nudeln (Roscadelle und Frizulli), gegrilltes Lamm (Crapetone) und gegrillte Salami (Salsice arosti). Ebenso stellt fast jede Familie einmal jährlich einen Jahresvorrat an eigenen Tomatensaucen in vielen Varianten her.

Die Küche ist aber auch höchst eigentümlich. So gilt etwa Vogelhirn genauso als Delikatesse, wie ein Eingeweide-Eintopf namens "Trippa".

Trotzdem sollte man keine Essenseinladung der Einheimischen ablehnen; man würde es bereuen. Hier ist allerdings zu beachten, dass sehr reichhaltig gegessen wird und erwartet wird, dass man alles probiert. Es empfiehlt sich also zu einer solchen Einladung mit leerem Magen zu kommen.

In der Region um den erloschenen Vulkan Monte Vulture wird ein ausgezeichneter Rotwein, der "Aglianico del Vulture" (DOC) produziert.

Nachtleben[Bearbeiten]

Die Strandpromenaden am Ionischen Meer sind Abends gefüllt mit Besuchern. Hier kann man an vielen Ständen einkaufen, in den Bars der Lidi gemütlich Cocktails trinken oder in den Restaurants frisch gefangenen Fisch essen. Immmer mehr etablieren sich hier auch kleinere "Beachclubs", also Stranddiskotheken.

Innerhalb der Ortschaften gibt es oft so genannte Corsi, d.h. die Straße wird einfach zur Fußgängerzone erklärt (Vorsicht: trotzdem fahren dort noch Autos!), man sitzt in den Bars oder vor den Häusern oder schlendert einfach nur auf und ab. Vor 22:00 Uhr wird man nur weige Passanten treffen, denn die Einheimischen essen erst spät zu Abend.

In vielen Orten gibt es kleine Diskotheken und an den Landstraßen findet man viele leckere Trattorien. Eintritte sind meist kostenlos und die Speisen und Getränke im Vergleich zu Deutschland sehr günstig!

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Basilikata ist eine sehr sichere Region. Taschendiebstähle oder Autoaufbrüche kommen hier äußerst selten, und wenn nur in den Provinzhaupstädten, vor. Die Italiener lassen hier auch getrost ihr Hab und Gut am Strand liegen und fahren nach Hause zum Mittagessen.

Lediglich in Matera sollte man sich rund um die Sassi vor selbsternannten "Guides" in Acht nehmen, die Führungen zu überteuerten Preisen anbeiten. Die Sassi lassen sich problemlos selbst erkunden.

Vorsicht sollte man, wie beschrieben, auch im Straßenverkehr walten lassen. Ebenso sollte man sich bei Wanderungen vor streunenden Hunden und Schlangen in Acht nehmen.

Eine Carabinieri-Station findet sich so gut wie in jedem Dorf, egal wie klein es sein mag. Ebenso wie Ärzte und Apotheken. Hier wird man überrascht sein, wie modern diese teilweise ausgestattet sind.

Man sollte jedoch beachten, dass Feuerwehren, Rettungswagen und Krankenhäuser meist nur in größeren Orten stationiert sind (oft über 30 km entfernt). Dies kann in Notfällen zu Problemen führen.

Klima[Bearbeiten]

Im Hochsommer ist es zur Mittagszeit sehr heiß. Die Einheimischen bleiben dann zuhause. Im Winter ähnelt das Klima sehr deutschen Verhältnissen und in den Bergregionen auch teils kälter. Schneefälle sind keine Seltenheit.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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