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Kalabrien

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Calabria.jpg
Region Kalabrien
HauptstadtCatanzaro
Einwohner
1.972.149 (2015)
Fläche
15.221,9 km²
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Lage
SardinienSizilienKalabrienKampanienBasilikataMoliseApulienAbruzzenLatiumMarkenUmbrienToskanaLigurienAostatalPiemontLombardeiVenetienEmilia-RomagnaTrentino-SüdtirolFriaul-Julisch VenetienSan MarinoVatikanstadtAlgerienTunesienMaltaMontenegroBosnien und HerzegowinaKroatienSlowenienUngarnSchweizÖsterreichSchweizMonacoFrankreichFrankreichFrankreichCalabria in Italy.svg

Die Region Kalabrien liegt in Süditalien und stellt die „Stiefelspitze“ dar.

Regionen[Bearbeiten]

Übersicht im Satellitenbild

Kalabrien besteht aus den fünf Provinzen Catanzaro, Cosenza, Crotone, Reggio di Calabria und Vibo Valentia.

Landschaftlich wird die Region von Gebirgen und den dazwischenliegenden Ebenen von Landengen dominiert. Im Norden reichen die südlichsten Ausläufer des Pollino bis nach Kalabrien, die Ebene von Sibari erstreckt sich ans Ionische Meer, zum Golf von Corigliano. Entlang des im Westen liegenden Golfs von Policastro ziehen sich Gebirgsketten der Catena Costiera. Weiter südlich erhebt sich das Gebirge der Sila, die gesamte Region (von Norden her Sila Greca, Sila Grande, Sila Piccola) wurde unter Schutz gestellt, die Catena Costiera zieht sich entlang der Küste des Tyrrhenischen Meers nach Süden. Es folgt die Landenge mit der Ebene zwischen dem Golf von Sant'Eufemia (bei Lamezia Terme ) und dem Golf von Squilace. Weiter im Süden erhebt sich das Gebirge des Aspromonte, im Westen der Golf von Gioia Tauro und der Stretto, die Straße von Messina zwischen Kalabrien und der Insel Sizilien. Reggio liegt am Westhang, auch hier im südlichsten Teil Kalabriens ist nur das Land in Küstennähe flacher, im Landesinneren steigt es rasch bergig an.

  • Sila (Botte Donato, 1.930 m) in der Provinz Cosenza im Norden.
  • Aspromonte (Montalto, 1.956 m) im Süden

Beide Gebirge werden durch die Ebene von Lamezia getrennt, die sich als Landenge zwischen zwei Meeresbuchten hinstreckt:

Orte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Kalabrien ist die wirtschaftlich am wenigsten entwickelte Region Italiens, es fehlen vor allem größere Industriestandorte, der geplante Aufbau von Industriestandorten in den Siebzigerjahren entwickelte sich mehrerenorts zum Fehlschlag.
Kalabrien gehörte in der Antike zu "Magna graecia", die Küste wurde von griechischen Kolonisatoren besiedelt. Später gelangte das Gebiet zum römischen Reich, war Schauplatz von Auseinandersetzungen mit den Karthagern. Nach dem Niedergang des römischen Reichs gelangte das Gebiet unter den Einfluss von Byzanz, wurde von arabischen Eroberern angegriffen und dann von den aus dem Norden kommenden Normannen erobert, aus dieser Zeit datieren viele Festungen und katholische Gotteshäuser und Klosterkomplexe. Unter den Angiovinern, den Aragonesen und den Burbonen wurde es von Neapel aus als Teil des Königreichs beider Sizilien regiert und kam 1861 zum Königreich Italien.
Diese Vielfalt spiegelt sich u.a. in den Sprachen der Region wider. So gibt es immer noch kleine Orte, in denen Italo-Albanisch gesprochen wird, ebenso einige Dörfer, in den eine spezielle Form des Altgriechischen Umgangssprache ist.
Auch anhand der mehr oder minder gut erhaltenen Bauten aus über 2000 Jahren kann die reichhaltige Geschichte der Region nachvollzogen werden. Kirchen aller Baustile sind vorzufinden, vom normannisch-romanischen bis zum vorherrschenden kalabresischen Barock und klassizistischen Bauten, welche durch die Erdbeben beschädigte historische Gebäude ersetzten.

Sprache[Bearbeiten]

  • Italienisch. In Touristenorten teils auch Englisch und oft gebrochen Deutsch. Im Land: Ausschließlich Italienisch, meist mit starkem regionalem Zungenschlag (Calabresisch).

Anreise[Bearbeiten]

  • Mit dem eigenen Fahrzeug: Nach dem Ende der mautpflichtigen Autobahn A1 bei Salerno nimmt man die A3, welche durch Kampanien und die Bergregion des Parco Nazionale del Pollino in die Ebene von Sibari zwischen dem ionischen und dem Tyrrhenischen Meer hinabführt. Ohne wesentliche Steigungen geht es weiter bis Cosenza, danach steigt die Autobahn wieder in die Berge an und führt nach einer weiteren Bergstrecke hinab in die Landenge bei Lamezia Terme und weiter nach Reggio di Calabria.
In Kalabrien ist die Benutzung der Autobahn kostenfrei (Kosten von Norditalien bis Salerno ca. 65.- €).
  • Mit dem Flugzeug: Der auch von Billigfluglinien angeflogene internationale Flughafen Kalabriens ist derjenige von 1 Lamezia-Terme (tägl. von u.a. München und Düsseldorf).
  • Mit dem Zug: tägliche Direktverbindungen mit dem Hochgeschwindigkeitszug Frecciargento von Rom bis Reggio Calabria (Fahrzeit von München bis Zentralkalabrien: rund 18h)

Mobilität[Bearbeiten]

  • der Küstenbereich Kalabriens kann mit der Bahn erkundet werden. Eine aus strategischen Gründen so anlegte Eisenbahnlinie umrundet die ganze Küstenlinie, und die meisten kleinen und kleinsten Ortschaften entlang der Küsten verfügen über einen Bahnhof, eine Regionalzuglinie führt mit zahlreichen Haltestellen durch das Bergland von der Regionalhauptstadt Cosenza nach Catanzaro. Im bergigen Landesinnern sieht es allerdings anders aus, die Schmalspurlinie von Cosenza nach Crotone wurde nie fertiggestellt und die von beiden Seiten in die Sila führenden Stichstrecken stillgelegt. Fast alle Ort sind allerdings mit Bussen erreichbar, die von verschiedenen Gesellschaften betrieben werden (und teils als Fernbusse "Pulmann" die großen italienischen Metropolen auch mit Provinzstädtchen verbinden, im Binnenverkehr sind die Verbindungen nicht so einfach).
  • Mit dem Auto: Auf den Autobahnen ist das Vorwärtskommen rasch, so dass sich oft auch Umwege lohnen. Die größeren Staatsstraßen (SS) entlang der Küste und die als Schnellstraße ausgebaute SS107 durch die Sila sind gut ausgebaut, lediglich die Ortsdurchfahrten sind teils mühsam. Vor allem in den gebirgigen Anteilen der Sila, des Nationalparks der Serre führen die Staats- und Provinzstraßen oft in endlosen Serpentinen und entlang von Flusstälern, so dass lange Strecken mühsam zu befahren sind.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Strand von Scilla, 24 km nördlich von Reggio di Calabria
  • viele Küstenabschnitte mit schönen Sandstränden, die sich mit steil abfallenden Felsküsten (v.a. am tyrrhenischen Meer) abwechseln, landen zum Baden, Surfen und Tauchen ein.
  • in den Nationalparkarealen sind Routen von einfachen Spazierwegen bis zu Bergwanderungen beschildert, leider ist wie überall im Süden Italiens kein aktuelles Wanderkartenmaterial verfügbar, so dass oft auf Internet-Kartendienste zurückgegriffen werden muss.

Küche[Bearbeiten]

Die kalabresische Küche gilt im Allgemeinen als scharf.

  • Cipolle di Tropea: Rote sehr milde Zwiebeln (spezielle Sorte, geschützte Herkunft laut EU-Verordnung, wird nur rund um Tropea angebaut)
  • N'duja, eine spezielle typisch kalabresische scharfe Streichwurst (gesprochen N'du-scha oder N'du-ja; je nach Region)
  • Pizza (stammt aus Süditalien und ist erst seit weniger als 50 Jahren im "Rest-Italien" bekannt): In der Regel groß, aus dem Steinofen und günstig (4 bis 6.-€), teils auch in Bäckereien abschnittsweise erhältlich.
  • zahlreiche Variationen von Pasta, in Kalabrien kann jeder größere Ort seine Pastaspezialität haben.
  • mediterrane vegetarische Kost: Auberginen, Tomaten, Paprika, Zwiebeln (jeder Vegetarier wird in jedem Restaurant fündig)
  • Wildschwein, Pilze und Maronen (Esskastanien) werden vor allem in den Berggebieten angeboten, beispielsweise in den Orten der Sila
  • Fischgerichte wie Schwertfisch und Thunfisch sowie Meeresfrüchte sind fast nur in den Küstenorten erhältlich.

Allgemein isst man in Kalabrien günstig: ein Cafe (man erhält auf diese Bestellung einen Espresso) kostet immer noch ca. 1.- Euro, auch in den Autobahnraststätten liegt der Preis für einen Cappuccino bei moderaten 1.50€.

Nachtleben[Bearbeiten]

Viele kalabresische Städte wurden im Mittelalter auf bergigen Erhebungen im Hinterland in sicherer Distanz zu einfallenden Piraten und malariaverseuchten Sümpfen erbaut. In diesen Städten geht es abends ruhig zu, ältere Männer sitzen in den Bars entlang des Corso oder auf der zentralen Piazza und diskutieren bei einem Glas Wein oder Kaffee das Weltgeschehen. Zu den Ausgehbezirken haben sich die Küstensiedlungen der Städte (oftmals bezeichnet als Marina di ...) und die Ferienorte (Lido di...) entwickelt, wo es Esslokale, Strandkneipen, Strandbars und Diskotheken gibt - in der Regel ist die Saison kurz und viel Betrieb herrscht vor allem im Monat August.

Sicherheit[Bearbeiten]

Obwohl Kalabrien als Hochburg der Ndrangheta, des kalabresischen Zweigs des organisierten Verbrechens gilt, bekommt der Besucher davon kaum etwas zu spüren. Das organisierte Verbrechen ist weniger am Portemonnaieinhalt von Einzelreisenden interessiert (die Touristen sollen ja nicht vergrault werden), sondern macht seine Geschäfte im staatsnahen Umfeld, wo Millionenbeträge für nicht erbrachte Leistungen (wie illegale Müllentsorgung) oder schlampig ausgeführte Bauwerke abgezweigt werden.

Mit Kleinkriminalität wie Taschendiebstählen oder Entwendung von Wertsachen aus dem Auto muss gerechnet werden, die Situation unterscheidet sich nicht vom übrigen Mitteleuropa, in den kleineren Orten abseits der Zentren erscheint das Risiko, Opfer eines Diebstahls oder körperlicher Gewalt zu werden, geringer, als in mitteleuropäischen Ballungszentren. Viele von Touristen besuchte Sehenswürdigkeiten oder Parkgebiete haben nur wenig auswärtige Besucher und man wird entsprechend herzlich empfangen.

Die Fahrweise in Kalabrien wirkt auf den ersten Eindruck oft halsbrecherisch; es wird mit großer Aufmerksamkeit gefahren und diese wird von jedem Verkehrsteilnehmer verlangt. Das Vorwegnehmen von Manövern der anderen Verkehrsteilnehmer und etwas Flexibilität führt dazu, dass auf den Straßen wenig Verkehrsunfälle zu beobachten sind. Man darf sich allerdings nicht blind darauf verlassen, dass man von rechts kommend Vortritt hat und sein Recht durchsetzen wollen, sondern mit Lichthupe oder Augenkontakt die Situation klären, gehupt wird nur noch selten.
Geschwindigkeitslimits werden teils sehr flexibel gehandhabt, teils auch recht strikt eingehalten, die Einheimischen wissen, wo an der SS106 Radaranlagen stationiert sind, die auch blitzen, und wo man trotz Sicherheitslinie einen langsameren Lastwagen, der rechts am Straßenrand rollt und das Überholen zu erleichtern, überholen kann - Eingliedern in den Verkehrsfluss könnte man die Empfehlung bezeichnen.

Klima[Bearbeiten]

Vielfältig aufgrund der Höhenunterschiede zwischen dem zentralen Gebirge und den Küstenregionen.

  • An der Küste: Im Sommer (Juni bis inkl. September) oft wochenlang kein Niederschlag und täglich über 30°, Nachts idR nicht unter 20°. Im Winter selten unter 10°, Frost nur sehr selten und dann nur stundenweise.
  • Im Gebirge: Im Winter liegt vor allem in der Sila viel Schnee - es gibt auch Skilifte und Langlaufloipen. Im Sommer angenehm "kühl", tags unter 30°, nachts unter 20°.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • an die Adriaküste von Apulien und die Salento-Halbinsel ("Absatz des Stiefels")
  • nach Tropea und an die Strände des tyrrhenischen Meers um das Capo Vaticano
  • nach Zungri
  • Sierra San Bruno
  • Nationalpark Sila
  • Scilla mit seinem Badestränden am Stretto, der Straße von Messina
  • mit der mindestens stündlich verkehrenden Fähre kann man als Einzelpassagier preisgünstig oder mit dem Auto innerhalb von 30 Min. von Villa San Giovanni nach Messina auf Sizilien übersetzen

Literatur[Bearbeiten]

Kultur und Wissenschaft (folgende Bücher sind von der EU gefördert und überwiegend von Professoren der kalabresischen Universitäten erstellt)

  • Federico Bianchi di Castelbianco - Kalabrien, Schlösser am Meer
  • Francesco A. Cuteri - Streifzüge durch das byzantinische und normannische Kalabrien
  • Maria Gulli' und Marcello Partenope - Kalabrien, Reiserouten durch Großgriechenland
  • Francesco A. Cuteri - Routes in the anicent Calabria

Belletristik:

  • Kuno Raeber - Calabria - Reiseskizzen
  • Patric Marino - Nonno spricht

Weblinks[Bearbeiten]

ArtikelentwurfDieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.
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