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Parco Nazionale del Pollino

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Der Parco Nazionale del Pollino (oder Pollino-Nationalpark) ist ein Nationalpark im Süden von Italien, er erstreckt sich auf 192'500 ha über Gebiete in den Regionen Kalabrien und Basilikata.

Nordhang des Monte Pollino

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Parco Nazionale del Pollino erstreckt sich über 192'500 ha und ist somit der flächengrösste italienische Nationalpark, und gleichzeitig einer der jüngsten, das Parkgebiet wurde erst 1988 ausgeschieden und wurde im Nov. 2015 auf die Liste des UNESCO Global Geoparks Network aufgenommen.

Das Nationalparkgelände erstreckt sich über zwei Regionen (88'600 ha in der Basilikata und 103'900 hs in Kalabrien) und drei Provinzen (Cosenza, Potenza und Matera), die Parkverwaltung ist in Rotonda (CZ) beheimatet. Im Parkgebiet sind vier Naturreservate gesondert ausgeschieden, der Naturpark Rubbio in der Region Basilicata, und die Naturparks Gole del Raganello, Valle del Fiume Lao und Valle del Fiume Argentino in Kalabrien.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Nationalpark wurde 1988 gegründet, in den Jahren 1993/94 wurden die administrativen und technischen Organe definitiv festgelegt, im November 2015 wurde der Nationalpark in die Liste der Unesco Global Geoparks aufgenommen.

Landschaft[Bearbeiten]

Der Nationalpark erstreckt sich zwischen der Küste des tyrrhenischen und des ionischen Meers, mit Wäldern und Wiesen steigt das Parkterritorium von Norden her sanft an, im Süden gegen die Ebene von Sibari endet es mit steilen Felsabbrüchen, welche von Schluchten durchzogen sind.

Von den höchsten Gipfeln des südlichen Appenin in über 2'200 m aus kann man gleichzeitig drei Meere, neben dem tyrrhenischen und ionischen Meer auch die Adria sehen; auf den Höhen liegt in Mulden bis in die Sommermonate hinein Schnee.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Panzerkiefer (Pinus heldreichii)

An den Garrigue-artig bewachsenen Abhängen findet sich bis auf eine Höhe von 800 m eine dichte Population von Steineichen, Mastixstrauch, Wacholder, Erdbeerbaum, Eichen und Ahorn, in den steppenartigen Gebieten Zistrose, Thymian, Gamander

Die Flanken der Gebirgsmassive ab 800 m bis hinauf zur Baumgrenze sind grossteils von ausgedehnten Buchen- und Kastanienwäldern bedeckt, hier wachsen Stein- und Flaumeichen, orientalische Hainbuche, Erlen und Ahornarten; die höheren Zonen sind oft baumlos und werden teils als Weiden genutzt. Als Symbol für den Pollino-Nationalpark wurde die Panzerkiefer oder Lorico-Kiefer ausgewählt, diese spezielle Kieferart, welche eine Wuchshöhe von 10 - 30 m erreichen kann, kommt in Südeuropa noch im Balkan, an den Abhängen des Pindos- und Olympmassivs in Griechenland und eben als Eiszeit-Relikt in Kalabrien im Pollinomassiv vor.

An Blütenpflanzen blühen im Frühjahr etliche Orchideen, Veilchen, Enziane, Glockenblumen und im Sommer Feuerlilien, an Gewürz- und Arzneipflanzen wachsen unter anderem Minzen, Thymian, Lavendel, Yssop.

Im südlichen Appenin kommen neben einzelnen Exemplaren des Appenin-Wolfs noch Wildkatzen und das wieder angesiedelte Rot- und Hirschwild vor. Grösser ist der Bestand an Greifvögeln, es kommen noch Steinadler vor, Geier, Rotmilane, Wanderfalken, Dohlen und Rabenvögel.

Klima[Bearbeiten]

Im Nationalpark herrscht vor allem in den küstennahen Bereichen mediterranes Klima, auf den Anhöhen liegen auch im Sommer die Tagestemperaturen um 20 - 25°C und in Gipfelnähe kann es ausser im Hochsommer kühl werden.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Parco Nazionale del Pollino

Um die Ortschaften im Nationalparkgebiet zu erreichen, ist man am besten mit dem Privatfahrzeug unterwegs; die Eisenbahn führt nur aussem am Parkgebiet entlang, mit Bussen sind die meisten Orte erreichbar, allerdings verkehren die Kurse in die kleinen Ortschaften nur selten.

Aus dem Norden gelangt man auf der mautpflichtigen Autobahn A1 bis Salerno, von dort aus nimmt man die A3 durch Kampanien, die auf einer Neubaustrecke mit Tunneln an Höhe gewinnt. Zwischen Symbol: AS Lauria Nord und Symbol: AS Frascineto-Castrovillari durchquert die Autobahn das Nationalparkgebiet. Die ehemalige SS19, die nun zur Provinzstrasse SP19 zurückgestuft wurde, verläuft entlang der Autobahn, durchqurt aber die Ortschaften Lagonegro - Lauria - Castelluccio - Laino Borgo - Mormanno - Laino Borgo bis Castrovillari.

Die Ortschaften im westlichen Parkgebiet erreicht man von der Küstenstrasse SS18 (welche entlang der Küste des tyrrhenischen Meers nach Süden führt und lange die Hauptverkehrsachse zwischen Neapel und Reggio war) aus, zum Erreichen der Höhen des Nationalparks sind sie in der Regel kurvenreich und steil.

In die Nordöstlichen Parkgebiete gelangt man über Provinzstrassen, welche von der SS653 "Sinnica" abgehen, welche ab Symbol: AS Lauria-Nord durchs Valsinni führt und bei Policoro in die SS106, die ionische Küstenstrasse mündet.

Die südöstlichen Parkgebiete (Gole del Raganello) erreicht man über Provinzstrassen von der SS106 "dell Ionio" aus.

Gebühren/Permits[Bearbeiten]

Das riesige Parkgebiet ist ohne Zutrittsgebühren zugänglich.

Mobilität[Bearbeiten]

In den 1925 km² des Nationalparkgebiets bewegt man sich am besten mit dem Privatfahrzeug, mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen, die kurvigen Strassen sind for Motorradfahrer ein oft gern gefahrene Herausforderung. Das Provinzstrassennetz ist weit und der Ausbaustandard unterschiedlich, die Anzahl von Kurven und Seprentinen kaum zu zählen und somit für zu Reisekrankheit neigende Mitfahrer eine Herausforderung; in der Regel sind die beschilderten Strassen fahrbar, Abbrüche am Fahrbahnrand und Senken im Asphalt kommen ebenso vor, wie geschotterte Strassenabschnitte und "ewige Baustellen" in den Strässchen der Bergregionen.

Die Strassen im Gebiet für Mountainbikes geeignet, stellen allerdings mit der im Sommer doch beträchtlichen Hitze Herausforderungen an die Kondition. Überall im Parkgebiet kann gewandert werden, ein Wanderwegnetz ist in Planung, die Wege werden zunehmend besser beschildert und gepflegt.
Ein grosses Problem ist wie im übrigen Kalabrien und der Basilicata das Fehlen von aktuellem Kartenmaterial. Die italienischen topographischen Karten des Istituto Geographico Militare basieren oft auf kartographischem Material aus den Fünfzigerjahren, so dass vielfach mit Onlinekarten von OSM und Google Maps gearbeitet werden muss.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Valsinni[Bearbeiten]

Castello di Valsinni

Der Ort 1 Valsinni Valsinni in der Enzyklopädie Wikipedia Valsinni im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsValsinni (Q52339) in der Datenbank Wikidata , bis 1873 hiess der Ort noch Favale San Cataldo, mit seinen 1'600 Einwohnern liegt auf einer Anhöhe und dominiert das Tal des Flüsschens Sinni.

2 Castello di Valsinni Castello di Valsinni im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsCastello di Valsinni (Q3662941) in der Datenbank Wikidata, das Feudalschloss der Familie Morra war Schauplatz des tragischens Tods der Dichterin Isabella Morra, die im 16. Jhdt. aufgrund eines angeblichen Verhältnisses zu einem spanischen Dichter von ihren Brüdern ermordet worden war.

Chiaromonte[Bearbeiten]

Der Ort 3 Chiaromonte mit knapp 2'000 Einwohnern liegt auf 800 m auf einer Erhebung oberhalb des Flüsschens Sinni.

  • 4 Chiesa madre di San Giovanni Battista aus dem 11./12. Jhdt. wuerde 1790 umgestaltet, im rechten Seitenschiff der einbalsamierte Leichnam des seliggesprochenen Giovanni di Caramola (ehemals in der Abtei Santa Maria del Sagittario).
  • der runde 5 Torre di Giura und die Ruinen des 6 Torre della Spiga und Reste der alten Stadtmauer.
  • das Castello di Chiaromonte und die Stiftskirche 7 Collegiata di San Tommaso Apostolo aus dem 11./12. Jhdt., die nach Restaurationsarbeiten im Jahre 2005 wieder dem Publikum zugänglich gemacht wurde, im Innern ein mehrfarbiger Marmoraltar, der aus der ehemaligen Abtei Santa Maria del Sagittario stammt.
  • die Ruinen der Abtei 8 Abtei Santa Maria del Sagittario , eines Zisterzienserklosters aus dem 12. Jhdt., dass nach der Klostersäkularisierung nach 1806 von der Bevölkerung der Umgebung zur Gewinnung von Baumaterial genutzt wurde.

Tal des Flusses Sinni[Bearbeiten]

  • das Flüsschen Sinni entspringt am Ostabhang des Massivs Massiccio del Sirino und führt westwärts, das Wasser wird im 1970/82 errichteten 9 Lago di Monte Cotugno aufgestaut. In einem weiten Flussbett, welches nur nach heftigen Regenfällen von den plötzlich anschwellenden Wassermassen ausgefüllt wird, fliesst der Sinni weiter nach Westen bis zur Mündung ins ionische Meer.
  • bei Francavilla mündet das Flüsschen Frido in den Sinni, in seinem Oberlauf finden sich sehenswerte Wassermühlen.
Monte Alpi

Monte Alpi[Bearbeiten]

  • das Massiv der 10 Monte Alpi Monte Alpi in der Enzyklopädie Wikipedia Monte Alpi im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMonte Alpi (Q3861183) in der Datenbank Wikidata mit den beiden Spitzen Pizzo Falcone und Santa Croce (ca. 1900 m) liegt nördlich über dem Flusstal des Sinni. Von den Gipfeln aus blickt man nach Norden ins Val d'Agri, nach Osten zum ionischen Meer, Richtung Süden zu den Höhen des Pollino-Massivs und in Richtung Westen zum Sirino-Massiv, zur tyrrhenischen Küste und zu den Gipfeln des Cilento. An den Abhängen des Monte Alpi findet sich das südlichste Vorkommen der Panzerkiefer.Der Aufstieg erfolgt von Dorf Latronico herkommend.
  • sehenswert sind die Orte Latronico und Castelsaraceno
  • in 11 Latronico wurde die Pfarrkirche Basilica di Sant'Egidio Abate aus dem 16. Jhdt. nach Erdbebenschäden 1837/57 wieder aufgebaut, wesentlich älter ist die Chiesa di San Nicola mit ihrem quadratischen Turm, welche im Zentrum des Städtchens mit Palazzi und verwinkelten Gassen steht.
Typisch für die Gegen sind die Calanchi, durch Erosion des lehmigen Bodens entstandene Täler welche sich mit schmalen Graten abwechseln.
Auf dem Colle dei Greci fanden sich Grabstätten mit Beigaben aus griechischer Zeit, in Calda in den Grotte di Calda Tropfsteinformationen und Siedlungsspuren aus der Jungstein- und Bronzezeit, in der Nähe liegen die 1 Terme Lucane, Calda .
  • in Castelsaraceno am Nordabhang ist die 12 Chiesa Madre del Spirito Santo und der Palazzo Baronale sehenswert.

Bosco di Magnano[Bearbeiten]

  • das ausgedehnte teils unberührte 13 Waldgebiet liegt westlich von 14 San Severino Lucano San Severino Lucano in der Enzyklopädie Wikipedia San Severino Lucano im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSan Severino Lucano (Q52666) in der Datenbank Wikidata .

Monte Pollino[Bearbeiten]

  • der 15 Monte Pollino als höchste Erhebung des gleichnamigen Massivs erreicht eine Höhe von 2248 m und bildet den höchsten Punkt der Grenze zwischen den Regionen Basilikata und Kalabrien.
Eine Möglichkeit des Aufstiegs zum Monte Pollino ist diejenige vom 16 Colle dell'Impiso , der Weg führt nach Südosten über die Ebene des 17 Piano del Vaquarro und folgt dem Bachlauf zur eiskalten Quelle 18 Sorgente di Spezzavumula . Auf den Weideflächen des Piano Gaudolino (hier eine Schutzhütte) führt der Weg nach Süden und verzweigt sich später, nach links / Osten erreicht man den Monte Pollino, nach Süden kann man zum Vorgipfel des 19 Monte Pollinello weiterwandern. (gute 4 h Aufstieg resp. 7-8 Stunden Auf- und Abstieg).
  • über Zufahrtssträsschen von San Severino Lucano erreicht man entlang des Flüsschens Frido 20 Mezzana Salice mit der Wassermühle 21 Molino Iannarelli .
Weiter südlich gelangt man ins Parkgebiet mit dem 22 Rifugio Pino Loricato . Hier liegt die Wallfahrtskirche Madonna del Pollino, ein Fussweg führt zu einem Aussichtspunkt über dem Tal des Fiume Frido mit einer das Tal segnenden Madonnenstatue.
  • über eine Zufahrtsstrasse über Terranova di Pollino kann man auf Fusswegen zur 23 Grande Porta del Pollino und den im Nordosten gelegenen Hochebenen 24 Piano del Pollino und weiter zum Piano di Toscano gelangen, der Monte Pollino ist von hier aus im Südwesten zu sehen (aber nicht direkt zu besteigen).

San Severino Lucano[Bearbeiten]

Der Ort mit ca. 2'000 Einwohnern liegt auf 887 m östlich des Fiume Frido, das Pollino-Massiv erhebt sich im Süden. San Severino Lucano war im 19.Jhdt. ein Schwerpunkt des Brigantentums.

Sehenswert ist die um 1500 errichtete 25 Chiesa Madre Maria SS degli Angeli , hier wird in den Wintermonaten die Holzstatue der Madonna del Pollino verwahrt, ab Ende Mai bis Mitte September steht sie im 26 Madonna del Pollino , das Kirchlein auf dem Felsgrat liegt auf ca. 1540 m. Zahlreiche Pilger besuchen das Santuario jeweils zum Fest der Schutzpatronin am ersten Juli-Wochenende.
  • die im Ortsteil Cròpani-Sagittario liegen die Ruinen der Abtei 27 Abtei Santa Maria del Sagittario , eines Zisterzienserklosters aus dem 12. Jhdt., dass nach der Klostersäkularisierung nach 1806 von der Bevölkerung der Umgebung zur Gewinnung von Baumaterial genutzt wurde. Von hier wurde die Milch in Terrakottaröhren hinab ins Sinnital ins Kloster Ventrile geleitet, um dort zu Käse verarbeitet zu werden.

Terranova di Pollino[Bearbeiten]

Der Ort mit knapp 1'300 Einwohnern liegt auf 920 m ü.Meer, im Ort ist die 28 Chiesa Madre San Francesco da Paola aus dem 16. Jhdt., die 29 Cappella di Sant'Antonio liegt am oberen Ortsende und stammt ebenfalls aus dem 16. Jhdt.

  • die nach Westen führende Strasse führt in die Nähe der Pollino-Gipfel:
die Timpa Falconara dominiert mit der steil abfallenden Südwand das Tal
die Timpa di Pietrasasso
ein Fussweg führt vorbei am 30 Lago delle Duglia und dem 31 Lago Fondo hinauf zur Grande Porta del Pollino, nach Norden führt ein Fussweg hinauf zur 32 Serra di Crispo .
die 33 Serra Dolcedorme liegt südlich und ist mit 2267 m ü.M. die höchste Erhebung des Pollino-Massivs.
Die Basaltformationen der Timpe delle Murge.

San Lorenzo Bellizzi[Bearbeiten]

Der Ort 34 San Lorenzo Bellizzi liegt auf einem Plateau über dem Flusstal des Raganello, er entwickelte sich um die Burg der Feudalfamilie der Bellizzi.

  • das Flüsschen Raganello verläuft hier in einem breiteren Tal, der Gole alte del Raganello (obere Raganello-Schlucht), erst weiter flussabwärts verläuft es in der tief eingeschnittenen Schlucht Gola (basse) del Raganello (untere Raganello-Schlucht) zwischen dem Massiv des Monte Sellaro und dem Plateau von Civita.
  • die Felsflanke des 35 Timpa di San Lorenzo liegt gegenüber des Orts und des Flusstal des Raganello, 36 Timpa di Falconara liegt etwas weiter nördlich, er wird von der Verbindungsstrasse nach Terranova di Pollino aus bestiegen.
Aussicht vom Monte Sellaro

Cerchiara di Calabria[Bearbeiten]

Der Ort Cerchiara di Calabria liegt auf einer Terrasse oberhalb des ionischen Meers, er hat 2'400 Einwohner; hier sind die 37 Chiesa di San Pietro Apostolo sehenswert, auf einem Felsvorsprung finden sich die spärlichen Ruinen eines Kastells aus dem 13. Jhdt.

  • die Gola del Caldanello (mit einer Via Ferrata) trennt den Ort vom Massiv des Monte Sellaro und dem näher am Cerchiara liegenden Nebengipfel Panno Bianco.
  • der 38 Monte Sellaro kann problemlos bestiegen werden mehr dazu..., vom Gipfel aus ergibt sich eine grandiose Aussicht von der Timpa di San Lorenzo über die Ebene von Sibari mit der dahinter liegenden Sila und das ionische Meer. Das ganze Massiv um den Monte Sellaro steht als Parco della Cessuta unter Schutz.
  • am Südhang des Monte Sellaro liegt das 39 Santuario Santa Maria delle Armi aus dem 15. Jhdt., das wegen eines in Stein gravierten Madonnenbilds ein Ziel von Pilgern ist, die Aussicht über das ionische Meer ist grandios.
  • die Karsthöhlen im Bereich des Santuario (der Schacht Abisso del Bifurto, der 683 m in die Tiefe verläuft und die Höhle Serra del Gufo) können nur in Begleitung von Speleologen beuscht werden.

Civita (Çifti)[Bearbeiten]

Civita: Ponte Diavolo

Der Ort 40 Civita wurde 1467 von Albanern, die im Gefolge des albanischen Heerführers Skanderbeg nach der Einnahme Albaniens durch die muslimischen Truppen des türkischen Sultans nach Kalabrien gekommen waren gegründet, auf dem von der Ebene nicht einsehbaren Plateau wurde in der engen Gemeinschaft der Arbëresh die albanische Sprache, die urtümliche Glaubensform mit Messen nach byzantinischem Ritus und die Kultur bis heute bewahrt, ein Ortsmuseum informiert über die albanische Kultur.

  • die 41 Chiesa Madre am Hauptplatz stammt aus dem 17. Jhdt., sie wurde mit einer Ikonostase und Ikonen versehen und erinnert an die orthodoxen Kirchen, wenngleich die italo-albanische Kirche zur römisch-katholischen Kirche gehört.
  • von einem Belvedere aus führt ein Fussweg hinab zum 42 Ponte del Diavolo , die mittelalterliche Brücke führt in der tief eingeschnittenen Schlucht Gola (bassa) del Raganello über das Flüsschen Raganello.

Castrovillari[Bearbeiten]

Die Stadt Castrovillari ist mit 22'000 Einwohnern die grösste Stadt im Bereich des Pollino-Nationalparks und gilt als "Hauptstadt des Pollino", die allerdings peripher am südlichen Rand gelegen ist.

Die Stadt wurde auf einem Felsvorsprung erbaut, hier liegt die Altstadt. Die 43 Basilica Minor San Giuliano und der 44 Protoconvento Francescano Protoconvento Francescano im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsProtoconvento Francescano (Q56258757) in der Datenbank Wikidata (Franziskanerkonvent) und die 45 Wallfahrtskirche Madonna del Castello am südlichsten Ausläufer des Felsvosprungs sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Das 46 Castello Aragonese Castello Aragonese im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsCastello Aragonese (Q28001058) in der Datenbank Wikidata bewachte den Zugang zur Altstadt, von hier aus zieht der Corso Giuseppe Garibaldi als wichtigste Flaniermeile durch die Neustadt, die 47 Chiesa San Francesco di Paola mit dem anschliessenden Palazzo della Città liegen in deren Zentrum.
  • über San Donato di Ninea wird der Gipfel des 48 Cozzo del Pellegrino im Westen erreicht.
  • ein Strässchen führt über Saracena auf die Hochebene des 49 Piano Novacco .

Morano Calabro[Bearbeiten]

Morano Calabro: Castello

Die Stadt mit 4'600 Einwohnern liegt am Oberlauf des Flüsschens Coscile am Abhang des Monte Caramolo, das Pollino-Massiv erhebt sich auf der anderen Talseite. Morano Calabro erhielt die Auszeichnung als eines der schönsten Dörfer Italiens, die Häuser erstrecken sich an einem kegelförmigen Hügel, auf dessen Spitze die Ruinen einer Normannenfestung thronen. Der Ort an der Via Popilia wurde in römischer Zeit gegründet, später war er Schauplatz der Schlacht von Petrafòcu, in der die Einwohner gegen die angreifenden Sarazenen einen Sieg davontrugen.

  • die 50 Chiesa di San Bernardino da Siena liegt am Fuss des Hügels. Das Gotteshaus wurde als typisches Bild eines Franziskanerklosters Ende des 15. Jhdt. im Stil der kalabresischen Gotik erbaut. Neben einem hölzernen Kruzifix aus dem 15. Jhdt., der Kanzel und Chorgestühl ist der Flügelaltar des venezianischen Meisters Bartolomeo Vivarini aus dem Jahre 1477 die bedeutendste Sehenswürdigkeit, das Polyptychon wurde wiederholt entwendet, konnte aber wiederbeschafft und restauriert werden. Das 51 Kapuzinerkonvent , erbaut 1590/1606, liegt auch in der Unterstadt.
  • die 52 Collegiata di Santa Maria Maddalena wurde im Bereich einer älteren Kapelle errichtet und erhielt 1737 ihr heutiges Aussehen im Barockstil, die Kuppel und Glockenturm erhielten ihr Dach aus grünen Majolikafliesen im 19. Jhdt.
  • die 53 Chiesa dei Apostoli Pietro e Paolo liegt unterhalb des Kastells, sie wurde im 11. Jhdt. begründet, im Mittelalter weitgehend umgebaut. Sehenswert sind die vier Statuen der Apostel Paulus, Petrus und der Heiligen Katharina und Lucia aus Carrara-Marmor, gefertigt von Pietro Bernini im 16. Jhdt.
  • zuobert auf dem Hügel finden sich die Ruinen der 54 Normannenfestung , sie wurde im Mittelalter wiederholt erweitert und zuletzt in Auseinandersetzungen mit dem napoleonischen Heer 1806 bombardiert.

Acquaformosa[Bearbeiten]

In 56 Acquaformosa , Firmoza im italo-albanischen Dialekt der Arbëreshë, ist die 1195 von Zisterziensern gegründete Abtei Abbazia di Santa Maria di Acquaformosa sehenswert.

In den Jahren 1476/78 liessen sich hier aus der vom albanischen Heerführer Skanderbeg in die Region geführten albanischen Streitmacht stammende Kolonisten nieder, die albanische Kultur der Arbëresh blieb erhalten.
In der 57 Chiesa S. Giovanni Battista , welche um 1500 erbaut und von Biagio Capparelli mit sehenswerten Mosaiken ausgeschmückt.
Die Ursprünge des Santuario 58 Santuario Santa Maria del Monte gehen auf das 9./11. Jhdt. zurück, in der auf 1400 m gelegenen Wallfahrtskirche wird eine Madonnenstatue aus Tuffstein verehrt.
die 59 Basilica della Madonna del Pettoruto liegt auf einer Höhe von 600 m am Abhang des Monte Montea über dem Tal des Flüsschens Rosa. Um 1600 habe hier ein Schäfer ein von einem unschuldigerweise als Mörder Verurteilten in den weichen Tuffstein graviertes Madonnenbild gefunden, die Wallfahrtskirche wird vor allem in der ersten Septemberwoche von Pilgern besucht.

Orsomarso[Bearbeiten]

Orsomarso

Der Ort Orsomarso mit 1250 Einwohnern liegt im Südwesten des Pollino-Nationalparks an Tal des Flüsschens Argentino, einem zum Valle di Fiume Lao hinführenden Seitental.

  • die Pfarrkirche 60 San Giovanni Battista stammt aus dem 17. Jhdt., ein Fussweg führt hinauf zum 61 Uhrturm, hier eine schöne Aussicht über dem Ort.
  • die 62 Chiesa di S. Maria di Mércuri liegt westlich von Orsomarso auf einer Felsklippe über dem Flusstal des Lao (erreichbar von Osten her). Der einschiffige Bau hat seine Wurzeln im 10. Jhdt. und ist im Stil der byzantinischen Kirchen von Basilianermönchen errichtet.
  • im 63 Valle Fiume Argentino führt ein geschottertes Strässchen ins Tal des Argentino hinein, hier wurden ein botanischer Garten und Picknickplätze angelegt; Wanderwege führen auf die Anhöhen des Castello Brancato.

Papasídero[Bearbeiten]

Grotta del Romito

Der Ort am Ufer des Flusses Lao (der östlich in der Basilicata als Mercure entspringt) mit seinen knapp 750 Einwohnern hat seinen Namen von seinem Gründer, dem griechischen Mönch Vater Isidor (Παπάς Ισίδωρος).

  • die Pfarrkirche 64 Chiesa di San Constantino aus dem 15, Jhdt. (erweitert im 18. Jhdt, Taufstein aus dem 14. Jhdt.), liegt unter den Ruinen des 65 Castello Svevo , der Staufferfestung aus dem 11./13. Jhdt. mit rechteckigem Grundriss und einem Halbrundturm.
  • das 66 Santuario della Madonna di Costantinopoli , ein Wallfahrtskirche, die sich an die Felsen an der Schlucht des Lao schmiegt, stammt aus dem Mittelalter und wurde nach der Pestepidemie 1656 erweitert. Eine Brücke aus dem Jahre 1904 ersetzte ein mittelalterliches Brücklein und verbessert den Zugang vom Ort aus. Im Innern ein Fresko der Madonna odigitria und eine Madonnenstatue aus dem 17. Jhdt.
  • auf einem ehemaligen Maultierpfad, der nach Orsomarso führte, kann von der 67 Brücke der SP3 entlang des Flüsschens Lao gewandert werden. Auf dem Lao werden auch Rafting-Touren angeboten.
  • nördlich von Papasídero zweigt von der SP3 Richtung Mormanno eine Seitenstrasse zur 68 Grotta del Romito ab. In dieser Grotte wurde 1961 die Felszeichnung eines Auerochsen (Bos primigenius) gefunden, dazu fanden sich hier verschiedene bestattete Skelette, was auf die Nutzung als Kultort schliessen lässt. Offenbar war das Lao-Tal in der Steinzeit als Handelsroute für Obsidian von Bedeutung. Später wurde die Höhle in byzantinischer Zeit von griechischen Mönchen als Unterkunft genutzt.

Laino Borgo / Laino Castello[Bearbeiten]

Blick über Laino Borgo
Gerusalemme di Laino Borgo

Die Orte Laino Castello und die Unterstadt Laino Borgo haben zusammen gut 2'500 Einwohner, sie liegen am nördlichen Ufer des Flusses Lao im zentralen Parkgebiet, die Autobahn A2 führt im Westen daran vorbei und quert das Flusstal auf einem Viadukt.
Laino Castello, Centro Storico: das alte Laino Castello vecchio wurde wegen Erdrutschgefahr ab 1960 an einen neuen Standort verlegt und nach einem Erdbeben 1982 wegen Gefahr von Instabilitäten definitiv geräumt. In den vergangenen Jahren gibt es Bestrebungen, in die Ruinen der Häuser wieder Leben zu bringen, es werden Restaurationsarbeiten durchgeführt und es bestehen Pläne, die Gebäude für Nationalparkzwecke zu nutzen.

  • der Ort wird vom 69 Burgberg überragt, die Ruinen stammen aus der Langobardenzeit.
  • Daneben steht noch die alte 70 Chiesa madre di San Teodoro im ehemaligen Ortszentrum, die 71 Chiesa delle Vergini am Weg nach Laino Borgo.

Über einen Fussweg kann man zu Fuss nach Laino Borgo gelangen.

Das moderne 72 Laino Castello ist eine in den sechziger bis achziger Jahren entstandene moderne Retortenstadt.

Laino Borgo: die Unterstadt Laino Borgo erstreckt sich auf einem Plateau am Ufer des Lao, auf dem Fluss werden Rafting-Touren angeboten.

  • 73 Santuario Santa Maria delle Capelle ist eine im 16. Jhdt. von Domenico Longo errichtete Wallfahrtskapelle, nach seiner Rückkehr von einer Pilgerreise nach Jerusalem im 16. Jhdt. errichtete er um die Kapelle fünfzehn Miniaturkapellen mit Nachbildungen der Heiligen Stätten in Israel.

Rotonda[Bearbeiten]

Das Städtchen mit ca. 3'500 Einwohnern liegt auf einer Erhebung über dem Valle del Mercure, mit dem Flüsschen Mercure, in römischer Zeit wurde im Ort resp. seiner Umgebung der Ort Nerulum als Etappenort an der Via Popilia gegründet. Zumindest in der Normannenzeit wurde es unter dem heutigen Namen urkundlich erwähnt und blieb lange Zeit unter Herrschaft der Lehensfamilie Sanseverino.

  • die Ruinen des 74 Castello liegen am obersten Punkt des Ortes, von hier eine schöne Aussicht über das Tal des Mercure bis zu den Gipfeln des Pollino.
  • am Fuss des Burghügels die Kirche 75 S.Maria del Rosario , die Via Principa Umberto führt hinab zur zentralen 76 Piazza Vittorio Emanuele III mit dem Palazzo Amato. Die 77 Chiesa Madre liegt gleich anschliessend am Corso Garibaldi.
Parco Nazionale del Pollino, Complesso Monumentale Santa Maria Della Consolazione, 85048 Rotonda. Tel.: +39 0973 669335, Fax: 0973 669802, E-Mail: . Geöffnet: Mo-Fr 8.30-13.00/14.00-16.00h.

Viggianello[Bearbeiten]

Das Städtchen Viggianello mit seinen ca. 3'000 Einwohnern wurde auf einem Felsgrat oberhalb des Tals des Flüsschens Mercure erbaut; Historiker vermuten, dass hier das römische Kastell Castrum Byanelli an der antiken Via Popilia gelegen hat. Im Jahre 1079 wurde der Ort als Vineanellum erwähnt, unter den Normannen wurde im 11. Jhdt. das Castello normanno erbaut, von der Kirche San Nicola di Bari im Festungsbereich sind nur noch wenige Ruinen vorhanden.

  • das 78 Castello Normanno erhebt sich am höchsten Punkt des Orts, wo bereits in römischer und byzantinischer Zeit eine Festung die in den Süden führende Via Popilia gesichert hatte. Unter den Normannen und Stauffern wurde die Burg ausgebaut, sogar Friedrich II. soll in der Burg genächtigt haben.
  • die 79 Chiesa Madre Santa Caterina d'Alessandria stammt zwar aus der byzantinischen Epoche, wurde aber im 17. Jhdt. weitgehend umgestaltet, die 80 Cappella dell'Assunta Cappella dell'Assunta (Q56460891) in der Datenbank Wikidata stammt aus dem 15. Jhdt. Auch die 81 Cappella di San Sebastiano Cappella di San Sebastiano (Q56460948) in der Datenbank Wikidata stammt in den Ursprüngen aus byzantinischer Zeit und erhielt das heutige Aussehen im 15. Jhdt.

Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für Touren ins Nationalparkgebiet:

  • an der Strasse in Richtung Rotonda liegt die Quelle 82 Sorgente del Mercure, in einem Karstquelltopf tritt hier das Flüsschen Mercure ans Tageslicht, bei Laino Borgo tritt der Fluss in die Region Kalabrien ein und setzt sich als Lao auf 50 km Länge bis zur Mündung ins tyrrhenische Meer fort, das durchflossene Tal wurde als Riserva naturale Valle del Fiume Lao unter zusätzlichen Schutz gestellt.
  • einen guten Überblick über die Ebene von Sibari ergibt sich vom Belvedere di Malvento aus, von Vigianello können die Gipfel Serra di Mauro und Monte Serra erreicht werden.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • im ganzen Parkgebiet werden zusehends Wanderwege markiert.
  • vor allem am Fiume Lao wird Schlauchboot-Rafting angeboten.
  • Besuch des Fests der Madonna del Pollino, welches am ersten Juliwochenende im Santuario der Madonna del Pollino oberhalb von San Severino Lucano gefeiert wird.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels und Herbergen[Bearbeiten]

Camping[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • der Weg zu einem Badetrip an die Küste des tyrrhenischen oder ionischen Meers ist stets relativ kurz.

Literatur[Bearbeiten]

  • bei der Parkverwaltung sind an den Info-Points topographische Karten des Pollinogebiets erhältlich
Parco Nazionale del Pollino, Carta turistica, Scala 1:55'000, edizioni il coscile, Castrovillari
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