Parco Naturale di Gallipoli Cognato e delle Dolomiti Lucane

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Parco Naturale di Gallipoli Cognato e delle Dolomiti Lucane ist ein Naturpark südöstlich von Potenza in der Region Basilikata.

Hintergrund[Bearbeiten]

In den Lukanischen Dolomiten

Der Naturpark "Parco Naturale di Gallipoli Cognato e delle Dolomiti Lucane" liegt im Grenzgebiet zwischen den Provinzen Matera (Orte Accetura, Calciano und Oliveto Lucano) sowie Potenza (Castelmezzano und Pietrapertosa). Das Waldgebiet von Gallipoli Cognato umfasst 4200 ha, dazu kommen die bizarren Kalksteinfelsen der Lukanischen Dolomiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Landschaft[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Erhebungen des lukanischen Appenin sind der 1 Monte dell' Impiso (1319 m) und der 2 Monte Croccia (1149 m), nördlich von Accettura und Oliveto Lucano.

Der Rio di Caperrino, ein Seitenfluss zum Basento, durchschneidet die Klippe der lukanischen Dolomiten in einer tiefen Schlucht. Die bedeutendsten Erhebungen der lukanischen Dolomiten sind der Monte Caperrino (1455 m) und die Serra della Rossa (1179 m), im Süden der 3 Monte Impiso.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Im Waldgebiet von Gallipoli Cognato dominieren Wälder von Eichen, teils Kastanienhaine, in den lukanischen Dolomiten entlang der Wasserläufe Eschen.

Im Parkgebiet leben Wölfe, Füchse, Wildschweine und seltene Wildkatzen, hier nisten Milane, Falken und Bussarde.

Klima[Bearbeiten]

Dolomiti Lucane

Trotz der mediterranen Lage kann es im Frühjahr und Herbst kühl werden, im Sommer verbringt man die heisstesten Mittagsstunden am besten im Schatten oder wandert im dichteren Wald.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Parco Naturale di Gallipoli Cognato e delle Dolomiti Lucane

Ab Potenza nimmt man, um die lukanischen Dolomiten zu erreichen, die als Schnellstraße ausgebaute SS407, ab der Symbol: AS Campomaggiore nimmt man die SP13 Richtung Pietrapertosa oder Castelmezzano, wegen einer Straßensperrung wird die Zufahrt nach Castelmezzano über die nördliche Symbol: AS Albano di Lucania und die SP32ter empfohlen, die Castelmezzano durch einen neu erbauten Tunnel erreicht.

Sämtliche Straßen im Parkgebiet sind ausgesprochen kurvig zu fahren, die Höhenunterschiede werden mit zahlreichen Serpentinen gemeistert.

Gebühren/Permits[Bearbeiten]

Der Parkzugang ist frei.

Mobilität[Bearbeiten]

Um zu den verschiedenen Orten und Ausgangspunkten im Parkgebiet zu gelangen, ist die Benutzung eines Privatfahrzeugs oder eines Mietwagens zu empfehlen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

4 Castelmezzano [Bearbeiten]

Castelmezzano
  • der von gut 800 Einwohnern bewohnte Ort liegt an einer Bergflanke der lukanischen Dolomiten auf einer Höhe von 750 m.
Gegründet wurde der Ort als Maudoro von griechischen Kolonisten, welche sich entlang des Basento ins Landesinnere vorwagten.
Im 11./12. Jhdt. übernahmen die Normannen die Herrschaft in der heutigen Basilikata und errichteten ein Kastell, von dem noch Ruinen und in den Felsen geschlagene Treppenstufen, die zur höchsten Felsenklippe als Aussichtspunkt für die Wächter führen. Unter den Angiovinern und den Aragonesen hatten lokale Familien die Feudalherrschaft inne. Nach dem Anschluss ans Königreich Italien blieben die erhofften Landreformen aus, er wurden lediglich neue Herren und Grossgrundbesitzer an die Macht geführt, was dazu führte, dass sich zahlreiche Bauern und ehemalige burbonische Soldaten dem "Brigantismo" als Widerstandskämpfer gegen das königliche Italien anschlossen.
Die 5 Chiesa Madre di Santa Maria dell'Olmo wurde nach Erdbebenschäden wiederholt umgebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen im 19. Jhdt.
Die 6 Cappella del Santo Sepolcro stammt als ältestes Kirchlein von Castelmezzano aus dem 11. Jhdt. und wurde später umgebaut, im Innern die hölzerne "Madolla dell'Ascensione" aus dem 14. Jhdt.
Die Kapelle 7 Madonna dell'Annunziata stammt wohl aus dem 18. Jhdt.
Die 8 Cappella di San Marco wurde bereits im 16. Jhdt. erwähnt und steht im oberen Ortsteil.
Die 9 Capella Santa Maria "Regina Coeli" liegt an einer schönen Aussichtsposition ausserhalb des Orts.
  • Aktivitäten
Volo dell'Angelo. An einer Rolle an einem Stahlseil kann man die Schlucht zwischen Castelmezzano und Pietrapertosa als menschliche Seilbahn überwinden.
Festa del Maggio. Jeweils am 12./13. Sept., während des gleichzeitig abgehaltenen Festes des Sant'Antonio wird ein "Maibaum" geschlagen und in den Ort geschlagen, im Rahmen der Festlichkeiten klettern wagemutige Junge Männer am Baumstamm hoch.
Auf einem Fußweg ist das benachbarte Pietrapertosa in eineinhalb Stunden erreicht, der Weg überquert die Schlucht auf einer steinernen Brücke.

10 Pietrapertosa [Bearbeiten]

Pietrapertosa
Castello Pietrapertosa
  • der Ort mit gut 1000 Einwohnern schmiegt sich eng an eine Felsflanke der lukanischen Dolomiten und ist mit 1088 m ü.M. der höchste Ort der Basilikata. Die Gassen um die Hauptstrasse der Via Garibaldi wurden renoviert.
Nach einer Theorie wurde Pietrapertosa im 8. Jhdt. v.Chr. von den Pelasgern gegründet, jedenfalls gelangte der Ort dann unter die Herrschaft der griechischen Kolonisatoren, welche die Position auf der Felsenkette als Wachposten gegen Einfälle aus dem Norden nutzen. Ähnliche Überlegungen führten die Sarazenen dazu, den Ort nach der Eroberung zu befestigen, er erlebte eine Blütezeit. Nach Rückeroberung durch die Normannen und in der Folge angiovinischer und aragonesischer Herrschaft erlebte das Bergdorf einen wirtschaftlichen Niedergang, Feudalherren versuchten vom Ertrag der Bauern, welche den kargen Boden bewirtschafteten, möglichst viel herauszupressen. Drückende Steuern führten dazu, dass sich in der Bevölkerung Opposition regte, viele schlossen sich den Briganten an und finanzierten ihren Lebensunterhalt durch Raubzüge, unter anderem war der Brigant Scalandrone in Pietrapertosa gebürtig. Als nach der Gründung des Königreichs Italien die erhofften Landreformen ausblieben, schlossen sich verarmte Bauern, Bürger und ehemalige burbonische Soldaten dem Brigantismo an, in den Jahren 1861/65 verübten die königlichen italienischen Truppen gewaltige Massaker an gefassten echten und vermeintlichen Briganten und löschten ganze Dörfer aus, den Briganten als "Widerstandskämpfer" wird heute in der Basilikata noch ehrendes Andenken entgegengebracht.
Die 11 Chiesa Madre San Giacomo liegt am Ende der Via Garibaldi auf einem Felsrücken im Nordwesten. Sehenswert ist im romanischen Bau von ca. 1400 das geschnitzte hölzerne Chorgestühl.
Durch die Arabata oder Rabatana, die Häuser wurden nach muslimischer Art unter den Sarazenen eng verwinkelt aneinandergebaut, was den orientalischen Charakter des Quartiers erhalten liess, führt ein Fussweg hinauf zum auf einer Felsklippe gelegenen und teils in den Felsen geschlagenen 12 Castello Normanno, von dem Wohnräume, Ställe und Lagerräume in den Felsen geschlagen wurden. Als Alternative zum Rückweg kann man einen Zick-zack-Weg nach Nordwesten nehmen und in einem Bogen zur Umfahrungsstrasse zurückkehren.
Die Capella di San Cataldo liegt am nördlichen Ortsrand unterhalb des Normannenkastells und ist aus dem 12. Jhdt. stammend eines der ältesten Kirchlein der Region.
Südlich im Dorf liegt die Anlage des Klosters 13 Convento San Francesco, die Klosterkirche mit freistehendem Campanile aus dem 15. Jhdt. verfügt ebenfalls über ein geschnitztes Chorgestühl ist mit Fresken aus dem 17. Jhdt. geschmückt.
  • Aktivitäten
Volo dell'Angelo: an einer Rolle an einem 100 m langen Stahlseil angehängt kann man seit 2007 die Schlucht zwischen Castelmezzano und Pietrapertosa als menschliche Seilbahn überwinden und erreicht dabei eine maximale Geschwindigkeit von 120 km/h, zugelassen sind "Fahrgäste" ab 16 Jahren mit einem Maximalgewicht von 120 kg, ca. 18 - 28 (am Wochenende) €.
In der Nähe des Aufstiegs zum Castello wurde eine Via ferrata, ein Klettersteig mit Haken und Tritten, eingerichtet.
Die Strässchen zu den umliegenden Orten und in den Bosco Montepiano eignen sich für Mountainbike-Ausflüge.

14 Accettura [Bearbeiten]

Accettura
Maifeierlichkeiten von Accetura
  • Das Städtchen mit 2500 Einwohnern liegt auf einer Anhöhe von 800 m Höhe.
Das mittelalterliche erstmals 1060 erwähnte Acceptura wurde im 13. Jhdt. durch eine Feuersbrunst zerstört und unter den Angiovinern neu aufgebaut. Ähnlich wie die beiden vorgängig erwähnten Orte wurden auch in Accettura die Briganten als Widerstandskämpfer gegen das italienische Königreich 1861/65 unterstützt.
Die 15 Chiesa Madre di S. Nicola stammt aus dem 16. Jhdt., sehenswert ist die Glocke aus dem Jahre 1611.
Die Chiesa dell Annunziata wurde im Barockstil errichtet.
Die Chiesa di Sant'Antonio war Teil eines Konvents der Franziskaner-Minoriten, das 1809 aufgehoben wurde.
Der Vicoletto Pozzo mit seinen 41 cm Breite wird als schmalste Strasse Italiens ausgezeichnet, zumindest wird es hier auch mit dem Motorroller eng...
  • Aktivitäten:
Bekannt ist Accettura für seine Maibaum-Festlichkeiten: Jeweils zum Pfingstsonntag kommen viele Schaulustige in den Ort, um an der Fiesta Maggio di Accentura dabeizusein. Im Rahmen eines uralten Baumkultes wird ein Stamm einer mächtigen Eiche mit einer Stechpalme "vermählt". Am Pfingstsonntag wird der gewaltige Eichenstamm aus dem Bosco di Montepiano mit einem Gespann von bis zu 40 Ochsenpaaren in den Ort gezogen, gleichentags wird im Bosco di Gallipoli eine Stechpalme gefällt und deren Stamm am Pfingsmontag mit dem Eichenstamm zusammengenagelt. Am Pfingsdienstag beginnt der Tag mit der Prozession der Cinte, Frauen tragen schwere Hauben mit Kerzenschmuck auf den Köpfen. Im Verlaufs des Tages wird der Maibaum aufgerichtet, es erfoglt ein Wettschiessen auf Blechziele an den Ästen und die Wagemutigen klettern am Stamm hoch. hier weitere Informationen zu den Festlichkeiten.
In der Umgebung lohnt sich ein Besuch der Teile des Naturparks "Bosco di Gallipoli": Um die Gebäude einer um 1100 zur Zeit Roger II. errichtete Abtei, welche heute als 16 Naturpark-Informationszentrum Palazzo genutzt wird, wurde ein Park mit einem botanischen Garten angelegt.
Hier der beim 17 Posten der Parkverwaltung am Verbindungssträsschen nach Oliveto Lucano muss man auch die Bewilligung zur Wanderung zum Monte La Cróccia einholen, auf dem Ruinen eines lukanischen Oppidums aus dem 4./6. Jhdt. ausgegraben wurden (nur auf Voranmeldung zugänglich).
In der Nähe finden sich auf dem Weg zur Erhebung des 18 Monte Malerba bei 19 Tempa Castello die Ruinen der Siedlung Gallipoli, welche im 12. Jhdt. zur Abtei gehörte.

20 Oliveto Lucano [Bearbeiten]

  • Der Ort Oliveto Lucano ist ebenfalls auf einem Geländevorsprung gelegen, mit 480 Einwohnern der kleinste im Parkgebiet.
Die 21 Chiesa Madre Maria Santissima delle Grazie erhebt sich im romanischen Stil im alten Ortskern im Westen des Orts.
Aussergewöhnlich sind die Portoni di Bacco in der Via delle Grotte, im 19. Jhdt. aus Eichenholz gefertigte Portale mit speziellen Schlössern, die zu Kellern führen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wandern und Mountainbike im Parkgebiet, in den Eichen- und Kastanienwäldern, Wandervorschläge und Übersichtskarte in den Informationsstellen der Parkverwaltung.
  • Klettern an den Lukanischen Dolomiten, wo auch in Pietrapertosa eine Via ferrata eingerichtet wurde. Oft werden auch Pferde für Ausritte im Parkgebot angeboten.
  • eine Fahrt über die Schlucht mit dem Drahtseil des Volo dell'Angelo, eine Alternative zum Bungee Jumping...

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

In allen Orten gibt es Hotels und "Bed and Breakfast", auf der Website der Parkverwaltung nähere Hinweise.

Hotels und Herbergen[Bearbeiten]

Camping[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Potenza
  • Matera. Mit den Sassi.

Literatur[Bearbeiten]

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