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Lettland

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Lage
Karte von Nordosteuropa mit eingezeichneter Lage von Lettland
Flagge
Flagge von Lettland
Kurzdaten
HauptstadtRiga
StaatsformParlamentarische Demokratie
WährungEuro
Fläche64.600 km²
Bevölkerung2,31 Mio
SprachenLettisch (offiziell), Russisch, Lettgallisch
ReligionenLutherisch, Römisch-Katholisch, Russisch-Orthodox
Stromnetz220 V/ 50 Hz
Telefonvorwahl+371
Internet TLD.lv
ZeitzoneME(S)Z+1h (OE[S]Z)

Lettland (lettisch: Latvija) ist ein Staat im Baltikum (Osteuropa). Er grenzt im Norden an Estland, im Osten an Russland und Weißrussland und im Süden an Litauen.

Regionen[Bearbeiten]

Es gibt vier historische Regionen in Lettland:

Karte von Lettland
  • Livland (Vidzeme), nördlicher Teil.
  • Kurland (Kurzeme), westlicher Teil zwischen Rigaer Bucht und Ostsee.
  • Lettgallen (Latgale), östlicher Teil.
  • Semgallen (Zemgale), südlicher Teil zwischen dem Fluss Düna (Daugava) und der litauischen Grenze.

Zwischen diesen Regionen gibt es kulturelle und soziale Unterschiede, zum Beispiel unterscheiden sich die traditionellen Trachten von Region zu Region. Lettgallen hat sogar einen eigenen Dialekt.

Städte[Bearbeiten]

  • Daugavpils (deutsch: Dünaburg) - zweitgrößte Stadt mit vielen Industrieansiedlungen.
  • Jūrmala (deutsch: Rigastrand) - wichtiger Badeort des Landes in der Nähe der Hauptstadt Riga
  • Liepāja (deutsch: Libau - Hafenstadt im Westen Lettlands.
  • Rezekne - Herz der Region Lettgallen.
  • Riga (lettisch: Rīga) - Hauptstadt Lettlands mit einer 800-jährigen Geschichte.
  • Sigulda (deutsch Segewold) - alter Sitz des livonischen Schwertbrüderordens bzw. des deutschen Ordens in Lettland. Austragungsort von Rodelrennen.
  • Ventspils

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Beeindruckende Felsformation im Gauja Nationalpark
  • Der Gauja Nationalpark ist ein touristisch sehr gut erschlossenes Gebiet, das den 'Outdoor-Tourismus' mit Wandern, Rad- und vor allem Kanufahren im Blick hat

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach einer kurzen Zeit als unabhängiger Staat zwischen den Weltkriegen wurde Lettland 1940 von der Sowjetunion annektiert. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärten die baltischen Staaten 1991 ihre erneute Unabhängigkeit. Auch wenn die letzten russischen Truppen Lettland 1994 verließen, existiert in Lettland noch immer eine große russische Minderheit (ca. 30 % der Bevölkerung).

Seit 1991 bemüht sich Lettland zusammen mit den anderen baltischen Staaten Litauen und Estland um eine stärkere westliche Bindung, so dass das Land 2004 der Nato und der Europäischen Union beigetreten ist.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Seit dem 21. Dezember 2007 ist Lettland Mitglied des Schengen-Abkommens. Damit entfallen die Grenzkontrollen zu EU-Mitgliedsstaaten.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Riga verfügt über den internationalen 1 Flughafen Riga (lett.: Starptautiskā lidosta Rīga, RIX). , der bislang vor allem von airBaltic aus den deutschsprachigen Ländern angeflogen wurde und Lettland mit vielen verschiedenen europäischen Zielen verbindet. Außerdem existiert eine Flugverbindung der Lufthansa von Frankfurt am Main und München.

Seit November 2004 ist Riga jedoch auch Ziel der Billigfluggesellschaften easyJet (von Berlin aus) und Ryanair (von Frankfurt/ Hahn). Spezielle Angebote beginnen ab etwa 45 € pro Flug und pro Person (inklusive Steuern). Rechtzeitiges Buchen ist bei den Billiglinien häufig Voraussetzung für eines der günstigen Angebote.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es existiert keine direkte Bahnverbindung von Deutschland nach Lettland. Es ist jedoch möglich, von Berlin mit Umsteigen in Warschau, Sestokai, Vilnius und Rezekne zum 2 Hauptbahnhof Riga (lett.: Rīgas dzelzceļa stacija). zu fahren. Eine direkte Verbindung nach Polen sollte der 2016 zu eröffnende Baltic Rail Corridor bringen, nach Bauverzögerungen erwartet man eine Eröffnung 2020. Im Juni 2016 eröffnete eine Teilstrecke von Kaunas nach Biyalistok (2x tgl. Bummelzüge).

Alternativ könnte man per Bahn über Minsk reisen, wofür von den meisten EU-Staatsangehörigen ein weißrussisches Visum benötigt wird, das 5 Arbeitstage für die Ausstellung benötigt. Die frühere Verbindung über Grodno (Weißrussland) nach Vilnius existiert nicht mehr. Wer dennoch einen Umweg über Minsk oder Kaliningrad reisen möchte sollte sich rechtzeitig um die Einholung der nötigen Visa kümmern.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Verschiedene Busgesellschaften fahren aus Deutschland nach Lettland: (Fahrzeit z. B. von Berlin: ca. 22 Stunden)

  • Eurolines fährt sechs Mal pro Woche von Deutschland direkt zum zentralen 3 Busbahnhof Riga (lett.: Rīgas Starptautiskā autoosta). . Abfahrtsorte in Deutschland: Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/ Main, Gütersloh, Hannover, Hamburg, Karlsruhe, Kassel, Köln, Mannheim, München, Münster, Nürnberg, Osnabrück, Potsdam, Stuttgart
  • Ecolines fährt mehrmals pro Woche auf den Strecken Bremerhaven – Bonn – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Dortmund – Kassel – Hannover – Braunschweig – Potsdam – Berlin – Riga, Bremerhaven – Frankfurt/ Main – Karlsruhe – Stuttgart – Würzburg – Nürnberg – Bayreuth – Chemnitz – Dresden – Riga und Bremen – Hamburg – Riga

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der deutschen Grenze bei Frankfurt/Oder sind es auf dem kürzesten Weg ca. 1000 km (ca. 15 Stunden) nach Riga. Dieser führt aber über die russische Exklave Kaliningrad. Für die Route durch die russische Exklave ist ein Transitvisum nötig.

Besser ist, zur Vermeidung der aufwendigen Visaprozedur und unvorhersagbaren Wartezeit an der Grenze, der direkte Weg von Polen nach Litauen über Białystok. Diese Strecke ist nur ca. 150 km länger und auch besser ausgebaut.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mit dem Schiff kommt man mehrmals pro Woche von Lübeck/Travemünde nach Liepāja mit Stena Line (Fahrzeit ca. 28 Stunden). Der 4 Fährhafen Liepāja. wird von Terrabalt betrieben.

Mobilität[Bearbeiten]

Bus[Bearbeiten]

Standardverkehrsmittel im öffentlichen Bereich ist der Bus. Zentrale Abfahrten in alle Himmelsrichtungen befinden sich im Busbahnhof Riga, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Auf dem Land verkehren zumeist Kleinbusse, die den aushängenden Fahrplan nur als freundliche Zeitempfehlung verstehen, so dass eine längere Wartezeit an einer - der meist auch noch schwer zu findenden - Haltestellen immer eingeplant werden sollte. Als Ausgleich dafür glänzen diese Busse aber durch einen unschlagbar günstigen Tarif. Einzelreisende sollten immer einen Beleg verlangen, dann ergibt sich nämlich plötzlich der offizielle Preis ohne Touristenzuschlag. Kleingruppen dagegen sei eine kurze Verhandlung mit dem Fahrer empfohlen und der Verzicht auf einen Fahrschein.

Taxi[Bearbeiten]

Kürzere und auch längere Strecken lassen sich auch problemlos mit einem Taxi zurücklegen. Wobei für erstere wieder die Sache mit dem Beleg gilt, während für zweitere eine kurze Verhandlung schon einmal zu ungeahnt günstigen Preisen führen kann. Meist ist das aber nur in sogenannten Ruftaxis möglich - also solchen die per Telefon angefordert werden und nicht am Straßenrand warten. Einheimische helfen gerne weiter.

Bahn[Bearbeiten]

Die Bahn ist derzeit noch - mit Ausnahme des Umfeldes von Riga - nicht die erste Wahl für Reisen im Land. Dieser Zustand soll sich jedoch nach dem Willen der Regierung in den nächsten Jahren deutlich ändern, zumindest wird das bereits seit einiger Zeit so versprochen.

Mietwagen[Bearbeiten]

Es gibt ausreichend Autovermieter aller Größen, die jedoch zumeist in der Hauptsaison ausgebucht sind. Deren Preise liegen deutlich unter dem mitteleuropäischen Durchschnitt, die Versicherung wird anders als gewohnt extra berechnet. Kleinwagen sind ab 15 Euro pro Tag verfügbar, hinzu kommt die Versicherung mit 10 Euro. Die Straßen sind aber in vielen Gebieten eine Zumutung, so dass mit dem kostbaren Mietauto unbedingte Vorsicht geboten ist!

Auf einer Regionalstraße in Lettland

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Die Qualität der Straßen ist sehr unterschiedlich und man muss mit folgenden Situationen rechnen:

  • Überlandstraßen sind in der Regel gut befahrbar, allerdings kann man auf Hauptstrecken kritische Situationen erleben, wenn sich Fahrzeuge begegnen und der Platz sehr gering wird.
  • Viele Radreisende haben immer wieder viele Kilometer Buckelpisten erlebt, selbst auf Strecken, die als Hauptstraßen gekennzeichnet sind. Zu rechnen ist mit abwechselnd Feinsand in Verbindung mit Schottersteinen größer als 40mm. Wer einen Speichen- oder Rahmenbruch vermeiden will, sollte unbedingt den Reifendruck reduzieren.

In Lettland gibt es viel mehr Bus- als Eisenbahnlinien. Sollen Räder mitgenommen werden, sind folgende Hinweise nützlich:

  • Die Tarife sind sehr niedrig. Personentickets für rund 150 km kosten rund 8€, Fahrräder um 2€. Personentickets werden in der Regel am Schalter verkauft, die Fahrradmitnahme bei der Busfahrerin.
  • Beim Ticketkauf erfragen: Ist genügend Platz an Bord? Teilweise verkehren Mikrobusse statt großer Reisebusse. Wer flexibel sein will, sollte das Querstellen der Lenker und die Entfernung der Pedalen in Betracht ziehen. Das letzte Wort hat die Busfahrerin!

Die Mitnahme von Fahrrädern in der Bahn ist wenig problematisch, es gibt allerdings keine ausgewiesenen Fahrradabteile. Zudem ist der Einstieg an den Zügen hoch, die Bahnsteige nicht modernisierter Bahnhöfe sind aber sehr niedrig. Die Gepäck- bzw. Fahrradtickets sind günstig und können am Schalter oder gegen einen geringen Aufschlag im Zug gekauft werden.

Sprache[Bearbeiten]

Die lettische Sprache gehört zusammen mit dem Litauischen zum baltischen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie. Lettisch und Litauisch sind von der Ähnlichkeit her vergleichbar mit Deutsch und Schwedisch. Liest ein Lette einen litauischen Text, so erkennt er die Verwandtschaft der Sprachen, die oft zum Schmunzeln anregt - und kann einige Wörter erraten. Die Aussprache der beiden Sprachen, v. a. Betonung und Diphtonge, ist jedoch so unterschiedlich, dass sie allerdings nicht gegenseitig verständlich sind.

Im lettischen Grundwortschatz - auch ohne Neuerungen wie Līzings, Leasing - finden sich Bestandteile aus ganz Europa. kartupelis, Kartoffel - dienests, Dienst - galva, ru. golowa, Kopf - roka, russ. ruka, Hand - bērns, dk./sv./no. bårn, Kind - maksa, finn. maksa, Kosten - vecs, it. vecchio, alt - vīrs, lat. vir, (Ehe-)mann. Nach Ende der Sowjetunion wird offiziell der eigenständigen Charakter der lettischen Sprache gefördert, was in dieser Form als Beispiel eines sprachlichen Nationalismus gilt. Ein Webbrowser heißt z. B. nicht browser(i)s, sondern tīmekļa pārlūkprogramma, wörtlich: Netzübersichtsprogramm.

Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist die konsequente Verlettischung ("latviskot") fremdsprachiger Eigennamen, Beispiel Fransuā Žerārs Žoržs Nikolā Ollands für Francois Gérard Georges Nicolas Hollande, was vielfach auf Kritik stößt. Ausnahmen sind lediglich Firmen- und Produktnamen.

In Lettland gibt es eine große russische Bevölkerungsgruppe, die russisch zur zweithäufigsten Sprache des Landes macht. In einigen Teilen im Süden des Landes wird darüber hinaus litauisch gesprochen.

Sprache und Schrift sind zueinander phonematisch, das heißt, an der Schreibweise erkennt man - mit sehr wenigen Ausnahmen - eindeutig die Aussprache eines Wortes. Fast immer liegt die Betonung auf der ersten Silbe, auch bei Fremdwörtern wie Students, Universitate, Aptieka, Expedicija.

In den touristischen Gebieten kommt man gerade bei jüngeren Menschen auch mit der englischen Sprache weiter, sollte jedoch gerade bei älteren Personen versuchen, wenigstens die wichtigsten lettischen Begriffe zu nutzen. Die in Deutschland oftmals verbreitete Aussage, dass in einigen Gebieten auch deutsch gesprochen wird, stimmt so nicht. Lediglich einige ältere Leute oder auch Schüler, die in der Schule deutsch gelernt haben, können sich so verständigen.

Kaufen[Bearbeiten]

Währung[Bearbeiten]

Lettland trat am 1.1.2014 der Euro-Zone bei, die europäische Gemeinschaftswährung hat damit den Lettischen Lats abgelöst. Lettische Lats werden nicht mehr akzeptiert, können jedoch auf Banken zum offiziellen Kurs (1 Euro = 0,702804 LVL) in Euro umgetauscht werden.

Allgemein[Bearbeiten]

In den ländlichen Gebieten ist die Versorgung sowohl mit Lebensmitteln als auch mit Industriewaren oftmals sehr beschränkt und ermöglicht nur eine durchschnittliche Versorgung. Anders sieht es dagegen in den Touristenhochburgen Riga und Jurmala aus. Gerade in der Hauptstadt haben sich eine Vielzahl von Geschäften aller Größenordnungen und Inhalte angesiedelt. Dort finden sich im Bereich der Kleidung originelle kleine Läden, die von Einheimischen betrieben werden, gleich neben den durchgestylten Boutiquen großer Handelsketten und Markenartikelern. Letztere sind aber meist so gestaltet wie überall in Europa, so dass allein deswegen eine Reise nicht lohnt. Auch das Preisverhältnis im Bereich Kleidung nähert sich langsam dem mitteleuropäischen Niveau an.

Lebensmittel[Bearbeiten]

Lebensmittel sind in allen Städten - egal welcher Größe - zumeist in Supermärkten westlichen Zuschnitts erhältlich. Zwei der bedeutenden Ketten sind Rimi und Maxima. Während dort das Preisniveau ebenfalls nur leicht unter dem mitteleuropäischen Zuschnitt liegt, sind die vielfach anzutreffenden Märkte meist deutlich preisgünstiger und warten in der Regel auch mit erstklassiger Ware direkt aus dem Land auf. Besonders empfehlenswert ist dabei ein Besuch der Markthallen Riga, die sich direkt hinter dem Hauptbahnhof und neben dem Busbahnhof befinden. Doch Vorsicht: Die angebotene Frischware ist nicht staatlich kontrolliert! Wer also seinen persönlichen Gammelfleischskandal vermeiden will, sollte die Ware in Ruhe und sorgfältig prüfen.

Öffnungszeiten[Bearbeiten]

Läden schließen zeitig, übliche Öffnungszeiten sind Mo.-Fr. 9.00/10.00 bis 17.00/18.00, Sa. bis 15.00. Supermärkte haben bis 21.00, selten bis 22.00 Uhr offen, die in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken üblichen kleinen 24-Stunden-Buden sucht man vergeblich. Es herrscht Alkoholverkaufsverbot von 22.00 bis 8.00.

Küche[Bearbeiten]

Mayonnaise in Tüten, Gläsern und Eimern in einem lettischen Supermarkt
Fischboulette, Butterkartoffeln, Roto-Beete-Salat, Gemüsesuppe und Buttermilch in einer lettischen Kantine - 3,50 Euro

Die lettische Nationalküche ist nordeuropäisch geprägt sowie beeinflusst vom großen Nachbarn Russland. In der lettischen Sowjetrepublik sowie im "freien Lettland" ("brīvā Latvija") gab und gibt es zahlreiche Buchveröffentlichungen, die von der einfachen, aber variationsreichen Küche mit wenigen Grundzutaten und der Freude der Letten an Gastronomie und Hausmannskost zeugen. Ein Kochbuch trägt den Titel "400 Kartoffelgerichte", woanders findet man umfangreiche Kapitel über "kalte Suppen", oft auf (Butter-)Milchbasis, oder die vielfältige Verwendung von Brot.

In Riga wird viel Fisch kulinarisch verarbeitet.

Ein bekannter bunter Salat im Alltag wie zu Festlichkeiten ist der Rosols (regional Rasols), der einigen ostdeutschen oder polnischen Salaten ähnelt.

Das Einkaufszentrum "Stockmann" neben Großmarkt und Busbahnhof gibt einen Einblick in die Vielfalt der Lebensmittel, wie z.B. 10 verschiedene Mayonnaise-Sorten, etwaige fettreduzierte ("balance"-)Produkte nicht dazugerechnet.

Einzigartig ist das lettische Schwarzbrot (rupjmaize, rupjā maize), dessen prominenter Hersteller seit einiger Zeit Normunds Skauģis ist. Die süß-bittere Skauģa rupjmaize, die ohne Lebensmittelzusatzstoffe gefertigt wird, ist ein beliebtes Souvenir.

"Typisch lettisch" und gleichzeitig familientauglich und kommerziell erfolgreich (bei Einheimischen wie Touristen) ist die Restaurantkette LIDO. Das Buffet bietet von Vorspeise bis zum süßen Nachtisch eine reichhaltige Auswahl, und bis auf die Getränke der Coca-Cola-Company, die ebenfalls mit lettischen Produkten konkurrieren, findet man nichts Internationales.

Das Baltikum gehört zu den Regionen mit dem größten Bierkonsum pro Kopf in Europa. Eine entsprechende Vielfalt an Bieren gibt es in jedem Supermarkt.

An den Landstraßen gilt das alte Prinzip, iss dort, wo auf dem Parkplatz LKWs stehen - dann stimmt in der Regel die Qualität und auch der Preis. Für die Küstenregionen gilt, iss Fisch in allen möglichen Varianten. Dafür sind in der Urlaubszeit (01.06.-31.08.) viele kleine Bistros vorhanden. Auch sollte man sich in der Regel nicht vom äußeren Erscheinen eines Lokals abschrecken lassen (viele Gebäude stammen aus sowjetischer Zeit, und da wurde für die nächsten 500 Jahre gebaut - ohne Instandhaltung), die Speisen können sich immer sehen und genießen lassen. In 99 % aller Lokale ist die Speisekarte in Lettisch und Englisch, teilweise auch Deutsch.

Nachtleben[Bearbeiten]

Während im Winter das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen kommt, steppt in den Sommermonaten der Bär. Gerade in Riga und Jurmala werden dann die Nächte sehr lang. Getanzt wird oftmals gleich auf den Straßen, in denen Bands spielen oder auch einfach nur ein Kofferradio dudelt. Diese Partys bilden sich vor allem dort, wo den Jugendlichen das Geld für eine touristisch frequentierte Diskothek fehlt. Von denen gibt es ausreichend in den Touristengebieten.

Vorsicht geboten ist jedoch in Riga: Hier zerren Schlepper unbedarfte Gäste in zwar schicke, aber total überteuerte Etablissements, in denen neben Alkohol und Musik auch noch allerhand anderes geboten wird. Diese Diskotheken fallen dann zu vorgerückter Stunde meist durch „Nordische Kampftrinker“ auf, die dann jede Zivilisation fahren lassen. (Siehe auch: Sicherheit)

Unterkunft[Bearbeiten]

Gerade in der Hauptsaison sind die Preise in touristischen Gebieten höher als in Mitteleuropa. Vermeintliche Schnäppchen sollten daher nur von Leuten genommen werden, die im Komfort deutliche Abstriche machen können und wollen!

Lernen[Bearbeiten]

Der Andrang ausländischer Schüler und Studenten auf lettische Schulen hält sich derzeit sehr in Grenzen. Berühmteste Universität des Landes ist die Technische Universität Riga, die in einigen Bereichen, wie zum Beispiel der Elektrotechnik, international einige Reputation besitzt. Haupthinderungsgrund eines Studiums dürfte wohl immer die Sprache sein, die sich nun einmal bei aller internationaler Ausrichtung auf das Lettische konzentriert.

Arbeiten[Bearbeiten]

Die Aufnahme einer Arbeit ist jederzeit problemlos möglich. Gerade in der Saison sind zum Beispiel in Jurmala ausländische Hilfskräfte, wie Barkeeper und Animateure zeitweise gefragt. Papiere und Versicherungen werden dabei im Allgemeinen lasch gehandhabt. Hauptproblem ist dabei eigentlich nur eines: Mit den dortigen Löhnen in einem für einheimische Verhältnisse doch recht teuren Touristengebiet zu überleben, ist nicht ganz so einfach und sollte unbedingt vorher kalkuliert sein.

Ansonsten besitzt das Land eine recht hohe Arbeitslosigkeit (15,4 % im Jahr 2011), so dass besonders im ländlichen Umfeld die Suche nach einer Beschäftigung nahezu aussichtslos ist. Auch hier gilt, falls man einen Job findet: Offiziell gibt es zwar so eine Art Mindestlohn, in der Praxis kann das aber schon einmal auf ein monatliches Einkommen von umgerechnet 70 € hinauslaufen - und das ist selbst für lettische Verhältnisse zum Überleben auf dem Land nicht gerade üppig.

Feiertage[Bearbeiten]

Nächster Termin Name Bedeutung
Dienstag, 1. Januar 2019 Neujahr Neujahrstag
Freitag, 19. April 2019 Karfreitag Gedenken an die Kreuzigung Christi
Montag, 22. April 2019 Ostermontag Ostern, Gedenken an die Auferstehung Christi
Mittwoch, 1. Mai 2019 Tag der Arbeit Internationaler Tag der Arbeit
Samstag, 4. Mai 2019 Unabhängigkeitstag Erklärung der Unabhängigkeit 1990
Sonntag, 23. Juni 2019 Līgofest Sommersonnenwende
Montag, 24. Juni 2019 Johannesfest Sommersonnenwende
Sonntag, 18. November 2018 Lettischer Unabhängigkeitstag Tag der Unabhängigkeit 1991
Dienstag, 25. Dezember 2018 Weihnachten Gedenken an Christi Geburt
Mittwoch, 26. Dezember 2018 2. Weihnachtstag Gedenken an Christi Geburt
Montag, 31. Dezember 2018 Silvester

Sicherheit[Bearbeiten]

Lettland gilt als eines der sichersten Länder in Europa, auch wenn einige Siedlungen der Reichen gesichert sind wie Festungen. Die Kriminalität beschränkt sich - wie in vielen anderen Ländern auch - auf Taschendiebstahl und gelegentliche Autoaufbrüche. Der Autodiebstahl selbst hat in den vergangenen Jahren immer mehr abgenommen und ist praktisch zum Erliegen gekommen. Besondere Vorsicht ist also weniger auf dem flachen Land als vielmehr in den Touristenhochburgen Riga und Jurmala geboten.

Eine Schwarze Liste mit Gastronomiebetrieben in der Stadt Riga, vor deren Besuch gewarnt wird, veröffentlichen das Tourismusmagazin Riga in your pocket (englisch) und die Website der US-amerikanischen Botschaft in Riga (englisch).

Gesundheit[Bearbeiten]

Impfung[Bearbeiten]

Man sollte sich über eine Impfung gegen FSME beraten lassen.

Trinkwasser[Bearbeiten]

Teilweise ist es nicht ratsam, Leitungswasser unabgekocht zu trinken. Besonders auf dem Land enthält Leitungswasser stark riechende Schwefelverbindungen (Vitriole) und Eisen aus alten Leitungen, sodass Trinkwasser teilweise besser in Flaschen abgefüllt gekauft werden sollte.

Klima[Bearbeiten]

Die Sommer sind meist warm und trocken, so dass ein wirklicher Sommerurlaub gegeben ist. Einzelne Regenschauer gehen dann zwar mit einiger Wucht darnieder, dauern aber meist nicht so lang. Die Temperaturen können im Sommer schon einmal bis auf 30 Grad Celsius steigen, der Durchschnitt liegt aber so bei 23-25 Grad. Die Wassertemperatur in der Rigaer Bucht ist nicht an allen Stellen angenehm, so gibt es an der westlichen Seite der Bucht eine kalte Strömung, die jedes Baden nahezu unmöglich macht. An der Nordküste sieht es ähnlich aus, als Faustregel gilt dabei: Wo kaum bis keine Einheimischen sind, ist das ansonsten sehr saubere Wasser kalt.

Im Winter kann der Frost das öffentliche Leben außerhalb der Städte schon einmal zum Erliegen bringen, da sich aufgrund der dünnen Besiedlung niemand die Mühe macht, alle Straße sofort und überall zu räumen. Zu dieser Jahreszeit kann es aber für Skilangläufer in einigen Gebieten recht reizvoll sein, da sich dort ausgiebige und unberührte Schneeflächen finden lassen, also demzufolge keine ausgebauten Loipen vorhanden sind.

Frühjahr und Herbst bieten auch viele reizvolle Tage, wobei besonders der späte September, frühe Oktober erwähnt sei. Zu dieser Zeit lassen sich die Schönheiten des Landes in Ruhe betrachten.

Respekt[Bearbeiten]

Viele ältere Menschen leben am Existenzminimum und versuchen an den Straßen Dinge zu verkaufen, die manchem Mitteleuropäer etwas skurril erscheinen! Man sollte diesen Menschen keine Almosen geben, da dies als beleidigend empfunden wird, sondern lieber etwas zu einem guten Preis abkaufen. Einzig und allein maßlos Betrunkene sollte man, egal in welcher Situation, links liegen lassen, da dies von vielen Einheimischen als sehr störend empfunden wird.

Damit wäre auch gleich gesagt, dass die Letten ein sehr stolzes Volk sind.

Ausländern wird nahezu ausnahmslos - wenn sie sich denn entsprechend benehmen - großer Respekt entgegengebracht. Besonders Westeuropäer sind als Touristen erwünscht, so dass man ihnen manchmal sogar etwas mehr als notwendig Ausrutscher nachsieht. Schwieriger ist es dagegen mit den Russen, die geschichtlich bedingt nicht so gern gesehen sind. Der sprachunkundige Reisende wird immer irgendwie zu seinem Ziel kommen, wobei die notwendigsten einheimischen Vokabeln natürlich nicht schaden können.

Vorsicht geboten ist für Deutsche in manchen südöstlichen Gebieten: Dort wird sowohl in den Städten als auch auf dem Land mitunter eine offene Glorifizierung der eigenen faschistischen Vergangenheit - die eng mit den deutschen Nazis verbunden war - betrieben. Von einem Deutschen wird dann unter Umständen eine Identifikation mit diesem Treiben erwartet. Hier sollte man schnell auf ein Nichtverstehen beharren und das Weite suchen.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Für den Touristen lohnt sich zur Kommunikation im Land der Erwerb einer einheimischen Telefonkarte mit Guthaben nur noch sehr selten. Aufgrund von öfter vorkommenden Problemen bei der Aktivierung sollte man diese aber immer beim Kauf durch den Händler aktivieren lassen! Diese Karten sollten - wenn überhaupt noch - nicht auf der Straße, sondern immer in offiziellen Shops der diversen Telefongesellschaften erworben werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Altbergs, Toms; Augustāne, Karīna; Ieva Pētersone; Railways of Latvia; Rīgā 2010; ISBN 9789984387765; (Orig.: Dzelzceļi Latvijā)
  • Bach Rasmussen, Johannes; Travel guide: traces of the cold war period: the countries around the Baltic Sea; Copenhagen 2010 (Nordisk Ministerråd)
  • Geschichte: Frenz, Walter; Lettland: zwischen Hanse, Deutschen Ritterorden, Russland und Unabhängigkeit; München 2011 (Nusser); ISBN 978-3-86120-265-3
  • Luthardt, Ernst-Otto; Reise durch Lettland; Würzburg 2007; ISBN 9783800317899
  • (Kunst-)Geschichte: Motog, Jürgen; Burgen, Kirchen, Götterhaine: auf den Spuren mittelalterlicher Pilger in Lettland; Gelnhausen 2010; ISBN 9783866836754
  • Zeltiņa, Guna; Theatre in Latvia; Rīgā 2012 (Literatūras, Folkloras un Mākslas Institūts); ISBN 9789984893006

Weblinks[Bearbeiten]

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