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Bosnien und Herzegowina

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Bosnien und Herzegowina ist ein föderalistischer Staat in Südosteuropa.

Lage
Karte von Südosteuropa mit hervorgehobener Lage von Bosnien und Herzegowina
Flagge
Flagge von Bosnien und Herzegowina
Kurzdaten
HauptstadtSarajevo
StaatsformBundesrepublik (Föderal)
WährungKonvertible Mark (KM)
Fläche51.100 km²
Bevölkerung3,7 Mio. (2013)
SprachenBosnisch, Kroatisch, Serbisch
ReligionenMuslimisch 40 %, Orthodox 31 %, Römisch-Katholisch 15 %, andere 14 %
Stromnetz220 V/50 Hz
Telefonvorwahl+387
Internet TLD.ba
ZeitzoneME(S)Z

Regionen[Bearbeiten]

Mostars berühmte Brücke
Karte von Bosnien und Herzegowina
Brunnen in Sarajevo
Holzkohlemeiler in Zentralbosnien
Ländlicher Verkehr

Bosnien und Herzegowina ist in zwei Entitäten, die serbische Republik Republika Srpska und die Föderation Bosnien und Herzegowina (bosnische Muslime und Kroaten), geteilt. Diese umfassen jeweils 49 % bzw. 51 % des Staatsgebiets (die Föderation hat aber deutlich mehr Einwohner), haben je eine eigene Regierung, eigenes Justizsystem und eigene Sicherheitskräfte. In vielerlei Hinsicht kann man beinahe von zwei separaten Staaten sprechen – zumindest von serbischer Seite gibt es auch wieder Bestrebungen, diese dauerhaft zu trennen. Hinzu kommt der von beiden Entitäten gemeinsam verwaltete Distrikt Brčko. Die Föderation Bosnien und Herzegowina besteht ihrerseits aus zehn Kantonen.

Die historischen Teile sind:

  • Bosnien
  • Herzegowina
Altstadt von Trebinje

Städte[Bearbeiten]

  • Sarajevo – Hauptstadt
  • Mostar mit der Alten Brücke
  • Banja Luka – Hauptstadt der Republika Srbska
  • Bihać an der Una
  • Bijeljina
  • Brčko – Sonderverwaltungsgebiet, steht unter UN-Hoheit
  • Jajce – historische Hauptstadt, berühmt durch die Wasserfälle. Hier wurde gegen Ende des Krieges durch Tito und Co. das Sozialistische Jugoslawien gegründet.
  • Neum der Touristenort an der Adria
  • Trebinje – die südlichste Stadt Bosnien und Herzegowinas
  • Tuzla – große Industriestadt, berühmt für die namensgebenden Salzvorkommen
  • Višegrad – berühmt wegen seiner Brücke über die Drina
  • Zenica

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Bosnien und Herzegowina ist eine ehemalige jugoslawische Republik, die nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991 in einem blutigen Bürgerkrieg bis 1995 umkämpft war. Mit dem Friedensvertrag von Dayton 1995 wurde dieser Staat aus drei verfeindeten Parteien geschaffen. Um überhaupt funktionsfähig zu sein, bedurfte die Union eines ausgeklügelten Verfassungsrahmens und der Kontrolle durch einen Beauftragten der internationalen Gemeinschaft. Inzwischen scheint das Gebilde einigermaßen stabil, von touristischen Reisen wird heute durch das deutsche Auswärtige Amt nicht mehr abgeraten.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Seit dem 12. September 2002 können Staatsangehörige der Schengen-Staaten sowie der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ihren Personalausweis als Reisedokument bei Einreise, Ausreise und Durchreise über das Hoheitsgebiet von Bosnien und Herzegowina benutzen. Alle anderen benötigen einen gültigen Reisepass. Ein vorläufiger Reisepass, ein Kinderausweis und Kinderreisepass wird anerkannt. Ein Visum wird nicht benötigt.

Für ausländische Staatsangehörige besteht eine Meldepflicht bei einer Polizeibehörde. Diese wird bei Unterkunft in einem Hotel von diesem übernommen. Erfolgt die Unterkunft nicht in einem Hotel, so muss die Meldung bei der nächsten Polizeidienststelle vorgenommen werden, sofern der Aufenthalt im Land mehr als drei Tage dauern soll.

Die Einreise mit Haustieren ist problemlos möglich. Es müssen lediglich der Internationale Impfausweis und sowie eine amtstierärztliche Bescheinigung vorlegt werden.

Zollbestimmungen[Bearbeiten]

Technische Geräte müssen (in größeren Mengen) bei der Einreise registriert werden – die Ausfuhr ist entsprechend nachzuweisen.

Devisen sind nicht deklarierungspflichtig. Waffen dürfen nicht eingeführt werden (Ausnahme sind EUFOR-Truppen mit Sondergenehmigung). Für Tabak und Alkohol gelten die EU-Bestimmungen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Es gibt vier Verkehrsflughäfen mit Linienbetrieb in Bosnien und Herzegowina: Sarajevo, Tuzla, Mostar und Banja Luka. Hauptflughafen ist der internationale Flughafen (Aerodrom) in Sarajevo, der von jeder europäischen Metropole zu erreichen ist. Tuzla ist auch aus dem deutschsprachigen Raum günstig mit der Billiglinie Wizz Air zu erreichen. Nach Mostar gibt es lediglich saisonale Charterflüge, jedoch keine davon direkt aus dem deutschsprachigen Raum. Der kleine Flughafen Banja Luka wird (Stand 2017) nur von Belgrad aus angeflogen.

Die deutsche Lufthansa fliegt täglich zwischen München und Sarajevo, Austrian Airlines zweimal täglich von Wien, Eurowings von Köln (dreimal pro Woche) und Stuttgart (einmal pro Woche), Swiss dreimal pro Woche von Zürich. Wizz Air fliegt dreimal pro Woche von Dortmund und Basel/Mulhouse nach Tuzla, weitere Direktverbindungen gibt es von Friedrichshafen, Hahn, Berlin-Schönefeld, Köln, Memmingen und Nürnberg (je 2x pro Woche; alles Stand Sommer 2017).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Das Bahnnetz Bosniens und Herzegowinas ist in einem schlechten Zustand und von häufigen Störungen betroffen. Stand Mai 2017 sind alle internationalen Verbindungen (etwa aus Zagreb oder Budapest) bis auf weiteres unterbrochen.[veraltet]

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es besteht ein gut ausgebautes Netz von Buslinien in Bosnien und Herzegowina. Jede Stadt innerhalb des Landes ist mit regelmäßigen Verbindungen zu erreichen. Aus Sarajevo, Mostar, Zenica, Tuzla, Bihać und Banja Luka fahren regelmäßig Busse in die Nachbarländer und ins fernere europäische Ausland. Die Busse sind allgemein sehr preiswert. So zahlt man für eine achtstündige Busfahrt von Belgrad nach Banja Luka umgerechnet lediglich 16 €. Eine Fahrt von Banja Luka nach Wien kostet umgerechnet 35 €. Der Busbahnhof in Banja Luka befindet sich ebenso wie der unmittelbar abgeschlossene Bahnhof an der äußersten Peripherie der Stadt. Die Innenstadt ist per Taxi oder mit etwa halbstündigem Fußmarsch zu erreichen. Innerhalb Sarajevos gibt es unzählige Buslinien, die häufig völlig überfüllt sind, aber dennoch ihren Zweck erfüllen.

Auto/Motorrad[Bearbeiten]

Die Grüne Versicherungskarte ist bei der Einreise vorzulegen; sie gilt für ganz Bosnien und Herzegowina. Mit dem Auto nach Bosnien-Herzegowina zu fahren, ist ohne Klimaanlage anstrengend, denn die Sommer in diesem Land sind oft sehr heiß. Die Straßen sind durch den Krieg sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, allerdings werden sie kontinuierlich ausgebaut. Die Straßen sind meist nur zweispurig. In Zukunft soll es eine Autobahn von 330 km Länge durch Bosnien geben.

Da Bosnien und Herzegowina kein EU-Mitglied ist, muss noch ein Nationalitätszeichen am Heck des Autos angeklebt werden, das Euro-Kennzeichen genügt nicht.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Bosnien-Herzegowina hat einen ca. 20 km langen Zugang zur Adria bei Neum.

Mobilität[Bearbeiten]

Mit dem Auto[Bearbeiten]

In Bosnien und Herzegowina besteht für Autofahrer die Verpflichtung, rund um die Uhr das Licht angeschaltet zu lassen. Geschieht dies nicht, ist ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 KM (Konvertible Mark) bzw. 10 € zu entrichten. Man sollte sich von der Tatsache, dass viele in Bosnien und Herzegowina gemeldete Fahrzeuge diese Pflicht nicht ständig erfüllen, nicht ablenken lassen, da einige Polizisten insbesondere bei Touristen großen Wert auf die Einhaltung dieser Vorschrift zu legen scheinen. Des weiteren ist unbedingt ein Warndreieck, ein Satz mit Reservelampen und ein Abschleppseil mitzuführen. Ansonsten droht – je nach Ermessen der Polizei – ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20–40 KM. Äußerst penibel sollten die Geschwindigkeitsregeln eingehalten werden. In Bosnien finden sehr häufig Geschwindigkeitskontrollen statt. Innerorts beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, außerorts 80, auf Schnellstraßen 100, auf dem kurzen Stück bislang fertiggestellter Autobahn 130 km/h. Für Gespanne gilt abweichend auch auf Schnellstraßen und Autobahn Tempo 80.

Zu beachten ist, dass in der Republika Srpska die Beschilderung der Straßen und Orte bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich in kyrillischer Schrift ist!

Sicherheit: Aufgrund der Minengefahr sollte selbstständiges Fahren abseits gekennzeichneter Straßen dringend unterlassen werden.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Das Land hat ein dichtes Fernbusnetz. Die Verbindungen sind sehr günstig, eine Fahrt durch das ganze Land kostet kaum mehr als 10 €.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt nur wenige Bahnstrecken und auf diesen ist der Verkehr zusätzlich auch noch eingeschränkt. Die am komfortabelsten zu befahrende Strecke ist bislang die Route Sarajevo–Zenica–Doboj, auf der seit 2016 moderne Talgo-Züge zum Einsatz kommen.

Trampen[Bearbeiten]

Trampen ist in Bosnien beliebt und verbreitet. Lediglich große Städte zu verlassen kann manchmal etwas mühsam sein. Auf dem Land hat man kaum Probleme voranzukommen. Man muss bedenken, dass aufgrund der Straßenqualität niemand im Durchschnitt mehr als 50 km/h fährt. Es gibt kaum Autobahnen und das Land ist bergig, die Straßen sind entsprechend kurvig.

Sprache[Bearbeiten]

Serbokroatisch war früher die gemeinsame Sprache des Staates. Angesichts des Bürgerkriegs der 1990er Jahre und der Etablierung einer bosniakischen Nation, die islamischer Glaubensrichtung ist und die Mehrheit der Bevölkerung im Staat ausmacht, war es von dieser Seite naheliegend, sich von dem Serbo-kroatischen abzuheben.

Die wichtigsten Phraseologismen und Audrücke für einen Touristen sind in jeder Sprachvariante gleich: „guten Morgen“ (dobro jutro), „guten Tag“ (dobar dan), „guten Abend“ (dobra večer), „auf Wiedersehen“ (do viđenja), „bitte/nichts zu danken“ (molim/nema na cemu) und „danke“ (hvala).

Die südslawischen Sprachen mögen aufgrund ihrer komplexen Grammatik (7 Fälle) schwer zu erlernen sein. Auch an der Aussprache kann es für Ausländer hapern, da vergleichsweise viele scharfe Konsonanten nebeneinander auszusprechen sind. Glücklicherweise spricht man genau so, wie es geschrieben wird. Aber man kommt praktisch im ganzen Land relativ gut mit Englisch und Deutsch durch. Aufgrund der vielen Kriegsflüchtlinge, die in deutschsprachigen Gebieten lebten, können sogar überraschend viele junge Menschen gut Deutsch.

Die Germanistik an den bosnischen Universitäten hält ein hohes Sprachniveau und hat regen Zulauf. Wie überall auf der Welt ist das Fremdsprachenniveau auf dem Land wesentlich geringer als in den Städten, aber auch hier findet sich oft jemand, der ein paar Brocken Deutsch oder Englisch spricht. Englisch ist die wichtigste Fremdsprache in der Schule und wird von der jüngeren Generation oft gesprochen, nicht zuletzt aufgrund der amerikanischen Filme, die kaum auf serbo-kroatisch oder gar bosnisch synchronisiert sind. Gebrochenes Deutsch sprechen noch viele ältere Menschen, ehemalige Gastarbeiter und Kriegsflüchtlinge. Im Sommer kommen noch viele Auslandsbosnier aus Deutschland, der Schweiz, Österreich etc. ins Heimatland, um die Ferien dort zu verbringen.

Politisch gesehen ist die Sprache eine sehr komplizierte Angelegenheit in Bosnien und Herzegowina und die offizielle Sprachregelung ein großes Hindernis im Friedensprozess um die Erhaltung des Ganzheitstaates. Nach dem Dayton Peace Agreement (praktisch die vorläufige – derzeit gültige Verfassung) gibt es in Bosnien und Herzegowina drei konstituierende Völker und damit auch drei Sprachen: Bosnisch, Kroatisch, Serbisch. Die Unterschiede zwischen diesen drei südslawischen Sprachvarianten sind gering und eine Verständigung untereinander ist problemlos möglich. Am ehesten könnte es mit dem Unterschied zwischen Englisch und Amerikanisch verglichen werden.

In der Föderation benutzen die Bosniaken und die Kroaten die lateinische Schrift, während in der Republika Srpska kyrillisch geschrieben wird.

Es sind Tendenzen der einzelnen Bevölkerungsgruppen vorhanden, durch die jeweilige Sprachvariante ihre nationale Identität zu unterstreichen. So benutzen die Kroaten im Westen des Landes die Variante der in Kroatien verwendeten Schriftsprache. Die Bosniaken und die Kroaten verwenden die sogenannte „Ijekavica“, die Serben bis anhin auch, wobei in der Republika Srpska Bemühungen da sind, die serbische Schriftsprache zu benutzen, die sogenannte „Ekavica“ (obwohl die Leute bis dahin „ijekavisch“ sprachen). Das heißt ein Wort wie z. B. Milch heißt auf serbisch „mleko“ (bzw. млеко in kyrillischen Buchstaben) und auf kroatisch/bosnisch „mlijeko“ (in lateinischen Buchstaben).

Relativ schwerfällig kommt die bosnische Variante zu ihrer Realisierung im Alltag, zumal sie relativ spät standardisiert wurde und nur von der bosnischen Oberschicht zur Zeit der osmanischen Herrschaft benutzt wurde. Hingegen haben sich viele sogenannte „Turzismen“ eingebürgert, wie z. B. djezva= Kaffeekessel, čilim (gespr. tschilim) = Teppich.

Trotz der Ähnlichkeit der Sprachen wird das Recht auf die Nutzung der jeweils eigenen Muttersprache sehr ernst genommen und ist politisch von großer Tragweite. Alle offiziellen Papiere müssen somit in alle drei Sprachvarianten übersetzt werden, Schulbücher werden in allen Sprachen gedruckt etc.

Kaufen[Bearbeiten]

Offizielles Zahlungsmittel ist seit Sommer 1998 die Konvertible Mark (KM), die 1:1 an die Deutsche Mark und dementsprechend zum D-Mark-Kurs von 1,95583 KM für einen Euro an die europäische Währung gebunden ist. Allerdings wird vielerorts auch die Zahlung direkt in Euro akzeptiert. Der Geldumtausch ist in den größeren Orten problemlos möglich. Bankautomaten (Maestro Card) gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt. Das Bezahlen mit Kreditkarten und das Bezahlen mit Maestro Card/EC-Karte ist nur in den Städten und nur in großen, modernen Geschäften und Restaurants möglich und relativ unüblich.

Küche[Bearbeiten]

Die bosnische Küche ist sehr reichhaltig und abwechslungsreich. Hauptbestandteile sind gegrilltes Fleisch, Cevapcici, Burek, Salate und eine Vielzahl von österreichischen und orientalischen Süßpeisen. Es gibt mittlerweile jedoch auch – besonders in den Städten – viele internationale Restaurants.

Die bosnische Küche ist sehr schmackhaft und weitestgehend naturbelassen. Fast Food existiert fast gar nicht. In Bosnien wird viel und gern gegessen. Als Tourist kann man sich in jedem Lokal bedenkenlos niederlassen, auch wenn die sanitären Anlagen vielerorts sehr zu wünschen übrig lassen. In den Altstädten sollte man unbedingt eine der zahlreichen Cevabdzinicas besuchen. Dort gibt es original Cevapcici aus Rind- und Lammfleisch sowie Sudzukice – gegrillte Würstchen aus Lammfleisch. Es gibt auch ausgezeichnete Konditoreien, die oft noch nach alter österreichischer Tradition backen.

Der Kaffee (Kava) ist vielerorts türkischer Mokka oder Espresso. Doch auch hier kann man mittlerweile Cappuccino bekommen. Filterkaffee ist gänzlich unbekannt. Es gibt sehr gute bosnische Biere, allen voran Preminger aus Bihać, das den 4. Rang in einem europäischen Bierwettbewerb erreicht hat.

Nachtleben[Bearbeiten]

In den größeren Städten Bosnien-Herzegowinas kann man gut ausgehen, in Sarajevo und anderen Städten gibt es unzählige Cafés und Discos. Im Sommer scheint sich die Stadtbevölkerung aufgrund der Saisonheimkehrer fast zu verdoppeln. So sind die Orte sehr lebhaft und überall in den Straßencafés tummeln sich junge Leute.

Panorama von Trebinje

Unterkunft[Bearbeiten]

Bosnien-Herzegowinas Städte bieten viele Übernachtungsmöglichkeiten, so z. B. Banja Luka, Trebinje, Bihać, Livno und nicht zuletzt Sarajevo. Mancher private Hausbesitzer bietet Zimmer und gastfreundlichen Umgang zu erschwinglichen Preisen an.

In Bihać gibt es mittlerweile wieder einige Hotels, die geöffnet haben. Aber auch die privaten Unterkünfte sind zu empfehlen. Gastfreundschaft wird hier sehr groß geschrieben.

Trebinje hat sich in den letzten Jahren zur Touristenhochburg hochgearbeitet. Das liegt daran das dieses wunderschöne Städtchen im Drei-Länder Eck zu Kroatien (Dubrovnik 25 km) und Montenegro (Herceg Novi 45 km) liegt und eine perfekte Ausgangslage für den Urlaub bildet und doch um ein vielfaches günstiger ist als die Küstenorte Dubrovnik und Herceg Novi und obwohl die Stadt kulturell auch einiges zu bieten hat. Man nennt Trebinje auch die Stadt des Honigs, Weines und der Platanen. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Lernen[Bearbeiten]

Universitäten gibt es in Banja Luka, Mostar, Zenica, Tuzla und Sarajevo mit teilweise langer Tradition, beispielsweise wurde die Universität von Sarajevo 1531 gegründet. Wobei auch Universitäten Schwerpunkte haben, als Beispiel Tuzla, als ehemals größte Industriestadt des Balkans, hat den Schwerpunkt auf den Ingenieurswissenschaften und der Medizin.

Arbeiten[Bearbeiten]

Auch wenn sich die Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina stetig erholt, schätzt man die Arbeitslosenquote auf etwa 40 Prozent. Das Pro-Kopf-BIP liegt bei ca. 1.500 Euro. Die Korruption ist ein großes Problem des Landes und es wird geschätzt, dass 50 % jeglicher Wirtschaftsaktivitäten auf dem Schwarzmarkt stattfinden, was wiederum die hohe Arbeitslosenquote relativiert.

Feiertage[Bearbeiten]

Es wird eine Neuregelung der Feiertage angestrebt, bisher gelten landesweit folgende Feiertage:

Termin Name Bedeutung
1. März Unabhängigkeitstag Erklärung der Unabhängigkeit im Referendum 1992
25. November Konstituierung der „Volksrepublik Bosnien-Herzegowina“ als Teil der neuen Föderalen Volksrepublik Jugoslawien 1945)
21. November Friedenstag Inkrafttreten bzw. Paraphierung des Friedensabkommens von Dayton

Die Feiertage der Teilrepubliken Republika Srpska und der Föderation Bosnien und Herzegowina sind dort verzeichnet.

Sicherheit[Bearbeiten]

Wegen nach wie vor bestehender Minengefahr rät das deutsche Auswärtige Amt davon ab, die Straßen zu verlassen. Ferner sind Nachtfahrten durch das Land nicht ungefährlich. Nach UN-Angaben sind bis zu 4 Millionen Landminen verlegt worden. Dazu kommt eine große Anzahl an Blindgängern, sogenannte UXO (engl. für unexploded Ordnance). Informationen hierzu findet man hier Mineaction.org.

Vor Wanderungen oder ähnlichem sollte man unbedingt den Rat von Einheimischen einholen. Man sollte den Rat aber mit Vorsicht genießen da es auch immer wieder Unfälle mit Minen gibt in denen Einheimische verwickelt sind. Man muss jedoch fast überall damit rechnen, dass einem vom Wandern abgeraten wird. Aus Sicherheitsgründen sollte man immer auf befestigten Wegen bleiben.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt zwar, muß jedoch vor Ort ggf. in einen ortsüblichen Behandlungsschein umgetauscht werden, was kurzfristig schwierig sein kann. Manche deutsche Krankenkassen empfehlen daher noch einen Auslandskrankenschein vorab zu beantragen. Österreicher beschaffen sich einen Auslandsbetreuungsschein.

Die medizinische Versorgung ist ausreichend, aber nicht überall auf gewohntem Standard. Die Universitätsklinik in Sarajevo ist sicherlich die erste Wahl. Medikamente für den persönlichen Bedarf sollten mitgeführt werden. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholschutz wird empfohlen.

Schutzimpfungen: Empfehlenswert ist (wie auch in Deutschland) der Schutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung) und Hepatitis A, bei Aufenthalten über vier Wochen oder besonderer Exposition (Trekkingtouren etc.) auch gegen Hepatitis B, Tollwut und FSME (Frühsommermenigoencephalitis).

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Bosnien und Herzegowina ist zur Küste hin mediterran. Die Sommer sind teilweise sehr heiß (bis zu 43 °C) und im Winter ist es kalt.

Respekt[Bearbeiten]

An Touristen werden keine besonderen Erwartungen diesbezüglich gestellt. Als Ausländer sollte man sich jedoch keinesfalls in nationalistische Diskussionen verwickeln lassen. Da in Bosnien drei Glaubensrichtungen vertreten sind, sollte man auch in Glaubensfragen sehr zurückhaltend sein. Die Wunden des Krieges sind noch nicht verheilt und es gibt kaum jemanden, der nicht ein Opfer des Krieges in der Familie zu beklagen hat.

Die Vorstellungen von Sitte und Anstand sind in Bosnien und Herzegowina sehr hoch. Man wird kaum sehen, dass sich Leute öffentlich küssen oder sonstige Zärtlichkeiten austauschen. Auch der Alkoholkonsum auf offener Straße ist zwar nicht verboten, unter Einheimischen jedoch absolut unüblich. Die Einwohner von Bosnien und Herzegowina sind überwiegend sehr gastfreundlich, doch es muss hier auch ausdrücklich auf die Gefahr von Betrügern hingewiesen werden. Oft wird gebettelt, obwohl dies nicht erlaubt ist und geahndet wird. Es liegt im Ermessen jedes Einzelnen, etwas zu geben. Wenn Sie als Ausländer eingeladen sind, ist es üblich die Schuhe vor dem Betreten der Wohnung auszuziehen.

In den größeren Orten leben starke Minderheiten von bosnisch-herzegowinischen Sinti und Roma, die oft unter erbärmlichen Verhältnissen leben. Hinzu kommen etwa noch 500.000 Binnenflüchtlinge und Kriegsverletzte, die oft nicht vom kaum existierenden sozialen Netz gehalten werden.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Neben Münzfernsprechern in den größeren Städten ist eine gute GSM-Abdeckung gegeben. Internetcafés gibt es mittlerweile ebenfalls in den größeren Städten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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