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Pompeji

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Pompeji
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Pompeji war eine römische Stadt der Antike in der Nähe des heutigen Neapel, an der Mündung des Sarno und am Fusse des Vesuv gelegen. Durch einen Vulkanausbruch kam es zur Verschüttung der Stadt, deren Ruinen heute eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Geschichte des römischen Reichs darstellen.

Karte von Pompeji

Hintergrund[Bearbeiten]

Am 24. August 79 n.Chr. brach der Vesuv aus und bedeckte die an seinem Fuß gelegene mehrere Jahrhunderte alte römische Stadt Pompeji unter einer dicken Schicht aus Vulkanasche und Bimsstein, so dass der Zustand vieler öffentlicher Gebäude und Wohnhäuser bis heute konserviert wurde.

Die Stadt wurde Ende des 7. Jhdt. v.Chr. in der Nähe der Mündung des Sarno gegründet und von Oskern, Etruskern und Samniten bewohnt. Nachdem die Region Kampania im 6. Jhdt. v.Chr. noch unter Einfluss der Griechen gestanden hatte, gelangte die Stadt unter Einfluss der Samniten, wie auch der restliche samnitische Städtebund musste sich auch Pompeji 290 v.Chr. dem römischen Reich anschließen.

Im Jahre 62 n.Chr. kam es durch ein Erdbeben zu Schäden an Gebäuden der Stadt Pompeji, man war teils noch daran, diese Schäden zu beheben, als es 79 n.Chr. zum verheerenden Ausbruch des Vesuv kam. Nach der ersten Phase der Vulkanaktivität hatte schon ein Großteil der Einwohner die Stadt verlassen, als ein weiterer Ausbruch mit Asche- und Bimssteinregen die Stadt definitiv verschüttete; vom aus dem Lateinunterricht her bekannten Plinius d.Jüngeren, dem Neffen des römischen Schriftstellers Plinius d.Älteren besitzen wir einen ausführlichen Augenzeugenbericht vom Untergang der Stadt.

Nachdem im 16. Jhdt. erste Kunstgegenstände und Münzen gefunden worden waren, wurden nach 1738 erste Grabungen durchgeführt, bei denen es vor allem darum ging, dem Erdboden Skulpturen und Gold- und Silberschätze zu entreißen. Nachdem zunächst viele historische Spuren zerstört worden waren, wurden gegen Ende des 18. Jhdt. erstmals systematische konservierende Ausgrabungen durchgeführt.

Heute ist Pompeji als Ausgrabungsstätte und Freilichtmuseum eines der bevorzugten Reiseziele an der römischen Antike Interessierter. Leider kam es in den letzten Jahren durch Erdbeben, Verwitterung, Niederschläge und auch Vandalismus immer wieder zu Schäden an der antiken Substanz, mit deren Unterhalt die chronisch unterfinanzierte Antikenbehörde personell und finanziell überfordert ist. Teile des Ausgrabungsgeländes sind daher für Besucher gesperrt.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächst gelegener Flughafen ist derjenige von 1 Neapel (IATA: NAP).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Von Neapel aus mit der Circumvesuviana auf der Linie Neapel - Sorrento, 1 Haltestelle Pompei Scavi - Villa dei Misteri, Fahrten alle 30 Minuten, Dauer etwa 45 Minuten. Preis der Rückfahrkarte (Stand November 2011): 2,80 €. Der Eingang des archäologischen Parks Porta Marina ist ca. 50 m von der Bahnstation entfernt, wegen der Treppenstufen hinauf zum Forum für Rollstuhlfahrer nicht geeignet.

Von Neapel aus ebenfalls mit der Circumvesuviana auf der Linie Neapel - Poggiomarino bis zur Haltestelle 2 Pompei Santuario oder vom Bahnhof 3 Pompei an der Linie Neapel - Salerno der Trenitalia zum Eingang an der Piazza Anfiteatro ist der Fussmarsch ein wenig länger.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Autobahn A3 Neapel - Salerno - Reggio di Calabria aus ist das Ausgrabungsgelände von Pompeji direkt von der Symbol: AS Pompei Ovest erreichbar. Recht teure kostenpflichtige Parkmöglichkeiten bestehen westlich in der Nähe des Zugangs zum Parco archeologico an der Porta Marina.

Mobilität[Bearbeiten]

Hauptstrassen in Pompeji

Im Ausgrabungsgelände ist man zu Fuß unterwegs. Das Gehen auf den alten römischen Straßen ist jedoch ermüdend, insbesondere in der Hitze des Sommers.
Für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer, sowie Menschen mit Gehbehinderung ist der Besuch von Pompeji nur bedingt geeignet, vom östlichen Eingang an der Piazza Anfiteatro ist ein rollstuhlgängiger Weg ausgezeichnet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Scavi di Pompei, Via Villa dei Misteri 2. Geöffnet: 08.30-19.30h (-17.00h 1.Nov.-31.März), Kassenschluss 15.30/18.00h. Preis: 15€ Erwachsener , 2€ Eu-bürger zwischen 18-25 Jahren und freier Eintritt für <18 Jahre (Stand 09/2019); (Stand Feb 2019) 20.00/10.00€ Dreitagespass für alle 5 Ausgrabungsstätten, Audioguide Depot 5.00€.

Panorama: Du kannst das Bild horizontal scrollen.
Pompeii Forum Panorama.jpg

Vorschlag für einen Rundgang ausgehend vom Eingang an der Porta Marina:

Via Marina - Forum
Forum: Basilica
  • die Via Marina (im Plan gelb) (die sich in der Via dell'Abbondanza fortsetzt, welche die Stadt in West-Ostrichtung durchzieht) führt durch das Stadttor 1 Porta Marina vorbei an den Resten des 2 Venus - Tempels (Tempio di Venere) und der 3 Basilica zur Rechten und den Ruinen des 4 Apollotempels (Tempio di Apollo) aus dem 2. Jh. v.Chr. zur Freifläche des 5 Forums. Auf diesem Platz hatte sich ein Grossteil des öffentlichen Lebens abgespielt.
  • an der Nordseite des Forums finden sich die Ruinen des 6 Jupiter - Tempels, an der Ostseite das repräsentative 7 Gebäude der Eumachia und nördlich das 8 Macellum, in dieses Gebäude wurden die früher auf dem Forum abgehaltenen Marktaktivitäten verlegt.


Via del Foro - Via Consolare - Nekropole - Villa dei Misteri
Via consolare
  • auf der Via del Foro (im Plan pink) gelangt man auf die 9 Via delle Terme, welcher man nach Westen folgt und auf die Via Consolare gelangt. Durch das Stadttor 10 Porta di Ercolaneo im Nordwesten gelangt man auf der 11 Via delle Tombe entlang von eindrücklichen monumentalen Grabmalen zu ausserhalb der Stadtmauern gelegenen Villen, von denen vor allem die 12 Villa dei Misteri zu erwähnen ist. Zahlreiche Räume der Villa sind mit Fresken ausgemalt, eine Darstellung der Dionysischen Mysterien hat dem Gebäude zu seinem Namen verholfen.


Nordostquartier Via Consolare - Via della Fortuna - Via del Vesuvio
Bäckerei
  • im Nordostquartier zwischen der Via Consolare, der in West-Ostrichtung verlaufenden Via della Fortuna (im Plan schwarz) und der 13 Via del Vesuvio (im Plan rot) findet sich in der sogenannten Regio VI ein Wohnquartier mit einfachen Häusern, Ladengeschäften und Garküchen und dazwischen immer wieder auch repräsentablen Bauten, Wohnhäusern mit einem Innenhof, welche oft mit mehr oder weniger geschmackvollen Fresken ausgestattet sind.
In der 14 Casa del Poeto tragico, dem Haus des Tragödiendichters mit einer Darstellung einer Theaterprobe findet sich auch das berühmte Mosaik Cave canem (Hüte Dich vor dem Hunde...) Die 15 Casa della Fontana piccola wartet mit einem kleinen Nyphäum mit einem Brunnen auf. Weiter an der Strasse liegen die 16 Casa del Meleagro und die 17 Casa di Apollo mit Fresken mit Darstellung aus dem Leben Apolls, eine Statue von Apollo und einem Faun auf der Firschjagd wurde ins archäologische Museum nach Neapel verbracht.
  • in der Parallelstrasse liegen das 18 Haus des Fauns (Casa del Fauno) mit einer Bronzestatue eines Fauns im Impluvium, in dem auch das berühmte Alexandermosaik mit der Darstellung der Schlacht zwischen Alexander dem Grossen und Darius (heute ebenfalls im Museum in Neapel) gefunden wurde. Ein Häuserblock weiter liegt das 19 Haus der Vettier, im eher bescheidenen Gebäude sticht ein Saal mit besonders sorgfältig ausgeführten Malereien, vor allem erotischen Darstellungen, hervor.
Die Via Vesuvio endet an der nördlichen Stadtmauer bei einem Grabmahl und den Anlagen zur Wasserversorgung, überall entlang der Hauptstrassen sind die Brunnen mit originellen Wasserspeiern anzutreffen.
In den Wohngebieten finden sich immer wieder Ladenlokale (mit einem kleinen Verkaufs- und Vorratsraum im Untergeschoss), Bäckereien mit den eindrücklichen Getreidemühlen und Backöfen und Garküchen mit ihren Verkaufstheken mit Löchern, in denen die Gefässe mit den Waren gestanden haben.


Via Stabiana - Theaterviertel
grosses Theater
  • von der 20 Kreuzung geht die Via Nola (im Plan blauviolett) zwischen noch teils nicht freigelegten Bereichen ostwärts zur 21 Porta Nola ab.
  • die Via Stabiana (im Plan rot) verläuft als Fortsetzung der Via del Vesuvio südwärts. Vorbei an den 22 Terme Stabiane mit grosszügigen Umleideräumen, Warm- und Heissbad und einem Schwimmbecken; das 23 Lupanar, das altrömische Bordell mit obszönen Malereien, Preisangaben und Arbeitsstätten der Prostituierten liegt gleich in der Nähe in einer Seitenstrasse.
  • etwas südlich gelangt man zum Theaterbezirk. Nördlich des Theaters liegt ein 24 Isis-Heiligtum, die Kultstätte für die ägyptischen Gottheiten wurde im 2. Jh. v.Chr. errichtet, östlich davon schliesst sich ein wahrscheinliches Asklepiosheiligtum an.
  • südlich liegt das 25 grosse Theater mit einer vorgelagerten Säulenhalle; das ursprüngliche Theatur wurde in augusteischer Zeit und vor allem nach dem Erdbeben von 62 n.Chr. umgestaltet. Ummittelbar daneben liegt das 26 kleine Theater oder Teatrum tectum, welches überdacht war und wohl auch für Versammlungen genutzt werden konnte.
  • im Westen schliesst sich das Forum triangolare an, welches wohl vor Errichtung der grossen Palästra als Sportstätte diente und auf dem auch ein Heiligtum errichtet wurde.


Via dell'Abbondanza - Vicolo dei Fuggiaschi
Garten der Flüchtlinge
  • Auf der Via dell'Abbondanza (im Plan grün) gelangt man entlang weiterer Wohn und Geschäftsgebäude zum Viertel mit dem Amphithater.
  • In der Casa della Nave Europa fand sich neben Vorratsgefässen mit Resten von Lebensmitteln ein Graffito, welches ein Schiff mit dem Namen "EUROPA" darstellt, damals Name einer mythischen Figur und noch nicht derjenige eines Kontinents.
  • der Vicolo dei Fuggiaschi führt zum 27 Orto der Fuggiaschi. Hier finden sich Gipsausgüsse von Flüchtlingen, welche vom Ascheregen eingeholt wurden und verzweifelt Schutz suchten. Im vulkanischen Material blieben die von den Körpern gebildeten Höhlen nach deren Zerfall erhalten und konnten von den Archäologen mit Gipsausgussmaterial gefüllt werden.


Sportanlagen und Amphitheater,
Amphitheater
  • Im Südosten der Stadt liegt der riesige von einer Säulenhalle umgebene Sportplatz 28 Palestra grande und gleich benachbart das riesige Amphitheater, welches für Gladiatoren- und Tierkämpfe hergerichtet war. Aufgrund von Inschriften in der Stadt ist sogar das "Theaterprogramm" mit Namen der mitwirkenden Gladiatoren bekannt.
  • Nahe der Stadtmauer an der Südostecke mit ihren Wehrtürmen findet sich eine weitere 29 Nekropole, ein Gebiet mit Monumentalgräbern.
  • Von dort aus kehrt man durch die Porta Nocera auf der Via Nocera auf die Hauptstrasse Via dell'Abbondanza zurück, welche zum Forum und weiter zur Porta marina führt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Am Eingang gibt es einen kleinen Buchshop mit Büchern; Postkarten und Andenken, ebenso werden im Schnellrestaurant in der Nähe des Forums Andenken angeboten.

Küche[Bearbeiten]

In der Nähe des Forums gibt es ein kleines sauberes Schnellrestaurant mit annehmbaren Preisen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Ausgrabungsgebiet wird abends geschlossen, das Nachtleben findet eher im modernen Städtchen Pompei statt, wobei viele Besucher nach Neapel oder Salerno zurückkehren werden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Im Ausgrabungsgebiet selbst gibt es keine Unterkünfte, im modernen Städtchen Pompei aber etliche Hotels.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Informationen erhält man an den Eingängen Porta Marina, Piazza Esedra und Piazza Anfiteatro.

Die wildlaufenden Hunde gehören zum Ausgrabungsgebiet von Pompeji einfach dazu, für sie können Patenschaften übernommen werden, die Hunde sind aber nicht herrenlos.

Bei Ausflügen in das Ausgrabungsgebiet sollte auf gute Kopfbedeckung und Sonnenschutz geachtet werden, da die Sonne die Ruinen unbarmherzig aufheizt. Trinkwasserbrunnen sind am Gelände vorhanden, eine Möglichkeit zum Kauf von Getränken nur in einem am Gelände vorhandenen Cafe möglich.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • für archäologisch Interessierte Besuch der ebenfalls beim Vulkanausbruch des Vesuv untergegangenen "Schwesterstadt" Herculaneum, die Villa di Poppea in Oplontis, dem heutigen Torre Annunziata, die Villen von Stabiae im heutigen Castellammare di Stabia und die römische Villa in Boscoreale.
Mehr dazu...
  • nicht weit sind die gewaltigen Ausgrabungen der griechischen Tempelanlagen von Paestum, welche über die Autobahn nach Salerno in Reichweite gerückt sind.
  • Besuch der Amalfiküste

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • http://www.pompeiisites.org/ – Offizielle Webseite von Pompeji in ital. (mit interaktiver Karte) und engl.
  • Die Liste von Gebäuden in Pompeji der WP hilft zur Orientierung in der Stadt und zum Aufsuchen speziell interessierender Gebäude und Fresken.
  • Webseite der Kulturinitiative Phoenix Pompeji, die gegenwärtig Gelder für Schutzdächer zusammenträgt. Sie sollen Grabbauten der Nekropole vor der Porta Nocera in Pompeji schützen.
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