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Gotthardpass

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Passhöhe am Gotthardpass
Gotthardpass

Der Gotthardpass führt als einer der wichtigsten alpenquerenden Nord-Südübergänge in der Schweiz von Altdorf (resp. Göschenen im deutschschweizer Kanton Uri nach Airolo resp. Biasca im Kanton Tessin, ins italienische Sprachgebiet der Schweiz.

Die Fahrzeiten vom Gotthard-Nordportal nach Basel beträgt ca. 2 Stunden, nach Zürich ca. 1 1/2 Stunden, ohne Stau wird der Gotthardtstrassentunnel in ca. 15 Min. passiert, vom Gotthardsüdportal bei Airolo bis zur Landesgrenze bei Chiasso mit knapp 1 1/2 Stunden mit nach Mailand mit einer weiteren halben Stunde.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gotthard-Hospiz

Der bereits in römischer Zeit bekannte Alpenübergang wurde in der Antike wenig benutzt, da die Passhöhe von Süden kommend zwar recht gut überwunden werden konnte, die nördlichere Schöllenenschlucht zwischen Andermatt und Göschenen aber praktisch unüberwindbar war.

Nachdem im Mittelalter die Schöllenenschlucht passierbar gemacht werden konnte, erlebte der Pass dank Tunnelbauten einen enormen Aufschwung. Er ist heute der wichtigste Alpenübergang der Schweiz in Nord-Südrichtung, sowohl auf Strasse als auch Schiene.

Der Gotthard-Strassentunnel als zweispurige richtungsgetrennte Autostrasse ist ganzjährig befahrbar. Bei den häufigen Staus infolge Verkehrsüberlastung und unfallbedingten Tunnelsperrungen kann in den Sommermonaten auf die landschaftlich reizvollere gut ausgebaute Gotthard - Passstrasse ausgewichen werden. Im Gegensatz zur Schöllenenstrasse Göschenen-Andermatt unterliegt die Gotthard - Passstrasse der Wintersperre.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Teufelsbrücke
Säumerkolonne beim Urnerloch, 1790
Bau der 2. Teufelsbrücke 1833

Der den Römern als "Mons Adula" bekannte Pass wurde wegen der praktisch unbezwingbaren Schöllenenschlucht im Nordabschnitt kaum genutzt, allenfalls konnte nach Überwinden der Passhöhe ab Andermatt in Richtung Furka und Oberalp auf Saumpfaden weitergereist werden. Als alpenquerende Übergänge hatten in römischer Zeit der Septimer-, Splügen-, Julier-, Reschen- und Brennerpass viel grössere Bedeutung.

Mit dem Bau der hölzernen Twärrenbrücke und dann der Teufelsbrücke zwischen Andermatt und Göschenen um 1220/1230 und der Errichtung des "Stiebenden Stegs" mit an Tragjochen entlang der Felswände aufgehängten Holzbrückenelementen konnte die Schöllenenschlucht endlich überwunden werden; um 1595 wurde dann die erste steinerne "Teufelsbrücke" errichtet. Da die Twärrenbrücke 1707 von einem Hochwasser weggerissen wurde, wurde 1707/08 vom Festungsbaumeister Pietro Morettini ein 64 m langer Tunnel durch den Felsen geschlagen, das "Urnerloch" ermöglichte es, die kritische Stelle zu umgehen.

1820 wurde die heute noch bestehende zweite Teufelsbrücke erbaut, 1958 mit zunehmender Intensität des alpenquerenden Autoverkehrs die dritte Teufelsbrücke und der anschliessende Tunnel erbaut. Auf der Südrampe war die "Tremola", die Passstrasse mit ihren zahlreichen Haarnadelkurven eine Engstelle. Mit der Eröffnung des Strassentunnels 1980 und Strassenbau auf der Südseite mit einer völlig neuen Linienführung konnte die Kapazität für den Strassenverkehr vervielfacht werden. Trotz Volksentscheidungen gegen die Zulassung von 40 Tonnen-Lastwagen und Beschränkung des alpenquerenden Verkehrs durch die Alpeninitiative hat der alpenquerende Lastwagenverkehr am Gotthard masiv zugenommen. Da die Sanierung des existierenden Strassentunnels eine Totalsperrung über mehrere Jahre nach sich ziehen würde, wird im Schweizer Parlament die Errichtung einer zweiten Röhre diskutiert, welche allerdings aufgrund der Bestimmungen der Alpenschutzinitiative auch nach dem Vollausbau nur einspurig betrieben werden dürfte.

Abwechselnd mit der Strasse hatte im Alpenverkehr immer wieder auch die Schiene die Nase vorn: nachdem die ab 1830 verkehrenden Gotthardpostkutschen nur vergleichsweise wenig Reisende transportieren konnten, änderte sich die Situation mit dem Durchstich des Gotthardtunnels unter Louis Favre 1872/82, bei dem zahlreiche italienische Mineure ihr Leben verloren. Über einige Jahrzehnte überwog die Zahl der Bahnreisenden und es wurde ein Autoverlad durchgeführt. Aufgrund der unhaltbaren Situation durch den Lastwagenverkehr wurde vom Schweizer Volk dem Bau der NEAT, der Neuen Alpentransversale mit einem knapp 60 km für Hochgeschwindigkeitszüge ausgelegten Gotthardbasistunnel zwischen Erstfeld und Bodio zugestimmt, der Durchschlag am Gotthardbasistunnel erfolgte am 15.10.2010 und die Eröffnung ist 2016 vorgesehen.

Regionen[Bearbeiten]

Während das Urnertal bekannt ist für seine schroffen Abhänge und die Föhnstürme zieht das Tessin als "Sonnenstube" der Schweiz mit seinem oft viel wärmeren und sonnigeren Wetter an der Alpensüdseite viele Wochenend- und Feriengäste an, was sich an den regelmässigen Staus am Gotthard bemerkbar macht.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

im Gotthard - Strassentunnel
  • nicht nur für Ferienreisende, sondern auch für Handelsgüter, auf der Nord-Süd-Achse zwischen Deutschland und Italien stellt der Gotthardpass den am besten ausgebauten Alpenübergang der Schweiz dar. Die enorme Zunahme des Strassenverkehrs in den letzten 40 Jahren hat dazu geführt, dass es fast täglich auf der Gotthardautobahn A2 zu Verkehrsstaus kommt.
Die Staugefahr ist besonders hoch an Freitag- und Samstagabenden sowie vor Feiertagen und an Tagen von Schulferienbeginn in bevölkerungsreichen deutschen Bundesländern und Schweizer Kantone in Nord-Südrichtung (vor dem Tunnelportal in Göschenen) und an Sonntagabenden und Oster- und Pfingstmontagabend sowie am Ferienende in Süd-Nord-Richtung vor dem südlichen Tunnelportal in Airolo, wenn die doppelspurige Autobahn in den einspurigen Strassentunnel übergeht.
Mit Stau am Gotthardtunnel muss ganztags gerechnet werden, wenn das auch am Wochenende geltende Schwerverkehrsfahrverbot beendet ist und die rechte Fahrspur praktisch vollständig von Brummis eingenommen wird. ?Praktisch staufrei sind nur noch die Nachtstunden unter der Woche, ab 22 Uhr bis 5 Uhr.
Über die Stausituation informieren Verkehrsmeldungen im 1. Programm des Schweizer Radios (SRF 1) jeweils knapp vor der vollen und halben Stunde.
Im Gotthardtunnel wird mit maximal 80 km/h gefahren, diese Geschwindigkeit sollte dann auch eingehalten werden. Es existieren Sicherheitsnischen und ein Fluchtstollen, über den im Falle eines Unfalls mit Rauchentwicklung im Tunnel aus der verqualmten Tunnelröhre entwichen werden kann. Im Gotthardtunnel wird auf den Frequenzen der 1. Programme des Schweizer Radios SRF in allen drei Landessprachen ein Programm übertragen, in dem bei Bedarf Sicherheitsmeldungen und Hinweise zum Verhalten in einem Notfall ins laufende Programm eingeblendet werden können.
Da die Tunnelpassage ca. 15 Min. dauert, sollte man bei Anzeichen aufkommender Müdigkeit unbedingt vorher eine Pause einlegen und ggf. ein Nickerchen gemacht werden. Lebensgefahr droht, wenn ein Automobilist einnickt und auf die Gegenfahrbahn gerät, die meisten schweren Tunnelunfälle sind durch solch vermeidbaren "Sekundenschlaf" bedingt. Personen mit Tunnelangst sollten auf die Passstrasse ausweichen, im Falle einer Panik ist es absolut verboten, im Tunnel zu wenden (und ebenso, in den Notfallnischen zum Picknick zu halten, was auch schon vorgekommen ist...).
Bei Stau werden die Einfahrten von Göschenen und Airolo von der Polizei gesperrt, um es "Schlawinern" zu verunmöglichen, den Stau auf der Landstrasse zu umfahren und sich unmittelbar vor dem Tunnelportal wieder auf die Autobahn zu quetschen. Ebenfalls verboten ist es, auf der Autobahnraststätte oder gar auf dem Pannenstreifen die stehende Autokolonne rechts zu überholen und vor dem Tunnel wieder hineinzudrücken, leider sehen hier immer wieder Fahrer mit einem grossen D am Fahrzeug (und auch einige Schweizer...) eine Chance, den anderen Automobilisten ein Schnippchen zu schlagen. Nicht selten steht dann ein netter Herr mit "Dächlikappe" am Strassenrand im Sichtschutz eines Gebüschs und zieht von den Fehlbaren eine saftige Busse ein...
Bei einer Staulänge von 4 km ist mit einem Zeitverlust von einer Stunde zu rechnen, bei 8 km verdoppelt sich die Zeit.
Möglichkeiten, den Stau zu umfahren ist im Sommer die Benutzung der Gotthard-Passstrasse (nicht zu empfehlen für schwach motorisierte Wohnmobile und Wohnwagengespanne) oder die Variante, die A13 über den San-Bernardino-Pass von Bellinzona nach Chur zu benutzen (vor allem bei Weiterreise in Richtung Bayern und Vorarlberg sinnvoll). Der Zeitverlust beträgt 30 - 60 Min. gegenüber der Gotthardroute.

Streckenverlauf Autobahn A2[Bearbeiten]

Kanton Uri / Alpennordseite[Bearbeiten]

Verzweigung Altdorf 36[Bearbeiten]

  • am Nordende des Vierwaldstättersees vereinigen sich die entlang des westlichen Seeufers (von Luzern durch den Seelisbergtunnel geführte Autobahn A2 (für Anreise aus Richtung Basel und auch Bern) und die Axenstrasse 2 / A4, welche als Verlängerung der Autobahn A4 welche von Zürich aus durch den Uetlibergtunnel vorbei an Cham und Schwyz geführt wird und ab Brunnen als nicht richtungsgetrennte Hauptstrasse mit etlichen Tunnels, Galerien und einigen Ortsdurchfahrten am rechten Vierwaldstätterseeufer verläuft.

Raststätte Gotthard Nord[Bearbeiten]

  • mit Tankstelle, Restaurant und kostenpflichtigen Toiletten (Kleingeld in Schweizer Franken bereit halten)
  • es folgt die Symbol: AS 37 Erstfeld und ein erster Tunnel

Abschnitt Amsteg - Göschenen[Bearbeiten]

  • nach der Symbol: AS 38 Amsteg beginnt der Anstieg, die Strecke führt durch zehn Tunnels, nach der Symbol: AS 39 Wassen zwei weitere Tunnels und dann die letzte Ausfahrt Symbol: AS 40 Göschenen.
  • in Göschenen besteht die Möglichkeit, in den schneefreien Monaten die ebenfalls gut ausgebaute Gotthard - Passstrasse zu benutzen (beispielsweise um beim Hospiz eine Rast einzulegen, auch für Fahrer mit Tunnelangst empfehlenswert)
  • bei Stausituationen vor dem Nordportal des Gotthardtunnel kann die Polizei die Einfahrt Göschenen in Fahrtrichtung Süd sperren, um das Umgehen des Staus auf der Autobahn durch Benutzung der Kantonsstrasse zu verhindern.

Gotthard - Strassentunnel Göschenen - Airolo, 17 km[Bearbeiten]

Gotthard-Strassentunnel, Nordportal
Gotthard-Strassentunnel, Südportal
  • die vierspurige Autobahn verengt sich vor dem Gotthard - Strassentunnel auf zwei Fahrspuren, was immer wieder zu Staus führt. Eine ampelgesteuerte Dosieranlage gibt abwechslungsweise einigen Personenwagen und dann wieder einem Lastwagen die Fahrt frei und verhindert, dass es im Tunnel selbst zum Stau kommt.
  • der Tunnel mit seinen zwei Fahrspuren ist als Autostrasse klassifiziert, mit doppelter Sicherheitslinie absolutes Überholverbot, maximale Geschwindigkeit 80 km/h, im Tunnel Radio auf das erste Programm des Schweizer Radios SRF einstellen und auf Sicherheitsdurchsagen achten.

Kanton Tessin (Ticino) / Alpensüdseite[Bearbeiten]

Abschnitt Airolo - Bellinzona Nord[Bearbeiten]

  • kurz nach dem südlichen Tunnelportal und der Symbol: AS 41 Airolo verläuft die Autobahn in der Talebene, versetzt zueinander liegen die Raststätten San Gottardo Sud zu beiden Seiten der Autobahn, hier Restaurant, Toiletten und Tankstelle. Nach der Symbol: AS 42 Quinto geht es auf der Südrampe mit vier Tunneln abwärts, nach der Symbol: AS 43 Faido folgt das Biaschina-Viadukt und der gleichnamige Tunnel und bei Biasca ist die Talsohle erreicht.
  • in Biasca beginnt der Lukmanierpass (Passo del Lucomagno], der wintersicher ausgebaute Pass nach Disentis in der Surselva und weiter nach Chur ist ein weiterer Alpenübergang, der bei Verkehrsüberlastung auf der Gotthard- und San Bernardino-Achse eine Alternative darstellt.

Verzweigung Bellinzona Nord 45[Bearbeiten]

  • nach wenigen Kilometern in der Ebene gelangt man zur Symbol: AS 45 Autobahnverzweigung Bellinzona Nord, hier erfolgt der Zusammenschluss mit der über den San Bernardino geführten A13. Die San-Bernardino-Passstrasse mit dem wesentlich kürzeren Scheiteltunnel ist grossteils als zweispurige Autostrasse geführt, bei Stau in Nord-Süd-Richtung können vor allem Reisende in die Nordostschweiz und Richtung Bayern hier mit nur wenig zusätzlichem Zeitverlust die Alpen überqueren.

Streckenverlauf Gotthard-Pass-Strasse 2[Bearbeiten]

Abschnitt Altdorf - Göschenen[Bearbeiten]

  • die eigentliche Gotthard-Passstrasse beginnt erst bei Göschenen, als Verlängerung der am rechten Vierwaldstätterseeufer geführten Axenstrasse 2 (über die historisch vor Eröffnung des Seelisbergtunnels der ganze Gotthardverkehr fliessen musste), führt die Kantonsstrasse 2 über Altdorf dem Fluss Reuss entlang ins Urner Oberland.
  • ab Altdorf führt der Klausenpass(17) über den 1952 m.ü.M. hohen Übergang in den Kanton Glarus nach Linthal
  • ab Erstfeld wird das Reusstal immer enger und die Steigung beginnt, bei Wassen feht die Strasse über den Sustenpass nach Westen ab und erreicht bei Innertkirchen/Meiringen das Berner Oberland.

Abschnitt Schöllenenschlucht, Göschenen - Andermatt[Bearbeiten]

Teufelsbruecken
3. Teufelsbrücke mit der roten Felsmalerei
  • bei Göschenen beginnt die Schöllenenschlucht, die 1958 erbaute Strasse mit der dritten Teufelsbrücke (am Eingang an der Felswand eine markante rote Teufelsdarstellung von H.Danioth) über die Reuss und dem folgenden Urnerloch-Tunnel wird auch im Winter offengehalten und erreicht nach etlichen Serpentinen die Hochebene von Andermatt.
  • vom Parkplatz beim Restaurant Teufelsbrücke kann auf einem Fussweg zur älteren zweiten Teufelsbrücke abgestiegen werden, von der ersten Teufelsbrücke sind noch einige Fundamentreste erhalten. Die erste Teufelsbrücke aus dem 16. Jhdt. war 1799 Schauplatz von Kämpfen zwischen Truppen von Napoleon und General Suworow und wurde dabei stark beschädigt.
  • Andermatt, welches mit seinem kürzlich ausgebauten Skigebiet und dem Luxusresort (und dem "The Chedi Andermatt", dem angeblich teuersten Hotel der Schweiz) im vom Ägypter Sawiris erbauten und Ende 2013 eröffneten Hotelkomplex von sich reden gemacht hat, liegt auf einer Hochebene und ist Kreuzungspunkt von drei resp. mit der Schöllenenstrasse vier Passübergängen. Hier beginnt die eigentliche Gotthardpassstrasse, der Oberalppass verbindet mit Disentis in der Surselva (Kanton Graubünden) und der Furkapass ab Hospenthal führt ins Wallis.

Abschnitt Andermatt - Airolo[Bearbeiten]

Gotthardhospiz
alte "Tremola"
alte "Tremola"
hinab ins Valle Leventina
  • die Gotthardpassstrasse beginnt bei Hospental und führt in einigen Kehren zur Passhöhe aus 2106 m.ü.M. hinauf.
  • auf der Passhöhe bei mehreren kleinen Seen liegt das Gotthardhospiz mit einem Restaurant und dem Gotthardmuseum. Ein Gotthardhospiz, in welchem Rom-Pilger Zuflucht suchen konnten, wurde bereits im 14. Jhdt. errichtet, das alte Gebäude wurde bei den Kämpfen zwischen napoleonischen und russischen Truppen 1799 zerstört und um 1830/38 wieder aufgebaut, 2005 wurde das Hospiz nach einem Architekturwettbewerb stark umgebaut.
In der Nähe liegt auch der Eingang zum Gotthard-Festungswerk, welches im Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Reduit errichtet wurde und nach Demilitarisierung 1998 heute zur Besichtigung offensteht.
  • auf der Südseite führt mach einer längeren Galerie / Tunnelpassage die 1967/77 errichtete neue Tremolastrasse ("Nouva Tremola") in etlichen Kehren hinunter nach Airolo.
  • als Strasse 561 ist auch die alte Tremola-Strasse zwischen der Passhöhe und Mooto Bertola noch erhalten, über deren Serpentinen sich über Jahrhunderte der Gotthardverkehr quälen musste. Auf dieser war zwar 1937/41 der Natur-Schotterbelag abschnittsweise durch einen Granit-Pflastersteinbelag ersetzt worden, den steigenden Ansprüchen des zunehmenden Autoverkehrs vermochte die Strasse schon bald nicht mehr zu genügen.

Eisenbahnverbindungen über den Gotthardpass[Bearbeiten]

"Chileli von Wassen"
Nordportal des Eisenbahntunnels

Gotthard - Bergstrecke[Bearbeiten]

  • die Gotthardbahn führt ab Luzern über Arth-Goldau und das rechte Ufer des Vierwaldstättersees, Altdorf und Erstfeld (hier grosse SBB-Werkstätten) zum Tunnelportal von Göschenen.
  • bekannt sind die beiden aneinander anschliessenden Kehrtunnel von Wassen, die Streckenführung führt dazu, dass die Kirche, das "Chileli von Wassen" abwechslungsweise dreimal am Eisenbahnwagenfenster vorbeizieht.
  • der 15 km lange Gotthard-Scheiteltunnel wurde 1872/1882 unter dem Ingenieur Louis Favre im Spreng- und Bohrvortrieb erstellt. Das Bauwerk wurde von Italien und dem Deutschen Reich mitfinanziert, der damals längste Tunnel der Walt galt als ingenieurmässige Meisterleistung. Weniger lobenswert waren die üblen Arbeits- und Wohnbedingungen der italienischen Mineure, was zu Arbeitsniederlegungen und einem Aufstand führte. Mit ziemlicher Kostenüberschreitung und ohne den 1879 verstorbenen Ingenieur Favre wurde der Tunnel 1882 eröffnet, die zweigleisige Strecke mit einem Scheitelpunkt auf der Höhe von 1151 m.ü.M. 1882 wird seither im Personen- und Güterverkehr intensiv genutzt.
Nach der Eröffnung des neuen Basistunnels der NEAT (Neuen Alpentransversale) im Juni 2016 wird die "Bergstrecke" in Zukunft wohl noch von Regionalzügen mit deutlich geringerer Frequenz bedient. Eine Würdigung als Welterbe wurde vorgeschlagen.
  • auf der Südrampe durchfährt die Gotthardbahn nach Faido nochmals zwei und nach Lavorgo gleich einen doppelten Kehrtunnel, bis die Streckenführung im flachen Gelände einfacher wird in Biasca erreicht wird. Die Züge fahren über Bellinzona, den Monte Ceneri-Tunnel, Lugano und den Grenzbahnhof Chiasso weiter nach Mailand.

Gotthard - Basistunnel (NEAT)[Bearbeiten]

Gotthardbasistunnel der NEAT
Gotthard - Basistunnel im Bau
  • nach der Zustimmung des Schweizer Volks in Abstimmungen zur "Neuen Alpentransversale" wurde neben dem Tunnelbau durch den Lötschberg eine Flachbahnlinie mit einem neuen Basistunnel durch das Gotthardmassiv geplant. 1999 konnte nach Vorbereitung der Baustellen mit dem Tunnelbau begonnen werden, die beiden mit Stollen verbundenen Tunnelröhren wurden 2010 resp. 2011 durchstochen und seither ausgebaut.
  • der Gotthard-Basistunnel ist 57 km lang und somit einer der längsten Eisenbahntunnel der Welt. Er soll mit Hochgeschwindigkeitszügen (bis 200 km/h im fahrplanmässigen Betrieb) für den Güter- und Personenverkehr befahren werden.
  • die Eröffnungsfeier findet unter Beisein internationaler Honoratioren am 1. Juni 2016 statt, am Wochenende 4./5. Juni ist die Bevölkerung zu Eröffnungsfesten an beiden Tunnelportalen eingeladen, es können Rundfahrten mit einem Weg über die bisherige Bergstrecke und eine Fahrt durch den neuen Basistunnel gebucht werden.
  • der fahrplanmässige Betrieb ist ab der Fahrplanumstellung am 11. Dez. 2016 im Regelbetrieb durch den neuen Basistunnel vorgesehen. Auf der Bergstrecke werden dann noch Regionalverkehrszüge in deutlich geringeren Frequenzen verkehren.
  • noch nicht ausgebaut ist der Monte Ceneri - Basistunnel für die Verbindung nach Süden, auch an den Hochgeschwindigkeits - Zufahrtsstrecken in Italien sowie in Deutschland sind die Bauarbeiten noch lange nicht abgeschlossen. Ebenfalls wurde auf den Ausbau einer "Zwischenstation" am Arbeitszugang, der "Porta Alpina" in Sedrun in der Surselva für den Publikumsverkehr aus Kostengründen verzichtet.

Die Direktverbindung Stuttgart - Mailand mit dem Cisalpino, der aufgrund der regelmässigen Verspätungen infolge des technisch unzuverlässigen und oftmals nicht suffizient gewarteten italienischen Neigezüge ETR-470 einen notorisch schlechtten Ruf hatte, wurden inzwischen eingestellt, weiterhin bestehen Direktverbindungen Zürich - Mailand, die Strecke wird in gut vier Stunden bewältigt.

Mit der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels wurde für Personenwagen der Autoverlad per Bahn von Göschenen nach Airolo aufgegeben und nur nach dem schweren Unfall im Gotthardtunnel vorübergehend nochmals aufgenommen. Im Rahmen der möglichen jahrelangen Schliessung des Gotthard-Strassentunnels während der Sanierung steht die Wiederaufnahme des Autoverlads auch für Personenfahrzeuge wieder zur Diskussion. Lastwagen resp. Lastwagenauflieger werden als "rollende Landstrasse" von Basel nach Chiasso auf der Schiene transportiert, um die Lastwagenflut im alpenquerenden Verkehr etwas einzudämmen. Aus Kostengründen wird weiterhin oft auf die Nutzung der Bahn verzichtet, auch wenn Lastwagen für die Beutzung der Schweizer Autobahnen eine kilometerabhängige Schwerverkehrsabgabe begleichen müssen.

Sicherheit[Bearbeiten]

für Strassentunnelbenutzer:

  • nie übermüdet in den Tunnel einfahren, das monotone Fahren mit 80 km/h ermüdet zusätzlich, es droht Lebensgefahr für sich selbst und andere!
  • bei Tunnel- / Platzangst Passstrasse benutzen
  • im Tunnel Lüftung auf "RECIRCULATION" einstellen, keine Zufuhr von Aussenluft, die Aussentemperatur steigt meist auf ca. 30°C an
  • maximale Geschwindigkeit von 80 km/h einhalten, auch nicht monoton immer langsamer werden (und dann einschlafen, der Mitfahrer soll wachhalten)
  • genügend Sicherheitsabstand einhalten, Überholen ist im Tunnel tabu (und wird dank Videoüberwachung auf der ganzen Strecke auch geahndet)
  • bei Panne nächste Sicherheitsnische aufsuchen; nur kleine Brände / Rauchentwicklungen selber zu löschen versuchen.
  • bei einem Brand im Tunnel Fahrzeug stehen lassen, über gekennzeichnete Ausgänge den mit Frischluft versorgten Fluchtstollen aufsuchen, auf keinen Fall versuchen zu wenden und rückwärts zu fahren!

Ausflüge[Bearbeiten]

  • entlang des Vierwaldstättersees führt die A2 am linken oder westlichen Ufer durch den Seelisbergtunnel und weiter nach Luzern, die Autobahnkreuze im Kanton Aargau und Bern und die Axenstrasse am rechten Vierwaldstätterseeufer über Brunnen und Schwyz in Richtung Zürich und Walensee / Sargans / Chur.
  • auf der Alpensüdseite gelangt man nach Bellinzona und dort aus nach Locarno an den Lago Maggiore und über den Monte Ceneri nach Lugano, nach Chiasso und nach Como am gleichnamigen See.
  • nur von der Gotthard-Passstrasse aus ist über Andermatt eine Weiterfahrt über den Oberalppass ins Bündner Oberland oder über den Furkapass ins Wallis möglich. Von Göschenen nach Andermatt besteht eine Regionalzugsverbindung, mit der Furka-Oberalpbahn kann über die beiden genannten Alpenpässe ind Ost-West-Richtung auch mit der Bahn weitergereist werden.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Website zur Situation im Gotthard-Strassentunnel
  • Website des Kantons Uri, unter "Dienste" Informationen zur Strassensituation der Alpenpässe
  • Website der Alptransit, der Gesellschaft, welche die Neue Alpentransversale d.h. den Eisenbahn-Basistunnel erstellt
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