Klausenpass

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Der Klausenpass führt von Altdorf im Kanton Uri nach Linthal im Kanton Glarus. Die Fahrstrasse wird in den Sommermonaten von einer Postautolinie bedient, von ca. Oktober bis ca. Mai besteht eine Wintersperre.

Hintergrund[Bearbeiten]

Klausenpass
Klausenpassroute 1908
Im Alpenwagen über den Klausenpass, nach 1922

Zwischen dem Urner Schächental, welches bei Altdorf ins Reusstal mündet und dem Weideland im Urnerboden bestand bereits zur Zeit des Hochmittelalters ein Pfad für den Viehrtrieb. Der sich jenseits der Passhöhe nach Osten zum Kanton Glarus hin erstreckende Talabschnitt des Urnerbodens wurde seit jeher von den Urnern genutzt, nach Grenzstreitigkeiten zwischen Uri und Glarus wurden 1196 die Grenzen definitiv festgelegt.

1590 wurde auf dem Urnerboden ein Spital für Durchreisende errichtet, um 1717 bestand auf der Passhöhe eine Kapelle. Der Bau einer Fahrstrasse über den Passübergang scheiterte mehrmals, da dem Ausbau der Gotthardroute Priorität eingeräumt wurde. 1870 entstand eine Strasse bis Unterschächen, 1893/99 erfolgte mit Bundesmitteln der Bau der Strassenverbindung Altdorf - Linthal. Ab 1900 wurde die Linie von Postkutschen zunächst einmal täglich befahren, die Reisedauer bedingte eine Übernachtung und Pferdewechsel auf dem Urnerboden. Ab 1922 verkehrten Postautos über den Klausenpass, vor allem wurde die Linie touristisch genutzt.

1922 - 1934 wurde über die Passstrasse ein Autorennen durchgeführt; in Erinnerung an das historische Klausenrennen wurden seit 1993 alle paar Jahre Rennen mit Oldtimerfahrzeugen über den Pass durchgeführt.

Regionen[Bearbeiten]

Der Klausenpass verbindet das Urner Reusstal mit den Gemeinden Altdorf resp. Bürglen UR durch das Urner Schächental mit den Orten Spirigen und Unterschächen über die Passhöhe mit dem Urnerboden und dem Glarnerland, wo der Pass im Tal der jungen Linth endet. Die Kantonsgrenze liegt also weit hinter der Passhöhe vor dem letzten Abstieg ins Tal der Linth.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Spiringen
Klausenpasshöhe
Blick auf den Urnerboden
Anekdote Sage vom Urnerboden
Vor langen Jahren lagen die Glarner und Urner im Streit über den Grenzverlauf in der Talschaft. Man kam überein, die Grenze wie folgt festzulegen: am Tag der Tag-Nachtgleiche sollte frühmorgens beim ersten Hahnenschrei ein wackerer Läufer von seiner Seite her starten und an der Stelle des Treffens wird die Grenze festgelegt. Jede Partei versuchte nun, den für die Aufgabe geeigneten Hahn zu finden. Die Urner liessen ihr Tier hungern und dursten, in der Erwartung, der Hunge werde es möglichst früh am Morgen wecken. Die Glarner mästeten ihren Hahn in der Hoffnung, dass er dann aus Dankbarkeit besonders freudig und früh krähen würde. So kam der vereinbarte Tag und der Urner Hahn krähte früh, der Urner Làufer machte sich noch in tiefer Dunkelheit auf den Weg. Die Glarner umstanden ihren schlummernden Hahn noch, bereits die Sonne hochstieg und er endlich krähte. Der Glarner Läufer war noch nicht weit die Anhöhe hoch gekommen, als ihm vom Berggrat bereits der Urner Läufer entgegen kam. Der Ort des Treffens lag so nahe bei Linthal, dass der Glarner Senn den Urner inständig bat, ihm doch etwas vom Weideland zu lassen. Nach langem Flehen liess der Urner sich erweichen und machte den Vorschlag, dass er eine Verschiebung der Grenze so weit zulasse, wie ihn der Glarner Senn auf seinem Rücken den Berg hinauf tragen könne. Eine Strecke legte der wackere Glarner Senn noch zurück, bis er - immer noch mit dem Urner auf dem Rücken - an einem Bächlein seinen Durst stillen wollte und nach den ersten Schlucken vom kalten Wasser tot umfiel. So wird heute noch der Grenzbach gezeigt, bis zu dem der Glarner Senn seinen Kollegen zu tragen vermochte.

Von Altdorf quert die Klausenpassstrasse das Flüsschen Schächen und führt in einigen Kurven durch Bürglen UR. Mit mässiger Steigung folgt die Route der Schächen und steigt dann in einigen Serpentinen ins Dorf Spiringen hinauf. Nun verläuft die Passstrasse an der Talflanke oberhalb der Schächen; erst vor Unterschächen erreicht die Strasse wieder den Talgrund und steigt dann in weiten Kehren in die Höhe. Nach einer Strecke entlang von Felsbändern unter dem Geissberg geht es mit zwei Kehren zur Passhöhe hinauf.

Nach der Klausen-Passhöhe führt die Strecke in etlichen Serpentinen um 500 m nach unten, bis sich das Tal des Fätschbachs weitet, in der weiten zum Kanton Uri gehörigen Fläche liegt der Urnerboden, auf der grössten Alp werden 1200 Kühe und auf benachbarten Alpen nochmals 700 Rinder gesömmert und die Milch teilweise vor Ort verkäst. Da der Passübergang nur in den Sommermonaten offen ist, ist der Urnerboden in den Wintermonaten wenn überhaupt, dann nur vom Glarnerland her erreichbar.

Am Ende des Urnerbodens nach der Kantonsgrenze beginn die Route in einem bewaldeten Abhang in einigen scharfen Serpentinenkehren nach Linthal hinabzusteigen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1 Suworow Museum Altdorf, Schmiedgasse 8, 6460 Altdorf. Tel.: +41 (0)79 216 66 58, E-Mail: . Ab Januar 2021 ist das früher in Linthal Gl beheimatete Suworow-Museum nun in Altdorf daheim und wieder geöffnet. Geöffnet: Mi, Fr-So 11:00 - 17:00 h. Preis: Eintritt frei.
  • 2 Tell-Museum Bürglen, Postplatz, 6463 Bürglen UR. Tel.: +41 (0)41 870 41 55, E-Mail: . Geöffnet: Mitte Mai - Mitte Oktober Di-So 10:00 – 11:30 h, 13:30 – 17:00 h.
  • Der 3 Berglistüber-Wasserfall ist von einem Parkplatz an der Bergli-Kehre aus erreichbar.
  • Das früher in Linthal geheimatate Suworow Museum wurde auf Januar 2021 von Linthal nach Altdorf verlegt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

In einer halben Stunde zu Fuss erreicht man den 1 Bergkiosk Fleschsee, am idyllischen Fleschsee gelegen.
Ebenfalls in der Nähe der Bergstation Ruogig liegt das Alpstubli Salez.
2 Alpstubli Selez, 6463 Bürglen. Tel.: +41 (0)41 870 54 73. Geöffnet: Mitte Mai - ca. Mitte Nov.
  • 3 Luftseilbahn Biel-Kinzig AG, 6463 Bürglen. Tel.: +41 (0)41 870 26 35, E-Mail: . Luftseilbahn Brügg - Riedlig, zweite Sektion Luftseilbahn Riedlig - Biel. Von der Bergstation können im Sommer Bergwanderungen unternommen werden, der Schächentaler Höhenmweg führt hier vorbei. Im Winter kann man an verschiedenen Schleppliften skifahren, Schneeschuh- und Skitouren unternehmen. Preis: 20.00/10.00 Fr.
1 Berggasthaus Biel, 6463 Bürglen UR. Tel.: +41 (0)41 870 25 44. Gasthaus mit Schweizer und Thai-Küche, Übernachtung in Doppelzimmer und Massenlagern.
2 Restaurant Skihaus Edelweiss, Vorderer Weissboden 4, 6463 Bürglen. Tel.: +41 (0)79 420 02 21, E-Mail: . Restaurant, Übernachtung in 60 Betten in sechs Massenlagern. Geöffnet: Wintersaison Dez.-März, Sommersaison Juni-Nov.
  • Auch in Spiringen führt eine Luftseilbahn in die Höhe, die Wanderern und Skifahrern dient.
4 Luftseilbahn Spiringen – Ratzi, 6464 Spiringen. Tel.: +41 (0)41 879 12 32, E-Mail: . Die Seilbahnen mit 8 Plätzen kann ausserhalb der Betriebszeiten auch mit Münzautomat oder Jetons im Selbstfahrbetrieb betrieben werden, sie dient als Zubringer ins Wander und Skigebiet. Ab Ratzi verkehrt ein Skilift auf die Gisleralp.
3 Berggasthaus Ratzi, 6464 Spiringen. Tel.: +41 (0)41 879 12 30, E-Mail: . Berggasthaus, 24 Übernachtungplätze in sieben Doppelzimmern und zwei Mehrbettzimmern.
  • Wer von Unterschächen aus Touren ins Schächental unternehmen will, kann im Dorf übernachten:
4 Hotel Alpina, Klausenstrasse, 6465 Unterschächen. Tel.: +41 (0)41 879 11 52, Fax: +41 (0)41 879 11 91, E-Mail: .
5 Seilbahn Brunnialp - Sittlisalp. Tel.: +41 (0)41 879 10 20. 1999 erneuerte Seilbahn auf die Sittlisalp, als Ausgangpunkt für (Berg-)Wanderungen. Auf der Sittlisalp 3 Alpbeiz, Übernachtungsmöglichkeiten auf den Alpen in der Umgebung. Geöffnet: Mitte Mai - Mitte Sept. stündlich resp. auf telephonische Voranmeldung.
6 Seilbahn Ribi - Wannelen. Tel.: +41 (0)41 879 19 69. Seilbahn fährt auch auf telephonische Anmeldung (alternativ: mobil 079 390 43 45) oder mit Jetons im Selbstfahrbetrieb. An der Bergstation 4 Alpbeiz Wannelen und Käserei. Geöffnet: Juli - Ende Aug. halbstündlich.
7 Seilbahn Äsch - Oberalp. Tel.: +41 (0)41 879 12 81. Ausserhalb der Alpsaison könnten Fahrten unter 079 678 58 70 vereinbart werden. Geöffnet: Juli - Ende Aug., 07:00 - 20:00 h.
  • 5 Hotel Posthaus Urigen, 6465 Unterschächen. Tel.: +41 (0)41 879 11 53. Historisches Hotel, in Urigen befand sich eine Pferdewechselstation und später ein eidgen. Post- und Telephonbüro.
  • 4 Staublifall Aussichtspunkt
  • 6 Hotel Klausenpass, Klausenstrasse 91, 6465 Unterschächen. Tel.: +41 (0)41 879 11 64, E-Mail: . Historisches Hotel auf Klausenpass Kulm, etwas südlich unterhalb der Passhöhe, Wiedereröffnung nach Renovation Somer 2021.
  • auf der Passhöhe liegt das Selbstbedienungs- 5 Restaurant Clariden und die 5 Bruder Klaus - Kapelle .
  • gleich daneben das 6 Kiosk-Restaurant Klausenpass, Klausenstrasse 98, 6465 Unterschächen. Tel.: +41 (0)41 879 11 16.

Auf der Ostseite geht es zügig in etlichen Serpentinen abwärts und man gelangt zum Urnerboden. Die "grösste Alp" liegt auf der bereits dem Kanton Glarus zugewandten Seite des Klausenpasses, gehört aber seit jeher zum Kanton Uri.

Bei einem kleinen Aufstau des Fätschbachs ist nun die Kantonsgrenze erreicht. Bald beginnt sich die Strasse in Serpentinen in den Talgrund in {{Linthal]] hinabzuwinden. In der 6 Stichplattenkehre ergibt sich ein schöner Ausblick auf das Tal der Linth. Einige Kehren weiter unten führt ein Weg zum Berglistüber-Wasserfall.

Sicherheit[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • nach 1 Braunwald, der beliebte (Wintersport-)Ort ist autofrei und kann nur mit einer 9 Zahnradbahnerreicht werden.
  • Wander auf den Spuren der Suworow-Armee über die verschiedenen Alpenpässe.

Literatur[Bearbeiten]

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