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Glarus (Kanton)

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Kanton Glarus

Der Kanton Glarus liegt in der Ostschweiz. Abgesehen von einem Abschnitt in der flachen Linthebene und am Südufer des Walensees umfasst der Kanton Glarus faktisch nur eine Talschaft mit einigen Seitentälern, leicht spöttisch spricht man in der Schweiz deshalb manchmal auch vom "Zigerschlitz". Er grenzt im Norden und Osten grenzt das Kantonsgebiet in der Linthebene und am Kerenzerberg am Südufer des Walensees an den Kanton St.Gallen, im Süden an Graubünden, die einzelnene Passübergänge sind allerdings nur zu Fuss begehbar. Im Westen erreicht man über den Klausenpass den Kanton Uri und über den Pragelpass den Kanton Schwyz.


Orte[Bearbeiten]

Karte von Glarus (Kanton)

Politisch ist der Kanton in drei Einheitsgemeinden aufgeteilt. An einem legendären Landsgemeindebeschluss entschieden die versammelten Stimmbürger am 7. Mai 2006 relativ spontan die Zusammenlegung der bis dahin existierenden dreizehn Einzelgemeinden zu drei Einheitsgemeinden.

  • 1 Glarus Nord Website dieser Einrichtung Glarus Nord in der Enzyklopädie Wikipedia Glarus Nord im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGlarus Nord (Q70635) in der Datenbank Wikidata liegt vor allem in der Linthebene und umfasst den Kerenzerberg und einen Teil des Walensees. Die ehemaligen Gemeinden Bilten, Filzbach, Mollis, Mühlehorn, Näfels, Niederurnen, Oberurnen und Obstalden gehören zur neuen Grossgemeinde.
  • 2 Glarus Website dieser Einrichtung Glarus in der Enzyklopädie Wikipedia Glarus im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGlarus (Q63912) in der Datenbank Wikidata - grösste Ortschaft ist die Kantonshauptstadt setzt sich aus dem Klöntal und den ehemaligen Gemeinden Ennenda, Netstal und Riedern zusammen. Die Ortschaft wird von der Linth durchflossen und ist von den Bergen der Glarner Alpen umgeben.
  • 3 Glarus Süd Website dieser Einrichtung Glarus Süd in der Enzyklopädie Wikipedia Glarus Süd im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGlarus Süd (Q70695) in der Datenbank Wikidata umfasst die grössten Fläche des Kantons im Glarner Hinterland. Der Gemeinde gehören ausserdem das Sernftal, das auch Kleintal genannt wird, mit den ehemaligen Gemeinden Engi, Matt und Elm an. Weiters das Tal der Linth, das Grosstal genannt wird, mit den Ortschaften Betschwanden, Braunwald, Haslen, Leuggelbach, Nidfurn, Linthal, Diesbach, Luchsingen, Hätzingen, Mitlödi, Rüti, Schwanden, Schwändi und Sool.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Kerenzerberg
  • Walensee
  • Glarner Alpen
  • Der Tödi mit 3614 m ü. M. ist der höchste Berg im Kanton

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Kantonsgebiet erstreckt sich um den Oberlauf des Flüsschens Linth, es entspringt bei Linthal und mündet in den Zürichsee. Früher durchfloss die Linth das Kantonsgebiet und mündete bei Ziegelbrücke in das vom Walensee herkommende Flüsschen Maag. Nach der Abholzung der Wälder an den Glarner Berghängen führte die Linth so viel Geschiebe mit sich, dass es regelmässig zu verheerenden Überschwemmungen in der Linthebene kam. 1783 entschied die eidgenössische Tagsatzung über eine Gewässerkorrektur: Die Linthkorrektion wurde ab 1805 unter Hans Conrad Escher umgesetzt, Mollis mit einem Kanal mit dem Walensee verbunden, der heute als Ausgleichsbecken dient und das Geschiebe aufnimmt. Zwischen dem Auslauf des Walensees und dem Zürichsee wurde die Linth begradigt und die sumpgie Ebene zur Kulturlandgewinnung drainiert. Mit einer Fläche von knapp 700 km² und rund 40.000 Einwohners zählt Glarus zu den kleineren und dünnbesiedelteren Kantonen, bis zu den Kantonsgrenzen, die grossteils auf den Gebirgskämmen verlaufen, hat der Kanton viel unproduktives Gelände.

Die Linthebene und der untere Teil des Kantons waren bereits in keltischer Zeit um 300 v. Chr. besiedelt, Bauten der Römer sind vorwiegend entlang des Walensees nachweisbar. Um 700 wanderten Alemannen ins Kantonsgebiet ein, das Kantonsgebiet kam unter die Herrschaft des Klosters Säckingen. Um die Herrschaft der österreichischen Habsburger abzuschütteln, liessen die Einwohner ihre Talschaft 1351 von den Zürchern und Innerschweizern erobern, 1352 kam es zum Bundesschluss mit Zürich und der Innerschweiz. Nach der Schlacht von Sempach kam es 1388 mit der Schlacht bei Näfels zu einer letzten Schlacht gegen die Habsburger, die in früher schon erprobter Manier von den Eidgenossen mit Steinen und Felsblöcken beworfen, zersprengt und bei Weesen in die Sümpfe getrieben wurden. Mit der "Näfelser Fahrt" wird jedes Jahr am ersten Donnerstag im April der Schlacht gedacht.

Nachdem Huldrych Zwingli in Glarus als Pfarrer gewirkt hatte, war eine Mehrheit der Gläubigen bereits vor 1530 dem reformierten Glauben beigetreten. Die Gemeinden konnten frei entscheiden, ob sie sich dem alten oder neuen Glauben anschliessen wollten, durch die Gegenreformation wurde 1560/64 der Tschudikrieg ausgelöst. Noch bis 1836 die neue Kantonsverfassung eingeführt wurde, bestanden im Glarnerland konfessionelle, militärische und teils auch zivile Parallelstrukturen.

1798 maschierten die Franzosen in Schweiz ein und etablierten die Helvetische Republik nach dem Vorbild der französischem Revolutionsregierung, der Kanton wurde zum kurzlebigen Kanton Linth geschlagen. 1799 wurde die Talschaft Schauplatz der Kämpfe zwischen den Franzosen und der auf Österreichischer Seite kämpfenden Truppen unter dem russischen General Suworow; mit katastrophalen Verlusten mussten die Russen über den Panixerpass ins Bündnerland fliehen.

Im Mittelalter dominierte die Landwirtschaft, Viehexport und bereits damals der Export von Schabziger waren von wirtschaftlicher Bedeutung. Bis 1800 war das Söldnerwesen wirtschaftlich bedeutend; die Textilindustrie mit Spinnerei, Weberei und Textildruck führten zu einem Aufschwung aber mit der Industrialisierung auch zu einer gewaltigen Auswanderungswelle, Orte wie "New Glarus" in den USA sind Zeugnis davon. Erst in den letzten Jahrzehnten hat de Sommer- und Wintertourismus zunehmende Bedeutung gewonnen.

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprache im Kanton ist Deutsch, gesprochen wird der typische Glarnerdialekt.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der wichtigste Bahnknotenpunkt im Kanton ist Ziegelbrücke, hier halten die Züge aus Zürich auf ihrem Weg nach Graubünden zum Umsteigen in die Züge ins Glarnerland.

Das Kantonsgebiet ist am die S-Bahn des Grossraum Zürich angeschlossen. Die S25 aus Zürich und die S6 aus Rapperswil verkehren im Stundentakt und verkehren entlang des Haupttals über Glarus nach Linthal resp. Schwanden.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Eine weitere Möglichkeit in den Sommermonaten ist die Fahrt mit dem Postauto über den Klausenpass. Ab Flüelen und Altdorf gelangt man mit dem Postauto in etwas mehr als zwei Stunden nach Linthal, der Pass ist mit einer Wintersperre belegt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Autobahn A3 führt am nördlichen Rand in der Linthebene durch den Kanton, sie kommt von Zürich im Westen und führt entlang des Walensees weiter nach Sargans und Chur im Kanton Graubünden. Die meisten Reisenden reisen auf der Strasse über diese Autobahn an, ab der Ausfahrt Symbol: AS Niederurnen führt die Schnellstrasse A17 Richtung Glarus und setzt sich dann in die Hauptstrasse H17 fort.

Alternativ kann Glarus über den Klausenpass von Altdorf im Kanton Uri erreicht werden, allerdings ist die Kantonsstraße H17 im Winter gesperrt.

Mobilität[Bearbeiten]

Neben der erwähnten Bahnlinie gibt es im Kantonsgebiet etliche Postautolinien. Das Postauto nach Elm fährt etwa stündlich vom Bahnhof in Schwanden ab, die Standseilbahn nach Braunwald ist über die Linthal erreichbar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Schweizer Tektonikarena Sardona ist ein UNESCO-Weltnaturerbe. Sie ist ein weitläufiges Gebiet, das nicht nur Teile des Kantons Glarus umfasst, sondern auch in die Nachbarkantone St. Gallen und Graubünden hineinreicht. Sie wird als ein sehr anschauliches und sichtbares Beispiel für die Gebirgsbildung durch tektonisches Vertrauen gelobt, da verschiedene Gesteinsschichten aus unterschiedlichen geologischen Epochen sichtbar sind. Die Erkundung des Geländes erfolgt am besten zu Fuß, es gibt auch zwei Besucherzentren mit einigen Informationen.
    • 1 Naturzentrum Glarus, Bahnhofsgebäude, Glarus. Tel.: +41 55 622 21 82. im Inneren des Bahnhofsgebäudes in Glarus Geöffnet: Di -Fr 14:00-17:30, Sa 10:12 Uhr.
    • Besucherzentrum Elm, Altes Schulhaus, Elm.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Skifahren[Bearbeiten]

Winter am Obersee oberhalb von Näfels in Glarus Nord, Kanton Glarus.jpg

Im Kanton Glarus gibt es zwei große Skigebiete. Da beide eher niedrig gelegen sind, öffnen sie in schneearmen Jahren recht spät.

  • 1 Skigebiet Braunwald, Braunwald, wo die Skistation liegt, ist mit einer Standseilbahn von Linthal aus erreichbar. Tel.: +41 55 653 65 69. 30 km, 8 Lifte Preis: Tageskarte Fr. 48/24. (Okt 2017).
Name Telefon Höhenlage Anzahl StandseilbahnenAnzahl Standseilbahnen Anzahl Klein- und GroßkabinenbahnenAnzahl Klein- und Großkabinenbahnen Anzahl SessellifteAnzahl Sessellifte Anzahl SchlepplifteAnzahl Schlepplifte Pistenkilometer leichtPistenkilometer leicht Pistenkilometer mittelPistenkilometer mittel Pistenkilometer schwerPistenkilometer schwer Pistenkilometer FreestylePistenkilometer Freestyle Σ
Skigebiet Braunwald +41 (0)55 653 65 65 1.256 - 1.901 m 1 2 3 1 6 18 2 2,5 28,5 km
  • 2 Skigebiet Elm, Um nach Elm zu gelangen, nimmt man den Zug nach Schwanden und von dort den Bus weiter. Tel.: +41 55 642 61 61. 40 km, 6 Lifte Preis: Tageskarte Fr. 48/24. (Okt 2017).
Name Telefon Höhenlage Anzahl Klein- und GroßkabinenbahnenAnzahl Klein- und Großkabinenbahnen Anzahl SessellifteAnzahl Sessellifte Anzahl SchlepplifteAnzahl Schlepplifte Pistenkilometer leichtPistenkilometer leicht Pistenkilometer mittelPistenkilometer mittel Pistenkilometer schwerPistenkilometer schwer Σ
Sportbahnen Elm +41 (0)55 642 61 61 1.000 - 2.100 m 1 2 2 17 16 7 40 km

Es gibt einige kleinere Lifte in anderen Dörfern, die für Anfänger oder Familien durchaus ihren Reiz haben.

Einkaufen[Bearbeiten]

Die Glarner Tüechli sind Halstücher mit oft aufwändigen Mustern, die traditionell in Glarus hergestellt werden. Sie eignen sich als Souvenir, da sie sehr vielseitig einsetzbar sind. Heutzutage werden die traditionellen Muster auch auf andere Souvenirartikel gedruckt.

Küche[Bearbeiten]

  • Schabziger Schabziger in der Enzyklopädie Wikipedia Schabziger im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchabziger (Q689879) in der Datenbank Wikidata ist eine Käse-Spezialität. Magermilch wird auf 90 °C erhitzt, dann durch eine Milchsäurekultur geflockt. Dadurch entsteht der sogenannte Ziger. Dieser wird in durchlöcherten Butten beschwert und vier bis zwölf Wochen lang vergoren. Der gereifte Ziger wird danach zerrieben, gesalzen und drei bis acht Monate gelagert. Dann wird pulverisierter Schabzigerklee (Trigonella caerulea ssp. sativa) beigemischt und das Pulver sechs bis acht Tage in die typische Form Zigerstöckli gepresst. Zum Schluss noch zwei bis sechs Monate lang auf einem Gerüst getrocknet ist er fertig.
Der Käse wird gerieben hauptsächlich zum Würzen von Speisen verwendet. Zum Beispiel Zigerhörnli (Teigwaren mit Ziger), Zigerfondue oder Zigerbrut (Butterbrot mit Ziger). Kaufen kann man ihn in geriebener Form, oder das klassische Schabzigerstöckli, von dem man die gewünschte Menge reiben kann. Ausserdem gibt es Ankeziger, Ziger mit Butter vermischt im Becher, den man direkt aufs Brot streichen kann.
  • Glarner Pastetli Glarner Pastetli in der Enzyklopädie WikipediaGlarner Pastetli (Q1121085) in der Datenbank Wikidata sind ein Blätterteig-Gebäck das mit Pflaumen- und Mandelfüllung gefüllt wird. Sie bestehen aus einem zentralen Teil, um den weitere 8 bis 24 Teile gruppiert sind. Kleinere mit einem Durchmesser von etwa 7 Zentimeter werden auch Beggeli genannt.
  • 1 Läderach Chocolatier, Grabenstrasse 6, 8865 Bilten. Tel.: +41 55 645 44 55, E-Mail: . Läderach Chocolatier ist eine Schokoladenmanufaktur mit Sitz in Ennenda GL, die Schokolade zeichnet sich durch herausragende Qualität und Frische aus. Im Besucherzentrum House of Läderach in Bilten kann man bei der Produktion der Schokolademasse, der Couvertüre, zusehen und im Fabrikladen die Produkte frisch erwerben.
  • 1 Elmer Citro Elmer Citro in der Enzyklopädie WikipediaElmer Citro (Q1332913) in der Datenbank Wikidata ist eine Limonade mit Zitronenaroma, auf Basis des fast nitratfreien Mineralwasser aus den Gstögg- und Kapuzinerquellen, die auf 1200 m Höhe in der Nähe von Elm liegen. Es wurde 1927 vom damaligen Besitzer des Kurhause Oskar Schärli kreiert. Name und Rezeptur sind heute immer noch unverändert. Aus derselben Quelle wird auch das Mineralwasser Elmer Mineral angeboten.

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima wechselt innerhalb weniger Kilometer von mild am Walensee zu hochalpin auf den vergletscherten Berggipfeln. Wenn der Föhn bläst, können die Temperaturen stark ansteigen.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • In den Sommermonaten kann man mit dem Bus über den Klausenpass nach Altdorf fahren, ein idealer Ausgangspunkt, um die Zentralschweiz zu entdecken.
  • Ab Ziegelbrücke kann man mit dem Zug in Richtung Osten nach Chur und in den Bergkanton Graubünden fahren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

http://www.gl.ch/ – Offizielle Webseite von Kanton Glarus

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