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Sustenpass

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Der Sustenpass führt von Meiringen im BernerOberland nach Wassen ins Reusstal im Kanton Uri und ist eine Ost-West-Verbindung durch die Urner Alpen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Sustenpasshöhe
Sustenpass
Auf dem Sustenpass

Der Sustenpass verbindet das Haslital im Berner Oberland mit dem Urner Reusstal; seinen Namen erhielt die Alp von der Alp Sust, dem obersten Abschnitt der Guferalp. Der Passübergang hatte immer nur regionalen Charakter, die moderne Passstrasse wurde erst 1939/45 gebaut und ist nur in den Sommermonaten von Juni bis Oktober geöffnet, danach herrscht Wintersperre.

Begangen wurde der Sustenpass bereits im Mittelalter, er blieb aufgrund der Nutzung als Ausweichroute bei Blockierung der Alpenübergänge über den Gotthard oder die Grimsel-Griespassroute immer von ungeordneter Bedeutung. Aufgrund von Konfrontationen zwischen Truppen aus den reformierten Kantonen Bern und Zürich und denen aus der katholisch geprägten Innerschweiz in den Villmergerkriegen wurde der Übergang um 1710 u.a. mit der 1 Meienschanze gesichert. Auch im Jahr 1799 war die Meienschanze nochmals Schaupltz kriegerischer Handlungen zwischen den Franzosen und österreichischen Truppen und wurde danach von den siegreichen Franzosen geschleift.

1811 beschlossen die Kantone Bern und Uri den Ausbau zu einer Fahrstrasse und auf der Berner Seite war sie 1817 bis zur Passhöhe fertiggestellt, auf der Urner Seite wurden die Bauaktivitäten nach längerer Zeit nach Erreichen der Meienschanze von der Passhöhe her eingestellt, erst Jahree später wurde der von der Strassenführung der schwierige Abschnitt nach Wassen vollendet.

In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurde man sich der strategischen Bedeutung des Übergangs bewusst und die Strasse wurde 1939/45 neben der Streckenführung der alten Strasse ausgebaut und der Abschnitt nach Wassen mit weiten Serpentinen realisiert. Auch der Übergang mit einem Scheiteltunnel wurde aus verteidigungstechnischen Gründen so umgesetzt.

Heute hat der Sustenpass vorwiegend touristische Bedeutung, in den Sommermonaten verkehrt eine Postautolinie über den Pass bis zur Wintersperre etwa Ende Oktober. Eine Eisenbahnverbindung über den Übergang war 1898 mit der Erteilung einer Konzession für eine Sustenbahn angedacht, diese kam aus finanziellen Gründen nie zur Umsetzung; auch spätere Projekte wurden von der Bundesversammlung verworfen.

Regionen[Bearbeiten]

Der Sustenpass verbindet Meiringen resp. nach Passieren der Aaereschlucht das Dorf Innertkirchen im Haslital mit Wassen im Urner Reusstal. Der Übergang bildet eine Wasserscheide zwischen der Aare und der Reuss, letztendlich entwässern beide Flüsse über den Rhein nach Norden.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Sustenpass, Hotel Steingletscher
Steinsee
Sustenpass

Zu den Fusspunkten im Westen gelangt man ab Bern über Thun und dann über Spiez auf der Autobahn A8 via Interlaken. Die Autobahn führt am Südufer des Brienzersees entlang und endet bei Brienzwiler, weiter geht es auf der Hauptstrasse H6 nach Meiringen und nach Passieren der Aareschlucht nach Innertkirchen, wo die Sustenstrasse sich von der Grimselroute trennt. Mit der Bahn erreicht man Innertkirchen ab Interlaken Ost mit den Schmalspurbahnzügen der Zentralbahn, die die Meiringen-Innertkirchenbahn per 2021 übernommen hat.

Von Innertkirchen steigt die Sustenstrasse H11 in einigen Kurven ins Gadmertal an und folgt dem Verlauf des Gadmerwassers. Nach einem weiteren Anstieg über die Schwendi wird Gadmen erreicht. Am Ende des Tals windet sich die Strasse in weiten Kehren in die Höhe; nach dem Gasthof Steingletscher, hier führt der Weg zum Steinsee, schliessen sich nochmals einige Kehren an und der Scheiteltunnel, der die Passhöhe bildet ist erreicht. Ein Fahrweg führt zum Gasthaus auf der Passhöhe.

Auf der Urner Seite der Passhöhe verläuft die Strasse nach einigen weiten Serpentinen in der Guferalp oberhalb des Tals der Meienreuss. Die achthundert Höhenmeter bis zur Meienschanze oberhalb von Wassen verläuft die Strasse mit nur geringer Steigung. Galerien unterhalb des Fedenwalds und einige Kunstbauten mussten errichtet werden, um nach dem Gebiet der Meienschanze den Abstieg nach Wassen zu ermöglichen. Die alte Sustenstrasse verläuft über weite Strecken parallel zur neuen, ab der Meienschanze führt sie aber an der süglichen Seite der Schlucht der Meienreuss ins Reusstal hinab.

Der östliche Fusspunkt des Passes in Wassen ist vom Autobahnanschluss Symbol: AS Wassen der A2 rasch erreicht. Die nächste Bahnstation ist diejenige von Göschenen an der Gotthard-Berglinie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Triftbruecke
  • 1 Triftbahn. Die Triftbahn, eine ehemalige Werkbahn der Kraftwerke Oberhasli AG, wird von Wanderern gern genutzt, um zur Triftbrücke zu gelangen. Geöffnet: Juni - Ende Okt., 08:00-16:00 / 17:00h. Preis: 24.00/12.00 Fr.
Die 2 Triftbrücke ist eine 150 m lange Hängebrücke, von der wackeligen "Aussichtsplattform" ergibt sich ein grandioser Ausblick auf den Triftsee und die Gletscherzunge des Triftgletschers. Von der Triftbahn sind die SAC Hütten Windegg- und Trifthütte erreichbar, die beliebte Ausgangsorte für Wander- und Klettertouren sind.
  • 2 Tällibahn. Die Tällibahn ist ebenfalls eine ehemalige Werkbahn der Kraftwerke Oberhasli AG, sie ist auf Selbstfahrbetrieb umgerüstet und fasst acht Personen in der Gondel. Geöffnet: Mitte Mai - Ende Okt., 07:00-21.30 h. Preis: 6.00/4.00 Fr. An der Bergstation liegt das Berggasthaus Tälli, in einer Stunde ist der 1 Klettersteig Tälli erreicht.

Einkaufen[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Vom Steingletscher aus führt der 2 Gletscherpfad zum 1 Steinsee und zum 2 Seebodensee

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • im Sommer zahllose Möglichkeiten zum Wandern und Klettern
  • im Winter können Skitourengänger verschiedenste Routen begehen, die Übernachtung ist in den Winterräumen auch in den SAC Hütten für Selbstversorger aus telephonische Voranmeldung möglich.

Sicherheit[Bearbeiten]

Der Sustenpass ist nur in den Sommermonaten befahrbar, zwischen Mitte Oktober und Juni herrscht Wintersperre; Wanderer müssen sich auch im hochalpinen Gebiet auf Wetterumstürze gefasst machen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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