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Türkei

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Die Türkei (Türkiye) liegt zum Großteil im vorderasiatischen Teil Asiens, mit einem kleineren Teil auch in Europa. Der asiatische Teil ist auch unter dem Namen Anatolien oder dem historischen Begriff Kleinasien bekannt. Viele kulturgeschichtlich interessante Stätten des Altertums liegen auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Istanbul, pulsierende Metropole und wirtschaftliches Zentrum spiegelt mit seiner Lage am Bosporus die Zugehörigkeit der Türkei zu zwei Kontinenten und Kultursphären wider.

Lage
Karte von Südosteuropa und Vorderasien mit eingezeichneter Lage der Türkei
Flagge
Flagge der Türkei
Kurzdaten
Hauptstadt Ankara
Staatsform parlamentarische Republik
Währung Türk Lirasi (TL)/
Türkische Lira (TRY)
Fläche 781.000 km²
Bevölkerung 74,7 Mio
Sprachen Türkisch
Religionen mehrheitlich sunnitischer Islam, Aleviten, Andere 0.2%
Stromnetz 220 V/ 50 Hz (Stecker C/F)
Telefonvorwahl +90
Zeitzone MEZ+2h (Winter) bzw. MESZ+1h (Sommer)

Regionen[Bearbeiten]

Die Türkei, das Land auf zwei Kontinenten: Der Ostteil des antiken Thrakiens bildet den europäischen Teil des Landes. Die Trennlinie zwischen den Kontinenten verläuft von der Meerenge der Dardanellen durch das Marmarameer und den Bosporus, der in das Schwarze Meer übergeht. Auf dem asiatischen Kontinent liegen 97% des Staatsgebietes. Oft findet man den Begriff Anatolien für den asiatischen Teil des Landes, der auch zur Weltregion Naher Osten gezählt wird.

Im Norden des Landes liegt das Schwarze Meer, im Westen das Ägäische Meer und im Süden das Mittelmeer. Landesgrenzen hat die Türkei im Westen mit Bulgarien und Griechenland, im Nordosten mit Georgien, Armenien und Aserbaidschan, im Osten mit dem Iran und im Südosten mit Syrien und dem Irak.

Politisch ist das Land in 81 Provinzen gegliedert. Die heute gebräuchliche Unterteilung in sieben Regionen oder geografische Gebiete geht auf den Ersten Geographiekongress 1941 in Ankara zurück:

Die Regionen der Türkei
Kleinste, aber bevölkerungsreichste Region im Nordwesten mit reicher byzantinischer und osmanischer Geschichte und der Stadt am Bosporus Istanbul
Baumarme Steppenlandschaften mit der Hauptstadt Ankara und dem Wanderparadies Kappadokien
Badeorte am Ägäischen Meer, griechische und römische Ruinen und Olivenhaine im Westen der Türkei
Berge, Pinienwälder, das kristallklare Wasser des Mittelmeeres und Antalya.
Wald und Berge für Wandern und Wintersport, Badeorte an der Küste und weiter ostwärts Plantagen für Haselnüsse und Tee
Steppenklima mit kalten Wintern und heißen, trockenen Sommern, Grenzregion zu Syrien
Gebirgiger Landesteil im Osten mit dem Berg Ararat

Städte[Bearbeiten]

Karte der Türkei

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Düden-Wasserfall in Antalya.
  • Kappadokien - erstaunliche Steinformationen, unterirdische Städte - UNESCO-Weltkulturerbe
  • Ephesos - Ruinenstadt dieser Metropole des Altertums
  • Hattuşa - Ehemalige Hethiter Hauptstadt UNESCO-Weltkulturerbe
  • Türkische Riviera - Über 1000 Kilometer Küste im Westen und Süden der Türkei ziehen jedes Jahr Hunderttausende Touristen an. Beliebt sind die Badeorte an der Küste der Ägäis, zum Beispiel Bodrum. Die türkische Südküste des Mittelmeeres beginnend in Fethiye oder Antalya über Side bis Alanya bzw. Kızkalesi wird auch als Türkische Riviera, manches Mal als Türkisküste bezeichnet. Diese von den Marketingabteilungen der Reiseveranstalter geprägten Begriffe sind nicht immer ganz eindeutig und so wird die Küste der Ägäis gelegentlich auch mit dazugerechnet. Trotz der zahlreichen Pauschalangebote ist diese Küstenregion auch Ziel von Individualtouristen.
  • Ararat - Der Berg ist mit 5166 m der höchste Punkt im Land und die legendäre Strandungsstelle der Arche Noah. Er liegt in der Bergregion an der armenischen Grenze ganz am östlichen Ende des Landes. Das nationale Symbol Armeniens liegt im militärischen Sperrgebiet und kann daher nicht ohne Sondererlaubnis bestiegen werden.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Türkische Republik wurde 1923 als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches auf einem Restteil des ehemaligen Staatsgebietes unter Führung von Mustafa Kemal, alias Atatürk gegründet. Bald wurde eine strikte Trennung von Religion und Verwaltung eingeführt, was seit vor etwa zwanzig Jahren eine schleichende Re-Islamisierung begonnen hat immer mehr aufgeweicht wird. 1945 ist die Türkei den Vereinten Nationen und 1952 der NATO beigetreten.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Der Gewürzmarkt in Istanbul

Deutsche und liechtensteiner, schweizer und luxemburger Staatsangehörige können mit Personalausweis oder Reisepass einreisen. Erfolgt die Einreise aus einem Land, das nicht Mitgliedsstaat des Europarates ist (insbesondere wichtig bei Ein-, aber auch Ausreisen, zum Beispiel nach Syrien), muss ein Reisepass vorgelegt werden. Von einer Einreise mit einem vorläufigen Personalausweis oder Reiseausweis als Passersatz wird abgeraten. Reisepässe müssen noch mindestens eine leere Seite enthalten. Für Kinder ist ein eigenes Ausweisdokument erforderlich.

Bei Vorlage des Personalausweises wird ein kleiner Schein mit Datumsstempel ausgegeben, der bei der Ausreise wieder abzugeben ist. Für Touristen ist eine Aufenthaltsdauer von 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ohne Visum möglich. Mehrere Aufenthalte innerhalb der 180-Tage-Frist werden addiert, ein Re-Entry zur Fristverlängerung also nicht möglich. Mit dieser Bestimmung soll die Rechtslage in der Türkei den in europäischen Ländern üblichen Regeln angepasst werden. Für einen längeren Aufenthalt muss bei den Provinzbehörden eine touristische Aufenthaltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer bis zu 6 Monaten beantragt werden (ikamet tezkeresi).

Österreicher benötigen einen Reisepass und eine eVisa-Einreisegenehmigung, die bei Kiosken an den Flughäfen oder auch im Voraus online (z.B. bei Einreise auf dem Landweg) gekauft werden kann. Nicht zu Tourismuszwecken Einreisende (LKW-Fahrer u.ä.) müssen ihr Visum vorher beantragen, bei der Botschaft der Türkei, Hietzinger Hauptstrasse 29, 1130 Wien. Zuständig für Wien, Niederösterreich, Steiermark und Burgenland. Geöffnet: Anträge: Mo.-Fr. 11.00-12.00. Bewohner von Salzburg, Tirol, Kärnten, Oberösterreich wenden sich an das Konsulat in Salzburg (Strubergasse 9); Vorarlberger an das Konsulat bei Bregenz (Senderstrasse 10, A-6960 Wolfurt).

Mit dem Inkrafttreten des neuen Fremdengesetzes am 11. April 2014 werden an den Grenzen Visa nur noch in Ausnahmefällen ausgestellt.

Reist man mit dem PKW ein, erhält man an der Grenze ein Triptik, das bei der Ausreise wieder abgegeben wird. Das Fahrzeug/Triptik wird in den Pass oder (beim Nutzung des Personalausweises) auf die Einreisekarte eingetragen. Eine Ausreise ohne den Pkw ist ohne weiteres nicht möglich. Probleme können auftreten, wenn der Fahrer nicht auch der eingetragene Halter des Fahrzeuges ist. Um ein geliehenes Fahrzeug einführen zu können, wird eine Vollmacht benötigt.

Die Grüne Versicherungskarte muss unbedingt mitgeführt werden, dabei darf die Türkei (TR) nicht durchgestrichen sein. Anderenfalls muss eine Versicherung an der Grenze gekauft werden. Ob Unfälle im asiatischen Teil auch abgedeckt sind, wird immer wieder diskutiert. Tendenziell ist die Haftpflicht eher eingeschlossen, die Kasko eher nicht; abhängig von den Versicherungsbedingungen des eigenen Vertrages. Da die Grüne Karte oft erst vor einer Reise angefordert werden muss, sollte man die konkreten Bedingungen bei seiner Versicherung mit abfragen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Fluggesellschaften Turkish Airlines und Pegasus bieten zahlreiche Linienflugverbindungen von vielen Städten Mitteleuropas zu ihren Basen auf den beiden Istanbuler Flughäfen an. So kann man mit Umsteigen die meisten größeren Städte der Türkei erreichen.

Es gibt täglich viele Nonstop-Linienflüge von vielen deutschen Städten nach Ankara, Antalya, Istanbul oder Izmir. Weitere Ziele an der Süd- und Westküste werden auch per Charter bedient.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit der Bahn gibt es nur noch die Möglichkeit, sich eine Verbindung mit mehrmaligem Umsteigen zusammenzustellen. Dabei geht eine Variante zum Beispiel ab München über Zagreb, Belgrad und Sofia oder zum Anderen über Wien, Budapest und Bukarest.

Die einzige türkische Zugverbindung aus dem europäischen Ausland ist der nur im Sommer (Juni bis Sept.) nach Istanbul-Halkali (an 7.00) verkehrende Bosporus-Express aus Bukarest (ab 12.45), der auch Kurswagen ab Sofia führt. Von Istanbul-Halkali verkehrt (seit Feb. 2017) ein direkter Zug, Abfahrt 22:40, Ankunft Sofia 8.45. Man muß zur Grenzkontrolle mitten in der Nacht aussteigen.

Auf der Seite der Türkischen Staatsbahn in Englisch sind die internationalen Fahrpläne enthalten.

Aus Richtung Österreich ist ab Villach die Anreise mit dem in der Saison verkehrenden Autoreisezug der Fa. Optima Tours bis Edirne in fahrplanmäßig 32 Stunden möglich.

Die Zugverbindungen aus Griechenland sind seit einigen Jahren eingestellt.

Zwischen Ankara und Teheran verkehrt einmal wöchentlich mit Abfahrten am Mittwoch der Asya-Express.

Innerhalb der Türkei sind die Zugverbindungen relativ schlecht ausgebaut. Die 3 Millioneneinwohnerstadt Bursa ist zum Beispiel nicht an das Schienennetz angebunden. Die besten Verbindungen bestehen von Istanbul nach Ankara und von dort aus weiter in den Osten von Anatolien.

Entlang der Südküste gibt es keine Zugverbindungen. Städte wie Antalya sind nicht an das Schienennetz angebunden.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Das internationale Fernbusnetz in die Türkei ist hervorragend ausgebaut.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Anfahrt in die Türkei über die Balkanroute via Bulgarien oder Griechenland ist unproblematisch. Visa und Carnet sind nicht erforderlich. Zu beachten ist, dass zur Hauptreisezeit die Straßengrenzübergänge der "Gastarbeiterroute" stark überlastet sein können, Wartezeiten von mehreren Stunden können vorkommen. Hauptreisezeiten an der Gastarbeiterroute sind:

  • Zu Beginn der Sommerferien in die Türkei
  • Gegen Ende der Sommerferien zurück nach Mitteleuropa
  • Ähnliches, jedoch in abgeschwächter Form, trifft auch auf die Zeit um Weihnachten/Neujahr sowie Ostern zu.

Außerhalb der Hauptreisezeit ist der Grenzübertritt rasch, effizient und unkompliziert. Ein Carnet des Passages ist nicht erforderlich.

Straßengrenzübergänge gibt es mit folgenden Nachbarländern

  • Griechenland: E90 Kipoi – İpsala; Kastanies – Edirne sowie zahlreiche Autofähren über das Ägäische Meer
  • Bulgarien: E80 Kapitan Andreevo – Kapıkule; Lesovo – Hamsabeyli; E87 Malko Tarnovo/Dereköy
  • Georgien: E70/E97 Hopa – Sarp; E691 Vale – Türkgözü; Kartsakhi – Aktaş
  • Armenien: Wegen der schlechten Beziehungen der beiden Länder ist der direkte Grenzübertritt nicht möglich; man muss einen Umweg durch Georgien nehmen.
  • Aserbaidschan: beim Nordzipfel der Exklave Nachitschewan
  • Iran: Gürbulak (etwa 10 km von Dogubayazit) – Bāzargān (بازرگان), dann Richtung Täbris.
  • Irak: Wegen der US-Intervention unbedingt über die Sicherheitslage sowie die Öffnung der Grenzübertritte kurzfristig informieren!
  • Syrien: Wegen des von außen geschürten Bürgerkriegs unbedingt über die Sicherheitslage sowie die Öffnung der Grenzübertrittsstellen kurzfristig informieren!

Weiters gibt es auch die Möglichkeit, mittels Fähre über das Schwarze Meer das Auto von Russland oder der Ukraine in die Türkei zu schaffen, z.B.:

  • Tschornomorsk (bis 2016 genannt Illitschiwsk; bei Odessa) - Istanbul
  • Sotschi - Trabzon

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Fährverbindungen v.a. aus Rumänien (Konstanza), der Ukraine (Odessa, Tschornomorsk/Illitschiwsk, Jalta) oder Russland (Noworossijsk, Sotschi).

Mobilität[Bearbeiten]

Für Fernwanderwege siehe Wandern in der Türkei.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Zwischen den größeren Städten bestehen Flugverbindungen zu günstigen Preisen.

Mietwagen[Bearbeiten]

Mit dem Mietwagen in der Türkei zu reisen ist grundsätzlich unproblematisch. Die Anforderungen der Mietwagenfirmen sind unterschiedlich, aber spätestens mit 21 Jahren bekommt man überall einen Wagen. Der nationale Führerschein ist ausreichend.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Erlaubte Geschwindigkeiten
Ortschaft Landstraße Autobahn
PKW 50 km/h 90 km/h 120 km/h
Motorrad 50 km/h 70 km/h 80 km/h

Achtung! Das Tempolimit für Motorräder wird oft fälschlicherweise mit 80 km/h für Landstraßen und 90 km/h für Autobahnen angegeben!

Verkehrsdelikte sind teuer. Die Geschwindigkeitsmessung erfolgt häufig mit Laser und die eigentliche Kontrolle etwa 2 bis 3 Kilometer später.

Treibstoff[Bearbeiten]

Die Preise für Benzin und Diesel sind deutlich höher als in Deutschland. Z.Zt. (September 2016) kostet ein Liter Super Bleifrei ca. 5 TL (~ 1,54 €). Es gibt nur kleine Preisunterschiede zwischen den Tankstellen, Autobahntankstellen eingeschlossen. Manchmal ist der Preis falsch ausgezeichnet, es gilt immer der Preis direkt an der Zapfsäule.

Zustand der Straßen[Bearbeiten]

Es gibt vermutlich nur wenige Länder, in denen ein derart reger Straßenbau anzutreffen ist wie in der Türkei. Die meisten wichtigen Landstraßen sind bereits als großzügig angelegte vierspurige (zwei Spuren pro Fahrtrichtung) Schnellstraßen ausgebaut und in gutem Zustand. Entlang der Fernstraßen befinden sich viele Tankstellen und Raststätten. Besonders im Osten und Südosten sind die Bautätigkeiten noch in vollem Gange, obwohl auch hier schon ein großer Fortschritt erzielt wurde. An zahlreichen Baustellen wird der Verkehr über etliche Kilometer Schotterpiste umgeleitet. Solche Stellen sind frühzeitig ausgeschildert, so dass man sich rechtzeitig auf die Behinderung einstellen kann. Oft werden mit großem Aufwand neue, begradigte Trassen gelegt. Somit ist zu erwarten, dass sich das Straßennetz in den nächsten Jahren noch deutlich verbessert. Dennoch gibt es immer noch abgelegene Orte, die nur über kilometerlange unbefestigte Pisten zu erreichen sind.

Auch auf gut ausgebauten Schnellstraßen sollte man bedenken, dass man besonders im Landesinnern diese Straßen mit der örtlichen Bevölkerung teilt - und diese ist häufig noch mit Eselkarren oder Wagen mit Hilfsmotoren unterwegs. In der Nacht besteht daher erhöhte Unfallgefahr durch unbeleuchtete Fahrzeuge auf den Straßen.

Innerhalb von Orten oder Städten weisen die Straßen erhebliche Qualitätsunterschiede auf. Hauptstraßen können sechs- oder gar achtspurig ausgebaut sein, während kleine Seitenstraßen im Extremfall ohne jeglichen Belag sind. Auf Seitenstraßen muss mit unerwarteten Schlaglöchern gerechnet werden.

Die Autobahnen sind in einem sehr guten Zustand, relativ leer aber kostenpflichtig. Dafür benötigte man anfangs eine so genannte KGS-Karte. Dieses System ist jetzt durch das HGS-System abgelöst worden. Das basiert auf Vignetten mit einem Transponder. Diese sollte man sich vorher besorgen. Alle Mietwagen sind in der Regel generell mit dieser Vignette ausgerüstet. Eine Barzahlung nicht möglich und nur noch wenige Mautstellen besitzen eine Alternative mit dem KGS System. Dafür sind die Gebühren übersichtlich und übersteigen auch für längere Strecken kaum 10TL.

Fahrstil[Bearbeiten]

Der Fahrstil in der Türkei unterscheidet sich deutlich von dem in Westeuropa oder Deutschland. Das macht sich besonders innerhalb der Städte bemerkbar.

Jegliche Lücken zwischen Fahrzeugen werden gerne zum eigenen Vorteil ausgenutzt. Das gilt auch für Lücken, die eigentlich als Sicherheitsabstand gedacht waren oder die eine Kreuzung freigehalten hätten. Fahrspuren werden häufig und plötzlich gewechselt, wenn die andere Spur ein etwas schnelleres Vorankommen verspricht. Dabei wird das Schneiden anderer Fahrzeuge in Kauf genommen. Besonders vor roten Ampeln oder bei zähflüssigem Verkehr werden die markierten Fahrspuren eher als freundliche Empfehlung verstanden. So können vor einer Ampel einer eigentlich zweispurigen Straße auch schon mal vier Fahrzeuge nebeneinander stehen.

Es wird reger Gebrauch von Hupe und Lichthupe gemacht. Der Fahrer eines anderen Autos wird durch ein kurzes Hupen darauf aufmerksam gemacht, dass man sich im Wege steht (fährt). Ebenso wird oft vor dem Überholen oder beim Vorbeifahren an einem Fahrzeug, das möglicherweise in den Verkehrsfluss einscheren will, gehupt. Ortskundige Fahrer machen andere durch kurzes Hupen darauf aufmerksam, dass die rote Ampel in wenigen Sekunden grün wird.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Modernes Wagenmaterial am Bahnhof Haydarpaşa

Ist die Fahrt mit der Bahn aus Europa in die Türkei zur Zeit wenig attraktiv, so hat sich innerhalb des Landes die Situation für Bahnreisende gegenüber den letzten Jahrzehnten verbessert. Nach Zeiten des Niedergangs gibt es inzwischen Investitionsprogramme. So werden auf zahlreichen Strecken mittlerweile moderne und saubere Fahrzeuge eingesetzt. Zudem sind erste Neubaustrecken in Betrieb, auf denen die Züge mit bis zu 250 km/h fahren; Weitere in Bau und in Planung.

Die Website der staatlichen Türkischen Bahngesellschaft TCCD bietet die meisten Informationen nur in Türkisch, das auf der Seite aufrufbare Angebot in Englisch beschränkt sich auf die wenigen internationalen Verbindungen. So findet man Fahrpläne im Internet nur begrenzt. Gedruckte Fahrpläne gibt es nicht, nur in den Bahnhöfen sind die aktuellen Fahrpläne angeschlagen.

Fernweh nach dem Osten
Fernweh nach dem Vansee

Die Fahrpreise für die Bahn sind günstiger als die der Busse.

Durch den Tunnel unter dem Bosporus verkehrt seit dem Oktober 2013 eine S-Bahn. Der weitere Ausbau des Marmaray-Projekts mit dem Verkehren von Fernverkehrszügen zwischen Europa und Asien soll im Juni 15 abgeschlossen sein. Bis dahin kommt es wegen der Bauarbeiten an den Zufahrtsstrecken zu Einschränkungen im Bahnverkehr von und nach Istanbul. Nach der Inbetriebnahme soll der asiatische Bahnhof Istanbuls Haydarpaşa zugunsten eines zentralen Bahnhofes aufgelassen werden.

Attraktive Verbindungen gibt es zwischen Istanbul und Ankara, man kann wählen zwischen (langsamen) Verbindungen über Nacht im Schlafwagen oder schnellen Verbindungen tagsüber mit Umsteigen in Eskişehir, zwischen Eskişehir und Ankara auf einer Neubaustrecke. Auch zwischen Ankara und Konya gibt es eine neue Schnellfahrstrecke, auf der die etwa 300 km lange Fahrt in 90 Minuten bewältigt wird.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Innertürkisch sind auch kleine Ortschaften gut per Bus erreichbar. Zu beachten ist, daß viele der in den letzten Jahren neu gebauten Busstationen weit außerhalb liegen. Um zum Busbahnhof zu gelangen bieten manche Unternehmen einen kostenlosen Shuttleservice an. Die Preise für die Reisen sind günstig.
Fährt man als Paar oder Gruppe, sollte man die Tickets zusammen kaufen, ansonsten werden die Sitzplätze nach Geschlechtern getrennt.

Die Busse fahren zu festen Zeiten pünktlich ab und sind in den meisten Fällen sehr ordentlich und sauber. Auf der Fahrt gibt es einen Stewart, der die Passagiere mit Wasser und kleinen Süßigkeiten versorgt. Die Busse verkehren hauptsächlich zwischen Städten und starten vom Busbahnhof, den es in fast jeder Stadt gibt. Besonders angenehm ist es, dass die Busse auch über Nacht fahren, so erreicht man sein Reiseziel schlafend.

Dolmuş[Bearbeiten]

Diese „Sammeltaxis“ sind ein zweckmäßiges und günstiges Nahverkehrsmittel. Sie werden sehr stark auch von Einheimischen benutzt und bieten wenig Komfort. Die Dolmuschs verkehren immer im größeren Umkreis um Dörfer oder Städte. Haltestellen sind meist mit einem großen D (für „Durak,“ Haltestelle) gekennzeichnet. Ein Einstieg zwischen den Haltestellen ist ebenfalls möglich, hierbei sollte man dem Fahrer entsprechende Handzeichen geben. Zum sofortigen Aussteigen ruft man dem Fahrer „Dur“ („Stopp“) zu, „durakta“ sagt, wer an der nächsten Haltestelle aussteigen möchte. Der Fahrpreis berechnet sich nach Zonen, im Dolmuş sind sie in einer Tabelle angegeben. Eine Fahrt ist preiswert und bleibt in der Regel unter 1 Euro, maximal aber 2 Euro für eine sehr lange Strecke (Fahrtzeit über 30 min.)

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Deniz Otobüsü (schnelle Fähren) sind schnelle (50-60 km/ h) Katamaranfähren, die z.B. Istanbul mit der anderen Seite des Marmarameeres verbinden. Sie können die Reisezeit erheblich verkürzen: Man kann von Yeni Kapı in Istanbul (ein bisschen südwestlich von der Blauen Moschee gelegen) innerhalb von zwei Stunden den Busbahnhof von Bursa erreichen, bei einer tatsächlichen Fahrzeit von weniger als einer Stunde nach Yalova. Ähnliche Verbindungen verbinden verschiedene Teile Istanbuls mit der asiatischen Seite oder Orte weiter oben am Bosporus. Diese Art Fähre wird überall im Land eingesetzt, wo genug Wasser vorhanden ist.

Sprache[Bearbeiten]

Landessprache ist Türkisch. Weitere gesprochene Sprachen sind Kurdisch, Arabisch. In den Touristenzentren (v. a. an der Ägäis-Küste und in Istanbul) kann man sich oft in den meisten gängigen europäischen Fremdsprachen, darunter besonders verbreitet Englisch und Deutsch, verständigen. Deutsch ist vor Englisch die am weitesten verbreitete Fremdsprache. In İstanbul und Antalya ist auch das Russische verbreitet.

Außerhalb der touristischen Zentren ist eine Verständigung manchmal nur in der Landessprache möglich. Wer nicht türkisch spricht, sollte wenigstens ein Wörterbuch dabei haben. Auch in günstigeren Fällen erfolgt die Verständigung häufig nur auf sehr einfachem Englisch oder manchmal auch Deutsch.

Kaufen[Bearbeiten]

Die neue Türkische Lira (Yeni Türk Lirası) wurde am 1. Januar 2005 eingeführt und ersetzt die Türkische Lira (TL). Die alten Scheine waren noch parallel für ein Jahr gültig. Nachdem sechs Stellen gestrichen wurden, ist ein Euro etwa 3,70 YTL wert (Januar 2017).
Vorsicht: Am 1. Januar 2009 wurden wiederum neue Geldscheine eingeführt, mit der Bezeichnung "Türk Lirasi" (statt "Yeni Türk Lirasi"). Die auf YTL lautenden Geldscheine sind seit 1. Januar 2010 ungültig und können nur noch bei der Zentralbank umgetauscht werden.

Euro und Dollar können einfach getauscht werden und werden teilweise in den Touristenzentren auch direkt zur Zahlung angenommen. Jedoch empfiehlt es sich das Geld als erstes auszutauschen. Die Bargeldversorgung am Geldautomaten ist problemlos, manchmal können neben YTL auch Euro oder US-Dollar abgehoben werden. Viele Hotels, Restaurants, Läden und Supermärkte akzeptieren meist auch die gängigen Kreditkarten.

Achtung: Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich davor, altertümliche oder auch nur so aussehende Gegenstände (auch Fossilien oder Münzen) oder jegliche Art von bearbeiteten Steinen (und seien es auch nur simple Kiesel) aus der Türkei mitzunehmen. [1] Der türkische Zoll nimmt regelmäßig Touristen fest, die das versuchen und lässt sie erst nach wochen- oder monatelanger Untersuchungshaft und sehr hoher Geldstrafe frei. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass diplomatische Hilfe in der Regel wirkungslos bleibt. Die Einstufung, welche Gegenstände als altertümlich eingestuft werden, erfolgt ausgesprochen willkürlich und keinesfalls sachgerecht. Wer an speziellen Kunstwerken İnteresse hat, benötigt eine Bescheinigung eines Museums und muss sich damit unaufgefordert beim Zoll melden. Für den normalen Touristen ist es dringend empfehlenswert, auf Reisemitbringsel dieser Art völlig zu verzichten, selbst wenn es sich um offensichtliche Imitate oder nur einfaches Gestein handelt.

Wie auch in vielen anderen Ländern zahlen Touristen sogenannte Doppelte Preise, also einen höheren Preis als Einheimische. Deshalb sind in Touristengegenden bei vielen Läden keine Preise bei den Waren angegeben. Die Händler sind daher auch dem Handel offen. Sie sollten versuchen den Preis mindestens um ein Drittel herunter zu handeln.

Wer einen günstigen Teppich erwerben will, für den gilt eine einfache Regel: Man kauft ihn zu Hause. Dort sind sie wesentlich billiger. Den Teppichhändler unterscheidet eine ganz simple Eigenschaft vom Touristen: Der Händler ist Profi, der Tourist nicht. Er wird sich nie auf ein schlechtes Geschäft einlassen. Teppichschnäppchen gibt es in der Türkei nicht! Anfangsgebote liegen etwa beim fünf- bis zehnfachen des echten Wertes. Wenn man extrem hart verhandelt (damit ist nicht das übliche 3-Minuten-Gefeilsche gemeint), kann man den Preis etwa auf das Doppelte dessen drücken, was man zu Hause bezahlt hätte. Sollte der Kauf-Gaul durchgegangen sein, beachtet unbedingt folgendes: Es ist weit verbreitet, sich den Teppich liefern zu lassen (was prinzipiell funktioniert). Angestellte des Teppichhändlers verkaufen diese Adressen sehr oft gegen Bestechungsgelder an Händler in Mitteleuropa, die sich dann als der Händler von damals ausgeben. Man sei gerade in der Nähe, ein Kunde sei abgesprungen, man habe ganz tolle Teppiche, die könne man aber nicht mit zurücknehmen etc blabla. Jedenfalls könne man super billig Teppiche kaufen, der Händler würde sofort vorbeikommen (Überrumpelungstaktik). Dass da überhaupt nichts günstig ist, versteht sich von selbst.

Wer am Ende der Reise noch ein paar Lira übrig hat, sollte damit nicht auf den zollfreien Einkauf am Flughafen Antalya spekulieren. Dort nimmt man nur Euro.

Küche[Bearbeiten]

Meze, türkische Vorspeisen

Wer türkisches Essen nur mit Döner Kebab verbindet, wird sich wundern, wie schwer es ist, im Land außerhalb der größeren Städte dieses „türkische Fast Food“ zu finden. Die Küche ist vielfältig, verzichtet aber aus religiösen Gründen auf Schweinefleisch. Touristen können in den meisten Restaurants zwar problemlos Alkohol bestellen, dieser ist (insbesondere in den Hotels) aber überteuert. Bier kostet auch i Laden mehr als in der BRD.

Ausländische Gäste sind immer wieder überrascht über die variantenreiche Zubereitung von Gemüse. Das Angebot auf dem Markt macht es deutlich: frisches Gemüse hat in der türkischen Küche den höchsten Stellenwert. Es wird auch gebraten, frittiert oder mit Joghurt serviert. Gemüsegerichte werden allein oder mit Fleisch warm gegessen, mit Reis und Hackfleisch gefüllt (Dolma) oder auch mit Olivenöl zubereitet und kalt gegessen.

Natürlich wird zudem auch Lamm-, Kalb- und Rindfleisch und viel Huhn angeboten. Fisch, das muss auch gesagt werden, ist in den letzten Jahren teuer geworden.

Die gegenwärtige türkische Küche ist das Resultat einer Vermischung der ursprünglichen einfachen nomadischen Kochtradition der türkischen Stämme mit der indischen, persischen, kurdischen und arabischen Küche. Sie bezieht seit ihrer Völkerwanderschaft darüber hinaus Einflüsse aus dem Mittelmeerraum ein. Diese Vielfalt der Einflüsse entwickelte sich durch die Jahrhunderte besonders unter der Prägung der osmanischen Kultur und Lebensweise zur heutigen charakteristischen türkischen Küche.

Die türkische Küche hat auch die griechische und die Balkanküche geprägt. So stammt zum Beispiel der „Zaziki“ aus dem türkischen „Cacık“ und „Cevapcici“ kommt von „Kebap Şişi“ (Kebap-Spieß; Spießbraten). Auch der „Jogurt“ kommt vom türkischen „Yoğurt“. Döner Kebap wird aus Rind-, Kalb- oder Geflügelfleisch hergestellt. In der Türkei, aber auch in anderen (europäischen) Ländern, wird der Döner auch auf dem Teller serviert.

Imbiss[Bearbeiten]

Köfte
Ciğer, Leber
Kokoreç mit Tomaten und Gewürzen im Brot
Çiğ Köfte, Klopse aus rohem Hack
Hamsi, Sardellen
Pilav, Reis mit Hühnerfleisch
Sütlaç, Milchreis-Pudding
Boza, Hirsetrunk

Gerichte, die man vom fliegenden Händler auf die Hand oder am Imbiss bekommt.

Fleisch

Köfte = Lammhack mit Kräutern.

Ciğer = Die Leber, am Spieß oder auf dem Teller Gericht, ist ein traditionelles Gericht, das mit Grünzeug gereicht wird.

Çiğ Köfte = Rohklops, aus rohem Hack, allerlei Gewürzen und Salatblättern, wird mit extremer Hygiene zubereitet.

Et Dürüm = Fleischrolle, das Fleisch ist in ein dünnes Fladenbrot gewickelt

İçli Köfte = Gefüllter Klops, gefüllt mit Lammhack, Bulgur, Walnüssen und Gewürzen

Islak Hamburger = Nasses Hackbrötchen ist die Mantschversion eines Hamburgers mit Knoblauchsoße

Suçuk Dürüm = Knoblauchwurst-Rolle, statt Fleisch wird angebratene scharfe Knoblauchwurst eingerollt.

Tantuni = Fleischröllchen in Brot

Kelle Paça Çorbası = Lammkopfsuppe

Kokoreç = Hammeldarm-Brot, geröstet, heiß und scharf

Fisch und Meeresfrüchte

Balık Ekmek = Fischbrot, ein Viertel Baguette, mit gebratenem Makrelenfilet, grünem Salat und Zwiebeln

Midye Tava = Miesmuschel-Spieß, entweder mit Reis gefüllt (Dolma) oder paniert und frittiert (Tava), mit Knoblauchsoße

Hamsi = Sardellen gibt es auf den Teller und schmecken im Ganzen am besten.

Verschiedenes

Pide = Weißbrot mit einer der vielen Füllungen

Menemen = Rührei mit Tomaten und Schinken, heiß in kleine Aluschälchen gefüllt, als Frühstück oder Brunch

Çorba = ist die Suppe, Tavuk Çorbası ist Hühnersuppe mit Nudeln, günstig und wärmend.

Pis Pilav = Kichererbsen-Reis, ein günstiges Gericht, ein Teller mit Kichererbsen, ein etwas Hühnerfleisch, Reis und scharf eingelegter Paprika.

Kestane = Maroni, Esskastanien, im Winter beliebt, über dem Holzkohlenfeuer geröstet.

Sütlaç = Milchreis-Pudding

Getränke

Çay = Schwarztee, wird immer und überall getrunken

Boza = Hirsetrunk, oder auch Weizen- oder Maistrunk, ein halbfermentiertes Getreide, mit dicklicher Konsistenz und fruchtigen Geschmack.

Siehe auch[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Nachtleben in der Türkei ist unterschiedlich: Städte wie Istanbul, Ankara oder Antalya sind reich an Möglichkeiten und schlafen niemals, doch in den Dörfern der Türkei ist es Nachts eher ruhig. In den Touristenorten an der Südküste ist während der Hauptsaison von Juni bis September in den Freiluftdiskotheken, Strandbars und Lokalen ebenfalls immer etwas los.

Unterkunft[Bearbeiten]

Nicht verheiratete Paare erhalten - streng genommen - kein gemeinsames Zimmer. Hiermit gibt es in der Westtürkei und vom Tourismus geprägten Gegenden keine Probleme. Es empfiehlt sich in ländlicheren Gebieten, Eheringe zu tragen, selbst wenn man nicht verheiratet ist oder sich zumindest als Ehepaar auszugeben und auf der Meldekarte am Check-In das Feld „Datum der Heirat“ auszufüllen. Die Handhabung kann sich jedoch in verschiedenen Gegenden und auch Orten stark unterscheiden.

öğretmenevi - Lehrerhäuser[Bearbeiten]

Das öğretmenevi = Lehrerhaus, findet man in fast jeder Stadt der Türkei. Es handelt sich dabei um hotelartige Unterkünfte, die vom Staat für durchreisende Bildungspersonen unterhalten werden. Wenn genug Platz vorhanden ist, sind die öğretmenevi aber für jedermann zugänglich. Der Standard der Zimmer ist mit einem einfachen Hotel vergleichbar (sauber, TV, Dusche mit heißem Wasser, z.T. freies Internet). Eine Übernachtung kostet ca. 35 TLY pro Person, Frühstück (Kahvalti) gibt es für 5 TLY extra. Lehrerhäuser liegen meistens etwas abseits des Stadtzentrums und sind in der Regel in pinkem Farbstil gehalten und mit dem Signet des Bildungsministeriums (ein aufgeschlagenes Buch mit Fackel) versehen. Um die Unterkunft zu finden fragt man nach "öğretmenevi" oder benutzt den Adressfinder auf www.ogretmenevim.com.

Lernen[Bearbeiten]

In vielen Städten wird Türkischunterricht vor Ort angeboten. Das Kursangebot geht hier vom Crashkurs über Einsteigerkurse bis hin zur Klassengröße. Die Kursdauer beträgt meistens zwischen einer und 12 Wochen.

Angebote findet man z.B. in

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Religiöse Feiertag durchlaufen aufgrund der Orientierung am muslimischen Kalender die Jahreszeiten. Nationale Feiertage sind

Datum Name Bedeutung
1. Januar Neujahr
23. April Unabhängigkeitstag (und zugleich Tag des Kindes)
19. Mai Atatürk-Gedenktag und Tag der Jugend
30. August Tag der Befreiung
29. Oktober Tag der Republik

An religiösen Feiertagen haben viele Geschäfte geschlossen. Der Fastenmonat Ramadan ist 2017 vom 26. Mai 2017 bis zum 25. Juni 2017.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Gewaltkriminalität in der Türkei ist relativ niedrig. Es gibt aber Taschendiebstahl und Betrug, wozu auch massiv überzogene Preisforderungen im Bazar oder von Taxifahrern gehören.

Aufgrund der Auseinandersetzung mit der PKK ist die Anschlagsgefahr auch für Touristenzentren erhöht.

In der Türkei ist in etwa das verboten, was auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten ist. Jegliche politische Kritik am türkischen Staat, an Kemal Atatürk und Sympathie für terroristische Organisationen sollten allerdings unbedingt unterbleiben. Drogenbesitz und Konsum steht unter strengsten Strafen. Der Filmklassiker 12 Uhr nachts – Midnight Express schildert eindringlich was ausländische Drogenkonsumenten erwartet.

Bei der Polizei wird zwischen Polis und Jandarma unterschieden. Die Polis entspricht etwa dem, was im deutschsprachigen Bereich die Polizei ist. Die Jandarma sind eine am ehesten der Bundespolizei vergleichbare Polizei, die auch für die Terror-Bekämpfung und den Grenzschutz zuständig ist. Sie ist kriegstauglich bewaffnet und vor allem in grenznahen Gebieten im Süden und Osten oft in Kampfanzügen anzutreffen. Die Notrufnummern sind 155 für die Polis und 156 für die Jandarma.

Streunende Hunde sind in der Türkei weit verbreitet. In der Regel halten sie jedoch einen respektvollen Abstand von Menschen, so dass keine Gefahr von ihnen ausgeht. Man sollte seine Tierliebe im Zaum halten und sie nicht zur Zutraulichkeit ermutigen. Alleine schon deshalb, weil jedes Tier mit großer Wahrscheinlichkeit einen ganzen Zoo von Ungeziefer mit sich herum trägt.

Unbedingt sollte man den Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amtes beachten, da die Türkei ein Nachbarland von Syrien und dem Irak ist, welche sich zur Zeit im Bürgerkrieg befinden.

Gesundheit[Bearbeiten]

Auch in vielen Touristenzentren gibt es sie noch ab und zu: die Stehtoilette. Klopapier gibt es nicht, dafür einen Wasserschlauch, mit dem man dann umgehen lernen muss. Wer an Papier und Seife hängt, sollte selbst einen Vorrat mitführen. Ebenso kann wegen der Verstopfungsgefahr auch ein Eimer neben der Toilette stehen, in den das Toilettenpapier soll.

Die medizinische Versorgung ist gut. Apotheken finden sich in allen größeren Orten. Da aber die Türkei zum Teil recht dünn besiedelt ist, kann der Transport in ein Krankenhaus schon mal etwas dauern.

Klima[Bearbeiten]

Während die kalten Nordwinde für die Gegenden am Bosporus Schneestürme bringen, kennt man in den Küstenländern des Mittelmeers und des Ägäischen Meers und auf den Inseln winterliche Witterung nur auf den Gebirgshöhen. Die Luft ist, wenige Sumpfstriche ausgenommen, überall rein und gesund. Istanbul hat mit Venedig die gleiche mittlere Jahrestemperatur. Die Türkei gehört zum größten Teil zu der teilariden Regenzone mit dürren Sommern. Die Schwarzmeerküste macht hierbei eine Ausnahme, da man dort selbst im Sommer etwa gleich viele Regentage hat wie in Deutschland. Als Tourist wundert man sich daher oft über die grüne Landschaft mit vielen Wäldern und fühlt sich teils sogar an Alpentäler erinnert. Im Inneren des Landes herrscht ein trockenes Kontinentalklima, das durch heiße trockene Sommer und kalte schneereiche Winter geprägt ist.

Durchschnittliche Tagestiefstwerte/Tageshöchstwerte:

Ort/Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Ankara -6/1 -5/4 -1/10 3/15 6/20 9/24 12/27 12/28 8/24 3/18 -1/10 -3/4
Antalya 6/15 6/16 8/19 11/22 15/27 19/32 22/35 22/35 19/32 15/27 10/22 7/17
Diyarbakır -3/7 -2/9 2/15 7/20 11/27 17/34 22/38 21/38 16/33 10/25 3/16 -1/9
Erzurum -15/-4 -14/-3 -8/3 0/12 4/17 7/22 10/27 10/28 5/23 1/15 -5/7 -12/-1
Istanbul 3/9 3/9 4/11 8/17 12/21 16/26 19/28 19/29 16/25 12/20 9/15 5/11
Izmir 6/12 6/13 7/16 11/21 15/26 19/31 22/33 22/33 18/29 14/24 11/18 8/14
Mersin 6/15 7/16 10/18 13/22 17/25 21/28 24/31 26/32 22/30 17/27 11/21 8/17
Trabzon 4/11 4/11 6/12 9/16 13/19 17/24 20/26 20/27 17/24 13/20 9/16 6/13
Van -7/2 -6/3 -2/7 3/13 7/18 11/24 15/28 15/28 11/24 6/17 1/9 -4/5

Respekt[Bearbeiten]

Selbst in Großstädten wird man türkische Männer kaum in kurzen Hosen sehen. Wenn überhaupt, sollten mindestens die Knie bedeckt sein. Lediglich beim Baden sind Shorts üblich.

Besonders außerhalb touristischer Gebiete sollten sich Frauen zurückhaltend kleiden. Beine und Schultern müssen bedeckt sein. Die Oberbekleidung darf keinen Ausschnitt haben. Offenherzige Kleidung oder Blickkontakt kann als Aufforderung missverstanden werden.

Beim Betreten von Gotteshäusern müssen die Beine vollständig bedeckt sein. Kurze Ärmel sind dagegen akzeptiert, solange die Schultern bedeckt sind. Bei touristisch sehr bedeutenden Moscheen erhalten Besucher manchmal Tücher, um unbekleidete Beine und Schultern zu bedecken. Beim Betreten der Moschee müssen die Schuhe ausgezogen werden. Wer barfuß in Sandalen unterwegs ist, sollte sich vorher im Vorhof der Moschee die Füße waschen. Nicht-Moslems sollten nicht versuchen, die rituelle Waschung der Gläubigen nachzuahmen. Einfaches Waschen der Hände oder Füße ist jedoch in Ordnung. Während des Gebets sollten touristische Besucher im hinteren Bereich der Moschee bleiben.

Die linke Hand gilt in der Türkei (wie in anderen muslimischen Ländern) als unrein. Insbesondere sollte man auf das Benutzen der bloßen linken Hand beim Essen verzichten. Die Unreinheit rührt daher, dass man auf altmodischen Toiletten mit der linken Hand und Wasser das Gesäß reinigt. Allerdings gelten derartige Verhaltensregeln nur für ländlich geprägte Gegenden. Aus dem gleichen Grund sollte man auch darauf achten, dass man beim weit verbreiteten Grüßen aus der Ferne durch Zuwinken stets die rechte Hand benutzt.

Ein Besuch der türkischen Dampfbäder (Hamam) steht auch Touristen offen, sofern sie sich an die örtlichen Gegebenheiten halten - Eintritt in den Dampfraum nur mit umgelegten Handtuch (peştemal). Viele Hotels bieten im Wellnessbereich auch eine Sauna an, welche aber anders als vielerorts üblich nur in Badebekleidung (oder mit Handtüchern umwickelt) betreten werden sollte.

Beim Betreten einer türkischen Wohnung ist es üblich, die Schuhe auszuziehen.

Für Türken nimmt die Großfamilie einen wesentlich höheren Stellenwert ein als es im deutschen Sprachraum der Fall ist. Wer alleine reist wird ständig mit der Frage konfrontiert, warum man alleine ist, ob man verheiratet sei oder Kinder habe. Eine entsprechende Gegenfrage wird quasi erwartet. Es wird auch gerne nach dem Alter gefragt.

Türken haben ein anders Verständnis von Privatsphäre als Mitteleuropäer. Wer sich an einem öffentlichen Platz aufhält, wird schnell in ein Gespräch verwickelt oder zum Tee eingeladen. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Bauer seinen Traktor anhält, um einen Plausch mit dem vorbeilaufenden Wandersmann abzuhalten oder dass der Besitzer eines Imbissstandes 200 m quer über den Parkplatz läuft um den rastenden Autofahrer zum Tee einzuladen. Solche Einladungen sind ehrlich gemeint und in aller Regel frei von geschäftlichen Hintergedanken.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Mobilfunk

Es besteht eine flächendeckende GSM-Versorgung durch drei Mobilfunkanbieter. Roaming - auch für Datendienste - funktioniert problemlos. Viele Hotels, Restaurants und Buchläden in den Großstädten bieten mittlerweile kostenlose WLAN-Zugänge.

Wer plant, eine türkische SIM-Karte für sein mobiles Gerät zu verwenden, muss dieses bei einer Türkcell-Filiale anmelden. Hiermit ist tatsächlich das Gerät und nicht etwa die SIM-Karte gemeint. Ansonsten wird nach einiger Zeit (30-Tage?) die IMEI-Nummer des Geräts in den türkischen Handynetzen blockiert - und das Gerät versagt seinen Dienst. Zum Registrieren wird ein Reisepass benötigt.

Museen

Die staatliche Verwaltung der Museen gibt auch verschiedene Wert- bzw. regionale Kombikarten aus, die gewisse Vergünstigungen bringen, besonders wenn man einen Ort intesiver besichtigen möchte.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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