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Iran

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Der Iran ist ein Land im Nahen Osten. Die offizielle Bezeichnung ist "Islamische Republik Iran" (pers.: "Jomhouri-e Eslami-e Iran"). Es grenzt im Norden an Armenien, Aserbaidschan, das Kaspische Meer und Turkmenistan, im Osten an Afghanistan und Pakistan, im Süden an den Golf von Oman und den Persischen Golf und im Westen an den Irak und die Türkei.

Lage
Karte des Orients mit eingezeichneter Lage des Iran
Flagge
Flagge des Iran
Kurzdaten
Hauptstadt Teheran
Staatsform Islamisch-Präsidiale Republik
Währung Iranischer Rial (IRR)
Fläche 1,648 Mio km²
Bevölkerung 75 Mio.
Sprachen Persisch
Religionen Mehr als 98 % Muslime (davon ca. 90 % Schiiten, 10 % Sunniten)
Stecksystem 230 V / 50 Hz, Steckertyp C
Telefonvorwahl +98
Internet TLD .ir
Zeitzone MEZ+2,5h

Regionen[Bearbeiten]

Regionen im Iran

Das Land Iran besteht aus 31 Provinzen. Zur einfacheren Übersicht lässt es sich grob in folgende Regionen einteilen:

Aserbaidschan Die Region Aserbaidschan liegt im Nordwesten des Irans an der Grenze zu Irak, Türkei, Armenien und Aserbaidschan. Die Region entspricht im Gegensatz zum heutigen Staat Aserbaidschan der Fläche des historischen Aserbaidschan wie es aus mittelalterlichen Quellen bekannt ist. Provinzen: Ardabil, Ost-Aserbaidschan, West-Aserbaidschan

Kaspische Provinzen Mehrere Provinzen grenzen an das Kaspische Meer und genießen ein komplett anderes Klima als der Rest des Irans. Im Tiefland und an den Hängen des Elbursgebirges regnet es regelmäßig bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die Landschaft ist sehr grün. Provinzen: Māzandarān, Gilān, Golestān

Zentraliran Das iranische Hochland liegt im Regenschatten der umliegenden Gebirge und hat dadurch ein sehr trockenes Klima. Provinzen: Teheran, Qom, Fārs, Kerman, Yazd, Isfahān, Semnān

Westiran Provinzen: Alborz, Hamadān, Lorestān, Kermānschāh, Ilam, Kordestān, Markazi, Qazvin, Tschahār Mahāl und Bachtiyāri, Zandschān, Chuzestān, Kohgiluye und Boyer Ahmad

Chorasan Die Region Chorasan liegt im Osten des Landes an der Grenze zu Turkmenistan und Afghanistan. Die Provinzen stellen den südwestlichen Teil der historischen Region Chorasan, die sich über mehrere Länder in Zentralasien erstreckte. Provinzen: Nord-Chorāsān, Razavi-Chorāsān, Süd-Chorāsān

Baluchistan Baluchistan liegt im Südosten des Irans und grenzt an Afghanistan, Pakistan und den persischen Golf. Provinzen: Sistan und Belutschistan

Golfküste Provinzen: Buschehr, Hormozgān

Städte[Bearbeiten]

Karte des Iran
  • Teheran - Hauptstadt mit ca. 12 Mio. Einwohnern
Capital-Teheran:Azadi square

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Iran ist seit dem 1. April 1979 eine Islamische Republik, nachdem der westlich orientierte Schah (König) gestürzt wurde. Der Klerus regiert diktatorisch, Wahlen gibt es zwar, allerdings werden nur regierungskonforme Kandidaten zugelassen. Da die Mullahs (islamischer Klerus) den Koran gerne wörtlich auslegen, muss der Reisende mit einigen Einschränkungen rechnen (Alkoholverbot, Kopftuchpflicht, ...).

Der Iran ist ein Vielvölkerstaat: etwas mehr als die Hälfte der Einwohner sind Perser, außerdem leben im Iran Aseris, Kurden, Luren, Araber, Belutschen, Kaschkai, Turkmenen und andere; das Bevölkerungswachstum beträgt ca. 1,8 %.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Für die Einreise in die Islamische Republik Iran benötigt man ein Visum (60 €). Dieses wird von der Botschaft in Berlin, Bern, Genf und Wien und den Generalkonsulaten Frankfurt/Main, Hamburg und München ausgestellt. Das Prozedere dauert bis zu 3 bis 6 Wochen. Kann eine Buchungsreferenznummer eines Iranischen Reisebüros angegeben werden, geht die Erteilung schneller. Dazu kommen oftmals separat in Rechnung gestellte Kosten für die Einholung der Visa (wenn keine persönliche Abwicklung möglich ist) bzw. obligatorische Reiseversicherungskosten der iranischen Reiseagentur.

Für die meisten europäischen Bürger gibt es auch die Möglichkeit, bei Ankunft an einem der internationalen Flughafen ein 14-tägiges Visum zu erhalten (Kostenpunkt € 60, kann zeitaufwendig sein - im Februar 2015 etwa 45 Minuten bei Ankunft nachts). Die iranischen Generalkonsulate in Deutschland empfehlen seit einiger Zeit ausdrücklich, das Visum bei der Einreise zu beantragen. Allerdings ist es nicht auszuschließen, dass das Visum ohne Angabe von Gründen verweigert wird und Reisende wieder zurückgeschickt werden. Hilfreich ist das Vorhandensein einer Einladung oder Buchungsbestätigung, am besten mit einer Telefonnummer, die man jederzeit erreichen kann (z.B. Handy). Offiziell muss man auch eine Auslandsreisekrankenversicherung nachweisen können; bei europäischen Einreisenden scheint dies jedoch nicht konsistent eingefordert zu werden.
Man kann auch bereits online eine Bestätigung beantragen, allerdings funktioniert auch dieses Verfahren nur unzuverlässig.

Die Einreise wird israelischen Bürgern und Personen mit israelischen Einreisestempeln verweigert! Das gilt auch für Personen, die Produkte aus Israel oder mit hebräischer Beschriftung mit sich führen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

In Teheran gibt es zwei Flughäfen: Mehrabad Airport (direkt in Tehran) und Imam Khomeini Airport (IKA, 45 Minuten außerhalb der Stadt). Fast alle internationalen Flüge gehen vom IKA ab, während die meisten inneriranischen Verbindungen vom Flughafen Mehrabad abgehen.

In Schiraz gibt es den Flughafen "Shahid Dastghaib International" - am südöstlichen Stadtrand.

Der Isfahan International Airport (nördöstlich außerhalb der Stadt) wird z.B. von AUA von Wien aus direkt angeflogen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Eine Anreise per Bahn über die Türkei von Istanbul ist mit dem einmal in der Woche verkehrenden Trans Asya Zug möglich. Von Van aus der Osttürkei nach Tabriz fährt auch einmal die Woche ein Zug. Aktuell (August 2015) ist der Betrieb des Trans Asia Zuges aufgrund der türkisch-kurdischen Auseinandersetzungen im Osten der Türkei ausgesetzt Seat61. Beide Züge fahren über die Grenzstation bei Razi. Nähere Infos und Zeiten findet man bei der staatlichen türkischen Bahngesellschaft TCDD.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Das zwischenstädtische Busnetz ist sehr gut ausgeprägt, da nach wie vor die meisten Iraner mit dem Bus reisen. Die Einreise mit dem Bus ist über jede Landesgrenze möglich.

Auf der Straße (Motorrad, Auto)[Bearbeiten]

Die Einreise per Landweg ist über die Türkei beim Grenzübergang bei Bazargan möglich. Eine Einreise mit dem eigenen Fahrzeug erfordert ein Carnet de Passage. Weitere Grenzübergänge sind aus Turkmenistan bei Badj-Giran, Sarakhs, Loftabad und Pol; aus Armenien bei Nurduz-Mogri und der Übergang Mirjaveh aus Pakistan.

Im Iran sind normalerweise keine Motorräder über 250 Kubikzentimeter zugelassen. Ausnahmen bestehen für Touristen und Iraner deren Motorräder sich bereits vor 1979 in deren Besitz befanden. Entsprechend groß ist die Neugier wenn man mit einer größeren Maschine unterwegs ist.

Treibstoffversorgung[Bearbeiten]

Benzin kann an Tanksäulen nur mit Tankkarten getankt werden. Touristen, die mit eigenem Benzin-Fahrzeug über die türkisch-iranische Grenze einreisen, können beim Büro der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft (National Iranian Oil Company NIOC) in Maku (ca. 30 km hinter der Grenze) Tankkarten für 150 oder 300 Liter beantragen. Der Liter Benzin kostet IRR 5000,- zu denen an der Tankstelle noch zusätzlich IRR 1000,- pro Liter bezahlt werden müssen (Gesamtpreis also IRR 6000,- entsprechend ca. 0,47 €). Wird mehr Benzin benötigt oder ist die Karte verloren, dann kann beim NIOC eine neue Karte beantragt werden. Bei verlorener Karte muss eine Verlustbestätigung vorliegen. Laut Auswärtigem Amt vom Februar 08 steht bei Nachfragen Herr Ansarian, Bazargan Customs, Tel. 0914-1411317 zur Verfügung.

Achtung Dieselfahrer: Im Iran gibt es keine privaten Diesel-PKW. Demzufolge ist das Tankstellennetz für Diesel dünner als das für Benzin. Laut Auswärtigem Amt scheinen sich die Bestimmungen für Dieselfahrzeuge seit Herbst 2009 dahingehend geändert zu haben, dass nunmehr offenbar der Kauf einer Diesel-Tankkarte obligatorisch ist. Der Preis soll je nach Grenzübergang und Art des Kfz stark (zwischen 450 und 1.000 Euro) schwanken.

Reisende mit Motorrädern berichten, dass im Frühjahr 2009 keine Tankkarte notwendig war. Der Tankwart steckte eine eigene Karte ein und man bezahlte bei ihm.

Tipp - immer hinter den PKWs anstellen, die tanken Benzin da Diesel nur von LKW getankt wird.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Die Einreise auf dem Landweg ist an den bereits oben aufgeführten Grenzübergängen problemlos möglich.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt eine regelmäßige Fährverbindung von den Dubai und Sharjah nach Bandar-e-Abbas bzw. Bandar-e-Langeh.

Mobilität[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Man kann den Verkehr euphemistisch als exotisch, unkonventionell und individuell bezeichnen. So sind Überholvorgänge solange möglich, solange die Straße breit genug ist. Das können dann auch mal drei oder vier Fahrzeuge nebeneinander sein. Es gilt auch der alte Grundsatz; Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.. Mit etwas Gelassenheit und Anpassung kommt man gut durch. An Freitagen herrscht besonders reger Verkehr, da dann zahlreiche Bürger ihren "Sonntagsausflug" machen. Das Straßennetz selbst ist gut ausgebaut und in gutem Zustand.

Busse, Bahn und Taxi[Bearbeiten]

Das Busnetz im Iran ist sehr gut ausgebaut und es existieren regelmäßige Verbindungen zwischen den größeren Städten und zumindest eine tägliche Verbindung zwischen den kleineren Städten des Landes. Es gibt zwei Busklassen, die älteren Mercedesbusse und die teureren, aber komfortableren Volvobusse mit Klimaanlage. Dennoch sind auch die Preise für Volvobusse für westeuropäische Verhältnis sehr billig, so zahlt man für die Fahrt in einem Volvobus von Mashhad nach Tehran (ca. 14 Stunden) weniger als 10 Euro. Es ist empfehlenswert, das Ticket für die Busse zu reservieren, da Überbelegungen in der Regel nicht akzeptiert werden. Die Billetts kann man bei den Busbahnhöfen reservieren, oder manche Busgesellschaften betreiben Büros in den größeren Städten, wo ebenfalls Reservierungen entgegengenommen werden. Bei längeren Strecken stoppt der Bus alle paar Stunden, sodass eine Mahlzeit oder ein Imbiss eingenommen werden kann.

Zwischen Städten, die nahe beieinander liegen, und von Teheran in Richtung Kaspisches Meer verkehren oft Minibusse, die ein bisschen teurer sind als die Busse, die die gleiche Strecke fahren. Die Minibusse fahren in der Regel ab, wenn der Bus voll ist.

Ebenfalls zwischen Städten, die nahe beieinander liegen, verkehren oft Sammeltaxis (Savari). Das Prinzip ist hier, dass jeder einen Sitzplatz zahlt. Nimmt man das Taxi alleine, so zahlt man soviel, wie das Taxi vollbesetzt eingebracht hätte. Als Tourist wird einem oft der Beifahrersitz angeboten, der in der Regel aber doppelt so teuer ist, wie ein Sitz in der hinteren Reihe. Savaris haben den Vorteil, dass sie um einiges schneller sind als Busse, dafür aber einiges mehr kosten. Für die Fahrt von Tehran nach Qom (ca. 2 Stunden) zahlt man 20000 Rial, also ca. 2 Euro. Savaris warten in der Regel in der Nähe von Busbahnhöfen, wo die Fahrer ihr Ziel ausrufen. Das Savari startet, sobald es voll ist.

Das Bahnnetz des Iran ist ziemlich weitmaschig und verbindet alle Landesteile miteinander, es sind sogar einige neue Bahntrassen in Planung. Weitere Infos unter RAJA, wo man eine Übersicht des Streckennetz und Fahrzeiten abfragen kann.

Innerhalb der Städte gibt es ein gutes Bussystem, das jedoch für Touristen schwierig zu benutzen ist, da die Busse ausschließlich auf Farsi beschrieben sind. Die Preise sind selten über 50 Toman (5 Eurocent) für eine Busfahrt. Bustickets kauft man vorher bei kleinen Ticketkiosks und gibt das Ticket beim Aussteigen dem Buschauffeur.

Einfacher zu benutzen sind Taxis. Normalerweise sind sie Sammeltaxis und verkehren auf festen Routen, es ist aber möglich, dass man das Taxi alleine mietet (man sagt dem Fahrer "Därbäst" (zu deutsch "mit geschlossener Tür")), dann zahlt man aber so viel, wie das Taxi voll besetzt eingebracht hätte. Um ein Sammeltaxi zu nehmen, stellt man sich an den Straßenrand. Die Taxifahrer werden einen als potenziellen Kunden identifizieren und bremsen gerade soviel ab, dass man das Ziel ins Fenster rufen kann. Liegt das Ziel auf seiner Route, so bremst das Taxi ab, um einen einsteigen zu lassen, falls nicht, so muss man es beim nächsten Taxi versuchen. Eine Fahrt im Sammeltaxis kostet selten über 500 Toman (50 Eurocent), außer in Tehran, wo das Preisniveau höher ist. Es gibt in den Städten jeweils offizielle Taxifirmen, im Prinzip kann aber jedes Auto zu einem Taxi werden, und nicht selten versuchen auch Motorradfahrer, so noch einen Zustupf zu verdienen.

Ein wichtiger Hinweis zur Benutzung von Sammeltaxis in den Städten. Man sollte möglichst vermeiden, dem Fahrer die genaue Adresse sagen zu wollen, bis man diese gesagt hat, ist er schon längst weitergefahren. Besser ist, eine Kreuzung anzugeben, ein Monument, Sehenswürdigkeit oder aber einfach "mostaghim" (geradeaus) zu sagen, dies kann sehr nützlich sein, denn viele Hauptstraßen im Iran sind lange, schnurgerade Straßen, die die Stadt durchschneiden.

Es ist üblich, dass Privatautos am Straßenrand anhalten um einen mitzunehmen. Teilweise aus Interesse, teilweise aus Hilfsbereitschaft und manchmal auch um Geld zu verdienen. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten. Offiziell ist es fremden Männern und Frauen untersagt sich alleine in einem Auto aufzuhalten. Was bedeutet, dass Frauen besser nicht zu einem oder mehreren Männern in ein Auto steigen sollten, es sei denn sie haben einen Begleiter dabei. Denn die Einhaltung dieses Gesetzes wird strengstens und von einer eigenen Polizeitruppe bewacht. Ausgenommen sind Fahrer, die eine Mitnahmelizenz (also Taxifahrer oder Ajancfahrer) dabeihaben.

In den größeren Städten gibt es zudem Privattaxiunternehemn die kurz Agance genannt werden. Dabei handelt es sich nicht um ein Taxi im klassischen Sinne, sondern um ein Leihauto mit eigenem Chauffeur, das man telefonisch bestellt. Es ist möglich einen Aganci für eine bestimmte Zeit vorzubestellen. Der Agance-Service ist teurer als ein normales Taxi, wird aber oft bevorzugt, da die Autos besser gepflegt und daher sicherer sind und den Gast direkt vor der Haustür abholen. Zudem ist der Besteller der einzige Gast des Autos, es werden keine anderen Fahrgäste unterwegs mitgenommen. Das Auto ist nur mit Fahrer zu mieten. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Limousinen, sondern um ganz normale Privatautos. Anders als beim Taxi können die Fahrer des Agance-Service auch als Tourguide oder Einkaufshilfe beansprucht werden. Sie werden nicht nach km sondern nach Zeitaufwand bezahlt und sind nicht an den Wagen gebunden.

Bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sollte darauf geachtet werden, dass sich kein Mann neben eine Frau setzt, die nicht mit ihm verwandt ist. In den Stadtbussen ist es gar so, dass die Männer vorne im Bus sitzen, während die Frauen hinten im Bus sitzen. Die Frauen müssen, um das Busbillett dem Fahrer zu übergeben, aussteigen und das Billett dem Fahrer durch die Vordertüre reichen, dabei dürfen sie aber nicht auf dem Trittbrett stehen. Das Prinzip dreht sich um, wenn es sich um eine Busfahrerin handelt. Dann sitzen die Frauen vorne und die Männer hinten. Im Prinzip sollte sich im Taxi keine Frau neben einen Mann setze, der nicht mit ihr verwandt ist, in der Praxis wird das aber nicht so streng gehandhabt.

In Teheran existiert zudem ein U-Bahnnetz, ein Billett kostet 2500 Rial (20 Eurocent). Zusätzlich gibt es Tageskarten für 4.500 Rial, 3-Tageskarten für 9.000 und Wochenkarten für 17.000 Rial. Die "Metro" ist sehr sauber, modern und gut organisiert. Der erste und der letzte Wagen sind ausschließlich für Frauen reserviert, es ist aber durchaus üblich, dass sich Frauen auch in die anderen Wagen begeben. Allerdings begibt sich nie ein Mann in einen Frauenwaggon.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache Farsi (Persisch), Aseri (Türkisch), Kurdisch, Masandarani, Gilaki. Gesprochen werden zudem viele Dialekte wie z.B. Yazdi, Isfahani, Balochi, Lori. Auf Englischkenntnisse kann man nur begrenzt hoffen. Einige Iraner sprechen sehr gut Englisch und vereinzelt auch Deutsch, die Mehrzahl hat dagegen nicht mal rudimentäre Kenntnisse.

Kaufen[Bearbeiten]

Die Währung kann auch in Deutschland getauscht werden, allerdings ist der Wechselkurs im Iran weit besser. In Hotels werden oft Euro und Dollar als Zahlungsmittel akzeptiert. Kreditkarten werden nur in wenigen internationalen Hotels akzeptiert. Bankautomaten sind zwar vorhanden, akzeptieren allerdings keine ausländischen EC- oder Kreditkarten. Daher muss ausreichend Bargeld mitgeführt werden.

Man sollte wissen, dass Iraner Preise fast immer in Toman angeben, wobei ein Toman zehn Rial entspricht. Im Zweifelsfall sollte man noch einmal nachfragen, ob Toman oder Rial gemeint sind.

Beim Souvenirkauf ist zu beachten, dass Antiquitäten nur mit Genehmigung ausgeführt werden dürfen.

Küche[Bearbeiten]

In jeder Stadt wird man Kababis finden, die vor allem eines, nämlich diverse Kebabs im Angebot haben. Kebabs werden als Spießchen serviert, dazu gibt es eine Portion Reis. Des Weiteren findet man in vielen Städten Restaurants, die eine iranische Version von Pizza im Angebot haben sowie viele Stände, die Sandwiches oder Hamburger verkaufen. In den Teehäusern kann man neben Tee und Wasserpfeife auch oft ein Dizi bestellen, eine Art Suppe mit Gemüse, das zusammen mit Fladenbrot gegessen wird. Viele bessere Restaurants bieten neben verschiedensten iranischen Gerichten auch die Spezialität der jeweiligen Stadt/Region - gerade auf einer Rundreise kann man so hervorragend die Vielfalt der iranischen Küche kennenlernen. Das Frühstück besteht oft aus Fladenbrot mit Käse, Honig oder Konfitüre. Das Fladenbrot lässt sich in verschiedenen Arten unterteilen. So ist zum Beispiel eines der besten das Sangak, welches knusprig, frisch und sehr warm verzehrt wird.

Alkoholische Getränke wie alkoholisches Bier und Wein sind im Iran nicht gestattet. Stattdessen findet man hier alkoholfreies Bier. Eine Besonderheit ist leicht gesalzener und mit Wasser verdünnter Trinkjoghurt, welcher ab und zu auch mit Eiswürfeln serviert wird.

Nachtleben[Bearbeiten]

Ausgangsmöglichkeiten sind im Iran sehr beschränkt.

Es gibt in jeder Stadt Kinos, die fast ausschließlich iranische Produktionen zeigen (ohne Untertitel). In vielen Städten gibt es auch Theateraufführungen. Discos gibt es im Iran nicht.

Der Ausgang der Iraner besteht im wesentlichen darin, die Verwandten zu besuchen. Sehr beliebt im Iran ist das Picknick, besonders am Freitagabend (das iranische Wochenende ist am Donnerstag und am Freitag) sind die Parks voll von picknickenden Familien, sehr schön auf dem Imam Square in Isfahan. Ein beliebter Treffpunkt sind auch die Teestuben (Tschai-khane), wo Tee und Wasserpfeifen angeboten werden. Gewisse gehobenere Restaurants bieten Live-Musik an.

Unterkunft[Bearbeiten]

Insbesondere während der 14-tägigen Schulferien nach dem iranischen Neujahrsfest Nouruz sind viele Hotels ausgebucht. Da der Tourismus immer mehr boomt, werden die Hotelkapazitäten auch immer öfter erreicht, was der Grund für oft sehr hohe Preise ist, der Hotelstandard kommt mit den gestiegenen Preisen "aber nicht mit". Jedenfalls sind die Hotels aber allesamt sauber und sehr freundlich.

Lernen und Studieren[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
11. Februar Tag der Islamischen Revolution Nationalfeiertag
19. März Verstaatlichung der Ölförderung
21. März Nouruz Iranisches Neujahrsfest, viertägig
1. April Tag der Gründung der Islamischen Republik Nationalfeiertag
1. Mai Tag der Arbeit
26. Mai 2017 - 25. Juni 2017 Ramadan islamischer Fastenmonat

Islamische Feiertage richten sich nach dem Mondkalender und verschieben sich alljährlich. Zu den religiösen Feiertagen gehört der Geburts- und Todestag sowie die Himmelsfahrt des Propheten Mohammed, der Todestag des Imams Khomeini, der Geburtstag des 12. Imams, Muhammad al-Mahdi, und der Todestag des Imam Ali.

Sicherheit[Bearbeiten]

Reisen in den Iran sind grundsätzlich so sicher wie in jedes andere touristische Land! Andere diesbezügliche Meldungen sind längst überholt und renovierungsbedürftig. Es besteht kein Sicherheitsrisiko (weder für Frauen, noch für jüdischen Menschen - sämtliche abrahamitischen Religionen genießen weitgehende Religionsfreiheit. Dies gilt auch für Homosexuelle sowie politische bzw. religiöse Minderheiten, wenn neben allgemeinen auch einige spezielle Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Das Gepäck nicht unbeaufsichtigt lassen, nicht mit Schmuck (was hat der auf Reisen verloren?) oder Geld protzen - auch wenn Taschendiebstahl nicht häufiger vorkommt als anderswo.
  • Den Pass oder die Identitätskarte nie aus den Händen geben (in vielen Hotels, besonders in Isfahan und Teheran wird jedoch verlangt, dass der Pass zum Schutz vor Diebstahl an der Rezeption deponiert wird).
  • Nicht in den Konflikt mit dem iranischen Gesetz kommen (besonders Alkohol und Drogen jeglicher Art, die Strafen sind sehr hoch). Sexuelle Beziehungen sind nur in der Ehe erlaubt. Homosexuelle Handlungen sind strafbar. Nach iranischem Verständnis unzüchtiges Verhalten wird streng geahndet; teilweise wird es mit der Todesstrafe geahndet.
  • Keine Religionsausübung einer "Nichtmuslimischen Religion" in der Öffentlichkeit.
  • Sich entsprechend kleiden, Frauen mit bedeckten Schultern, Armen und Beinen und mit Kopftuch, Männer mit Hemd oder T-Shirt, auf keinen Fall kurze Hosen (die Bekleidungsvorschriften werden aber nicht mehr so rigoros gehandhabt: T-Shirts und knallenge Jeans sind bei den einheimischen Jugendlichen allerorts zu sehen, das Kopftuch "rutscht auch immer weiter nach hinten"
  • Als Frau (ohne Männerbegleitung) sollte man vorsichtig sein, wenn man mit Männern spricht, gewisse Männer könnten einen als „Freiwild“ betrachten. Oft machen europäische Frauen den Fehler das „Angebot“ lächelnd zu verneinen oder mit dem Mann zu diskutieren. Iranische Frauen sind rigoroser (und das verstehen die Männer dann auch): weitergehen und den Mann ignorieren - und dabei auf keinen Fall lächeln.

Solange man sich an diese Regeln hält, gibt es sicher keinerlei Probleme und es werden die Iraner einen freundlich und herzlich empfangen. Diese Regeln helfen auch, Probleme von Touristen im Iran zu vermeiden, da man um diese sehr bemüht ist und keine negativen Meldungen haben will.

In der Grenzregion zu Afghanistan sowie in den Provinzen Kerman und Sistan-Belutschestan besteht ein erhöhtes Risiko durch Schmuggler und terroristische/kriminelle Elemente. Nach mehreren Entführungsfällen besteht auf der Strecke nach Pakistan Eskortierungspflicht durch die Polizei.

Gesundheit[Bearbeiten]

Leitungswasser ist in den Städten trinkbar. Allerdings sollte man - insbesondere wenn man einen empfindlichen Magen hat - lieber auf das überall preiswert erhältliche Mineralwasser in Flaschen zurückgreifen.
Im äußersten Süden (an der Golfküste) tritt saisonal Malaria auf. Hier kann es nötig sein, eine entsprechende Prophylaxe zu betreiben - Tropenmedizinische Institute geben hier nähere Auskunft.

Klima und Reisezeit[Bearbeiten]

Verhaltensregeln[Bearbeiten]

Der Iran ist eine Islamische Republik, in der alles – auch im täglichen Leben – nach dem Islamischen Gesetz, der Schari'a geregelt ist.
Frauen müssen in der Öffentlichkeit (d.h. außerhalb des eigenen Hotelzimmers) ein Kopftuch sowie einen weiten Mantel tragen, der die Arme und Knie bedeckt. Ein Ganzkörperschleier ist nicht nötig und in den Städten auch bei Iranerinnen keineswegs üblich.
Männer sollten lange Hosen tragen sowie auf ärmellose Hemden verzichten. Normale Kurzärmelhemden sind aber kein Problem.
Generell gilt, dass im Iran die Kleidung eine größere Rolle spielt als bei uns. Wer anständig gekleidet ist, dem wird mehr Respekt entgegen gebracht als jemandem, der aussieht, als hätte er sich drei Wochen lang nicht gewaschen.
Politische Diskussionen in der Öffentlichkeit sollte man nach Möglichkeit vermeiden, schon um den iranischen Gesprächspartner nicht in Verlegenheit zu bringen. Wer früher schon einmal in Israel war, sollte sich Berichte darüber ebenfalls verkneifen.
Alkohol ist offiziell verboten, auf dem Schwarzmarkt allerdings gut zu bekommen. Als Tourist sollte man aber für die paar Wochen der Reise darauf verzichten, denn die Polizei versteht bei angetrunkenen Ausländern keinen Spaß.
Nach iranischem Recht sind sexuelle Beziehungen zwischen unverheirateten Menschen illegal. Deshalb sollten sexuelle Annäherungen insbesondere zu Iranerinnen unterbleiben - die männliche Verwandtschaft könnte sehr ungehalten werden.
Bei Reisen von unverheirateten Paaren werden in der Regel keine Probleme auftreten, so lange man diskret ist. Allenfalls kann einem einmal die Übernachtung in einem gemeinsamen Hotelzimmer verwehrt werden - dies passiert allerdings gewöhnlich nur auf dem Land.
Homosexualität ist ebenfalls illegal und kann sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. Für Ausländer gilt hier das gleiche wie bei heterosexuellen Paaren: Sexuelle Beziehungen zur Iranern sollten unterbleiben, gemeinsam reisende Paare sollten diskret sein.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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