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Afghanistan

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Afghanistan liegt in Zentralasien, wird manchmal allerdings auch Südasien zugeordnet. Die Nachbarstaaten sind im Norden: Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, im Osten: China und Pakistan, im Südwesten: Pakistan, im Westen: Iran.

Lage
Afghanistan in its region.svg
Flagge
Flagge von Afghanistan
Kurzdaten
HauptstadtKabul
StaatsformIslamische Republik
Währung1 Afghani (AFN) = 100 Pul
Fläche652.864 km²
Bevölkerung34,6 Mio.
SprachenDari, Paschtu, teils Usbekisch
ReligionenIslam (Sunniten 80 %, Schiiten 19 %)
Stromnetz220V/ 50Hz +/-50%
Telefonvorwahl+93
Internet TLD.af
ZeitzoneUTC+4.30

Regionen[Bearbeiten]

Karten von Afghanistan

Süden

  • Rigestan (Sandland) – 25.000 km² große Wüstenregion östlich des Flusses Hilmend. Wird von Belutschen beweidet.
  • Dascht-e Margoh – die westlich des Hilmend gelegene Wüste.

Osten

  • Nuristan – erstreckt sich südlich von Kabul und schließt auch den bekannten Khaiberpass nach Pakistan ein.

Westen

  • Sefid Kuh – ist das westliche Gebirgsland Afghanistans. Der wichtigste Siedlungspunkt ist dort die Stadt Herat.

Norden

  • Hindukusch – erstreckt sich ab Kabul nach Nordosten und wird hauptsächlich von Tadschiken, der zweitgrößten Bevölkerungsgruppe Afghanistans, bewohnt.
  • Amudarja – eine der wenigen Ebenen des Landes. Wichtigste Stadt ist Mazar-e-Sharif.

Mitte

  • Panjshir - Gebirgstal nördlich von Kabul
  • Hazarajat - jene Provinzen im zentralen Bergland, die vorwiegend von Hazaras besiedelt sind, u.A. Bamiyan, Daykundi, Ghor, Urozgan.

Städte[Bearbeiten]

Karte von Afghanistan mit ausgewählten Städten
  • Bamiyan – Stadt im Gebirge im Zentrum des Landes, wo einst die großen Buddhastatuen in den Fels geschlagen waren. Auch Möglichkeiten zum Schifahren
  • Faizabad – Provinzhauptstadt von Badakhshan im Nordosten.
  • Ghazni – Provinzhauptstadt im zentralen Westen des Landes.
  • Herat – Oasenstadt im Westen.
  • Dschalalabad – im Osten nahe der pakistanischen Grenze.
  • Kabul – Hauptstadt.
  • Kandahar – im Süden, Zentrum der Paschtunen.
  • Kunduz – im Nordosten an der Straße von Kabul nach Mazar-e-Sharif.
  • Mazar-e-Sharif – im Norden nahe der usbekischen Grenze mit der Blauen Moschee.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Afghanistan ist äußerst trocken und gebirgig, im Hindukusch (Nordosten Afghanistans) sind Gipfelhöhen zwischen 4000 m und 5.000 m häufig, und reichen bis auf 7.485 m (Höchster Berg: Noshak). Nur im Südwesten und im Norden im Grenzgebiet zu Usbekistan und Turkmenistan wird das Land flacher. Der Süden besteht hauptsächlich aus Wüstenlandschaften, die vom längsten Fluss im Lande, dem Hilmend durchzogen sind.

Afghanistan's „Grand Canyon“ – die Band-e-Amir-Seen
Der Hindukusch im Winter
Es gibt aber auch (vergleichsweise) grüne Landschaften…
…neben der doch eher kahlen, hügeligen Landschaft

Klima[Bearbeiten]

Das Wetter ist kontinental geprägt mit starken Temperaturunterschieden während den heissen, trockenen Sommermonaten und den kalten Wintern. Schnee ist im Winter auch in den vergleichsweise niedrigeren Orten durchaus möglich.

Klimadiagramm von Kabul
Klimadiagramm von Kabul
Mitten im Sandstrand – in Afghanistan keine Seltenheit

Geschichte[Bearbeiten]

Ahmad Schah Durrani vereinigte die Pashtunenstämme und gründete 1747 Afghanistan. Das Land diente als Puffer zwischen den britischen und russischen Reichen, bis es 1919 im letzten anglo-afghanischen Krieg seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte. Ein kurzes Demokratieexperiment endete 1973 mit einem Staatsstreich und 1978 mit der Gegenrevolution der Kommunisten. Die Sowjetunion marschierte ein Jahr später ein, um die labile kommunistische Regierung zu stützen und verwickelte sich dabei in einen langen und zerstörerischen Krieg. 1989 zog sie sich unter dem unnachgiebigen Druck der international unterstützten, antikommunistischen Mudschaheddin zurück. In der Folgezeit wurde das Land von Bürgerkriegen erschüttert, bis schließlich 1996 Kabul in die Hände der Taliban fiel, einer 1994 gegründeten, von Pakistan geförderten Bewegung, die das Ende von Bürgerkrieg und Anarchie in Aussicht stellte. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 stürzten die USA und ihre Verbündeten sowie die Nordallianz das Taliban-Regime, das als Schutzmacht für Osama bin Laden verantwortlich gemacht wurde. Die von der UNO initiierte Konferenz in Bonn 2001 ermöglichte es dem Land, sich politisch zu rekonstruieren, dazu gehörten die neue Verfassung, die Präsidentschaftswahlen von 2004 und die Parlamentswahlen 2005. Am 7. Dezember 2004 wurde Hamid Karzai der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes. Das Parlament trat erstmals am 19. Dezember 2005 zusammen.

Anreise[Bearbeiten]

Eine Reise nach Afghanistan ist sicherlich eine Reise ins Ungewisse. Jedoch gibt es hier neben journalistischen und geschäftsbedingten Reisen einen langsam aufkeimenden Tourismus.

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Zur Einreise nach Afghanistan ist für Ausländer ein Visum nötig. Einreiseerlaubnisse für alleinreisende Frauen können schwierig zu erhalten sein.


Es kann sinnvoll sein, für Einreisen über den Landweg, erst in den Nachbarstaaten in der Region die Einreiseerlaubnis zu beantragen. So erfolgt die Ausstellung in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek am selben oder folgenden Tag für US$ 81.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Anreise per Flugzeug ist über die internationalen Flughäfen Kabul, Mazar-e-Sharif, Herat und Kandahar möglich. Mittlerweile fliegen mehrere internationale Fluglinien Kabul an. Von Deutschland fliegen z.B. Qatar und die afghanische Fluggesellschaft Ariana von Frankfurt nach Kabul. Safi Airlines bietet Direktflüge von Dubai, Abu Dhabi, Kuwait, Sharjah und seit 2009 einen Direktflug von Frankfurt nach Kabul sowie von Dubai nach Mazar-e-Sharif an. Mit Turkish Airlines gibt es gute Verbindungen über Istanbul nach Kabul und Mazar-i Sharif.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es exisiert keine grenzüberschreitende Bahnlinie für den Personentransport. Es gibt in Afghanistan überhaupt - außer ein paar Stichstrecken bis kurz nach der Grenze für Güterzüge - keine Eisenbahn. Allerdings gibt es einige nennenswerte Zugverbindungen in die Grenznähe wie z.B. in Usbekista von Samarkand oder Duschanbe nach Termiz, in Turkmenistan von Aschchabad nach Serhetabad oder Atamyrat, im Iran von Mashhad nach Khaf oder in Pakistan bis Quetta/Chaman oder Peschawar/Torkham. Am ehesten wird die Einreise mit Personenzügen in Zukunft vom Iran aus möglich sein. Eine grenzüberschreitenden Linie von Khaf wird bis Herat gebaut und endet derzeit auf halber Strecke zwischen Grenze und Herat.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Eine reguläre Busverbindung besteht zwischen Herat und Mashad im Iran. Aufgrund des Drogenschmuggels sind die Grenzkontrollen jedoch sehr ausführlich, Verzögerungen sind vorprogrammiert. In der Regel muss man mit Bussen ab/bis Grenze fahren und die Grenze selbst zu Fuß überqueren.

Auto/Motorrad[Bearbeiten]

Die Anreise ist über Peschawar in Pakistan über den Khyber Pass, von Quetta in Pakistan nach Kandahar, von Mashad im Iran nach Herat, von Usbekistan nach Mazar-e-Sharif, von Tadschikistan über Panji Poyon/Shir Khan Bandar oder Ischkaschim und von Turkmenistan über Serhetabad oder Kerki/Andkhoy möglich. Alle diese Strecken sollten nur bei Tag und wenn möglich in Begleitung gefahren werden. Über den Khyber-Pass ist Begleitung obligatorisch. Generell stellt die Reise auf der Straße ein erhöhtes Risiko dar. Es ist unbedingt erforderlich, bei Reisen auf dem Landweg in Afghanistan sich tagesaktuell über die Sicherheitslage der durchfahrenen Regionen zu informieren.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Der Amudarja, ein Zufluss des Aralsees, ist aus Richtung Turkmenistan bis Termiz an der usbekisch-afghanischen Grenze schiffbar. Die dortige „Brücke der Freundschaft“ (Prozedere der Abfertigung) ist auch die einzige Landverbindung zwischen beiden Ländern. Regelmäßigen Personenverkehr gibt es allerdings nicht.

Mobilität[Bearbeiten]

Innerhalb des Landes sind Minibusse eine gute Transportmöglichkeit. In grösseren Städten gibt es auch Buslinien. Mehrere afghanische Fluggesellschaften (u.A. KamAir, Ariana, Safi Air) fliegen innerhalb des Landes eine Vielzahl von Regionalflughäfen an - meist ab Kabul, manchmal aber auch von Herat oder Mazar-e-Sharif. Flüge gibt es u.A. nach Bamiyan, Kandahar, Herat, Mazar, Maimana oder Nili. In der Regel kann man online buchen, die Preise sind für Europäer moderat (ca. 100 Euro hin+ret), jedoch auf vielen Regionalstrecken wegen kleinen Flugzeugen lange vorher ausgebucht.

Sprache[Bearbeiten]

Die beiden Hauptsprachen des Landes sind Dari (Persisch - Verkehrssprache, über 50% der Afghanen sind Muttersprachler, im Norden verbreiteter) und Paschtu (ca. 35% der Afghanen sind Muttersprachler, im Süden verbreiteter). Mit Englisch ist es zumindest in grösseren Städten möglich sich verständlich zu machen. In ländlichen Gegenden ist eine Grundkenntnis der oben genannten Sprachen wichtig. Grundsätzlich gilt wie überall, dass eine Begrüßung in der Landessprache das Eis schnell bricht. Die Begrüßung ist Salaam aleikum mit der Erwiderung (w)aleikum salaam. Die Schriftsprache ist Persisch, vielerorts ist allerdings auch eine zusätzliche Beschriftung in lateinischer Schrift angebracht.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Neben der einheimischen Währung Afghani bzw. New Afghani ist der Dollar das Hauptzahlungsmittel. Bezahlt wird üblicherweise in bar. Der Handel spielt sich überwiegend auf den Basaren ab, hier ist fast alles erhältlich. Es ist wichtig zu handeln, da von westlichen Touristen ein Vielfaches des eigentlichen Preises eingefordert wird. Handeln gehört hier zur Kultur, es sollte jedoch nicht übertrieben nach unten gehandelt werden.

Beispiel: Eine Burka kostet zwischen 2 und 5 Dollar, verlangt werden gerne erst einmal 15 bis 20 Dollar.

Küche[Bearbeiten]

In der Region des heutigen Afghanistan liegt der Ursprung vieler gebräuchlicher Kulturpflanzen, die in Europa inzwischen zu den Grundnahrungsmitteln zählen, wie etwa Weizen, Erbsen, Möhren und Zwiebeln. Schon früh gelangten zudem über die großen Handelswege, wie etwa der Seidenstraße, kulinarische Kostbarkeiten aus dem Osten nach Afghanistan: Pfirsiche und Rhabarber aus China, Auberginen und Wassermelonen aus Indien sowie – ursprünglich aus Malaysia stammend – die Apfelsine.

Traditionell ist Fleisch, das mit Früchten, Walnüssen und Rhabarber gekocht wird ein wesentlicher Bestandteil der afghanischen Küche. Die Herstellung von Milchprodukten, wie z.B. Joghurt und verschiedenen Käsesorten, geht ebenso auf die Einflussnahme zentralasiatischer Reitervölker zurück, wie die Mehlspeisen Mantu, gedämpfte Fleischtaschen und Aschak, gekochte Lauchtaschen. Reis setzte sich erst in den folgenden Jahrhunderten zunächst als Speise der gehobeneren Schichten durch, wobei hier vor allem der afghanische „Dickreis“ (Rundkornreis – berendsch-e luk) zu erwähnen wäre. Reis und Fleisch bedeuten auch heute noch einen gewissen Luxus, wohingegen das Brot als Grundnahrungsmittel geradezu heilig ist. Zu den Mahlzeiten wird schwarzer oder grüner Tee mit viel Zucker gereicht, der aus der afghanischen Kultur nicht wegzudenken ist.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt einige größere Hotels.

Man kann aber auch in Kabul und in anderen Städten in Gästehäusern übernachten. Das sollte man aber vorher von Leuten, die da wohnen, überprüfen lassen. Der Service ist sehr bescheiden, der Preis aber hoch.

Lernen[Bearbeiten]

Die Universität von Kabul bietet Studiengänge in den Fakultäten Ingenieurswissenschaften, Agrarwissenschaften, Kunst, Wirtschaftswissenschaften, Recht, Islamisches Recht, Sprachwissenschaften, Psychologie, Veterinärmedizin, Naturwissenschaften, Geschichte und Philosophie, Pharmazie und Sozialwissenschaften an. Es besteht eine Partnerschaft mit der FH Furtwangen. Die sehr schöne englische Website ist derzeit noch im Aufbau.

Daneben gibt es die Polytechnische Universität von Kabul. Sie bietet an den drei Fakultäten mit Bauwesen, Elektromechanik sowie Geologie und Montanwesen zahlreiche Studiengänge an. Sie verfügt über eine ausführliche englische Homepage. Es besteht eine Partnerschaft mit der FH Karlsruhe (Link).

Arbeiten[Bearbeiten]

Arbeiten kann man im Rahmen von Hilfsorganisationen sowohl staatlicher als auch nichtstaatlicher (NGOs) Trägerschaft und anderen Unternehmen, die am Wiederaufbau beteiligt sind. Arbeit in Afghanistan selbst zu finden ist sehr schwer, weil es noch nicht viele Arbeitsmöglichkeiten gibt und viele arme Menschen in Afghanistan leben.

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
21.03. Neujahr Neujahr nach dem iranischen Kalender [Nowrouz]
14.03. Ashoura
15.05. Mouloud Geburtstag des Propheten
18.08. Unabhängigkeitstag Unabhängigkeitstag

Sicherheit[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Lage in Afghanistan ist allgemein als nicht stabil zu bezeichnen. Die Regierung hat über große Teile des Landes nur beschränkte Kontrolle und kann daher ihre Schutzfunktion nicht ausführen. In von Taliban kontrollierten Gebieten haben die Taliban eine Art Schattenstaat mit eigenen staatlichen Strukturen wie Behörden und Polizei aufgebaut.

Von Entführungen betroffen sind insbesondere, aber nicht nur, High-Profile-Personen, wie Ausländer, Regierungsbeamte oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen usw. Abgesehen von gezielten Entführungen besteht für Touristen aber alle anderen Menschen auch stets die Gefahr, als Unbeteiligte in Schießereien, Bombenanschläge oder gezielte Attentate zu geraten. Auch eine Gefahr besteht durch Militäraktionen in zwischen Taliban und Zentralregierung umstrittenen Gebieten. Solche Vorfälle können nahezu im gesamten Land ohne Vorwarnung vorkommen, auch wenn manche Provinzen als deutlich sicherer gelten als andere. Zusätzlich zu dem erwähnten besteht natürlich auch eine Bedrohung durch normale Kriminelle, die in vielen Teilen mangels staatlichen Einflusses nahezu ungehindert agieren können.

Es gibt in der Sicherheitslage deutliche regionale Unterschiede. Allgemein gilt der Nordosten (nördlich des Hindukusch und östlich von Mazar-e-Sharif) als sicherer als der Südosten des Landes (vor allem die Grenzregion zu Pakistan, Provinzen Ghazni und Nangahar) und der Westen des Landes (vor allem die Grenzregion zum Iran). Als relativ ungefährlich gelten die zentralen Gebirgsprovinzen wie Bamiyan, Daykundi, Panjshir.

Korruption ist weit verbreitet. Die Straßen haben zahlreiche Kontrollpunkte, wobei Außenstehenden nicht immer erkenntlich ist, ob es sich um offizielle oder illegale Straßensperren handelt.

Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man nicht mehr allein unterwegs sein. Insbesondere nicht auf Straßen, da zum einen die Kontrollpunkte den Weg oft mit einer Kette versperren, die nicht zu sehen ist, und viele Fahrzeuge nur mit wenig bis keiner Beleuchtung unterwegs sind und zum anderen die Wahrscheinlichkeit eines Überfalls rapide ansteigt.

Minen und Kriegsschrott[Bearbeiten]

Nach 30 Jahren Krieg ist das Land mit Minen und Munitionsteilen sowie Kriegsgerät verseucht. Waffen gehören zum Alltag, auch wenn sie nicht überall offen getragen werden.

Grundregeln:

  • Wo kein Einheimischer geht, sollte man auch nicht gehen.
  • Unbefestigte Straßen und Wege, die von Einheimischen nicht benutzt werden, sollte man auch nicht benutzen.
  • Rote Steine, Steinhaufen generell, Holzpflöcke, umgedrehte Plastikflaschen auf Stöcken sind keine Fetische, sondern kennzeichnen Minenfelder. Daneben gibt es noch Totenköpfe oder dreieckige Schilder mit der entsprechenden Aufschrift.
  • Altes Kriegsgerät ist keine Gelegenheit zu spielen oder um heroische Fotos zu machen, sondern eine Gelegenheit zu explodieren.
  • Munition oder Munitionsteile sind kein Souvenir, sondern eine weitere Art zu explodieren.
  • Nicht alles, was man sieht, muss man auch anfassen.
  • Zum Pinkeln hinter einen Baum gehen kann tödlich sein (in ländlichen Gebieten hocken sich viele Einheimische einfach auf den Boden).

Regionale Besonderheiten[Bearbeiten]

Im Südosten finden immer wieder Kampfhandlungen zwischen den US-Streitkräften und Taliban-Kämpfern statt. Weiterhin spielt die Kriminalität im Rahmen des Schmuggels zwischen Pakistan und Afghanistan eine große Rolle. Die Zentralregierung aus Kabul hat hier deutlich weniger Macht als in anderen Landesteilen. Beiderseits der pakistanisch-afghanischen Grenze herrschen die örtlichen Führer. Durch dieses Gebiet führt auch die Straße zwischen Peshawar in Pakistan und Kabul in Afghanistan. Der Grenzübergang ist der Kaiber Pass (auch Khyber Pass genannt), der auf afghanischer Seite nur mit einem bewaffneten Begleiter befahren werden darf.

Der Nordosten war bisher durch die Präsenz der ISAF Truppen relativ sicher. Zusätzlich wirken hier zahlreiche Hilfsorganisationen. In letzter Zeit häufen sich allerdings auch hier Anschläge, vor allem im Raum Kunduz. Hier liegen auch große Mohnanbaugebiete mit der dazugehörigen Infrastruktur und entsprechendem Schmuggel.

Im Westen ist der Drogenschmuggel im afghanisch-iranischen Grenzgebiet eine Gefahr für Reisende.

Die Hauptstadt Kabul ist immer wieder Ort von Attentaten, wobei sich diese auf die so genannte Jalabad-Road zu konzentrieren scheinen. Auch hier ist die Lage wechselnd. Nicht jedes Attentat muss einen politischen Hintergrund haben, auch kriminelle oder persönliche Motive sind Ursache. Das Gleiche gilt für Entführungen, die zur Mitte 2007 hin deutlich zugenommen haben.

Gesundheit[Bearbeiten]

Trotz zahlreicher Hilfsprojekte und zum Teil hervorragender Ausbildung der Ärzte ist die medizinische Infrastruktur sehr schlecht ausgebildet. Wohlhabende Afghanen lassen sich größtenteils im Ausland behandeln. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist obligat. Hier sollte man sich genau erkundigen, ob diese auch für Afghanistan gilt.

Vorbereitung: Die Impfungen gemäß Robert-Koch-Institut sollten beherzigt werden. Der Nordosten des Landes ist von März bis Oktober Malariagebiet, hier ist ein Standby Medikament mitzuführen und gegebenenfalls eine Prophylaxe einzunehmen. Krankheiten wie Tuberkulose sind weit verbreitet. Die Reiseapotheke sollte neben den üblichen Medikamenten gegen Durchfall und Verstopfung auch Antibiotika, sterile Verbandmaterialien und Spritzen mit Nadeln enthalten. Sterile Einmalskalpelle sind auch kein Fehler.

In Kabul gibt es ein Medical Center, das von einer deutschen Hilfsorganisation unterstützt wird, dahin kann man sich wenden.

Bundeswehreinheiten mit Sanitätsdienst sind in Mazar-e-Sharif stationiert.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Afghanistan ist ein muslimisches Land und die Bevölkerung ist in weiten Teilen sehr traditionell und konservativ. Generell sollte man die Religion und Tradition der Menschen respektieren, insbesondere gilt das für das Betreten von Moscheen und Friedhöfen. Entsprechend gedeckte Kleidung für Frauen (Kopf, Knie und Schultern bedeckt) ist wichtig. Auch sollte man keinen Alkohol in der Öffentlichkeit trinken.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Telefon: Weite Teile des Landes, insbesondere die grösseren Städte bieten GSM Abdeckung. Die Karten der beiden großen Netzbetreiber Roshan und AWCC sind problemlos erhältlich.

  • Roshan, +93 (0) 79 997 1333. Diese Gesellschaft bietet den besten Service und die größte Netzabdeckung innerhalb Afghanistans. Die SIM Card kostet ca. 5 $, Gespräche innerhalb Afghanistans kosten ca. 5 Af/ Minute.
  • Afghan Wireless. Die regierungseigene Gesellschaft ist etwas unzuverlässiger und bietet eine geringere Abdeckung als Roshan. Die SIM Card kostet ca. 15 $, Gespräche innerhalb Afghanistans kosten ca. 10 Af/ Minute.
  • Areeba, +93 (0) 77 222 2777. Diese relativ neue Gesellschaft hat die geringste Abdeckung. Die SIM Card kostet ca. 10 $, Gespräche innerhalb Afghanistans kosten ca. 5,5 Af/ Minute.

Das Internet ist derzeit in den größeren Städten im Aufbau. Internetcafés sind ebenfalls in größeren Städten vorhanden.

Post: Zuverlässige Postverbindung gibt es von der Kabuler Hauptpost, zu einem Bruchteil der Kosten wie in Deutschland.

Auslandsvertretungen[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Derzeit wird die deutsche Botschaft wiederaufgebaut und kann selbst keine Rechts- und Konsularangelegenheiten wahrgenommen. Deutsche Staatsangehörige können sich an jede Botschaft eines EU-Mitgliedsstaates oder direkt ans Auswärtige Amt wenden.

Die deutsche Botschaft in Afghanistan befindet sich in Wazir Akbar Khan, Mena 6, Kabul. Die Botschaft ist per Telefon aus Deutschland über 0093-20- 2101512/13/14/15, 030-50 00 71 75 10, 030-18 17 71 75 10, 0228-17 71 75 10 oder 01888-17-7175-10 erreichbar. Die Rufnummer aus Afghanistan ist 020-2101512. Der Bereitschaftsdienst ist aus Deutschland unter 0093-70-276607 oder 0093-799-883 173 und aus Afghanistan unter 070-276607 erreichbar.

Die Postanschrift ist: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 83, Kabul, Afghanistan.

Das in Masar-i-Sharif 2013 neu eröffnete deutsche Konsulat leistet nur Nothilfe.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jason Elliot: Unerwartetes Licht. Reisen durch Afghanistan. Piper, November 2003, ISBN 3492239935; 485 (Deutsch). Taschenbuch
  • Khaled Hosseini: Drachenläufer. Berlin Verlag, 2007, ISBN 978-3-8333-0562-7; 382 (Deutsch). (Roman)
  • Eric Newby: Ein Spaziergang im Hindukusch. Btb, März 2005, ISBN 3442732417; 367 (Deutsch). Taschenbuch
  • Asne Seierstad: Der Buchhändler aus Kabul. Ullstein, 2008 (8. Auflage), ISBN 978-3-548-60430-5; 302 (Deutsch). Taschenbuch

Weblinks[Bearbeiten]

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