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Usbekistan

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Usbekistan liegt in Zentralasien. Das Land liegt an der historischen Seidenstraße und weist eine Unzahl kultureller und architektonischer Schätze auf. Es locken Wüstenstädte wie aus 1.001 Nacht, großartige Moscheen und Medresen (Koranschulen) aus dem Mittelalter, altes Kunsthandwerk und lebendige Städte. Eine Mischung aus mittelalterlichen Bauten, sowjetischen Betonanlagen und modernen usbekisch/islamisch geprägten Bauwerken bestimmt die Städte. Landschaftlich bietet Usbekistan weite Wüsten und Steppen im Westen, Hochgebirge und fruchtbare Landschaften im Osten. Das Land grenzt an Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Turkmenistan.

Lage
noframe
Flagge
Flagge von Usbekistan
Kurzdaten
Hauptstadt Taschkent
Staatsform Republik
Währung Usbekistan-Sum (UZS)
Fläche 447.400 km²
Bevölkerung 30,1 Mio (Juli 2013)
Sprachen Usbekisch 74,3 %, Russisch 14,2 %, Tadschikisch 4,4 %, andere 7,1%
Religionen Muslime 88 % (meistens Sunniten), Orthodoxe 9 %, andere 3 %
Stromnetz 220 V/50 Hz
Telefonvorwahl +998
Internet TLD .uz
Zeitzone MEZ+4h

Regionen[Bearbeiten]

Regionen Usbekistans.jpg

Administrativ ist Usbekistan in 12 Gebiete und die autonome Republik Karakalpakstan. Aus touristischer Sicht haben diese Regionen wenig Bedeutung, sondern man kann sich an den folgenden Regionen orientieren:

Städte[Bearbeiten]

  • Taschkent ist die Hauptstadt Usbekistans und mit 2,5 Mio Einwohnern auch die größte Stadt des Landes. Leider wurde bei einem Erdbeben 1966 sehr viel der historischen Substanz zerstört. Aus sowjetischer Zeit existieren kommunistische Prachtbauten und seit der Unabhängigkeit wird vermehrt versucht den Gebäuden einen usbekischen Baustil zu verpassen.
  • Nukus ist eine Musterstadt sowjetischer Stadtplanung mit weiten Straßen, großen Plätzen und Wohnanlagen. Die Stadt ist auch Hauptstdt der autonomen Republik Karakalpakstan. Über die Grenzen Usbekistans hinaus bekannt ist die Stadt für das Kunstmuseum, das eine exklusive Sammlung russischer Avantgardekünstler enthält die in Usbekistan in Verbannung lebten.
  • Chiwa ist eine alte Oasenstadt wie aus "Tausend und einer Nacht" und wartet mit einer autofreien, weitestgehend intakte Altstadt mit unzähligen Moscheen und Medresen auf.
  • Samarkand bietet verteilt über die Stadt architektonische Kleinode aus der Zeit der Timuriden von Weltrang. Allen voran der Registan - ein Platz mit drei großen Medresen.
  • Buchara ist wie Khiva eine historische Oasenstadt die über 140 Baudenkmäler aufweist. Die Stadt gilt als eine der ältesten Mittelasiens.
  • Termiz ist die südlichste Stadt Usbekistans an der Grenze zu Afghanistan gelegen. Die Stadt zeichnet sich besonders durch das buddhistische Erbe aus.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Moynaq war einst eine große Fischereistadt am Aral-See und liegt heute ca. 80 Kilometer vom Ufer entfernt in Mitten einer Wüste. Heute strahlt die Stadt mit ihren stillgelegten Konservenfabriken und den Schiffswracks im Sand einen eher morbiden Charme aus.
  • Shahrisabz liegt ca. 80 Kilometer südlich von Samarkand. Hier wurde Timur Lenks geboren und Hauptsehenswürdigkeit sind heute die letzten Überreste seines einst prächtigen Sommerpalastes.
  • Das Ferganatal liegt im Osten des Landes und ist die dichtbesiedelste Region Usbekistans. Das Tal bildet fast eine Enklave zwischen Kirgisistan und Tadschikistan und ist Hort des usbekischen Kunsthandwerks (Seidenproduktion und Keramik) und der Agrarproduktion (Obst, Wein). Eingeschlossen von hohen Bergketten, bietet das Tal ein milderes Klima als der Rest Usbekistans und war zu zaristischer Zeit ein Kurort.
  • Die bis zu 2.000 Jahre alten Wüstenfestungen in der Kisilkumwüste, z.B. Ayaz Kala und Toprak Kala
  • Nurota zwischen Navoiy und dem Ayadarkolsee hat unter anderem eine Festung die Alexander der Große gebaut haben soll und eine heilige Quelle.

Hintergrund[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Usbekisches Touristenvisum (2014).

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Noch benötigen die meisten Staatsbürger, inkl. Deutsche, Österreicher und Schweizer, ein Einreisevisum. Dies wird sich im April 2017 ändern. (Stand März 2017: Die Visaerleichterungen wuden auf 2021 verschoben.) Ab dann dürfen Staatsbürger 15 Länder, darunter Deutschland, Österreich und Schweiz, ohne Visum einreisen. [1] Bis dahin muss das Visum vor Abreise bei den Botschaften bzw. Konsulaten in Berlin (zuständig für Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und die Schweiz), Frankfurt (zuständig für Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland) bzw. Wien erteilt werden. Die Gebühren sind nach der geplanten Aufenthaltsdauer gestaffelt: 7 Tage kosten 60 €, 15 Tage 70 €, 30 Tage 80 €. Eine Einladung ist für EU-Bürger nicht mehr notwendig.
Zu beachten ist, dass die Sichtvermerke für Ein- und Ausreise zwischen bestimmten Tagen ausgestellt werden. Man kann zwar nach dem ersten Tag und vor dem letzten Tag der Gültigkeit ein- bzw. ausreisen aber ansonsten ist man auf diese Tage festgelegt. Daher empfiehlt es sich 2–3 Tage extra als Sicherheit zu beantragen, falls einmal ein Flug ausfällt oder ein Bus nicht fährt.
In den zentralasiatischen Nachbarländern ist für Reisende, die über Land kommen möglich, die Beantragung möglich, aber ohne zumindest russische Sprachkenntnisse schwierig. Fast überall ist vor Vorsprache eine Terminvereinbarung spätestens am Vortag zwingend erforderlich.

Bei der Einreise muss eine Zollerklärung in zweifacher Ausführung über die mitgeführten Devisen ausgefüllt werden. Ein Exemplar bekommt man abgestempelt wieder zurück. Bei der Ausreise muss erneut eine Erklärung abgegeben werden und die beiden Exemplaren werden verglichen. Die mitgeführten Barmittel dürfen bei der Ausreise jene von der Einreise nicht überschreiten. Die Zollerklärung sollte äußerst genau ausgefüllt werden, selbst Abweichungen von wenigen Euro können zu hohen Bußgeldforderungen führen. Nicht alle Landgrenzübergänge halten in lateinischer Schrift gehaltene Zollformulare bereit, daher Vordruck zum Ausdrucken. Die Kontrollen können sehr pingelig durchgeführt werden, auch Bücher werden auf staatsfeindliche oder islamistische Inhalte hin kontrolliert. An kleineren Grenzposten kommt es öfter vor, dass sämtliche Photos auf Digitalkameras oder Notebooks begutachtet werden.

In Usbekistan wird von jedem Hotel eine Registrierung bei der Miliz vorgenommen. Hierüber wird jeweils eine Quittung ausgestellt, die Quittungen müssen bei der Ausreise vorgezeigt werden. Bei Fehlen dieser Bescheinigungen bzw. Lücken in der Registrierung beträgt die Mindeststrafe laut Auswärtigem Amt 700 €. In der Praxis werden diese jedoch bei der Ausreise nicht unbedingt kontrolliert.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die einzigen Direktflüge von Deutschland aus bietet Uzbekistan Airways, die Sommer im dreimal und im Winter zweimal von Frankfurt fliegen. Die Flugzeit beträgt ca 6 Stunden. Weitere Möglichkeiten sind mit Turkish Airlines über Istanbul oder Aeroflot über Moskau anzureisen. Dafür ist eine längere Transitzeit einzurechnen.

Manche Gruppenreisenanbieter fliegen mit Chartermaschinen auch direkt nach Usbekistan. Oft entfällt dann der Inlandsflug, da die Gruppen per Gabelflug am Start- und Endpunkt der Reise abgesetzt bzw. abgeholt werden.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt direkte Bahnverbindungen vom Norden aus von Almaty und von Westen aus von Aktau oder Ayrau über Beineu. Es gibt auch direkte Züge von St. Petersburg und Moskau, allerdings beträgt die Fahrzeit hier mehrere Tage. Zugfahrplan und Preisinformation (russ.) Eine Fahrt Taschkent - Moskau kostete 2014 708.000 - 1.150.000 So'm (235 - 385 € nach offiziellem Umtauschkurs)

Inlandszüge führen die Klassen I: CВ, II: Купе (Coupé), III: Плацкарт („Platzkart“), IV: Общий („allgemein“), wobei die erste Klasse etwa das fünffache der Holzbankklasse kostet. Internationale Verbindungen führen nur die ersten drei Klasssen. Für die Hochgeschwindigkeitszüge Afrosiyob (№ 762/760) sowie № 2, 8, 10, 70 die die großen Städte verbinden, gelten andere Klasseneinteilungen und Preise.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem Auto gibt es zwei eher theoretische Anreiserouten:

1) von Mitteleuropa nach Saratow und dann nach Kasachstan hinein bei Oral und weiter über Aktöbe und Kyzylorda nach Schimkent und Taschkent.

2) Alternativ für Abenteuerlustige: bei Vorhandensein eines iranischen und eines turkmenischen Visums kann man auch über Istanbul, Tehran, Mashhad und Aschgabat anreisen. Für den Iran ist ein Carnet de passage notwendig.

Außerdem kann man von Kirgisistan, aus Osch nach Andijan, einreisen. Das Visum kann man sich dabei in Bischkek ausstellen lassen, wobei für Kirgisistan kein Visum benötigt wird.

Mobilität[Bearbeiten]

Platz Registan in Samarkand

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Da Usbekistan sich in der breite über 1.200 Kilometer erstreckt und das Straßennetz ein schnelles vorankommen oft verhindert, empfiehlt sich ein Inlandsflug um viel Zeit zu sparen. Dabei fliegt man in der Regel zwischen Taschkent und Nukus oder Urgench. Die Flüge können günstiger direkt vor Ort gebucht werden. Allerdings sollte man sich auf jeden Fall den Flug rückbestätigen lassen, da die Flugzeiten schon mal kurzfristig geändert werden.

Mietwagen[Bearbeiten]

Mietwagen gibt es in Usbekistan nur inklusive Fahrer. Ein Auto mieten und selber fahren ist nicht möglich.

Taxi[Bearbeiten]

Wenn man sich nicht auf das Abenteuer Mietwagen einlassen will, kann man für wenig Geld mit dem Taxi quer durch das Land fahren. Die Preise führ die Fahrt sollten vorher ausgehandelt werden. Sehr günstig sind die Sammeltaxis (Marschrutkas) die in den Städten von zentralen Plätzen abfahren. Östlich von Buchara sind die Straßen teilweise sehr schlecht, was sowohl Fahrzeiten als auch -preise erhöht.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Zwischen allen wichtigen Städten gibt es mindestens täglich eine Bahnverbindung. Die Bahn ist zwar relativ langsam, aber bequem und günstig. Zwischen Samarkand und Taschkent verkehren täglich zwei Schnellzüge, die die Strecke in 3½ Stunden zurücklegen. Eine Fahrt kostet ca. 24.000 So'm (September 2011). Vor dem Betreten der eigentlichen Bahnhöfe ist immer eine Sicherheitskontrolle zu passieren. Fahrkartenschalter liegen normalerweise außerhalb des Schutzbereichs. In Städten, in denen der Bahnhof weit außerhalb liegt, z. B. Samarkand, gibt es innerstädtische Buchungsbüros der Bahngesellschaft (aufschlagsfrei).

Sprache[Bearbeiten]

Offizielle Landessprache ist Usbekisch, eine Turksprache. Außerdem wird noch viel Russisch gesprochen. Wenn man auf eigene Faust reist, sollte man zumindest Grundkenntnisse in Russisch haben, da man außerhalb von Taschkent mit Englisch oder Deutsch nicht sehr weit kommt. Im Raum Samarkand und Buchara spricht die Bevölkerung auch Tadschikisch (Persisch).

Auch wenn seit vielen Jahren offiziell das kyrillische Alphabet durch das Lateinische ersetzt wurde, wird von der Bevölkerung noch überwiegend Kyrillisch benutzt. Es empfiehlt sich definitiv die Buchstaben zu lernen.

Kaufen[Bearbeiten]

Zu kaufen gibt es u.a. Seidentücher und Stoffe sowie Orientteppiche (Buchara).

Währung[Bearbeiten]

Die Währung ist der Usbekische So'm. Der größte, 2013 eingeführte Schein hat den Wert von 5000 S. Praktisch alle Zahlungen erfolgen mittels Bündeln von 1000 S.-Scheinen, 500er und 200er gibt es als Wechselgeld, Münzen laufen nicht um. In offiziellen Wechselstuben beträgt der Kurs des US Dollar zur Zeit (Jan. 2017) ca. 3.250 So'm, auf dem Schwarzmarkt ca. 6800 So'm (Jan. 2017). In den wenigen offiziellen Wechselstuben können alle gängigen Währungen getauscht werden, auf dem Schwarzmarkt hat man es mit Währungen jenseits von Dollar und Euro schwerer.

Generell ist es ratsam genug Bargeld, vorzugsweise US-Dollar, mitzubringen und im Land auf dem Schwarzmarkt zu tauschen. Die Wechselkurse dort fast beim Doppelten des offiziellen Kurses (Stand: Jan. 2017). Geldwechsler findet man am besten auf den Bauernmärkten, wo die Einheimischen einkaufen. An touristischen Orten findet man ebenfalls Händler, jedoch meistens mit wesentlich schlechteren Kursen. Der Schwarzmarkthandel ist zwar prinzipiell illegal, wird aber grundsätzlich geduldet. Es ist davon auszugehen, dass in den Hundert-Schein-Bündeln 2-3 Scheine fehlen. Wiederholtes Nachzählen ist daher ratsam. Einheimische nutzen den freien Umtausch rege und auch die Anwesenheit von Polizisten stellt kein Hindernis dar. Oft kann man auch in Hotels wechseln.

Größere Hotels haben manchmal Geldautomaten an denen man per Mastercard US-Dollar beziehen kann. Mit der Visa Card bekommt man nur bei der National Bank of Uzbekistan (NBU) US-Dollar am Schalter.

Hotels können seit 2012 offiziell nicht mehr in Dollar oder Euro bezahlt werden.

US-Dollar oder Euros lassen sich relativ bequem und schnell per internationalem Zahldienst, wie MoneyGram oder Western Union, nach Usbekistan schaffen. Der umgekehrte Weg aus dem Land ist erheblich schwieriger und reglementierter.

Küche[Bearbeiten]

Die usbekische Küche ist eng verwandt mit der der Nachbarländer. Verbreitete Gerichte sind:

  • Plov - Ein Reisgericht mit gebratenem Fleisch, meistens Schaf.
  • Lagman - Eine Art Spätzle, üblicherweise mit Gemüse, gebratenem Fleisch in einer Suppe.
  • Schaschlik - Gebratenes Hackfleisch am Spieß mit Zwiebeln.
  • Somsa - Im Lehmofen gebackene Teigtaschen, gefüllt mit Hackfleisch und Zwiebeln.
  • Kasy - Eine Pferdewurst.

Darüber hinaus ist Usbekistan für seine hervorragenden Früchte und Gemüse bekannt. So sind beispielsweise im Sommer die verschiedenen Melonenarten zu empfehlen.

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Übernachten[Bearbeiten]

Offiziell ist privates Übernachten für Touristen verboten. Hotels und registrierte Unterkünfte sind verpflichtet Meldebescheinigungen auszuhändigen. Es gilt die Regelung, dass die erste Bescheinigung spätestens vom dritten Tage nach Ankunft in einer Provinz stammen muss. Man hat somit jeweils zwei „Reisetage“ frei. Diese Meldeerfordernis kann besonders für die Ferntouren-Radfahrer schwer zu erfüllen sein.

Lernen und Studieren[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
01.01. Yangi Yil Bayrami Neujahr
14.01. Vatan himoyachilari kuni Tag der Verteidiger des Mutterlandes
18.03. Xalqaro Xotin-Qizlar Kuni Internationaler Frauentag
21.03. Navro’z Bayrami Persisches Neujahrsfest
09.05. Xotira va Qadirlash Kuni Tag der Erinnerung (Ende des 2. WK)
01.09. Mustaqillik Kuni Unabhängigkeitstag
08.12. Konstitutsiya Kuni Verfassungstag
Variabel
26. Juni 2017
Eid-al-Fitr Ende des Ramadan
Variabel
01. September 2017
Eid al-Adha Musl. Feiertag

Sicherheit[Bearbeiten]

Auf der einen Seite ist die Menschenrechtssituation in Usbekistan fragwürdig, wie einige massive Menschenrechtsverstöße der letzten Jahre belegen. Auf der anderen Seite herrscht in Usbekistan ein hohes subjektives Gefühl von Sicherheit gerade für Reisende. Mit dem wachsenden Wohlstand im neuen Jahrtausend ist Kriminalität kein wirklich bedrohender Faktor. Die extrem hohe Polizeipräsenz trägt ebenfalls dazu bei.

Die Kriminalitätsrate in Usbekistan ist nicht höher als in Deutschland. Vorsicht ist wie fast überall bei großen und unübersichtlichen Menschenansammlungen, z.B. Basaren, geboten. Auch vor Hotels und touristischen Sammelpunkten muss man etwas auf Taschendiebe achten. Vielfach werden als solche kenntliche Ausländer von Taxifahrern und Händlern durch stark überhöhte Preise betrogen.

Von nächtlichen Überlandfahrten wird abgeraten, Fernbusse dürfen nur bei Tageslicht verkehren. Die usbekische Miliz ist korrupt, man trifft Milizposten fast überall an, Straßensperren sind routinemäßig an den Provinzgrenzen und auch sonst auf den Überlandstraßen eingerichtet. Man sollte sich hier der Mentalität anpassen und Strafen zahlen, auch wenn diese scheinbar willkürlich und grundlos verhängt werden. Forsches Auftreten, am Besten Schimpfen in einer Fremdsprache, kauft unteren Chargen bei Willkürakten oft den Schneid ab. Mit Dollars lässt sich fast alles regeln. So bieten beispielsweise die Milizposten auf dem Registan in Samarkand den Touristen ungeniert an, sie für drei Dollar (Stand Ende 2006) auf das eigentlich gesperrte Minarett der Ulugbek-Medrese zu führen. In jedem Fall sollte man seine Identitätsdokumente (Reisepass mit Visum, wichtig auch die Bestätigungsabschnitte der Hotelaufenthalte!) immer mit sich führen und möglichst nicht aus der Hand geben. Oft reicht die Vorlage eine Kopie der Seiten mit den persönlichen Daten und Visum.

Die Menschenrechtssituation im Lande ist schwierig.[2] Folter und Gewaltanwendung durch die Staatssicherheitsorgane ist nicht nur bei Staatsschutzverbrechen (Islamismusverdacht) Routine,[3] Haftstrafen drakonisch. Man sollte in der Öffentlichkeit jegliche Äußerung gegenüber Einheimischen zur politischen Situation der Präsidialdiktatur Karimows vermeiden, auch um diese nicht in Schwierigkeiten zu bringen.

Aufgrund des sogenannten islamistischen Terrors geht man auch in Usbekistan von einer latenten Gefährdungslage aus, was als Rechtfertigung für eine extreme Polizeipräsenz mit zahlreichen Kontrollpunkten an städtischen Ausfallstraßen herhalten muss. Zwischen den vielfältigen ethnischen Gruppierungen kommt es hin und wieder zu Spannungen, im Frühjahr 2005 wurden Unruhen im Fergana-Tal blutig niedergeschlagen (offiziell 9, tatsächlich mindestens 400 Tote), dabei wurden mehrere Verhaftete zu Tode gekocht.[3] Das Verhältnis zum Nachbarland Turkmenistan ist seit einem Anschlag auf Präsident Karimow sehr schlecht, auch die Beziehungen zu Tadschikistan sind nicht gut.

Die Ausfuhr von Antiquitäten ist verboten, hier ist insbesondere bei Silberschmuck Vorsicht geboten, da als Antiquität alles zählt, was vor 1950 hergestellt wurde. Bestechungsversuche bei der Zollkontrolle am Taschkenter Flughafen sind riskant, man sollte am besten auf unsichere Käufe verzichten. Es besteht Fotografierverbot bei allen militärischen Einrichtungen, insbesondere auch Grenzübergängen. Transportmittel wie die Taschkenter Metro, die Eisenbahn und Flughäfen sind ebenfalls vom Fotografierverbot betroffen.

Auslandsvertretungen[Bearbeiten]

Die etwa dreißig ausländischen Vertretungen befinden sich in der Hauptstad, siehe den entsprechenden Abschintt.

Gesundheit[Bearbeiten]

Leitungswasser ist außerhalb Tashkent nicht trinkbar.
Häufiger klagen Reisende über Magen-Darm-Probleme.

Klima und Reisezeit[Bearbeiten]

Usbekistan ist geprägt von kontinentalen Klima. Im Sommer wird es sehr heiß während die Winter kalt. Die Durchschnittstemperatur in Taschkent ist im Januar -1 Grad und im Juli +27 Grad. Die angenehmste Reisezeit ist April und Mai sowie September und Oktober, wenn die mittlere Temperatur um die 15-20 Grad liegt

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Postkarten die nicht auf Russisch oder Usbekisch geschrieben sind, kann man nur von Hauptpostämtern verschicken, da diese vor dem Versenden gelesen werden und es in kleineren Postämtern keine Übersetzer gibt. Der Postversand funktioniert im Gegensatz zu anderen Ländern der Region zuverlässig.

Mobilfunkanbieter sind Beeline und UzCell, wobei letztere die beste Abdeckung bietet. SIM-Karten sind für Ausländer offiziell nur in den Hauptverwaltungen der Gesellschaften als 10-Tages-Touristenkarte erhältlich. Es ist jedoch problemlos über Mittelsmänner Karten zu kaufen. Auch nimmt kaum jemand Anstoß daran, wenn man ihn auf der Straße anspricht und un die Benutzung seines Telefons bittet. (Bezahlung wird abgelehnt.)

Internetcafés gibt es nur in Städten häufig, oft werden sie von Jugendlichen zum Spielen genutzt. Zahlreiche Arten von Seiten, nicht nur der Opposition, werden blockiert, darunter auch Torrents, Porno, Blogs. Die meisten der Computer verfügen über keinen funktionierenden USB-Anschluss.

Literatur[Bearbeiten]

  • Koch, Katja; Reise Know-How KulturSchock: Usbekistan; 2010; ISBN 978-3831722020
  • Reiseführer Usbekistan; 92013 (Teschner), 24 Übersichtskarten und Stadtpläne; ISBN 978-3-89794-251-6
  • Sorg, G.; Usbekistan und die zentralasiatischen Republiken: Usbekistan, Turkmenistan, Kirgistan, Kasachstan, Tadschikistan; Norderstedt 2007 (BoD); ISBN 978-3833479243

Weblinks[Bearbeiten]

Brauchbarer Artikel Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.
  1. Ab April 2017 kann man Usbekistan ohne Visum bereisen
  2. ECCHR
  3. 3,0 3,1 Murray, Craig; Murder in Samarkand: a British Ambassador's controversial defiance of tyranny; Edinburgh 2006; ISBN 1845961943