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China

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Sommerpalast in Peking
Lage
LocationChina.png
Flagge
Flagge von China
Kurzdaten
Hauptstadt Peking
Staatsform Volksrepublik
Währung Renminbi ¥uan (RMB.¥)
Fläche 9,6 Mio km²
Bevölkerung 1300 Mio
Sprachen Standardchinesisch oder Mandarin
Religionen Taoismus, Buddhismus, Christentum 3 % - 4 %, Islam 1 % - 2 %,
Strom/Stecker 220V/ 50Hz, A/I/teilw. G
Telefonvorwahl +86
Internet TLD .cn
Zeitzone UTC +8

China liegt in Asien. Es ist das bevölkerungsreichste Land der Welt. Angrenzende Länder sind im Süden Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan, Myanmar, Laos und Vietnam, im Westen Tadschikistan, Kasachstan und Kirgisistan, im Nordosten und Nordwesten Russland, im Norden die Mongolei und im Nordosten Nordkorea.

Die sechs Regionen Chinas[Bearbeiten]

Neben diesen Regionen nebst Provinzen bzw. Unterregionen gibt es zwei Sonderverwaltungszonen, in denen ein anderes Wirtschaftssystem und zum Teil auch andere Gesetze gelten. Die in diesem Reiseführer allgemein über China getroffenen Aussagen treffen deshalb dort nur teilweise zu:

Die Insel Taiwan wird von der Regierung der Volksrepublik China und von den meisten anderen Staaten der Welt sowie der UNO offiziell als Provinz Chinas angesehen. In der Praxis besteht dort aber ein separater Staat mit eigener Verwaltung und Gesetzen. Für diesen Reiseführer ist es daher zweckmäßiger, Taiwan als eigenständigen Staat zu betrachten, womit keine politische Stellungnahme einhergehen soll.

Städte[Bearbeiten]

Orte in China
Chinesen lieben Lichtorgien wie hier in Shanghai der Stadtteil Pudong von der Hafenpromenade Bund aus gesehen...
...oder der Bund selbst. In Städten wie Shanghai oder Xi'an ist eine abendliche Stadtrundfahrt ein eindrucksvolles Erlebnis.

Hier eine Auswahl der zehn wichtigsten und bekanntesten Städte. Weitere Städte sind in den Regionsartikeln aufgelistet (Klick auf die Karte).

  • Chengdu - Die Hauptstadt Sichuans wird auch die Stadt ohne Himmel genannt, da man dort die Sonne selten zu Gesicht bekommt. Das Klima ist feucht und warm. Die Stadt lockt mit ihrer traditionell sichuanesischen Küche und ihrem besonderen Charme - man sollte jedoch einige Mandarinkenntnisse mit sich bringen, da nur wenige Leute dort Englisch sprechen.
  • Chongqing - Die größte Stadt der Welt - Chongqing (gesprochen "dschong-dschin", ca. 32 Mio. Einwohner) - hat etwa das Flair einer französischen Trabantenstadt. Wenn man in der Nacht anreist, kann es einem passieren, dass man durch die überall vorhandenen Neonreklamen geblendet, die Stadt für erträglich hält. Ein Aufenthalt in dieser Stadt lohnt nur durch die Besichtigung der nahegelegenen Drei-Schluchten, welche nun aber auch einem Staudamm zum Opfer gefallen sind und eher den drei großen Flüssen ähneln. Auch wenn die Hochhauskulisse der Stadt beeindruckend ist, der Titel "Größte Stadt der Welt" ist etwas Etikettenschwindel. Tatsächlich verteilen sich die 32 Millionen Einwohner auf ein Gebiet so groß wie Belgien. Die Kernstadt hat etwa 6 Millionen Bewohner. Durch den Fluss liegt regelmäßig eine nebelige Dunstglocke über der Stadt, im Sommer bei Temperaturen über 40 Grad wird die Stadt auch Feuertopf genannt.
  • Guangzhou - Das ehemalige Kanton hat sich im Zuge des Aufschwungs des Perlflussdeltas zu einer wichtigen Handelsmetropole entwickelt. Touristisch gesehen bietet es vor allem Kontrast zu den nahe liegenden Sonderverwaltungszonen von Hongkong und Macau.
  • Nanjing - Nanjing (auf deutsch auch oft Nanking) - die wörtlich übersetzt "südliche Hauptstadt" - war zu Zeiten der chinesischen Republik Hauptstadt des Landes und ist sicherlich eine der schönsten Städte Chinas. Wunderschöne Tempel und Parkanlagen locken den Besucher in die am Yangtse gelegene Metropole. Von einem Besuch in den Sommermonaten sollte jedoch abgesehen werden - Nanjing zählt zu den vier heißesten Städten Chinas.
  • Peking (Beijing) - Die Hauptstadt der Volksrepublik China lockt mit dem Kaiserpalast, auch Verbotene Stadt genannt, dem Platz des Himmlischen Friedens, unzähligen Straßenmärkten, einem aktiven Nachtleben und einer geringen Entfernung zur Großen Mauer.
  • Qingdao - Die ehemalige deutsche Kolonie hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Touristenziel gemausert. Neben Ferien am Sandstrand sind auch Bergausflüge in das angrenzende Laoshan-Gebirge möglich, in welchem der Taoismus zu Hause ist. Hier kann man einen 2400 Jahre alten taoistischen Tempel besichtigen.
  • Shanghai - Shanghai ist neben Peking und Xi'an das touristische Muss in China. Es gibt, mit Peking verglichen, zwar keine großen touristischen Attraktionen (wichtige Ziele sind z.B. die Flusspromenade „The Bund“, der Yu-Garten und der Jin An Tempel), allerdings ist die Hochhauslandschaft der Stadt überaus beeindruckend. Die Zukunft, an der in Shanghai 24 Stunden am Tag gebaut wird, macht die Megalopole zu einer einzigen Attraktion. Außerdem ist Shanghai die Shoppings-Stadt in China schlechthin. Xujiahui und Nanjing-Road sind nur einige der Shopping-Spots dieser Millionenmetropole. Wer in Shanghai Urlaub machen möchte, kann außerdem in einige interessante Vororte reisen, raus aus der Hochhauslandschaft, rein in die Idylle.
  • Shenzhen (深圳) - Shenzhen wurde als Wirtschaftssonderzone um die ehemalige Kolonie Hongkong angelegt und erlebte in den vergangenen 20 Jahren einen riesigen wirtschaftlichen Boom, dessen Ende nicht in Sicht zu sein scheint.
  • Suzhou - Eine kleinere Millionenstadt etwa 100 km westlich von Shanghai ist Suzhou (sprich Su-dscho). Der Eintrag der gesamten Innenstadt von Suzhou als Unesco Weltkulturerbe sollte für sich selbst sprechen. Suzhou war und ist das Zentrum der Seidenproduktion in China. Gelegen am Schnittpunkt zwischen Kaiserkanal und Yangtse verdankt es seinen wirtschaftlichen Aufschwung neben seiner verkehrsgünstigen Lage vor allem dem Seidenmonopol der chinesischen Regierung bis ins 19. Jahrhundert.
  • Wenzhou - Wenzhou ist eine kleine verschlafene Millionenstadt im Süden von Zhejiang. Wer enge Ladenstraßen und chinesische Gerüche in Peking und Shanghai vermisst, wird hier auf seine Kosten kommen. Auch sind die Parkanlagen der Stadt sehr schön und laden die Bewohner zum Musizieren und die Touristen zum Verweilen ein. Da Wenzhou subtropisches Klima hat, ist ein Besuch vor allem in den Wintermonaten ratsam.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Chinesische Mauer nördlich von Peking
Die Chinesen selbst nennen sie "Chang Cheng", die lange Mauer. An dieser Stelle fragt man sich allerdings, warum sie nicht steile Mauer heißt.
  • Die Chinesische Mauer ist kein einheitliches Bauwerk, sondern ein Geflecht mit sich über die Jahrhunderte immer wieder ändernden Verlauf. Insgesamt beträgt die bekannte Länge sechstausend Kilometer, aber die Forschung ist hier noch lange nicht abgeschlossen und es werden immer noch neue Abschnitte entdeckt. An manchen Stellen waren es nur einfache Erdwälle, an anderen umfangreiche Verteidigungsanlagen. Mehrfach wurde sie von Feinden Chinas überwunden. Heute droht ihr Gefahr von den Chinesen selbst, die sie wegen des Baumaterials plündern. Die kurzen, zu besichtigenden Stücke wurden zu Tourismus-Zwecken renoviert.
  • Idylle am Li-Fluss bei Guilin
  • Die Armee der Terrakottakrieger in Xi'an (gesprochen "Schi-Ahn"). Der erste chinesische Kaiser Qín Shǐhuángdì "einte" das Reich im dritten Jahrhundert v.Chr., was bedeutet, er hat entsprechend viele Eroberungskriege geführt. Zudem führte er eine brutale Gewaltherrschaft. Um sich im Jenseits vor seinen zahlreichen Feinden zu schützen, baute er die Terrakotta-Armee als Beigabe zu seinem Mausoleum. Keine der tausenden Kriegerfiguren gleicht der anderen, ob sie allerdings echten Kriegern nachgebildet wurden oder reine Phantasieprodukte sind, ist heute nicht mehr zu klären. Nach Qins Tod zerstörten Bauern aus Wut über die Terrorherrschaft die Armee, sie muss heute aufwendig restauriert werden. In Vergessenheit geraten, entdeckten sechs Bauern 1974 die Grabanlage bein Brunnenbau. Zwei von ihnen leben noch und einer ist oft vor Ort und gibt Autogramme. Nur ein kleiner Teil der Armee ist bisher ausgegraben. Ursprünglich waren die Soldaten farbig angemalt, Die Farbe zerfällt jedoch durch die Verwitterung in wenigen Augenblicken beim Kontakt mit Luft, wodurch nahezu alle bisher ausgegrabenen Soldaten farblos sind. Erst 2004 gelang es einem deutsch-chinesischem Wissenschaftlerteam, ein Verfahren zur Erhaltung der Farben zu finden. Die Handvoll in Farbe erhaltener Krieger sind bisher nicht öffentlich zu sehen. Zu Zeit werden keine weiteren Ausgrabungen durchgeführt, man will vorher erforschen, wie die Figuren besser vor dem Verfall geschützt werden können.
  • Die Steinskulpturen bei Dazu, etwas über 100 Kilometer entfernt von Chongqing, gehören zum Weltkulturerbe. Tausende von Skulpturen wurden aus den Felswänden mehrerer Berge gehauen. Auch wenn bereits ab 650 n. Chr. die ersten Wandbilder entstanden, geht der Hauptanteil auf den buddhistischen Mönch Zhao Zhifeng zurück, der im 12. Jahrhundert von seiner Jugend bis zu seinem Tod an den Steinmetzarbeiten beteiligt war.
  • Der West-See bei Hangzhou (gesprochen "hang-dscho")
  • Kreuzfahrt auf dem Yangtse, dem drittlängsten Fluss der Welt, durch die drei Schluchten und dem nach ihnen benannten Staudamm. Ausflüge in Nebenarme können spektakulärer sein als die großen Schluchten. Die Berge sind zwar nicht so hoch, aber näher am Ufer. Entlang des Yangtse bildet sich oft Nebel, was ganzjährig die Sicht behindert und im Sommer bei hohen Temperaturen für eine unerträgliche Feuchtigkeit sorgt.
  • Der Drei-Schluchten-Staudamm liegt zwischen der zweiten und dritten Schlucht des Yangtse und versorgt 10 Prozent aller Chinesen mit Strom, also jeden 50. Menschen auf der Erde. In Einzelkategorien wird er durchaus von verschiedenen Staudämmen überboten, aber insgesamt ist er der größte der Welt. Eine Million Menschen wurden umgesiedelt, das Wasser wurde bis ins 600 km entfernte Chongquin aufgestaut. Um den Schiffsverkehr zu ermöglichen wurde eine fünfstufige Schleuse gebaut, jede Stufe überwindet 22 Meter.
Das Weltkulturerbe der Felsskulpturen bei Dazu. Die Bildhauereien zeigen Motive des buddhistischen Glaubens. Links der Kreislauf des Lebens mit Tod und Wiedergeburt, in der Mitte der 31 Meter lange schlafende Buddha, rechts das letzte Wandbildnis. Seine Schüler ließen es nach dem Tod des Mönchs Zhao Zhifeng aus Respekt vor ihm unvollendet, wie man links unten erkennen kann.

Hintergrund[Bearbeiten]

China ist eine enorm aufstrebende Wirtschaftsmacht. Die modernen Städte sind durch neuen Reichtum geprägt, verbunden mit Armut, die immer noch auch im modernsten Stadtbild sichtbar ist. Zwischen modernsten Wolkenkratzern befinden sich skurril wirkende kleine Wohnhäuser. Viele Chinesen können sich ein Auto leisten, die Fahrradmassen, die das Klischee von China prägten, verschwinden allmählich aus den Millionenstädten. Für Chinesen ist es wichtig, den neuen Reichtum zu zeigen und Reichtum und Glück werden oft gleichgesetzt.

Aber der neue Reichtum ist ungleich verteilt. Wanderarbeiter verdienen vielleicht 1.500 Yuan, verbrauchen davon nur 200 Yuan zum Leben, den Rest schicken sie nach Hause. Dafür gibt es dreimal am Tag Nudeln, weil es billig ist, und man wohnt zu acht in einer Ein-Zimmer-Wohnung. Auch im Stadtbild sieht man die skurrilen Unterschiede zwischen Arm und Reich: zwischen teuren Luxusautos bewegen sich von Hand oder von Tieren gezogene alte Karren.

Die chinesische Jugend ist völlig unpolitisch, die Partei macht ihr Ding, die Jugend und die jüngeren Erwachsenen machen ihr eigenes. Auch Massenproteste sind keine chinesische Sache. Wenn die Partei beschließt, man muss umsiedeln, dann ist das eben so. Beschwert wird sich höchstens, wenn der finanzielle Ausgleich nicht stimmt. Berichte in westlichen Medien, die suggerieren, alle Chinesen wären Dissidenten, sind Unsinn. Im Gegenteil, Chinesen können extrem nationalistisch sein und sehr stolz auf ihr Land.

Die Bevölkerung besteht aus 55 Minderheiten, die zusammen aber nur etwa 8 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die restlichen über 90 Prozent sind Han-Chinesen.

China lockert allmählich die Ein-Kind-Politik. Will man ein Kind haben, muss man ein Formular ausfüllen. Ist das erste Kind ein Mädchen, darf man es nach ein paar Jahren noch einmal probieren, ob es ein Junge wird. Die Minderheiten haben diese Beschränkung nicht. Wer sich nicht an die Ein-Kind-Doktrin hält, muss mit Geldstrafen rechnen, wenn man in einem Staatsbetrieb angestellt ist, auch mit Entlassung. Das hat bereits Auswirkungen, Shanghai wächst nur noch aufgrund von Zuzug, die einheimische Bevölkerung schrumpft.

China hat ein Versorgungsproblem. Das Land hat zahlreiche Mittelgebirge, eine sehr sehenswerte Landschaft, die den China-Reisenden dazu bringen sollte, sich nicht nur in den Städten aufzuhalten. Nur kann man da nichts anbauen. 22 Prozent der Weltbevölkerung leben in einem Land, dass nur zu 10 Prozent anbaubare Fläche hat. So darf man sich nicht wundern, wenn selbst kleinste Ecken von nur einigen Quadratmetern bepflanzt werden. Im Zuge des Aufschwungs werden auch Lebensmittel schnell teurer, da sich mehr Menschen mehr zu Essen leisten können. Die Regierung versucht mit harten Vorschriften gegenzusteuern, da hier immer ein Potential fur Unruhen liegt. Doch durch die gestiegenen Löhne lohnt es sich für die vielen Wanderarbeiter vom Land nicht mehr, den heimischen Hof zu bewirtschaften, das verschärft die Versorgungslage zusätzlich.

Chinesen lieben es leuchtend, grell und blinkend, wie auch andere Ostasiaten. Nicht nur das Fernsehen sieht so aus, sondern ganze Stadtansichten wurden zu Lichtorgien umgewandelt, auf die selbst Las Vegas eifersüchtig wäre. Zahlreiche Hochhäuser, egal ob Büros oder Wohnhäuser erstrahlen am Abend. Auf Anordnung der lokalen Behörden werden die Lichter meist um 22 Uhr heruntergefahren. Beispielsweise Xi'an, besonders aber Shanghai sind durch die Stadtbeleuchtung abends außergewöhnliche Attraktionen. Eine abendliche Rundfahrt mit Bus oder Taxi ist dort sehr empfehlenswert.

Die Energieverschwendung hat seinen Preis. Neben dem Drei-Schluchten-Staudamm, der etwa 10 Prozent der chinesischen Stromversorgung sicherstellt, gewinnt China 85 Prozent aus Kohlekraftwerken. Die enorme Umweltverschmutzung dadurch ist in chinesischen Städten deutlich spürbar. China will daher die Atomkraft massiv ausbauen. Ob das angesichts der erheblichen Erdbebengefahr in China eine kluge Entscheidung ist, wird dort nicht diskutiert.

Geschichte Chinas[Bearbeiten]

Gründung und Kaiserreich[Bearbeiten]

Im Himmelstempel in Peking beteten die Kaiser der Ming- und der Quin-Dynastie für eine gute Ernte.
China heißt im Original Zhōngguó - Reich der Mitte. China war in seinem Selbstverständnis das Zentrum der Welt und dieser angebliche Mittelpunkt liegt im Himmelstempel und ist ein umlagertes Fotomotiv.

Im dritten Jahrhundert v. Chr. war China in sieben streitende Reiche zersplittert. Durch Eroberungen und Kriege vereinigte Yíng Zhèng, der später als Qín Shǐhuángdì in die Geschichte einging, diese Reiche 221 v.Chr. zu China. Seine Rolle ist bis heute umstritten, da er einerseits als Begründer Chinas gilt, andererseits aber ein sehr brutaler Herrscher war, der viele Menschen abschlachten ließ. Nach seinem Namen Qin (ausgesprochen Dschin) wurde später China benannt.

Qín Shǐhuángdìs Zeit wird als die Qín-Dynastie bezeichnet, sie ging kurz nach seinem Tod im Jahr 210 v.Chr. durch Bauernaufstände unter und wurde durch die Han-Dynastie abgelöst. Bis heute hört man oft den Begriff Han-Chinesen für die größte Volksgruppe in China. Während der Han-Dynastie soll es Kontakte zwischen dem römischen Reich und China gegeben haben. In jedem Fall war durch Seidenhändler den Römern die Existenz Chinas ebenso bekannt wie umgekehrt.

Um 200 n.Chr. zerfiel das Reich immer mehr und offiziell endete die Han-Dynastie im Jahr 220. In den folgenden Jahrhunderten gab es immer wieder kürzere Herrscher-Dynastien und eine zeitweise Zersplitterungen und Wiedervereinigungen des Reiches.

Die Song-Dynastie (960 bis 1279) wurde durch die Mongolen-Herrschaft unter Dschingis Khans Enkel Kublai Khan abgelöst. Die Mongolen unterwarfen China in der als Yuan-Dynastie bekannten Zeit bis 1368. In die Zeit von Kublai Khan fällt auch die Reise von Marco Polo, wobei einzelne Forscher bezweifeln, dass sie stattgefunden hat.

Aufständische vertrieben die Mongolen und es begann die Ming-Dynastie, die man im Westen nicht zuletzt wegen des Porzellans kennt. In dieser Zeit gab es nicht nur Beamte des Kaisers, sondern auch königliche Eunuchen, die den jeweiligen Herrschern nicht nur Dienste leisteten, sondern bei den bequemeren Machthabern auch gleich die komplette Machtausübung übernahmen.

In die Ming-Dynastie fielen die im Westen wenig bekannten, aber weltgeschichtlich bedeutenden sieben großen Expeditionen (1405 – 1433) des Eunuchen und Admirals Zhang He. Mit den angeblich größten Holzschiffen aller Zeiten (wobei es an den Angaben historische Zweifel gibt) drang die chinesische Flotte bis nach Afrika vor. China verzichtete aber im Gegensatz zum späteren Europa auf eine Kolonialisierung und die Flotte wurde von den Chinesen selbst zerstört.

Nach Kriegen wurde die Ming-Dynastie 1644 durch die letzte Herrscher-Dynastie Chinas ersetzt, der Quin-Dynastie.

Untergang des Kaiserreichs[Bearbeiten]

Mit Ende des 18.Jahrhunderts begann der stetige Abstieg des chinesischen Reiches, militärisch wie technologisch. China hatte der fortschreitenden westlichen Waffen- und Schiffstechnik nichts entgegenzusetzen. Im sogenannten ersten Opiumkrieg (1839-1842) erzwang England den in China illegalen Handel mit Opium und u.a. musste China Hongkong an England abtreten. Die Leichtigkeit, mit der England China besiegte, erschütterte das chinesische Selbstverständnis im Mittelpunkt der Welt zu stehen und allen anderen Völkern überlegen zu sein. Bis heute sind der Krieg und die harten Kapitulationsbedingungen für China ein Trauma.

Zahlreiche Kolonialmächte erzwangen Zugang zu Hafenstädten. China war zwar weiter ein Kaiserreich, aber in einer Art Halb-Kolonie-Status. Die ausländischen Mächte verfügten sogar über eine eigene Gerichtsbarkeit. Von 1898 bis 1914 hatte auch das Deutsche Reich mit Kiautschou eine kleine Kolonie in China durch einen erzwungenen Pachtvertrag.

In dieser Zeit sorgten Missionare dafür, dass sich eine Million Chinesen zum Christentum bekannten. Das muss nicht immer der Überzeugung geschuldet sein, Christen genossen Vorteile und Protektion durch die christlichen Besatzungsmächte. Im Jahr 1900 schlugen Deutschland und Österreich-Ungarn zusammen mit anderen Kolonialmächten eine chinesische Rebellion gegen den ausländischen Einfluss nieder, was als Boxeraufstand bekannt wurde. Die Boxer-Bewegung waren junge Männer, die Kampfsport übten und die Fremdherrschaft verachteten, ausländische Mächte für den Niedergang Chinas verantwortlich machten, aber auch obskuren, religiösen Vorstellungen anhingen.

Die Kaiserinwitwe Cixi (gesprochen "si-schi") leitete ab 1861 das Ende des chinesischen Kaiserreiches ein. Sie setzte mehrfach Kinder auf den Kaiserthron, regierte in Wirklichkeit aber selbst. Ihre historische Bewertung ist nicht einfach, da zeitgenössische Einschätzungen möglicherweise auf Fälschungen beruhten, auf jeden Fall jedoch traf sie mehrere folgenschwere Fehlentscheidungen. Unter anderem ließ sie sich in den Boxeraufstand gegen die Kolonialmächte hineinziehen. 1911 endete wenige Jahre nach Cixis Tod die Herrschaft der Quin-Dynastie und der Kaiser von China.

China nach der Monarchie und Kommunismus[Bearbeiten]

Die Jahrzehnte nach Ende des Kaiserreichs war von zahlreichen Machtkämpfen geprägt und China ging in eine Militärdiktatur über. Die Kommunisten bekämpften Machthaber Chiang Kai-shek, mussten sich aber 1934 tief ins chinesische Hinterland zurückziehen, um sich dort neu zu formieren. Dieses Manöver, als Langer Marsch zentraler Mythos der Kommunistischen Partei Chinas, kostete weite Teile des kommunistischen Heeres das Leben. Mao Zedong, bis dahin einer von mehreren Generälen, festigte mit diesem Manöver seine Macht bei den Kommunisten, begründete aber auch seinen Ruf, vollkommen gleichgültig gegenüber Menschenleben zu sein.

Ende der 1930er Jahre besetzte Japan im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg Teile Chinas und verübte Massenmorde und grausame Kriegsverbrechen. Die Verweigerung Japans, bis heute sich nicht mit den Verbrechen auseinander zu setzen, Schuld einzugestehen und statt dessen Kriegsverbrecher zu verehren, sorgt immer wieder für schwere Empörung in China und regelmäßige diplomatische Krisen.

Chiang Kai-shek wurde Ende 1949 von den Kommunisten unter Mao Zedong vertrieben und flüchtete nach Taiwan, um dort die Republik China zu gründen. Mao rief die Volksrepublik China aus. Bis heute gibt es zwischen diesen beiden Staaten erhebliche Spannungen. Aus Angst vor der Reaktion Chinas ist Taiwan von den meisten Staaten nicht offiziell anerkannt, u.a. nicht von Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Mao gilt als der führende Politiker Chinas im 20. Jahrhundert, er wurde lange Zeit in China gottgleich verehrt. In seiner 30jährigen Herrschaft führte er zeitweise China in die Isolation. Sein Plan, China industriell zur Großmacht zu machen ("Großer Sprung nach vorn"), verursachte gigantische Hungersnöte, da man den Aderlass in der Landwirtschaft nicht beachtet hatte. Hinzu kam die „Große Proletarische Kulturrevolution“, ein Sammelsurium von gesellschaftlichen Reformen, die in Unterdrückung abglitten und von internen Machtkämpfen geprägt waren. Durch den Hunger und die Gewaltherrschaft gab es zig Millionen Tote. Nach Maos Tod fand keine gründliche Aufarbeitung statt. Die Schuld wurde auf Maos letzte Frau und einige andere Spitzenpolitiker abgewälzt, die sogenannte Viererbande, die zu Gefängnisstrafen verurteilt wurde.

Maos Nachfolger, Hua Guofeng und besonders Deng Xiaoping, und deren Nachfolger korrigierten den Kurs und setzten auf wirtschaftliche Öffnung. Jedoch gilt weiterhin der absolute Machtanspruch der Kommunistischen Partei. So wurde 1989 beim sogenannten Tian’anmen-Massaker ein Volksaufstand gewaltsam niedergeschlagen, jegliche Erinnerung und Diskussion darüber wird von der staatlichen Führung unterbunden.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts macht China vor allem mith einem beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg Schlagzeilen. Die politischen Machtzirkel sind stark abgeschottet, Hintergründe über Entscheidungen und Personalien dringen fast nie nach außen. Westliche Medien müssen darüber nahezu immer spekulieren.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Die chinesische Flagge seit 1949. Der große Stern seht für die kommunistische Partei, die vier kleinen für die Stände aus denen das Volk besteht: Arbeiter, Bauern, Bürger und Unternehmer. Das Rot des Hintergrundes ist sowohl die Farbe der kommunistischen Partei als auch der Han-Chinesen.

Für China besteht Visumpflicht für Staatsbürger Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Das Visum erhält man in Deutschland nicht von Botschaft bzw. Konsulat, sondern vom eigens eingerichteten Chinese Visa Application Service Center. Es betreibt Büros in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München. Ein Touristen-Visum für eine einmalige Einreise und 30 Tagen Aufenthaltsdauer kostet inklusive der nicht umgehbaren Service-Gebühr fast 100 Euro (Stand: November 2015). In Österreich und der Schweiz wendet man sich an die Botschaft bzw. das Konsulat. An den Flughäfen und Grenzen werden keine Visa ausgestellt. Für ein Touristenvisum wird ein Reisepass mit noch mindestens sechs Monaten Gültigkeit und für Kinder der Kinderausweis bzw. Kinderreisepass benötigt. Weiterhin muss man Flugbillets und die Bestätigung einer gebuchten Unterkunft vorlegen. Wer eine Reihe afrikanischer Staaten besucht hat, muss darüber hinaus eine Gesundheitsbescheinigung seines Arztes vorlegen. Es empfiehlt sich, das Visum spätestens einen Monat vor Abflug zu beantragen. Von allen ankommenden Ausländern werden Fingerabdrücke genommen.

Wer beabsichtigt, auf seiner Reiseroute Hongkong oder Macau zu besuchen und danach in der VR China weiterzureisen, benötigt ein Visum für mehrmalige Einreisen. Ein Visum, das nur für eine einzige Einreise berechtigt, verliert beim Grenzübertritt in die Sonderverwaltungsregionen Hongkong oder Macau die Gültigkeit. Alternativ hat man die Möglichkeit, in Hongkong oder Macau ein neues Visum zu beantragen.

Auf keinen Fall sollte man die im Visum genehmigte Aufenthaltsdauer überschreiten. Dies zieht ein empfindliches Bußgeld nach sich, dessen Höhe sich nach der Anzahl der überzogenen Tage berechnet. Eine Ausreise ist nur nach Bezahlung und Ausstellung eines neuen Visums möglich.

Einreisen in das autonome Gebiet Tibet sind nur mit einer Sondergenehmigung möglich.

Für Ausländer besteht ab einem Aufenthalt von mehr als 24 Stunden an einem Ort Meldepflicht bei der lokalen Polizei. Übernachtet man in einem Hotel, übernimmt das Hotel diese Meldung automatisch, wofür man seinen Reisepass beim Hotel kopieren lassen muss. Ist man privat untergebracht, muss der jeweilige Gastgeber die Meldung leisten.

Visumsfreier Kurzzeitaufenthalt in Transit. Staatsangehörige von 51 Nationen, darunter die aller Schengen-Staaten, können bei der Einreise über bestimmte Flughäfen 72 Stunden visumsfrei, unter Vorlage eines bestätigten Weiterflugs, nach China einreisen. Außer bei der Ankunft in Peking (Beijing Shoudu Guoji Jichang, PEK), wo die Erlaubnis vor Ort erhältlich ist, muss ein entsprechender Antrag über die Fluggesellschaft geleitet werden. Ausreisen über andere Orte als den Einreiseflughafen sind nicht zulässig. Diese Regelung gilt außer für Peking bei Flügen über Shanghai* (alle Flughäfen), Guangzhou, Chengdu, Chongqing, Shenyang, Dalian, Harbin, Xian, Guilin, Kunming, Hangzhou* (HGH), Wuhan, Tianjin, Qingdao, Nanjing* (NKG), Changsha und Xiamen (Bei mit * gekennzeichneten Orten ist seit 30. Jan. 2016 die Aufenthaltsdauer auf max. 144 Stunden verlängert worden). Die vorerwähnte Registrierungspflicht gilt auch für diese Aufenthalte. Eventuelle, auch kurzzeitige Überziehungen, sind mit den Behörden abzusprechen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Altstadt von Suzhou mit seinen schmalen Gassen ist Weltkulturerbe und lädt mit seinen zahllosen Cafès und Teestuben zum Verweilen ein.
Die Wildgans-Pagode in Xi'an. Davor ist ein großer Platz mit den größten Wasserspielen Asiens. Sie werden jeden Abend um 21 Uhr für einige Minuten eingeschaltet.

Die meisten Europäer, die China besuchen, reisen mit dem Flugzeug an. Eine Reihe chinesischer Städte sind mit Direktflügen aus Europa zu erreichen, darunter sind Peking, Shanghai, Guangzhou, Nanjing, Xi'an, Chengdu, Qingdao, Shenyang und Hongkong. Abgesehen davon ist jede größere chinesische Stadt per Umsteigeverbindung zu erreichen. Wer lange genug vorausplant und etwas sucht, kann Tickets für unter 600 Euro bekommen (Stand: November 2015). Der Qualitätsunterschied zwischen europäischen und chinesischen Fluglinien ist mittlerweile vernachlässigbar.

Wer in Europa abfliegt und in einem chinesischen Flughafen auf einen Inlandsflug umsteigt, muss sich vergewissern, ob das Gepäck bis zum Zielflughafen durchgecheckt ist oder ob er es am Umsteigeflughafen durch den Zoll bringen und neu aufgeben muss. Bis vor kurzem war das Durchchecken bis zum Endflughafen nicht möglich.

Die international geltenden Sicherheitsbestimmungen gelten auch in China, und dies auch auf Inlandsflügen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Peking ist ein Endpunkt der Transsibirischen Eisenbahn. Auch von Hongkong, Vietnam und Nordkorea kann man per Bahn auf das Territorium der Volksrepublik China einreisen. Die Grenzkontrolle findet dabei entweder am Zielbahnhof statt, oder man muss den Zug für die Formalitäten verlassen.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Von Hongkong und Macau gibt es mehrere Fährenverbindungen zu Küstenstädten in der Volksrepublik China. Informationen und Tickets gibt es auf den jeweiligen Fährenterminals. Die Ausreiseformalitäten finden dabei vor Betreten des Schiffes statt, die Einreiseformalitäten nach Verlassen des Schiffes auf chinesischer Seite.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von einigen Nachbarländern Chinas, vor allem in Südostasien, gibt es internationale Busverbindungen in chinesische Städte. Auch von Hongkong und Macau kann man per Bus direkt in ausgewählte Städte auf chinesischer Seite reisen. Für die Grenzkontrollen muss man das Fahrzeug dabei in der Regel verlassen. Einige Verbindungen stehen Ausländern nicht offen.

Die Einreise nach China mit dem eigenen Auto oder Motorrad ist schwierig und mit zum Teil erheblichen Kosten verbunden. Benötigt werden chinesische Nummernschilder und ein chinesischer Führerschein. Weiterhin ist ein Führer (Aufpasser) notwendig. Das bedeutet für Motorräder, dass ein zusätzliches Fahrzeug mitfahren muss. Dadurch können die Kosten für einen Aufenthalt rasch einige tausend Euro betragen (z.B. 3100 € für 4 Motorräder in der Provinz Xinjiang bei 5 Tagen Aufenthalt, Einreise Torugart Pass via Kashgar, Aksu nach Chorgas zur Ausreise nach Kasachstan).

Relativ gute Informationen bietet das Beijing Traffic Management Bureau. Hier gibt es ausführliche Informationen auf Englisch und Chinesisch.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Die Einreise mit dem Fahrrad als eigenem Transportmittel ist relativ unkompliziert. Das einstige Haupttransportmittel Chinas wird zwar zunehmend von Kraftfahrzeugen verdrängt, ist aber noch weit verbreitet.

Mobilität[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Das Fliegen erlebt in China seit etwa zehn Jahren einen Boom. Fast jede chinesische Großstadt besitzt einen Flughafen, der in vielen Fällen neu gebaut und großzügig dimensioniert ist. Auch die Zahl der Flugverbindungen steigt rasant. Die zahlreichen chinesischen Fluglinien besitzen meist kürzlich aus dem westlichen Ausland beschafftes Fluggerät. Das Fliegen ist somit in China nicht weniger sicher als in Europa.

Tickets für Inlandsflüge kosten unabhängig der Fluglinie das gleiche. Es ist aber üblich, dass in Abhängigkeit von der Buchungslage Rabatte gewährt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, Flugtickets vor Ort oder über ein chinesisches Buchungsportal zu buchen - das größte dieser Portale ist [ctrip.com ctrip.com]. Im Ausland sind Preise für chinesische Inlandsflüge meist deutlich teurer.

Die Flughäfen chinesischer Städte befinden sich nicht selten sehr weit außerhalb der Städte und sind verkehrstechnisch nicht immer optimal angebunden. Verspätungen und Flugausfälle sind keine Seltenheit. Bei der Reiseplanung sollte man aus diesem Grund jeweils prüfen, ob die selbe Strecke mit dem Hochgeschwindigkeitszug nicht bequemer zurückgelegt werden kann.

Wer mit dem Flugzeug von China nach Hongkong oder Macau fliegen möchte, muss beachten, dass diese Flüge als internationale Flüge gelten. Meist ist es preislich deutlich günstiger, nach Shenzhen bzw. Zhuhai zu fliegen und von dort auf dem Landweg über die Grenze zu gehen. Internationale Flüge mit China als Ausgangspunkt sind meist deutlich teurer als im Ausland.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Ein 1.Klasse-Abteil in einem chinesischem Nachtzug. Die Ausstattung ist gut und sauber.
Eine chinesische Fahrkarte (ältere Version)

China hat seit 2006 ein Hochgeschwindigkeitsnetz aufgebaut, das bereits heute mit Abstand das längste der Welt ist und das zügig erweitert wird. Die Fahrzeuge, die auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken fahren, sind zwar in China gefertigt, beinhalten aber europäische und/oder japanische Technologie. Mit den neuen Strecken sind auch neue Bahnhöfe mit riesigen Dimensionen entstanden, so dass eine Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug eine sehr entspannte Form des Reisens ist. Auf vielen Relationen ist der Zug die bessere und preiswertere Alternative gegenüber dem Flugzeug.

Abseits des Hochgeschwindigkeitsnetzes existiert ein konventionelles Schienennetz, auf dem Züge verschiedenster Kategorien und Ausstattung verkehren. Diese verbinden entweder Regionen miteinander, in die die Hochgeschwindigkeit noch nicht vorgedrungen ist, oder richten sich an ein Publikum, für das die Hochgeschwindigkeit nicht erschwinglich ist.

Die Kategorie eines Zuges erkennt man an seiner Nummer. Folgende Kategorien existieren:

  • Hochgeschwindigkeitszüge sind mit G (高速 gāosù) oder C (城际 chéngjì) nummeriert. Sie fahren mit bis zu 300 km/h zwischen den Großstädten und halten je nach Nummer an wenigen bis sehr wenigen Bahnhöfen. Solche Züge verkehren beispielsweise auf der Nord-Süd-Magistrale zwischen Peking und Shenzhen oder zwischen Peking und Shanghai; die Anzahl der Verbindungen ist groß und wächst.
  • Züge, die mit D (动车 dòngchē) nummeriert sind, fahren bis zu 200 km/h und bieten einen Komfort ähnlich der G- oder C-Züge. Es gibt sie auch in Nachtzug-Version mit Schlafwagen.
  • Züge, die mit Z (直达 zhídá) nummeriert sind, verbinden große Städte mit direkten Verbindungen ohne viele Zwischenhalte. Es handelt sich häufig um Nachtzüge mit gehobenem Komfort und mit dem neuesten Rollmaterial. Sie sind eine sehr komfortable Alternative zu einer längeren Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug.
  • Bis vor wenigen Jahren waren die Expresszüge T (特快 tèkuài) das beste, was die chinesische Bahn zu bieten hatte. Viele dieser Züge sind den Hochgeschwindigkeitszügen gewichen, man findet sie heute als billigere Alternative zu Hochgeschwindigkeitszügen und auf zweitrangigen Strecken. Sie sind langsamer als die Z-Züge, halten öfter und haben ältere Waggons.
  • Züge, die mit K (快速 kuàisù) beginnen, sind langsamer und älter als jene mit T.
  • Züge ohne Buchstaben sind die langsamsten und ältesten. Sie sind die billigste Art zu reisen und werden von Wanderarbeitern bevorzugt. Abseits der Hauptverkehrswege fahren viele dieser Züge, Touristen treffen sie jedoch relativ selten an.

Züge, die mit anderen Buchstaben beginnen, findet man nur wenig (regional, oder Sonderzüge).

In den Hochgeschwindigkeitszügen gibt es zwei bis drei Abteilklassen:

  • Hart sitzen (硬座) oder Zweite Klasse bedeutet 2:3-Bestuhlung auf Sitzen, die sich nicht einstellen lassen. Sie sind etwas enger als in der europäischen Zweiten Klasse.
  • Weich sitzen (软座) oder Erste Klasse bedeutet 2:2-Bestuhlung und Einstellbarkeit der Sitze. Sie entspricht etwa der europäischen Ersten Klasse. Empfohlen für übergewichtige Ausländer. Kultiviertere Mitreisende. In manchen Zügen wird noch Business-Class (商务座) angeboten.

Es werden keine Stehplatztickets verkauft.

Die konventionellen Züge bieten:

  • Weich liegen (软卧) in Vier-Mann-Abteilen, vergleichbar mit dem europäischen Schlafwagen
  • Hart liegen (硬卧) in Sechs-Mann-Abteilen, wie europäischer Liegewagen, aber ohne Abteiltür
  • Weich sitzen (软座), vergleichbar mit der europäischen Ersten Klasse
  • Hart sitzen (硬座), abhängig vom Alter des Waggons vergleichbar mit der europäischen Zweiten Klasse. In Zügen, die sich an Wanderarbeiter als Publikum richten, kann man aber auch auf Sitzbänke mit 3:3 Bestuhlung stoßen, deren Lehnen im 90-Grad-Winkel gebaut sind und deren Sitzfläche minimaler Größe und Polsterung ist.
  • Unreserviert (无座) bedeutet meist ein Stehplatz. Solche Fahrkarten werden unlimitiert und auch für lange Strecken verkauft. Der Preis ist identisch mit jenem der Hart-Sitzen-Karte. Rund um Feiertage kann man auch als Besucher in die Verlegenheit kommen, eine längere Strecke ohne Sitzplatz reisen zu müssen.

Längere Fahrten in Hart liegen-Abteilen sind ein guter Weg, etwas mehr Kontakt mit den Durchschnittschinesen zu pflegen. Wer genug Zeit mitbringt, kann das durchaus ausprobieren. Die Mitreisenden werden sich als laut, herzlich und kontaktfreudig herausstellen, bald wird man sein Essen mit ihnen teilen, Fotos im Mobiltelefon anschauen und Karten spielen - selbst dann, wenn man nur wenig Chinesisch spricht.

Fahrkarten bekommt man an Bahnhöfen, wo die unzähligen Verkaufsschalter mittlerweile Automaten gewichen sind, die man auch auf Englisch bedienen kann. Meist wird man das Ticket aber an einem der Verkaufsschalter kaufen, die in den Städten verstreut sind und sich somit den Weg zum Bahnhof sparen. Auf vielen Strecken sind die Karten personalisiert, so dass man beim Ticketkauf seinen Pass herzeigen muss. Auch im chinesischen Internet kann man Zugtickets kaufen. Der Ticketverkauf beginnt in der Regel 20 Tage vor Abfahrt des Zuges. Es empfiehlt sich, Fahrkarten mit genug Vorlauf zu beschaffen. Auf Strecken mit viel Sitzplatzangebot kann man bei niedriger Nachfrage auch ohne Ticket zum Bahnhof gehen und ein Ticket für den nächsten Zug bekommen; in den Sommerferien oder rund um Feiertage birgt diese Vorgehensweise das Risiko, nur nach langer Wartezeit oder auf einem Stehplatz zu reisen. Jedenfalls ist es sehr empfehlenswert, sich die Nummer des gewünschten Zuges herauszusuchen und beim Kauf speziell auf diesen Zug zu bestehen. Sonst riskiert man, zu einer unmöglichen Zeit am Zielort anzukommen. Das Verkaufspersonal spricht in der Regel nur Chinesisch; wer kein Chinesisch spricht, muss sich entweder von einem Muttersprachler helfen lassen oder die notwendigen Daten aufschreiben. Da zu jeder Fahrkarte auch eine Sitzplatzreservierung gehört, kann man keine Umsteigekarten kaufen. Mittlerweile ist es aber möglich, Fahrkarten zu kaufen, deren Abgangsbahnhof nicht dem Kaufbahnhof entspricht (also z.B. kann man in Shanghai eine Karte von Peking nach Shanghai kaufen, das ging bis vor wenigen Jahren nicht). Großartige Beratung darf man am Schalter nicht erwarten, wer Hilfe benötigt, muss sich an ein Reisebüro oder einen hilfsbereiten Bürger wenden.

Die meisten chinesischen Städte haben mehrere Bahnhöfe. Der richtige Bahnhof steht auf der Fahrkarte, keinesfalls darf man zu einem anderen Bahnhof gehen. Die Haupthalle chinesischer Bahnhöfe kann man nur mit einer gültigen Fahrkarte betreten. Am Bahnhofseingang wird auch das Gepäck durchleuchtet. Auf den Zug wird in eigenen Wartesälen gewartet, den Bahnsteig darf man erst kurz vor Abfahrt des Zuges betreten. Wegen dieser Prozeduren und wegen der Weitläufigkeit der Gebäude empfiehlt es sich, mindestens 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof zu sein. Die Fahrkarte kann während der Fahrt kontrolliert werden, jedenfalls benötigt man sie am Zielbahnhof, um aus dem Bahnhof hinauszugelangen. Während der Fahrt kann man Speisen und Getränke nach chinesischem Geschmack kaufen, Teewasser gibt es kostenlos in jedem Waggon. Die Pünktlichkeit der Züge ist angesichts der teils großen Distanzen erstaunlich hoch. Der hygienische Zustand der Toiletten hängt von der Zugkategorie ab und verschlechtert sich im Laufe einer langen Fahrt. Papier und Seife sollte man selbst dabeihaben.

Kostenbeispiele (Stand November 2015): Wer von Peking nach Xi'an reisen möchte, hat für die 1212 km die Wahl zwischen einem Hochgeschwindigkeitszug (4,5 bis 6 Stunden, 515¥ hart sitzen, 825¥ weich sitzen, 982¥ Business, 12 Züge pro Tag) oder einem Nachtzug (11,5 bis 14,5 Stunden, 149¥ hart sitzen, 254¥ hart liegen, 440¥ weich liegen, 8 Züge pro Tag). Wenn man am Schalter einfach ein Ticket Peking-Xi'an verlangt, riskiert man, auf Z151 gebucht zu werden: Ankunft Xi'an 03:23. Man soll also auf Z19 bestehen (Peking - Xi'an ohne Zwischenhalt, Ankunft 8 Uhr morgens). Wer gern lange Reisen mit dem Zug unternimmt, kann mit dem Zug von Peking nach Kunming fahren (4 Züge pro Tag, 34 bis 44 Stunden, 302¥ hart sitzen, 555¥ hart liegen, 849¥ weich liegen). Von Shanghai nach Peking kommt man mit dem Rennpferd der chinesischen Bahn - Zug G2 oder G4 - innerhalb von 4:48 Stunden (hart sitzen 554¥, 274 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit). Wer sich nachhaltig unters einfache Volk mischen möchte, kann auch Zug 1462 wählen und den Weg in 22 Stunden um 156¥ zurücklegen - Durchschnittsgeschwindigkeit 59 km/h.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Überlandbusse sind in China ein beliebtes Verkehrsmittel und fahren alternativ zu Flugverbindungen und Bahnstrecken. Außerdem ermöglichen sie fast jede Verbindung zwischen größeren Städten. In manchen Gebieten gibt es ausschließlich Busverbindungen. Die Preise für Busfahrten sind niedrig, speziell in abgelegenen Gebieten, die Fahrzeuge können jedoch in zweifelhaftem technischen Zustand sein, entsprechend fällt der Reisekomfort aus. Auf längeren Strecken sind auch Schlafbusse im Angebot. Meist können die Tickets direkt vor der Abfahrt bezogen werden, da genügend Plätze vorhanden sind. Somit sind Busse eine Ausweichmöglichkeit, falls die Züge ausgebucht sind. Jede Stadt verfügt über mehrere Busstationen, man muss meist nach der korrekten Station fragen. Auch an der Busstation gilt, dass kein Englisch gesprochen wird; es ist notwendig, den Zielort auf Chinesisch sagen zu können oder niedergeschrieben zu haben. Die Fahrzeuge fahren meist fest zwischen zwei Städten hin und her, diese beiden Städte stehen in riesigen Zeichen auf der Frontscheibe des betreffenden Busses.

Auf längeren Strecken ist der Bus das am wenigsten sichere Verkehrsmittel. Zwar sind bewaffnete Überfälle auf Überlandbusse sehr selten geworden, schreckliche Verkehrsunfälle mit Todesopfern zeigt das chinesische Fernsehen aber jeden Tag. Im Zweifelsfall sind Zug oder gar Flugzeug vorzuziehen.

U-Bahn[Bearbeiten]

Die U-Bahn in Shanghai. Es geht noch viel voller, besonders im Feierabend-Verkehr. Dann muss man wirklich drücken und quetschen.

Mit steigendem Wohlstand wird die U-Bahn in China massiv ausgebaut. In Peking und Shanghai gibt es zahlreiche Linien, in anderen Städten beginnt der Ausbau erst. Man kann sein Ticket an Automaten ziehen, die man auch auf Englisch bedienen kann. Man sollte nur aufpassen: Irgendwo an diesem Automaten wird angezeigt, ob man ggf. nur mit Münzen, Scheinen oder einer speziellen Karte bezahlen kann. Oft gibt es auch Schalter, in Touristenstädten wird dort passabel Englisch gesprochen. Das Ticket muss man beim Verlassen des U-Bahn-Bereichs am Automaten wieder einstecken, um damit nachzuweisen, dass man nicht zu weit gefahren ist. U-Bahn-Tickets kosten etwa 2 bis 4 Yuan.

Taxi[Bearbeiten]

Taxen sind als Fortbewegungsmittel in China sehr beliebt und weit verbreitet. Sie sind erheblich billiger als in Europa und auch eine längere Fahrt kostet in der Regel nur einige Euro. In allen Großstädten haben die Taxis Taxometer. Die meisten Fahrer sind ehrlich und schalten den Taxometer ohne besondere Aufforderung ein. Zuweilen kommt zum Taxometer-Preis noch 1¥ oder 2¥ Treibstoffzuschlag hinzu. In der Regel hält man ein leeres Taxi per Handzeichen an. Zu gewissen Uhrzeiten - z.B. wenn Schichtwechsel der Fahrer ist, bei plötzlich einsetzendem Regen oder einem Großanlass kann es schwierig bis unmöglich sein, ein Taxi zu bekommen. In diesem Fall muss man entweder eines vorreservieren (verhandeln!) oder U-Bahn, Bus oder ein Privatfahrzeug verwenden. Man kann auch ein Taxi für einen ganzen Tag mieten, etwa um Sehenswürdigkeiten außerhalb der Städte zu besuchen, in diesem Fall muss man mit dem Fahrer verhandeln. In kleineren Provinzstädten soll man mit 500-600¥ pro Tag rechnen.

Taxifahrer sprechen so gut wie nie Englisch, auch vermeintlich internationale Worte wie "Airport" werden regelmäßig nicht verstanden. Es kann vorkommen, dass Fahrer die Beförderung verweigern, weil die Kommunikation mit dem Ausländer zu umständlich, die Entfernung zu kurz, gerade Schichtwechsel oder Stau ist. Jedenfalls sollte man sein Ziel auf Chinesisch sagen können oder auf Chinesisch niedergeschrieben haben. Unter gewissen Umständen (etwa hohe Preise oder Knappheit bei Treibstoff) weigern sich konsequent alle Fahrer, per Taxometer zu fahren, dann ist man zum Verhandeln gezwungen. In vielen Städten gibt es auch Fahrer ohne Lizenz ("Schwarztaxis"). Nur wer gut chinesisch spricht und den Weg zu seinem Ziel kennt, kann ruhigen Gewissens ein Schwarztaxi besteigen. Ansonsten sollte man dies als Ausländer nach Möglichkeit vermeiden, da die Gefahr eines Betruges oder gar eines Raubes besteht. Die Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld, sondern runden auf den vollen Yuan auf oder ab und geben meist anstandslos Wechselgeld heraus.

Sprache[Bearbeiten]

Die chinesische Hochsprache ist Mandarin. Kantonesisch wird in Hongkong und in der angrenzenden Provinz Guangdong gesprochen. Außerdem besitzt Macao einen eigenen Dialekt, und in fast jeder Provinz südlich Shanghai wird ein eigener Dialekt gesprochen. Die Schreibweise ist aber überall, außer in Taiwan und teilweise in Hongkong die Gleiche. In Taiwan und teilweise in Hongkong wird „Traditional Chinese“ geschrieben, auf dem Festland „Simplified Chinese“. Wegen der starken Dialekte kommt es tatsächlich vor, dass sich Nord- und Südchinesen in einer fremden Sprache verständigen müssen.

Chinesisch besteht aus zahlreichen sogenannten Homonymen, Wörtern, die bei gleicher Aussprache mehrere Bedeutungen haben können. Chinesen wissen aus dem Zusammenhang heraus, welche Bedeutung gemeint ist. Die chinesische Schrift besteht aus zehntausenden Schriftzeichen in Pictogrammform, viele sind allerdings Namen. Schüler verlassen die Schule mit einer Kenntnis von etwa 3.500 Zeichen, Studenten liegen am Ende bei vielleicht 5.000 Zeichen. Um eine Zeitung einigermaßen zu lesen zu können, sollen 3.000 Schriftzeichen reichen. Dafür ist die Grammatik sehr viel einfacher. Es gibt keine Fälle oder Artikel. Chinesen verzweifeln umgekehrt regelmäßig daran, wieso es das Mädchen heißt, obwohl es doch weiblich ist. Übersetzt sagt man im chinesischen "Ich schlagen Du" und "Du schlagen ich". Es gibt viele Ausländer, die nach einigen Jahren in China ganz gut sprechen, aber nicht lesen können. Chinesen umgekehrt haben tatsächlich große Probleme damit, das R auszusprechen. Verbreitet ist der Trick sich das R über wochenlanges Gurgeln beizubringen.

Wer kein Chinesisch spricht, wird in manchen Landesteilen vor große Probleme gestellt werden. Während entlang der klassischen Touristenpfaden meist in Hotels und Restaurants akzeptabel Englisch gesprochen wird und einem auch beim Kauf von Bahntickets oder Ausflügen geholfen wird, muss man in anderen Landesteilen sehr viel Geduld mitbringen. Chinesen lernen in der Schule Englisch, allerdings sind die Prüfungen schriftlich. Das führt zum Phänomen, dass man kaum jemanden findet, der Englisch sprechen kann, aber selbst abseits großer Touristenzentren haben fast alle Geschäfte ihr Gewerbe nicht nur in chinesischen, sondern auch in englischen Schriftzeichen über dem Eingang stehen.

An Hotelrezeptionen ist Englisch meist kein Problem, allerdings können bereits andere Mitarbeiter des Hotels oft nur wichtige Phrasen, z.B. Preise nennen. Ticketautomaten in öffentlichen U-Bahn-Stationen sind ebenfalls auch in Englisch zu bedienen. In Touristenstädten gibt es fast überall auch Ticketschalter, hier wird recht gut Englisch gesprochen. Wer mit dem Bus fährt, sollte wissen, wie man das macht, Englisch spricht hier niemand. Das gilt ausdrücklich auch für alle Taxifahrer, denen man auch mit Eigennamen oder weltweit bekannten Stichworten wie "Airport" oder "Railway Station" nicht zu kommen braucht. Straßenhändler bei Sehenswürdigkeiten können für Preisverhandlungen meist ausreichend Englisch. Am besten Englisch können meist Schlepper, die den Touristen in eine überteuerte Bar mitnehmen wollen (siehe Sicherheit).

Es lohnt sich auf jeden Fall, wichtige Wörter in chinesischen Zeichen mitzubringen oder sich beispielsweise vom Hotel oder Reiseleiter aufschreiben zu lassen. Eine Garantie, dass wenn man den Menschen das Zeichen für Busbahnhof zeigt, einem auch der Weg dorthin gezeigt wird, ist es hingegen nicht. China ist aber auch ein Land in einem großen Wandel und so könnte es in den nächsten Jahren deutlich einfacher werden. Eine deutliche Verwestlichung ist dem ganzen Land anzumerken.

Einen Vorteil haben westliche Reisende: Auch in China werden mittlerweile ausschließlich die bei uns üblichen arabischen Zahlen verwendet. Die chinesische Schrift kennt zwar eigene Zahlen, das System ist aber so kompliziert, dass es nur noch in der Buchhaltung verwendet wird. Ansonsten sind alle Zahlen wie z.B. Preise in den uns bekannten Ziffern 0-9.

Standard-Gruß in China, den man zu jeder Tages- und Nachtzeit verwenden kann, ist Ni Hao, was dem deutschen Guten Tag entspricht, wörtlich aber Du gut bedeutet. Man sollte es aber deutlich getrennt als Ni-hau aussprechen, da niau Urin heißt.

Kaufen[Bearbeiten]

In zahlreichen Touristenshops oder angeblichen Fabrikverkäufen finden Verkaufsveranstaltungen statt. Aber ob diese Vasen noch ins Handgepäck passen?
In Touristenläden kann man richtig große Summen loswerden. Stücke wie dieses hier werden für mehrere zehntausend Euro angeboten.

Chinas Währung ist Renminbi (RMB), wobei meist abkürzend von Yuan (=Zählwort für RMB) oder umgangssprachlich auch Kuai gesprochen wird. Alle drei Namen bezeichnen das gleiche. Die nächst kleinere Einheit ist Jiao. 10 Jiao entsprechen einem RMB. Ein Jiao hat den Gegenwert von 10 Fen, die nächst kleinere Einheit, für die es allerdings keine Münzen oder Scheine gibt.

Ein Euro entspricht derzeit (Februar 2013) etwa 8,5 RMB. In Europa ist Bargeld entweder zu einem sehr schlechten Kurs zu tauschen. Man sollte nur einen Minimum-Betrag mitnehmen. Da Lebensmittel recht billig sind, reichen 100 Euro völlig aus. Viele Hotels tauschen problemlos zum offiziellen Kurs. Bei Abhebungen per EC-Karte kommt noch eine Gebühr dazu. Man darf maximal 20.000 ¥uan nach China einführen, aber angesichts schlechter Kurse wäre das für den Normaltouristen ohnehin sinnlos.

Lebensmittel sind erheblich billiger als in Europa. Getränkeflaschen wie 0,5 l Cola kosten etwa 3 ¥uan, selbst bei großen Attraktionen nicht mehr als 5 ¥uan. Wasser ist noch billiger. Gebäck in einer Bäckerei kostet ebenfalls nur einige ¥uan, mit einigen Euro kann man eine ganze Familie in einer Bäckerei versorgen. Kleinere Lebensmittelmärkte sind allgegenwärtig, auch hier sind die Preise niedrig.

Grundsätzlich ist China aber ein Land mit drastischen, teilweise unglaublichen Preisunterschieden. Gerade die großen Shoppingmeilen in Peking und Shanghai haben ein Preisniveau, dass einem den Atem verschlägt. Dafür bekommt man hier auch alles. Die Ware dort ist höchstwahrscheinlich auch echt. Mit steigendem Wohlstand der Stadtbevölkerung wird es Chinesen wichtig, mit echter Markenware gesehen zu werden. Fälschungen zu kaufen gilt vielen in China inzwischen als peinlich.

Die Preise in China sind gerade für Elektronik manchmal überraschend hoch. Folgendes sollte nur mit Vorsicht gekauft werden, da die Preise kaum günstiger sind oder die Qualität nicht stimmt:

  • Zubehör zu Druckern, Tintenpatronen etc.
  • Jegliches Computermaterial
  • DVD-Player, Fernseher
  • Fotoausrüstung ist teilweise drastisch teurer (Faktor 2 bis 3)

Folgende Dinge können zum Teil massiv günstiger erworben werden:

  • DVDs, VideoCDs auch in legalen Shops ab etwa 7 RMB erhältlich/ Stück. Bei größeren Einkäufen nach Rabatt fragen.
  • Bücher, hier sind Rabatte von bis zu 80 % auf deutsche Preise drin. Englische Literatur findet sich in den größeren Bookshops.
  • Kleider (Kleidung, wenn es Markenware ist, kann teurer als hier sein, was den Käufer trotzdem nicht vor Fälschungen schützt. Außerdem ist der chinesische Markt immer noch auf kleinere Größen spezialisiert, 3XL oder Schuhgröße 47 sind dort schwer zu bekommen.)

Achtung: Es kursieren zahlreiche illegale Kopien von Markenartikeln aller Art. Insbesondere bei elektronischen Medien ist hier Vorsicht geboten, um sich nicht in Deutschland strafbar zu machen. Auf den typischen Touristenmärkten bei Sehenswürdigkeiten ist garantiert nichts echt. Chinesen selbst kaufen dort nicht ein, da es zu teuer ist. Allerdings kann man dort bestimmte Dienstleitungen wie Kalligraphie finden und sich persönliche Souvenirs fertigen lassen.

Bars in Hotels oder auf Kreuzfahrtschiffen können durchaus europäische Preise nehmen oder sogar darüber liegen. 5 Euro für eine Tasse Kaffee sind möglich.

Europäische Touristikunternehmen lassen Ihre Reisen oft von einem Partner vor Ort durchführen. Pauschaltouristen werden von denen zwangsweise zu Verkaufsveranstaltungen geschleppt, das ist in China so üblich. Die Reiseleiter müssen sich dort einen Nachweis holen, dass sie die Gruppe auch dort hingeführt haben. Ein großer Pauschalreiseanbieter formulierte in seinem Katalog einmal, man versuche, dass es nicht mehr als eine am Tag werde. Manchmal kann man dabei in echten Betrieben durchaus etwas lernen, manchmal werden zu Showzwecken nur Pseudo-Arbeiterinnen vorgeführt, die nur für die Sekunden werkeln, in denen die Touristen in Sichtweite sind. Diese Läden sind sehr teuer, man kann dort durchaus tausende Euro ausgeben. Einziger Grund, dort überhaupt zu kaufen, ist, dass die Reiseveranstalter garantieren, das Geld zurückzuzahlen, wenn die Waren gefälscht sein sollten.

Verkäufer in China sind sehr aggressiv. Verkaufspersonal, selbst wenn es offensichtlich nur angestellt ist, läuft dem Touristen hinterher und man hat Mühe, die Leute abzuwehren.

Typische Reisemitbringsel:

  • Chinesischer Tee
  • Nudeln
  • Kalligraphie
  • Stempel mit chinesischen und lateinischen Schriftzeichen, z.B. mit dem eigenen Namen oder den von Liebsten. Am günstigsten erwirbt man sie an der großen Mauer bei Badaling.
  • Seide
  • Tsingtao-Bier Benannt nach der Brauerei, die einst als Germania-Brauerei von deutschen Siedlern gegründet wurde.

Küche[Bearbeiten]

Verschieden Dim Sum mit Sojasoße

Essen spielt in der chinesischen Kultur eine zentrale Rolle und Essen ist den Chinesen sehr wichtig. Nicht umsonst sagt man zur Begrüßung statt Ni Hao auch gerne die Floskel chi fan le ma (Hast Du schon gegessen?). In den letzten Jahren ist den Chinesen allerdings das Lieblingsthema Essen ziemlich verleidet worden. Zu tiefe Spuren haben die vielen Lebensmittelskandale hinterlassen, die auch Menschenleben kosteten. Die von der Regierung geförderte Profitgier hat auch bei vielen Lebensmittelproduzenten jede Hemmung und Umsicht weichen lassen.

Die Gerichte, die in China serviert werden, unterscheiden sich erheblich von der chinesischen Küche, die wir in Deutschland beim Chinesen an der Ecke bekommen. Das Essen kann in China auch deutlich schärfer sein. Chinesen essen dreimal täglich warm. Hotel mit chinesischem Frühstück bedeutet also gebratene Nudeln, Eierreis, Suppe und ähnliches.

Die chinesische Küche ist prinzipiell eine Alles-Verwerter-Küche. Schweinenasen, Hühnerfüße, auch Skorpione werden gegessen. Allerdings keine Haustiere. Katzen gar nicht, Hunde nur, wenn es sich um speziell gezüchtete Fleischhunde handelt. Viele Chinesen essen allerdings ihr Leben lang weder Hund noch Skorpion. Der Pauschaltourist muss keine Angst haben, er würde solche skurrilen Lebensmittel unter irgendeiner Panade untergejubelt bekommen. Das Essen, was man als Durchschnittstouri serviert bekommt, entspricht im wesentlichen dem, was aus China-Restaurants bekannt ist. Überhaupt will die chinesische Regierung aus Imagegründen den Verzehr von Tieren deutlich einschränken, die woanders als Haustiere gelten.

In China wimmelt es von Straßen-Garküchen. Von Leuten, die länger in China leben hört man oft, dass sie eine gute Versorgungsmöglichkeit sind, wenn man die richtigen kennt. Der Umsatz ist so hoch, dass dort gar nichts alt werden kann. Für den Kurzzeit-Reisenden jedoch eignen sich sie weniger, weil er wegen der unbekannten Kost schnell mit Durchfall rechnen muss.

Chinesischer Snack: Noch zappeln die Skorpione am Spiess, sobald der erste Kunde darauf zeigt, geht es in die Friteuse.
  • Die Pekingente (chin. 北京烤鴨 / 北京烤鸭, běijīng kǎoyā) gehört zu den berühmtesten Gerichten der chinesischen Küche, sie wird meistens in spezialisierten Restaurants serviert. Die Ente wird den Gästen vorgeführt, dann wird die Haut in gleichmäßige Rauten geschnitten, das Fett abgeschabt und in zusammengerollten Pfannkuchen mit einer Sauce und Lauchzwiebeln als Vorspeise serviert. Das Fleisch wird dann in mundgerechte, dünne Scheiben geschnitten und mit verschiedenen Beilagen als Hauptgang gereicht.
  • Dim Sum (chin. 點心 / 点心) sind kleine gefüllte Klöse, die gedämpft oder frittiert, meist in Bambuskörbchen serviert werden. Bei uns kennt man diesen Teig auch als Dampfnudel.Man findet es in unzählbaren Varianten vor allem im Süden und Osten Chinas. Beim Essen sollte man vorsichtig sein, da die Füllung oft sehr heiß ist. Diese Füllung - wenn vorhanden - kann deftig oder süß sein, z.B. Hackfleisch oder Dattelmus. Auch Bohnenmus oder faseriges, getrocknetes Schweinefleisch (was dann aussieht wie Stoffflusen) wird gern benutzt. In der Praxis muss man sich überraschen lassen.

Literatur:

  • Françoise Hauser: China en Wok. In: In Asien, Bd. 6 (November/Dezember) (2007), S. 26-31 (Deutsch). - kulinarische Exkursion nach China

Nachtleben[Bearbeiten]

Tatsächlich sind auch die größten Ausgangsmeilen in Shanghai und anderen Großstädten etwa ab 23 Uhr meist „tot“, das Nachtleben findet in den meisten Großstädten wie Shanghai, Peking und Qingdao nur in einem kleinen Teil der Stadt statt. Nach Mitternacht ist dies meistens in „Rotlichtvierteln“, in welchem noch Bars offen haben. Ein eigentliches Nachtleben kennen die Chinesen nicht, auch fahren in einigen Städten keine öffentlichen Verkehrsmittel in der Nacht, man ist auf Taxis angewiesen. Die Preise in den Bars können stark schwanken, von 1 Euro pro Bier bis zu 10 Euro und mehr sind sämtliche Variationen vorhanden. Nicht scheuen braucht man den Gang in Bars mit Einheimischen; es kann sich eine interessante Diskussion entwickeln.

Vorsicht für schwache Trinker: Chinesen trinken gerne auf „Ex“, einem normalen europäischen Mann kann ein solcher „Wettbewerb“ nichts anhaben, man kann so auch Prestige bei seinen chinesischen Freunden gewinnen. Lieblingsbier ist meist Tsingtao.

Die Peking-Oper ist die Darstellung bekannter chinesischer Märchen und Mythen. Die Aufführungen sind stark stilisiert, alles zu verstehen erfordert Insiderwissen. Die Peking-Oper leidet seit Jahren unter Zuschauerschwund, da die jungen Chinesen wegbleiben.

Unterkunft[Bearbeiten]

Mit den Olympischen Spielen 2008 in Peking und der Weltausstellung 2010 in Shanghai wollte China der ganzen Welt seine Leistungsfähigkeit demonstrieren. Übrig blieb beispielsweise das als "Vogelnest" berühmt gewordene Olympia-Stadion.
Das Marmorschiff der Kaiserinwitwe Cixi. Sie war berüchtigt für ihre Verschwendungssucht. Für den Aufbau des Sommerpalastes in Peking wurde angeblich die Staatskasse zu Lasten einer schlagkräftigen Marine geplündert und China verlor einen Krieg gegen Japan.
Der Westsee in Hangzhou ist ein so beliebter und überfüllter Ausflugsort in China, dass man an manchen Wochenenden fast trockenen Fußes über den See gehen kann.

Hotels in ganz China benötigen eine Lizenz um Ausländer aufnehmen zu können. Während in den meisten von Touristen frequentierten Orten fast alle Hotels so eine Lizenz besitzen, kann es in selten von Ausländern frequentierten Orten vorkommen, dass es nur ein einziges "Ausländerhotel" gibt.

Günstige Hotels können Sie schon ab wenigen Dutzend RMB erhalten, es wird aber empfohlen, mindestens 200 RMB pro Nacht auszugeben, da in den billigen Absteigen z.T. nicht mit täglichem Wechsel der Bettwäsche (bei Gästewechsel) gerechnet werden kann.

Ab drei Sternen sind die Hotels grundsätzlich sauber, ab vier Sternen bieten sie einen Komfort auf europäischen Standard an. Die Kontrollen sind äußerst strikt, man kann sich grundsätzlich auf das Ranking verlassen. Natürlich kann es bessere und schlechtere Hotels der gleichen Kategorie geben, aber es ist ein guter Gradmesser.

Meist sind die Preise Verhandlungssache, außer während Messen oder speziellen Festivitäten lässt sich leicht ein Rabatt von 20 bis 40 % herausholen, mit den richtigen Tricks sogar mehr.

Da Leitungswasser in China nicht trinkbar ist, bieten viele Mittelklasse-Hotels kostenlose Wasserflaschen (üblicherweise täglich zweimal 0,5 l) an. Man sollte nur aufpassen, dass man sie mit den nicht mehr kostenlosen Wasserflaschen aus der Minibar nicht verwechselt. Beim Auschecken wird übrigens grundsätzlich jemand ins Zimmer geschickt, der kontrolliert, ob man etwas aus der Minibar genommen hat. Diese zusätzlichen Minuten sollte man auf jeden Fall einplanen.

Es kann in China manchmal zu Stromausfällen kommen. Daher findet man in Hotels zuweilen Taschenlampen.

Chinesische Ärzte empfehlen, aus Gesundheitsgründen in harten Betten zu schlafen. Daher sind auch Hotelbetten deutlich härter als Europäer es gewohnt sind. Das ist per se kein Mangel, sorgt aber trotzdem für die eine oder andere unruhige Nacht.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Wer länger in China leben möchte, sollte nicht nur den Absatz zum Thema Gesundheit beachten, sondern auch wissen, dass laut Weltbank von den 20 Städten mit der größten Umweltbelastung der Welt allein 16 in China liegen. Mit Smog muss gerechnet werden.

Feiertage[Bearbeiten]

Das Problem mit chinesischem Feiertagen ist, dass sie sich ebenso wie die deutschen meist nach dem Mondkalender richten. Dennoch gibt es einige "neuzeitliche" Feiertage, welche sich in den römischen Kalender einfügen lassen:

Termin Name Bedeutung
01. Januar Neujahr Auf chinesisch Yuan Dan. Der Beginn eines neuen Jahres wird gefeiert.
28. Januar 2017
16. Februar 2018
Chinesisches Neujahrsfest Traditioneller Neujahrsbeginn am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende.
01. Oktober Nationalfeiertag Jahrestag der Staatsgründung vom 1.10.1949 durch Mao Tse Tung

Grundsätzlich gilt, dass man nicht in der jeweiligen Woche des Neujahrsfestes und in der ersten Oktoberwoche nach China reisen sollte, da dann das halbe Land unterwegs ist. Es sind die typischen Urlaubszeiten der Chinesen, Verkehrsmittel und Sehenswürdigkeiten sind dann oft überfüllt.

Sicherheit[Bearbeiten]

China ist für ein Land der zweiten Welt verhältnismäßig sicher. Es gibt Kriminalität und als Tourist ist man wie fast überall in der Welt ein bevorzugtes Ziel. Geldbörsen und Wertgegenstände sollten immer geschützt und auch der Safe im Hotel benutzt werden.

Bevorzuge die Bezahlung per Cash, ansonsten immer mit Traveller Checks und regelmäßigem Wechseln in der Bank of China. Allerdings sind nicht alle Banken bereit die Traveller Checks einzulösen, bei Händlern und kleinen Hotels ist es noch schwieriger. EC-Karten und Kreditkarten funktionieren an den meisten Geldautomaten (ATM, Automatic Teller Machine) problemlos. Achtung! Manche Kreditkarten muss man für den Auslandseinsatz freischalten lassen. Tragen Sie keine großen Beträge in Bar mit sich, 1.000 bis 1.500 RMB sollten die Obergrenze darstellen, außer bei Bezahlung des Hotels oder ähnlichem.

In den Städten ist die Polizei allgegenwärtig, tragen Sie aber Sorge, dass Sie nicht in allzu dunkle Gassen oder ein Rotlichtviertel geraten, da dort die Kriminalität wie überall weltweit massiv höher ist. Übrigens ist nicht jeder, der so aussieht, ein Polizist. Die allermeisten strammstehenden Uniformierten gehören zu privaten Sicherheitsdiensten, selbst bei öffentlichen Einrichtungen. Was allerdings diese privaten Sicherheitsdienste nicht daran hindert, in einem militärischen Stechschritt zu marschieren, den die meisten Militäreinheiten der Welt so nicht hinbekämen.

Vor allem wird immer wieder von dem Trick mit den K.O.-Tropfen berichtet. Die vermeintlich nette Begleitung, welche man in der Disco oder der Hotelbar kennengelernt hat, mischt einem während eines Toilettengangs K.O.-Tropfen mit ins Getränk. Dies kann noch in der Disco oder der Hotelbar geschehen, meist aber erst im Hotelzimmer. Wenn man dann nach 1-2 Tagen wieder zu sich kommt findet man sich ausgeraubt und die Kreditkarte geplündert vor. Ratsam ist es hier nie alleine "auf Tour" zu gehen.

Ähnliches gilt für nächtliche Spaziergänge in Kneipenvierteln. Meist liegen noch einige verlassene Ecken zwischen den Stützpunkten der Kneipentour - und eben diese können einem zum Verhängnis werden. Üblicher Weise kommen zwei Personen auf einen zu - der eine hält einem ein Messer oder eine Pistole vor, der andere nimmt einem die Geldbörse ab - und weg sind sie. Eine zweite Person schützt hier ungemein. Gerät man in eine solche Situation sollte man nicht den Helden spielen, sondern das Geld rausrücken. Ein bewaffneter Überfall und ein Mord unterscheiden sich im chinesischen Strafrecht nur marginal.

Viel häufiger als die K.O.-Tropfen-Masche ist allerdings folgender Schlepper-Trick: Man wird von sehr gut englisch oder sogar deutsch sprechenden jungen Damen oder Herren angesprochen, die sich ein paar Minuten sehr angeregt unterhalten. Dann wird ein Ortswechsel in eine nahegelegene Bar oder Teestube vorgeschlagen. Die Rechnung, die man dort dann serviert bekommt, kann vierstellige Eurosummen erreichen. Unterhalten ist ungefährlich, aber auf keinen Fall mitgehen. Als Tourist kann man besonders in Peking dieser Masche kaum entkommen.

Ebenso muss man sich vor Straßenhändlern in acht nehmen. Erstens werden Verhandlungen oder kurze Ablehnungsgespräche gern für Taschendiebstähle genutzt. Zweitens wissen gerade Händler in Peking, dass sie es meist mit Neuankömmlingen in China zu tun haben. Als Wechselgeld bekommt man gern Falschgeld, weil der Händler davon ausgeht, dass der Tourist das Geld noch nicht so gut kennt.

Grundsätzlich ist China ein sicheres Land, wenn genug Sorge getragen wird. Insbesondere Kritik an der Regierung kann Probleme nach sich ziehen. Besonders der Aufstand am Platz des Himmlischen Friedens ist vor Ort ein Tabu-Thema. Die chinesische Führung ist nicht dumm und dass Chinesen darüber sprechen, weiß man dort auch. Aber wenigstens am Platz selbst will man das nicht hören. Es hat Fälle gegeben, bei denen Touristen-Führer ihren Gruppen am Platz des Himmlischen Friedens über die Studentenrevolte in fremder Sprache erzählt haben, aber Geheimpolizisten in Zivil diese Sprache verstanden haben. Die Reiseleiter wurden sofort verhaftet und die Reisegruppe stand ohne Führung da.

Eine ganz erhebliche Gefahrenquelle ist der Straßenverkehr. Verkehrsregeln werden nahezu gar nicht beachtet. Hier merkt man den plötzlichen Reichtum Chinas. Konnte man mit Fahrrädern oder Mofas noch ohne große Folgen fahren wie gesengte Säue, führt das mit rapide steigender Verbreitung des Autos in wenigen Jahren zu dramatischen Unfallzahlen mit vielen Toten. Obwohl erst jeder zehnte Chinese ein Auto besitzt, kamen nach offiziellen Zahlen etwa 100.000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Wer allerdings einmal chinesischen Verkehr erlebt hat, wundert sich eher, dass es nicht noch viel mehr sind. Hilfreich ist dabei sicher die Einstellung: Chinesen fahren mit groteskem Risiko, aber nicht mit Aggressivität. Der andere Verkehrsteilnehmer ist nicht der Feind, den man beschimpft, sondern man denkt eher, es wird schon gut gehen. Quasi "harmonisches Chaos". Auf der Autobahn wird links wie rechts überholt, manövriert wird mit Abständen von einem Meter bei Geschwindigkeiten von 80 bis 100 km/h. Auf Landstraßen teilt man sich die Fahrbahn mit allem was Räder oder Beine hat. Regelmäßig wird gehupt, was sicher viele Unfälle verhindert. Die Hupe soll den anderen darauf aufmerksam machen, dass man hinter ihm ist.

Auf keinen Fall darf man sich in China auf einen Zebrastreifen verlassen. Niemand, wirklich niemand hält wegen eines Fußgängers an einem Zebrastreifen an. Taxis überfahren auch oft rote Ampeln, und sie machen das immer, wenn sie rechts abbiegen wollen. Kein Autofahrer beachtet wegen eines Fußgängers irgendwelche Verkehrsregeln. Wer nicht daran denkt, hat noch auf dem Ankunftsflughafen den ersten Unfall.

Der Kaiserpalast in Peking wird auch Verbotene Stadt genannt. Die goldene Farbe der Dächer war nur dem Kaiser vorbehalten, das war im ganzen Reich bekannt.

Gesundheit[Bearbeiten]

Kein Trinkwasser
Öffentliches WC in der Pekinger Altstadt. So eine saubere Toilettenanlage findet man nicht immer.

Nach China zu verreisen bedeutet Stress für die Gesundheit: Die weite Anreise, die Zeitumstellung, der plötzlich geänderte Tagesrhythmus, die Luftverschmutzung und nicht zuletzt das chinesische Essen sorgen dafür, dass viele Touristen unterwegs erkranken. Besonders Durchfall, Erbrechen und Husten sind häufig. Es ist deshalb ratsam, vor der Reise seinen Hausarzt zu konsultieren und eine kleine Reiseapotheke zusammenzustellen. Zwar sind Medikamente auch in China erhältlich, aber nicht die in Europa bekannten Marken und/oder Zusammensetzungen. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, nimmt sie deshalb in ausreichender Menge mit. Auch über Impfungen sollte man mit seinem Hausarzt reden. Die meisten Ärzte empfehlen, zumindest gegen Hepatitis geimpft zu sein.

Vor Ort muss man sich an gewisse Regeln halten, um gesund zu bleiben. Dazu gehört, kein Leitungswasser zu trinken, keine Speisen von dubiosen Straßenständen zu verzehren, viel Reis zu essen und übermäßig ölige oder scharfe Speisen am Beginn der Reise zu meiden. Man sollte nur gut durchgegarte Speisen, die noch heiß sind verspeisen und Früchte schälen. Fleisch sollte man auf der Straße und in kleinen Imbissen ohne Kühlung meiden. Fisch sollte man am besten nur absolut frisch essen, also nur in Restaurants, die einem den lebenden Fisch vorher zeigen. Das Wasser aus der Leitung ist nicht trinkbar. Auf die persönliche Hygiene ist besonders zu achten. Selbstverständlich sind ungeschützte sexuelle Kontakte zu vermeiden.

Wer in China doch krank wird und ärztliche Hilfe benötigt, lässt sich am besten einen Arzt empfehlen, der der englischen (oder gar deutschen) Sprache mächtig ist. In den Metropolen gibt es internationale Krankenhäuser, die auf ausländische Patienten eingestellt sind. Auch außerhalb der Metropolen ist das chinesische Gesundheitssystem leistungsfähig, wenngleich man sich wahrscheinlich einen Übersetzer mitnehmen muss. Niedergelassene Ärzte wie in Mitteleuropa gibt es in China kaum, man geht in ein Krankenhaus oder eine Klinik, auch für ambulante Behandlung. Jedenfalls muss man bei der Registrierung eine Gebühr bezahlen, auch Behandlung und Medikamente sind vor Ort zu begleichen. Es wird kaum auf Privatsphäre geachtet - im Sprechzimmer des Arztes können gleichzeitig mehrere Patienten sein. Wer stationär behandelt wird, kommt meist in ein Mehrbettzimmer, in dem noch andere Patienten mit deren Angehörigen sind. Als Ausländer wird man sich leicht angegafft vorkommen. Man wird in China viele Infusionen und wenig Medikamente zum Einnehmen verschrieben bekommen, chinesische und westliche Medizin wird kombiniert verabreicht. Für die Infusionen stehen große Säle zur Verfügung, wo Krankenschwestern sich um die Patienten kümmern und in jeder Ecke Fernseher brüllen.

Viele Chinesen haben ein gewisses Misstrauen in ihr Gesundheitssystem. Man verdächtigt die Ärzte, teurere Behandlungen und Medikamente zu verschreiben als notwendig, zu lange Krankenhausaufenthalte zu verordnen und generell nur an den eigenen Verdienst zu denken. Auch vor gefälschten Medikamenten fürchtet man sich. Weitere Informationen findet man unter Praktische Hinweise im Kapitel Tropenkrankheiten und Gesund unterwegs.

Klima[Bearbeiten]

Im Süden um Hongkong entspricht das Klima in etwa einem wärmeren, nordafrikanischen Charakter, die mittlere Region um Shanghai & Nanjing hat in etwa das Wetter, welches in Südspanien oder Zypern herrscht, also etwa 1-2 kältere Monate mit Temperaturen um 0 Grad, selten Schnee und im Sommer etwa drei Monate lang von Juni - August fast jeden Tag über 30 Grad, meistens 32-36 Grad.

Je weiter man Richtung Norden geht, desto kälter wird das Klima. Peking besitzt wohl etwa ein Wetter vergleichbar dem in Polen, also drei bis vier wirklich kalte Monate, aber trotzdem einen warmen Sommer, während die weiter landeinwärts gelegenen Provinzen der äusseren Mongolei durchaus -30 °C im Winter aufweisen können, aber durchaus angenehmes Klima im Sommer bieten.

Als Reiseempfehlung, sofern man angenehm warmes, aber nicht heisses Wetter mag, darf allgemein gesagt werden:

  • Winter: Südchina, inkl. HK, Macao, Taiwan.
  • Spätherbst/ Frühfrühling: Südchina, je nach Wetter bis Shanghai.
  • Herbst/ Frühling: Mittelchina, Gebiete um Shanghai und Nanjing.
  • Frühherbst/ Spätfrühling: Peking, innere Mongolei, je nach Wetter südlich bis Shanghai
  • Sommer: nördliche Provinzen, es ist fast in ganz China warm mit Temperaturen über 40 Grad, d.h. der Sommer ist am wenigsten geeignet, um dort Ferien zu machen.

Respekt[Bearbeiten]

Anekdote Geben und Nehmen!
Mönche in buddhistischen Klostern verdienen sehr viel Geld und als gar nicht so asketisch lebender Mönch in ein Kloster aufgenommen zu werden, ist sehr begehrt. Die Klöster bekommen viele Spenden, weil im buddhistischen Glauben solche Spenden mehrfach an den Spender zurückkommen. Gerade altehrwürdige Klöster haben viele reiche Spender aus Übersee. In gewisser Weise „funktioniert“ das System: Die Mönche dürfen das gespendete Geld für sich verwenden, solange keine Katastrophe passiert. Dann müssen sie einen Teil des Geldes spenden. Daher beten die Mönche tatsächlich dafür, dass nichts Schlimmes passiert.

Man sollte niemals öffentlich jemanden diskreditieren; falls jemand einen Fehler gemacht hat, darf man die Person darauf ansprechen, es muss aber höflich geschehen und immer mit einer Lösungsmöglichkeit, so dass beide Seiten ihr Gesicht waren können.

Während es in Deutschland völlig normal ist, sich in der Öffentlichkeit zu schneuzen, sollte man dies in China besser nicht machen. In Touristengegenden wird es eher toleriert, aber zumindest sollte man das Taschentuch nicht in die Hosentasche stecken. Chinesen spucken hingegen mit maximaler Wonne und Lautstärke auf den Straßenboden oder treten dazu auch kurz vor das Geschäft oder das Büro, in dem sie arbeiten. Auch Rülpsen gilt als völlig normal. Es kann öfters vorkommen, dass in Restaurants nicht das Essen serviert wird, welches bestellt wurde, vorallem bei nicht-chinesischen Spezialitäten. Sofern die Bedienung ansprechend englisch spricht oder man selber Mandarin, darf man gerne nachfragen. Nackte Kritik ist aber nicht angemessen.

Kinder: China ist ein sehr kinderfreundliches Land. Wenn man mit Kindern reist, macht man die Erfahrung, dass Chinesen plötzlich viel kontaktfreudiger sind als erwartet. Kinder gelten als Statussymbol und sind diese blond erregt man geradezu Aufsehen, selbst an den touristischsten Orten. Erinnerungsphotos mit Europäern sind bei Chinesen aus den Westprovinzen sehr beliebt, mit (Klein-)Kindern ist das Interesse sogar um einiges größer. Alle wollen die schönen blonden Haare anfassen und werden unabläßlich erklären, dass Ihr Kind wunderschön ist. Dies alles geschieht natürlich nur mit Zustimmung der Eltern und immer mit höchstem Respekt. Jedenfalls fühlt man sich nicht zur Schau gestellt, sondern im Gegenteil so, als ob jeder sich nichts Schöneres wünschen könnte als Sie kennenzulernen. Die Kinder selbst kommen mit dem Trubel meist erstaunlich gut zurecht.

Öffentliche Nacktheit ist verpönt. Auch oben ohne am Strand ist nicht angemessen.

Nach mehreren Kriegen zwischen China und Japan und einer sehr grausamen Besatzung Chinas durch die Japaner ist das historische Verhältnis bis heute belastet. Darauf sollte man in Gesprächen Rücksicht nehmen. Ohnehin sind die Chinesen der Meinung, dass die Japaner ihre Kultur von den Chinesen abgekupfert haben.

Trinkgeld war bis vor wenigen Jahren völlig unbekannt. Dank der ausländischen Besucher wissen Chinesen in den Geschäfts- und Touristenzentren mittlerweile, was Trinkgeld überhaupt sein soll und nehmen es, auch wenn sie es nicht erwarten. In der Provinz gilt bis heute, dass man sich das Trinkgeld besser sparen sollte, es kann dort durchaus als Beleidigung aufgefasst werden.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Hilfreich ist es immer ein paar Brocken Mandarin zu sprechen, vorallem wenn man längere Ausflüge in die westlichen Provinzen plant. In den nördlichen Regionen ist russisch hilfreich (offizielle, erste Fremdsprache in der Schule) und im Süden kann man mit Französisch teilweise ebenfalls punkten.

Internet ist in Hotels über Kabel oder WLAN praktisch überall verfügbar, im Regelfall kostenlos. Die Verbindungen sind zumindest beim ersten Zugriff recht flott. Hat man aber einmal versucht, eine Seite zu öffnen, die eventuell systemkritisch sein könnten, wird das Netz quälend langsam. Die Onlineauftritte von ARD und ZDF z.B. sind teilweise gesperrt, die Portale von Zeitungen hingegen sind meist erreichbar. Gar nicht funktionieren Google und Facebook. Mit Wikivoyage gibt es keine Probleme.

Wer keinen eigenen Laptop mitnimmt: Hotels ab Mittelklasse haben meist ein sogenanntes Business-Center, in dem es auch Internet-PCs gibt. Die Preise sind aber hoch (meist 1 Yuan pro Minute) und die Verbindung ist langsam. Zu mehr als kurz Mails abfragen taugt das nicht.

Tastaturen haben noch lateinische Buchstaben, sobald man aber eine Programmoberfläche öffnet, ist alles in chinesisch. Nun kann man natürlich in die Adresszeile einfach seine gewünschte Internetseite eingeben und die wird einem dann auch in gewünschter Sprache angezeigt. Probleme entstehen, wenn sich der Rechner mit einer Frage meldet, die ist dann nur noch in chinesisch und man erkennt nur an den Buchstaben Y und N, dass es sich um eine Ja/Nein-Frage handelt. Oftmals bestätigt man damit, dass Passwörter gespeichert werden sollen. Wer am Ende einer Sitzung seine Passwörter und Browser-Historie löschen will, muss sich durch chinesische Menüs arbeiten. Daher sollte man aus Sicherheitsgründen seine Mails auf ein eigens für die Reise eingerichtetes Mailkonto umleiten, dass man nach der Reise wieder löschen kann. Und auf keinen Fall sollte man in Hotels oder Internet-Cafes Online-Banking betreiben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der veraltete Internet Explorer 6 dort sehr weit verbreitet ist.

Die Chinesen selbst tippen in Computer und Mobiltelefone übrigens mit lateinischen Buchstaben die Aussprache des chinesischen Zeichens ein und erhalten beim Eintippen eine Vorschlagsliste möglicher chinesischer Schriftzeichen. Das klingt zwar umständlich, da aber Chinesen geübt sind und man darüber direkt ganze Silben oder Wörter auswählt, schreibt man damit ziemlich flink.

Postkarten-Porto nach Europa kostet 4,50 Yuan. Man kann seine Ansichtskarten am besten im Hotel abgeben, dann kommen manchmal noch einige Yuan Gebühren hinzu. Die Postlaufzeit nach Europa beträgt etwa eine Woche.

In China gibt es zahlreiche Fernsehsender, meist vom staatlichen CCTV. CCTV News, auch als CCTV 9 bezeichnet, sendet in Englisch und bringt Minimum-Informationen über das Weltgeschehen. Soweit nicht chinesische Belange betroffen sind, sind die Informationen brauchbar, ansonsten kann es einseitig werden. Auch deutsche Fußballergebnisse werden dort gemeldet oder auf anderen Kanälen Spiele schon mal live gesendet, wegen der Zeitverschiebung dann aber nachts. Daneben gibt es je nach Hotel die Nachrichtensender BBC und CNN, ab und zu auch Deutsche Welle TV. Die chinesischen TV-Sender sind voll mit Militär- und Historienfilmen. Gelegentlich gibt es auch deutsche TV-Serien, dann natürlich in der Synchronisation des chinesischen Staatsfernsehens.

Literatur[Bearbeiten]

Blick auf Hongkong

Auf Deutsch:

  • Il Milione, Marco Polo

Auf Englisch:

  • The Rape of Nanking: Das vergessene Holocaust von WWII, Iris Chang, ISBN 0140277447
  • Winter Stars: Gedichte geboren zwischen den Alpen und dem Tyrrhenian, Beatrice Lao, ISBN 988979991X

Weblinks[Bearbeiten]

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