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Taiwan

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Taiwan, der „verlorene Sohn Chinas“, bietet seine eigenen kleinen Reize. Die portugiesischen Seefahrer nannten die Insel „Formosa“ (portugisch: „schön“) und haben damit nicht übertrieben. Bis über 3000 m erheben sich die Berge Taiwans, dazwischen liegen Täler und Schluchten. Die wenigen Ebenen werden von breiten Flussbetten durchzogen, die nur während der gefürchteten Taifune sich in wenigen Stunden komplett füllen. Neben den chinesischen Einwanderern aus verschiedenen Zeiten leben hier noch letzte Reste der malayo-polynesischen Urbevölkerung, die in den letzten Jahren begonnen haben, wieder ihre kulturellen Besonderheiten zu betonen.

Lage
Karte Ostasiens mit hervorgehobener Lage von Taiwan
Flagge
Flagge von Taiwan
Kurzdaten
Hauptstadt Taipeh
Staatsform Mehrparteien-Demokratie unter Führung eines direkt gewählten Präsidenten
Währung Neuer Taiwan-Dollar (TWD)
Fläche 36.179 km²
Bevölkerung 22,7 Mio
Sprachen Mandarin-Chinesisch (offiziell), Taiwanisch (Min), Hakkadialekte, Sprachen der Urbevölkerung
Religionen Mischung aus Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus 93 %, Christlich 4,5 %, andere Religionen
Stromnetz 110-220 V/ 60 Hz (Amerikanischer Stecker)
Telefonvorwahl +886
Internet TLD .tw
Zeitzone MEZ+7h

Regionen[Bearbeiten]

Taiwan kann in fünf Regionen unterteilt werden:

Städte[Bearbeiten]

Karte von Taiwan

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Alishan

Hintergrund[Bearbeiten]

Taipei 101

Der offizielle Name Taiwans lautet Republik China (Republic of China, R.O.C.). Die Insel hat auch den Namen Formosa. Dieser stammt von den portugiesischen Seefahrern, die als erste Europäer die Gewässer bereisten und Taiwan „Ilha Formosa“ (schöne Insel) nannten. Formosa fiel nach dem chinesisch-japanischen Krieg 1895 an Japan. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Japan Formosa wieder an China abtreten, und die Nationalchinesen (Kuomintang, KMT) übernahmen die Kontrolle auf der Insel. Als diese 1949 im Bürgerkrieg gegen Maos Kommunisten unterlagen, flüchtete die nationalchinesische Regierung auf die Insel Taiwan. Bis in die 1970er Jahre war diese Regierung die offizielle Vertretung ganz Chinas bei den Vereinten Nationen, bis sie schließlich zugunsten der Regierung in Peking aus den UN ausgeschlossen wurden. Zurzeit erkennen 23 Staaten Taiwan als eigenständiges Land an und haben offizielle diplomatische Beziehungen zu Taipeh. Die deutschsprachigen Länder haben keine Botschaften in Taiwan. Deutsche und Österreicher werden von Büros (Deutsches Kulturzentrum) ihrer Länder betreut, für Schweizer ist ihre Botschaft in Peking zuständig.

Die Volksrepublik China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an, während die taiwanesische Bevölkerung in dieser Frage gespalten ist. Ein großer Teil befürwortet inzwischen eine Unabhängigkeit von China, doch der Anteil der Anhänger einer Wiedervereinigung (unter anderen politischen Umständen) ist ebenfalls groß. Die westlichen Staaten verfolgen eine „Ein-China-Politik“ und sehen Taiwan als offiziellen Bestandteil Chinas. Trotzdem hat die USA Taiwan ihre Unterstützung zugesichert, falls die Volksrepublik versuchen sollte, sich Taiwan gewaltsam wieder einzuverleiben. Auch Deutschland liefert Waffen an Taiwan.

Die demokratische Verfassung Taiwans wurde am 25. Dezember 1947 angenommen, wurde aber 40 Jahre lang durch das Kriegsrecht außer Kraft gesetzt. Während der Präsident als Staatsoberhaupt früher von der Nationalversammlung gewählt wurde, können seit einer Verfassungsänderung im Jahr 1992 die Bürger den Staatspräsident direkt wählen. Die Amtszeit ist auf zwei aufeinanderfolgende Vier-Jahres-Perioden beschränkt. Der erste frei gewählte Präsident Lee Teng-Hui wurde am 20. Mai 1996 vereidigt.

Es gibt in Taiwan rund 100 politische Parteien - in 2003 entfielen jedoch 87 % der Sitze der Legislative auf die vier großen Parteien des Landes. Die Demokratische Progressive Partei (DPP, „grüne Fraktion“) gewann die Präsidentschaftswahl 2000, die zweitstärkste Partei war die Nationalpartei Kuomintang (KMT, „blaue Fraktion“). Die People First Party (PFP) war die drittstärkste und die Taiwan Solidarity Union (TSU) die viertstärkste politische Partei. Die Wahlen von 2008 brachten die Kuomintang zurück an die Macht.

Die Kultur in Taiwan ist chinesisch geprägt. Die optischen Kontraste zwischen modernen Glasfassaden und alten Wohnhäusern, die Straßenmärkte, die Freundlichkeit der Menschen und die sehr gute Infrastruktur machen das Reisen lohnenswert und einfach. Gerade für Asien-Anfänger eignet sich Taiwan. Die Insel hat mit 36.179 km² etwa die Größe von Baden-Württemberg und kann zum Beispiel in einer Rundreise entlang der Küste von 14 bis 21 Tagen gut bereist werden. Das Bus- und Eisenbahnnetz ist sehr gut ausgebaut. Kulinarisch gibt es einiges zu entdecken und auch Freunde asiatischer Tempelanlagen kommen sicher nicht zu kurz. Die Ostküste mit dem Taroko-Nationalpark und das Zentrum der Insel locken mit viel Natur; ebenso der Süden. Im Westen reiht sich eine Stadt neben die andere, und im Norden der Insel dominiert die Metropole Taipeh. Das bis 2007 höchste Gebäude Welt ist das Taipei Financial Center, aufgrund der 101 Stockwerke auch „Taipei 101“ genannt.

Anreise[Bearbeiten]

Bürger aller Staaten der EU, Schweizer und Liechtensteiner benötigen für einen Aufenthalt in Taiwan von bis zu 90 Tagen kein Visum. Für die Einreise benötigen sie lediglich einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate bei der Einreise gültig ist. Inhaber eines „vorläufigen Reisepasses“ erhalten ein “visa on arrival.” Der Aufenthalt von HIV-Positiven, die länger als drei Monate in der Provinz bleiben wollen, ist nicht gestattet.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

China Airlines, Taiwans Fluglinie

Der internationale Flughafen „Taiwan Taoyuan International“ (bis 2006: „Chiang Kai-Shek International“) im Norden wird von vielen Fluglinien angeflogen. Es bestehen Direktflugverbindungen von Frankfurt/M. nach Taipeh durch China Airlines (14h) und von Amsterdam und Wien mit Eva Airlines. Es gibt Verbindungen in praktisch alle asiatischen Länder, in die USA und nach Australien. Der Flughafen liegt ca. eine Fahrstunde außerhalb von Taipei. Ein Bustransfer zum Stadtzentrum von Taipeh und zu den größeren Hotels wird von mehreren konkurrierenden Busunternehmen angeboten. Wer es bequemer mag, kann für etwa den fünf- bis achtfachen Preis (ca. 1000 TWD/25 Euro, Stand: 2012) auch mit einem Taxi fahren.

Der zweite internationale Flughafen liegt in Kaoshiung im Süden Taiwans - das Stadtzentrum lässt sich per Taxi oder KMRT in rund 15 Minuten erreichen.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Taiwan hat sehr große Containerfrachthäfen in Kaoshiung im Süden, in Taichung in Zentraltaiwan und in Keelung im Norden. Zwischen China und der taiwanesischen Insel Kinmen bzw. Keelung gibt es seit 2010 je eine wöchentliche Fährverbindung von/nach Xiamen (chin. Buchungswebseite).

Mobilität[Bearbeiten]

Zug der THSR

Das Bahnsystem auf Taiwan ist gut ausgebaut. Die großen Städte lassen sich auf Direktverbindungen erreichen, kleinere Städte müssen durch Umsteigen erreicht werden. An allen Bahnhöfen gibt es Schalter für den Verkauf von Karten für den gleichen Tag und an anderen Schaltern für spätere Tage. Die Tickets sind an einen festen Sitzplatz gebunden. Die Züge sind in der Regel sauber. Zum Begehen des Bahnsteiges benötigt man ein gültiges Ticket. Beim Verlassen des Zielbahnhofes muss dieses vorgezeigt und abgegeben werden. Das Personal ist freundlich. An den Bahnhöfen gibt Wartebereiche und einen Mini-Markt, meist von der Kette Seven-Eleven. Die taiwanesische Eisenbahn hat einen sehr guten Internetauftritt in Chinesisch und in Englisch. Die Routen können geplant werden und die Tickets online reserviert werden.

Die seit 2007 in Betrieb genommene Hochgeschwindigkeitsbahn (HSR, „High Speed Rail“) verbindet die Nord-Süd-Achse zwischen Taipei und Zuoying in ca. 2 Stunden und kostet ca. 1490 TWD, die Züge mit nur 3 Stopps schaffen es in 90 Minuten. Da ein Großteil der Strecke erdbebensicher auf Stelzen gebaut werden musste, zählt diese Strecke zu den teuersten Bahnprojekten weltweit. Außer in Taipei und Zuoying (Kaohsiung) sind diese Bahnhöfe jedoch verkehrstechnisch nicht gerade gut an die Stadtzentren angeschlossen. Es besteht aber die Möglichkeit kostenfreie Shuttlebuse zu benutzen die einen ins Zentrum bringen. Es empfiehlt sich als Reisender Business Class zu fahren, das kostet nur wenig mehr, man hat aber mehr Platz, Ruhe und bekommt Wasser und Kaffee frei um die Reise bei durchschnittlich 300 km/h zu genießen.

Die Städte sind auch mit dem Bus miteinander verbunden. Die Überlandbusse von „Ubus“, „FreeGo“, „HoShin“ und andere bieten eine Alternative zum günstigen Zug fahren. Die Busse sind modern und komfortabel. Die Verkaufsstellen befinden sich oft in der Nähe des Bahnhofes oder der Flughäfen. Eine Fahrt zwischen den Metropolen Taipei und Kaoshiung im Luxus-Bus kostet ca. 600 TWD (13 EUR; 04/ 2007) und dauert bei günstigen Verkehrsverhältnissen rund vier Stunden.

Zwischen den großen Städten gibt es Flugverbindungen teilweise sogar im 15-Minuten-Takt. Außer an manchen Feiertagen benötigt man in der Regel keine Reservierung und kann die Tickets sogar bis wenige Minuten vor Abflug kaufen. Ein Flug zwischen den Metropolen Taipei und Kaoshiung kostet ca. 1800 TWD (40 Euro; 08/ 2007) und dauert weniger als eine Stunde. Während der internationale Flughafen Kaoshiung direkt mit dem City-Airport verbunden ist, ist der internationale Flughafen Taipei knapp eine Autostunde vom Taipei-City-Airport entfernt.

Taxis sind gelb und in den großen Städten einfach zu finden. Sie fahren nach Taxameter und sind recht günstig. Wenn man nicht Chinesisch spricht, benötigt man auf jeden Fall den Namen des Ziels immer in chinesischer Schriftform. Hotels haben zum Beispiel immer einen chinesischen Namen, die englischen Namen der Hotels kennen die wenigsten Taxifahrer.

Auch wenn ausländische Führerscheine für Zweiräder in Taiwan nicht gültig sind (!), lassen sich in einigen Touristengebieten und in großen Städten einfach und günstig Motorroller mieten. Seit einigen Jahren sind auch schwere Motorräder in Taiwan erlaubt, aber generell dürfen Zweiräder nicht auf die Autobahn.

Beim Anmieten von Autos werden je nach Herkunftsland internationale Autoführerscheine anerkannt. Die Verkehrswege außerhalb der Städte sind meist sehr gut auch in Englisch ausgeschildert. Innerhalb der großen Städte ist der Verkehr oft extrem dicht und unübersichtlich. Auf den Autobahnen ist eine Mautgebühr von jeweils 40 TWD (Stand: 04/ 2007) pro Streckenabschnitt von ca. 30 km zu entrichten. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden an vielen Stellen überwacht und Ampelanlagen sind oft mit Kameras ausgestattet. Parkgebühren werden auf einem Zettel registriert und unter den Scheibenwischer geklemmt - die Gebühren kann man dann in einem Mini-Markt wie z.B. Seven-Eleven1 bezahlen. Sollte das Auto abgeschleppt werden, findet man an der Stelle oft das Nummernkennzeichen und eine Telefonnummer mit Kreide geschrieben - ein Taxifahrer kann einen mithilfe dieser Telefonnummer zu dem betreffenden Polizeiparkplatz bringen.

An Chinese New Year gibt es an manchen Tagen Restriktionen auf Autobahnen. Generell ist das Verkehrsaufkommen an solchen Feiertagen extrem hoch und oft gibt es auch kaum freie Plätze in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Während einem Taifun ist es speziell in den Bergregionen sehr gefährlich, da oft Strassen oder Brücken von den Wassermassen weggerissen werden.

Sprache[Bearbeiten]

Baoan-Tempel in Taipeh

Die Landessprache ist Chinesisch (Mandarin). Viele jüngere Leute sprechen außerdem Englisch. An touristischen Zielen und in vielen Geschäften in der Innenstadt wird man sich unproblematisch auf Englisch verständigen können. Ältere Menschen sprechen als Fremdsprache stattdessen oft noch Japanisch als Folge der langen Besatzung durch Japan.

Zusätzlich dazu ist v.a. im südlichen Teil des Landes das Taiwanesische, ein weiterer Dialekt des Chinesischen, sehr verbreitet. Da damit auch ein gewisser Nationalstolz verbunden ist, schließlich war die Sprache während der Militärdiktatur verboten, gibt es immer wieder Leute, die ausschließlich auf Taiwanesisch reden.

Vorsicht: Viele Taxi- oder Busfahrer verstehen kein Englisch und häufig auch nicht die Lautschrift in lateinischen Buchstaben. Es ist von Vorteil, einen Reiseführer mit Stadt- oder Straßennamen in Chinesisch dabei zu haben oder sich Adressen im Hotel o.ä. notieren zu lassen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Zeichen in der traditionellen Schreibweise geschrieben sind. Vorsicht also bei Büchern oder Reiseführern, die man im Ausland kauft.

Kaufen[Bearbeiten]

Oftmals assoziiert man Taiwan - gleichermaßen wie beispielsweise Thailand - mit einem Billigland, dies ist in der Realität jedoch keineswegs der Fall. Gerade technisches Equipment ist in der Regel nur unwesentlich günstiger als in Europa. Textilien sind auf den Nachtmärkten günstig, in den westlichen Kaufhäusern finden wir ein identisches Preisniveau. Unterhaltsam sind die „Fakes“ der großen Marken wie „adidas“, die dann schnell mal „adidadi“ heißen.

Das Bezahlen in den Kaufhäusern ist in Bar oder mit Kreditkarten möglich. Auf den Nachtmärkten, die Lebensmittel, Textilien, CDs, Haustiere, Schmuck und Speisen anbieten, ist das Preisniveau günstig. Ein Essen kostet im Durchschnitt ca. 1,10 Euro (60 TWD), ein Bier kostet zw. 0,80 - 1,10 Euro (35 - 50 TWD). [Stand 02/ 2007]

Küche[Bearbeiten]

Taiwanesische Spezialitäten auf einem Markt

Die taiwanesische Küche ist besonders und unterscheidet sich stark von der chinesischen Küche. Als besondere Delikatesse und überall erhältlich sind Innereien von Schwein, Rind und Geflügel, Hühnerfüße, Entenzungen, Blut und Hälse, welche in besonderen Gewürzsoßen gekocht werden. Hühnerbrust gilt zum Beispiel als Armeleuteessen, wie man auf den Nachtmärkten sehen kann. (Ein Hühnerfilet frittiert kostet 50 NTD und ein Hühnerhals 30 NTD.)

Natürlich gibt es auch Gerichte, welche für den Westeuropäer nicht so fremdartig sind. Es werden sehr viel Fisch und Meeresfrüchte zubereitet, aber auch Geflügel, Rind- und Schweinefleisch. Es gibt sehr viele verschiedene Suppengerichte. Die Suppe schlechthin ist die „beef noodle soup“. Hierbei gibt es zwei Varianten: einmal als Suppe und einmal getrennt, mit der Soße in einer extra Schale. Unbedingt probieren sollte man die frischen Bambustriebe, welche roh mit Mayonnaise serviert werden.

In den großen Städten findet man natürlich auch alle regionale Küchen Chinas, die von den Kuomintang nach Taiwan gebracht wurden. Ebenfalls sehr stark vertreten ist die japanische Küche. Durch die zahlreiche Gastarbeiter gibt es außerdem viele thailändische und vietnamesische Restaurants, daneben auch mongolische, indische oder westliche. Wie in der ganzen Welt sind auch in Taiwan immer mehr Fast Food-Ketten, wie McDonalds und Mos Burger zu finden, und auf den Straßen geht der Trend zum frittierten.

Taiwan ist der Geburtsort des Bubble Teas. Im Vergleich zu den chemischen Zuckerlösungen, welche man in Deutschland bekommt, gibt es in Taiwan noch das ursprüngliche Produkt mit teilweise sehr hochwertigen Ololongtees. Teashops gibt es aller paar Meter, leider aber oft nur mit chinesischer Karte. Besonders, wenn auch gewöhnungsbedürftig, sind die Tees mit Taro, für die Olongtee mit gekochter Taro (Süßkartoffel) und Milch gemischt wird.

Wer Süßes mag ist in Taiwan an der richtigen Stelle. Was man als erstes finden wird ist Nougat. Es gibt Nougat in allen Geschmacksrichtungen (besonders zu empfehlen ist Nougat mit Makadamia Nüssen), welcher besonders auf den Märkten immer frisch zubereitet wird. Eine weitere Spezialität ist der Ananaskuchen, ein etwas trockener Teig gefüllt mit Ananaspaste. Hier sollte man auf die Qualität achten. Gute Ananaskuchen kosten zehn Euro oder mehr. Den meisten durch Japan bekannt, gibt es in Taiwan auch eine Unmenge an verschieden Mochi (Klebereiskuchen). Während die traditionellen Füllungen wie rote Bohnen und grüner Tee immer noch dominant sind, findet man inzwischen auch Milch, Erdbeere oder Schokolade. Eine Besonderheit ist das Taiwan-Mochi, das es nur in speziellen Läden oder Konditoreien gibt. Hierbei handelt es sich um eine hauchdünne Schicht Mochi, gefüllt mit Biskuit-Teig, Creme und Früchten.

Wer Eis und Früchte mag wird nur schwer wieder von Taiwan weg wollen. Fast überall bekommt man hauchdünn geriebenes Wassereis, das mit Sirup gesüßt und mit frischen Früchten serviert wird. Besonders bei heißem Wetter ist dies die Erfrischung schlechthin. Auf den Märkten findet man außerdem pürierte Früchte mit Milch oder Wasser, serviert in einem großen Becher mit Eiswürfeln.

Früchte gibt es in Taiwan in sehr hoher Qualität. Wer schon immer mal wissen wollte, wie eine Mango oder eine Ananas wirklich schmeckt, sollte sich auf den Märkten oder in den Supermärkten die schon fertig geschnittenen, frischen Früchte holen. Der Nachteil, man wird nie wieder in Deutschland Ananas essen wollen. Neben den bekannten Früchten gibt es auch Früchte, die hierzulande nicht bekannt sind, wie den Rosenapfel oder frische Guaven. Auch Sternfrüchte, Cerimoyas und, besonders im Sommer, Wassermelonen sollte man probieren.

Nachtleben[Bearbeiten]

Nachtmarkt in Taipeh

Taiwan bietet - vor allem in den Städten wie Taipeh und Kaohsiung - vielfältige Möglichkeiten, auszugehen. Faszinierend sind vor allem die Nachtmärkte, die für Westler oft eine ganz neue Erfahrung sind (hier sei die frisch zubereitete Schlangensuppe angemerkt).

Unterkunft[Bearbeiten]

Keinesfalls darf man Taiwan mit Südostasien gleichsetzen, wenn es um Hotelpreise geht, auch wenn es billiger als zum Beispiel Hongkong ist. Für ein einfaches Hotel sollte man mindestens 30 Euro die Nacht einplanen, zumindest in Taipei. An vielen Touristenorten wie zum Beispiel Kenting oder Hualien werden in einigen Hotels die Preise an den Wochenenden fast verdoppelt.

Gute Alternative in ganz Taiwan bieten Hostels, kleine Hotels und Jugendherbergen. Im Durchschnitt kostet eine Nacht inklusive Frühstück 15 Euro pro Person. Im ganzen Land gibt es ein Netz von Jugendherbergen, die vor allem von einheimischen Touristen genutzt werden. Die kleinen Hotels wechseln häufig ihren Namen und Besitzer. Buchungen von Deutschland aus sind über den internationalen Jugendherbergsverband und über einige wenige Hotelbuchungssysteme möglich.

Wer mit Auto oder Zweirad unterwegs ist, kann für rund 40 € in einem der vielen Motels übernachten. Die meisten neueren Motels sind sehr komfortabel und bieten oft eine große Whirlpool-Badewanne oder auch Massagesessel im Zimmer (nach „SPA“ fragen). Hier merkt man, dass Motels in erster Linie als Orte für ein romantisches Tête-à-tête für Liebende dienen.

Es gibt in den Bergen oder auch an einigen wenigen Stränden Campingplätze mit Duschen, Toiletten und Grillmöglichkeit.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Viele meist jüngere Leute aus Europa, Nordamerika und Südafrika kommen als Englischlehrer nach Taiwan. Dazu benötigt man offiziell eine entsprechende Qualifikation und ein Arbeitsvisum. Die Vergütung ist im Vergleich zu lokalen Fachkräften sehr gut.

Feiertage[Bearbeiten]

Die wichtigsten Feiertage sind das chinesische Neujahrsfest. Da sich dies nach dem Mondkalender (Neumond) richtet, ist es nicht mit unserem Sonnenkalender synchron - das chinesische Neujahr liegt Ende Januar oder im Februar. Das Neujahrsfest ist die einzige Zeit im Jahr, an dem das Geschäftsleben im sonst so geschäftigen Taiwan für einige Tage fast zum erliegen kommt.

Vorsicht: Am chinesischen Neujahrsfest ist es sehr schwierig, Zug-, Bus- oder Flugtickets zu bekommen. In ganz Taiwan ist mit extremen Staus und Parkplatznot zu rechnen. Hotels und Restaurants sind oft hoffnungslos ausgebucht und die Preise für Serviceleistungen (Hotels, Taxis) können in dieser Zeit stark erhöht sein.

Sicherheit[Bearbeiten]

Zusammengebrochener Tempel nach Erdbeben

Taiwan gilt als eines der sichersten Reiseländern in Asien. Europäern wird mit Respekt und mit viel Neugierde begegnet. Überfälle auf Touristen gibt es nicht und würden von Seiten des Staates auch hart bestraft. Das Land scheint sich über jeden „Fremden“ zu freuen, der dem Land R.O.C. - Taiwan ein Stückchen Anerkennung bringt und die Isolation aufbricht. Auch der Besuch der Nachtmärkte ist zu jeder Nachtzeit ist unbedenklich.

Taiwan ist ein Erdbebengebiet, weswegen mit Erdstößen und Tsunamis zu rechnen ist. Außerdem wird die Insel regelmäßig von Taifunen heimgesucht, wodurch es zu schweren Schäden, auch durch Überschwemmungen, in der Infrastruktur kommt. Erdbeben und Stürme sorgen in den Bergen zudem für lockere Hänge und Felsen. Auf Muren und Steinschlag ist daher zu achten.

Gesundheit[Bearbeiten]

Taiwan ist insgesamt ein sehr sicheres Land. Das Essen und Trinken ist relativ unbedenklich - man sollte jedoch kein Leitungswasser trinken. Die medizinische Versorgung in Taiwan ist gut und die meisten Ärzte in den großen Krankenhäusern sprechen Englisch.

Wie in allen tropischen Ländern sollte man sich auch in Taiwan selbst an bewölkten Tagen vor der starken Sonneneinstrahlung schützen.

In den Bergen gibt mehrere Arten von Giftschlangen, aber Zwischenfälle sind eigentlich nicht bekannt. Vor Stechmücken in der Nacht sollte man sich durch entsprechende Kleidung oder Sprays schützen. In seltenen Fällen ist in Taiwan Dengue-Fieber durch Mückenstiche übertragen worden. Impfempfehlungen findet man auf Tropeninstitut.de.

Klima[Bearbeiten]

Taiwans Klima im Norden ist subtropisch und im Süden tropisch. Die Sommer sind heiß und feucht mit Tagestemperaturen zwischen 27 und 35 Grad Celsius - in der Nacht gibt es kaum merkliche Abkühlung. Die Sonneneinstrahlung ist auch bei bewölktem Himmel sehr stark, so dass ein entsprechender Sonnenschutz ratsam ist.

Die Winter sind selbst im Norden der Insel mit 8 bis 15 Grad Celsius milde. Im Süden der Insel kann es aber auch häufig selbst im Winter bis zu 27 Grad tagsüber warm werden. Dann kühlt sich die Luft aber nach Sonnenuntergang merklich ab. Da die wenigsten Gebäude jedoch über Heizungen verfügen, kann es durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die kalten Winde trotzdem recht unangenehm werden.

Auf den bis zu 3951 m hohen Bergen gibt es im Winter gelegentlich Schneefall und im Sommer ist es ebenfalls dementsprechend kühler. Die Baumgrenze liegt in den taiwanesischen Bergen erheblich höher als z.B. in Europa.

Die etwas windreichere Ostküste Taiwans ist durch hohe Gebirgsketten vom Westteil der Insel getrennt. Jedes Jahr ziehen durchschnittlich vier Taifune, meist von östlicher oder südöstlicher Richtung kommend, über Taiwan hinweg. Auch wenn diese Taifune mit starken Winden und viel Regen oft große Zerstörungen anrichten, spielen sie für die Frischwasserversorgung der Insel eine wichtige Rolle. Die regionalen Medien warnen in der Regel schon mehrere Tage vor einem heranziehenden Taifun.

Respekt[Bearbeiten]

Respekt wird in Taiwan gemäß der chinesischen Lebensweise sehr groß geschrieben. Dies gilt vor allem in der Beziehung Jüngerer zu Älteren. Dazu gehören Ehrlichkeit, Gesicht wahren und Körperhaltung.

Man darf die Essstäbchen nicht aufrecht im Essen stecken lassen, da dies eigentlich ein Ritual für die Toten symbolisiert. Stattdessen legt man die Essstäbchen flach auf die Schüssel oder neben die Schüssel. Wenn man mit mehreren Leuten zusammen am Tisch ist, sollte man sich das Essen von den Platten nicht mit seinen eigenen Essstäbchen holen, sondern die Essstäbchen benutzen, die bei dem Gericht dabei liegen („Gong-Quai“). Einem Ausländer werden Fehler aber ohnehin gerne nachgesehen.

Vor dem Betreten von Privatwohnungen zieht man die Schuhe aus. Es gibt auch einige wenige Tempel oder Restaurants, in denen man die Schuhe ausziehen muss.

Tempel sind in Taiwan nicht nur religiöse Stätten, sondern in der Regel auch einfach Plätze, an denen sich das normale Leben abspielt, dort wird diskutiert, gespielt, gelernt, gelacht, telefoniert, gegessen, gekauft, verkauft, geraucht, getrunken, geschlafen. Beim Besuch eines Tempels braucht man daher im Gegensatz zu vielen anderen Ländern weniger auf angemessene Kleidung zu achten. Grundsätzlich wirkt das Äußere aber auch darauf, wie man von seinem Gegenüber behandelt wird. Ein gepflegtes Äußere ist empfehlenswert, Frauen sollten auf eine zu gewagte Kleiderwahl verzichten. Fotografieren stört in den meisten Tempeln nicht, solange man sich nicht gerade zwischen die Betenden quetscht. In einigen Tempeln ist das Fotografieren des Hauptaltars aber verboten.

Ostküste von Taiwan

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Postämter öffnen üblicherweise Mo.-Fr. 8.00-18.30 und Sa. bis 12.30. Größere Filialen tauschen auch Fremdwährungen, inkl. Euro-Bargeld, das anderswo selten akzeptiert wird.

Telefonate nach Deutschland sind sehr günstig. Karten und Münztelefone sind in großer Anzahl vorhanden. Für Telefonate ohne Vermittlung muss zuerst die 002 und dann Landeskennung ohne Null (für Deutschland also 49) gewählt werden. Karten sind am Automaten oder in jedem Supermarkt der Kette „7-11“ zu bekommen.

Handy-Gespräche sind auch ohne Probleme mit einem deutschen Mobiltelefon möglich. Beim Wählen ist aber statt der 0049 nur die +49 als Eingabe für Deutschland möglich. SMS-Verschicken ist ohne Probleme möglich, wie auch der Empfang (Kosten teilweise auch für den Empfang).

Prepaid-SIM-Karten erhält man in vielen Telefongeschäften. Neben günstigen Gesprächstarifen gibt es auch viele interessante Datentarife. Zur Legitimation benötigt man zwingend 2 Dokumente z.B. Reisepass und Personalausweis oder Führerschein. Es empfiehlt sich, die Aktivierung vom Personal des Telefongeschäfts durchführen zu lassen. Karten zum Aufladen des Guthabens erhält man in vielen Geschäften beispielsweise bei „7-11“ oder "Family Mart".

Internet-Cafés - inzwischen ein aussterbendes Geschäftsmodell - sind ein günstiger Weg, um Nachrichten in die Heimat zu schicken. Eine Stunde kostet zwischen 10 und 25 Taiwan-Dollar, zurzeit also zwischen 0,25 und 0,50 €. Die Rechner sind modern, die Anbindung ist DSL. Die anderen Besucher werden aber meist am PC spielen, der Lärm davon vom e-mailen ablenken und gleichzeitig ein unterhaltsames Bild abgeben.

Zum anderen gibt es das kostenpflichtige WiFly das Breitband über 10.000 Hotspots, vor allem in Franchiseketten amerikanischer Prägung, landesweit ermöglicht. Guthabenkarten, erhältlich bei MOS-Burger und 7-11, kosten 1 Tag; NT$ 180, 30 Tg.: 500, 365 Tg.: 1200.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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