Guizhou
| Provinz Guizhou | |
| Hauptstadt | Guiyang |
|---|---|
| Einwohnerzahl | 38.562.148 (2020) |
| Fläche | 176.167 km² |
| Postleitzahl | |
| Vorwahl | |
| Webseite | www.gzgov.gov.cn |
Guizhou (chinesisch: 贵州 ⓘ) ist eine Provinz im Südwesten von China. Als einzige Provinz Chinas hat sie keine größeren Ebenen, sondern besteht vollständig aus Berg- und Hügelland.
Entspechend bietet die Provinz eine Reihe sogenannte Scenic Areas, die für den Liebhaber schöner Landschaften interessant sind. Dazu kommt die kulturelle Vielfalt der Bevölkerung, die dem Reisenden aber leider oft sehr kommerziell angepasst in als Sehenswürdigkeiten ausgebauten Siedlungen präsentiert wird. (siehe auch das Kapitel Overtourism im Artikel China).
Bezirke
[Bearbeiten]- Regierungsbezirk Tong Ren (铜仁地区)
- Regierungsbezirk Bijie (毕节地区)
- Autonomer Bezirk Qianxinan der Buyi und Miao (黔西南布依族苗族自治州)
- Autonomer Bezirk Qiandongnan der Miao und Dong (黔东南苗族侗族自治州)
- Autonomer Bezirk Qiannan der Buyi und Miao (黔南布依族苗族自治州)
Orte
[Bearbeiten]- Guiyang (贵阳市), die Provinzhauptstadt
- Anshun (安顺市)
- Kaili, Hauptstadt des Autonomen Bezirks Qiandongan.
- Liupanshui (六盘水市)
- Tong Ren (铜仁地区), Stadt mit historischen Zentrum, auffälliger alten Kirche und greller Neonbeleuchtung in der Nacht.
- Xijiang Qianhu, ein Dorf der Miao-Minderheit zwischen Bergen und Reisfeldern. Von den 6000 Einwohnern sind 99,5 % Miao, was den Ort zur größten Siedlung der Ethnie weltweit macht. Nicht mitgezählt werden dabei natürlich die Touristen, die hier die „Miao-Kultur“ handgerecht erleben wollen. Tracht zum Ausleihen für szenische Fotos, folkloristische Tänze und Abendessen nach Miao-Art. Die Läden an den Straßen versorgen den Besucher mit Souvenirs, wie Puppen und Silberschmuck, neben den üblichen Tand. Abends wirkt die Beleuchtung ganz hübsch, wenn man auf die Häuser an den Hängen blickt.
- Zhenyuan, das „Venedig des Ostens“ im Süden von Guizhou. Nein, es gibt keine Kanäle, sondern nur den Wujang-Fluss, an dessen Ufer die Häuser ranrücken. Nachts wirkt die Beleuchtung stimmungsvoll, aber mit der Lagunenstadt hat Zhenyuan keine Gemeinsamkeiten. Die Altstadt bietet Gebäude aus Zeiten der Ming- und Qing-Dynastien. 2024 zerstörte ein Hochwasser ein Großteil der Gebäude am Fluss. Selbst die Zhusheng-Brücke, deren Bögen 700 Jahre alt sind, schaute nur noch mit ihrer Pagode aus den Fluten. Ein Jahr später war alles wieder aufgebaut und die Geschäfte und Hotels am Fluss wieder in Betrieb. Die Einwohner sind mehrheitlich Miao.
- Zunyi (遵义市)
Weitere Ziele
[Bearbeiten]- Kreis Libo: Im äußersten Süden von Guizhou im Autonome Bezirk Qiannan der Buyi und Miao mit wunderschöner Karstlandschaft und buntem Völkergemisch. Nennt sich selbst „Smaragd der Welt“.
Hintergrund
[Bearbeiten]Guizhou grenzt an die Provinzen Yunnan, Sichuan und Hunan, im Norden liegt die regierungsunmittelbare Stadt Chongqing, im Süden das autonome Gebiet Guangxi.
Sprache
[Bearbeiten]Neben der Bevölkerungsmehrheit der Han-Chinesen leben hier mehrere nationale Minderheiten. Autonome Bezirke haben die Buyi, die Dong und die Miao. Letztere leben auch in Thailand, Laos und Vietnam, wo man sie Hmong nennt. Wegen des Indochina-Krieges emigrierten viele von dort nach Frankreich und in die USA. Im Kreis Libo machen Han nur 7 % der Bevölkerung aus. Der Rest besteht aus den Ethnien der Buyi, Shui, Miao und Yao.
Anreise
[Bearbeiten]Guiyang ist an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angeschlossen. Auch mit dem Flugzeug sind die Provinzhauptstadt und kleinere Städte erreichbar.
Autobahnen verbinden die Provinz mit ihren Nachbarn.
Mobilität
[Bearbeiten]Zug, Bus, Autobahnen. Die Region ist an das nationale Verkehrsystem angeschlossen.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Die Provinzhauptstadt Guiyang bietet ein nachts schön beleuchtetes Stadtzentrum, einen Park mit freirumlaufenden Affen und Zoo, inklusive Großer Pandas, Pagoden und Tempel sowie eine sehr hübsche katholische Kirche aus dem Jahre 1875.
Die Gegend um Anshun kann mit den steilen, abgerundeten Hügeln punkten, wie man sie von klassischen, chinesischen Bildern her kennt.

Wasserfall Huang Guo Shu: In eine Schlucht fällt hier der höchste Wasserfall Asiens 77,8 Meter in die Tiefe. Breit ist er 101 Meter. Seinen Namen bekam der Wasserfall von dem hier wachsenden „Gelben Fruchtbaum“, einer großen, gelben Citrusfrucht. Teile des chinesischen Fernsehserienklassikers „Reise in den Westen“ wurden hier gedreht. Vom Eingang aus fährt man mit einem Bus zum Beginn des Fußweges. Links kann man vom Bus aus bereits einen kurzen Blick auf den Huang Guo Shu erhaschen. Für Fußkranke gibt es eine Rolltreppe hinab zum Wasserfall, bei der man aber einen Teil der Aussicht verpasst. Auf halben Weg kann man über eine Brücke zur Shui Lian Dong abzweigen, der Höhle hinter dem Wasserfallvorhang (Waterfall curtain cave). In der TV-Serie war hier hinter einem kleineren Wasserfall die Höhle des Königs der Affen, wobei der große Wasserfall im Fernsehen den Eingang zur Höhle verdeckte, durch den die Affen sprangen. Aufgrund der Popularität der Serie stehen hier viele Leute an, um durch die Engstelle zur Höhle zu gehen. Für sie ist daher ein Extra-Ticket und eine Reservierung nötig.
Auf dem Weg zum großen Wasserfall gibt es eine erste Aussichtsplattform mit schönem Überblick auf Wasserfall und dem Fluss unterhalb mit seinen kleinen Kaskaden und zwei Fußbrücken. Die zweite Plattform befindet sich unten am Fluss, gegenüber des Wasserfalls. Für den Weg zurück nach oben lohnt sich die Rolltreppe nach oben, gerade bei den oft hohen Temperaturen im Sommer.
In der Umgebung gibt es weitere „Scenic spots“, wo man durch Felsengen an Wasserfällen, Quellen und Felsen laufen kann, so dass man bequem ein Tagesprogramm damit füllen kann. Überall entkommt man dem organisierten chinesischem Massentourismus aber nicht, mit seinen Menschenmengen, Fastfood-Ständen, Obst- und Souvenirverkäufern. Die ausbetonierten Wege und Besuchermengen erschweren zu unterscheiden, ob man sich in einem Naturparadies oder einer künstlichen Felswelt in einem Freizeipark befindet. Man muss zugestehen, dass bei dem Besucheransturm, den jede Sehenswürdigkeit in China erlebt, die Massen sonst nicht zu steuern wären.
Fanjingshan (Berg und Naturschutzgebiet): Der Fanjingshan ist ein Berg der Wuling-Berge, etwa eine Stunde Fahrzeit westlich von der Bezirkshauptstadt Tong Ren entfernt. Die Umgebung ist von tiefen Schluchten (mit bis zu 2000 Meter Höhenunterschied zu den Gipfeln), subtropischen Primärwald und teils bizarren Felsformationen geprägt. 4000 Pflanzen- und 3000 Tierarten finden sich hier. 300 davon sind endemisch, kommen also nur hier vor, denn Fanjangshan ist eine ökologische Insel mit klaren Grenzen. Mit der umgebenden Karstlandschaft teilt man sich nur 30 % der Pflanzenwelt. Aushängeschild ist der nur hier vorkommende Guizhou Goldaffe, der allerdings in den öffentlich nicht zugänglichen Teil des Schutzgebietes lebt. Begegnen kann man aber zum Beispiel Tibetmakaken und anderen Affen. Daneben gibt es viele Vogel-, Reptilien- und Insektenarten. Der Chinesische Riesensalamander steht hier unter Schutz, allerdings werden gezüchtete Exemplare in Restaurants hier im Regierungsbezirk Tong Ren als sehr teure Delikatesse angeboten.
Wie bei den meisten chinesischen Sehenswürdigkeiten verhindern die Besuchermassen meist die Begegnung mit der freilebenden Fauna, doch der Berg und die umliegende Landschaft bieten eine großartige Szenerie. Denn der Fanjingshan hat auf seiner Spitze zwei steil hochragende Felssäulen als Gipfel, auf denen buddhistische Tempel thronen. 8250 Stufen führen zu den Tempeln, die man aber nicht unbedingt alle besteigen muss. Wie so oft, ist der Blick auf die Sehenswürdigkeit spannender, als aus ihr heraus. Das beeindruckende Bild der durch eine Felsspalte getrennten Gebäude des Tempels auf dem Red Cloud Golden Summit, dass man öfter im Internet und auf Postern sieht, kann man so aber nicht zu Gesicht bekommen. Die Perspektive erhält man nur aus der Luft mit einer Drohne oder Hubschrauber.
Vor dem Eingang des Parks steht ein kleines, kostenloses Museum, dass neben ein paar Gesteinsbrocken und auf Bildschirmen wechselnden Bildern der Pflanzen und Tiere der Gegend, eine Reihe von sehr informative Schautafeln über den Park auch in Englisch bereithält. Man hat sich deutlich Mühe gegeben, auch ohne Exponate Wissen interessant zu vermitteln.
Mit einem Bus wird man vom Ticketschalter durch die Schlucht des Heiwan-Flusses (Heiwanhe) zur Talstation der Seilbahn gebracht, die zum zentralen Besuchsbereich (Core Scenic Area) fährt. Vorbei an Kaskaden, kleinen Wasserfällen und dichten Bergwald. Definitiv soll man die 25 Minuten Fahrt aus dem Fenster und nicht aufs Handy schauen. Vieleicht entdeckt man doch einen Makaken. Es empfiehlt sich bei Hin- und Rückfahrt immer auf derselben Seite zu sitzen, um alle Schönheiten sehen zu können. Wer bei der Auffahrt links sitzt, hat zu Beginn den besseren Blick auf die Drachenstatue, die sich aus dem Heiwanhe erhebt. Bei der Rückfahrt muss man rechts ggf. schnell nach hinten gucken.
Mit der Seilbahn geht es auf 2100 Meter. Hoch und runter zahlt man 140 Yuan. Von dee Bergstation aus läuft man über eine Treppe 750 Meter bis auf den höchsten Punkt des Rundwegs auf 2318 Meter. Wer will, kann sich auf einer Sänfte von zwei Mann hochtragen lassen. Bei 50-65 kg Eigengewicht zahlt man für den einfachen Weg 400 Yuan, mit Rückweg 780 Yuan. Bei 65 bis 70 kg sind es 500/980 Yuan. Unter 50 und über 75 kg ist der Preis Verhandlungssache (Stand 2025). Der Weg führt durch den Bergwald, vorbei an Info-Tafeln zur einheimischen Flora und Fauna (teils englisch) und Warnhinweisen vor giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen. Affen darf man auf keinen Fall füttern, doch gewöhnlich sieht man nur Schmetterlinge, große Libellen und ein paar Vögel vorbeihuschen.
Oben angekommen steht man direkt vor einigen markanten Felsen, wie den zehn Meter hohen Pilzfelsen und der Karpfen, der den Mond hält. In letzteren soll man einen Goldkarpfen erkennen können, der in Vollmondnächten im richtigen Winkel angesehen, den Mond im Maul zu halten scheint. Die tolle Aussicht auf den unten liegende Wald wird immer wieder von durchziehenden Wolken verdeckt.
Zwei steile Gipfel ragen hier aus dem Berg in den Himmel. Südwestlich des Pilzfelsens der bereits erwähnte Red Cloud Golden Summit (2336 Meter) und nördlich der Old Golden Summit (2494 Meter). Beide sind mit buddhistischen Tempeln gekrönt, zu denen man weiter hinaufsteigen kann. Dafür braucht man aber Extra-Tickets und die tägliche Besucherzahl ist dort auf 8000 begrenzt. Der Weg zum Red Cloud Golden Summit führt zunächst hinab zum Pudu-Platz (Platz der universellen Erlösung) mit dem Chang'en-Tempel. Von hier führt auch der Rundweg wieder zurück zur Seilbahnstation. An ihm liegen das Drachen-Phoenix-Pavillion, das herzreinigende Becken, mit einer Statue von Guanyin und der Zehntausend-Schätze-Felsen. Von der Plattform dort hat man vom Boden aus den zweitbesten Blick auf den zweigeteilten Red Cloud Golden Summit. Die kleine Brücke zwischen den Tempelhallen kann man nur von der Gondel bei der Abfahrt sehen, wenn man rechts nach hinten schaut.
Xiaoqikong: Nationalpark im Kreis Libo. Entlang einer Straße reihen sich mehrere größere Wasserfälle, malerische Berge, Höhlen und von Bächen durchzogene Wälder auf. Vom Westtor fährt man mit Reisebussen von Station zu Station und läuft dort jeweils einige hundert Meter bis maximal 1,5 km vorbei an den Sehenswürdigkeiten. Zu Beginn gibt es auch sie Möglichkeit, mit einem Schlauchboot ein Stück auf dem Fluss zu fahren. Auf einem der Seen kann man sich Boote ausleihen. Nach dem Osttor befindet sich eine kleine sieben-bögige Brücke und eine natürliche Brücke, wo die Felswand wie mit einem Portal durchbrochen vom Fluss durchquert wird. Zu dieser fährt man mit einem kleinen Boot und läuft nur das letzte Stück, bevor man wieder zurückfährt. Wer will, kann auch die gesamten fünf Kilometer des Rundwegs durch die Schlucht laufen.
China Skyeye Scenic Spot: Großes Radioteleskop, das auch als Sehenswürdigkeit besucht wird. Also kein militärisches Sperrgebiet, wie man vielleicht vermuten mag.
Aktivitäten
[Bearbeiten]Allgemein gesagt Wandern, Rafting, Essen.
In Xiaoqikong wird eine familientaugliche Abenteuertour durch den Wald angeboten, bei der es über Seilbrücken geht.
Küche
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Die lokale Küche neigt zum Scharfen, wenn auch nicht so feurig wie in Sichuan. Eine Spezialität der Miao ist die rote (leicht) scharfe, saure Fischsuppe. Der Fisch kommt als ganzes im Suppentopf kochend auf den Tisch. Er ist mit Sojasproßen gefüllt.
Interessant sind die vielen Obstsorten an der Straße. Neben Melonen, Äpfel und Pfirsische gibt es eine Reihe dem Europäer eher unbekannte Obstsorten. Durchprobieren!
Der Reiswein aus Zhenyuan gilt als etwas besonderes, ist aber besser in Maßen, als in Massen zu genießen.
In Libo gelten Rindfeisch und -bällchen für den Feuertopf (chinesisches Fondue) als lokale Delikatesse.
Die Buyi gehören zu den Volksgrupoen Chinas, bei denen traditionell Hund gegessen wird. Eine bestimmte Fleischhunderasse wird extra für ein Fest zum Verzehr gezüchtet.
Nachtleben
[Bearbeiten]Restaurants und Nachtmärkte sind lange offen. Je touristischer oder größer ein Ort ist, desto mehr steigt das Angebot an Bars und Karaoke-Lokalen. Das Angebot ist auf den chinesischen Gast ausgerichtet.
Sicherheit
[Bearbeiten]Im Vergleich zum restlichen China gibt es keine Unterschiede. Mücken- und Sonnenschutz sollte man ernst nehmen.
Klima
[Bearbeiten]Subtropisch, auf den Bergen gemäßigt.
Weblinks
[Bearbeiten]- www.gzgov.gov.cn – Offizielle Webseite von Guizhou

