Reisethema
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Toiletten in China

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Hintergrund[Bearbeiten]

Öffentliches WC in der Pekinger Altstadt. So eine saubere Toilettenanlage findet man nicht immer.

Chinesische Toiletten sind weltweit berüchtigt, und man sollte sich vor Reisebeginn darauf einstellen.

Bis vor wenigen Jahren waren Toiletten in China kein Thema, wenigstens nicht für die Chinesen. Die Abgründe an Dreck, Gestank und Exkrementen schockierten selbst Besucher aus Entwicklungsländern, während sich die Einheimischen nicht im geringsten daran störten.

Mittlerweile beginnt hier ein Umdenken. Durch die Olympischen Spiele 2008 in Peking und die Weltausstellung 2010 in Shanghai wurden die dortigen öffentlichen Toiletten renoviert und zusätzlich neue errichtet. Außerdem wurden in vielen Provinzen offizielle Toiletten-Beauftragte ernannt.

Dadurch zeigt sich die Situation in den großen Touristenstädten deutlich verbessert. Jedoch müssen Reisende bis heute noch damit rechnen, besonders abseits der bekannten Ziele öffentliche Toiletten in grauenhaftem Zustand anzutreffen.

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

So öffentlich muss man nicht mal in China aufs Klo gehen: Ein Ausstellungspavillon auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai.
Oft bekommt man für die Suche nach einer westlichen Toilette den Tipp, in ein FastFood-Restaurant zu gehen. In diesem McDonalds im Zentrum Pekings hat das schon mal nicht geklappt.

In China sind Stehtoiletten üblich, die man auch aus anderen Erdteilen kennt. Chinesen gehen dabei tief in die Hocke und sind nicht zuletzt deshalb bis ins hohe Alter beweglich. Auf der Straße sieht man oft wartende Chinesen, die aus Bequemlichkeit in die Hocke gehen, was viele Europäer meist gar nicht mehr hinbekommen, geschweige denn, dass es bequem für sie wäre.

Zuweilen ist ein Porzellan-Aufsatz zu finden, den man als verschiebbare Toilettenschüssel auf das Loch im Boden stellen kann.

Da die Kanalisation mancher Gebäude den Klopapiermengen nicht gewachsen ist, findet man dort dafür einen Eimer neben dem WC. Einigermaßen moderne Hotels haben diese Zeiten allerdings überwunden.

Trennwände oder Kabinen sind Glückssache. Chinesen sind es gewohnt, sich gegenseitig auf dem Klo zuzusehen, und als westlicher Ausländer ist man sowieso Schauobjekt und muss mit Glotzerei rechnen. Findet man Kabinen vor, zeigt oft ein Schild auf der Tür, ob sich dahinter eine Stehtoilette oder eine Kloschüssel verbirgt.

Toilettenpapier oder Seife sind auf öffentlichen Toiletten wenig bis gar nicht üblich.

In Touristenhotels findet man fast ausschließlich die westliche Toilettenschüssel. Man muss aber damit rechnen, dass sich Chinesen umgekehrt mit Schuhen auf diese Schüssel stellen und man dort die Abdrücke findet. Papier und Seife ist in diesen Hotels regelmäßig vorhanden.

In den 1.-Klasse-Abteilen der Züge sind an einem Waggon-Ende meist zwei WC-Kabinen, je eine zum Stehen und eine zum Sitzen, am anderen Ende ist ein Waschraum untergebracht. Wer über Nacht fährt, sollte vielleicht etwas früher aufstehen, denn durch die Benutzung werden die Anlagen nicht sauberer.

Auf dem Land kann man bis heute Toiletten finden, bei denen der Dreck auf dem Boden liegt und die niemals geputzt werden. Mitunter muss man in eine offene Röhre machen, die an mehreren Plätzen vorbeiführt, und je nach Standort schwimmt das Geschäft von anderen dann unter dem eigenen Hintern vorbei. Die Röhre führt zu einer offenen Grube außerhalb des Gebäudes, der Gestank zeigt weithin, wo sich die Toilette befindet. Solche Extremfälle werden immer seltener, aber es gibt sie noch.

Öffentliche Toiletten werden oft mit einem System mit bis zu 5 Sternen ausgezeichnet, wobei eine gute Bewertung als Hinweis, aber nicht als absolute Garantie gilt.

Tipps für Reisende[Bearbeiten]

Toiletten in China
Stehtoilette im 1.-Klasse-Abteil eines chinesischen Nachtzuges

Papier und Seife müssen bei China-Reisen ständig mitgeführt werden, z.B. in Form der kleinen Flüssigseifen aus dem Hotel oder als Desinfektionstücher. Auch in Peking oder Shanghai kann man sich nicht hundertprozentig sicher sein.

Auf der Suche nach einem westlichen und vor allem sauberen WC kann man jederzeit ein Hotel aufsuchen oder ein Restaurant. Das ist kein Problem und normalerweise stellt niemand Fragen. Nicht zuletzt ist dabei hilfreich, dass Chinesen westliche Gesichter genauso schlecht auseinander halten können wie Europäer Chinesen. Auch hört man oft den Tipp, FastFood-Restaurants wie McDonalds zu besuchen.

Gelegenheiten, auf ein sauberes Klo zu gehen, sollte man nicht verpassen.

Besonders wichtig: Viele Reisende kommen zuerst in Peking oder Shanghai an. Dort sind die WCs in deutlich besserem Zustand als im Rest des Landes. Auf keinen Fall sollte man deshalb glauben, die Situation wäre doch gar nicht so schlimm und z.B. unvorsichtigerweise kein Toilettenpapier mehr mitführen.

Allerdings muss man fairerweise einräumen, dass sich die Toilettensituation soweit gebessert hat, dass sie mit den oben genannten Hinweisen durchaus beherrschbar geworden ist. Die Zeiten, in denen westliche Touristen weitgehend auf feste Nahrung verzichtet haben, um nicht aufs Klo zu müssen, sind dann doch vorbei.

Wer bei einer geführten Pauschalreise dabei ist, braucht sich um das Thema wenig Sorgen zu machen. Die Touristenführer wissen, wo man hingehen kann. Während auch in der chinesischen Sprache ganz normale Worte für Toilette gebraucht werden, bekommen Reisebegleiter übrigens bei ihrer Ausbildung beigebracht, nicht von einer Toilettenanlage zu sprechen, sondern im Deutschen von einer „Harmoniepause“ in einem „Harmonietempel“. Im Englischen wird hingegen der Begriff „Happy Hour“ benutzt.


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