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Vietnam

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Lage
Karte von Südostasien mit hervorgehobener Lage von Vietnam
Flagge
Flagge von Vietnam
Kurzdaten
Hauptstadt Hanoi
Staatsform Volksrepublik
Währung 1 Đồng (VND) (= 10 Hào = 100 Xu, historisch)),
1 € = 24.700 VND (29.04.2010)
Fläche 331.210 km²
Bevölkerung 88.576.758 (Juli 2009)
Sprachen Vietnamesisch
Religionen Buddhisten (67 %), Hoa Hao, Cao Dai, Katholiken (8 %)
Stecksystem 220 V/ 50 Hz
Telefonvorwahl +84
Internet TLD .vn
Zeitzone UTC+7h

Vietnam (vietnamesisch: Cộng hoà Xã hội Chủ nghĩa Việt Nam) ist eine sozialistische Volksrepublik in Südostasien. Sie grenzt im Norden an China und im Westen an Laos und Kambodscha.

Regionen[Bearbeiten]

Die Provinzen Vietnams
Die am dichtesten besiedelte Region des Landes rund um die Hauptstadt Hanoi
Provinz im Osten des Landes (seit einigen Jahren geöffnet für Touristen)
Diese Region an der Grenze zu Kambodscha ist weniger touristisch als der Küstenstreifen und Lebensraum einiger Bergvölker.
Dies ist die Reiskammer Vietnams und kann über unzählige Flussarme und Kanäle auf dem Boot erkundet werden.

Städte[Bearbeiten]

Von Norden nach Süden:

  • Hanoi (Hà Nội) - Hauptstadt und nach Ho-Chi-Minh-City (ehemals Saigon) zweitgrößte Stadt des Landes. Älteste, noch bestehende Hauptstadt Südostasiens.
  • Hải Phòng - drittgrößte Stadt und wichtige Hafenstadt am Delta des Roten Flusses.
  • Huế - an der zentralen Küste gelegen; war von 1802 bis 1945 Hauptstadt Vietnams.
  • Hội An - das alte Vietnam - gut erhaltene alte Gebäude und Tempel; Weltkulturerbe.
  • Đà Nẵng - viertgrößte Stadt auf halber Strecke zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-City.
  • Nha Trang - das touristische Zentrum Vietnams; gute Segelmöglichkeiten.
  • Ho-Chi-Minh-Stadt (Thành Phố Hồ Chí Minh) - war unter dem alten Namen Sàigòn bis April 1975 Hauptstadt von Südvietnam. Verkehrsknoten und kulturelles Zentrum.

Eine vollständige Liste der Städte findest du hier...

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Schwimmendes Dorf nahe Ho-Chi-Minh-Stadt
  • In Sa Pa können die Dörfer der Bergvölker der Hmong, Dzao und Kho Mu besucht und wunderschöne Reisterrassen bewundert werden.
  • Die Halong-Bucht mit ihren bizarren Felsformationen und einigen tausend Inseln ist UNESCO Weltnaturerbe und kann mit einer Vielzahl von Booten durchfahren werden. Auch die unzähligen Höhlen lohnen einen Besuch. Sie dienten während des Vietnamkrieges als Unterschlupf.
  • Die Trockene Halong-Bucht mit ihren bizarren Felsformationen ist das Spiegelbild der weltberühmten Halong-Bucht und die schönste Landschaft Vietnams.
  • Die Altstadt von Hội An mit den jahrhundertealten chinesischen Händler- und Versammlungshäusern steht unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe, genauso wie die nahe gelegene alte Cham-Tempelstadt Mỹ Sơn.
  • Das angenehme Klima in Đà Lạt machte es schon bei den französischen Kolonialherren als Ferienziel beliebt. Heutzutage ist es bevorzugtes Ziel für hochzeitsreisende Vietnamesen.
  • Die Insel Phú Quốc ist das heimliche Paradies Vietnams und die Heimat der berühmten Fischsauce Nước mắm.
  • Mũi Né lockt mit seinem dutzende Kilometer langen Sandstrand und Ausflugsmöglichkeiten zu schönen Dünenlandschaften.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach der wechselvollen und durch Kriege und Aufstände geprägten Zeit von 1945 bis zum Ende des Amerikanischen Krieges 1975 (so wird der Vietnamkrieg in Vietnam genannt), hat sich das Land während über zehn Jahren nahezu komplett nach außen abgeschottet. 1986 wurde dann nach einer schweren Wirtschaftskrise die Reform Đổi mới ("Erneuerung") in Angriff genommen. Die wesentlichen Punkte dieser Reform sind die schrittweise wirtschaftliche Öffnung gegenüber nicht-kommunistischen Staaten, der Rückzug aus Kambodscha, Dezentralisierung und Liberalisierung der Wirtschaft sowie die ebenfalls schrittweise Privatisierung.

Durch diesen Schritt hat die Vietnamesische KP auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks seine Macht bis heute halten können und die Reformen haben ein starkes wirtschaftliches Wachstum bewirken können, welches bis heute anhält.

Der vor der Öffnung praktisch inexistente Tourismus erlebt seit Anfang der 1990er-Jahre einen regelrechten Boom. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Touristen nochmals verdoppelt.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Für die Einreise wird in vielen Fällen ein Visum benötigt, welches in der Regel vor der Abreise beantragt werden muss. Es gibt Single Entry Visa (einmalige Einreise) und Multiple Entry/Re-Entry Visa mit Gültigkeitsdauern bis zu drei Monaten. Es ist auch möglich, mittels einer sogenannten Voreinlaßgenehmigung ein Visum bei der Einreise am Flughafen zu erhalten. Das Visum kann in Deutschland direkt bei der Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam in der Bundesrepublik Deutschland oder dem vietnamesischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main beantragt werden. Dort stehen entsprechende Antragsformulare zum Download zur Verfügung. Dieses ist ausgefüllt, mit einem Passbild versehen und unter Beifügung des Reisepasses, eines frankierten und adressierten Rückumschlages sowie der Visumgebühr an die Botschaft zu senden. Die Gebühr beträgt für ein 30-tägiges Visum derzeit 65,00 €.[1] Eine Bestätigung sollte vor Antragstellung bei der vietnamesischen Auslandsvertretung unbedingt eingeholt werden, da sich diese Gebühren ständig ändern. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. 10 Werktage, inklusive Postversand. Der Reisepass muss mindestens noch einen Monat über das Datum der Ausreise hinaus gültig sein.

Seit 01. Juli 2015 ist unter anderem für deutsche Staatsbürger die Einreise für einen touristischen Aufenthalt bis maximal 15 Tage visumfrei möglich. Diese Regelung ist derzeit bis zum 30. Juni 2018 befristet.. Bei der Einreise ist der Reisepass vorzulegen, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Seit der letzten visumsfreien Ausreise müssen mindestens 30 Tage vergangen sein. Es ist erforderlich, daß ein Weiter- oder Rückflugticket (sprich das ausgedruckte E-Ticket) bei der Einreise vorgelegt wird. Für Reisende die kein Rückflugticket vorweisen können, gibt es in den Flughäfen Schalter, wo ein solches gebucht werden kann.

Ein Visum bei Einreise “on arrival” gibt es auch für Vietnam. Dafür benötigt man aber die Registrierung der Einwanderungsbehörde des vietnamesischen Ministeriums für Innere Sicherheit. Beantragt wird diese Einreisegenehmigung (Registrierung) direkt bei der vietnamesischen Behörde, über die Portale von Dienstleistern oder Reisebüros. Reist man mit einem Reiseveranstalter, sollte dieser das managen können. Man erhält die Registrierung (Genehmigung) ab 8 €.[1] Mit dieser begibt man sich am Flughafen der Ankunft in Vietnam zum Visa on Arrival-Schalter (Hanoi) oder Landing Visa-Schalter (Ho Chi Minh Stadt) und bezahlt 25 US$ (einmalige Einreise) oder 50 USD (mehrmalige Einreisen) Gebühren. Das Verfahren ist lediglich auf den drei vietnamesischen Flughäfen Hanoi, Ho-Chi-Minh-City und Đà Nẵng möglich. Es ist nicht möglich, auf dem Landweg mit einem Visa on arrival einzureisen.

Man kann sich auch ein Visum in China, Thailand oder Kambodscha besorgen, wenn man über den Landweg einreisen möchte. In Phnom Phen dauert die Ausstellung eines Visums offiziell zwei Tage und kostet 60 Dollar. Gegen eine Gebühr (Erfahrungswert fünf Dollar) kann man das Visum aber noch am gleichen Tag abholen, wenn man morgens im vietnamesischen Konsulat ist. Das Visum für Vietnam kann zu dem bei jeder anderen vietnamesischen Auslandsvertretung weltweit beantragt werden.

Zoll

Die Freigrenzen, ab 18, liegen mit 400 Zigaretten oder 100 Zigarren und 1,5 Liter Alkohol über 22% oder 2 l unter 22%, 5 kg Tee und 3 kg Kaffee etwas über den international üblichen Mengen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Vietnam besitzt fünf internationale Flughäfen:

Direkte Flugverbindungen nach Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt ab Europa bietet Vietnam Airlines ab Paris und Frankfurt. Alternativ fliegt man in eine der großen Metropolen Südostasiens, Bangkok, Singapur oder Kuala Lumpur, von hier gibt es viele und günstige Anschlussflüge nach Vietnam.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Von Nanning (China) gibt es täglich einen Nachtzug nach Hanoi. Die Fahrt dauert ca. 12 Stunden und kostet knapp 20 €.

Zweimal pro Woche gibt es einen direkten Zug von Peking zur vietnamesischen Grenze mit Anschluss nach Hanoi. Auch von Hongkong aus ist Hanoi mit einigen Umsteigestopps zu erreichen.

Die direkte Strecke von Kunming (China) nach Hanoi ist zur Zeit bis auf weiteres geschlossen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Einreise per Bus ist aus allen Nachbarländern möglich, an der Grenze muss man jedoch den Bus wechseln. Bei der Anreise aus Phnom Penh wird das Gepäck von Trägern über die Grenze befördert. Den Service lassen diese sich aber nachträglich vergüten, ansonsten wird das Gepäck nicht herausgegeben.

Auto/Motorrad[Bearbeiten]

Ausländische Führerscheine werden in Vietnam mittlerweile anerkannt. Wer mit seinem eigenen Moped aus den Nachbarländern einreisen will sollte bedenken, dass die Einreise nur mit Motorrädern bis 150ccm erlaubt ist.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Von Kambodscha aus werden Bootstouren auf dem Mekong für 25 US$ (Februar 2013) nach Châu Đốc in Vietnam angeboten. Auch der umgekehrte Weg ist möglich. An der Grenze muss das Boot gewechselt werden. 2004 ist der Autor dieser Zeilen mit dem sog. Speed-Boat von Phnom Penh in Kambodscha nach Châu Đốc gefahren - ohne dass ein Bootswechsel nötig war.

Mobilität[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Wiedervereinigungsexpress

Es gibt in Vietnam nur zwei Bahnstrecken. Die eine führt aus China kommend von Dong Dang an der nordöstlichen Grenze über Hanoi, Huế und Nha Trang bis nach Saigon (Ho-Chi-Minh-City). Die zweite Linie beginnt in Hải Phòng und geht via Hanoi weiter nach Sa Pa (Lao Cai) im Nordwesten und von dort weiter nach China.

Die Züge verkehren aufgrund des relativ schlechten Zustandes der alten Meterspurtrassen ziemlich langsam. Der schnellste Zug benötigt für die 1726 km lange Strecke von Hanoi nach Saigon 29 Stunden.

Das Rollmaterial ist jedoch in gutem Zustand und es gibt neben der Holzklasse auch vollklimatisierte Schlafwagen und Wagen mit verstellbaren Sitzen in Flugzeugbestuhlung.

Für alle Fernverkehrszüge ist eine Reservierung erforderlich. Es empfiehlt sich, einige Tage im Voraus zu reservieren, da die Züge meist sehr gut besetzt sind.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es gibt im ganzen Land Busverbindungen in alle kleinen und großen Städte. Da die Verkehrsregeln von kaum jemandem beachtet werden, können Busfahrten ziemlich abenteuerlich werden. Mittlerweile hat sich der Fuhrpark verjüngt, so dass man mit relativ guten Bus-Modellen durch die Lande reisen kann.

Eine Besonderheit in Vietnam ist die sogenannte Open Tour, ein Bus-Ticket, mit welchem man für 29 US$ das ganze Land mit beliebig vielen Zwischenstopps von Süd nach Nord oder umgekehrt bereisen kann.

Es gibt mittlerweile eine unüberschaubare Zahl von Anbietern des Open Bus-Tickets (Open Tour). Bei den günstigsten Anbietern kann es vorkommen, dass der Bus während der Fahrt gewechselt werden muss (bei Nachtfahrten unangenehm), der Bus nahe der Überfüllung ist und das Gepäck im Gang gestapelt wird und die Sitzreihen so eng beieinander stehen, dass Personen, die größer als 1,70 m sind Probleme bekommen (Stichwort Nachtfahrten).

Die etwas 'teureren' Anbieter hingegen haben komfortable Busse, in denen das Reisen dann auch wieder Spaß macht.

Auf jeden Fall immer Fotos von allen Bussen zeigen lassen (auch von möglichen Kooperationspartnern, da nicht jede Gesellschaft das Gebiet komplett abdeckt) und nach den Platzverhältnissen fragen.

Bei Nachtfahrten aber auch tagsüber Ohrstöpsel nicht vergessen, da die Hupen der Busse sehr laut sein können und ständig benutzt werden.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Neben den oben aufgeführten internationalen Flughäfen gibt es folgende nationalen Flughäfen:

Diese werden im Wesentlichen von Vietnam Airlines und Pacific Airlines angeflogen.

Die Kosten für einen Inlandflug z.B. von Hue nach Hanoi betragen 50 US$.

Motorrad[Bearbeiten]

Der "gemeine" Vietnamese bewegt sich mit dem Motorrad fort. Die überdimensionalen Bürgersteige dienen dabei als Parkflächen. Die Fortbewegung mit dem Motorrad ist auch für den Touristen sehr angenehm und ein Erlebnis. Dabei sollte man jedoch schon sehr erfahren sein. Die Fahrt in der Masse gleicht dem Schwimmen mit dem Strom. Rechtzeitiges Einordnen ist zwingend notwendig. Man sollte nicht außer Acht lassen, dass Vietnam zu den Ländern mit der höchsten Rate an Verkehrstoten der Welt zählt.

Sprache[Bearbeiten]

Die offizielle Landessprache ist Vietnamesisch (tiếng việt), es wird die lateinische Schrift mit einigen Akzentzeichen verwendet. Daneben gibt es einige Dutzend ethnische Minderheiten, die zum Teil eigene Sprachen und Dialekte verwenden.

In touristischen Gegenden ist es kein Problem sich mit Englisch zu verständigen. Besonders im Süden gibt es viele Menschen, die ihre Englischkenntnisse während des Kriegs erworben haben. Die Bedeutung von Französisch als Fremdsprache hat nachgelassen.

Es ist (besonders in Hanoi) auch durchaus nicht unwahrscheinlich Vietnamesen anzutreffen, die sehr gut Deutsch sprechen (meist ehemalige Vertragsarbeiter in der DDR). Es gibt auch Touristenführer, die Deutsch sprechen.

Kaufen[Bearbeiten]

Reisfeld bei Nha Trang

In Vietnam lässt der Hersteller NorthFace seine Trekkingsachen für den europäischen Markt anfertigen. Demzufolge findet man in Saigon zum Beispiel eine Vielzahl von Sachen dieser Marke in sehr guter Qualität. Ebenso sind Rucksäcke, Koffer und Taschen zu einem Bruchteil des Preises hierzulande zu erwerben.

Geld[Bearbeiten]

Die Landeswährung ist der Vietnamesische Đồng (Việt Nam Đồng, VND). Der Dong ist stark volatil; orientiert sich stark an den US-Dollar, d.h bei starkem Eurokurs steigt auch der Kurswert.

(Stand Sept. 2016)

  • 1 US$ = 22500 VND
  • 1 € = 25000 VND
  • 1 sfr. = 22800 VND

Der VND ist gegenüber dem US-Dollar seit einigen Jahren ziemlich stabil, d. h. die Kurse gegenüber Euro und Schweizer Franken schwanken mit dem Dollarkurs. Es dürfen maximal 15 Mio. VND aus dem Land ausgeführt werden, der Geldwechsel von und in VND ist im Ausland jedoch fast nirgends möglich. Eine Ausnahme ist Kambodscha; dort kann man die VND in KHR wechseln.

Bei Preisangaben werden manchmal die letzten drei Nullen weggelassen, z.B. am Taxameter und an den kleinen Preisschildern in Geschäften. Oftmals findet man daher nur kurze Angaben wie 17 oder VND 17000.

Geldbezug mit Maestro- und Kreditkarten ist in größeren Städten und Touristenzentren problemlos möglich. Pro Bezug können drei Millionen VND abgehoben werden, dabei wird in der Regel noch eine Gebühr von 1% erhoben. Mit der Maestro-Karte kann man nur bei der Vietcom Bank Geld abheben. Die VISA-Plus-Karte der Postbank wird an vielen ATM akzeptiert.

In Banken können Travellerchecks und Devisen gewechselt werden, ebenso kann man mit der Kreditkarte größere Beträge beziehen. Dabei muss immer der Reisepass vorgelegt und ein Formular ausgefüllt werden, dessen Kopien man im Prinzip bei der Ausreise verfügbar haben muss (in der Praxis interessiert sich jedoch niemand dafür).

Große Dollar- oder Euro-Noten wechselt man am besten bei einem großen Juwelier, diese bieten meist die besten Kurse. Geldwechsler auf der Straße sollte man meiden.

Obwohl in Reiseführern und auch in vielen Geschäften vor Ort viele Preise in US$ angegeben werden, ist das Mitführen von Dollars unnötig. In größeren Hotels in Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt können Zimmer oft auch mit Dollar oder sogar Euro bezahlt werden. Alles kann auch in VND bezahlt werden, oft ist es sogar günstiger, denn meistens wird der Einfachheit halber mit einem Dollarkurs von 1:15000 gerechnet. Auch (besonders die kleinen) Händler werden lieber VND annehmen, da beim Wechseln von kleinen Dollarnoten hohe Gebühren anfallen.

Bezahlen mit Kreditkarte ist nur in sehr wenigen Touristenrestaurants, Einkaufszentren, Reisebüros und größeren Hotels möglich, allerdings werden oft 3 bis 4 % zusätzliche Gebühren berechnet.

Handeln[Bearbeiten]

Besonders auf den Märkten, aber auch in normalen Geschäften ist Handeln üblich. Einem Ausländer werden zunächst oft astronomisch hohe Preise genannt (das kann bis in zehn- oder hundertfache des Normalpreises gehen!), die sich aber problemlos auf ein vernünftiges Niveau bringen lassen. Vor allem wenn man einige Sätze Vietnamesisch beherrscht, können Preisverhandlungen massiv vereinfacht werden. Wichtig ist: Niemals unfreundlich oder laut werden. Oft reicht es schon, sich abzuwenden, wenn einem der Preis immer noch viel zu hoch scheint.

Küche[Bearbeiten]

Typischer Essensstand

Grundnahrungsmittel Nummer eins ist in Vietnam wie in den meisten asiatischen Ländern der Reis (Vietnamesisch: Cơm), welcher meist zusammen mit Fleisch- und Gemüsegerichten gegessen wird. Eine weitere Spezialität Vietnams sind die verschiedenen Suppen und Eintöpfe (Phở die klassische Nudelsuppe, Hủ tiếu andere Rezeptur). Vietnam ist auch ein Paradies für Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten.

Das wichtigste Gewürz in der vietnamesischen Küche ist die Fischsauce Nước mắm, welche roh einen für die westliche Nase etwas gewöhnungsbedürftigen Geruch verbreitet, jedoch den Gerichten einen unverwechselbaren und beinahe süchtigmachenden Geschmack verleiht. Wegen des starken Geruchs, ist das Mitführen von Nước mắm auf Flügen der Vietnam Airlines verboten.

Restaurants mit westlicher Küche gibt es nur in Saigon und Hanoi sowie in den wichtigeren Touristenorten. Am günstigsten isst man in den Garküchen, die sich an fast jeder Ecke befinden und meist auf ein bestimmtes Gericht spezialisiert sind. Wem das angesichts der manchmal etwas schwer zu beurteilenden Hygiene etwas suspekt sein sollte, hält sich an die ebenfalls sehr günstigen Reis- oder Suppenrestaurants, die bei den Einheimischen sehr beliebt sind. Überhaupt empfiehlt es sich danach zu gehen wo die Einheimischen essen. Dann ist das Restaurant auch wirklich gut und authentisch.

Reich gedeckter Tisch

Diese erinnern uns Westler oft an ein Schlachthaus: Wände und Fußboden bestehen aus weißen Fliesen, die Tische aus Chrom und die Hocker aus Plastik, das Ganze mit Leuchtstoffröhren beleuchtet. Wenn der Fußboden mit Speiseresten und Papiertüchern übersät ist, heißt das, dass das Restaurant viel Kundschaft hat, was wiederum ein Hinweis auf gutes Essen ist: Den Vietnamesen ist das Essen zu wichtig als dass sie sich mit etwas zufrieden geben würden, das nicht schmeckt.

Die vietnamesische Küche ist sehr vielseitig und die meisten Gerichte sind leicht und bekömmlich. Trotzdem sollte man ein Wörterbuch zur Hand haben, wenn die Speisekarte nicht in Englisch verfügbar ist. Einerseits mögen wohl nicht alle gekochte Hühnerfüße oder angebrütete Enteneier, andererseits werden einem oft sehr gute Speisen nicht empfohlen, weil das Personal denkt, alle Westler mögen nur gebratenen Reis mit Ei.

Zu jeder Uhrzeit wird in Vietnam auch gerne der spezielle vietnamesische Kaffee getrunken. Der Kaffee wird in der Regel mit Eis und gezuckerter Kondensmilch serviert. Große Kaffeeanbaugebiete befinden sich im zentralen Hochland nahe der Grenze zu Kambodscha.

Weiterhin ist Grüner Tee sehr beliebt. Dieser ist für den europäischen Geschmack aber unter Umständen etwas bitter zubereitet. Das größte Anbaugebiet ist die Provinz Thái Nguyên nördlich von Hanoi.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Ausgehen in Vietnam dürfte sich auf den Besuch der vielen und sehr zu empfehlenden Restaurants in allen kleinen und großen Orten beschränken. In der Regel ist um 22:00 Uhr kaum noch etwas los, nur in den größeren Städten gibt es auch die einschlägigen auf den eingeschränkten Kreis der (neu-)reichen vietnamesischen Kundschaft und zahlungsfähigen Touristen zugeschnittenen Unterhaltungsangebote. In Hanoi haben sich im letzten Jahr viele Bier"gärten" etabliert. Das Bier ist super preiswert und genießbar. Wenn Einheimische dort essen, dann kann man das als Tourist auch.

Wassertheater

Ein Besuch des traditionellen Marionettentheaters beim Hoan Kiem See ist ein Vergnügen, das sich viele Touristen gönnen. Das Theater liegt direkt am See, nahe der roten Brücke, die auf die Insel im See führt. Das Theater ist immer sehr gut besucht. Deshalb die Eintrittskarten einige Stunden vorher kaufen. Während zwei Stunden begleitet ein einheimisches Live-Orchester die Akteure, die die Puppen an langen Stangen im eiskalten Wasser bewegen. Den Inhalt versteht man mehr oder weniger gut anhand der recht turbulenten Szenen. Es handelt u.a. von der Legende «Le Loi» (1418-1428). Dieser Guerillakrieger kämpfte gegen die Ming-Besatzer und bekam nach Bitte um Beistand zum Himmel von einer goldenen Schildkröte ein unbesiegbares Schwert. Damit gelang es ihm, die Besatzer zu vertreiben. In weiteren Szenen: Liebe, Leid und Krieg, Alltag. Das Orchester sollte mit Applaus bedacht werden, auch wenn man die Szene nicht ganz verstanden hat. Am Ende stehen die Künstler immer noch im kalten Wasser, verabschieden sich vom Publikum und erhoffen ein Trinkgeld. Die Wasserpuppen kann man überall kaufen. Im Theater sind die Preise für die Show und die Puppen, die man auch dort kaufen kann, moderat.

Unterkunft[Bearbeiten]

Vietnam bereist man mit Vorteil zu zweit, denn ein Zimmer ist immer gleich teuer, egal ob es von einer oder zwei Personen bewohnt wird. Wichtig für Paare: Ein Single Room ist meistens nicht ein Einzelzimmer, sondern ein Zimmer mit einem Bett, welches in der Regel mehr als breit genug für zwei Personen ist. Ein Double Room verfügt entsprechend über zwei Betten, manchmal sind auch die ziemlich groß, so dass eine Familie unter Umständen mit einem Zimmer auskommt.

Bucht man bei Sinh Café (größtes und bekanntestes Reisebüro Vietnams) eine Bustour, versucht einem der Verkäufer in der Regel auch noch ein Hotelzimmer anzudrehen. Das sollte man sich gut überlegen, denn die Sinh-Café-Hotels sind oft etwas außerhalb der eigentlichen Zentren. Es sind dafür aber gute Hotels, dementsprechend halt auch nicht die günstigsten. Andere Tourcafés arbeiten mit entsprechenden Hotels in den Zielorten zusammen, von denen der Busfahrer/Tourbegleiter nach erfolgreicher Touristenvermittlung eine Provision erhält. Dies kann durchaus zu langen Wartezeiten am Zielort führen, da erst ein Hotel nach dem anderen angefahren wird.

Praktisch alle Hotels lassen abends die Rollgitter herunter, in ländlichen Gegenden etwas früher als in den großen Städten, so dass man als Spätheimkehrer jeweils den Nachtportier wecken muss. Wenn keine Glocke vorhanden ist, einfach am Gitter rütteln.

Insgesamt ist das Preisniveau noch moderat, vergleichbar mit Thailand. Dormrooms in Downtown Saigon sind ab etwa $5 zu haben, einfache Zweibettzimmer mit AC liegen bei $15-$20 Dollar. In Mui Ne und anderen beliebten Städten liegen gepflegte und moderne Strand-Bungalows oder ein schönes sauberes Doppelzimmer mit TV, Bad und Meerblick je nach Auslastung und Saison auch schon mal zwischen $50 und $100 Dollar pro Nacht, sind je nach Ausstattung und Pflegezustand aber auch billiger zu haben (Stand Januar 2013). Um die Weihnachtszeit und rund um das Tet-Fest sollte man reservieren und sich die Reservierung vor der Anreise nochmals bestätigen lassen.

Die Hotels sind dazu verpflichtet alle ausländischen Gäste bei den Behörden anzumelden. Zu diesem Zweck wird beim Check-In der Reisepass verlangt. Diesen bekommt man oftmals erst nach einigen Stunden wieder zurück und einige Hotels wollen ihn sogar bis zur Abreise behalten. Als Gast sollte man darauf bestehen, den Pass nach der Registrierung wieder zurückzubekommen, oder besser nicht den Pass sondern nur eine Fotokopie (Personendaten und Visum) davon abgeben. Eine Kopie ist für den Registrierungsprozess bei den Behörden ausreichend und man sollte vorsichtig sein wenn das Hotel gegenteiliges behauptet. Leider kommt es in Vietnam immer wieder zu Hotelbetrügereien bei denen der vereinbarte Zimmerpreis beim Auszug zu einem Preis pro Person wird. Der Pass wird von den Betrügern erst zurückgegeben wenn man den überteuerten Preis bezahlt.

Lernen und Studieren[Bearbeiten]

Die Universitäten bieten Vietnamesischkurse für Ausländer an. Es ist auch möglich, zu diesem Zweck ein Studentenvisum zu erhalten.

Arbeiten[Bearbeiten]

Wer in Vietnam arbeiten möchte, benötigt dazu ein Business-Visum, welches in der Regel direkt vom Arbeitgeber beantragt wird. Ausländer werden nur für hochqualifizierte Stellen in bestimmten Branchen und nur befristet zugelassen. Die beste Chance hat man noch als Sprachlehrer.

Feiertage[Bearbeiten]

Einige Feiertage richten sich nach dem vietnamesischen Mondkalender. Die entsprechenden Daten sind in der Tabelle mit (Mond) gekennzeichnet.

Termin Name Bedeutung
1. Jan. Neujahr
1. 1. (Mond) Tết Nguyên Ðán Vietnamesisches Neujahrsfest, bekannt als Tet.
30. April Befreiung von Saigon Jahrestag der Befreiung Saigons 1975
1. Mai Tag der Arbeit
2. Sept. Nationalfeiertag Jahrestag der Ausrufung der Republik Vietnam 1945 und Gedenktag für Ho Chi Minh
15. 8. (Mond) Tết Trung thu Mittelherbstfest, Kinderumzüge mit Lampions.

Tết-Fest[Bearbeiten]

Rund um das Tết-Fest ändert sich das Leben in Vietnam komplett. Alles konzentriert sich auf die Vorbereitung der Feierlichkeiten. Jeder versucht, über das Tết-Fest zu seiner Familie zu reisen, daher sind viele Geschäfte und Ämter geschlossen, Flüge und Züge ausgebucht und freie Hotelzimmer rar. Auch viele Auslandsvietnamesen besuchen in dieser Zeit ihre Familie, so dass auch Flüge aus dem Ausland in dieser Zeit oft früh ausgebucht sind. Da das Tết-Fest im Familienkreis gefeiert wird, ist es für Touristen ohne persönliche Kontakte im Land nur bedingt ratsam, in dieser Zeit das Land zu bereisen.

In der folgenden Tabelle sind die Daten des Tết-Festes und das jeweilige Tierzeichen des Jahres aufgeführt.

Jahr Datum Tierzeichen Vietnamesisch
2004 22. Jan. Affe Thân
2005 9. Feb. Hahn Dậu
2006 29. Jan. Hund Tuất
2007 17. Feb. Schwein Hợi
2008 7. Feb. Ratte
2009 26. Jan. Büffel Sửu
2010 14. Feb. Tiger Dần
2011 3. Feb. Katze Mão
2012 23. Jan. Drache Thìn
2013 10. Feb. Schlange Tỵ
2014 31. Jan. Pferd Ngọ
2015 19. Feb. Ziege Mùi

Sicherheit[Bearbeiten]

Gewaltkriminalität gegenüber ausländischen Touristen ist sehr selten. Abgesehen von Entreiß- und Trickdieben in den Städten hat man kaum etwas zu befürchten, wenn man sich nicht allzu unvorsichtig verhält.

Der Straßenverkehr dürfte die weitaus größere Gefahr darstellen. Vietnam ist eines der Länder mit der höchsten Todesrate bei Verkehrsunfällen weltweit und die Zahl der täglich Verletzten ist horrend. Dieser Tatsache sollte man sich besonders bewusst sein, wenn man auf die Idee kommt, selber Motorrad fahren zu wollen. Bei einem Unfall wird man als reicher Ausländer immer der Schuldige sein, egal ob man wirklich darin verwickelt oder nur zufällig am Ort war.

Oftmals wird einem von Vietnamesen angeboten, für Đồng auf einem Motorbike transportiert zu werden. Diese Möglichkeit bieten sich einem zwar schnell und bringt einen auch an das Ziel jedoch ist die Fahrweise der meisten Vietnamesen sehr halsbrecherisch und gefährlich, da die Hälfte betrunken zu sein scheint. Sehr oft heißt es "der Schnellere gewinnt". Ab zwei Personen ist ein Taxi in der Regel günstiger, sicherer und man erspart sich das Handeln. Vietnamesen transportieren die absonderlichsten Dinge auf ihren kleinen Motorrädern. Da ist ein großes Schwein oder ein Sack mit lebenden Bienen keine Seltenheit, dies führt auch zu der Schwere der Unfälle.

Das Taxi ist in Vietnam, speziell in Ho Chi Minh City, das billigste und sicherste Fortbewegungsmittel. Jedes Taxi ist staatlicherseits angehalten, einen Taxameter zu führen und ein Lichtbild des derzeitigen Taxifahrers an Bord zu haben.Nach objektiver Einschätzung besteht auch keine Gefahr, dass der Taxifahrer Umwege fährt. Man sollte aber Taxis mit den Zeichen "VINASUN" oder "Mai Linh" nutzen. In Zeiten des Smartphones würde sich jeder Umweg per Handy sofort nachvollziehen lassen. Eine Verletzung der allgemeinen Regeln - also höherer Taxipreis als angezeigt oder Umwege fahren - führt bei Anzeige zum Entzug der Taxilizenz des Taxiunternehmers. Ich habe noch nie bei meinen zahlreichen Reisen nach Ho Chi Minh oder auch den Urlaubsorten Vung Tau, Mui Ne oder Phu Quoc solche betrügerischen Machenschaften erkennen können. Gerade jetzt hat die Regierung eine Inspektion aller Taxilizenzen in Hanoi und Ho-Chi-Minh durchgeführt. Also: Keine Angst vor den Taxifahrern. Man sollte aber einen Zettel bereithalten zur Notierung der Zieladresse. Der Taxifahrer spricht in der Regel kein Englisch. Eine halb- bis dreiviertelstündige Taxifahrt vom Flughafen Saigon bis in die Innenstadt kostet zwischen 130000 und 160000 Dong (Stand Januar 2013). Die Taxis sind im Übrigen alle klimatisiert.

Das Überqueren der Straße scheint für Uneingeweihte besonders in den Großstädten unmöglich unbeschadet zu überstehen zu sein. Im Grunde ist es jedoch ganz simpel: Man geht vom Straßenrand langsam aber stetig im rechten Winkel über die Straße, ganz egal wie viel Verkehr da herrscht. Man muss einfach darauf vertrauen, dass der Verkehr von selbst um einen herumfließt. In den Innenstädten, wo fast nur Motorräder unterwegs sind, ist das praktisch nie ein Problem. Nur wenn viele Autos, Lastwagen und vor allem Busse ins Spiel kommen, ist etwas mehr Aufmerksamkeit notwendig, da diese auf die Kraft ihrer Hupe vertrauen. Wenn man sich also mitten auf der Straße befindet und sich ein hupender Bus nähert, sollte man sich schleunigst in Sicherheit bringen. Am besten beobachtet man erstmal, wie es die Einheimischen machen oder schließt sich gleich einem solchen an, um heil auf der anderen Seite anzukommen.

Nachtfahrten sind ebenfalls nichts für schwache Gemüter. Ab 18:30 Uhr ist es stockdunkel. Fahrräder sind ohne Licht unterwegs (oft trotzdem zu dritt nebeneinander), Lastwagen dafür grundsätzlich mit Volllicht und zusätzlichen Scheinwerfern als Lichthupe. Das Unfallrisiko ist dementsprechend noch größer als am Tag.

Vermieter von Mopeds, Fahrrädern und anderen Fortbewegungsmitteln verlangen oft den Reisepass als Pfand. Darauf sollte man sich keinesfalls einlassen, da der Pass das wichtigste Dokument ist welches man als Reisender besitzt und der als Druckmittel bei Scams verwendet werden kann. Seriöse Vermieter bieten eine Alternative zum Reisepass als Pfand an. Tatsächlich benötigt wird der Reisepass bei der Zimmervermietung für die gesetzlich vorgeschriebene Registrierung des Gastes, wobei dafür eine Fotokopie (Personendaten und Visum) ausreichend ist. Hotels die behaupten, den Pass bis zum Check-Out aufbewahren zu müssen, sind nicht seriös.

Gesundheit[Bearbeiten]

Für Vietnamreisende wird in der Regel mindestens eine Hepatitis-A-Impfung empfohlen, manchmal auch eine gegen die japanische Enzephalitis und die Tollwut. Um sicher zu sein, sollte man sich früh genug mit dem Hausarzt oder einem Tropeninstitut in Verbindung setzen um die notwendigen Vorkehrungen zu besprechen.

Malaria kann vor allem im zentralen Hochland und im Mekongdelta ein Problem werden. In der Regel wird die Mitnahme eines sogenannten Standby-Medikamentes empfohlen, manchmal auch eine Prophylaxe. Wichtig ist auch die Vorbeugung durch das Tragen von langen, hellen Kleidern, die Verwendung von Insektenschutzmitteln und Moskitonetzen. Die Moskitos sind vor allem abends um die Dämmerung unterwegs. Empfehlungen zur Malariaprophylaxe und Impfungen findet man auf Tropeninstitut.de.

Ärzte und Krankenhäuser sind außerhalb von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt schlecht ausgerüstet und die Hygienestandards liegen weit unter denen Europas. Eine Reiseversicherung mit Rückführung ist daher sehr empfehlenswert. Durchfall liest man leider schnell mal auf.

Aktuell berichtet die WHO von einem größeren Ausbruch an Durchfallerkrankungen (ca. 2500 Fälle von März bis April 2008) von denen ca. 400 durch Cholera Vibrionen verursacht sind.

Siehe auch: Gesund unterwegs

Klima und Reisezeit[Bearbeiten]

Klimadiagramm Hanoi
Klimadiagramm Ho-Chi-Minh-Stadt

Durch seine große Nord-Süd-Ausdehnung liegt Vietnam in zwei Klimazonen:

Der Norden hat ein subtropisches Klima. Es gibt zwei Jahreszeiten, der Winter dauert etwa vom November bis April, der Sommer vom Mai bis Oktober. Die kühlsten Monate sind meist der Dezember und der Januar, wo es in Hanoi oft um die 15° C kühl und nass ist (Nieselregen). In den Bergen um Sapa kommt es auch vor, dass zeitweise etwas Schnee fällt. Der Sommer ist im Norden sehr heiß, 30° C und mehr sind im Juni/Juli die Regel.

Der Südosten ist dagegen tropisch. Man unterscheidet drei Jahreszeiten: Die kühle Zeit vom November bis Januar (in Ho-Chi-Minh-Stadt mit tagsüber 28-30° C, nachts kühlt es oft unter 20° C ab), die heiße Jahreszeit vom Februar bis im Mai (schwül und oft über 35° C) und die Regenzeit vom Juni bis Oktober, während der es ebenfalls heiß ist, aber es häufig ein bis zwei Stunden lange Regengüsse gibt. Tagelange Regenfälle sind auch mitten in der Regenzeit die absolute Ausnahme. Besonders um Hoian, aber oft auch im Mekong-Delta gibt es in dieser Jahreszeit jedoch oft Überschwemmungen.

Die Klimagrenze liegt beim Wolkenpass zwischen Hue und Da Nang.

Verhaltensregeln[Bearbeiten]

Höflichkeit ist in Vietnam selbstverständlich. Auch zu Leuten, die sie überhaupt nicht mögen, sind die meisten Vietnamesen sehr höflich. Dies sollte man beachten, wenn man sich irgendwo über etwas beschweren möchte. Kritik kann zum Beispiel gut in einem kleinen Scherz untergebracht werden, denn ein offener Streit bedeutet für beide Seiten einen Gesichtsverlust, etwas vom schlimmeren für einen Vietnamesen.

Wer sich einige der vietnamesischen Verhaltensregeln verinnerlicht kann bei der Bevölkerung einige Pluspunkte sammeln. Beispielsweise übergibt man Bargeld und Geschenke immer mit beiden Händen (oder mit der rechten, niemals aber mit der linken Hand). Beim Händeschütteln (das in Vietnam nicht sehr verbreitet ist) berührt man mit der linken Hand den eigenen rechten Unterarm. Das Putzen der Nase (Schnäuzen) in der Öffentlichkeit ist ein Tabu.

Vietnamesen achten sehr auf ein gepflegtes Äusseres, Männer tragen fast immer (Kurzarm-)Hemden, Frauen meistens lange Hosen und Seidenblusen. Wer als Tourist etwas auf seine Kleidung achtet, wird merken, dass die Vietnamesen dies durchaus zu schätzen wissen. Also jeden Tag ein sauberes T-Shirt statt eines verdreckten Trägerleibchens und statt der ausgebeulten Shorts eine leichte lange Baumwollhose. Unverzichtbar sind Sandalen oder Flip-Flops, denn vor jedem Tempel oder Privathaus müssen die Schuhe ausgezogen werden.

Botschaften[Bearbeiten]

Ausländische Botschaften haben ihren Sitz in Hanoi, die BRD und die Schweiz unterhalten auch je ein Generalkonsulat in Saigon.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Einschränkungen im Internet
Wie auch beim Nachbar China ist in Vietnam das Internet Einschränkungen unterworfen.[2] Besonders Reisende, die zur Kommunikation mit Freunden und Familie das bekannte Netzwerk Facebook nutzen wollen, gucken verdutzt auf den Bildschirm. Die Seite ist in Vietnam immer wieder blockiert.

Internet: In den Touristenorten gibt es an jeder Ecke Internetcafés, aber auch in den kleinen Provinzstädten ist es kein Problem ein solches zu finden. Meist sind die Cafés per ADSL angebunden, trotzdem ist die Verbindung oft quälend langsam. Sicher ist der Komfort teilweise etwas rudimentär. Allerdings haben mittlerweile viele Hotels eine Internetecke eingerichtet. Ebenso finden sich oft frei nutzbare WLANs deren Passwort einfach an der Rezeption erfragt werden kann. Viele Straßencafes, oft auch sehr kleine, eher heruntergekommene, haben WLAN, das man kostenlos benutzen kann.

Telefon: Vietnam hat eine verhältnismäßig fortschrittliche Telekommunikationsinfrastruktur. ADSL ist bis in die Provinz verfügbar und die Netzabdeckung durch die zwei Mobilfunknetze Vinaphone und Mobiphone (beide GSM 900 MHz) ist sehr gut. Sim-Karten von Vinaphone bekommt man ab 60.000 VND, eine Internet-Flatrate kostet 40.000 VND pro Monat.

Post: Die Post (Buu Dien) ist einigermaßen zuverlässig, ein Brief nach Deutschland kostet 2016 7500 Dong; der Paketversand nach Europa jedoch entweder ziemlich teuer (Luftfracht) oder sehr langsam (Surface, ca. 2-4 Monate, ca. 32000 VND pro kg). (Online Postamtsuche und Portorechner)

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin H. Petrich: Vietnam DuMont Reise-Handbuch. DuMont Reiseverlag, 2012, ISBN 9783770177288.

Weblinks[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 [1] (Stand Juni 2016)
  2. Geregelt in Verordnung 72 von 2013
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