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Aserbaidschan

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Lage
noframe
Flagge
Flagge von Aserbaidschan
Kurzdaten
HauptstadtBaku
StaatsformRepublik
WährungAserbaidschanischer Manat (AZN)
Fläche86.600 km²
Bevölkerung9,16 Mio
SprachenAserbaidschanisch (Azeri)
ReligionenMuslimisch 95%, Orthodox 5%
Stromnetz220V/50Hz (Europäischer Stecker)
Telefonvorwahl+994
Internet TLD.az
ZeitzoneUTC +4

Aserbaidschan liegt am Südkaukasus. Nachbarstaaten sind im Südwesten Armenien, im Nordwesten Georgien, im Norden Russland. Im Osten grenzt das Land ans Kaspische Meer. Etwa 20% des Staatsgebietes im Südwesten des Landes (Bergkarabach) sind seit 1993 unter armenischer Verwaltung, es hat sich dort die Republik Nagorno-Karabach etabliert. In der autonomen Republik Nachitschewan, die eine Exklave darstellt, besitzt Aserbaidschan eine elf Kilometer lange Grenze mit der Türkei.

Die Menschrechtssituation, trotz regierungsseitigem Bekenntnis zu „Europa“ ist und bleibt prekär. Meinungs- und Versammlungsfreiehit sind stark eingeschränkt, die Justiz kontrolliert die Exekutive und eine zutiefst korrupte Polizei nicht.[1][2]

Städte[Bearbeiten]

  • Baku – die Hauptstadt des Landes,
  • Gəncə – die zweitgrößte Stadt des Landes mit langer Geschichte,
  • Lənkəran – Stadt im Süden des Landes in der Nähe der Grenze zum Iran,
  • Mingəçevir – viertgrößte Stadt des Landes am Mingəçevir-Stausee,
  • Naftalan – Stadt im Westen mit Erdölbädern
  • Naxçıvan (Nachitschewan) – Hauptstadt der Autonomen Republik Nachitschewan,
  • Şəki – reizvolle, im Kaukasus gelegene Stadt,
  • Stepanakert/Xankändi - in der nur von Armenien aus zugänglichen Region Bergkarabach
  • Sumqayıt – Stadt im Norden der Halbinsel Abşeron (Absheron),
  • Xaçmaz – Stadt im Norden Aserbaidschans.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Karte von Aserbaidschan

Khinalig[Bearbeiten]

1 Xınalıq (Khinalig) (Von Quba aus; nur per Tour oder Privatfahrzeug, keine Busverbindung.). Ein abgelegenes Bergdorf mit 2000 Einwohnern, die vier kulturell unterschiedlichen Ethnien angehören und eine eigene Sprache haben. In alter Zeit zoroastrisches Zentrum. Durch die Abgeschiedenheit hat sich viel Altes erhalten, die beiden Moscheen stammen aus dem Mittelalter. Die Temperaturen im Winter können auf -30 °C fallen.

Unterkunft
  • Xınalıq Qonaq Evi, ☎ +994 50 965 49 26
  • Xinaliq Guest House, ☎ +994 70 241 49 17
  • Xinaliq Qonaq Evi Guest House, ☎ +994 70 948 66 47

Naftalan[Bearbeiten]

2 Naftalan (320 km bis Baku; 50 km südlich Gəncə). Der Name sagt schon worum es hier geht, nämlich Erdöl. Naftalan ist eine Kleinstadt im Landesinneren. Das örtlich gefundene Schweröl ist untauglich zur Weiterverarbeitung, man verwendet es stattdessen in Kurbetrieben zur Behandlung von Hautkrankheiten und Rheuma. Kurios und wohl einmalig ist das „Museum der Krücken.“

Quba[Bearbeiten]

3 Quba (Kuba) (170 Straßenkilometer ndl. Bakus. Die Busstation ist beim zentralen Kreisverkehr. Der nächste Bahnhof ist im 20 km entfernten Xaçmaz (Khachmaz).). Beliebte Sommerfrische unter Azeris, die im Herbst mit den Äpfeln der Region wieder abreisen. Der eigentliche Ort ist am Westufer. Das Ostufer ist ein fast reines Judenviertel, genannt Qırmızı Qesebe; bewohnt von rund 3500 „Bergjuden” die drei Friedhöfe haben.

Unterkunft

Direkt beim Basar ist das Hotel Xınalıq, vor dem sich die Taxifahrer versammeln.

Şamaxı[Bearbeiten]

4 Shamaki (Şamaxı) (Auf der M4 121 km nach Baku. Die Busstation ist am östlichen Ortsende beim Kreisverkehr.). Kleinstadt mit 31000 Einwohnern. Die Djuma-Moschee aus dem 10. Jahrhundert ist das einzige Gebäude das die meisten der elf größeren Erdbeben seitdem überstanden hat. Der Ort ist auch bekannt wegen eines bestimmten Tanzstils und den hier gewebten Sourmak-Teppichen.

Region Sheki[Bearbeiten]

Landschaftlich reizvoll ist die Region Şəki (Sheki) an der Südflanke des Kaukasus. Besuchenswert ist auch der historische Kurort 5 Qabala (Gabala). Besucht wird hier gerne, neben einem Wasserfall, der Vergnügungspark und im Winter der Tufan Ski-Komplex (am Tufandağ).

Xaçmaz (Khachmaz)[Bearbeiten]

6 Xaçmaz (Zwei Züge tgl. von Baku 4¾ Std. oft voll. Ab Baku-Busstation ab 8.00 Uhr etwa stündlich Marshrutkas.).

Nationalparks[Bearbeiten]

Der seit 1950 „brennende Berg“ Yanardag, auf der Absheron-Halbinsel, nördlich Baku.

1 Qobustan-Nationalpark (70-80 km südlich Baku auf der E119). Der Park, Teil des Welterbes.

2 Shirvan National Park (150 km südlich Baku auf der E119. 20 km von der namensgebenden Stadt Şirvan.). 54000 Hektar Halbwüste mit geschützten Tierarten. Auch hier gibt es Schlammvulkane. Camping im nördlichen Bereich mit Permit erlaubt.

Hirkan Nationalpark (Hirkan Milli Parkı) (Von der Küstenstraße zwischen Baku und Iran, vor der Grenze nach Westen abbiegen). Parrotia persica ist eine nur hier vorkommende Baumart. Im Khanbulagh-See schwimmen Rehe.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach dem armenisch-aserbaidschanischen Krieg ging es zunächst wirtschaftlich abwärts, bis sich auf Grund von Ölfunden und -export das Blatt wendete. Heute sprudeln die Öldollars reichlich, was man besonders in Baku an allen Ecken und Enden merkt. Leider hatte dies auch Einfluss auf die Preise - in Baku war kaum eine Übernachtung im Hotel unter 100 $ zu bekommen, auch die Preise für sonstige Güter waren recht hoch, die Qualität oft mangelhaft. Die Abwertung des Manat hat hier Abhilfe geschaffen.

Um den diktatorischen „großen Führer“ nach der Unabhängigkeit, Heydar Aliyev (1923-2003, reg. ab 1993; Heydər Əliyev), er war noch zu Stalins Zeiten in den KGB eingetreten, stieg zum General auf und wurde Mitglied im Politbüro der KPdSU, wird ein gewisser Personenkult betrieben. Kaum ein Ort ohne nach ihm benannte Straße oder Gebäude.

Aserbaidschan ist Land mit mehrheitlich korangläubiger Bevölkerung und entsprechend reaktionärer Weltsicht. Außerhalb Bakus sind entsprechende Verhaltenregeln zu beachten. Insbesonders aufgeklärte Frauen und Schwule können hier ihr Verständnis für fremde Kulturen zeigen. In der Hauptstadt gibt es ein gewisses Nachtleben, wie in den meisten ehemaligen Sowjetrepubliken ist jeoch meist um 23.00 oder Mitternacht Feierabend.

Anreise[Bearbeiten]

Die Einreise in die Exklave und autonome Republik Nachitschewan ist nur per Flugzeug bzw. auf dem Landweg vom Iran oder von der Türkei aus möglich. Die Grenzübergänge zwischen Aserbaidschan und Armenien sind geschlossen.

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Seit Januar 2017 besteht die Möglichkeit ein Touristenvisum in elektronischer Form (ASAN Visa) zu beantragen. Erhältlich ist ein solches für alle EU-Staatsbürger, Schweizer und Liechtensteiner über das eVisa-Portal (nur englisch). Es berechtigt zur einmaligen Einreise bei maximal 30-tägigem Aufenthalt. Die Ausstellung erfolgt per eMail innerhalb von drei Werktagen, die Gebühr von US$ 20+4 kann nur per Visa- oder Mastercard beglichen werden. Im Rahmen des eVisums-Antrags wird gefragt ob der Reisende an HIV (AIDS), Hepatitis B oder C erkrankt ist.

Für deutsche Staatsbürger gilt ansonsten weiter Visumpflicht, jedoch ist das doch sehr an Sowjetmethoden erinnernde Verfahren für EU-Staatsangehörige des Schengen-Raums vereinfacht. Der Sichtvermerk ist vor der Einreise bei der entsprechenden Auslandsvertretung zu beantragen. Hierfür ist die beglaubigte Einladung eines aserbaidschanischen Reisebüros notwendig. Privatreisende zu nicht-touristischen Zwecken benötigen weiterhin eine Einladung, bei mehrmaliger Einreise muss diese vom Außenministerium in Baku genehmigt sein.

In der BRD erhältlich Konsularabteilung der Botschaft, Hubertusallee 43, 14195 Berlin. Immer nötig ist eine Einladung/Reisebürobestätigung, Formular und zwei biometrische Paßbilder. Geöffnet: Mo., Mi., Fr. 9-12.00. Preis: Tourist mehrfach: € 35, Transit € 20; Visumsgebühren nicht-EU. Regional zuständig ist das Honorarkonsulat, Heilbronner Straße 154, 70191 Stuttgart. Geöffnet: Mo., Do. 14-17.00, Mi. 10-12.00. Preis: € 35. .

In Österreich wendet man sich an die Botschaft, Hügelgasse 2, 1130 Wien. E-Mail: . Aserbaidschan unterhält ein Kulturzentrum in der Bellariastrasse 8, 1010 Wien.

In der Schweiz Section consulaire de l'Ambassade, Kramburgstrasse 10, 3006 Berne. Tel.: (0)31 - 350 50 45, E-Mail: . Geöffnet: Mo.-Fr. 9.30-12.30.

Meldepflicht

Registrieren müssen sich Ausländer spätestens am zehnten Kalendertag nach Einreise beim Migration Office, Binagadi-R-on, 3123 Mahalla, Binagadischosse 202, Baku. Bearbeitungsdauer 4 Werktage. Bei touristischen und Gruppenreisen erfolgt die Meldung über das Hotel. Eine Registrierung per Internet (engl. oder russ. siehe “user guide”) ist inzwischen auch möglich; dazu erforderlich Formular übs. und Paßscan. Geöffnet: Mo.-Fr. 9-18.00, Mittagspause 13-14.00.
Die Behörde ist auch für Ausstellung eines Ausreisevisums zuständig, falls der Pass verlorengegangen sein sollte. Für Privatreisende ist der Einlader haftbar.

Photographierverbote

Das Photografieren von militärischen Einrichtungen (was sehr weit gefaßt ist) und uniformierten Personen ist verboten.

Zoll[Bearbeiten]

Tipp
Der Kurs der Landeswährung Manat, lange stabil gehalten, lag zur Jahreswende 2014/5 noch um 1 zu 1 zum Euro. Im Herbst 2015 wurde der Kurs freigegeben und fiel sofort auf 1,75 pro Euro. Bis Anfang 2018 sank er langsam weiter etwas mehr als zwei zu eins. Zugleich stieg die Inflationsrate von 1½% 2015 auf über 12% 2017. Dies sollte bei teilweise älteren Preisangaben im Netz oder Reiseführern beachtet werden.

Die schriftliche Zollerklärung wurde abgeschafft, ein Devisenformular ist bei Einreise auszufüllen. Ausländer dürfen die Landeswährung Manat nicht ein- oder ausführen. Freimengen bei Ankunft sind vergleichsweise großzügige 1000 Zigaretten sowie 2 Liter Wein oder 1½ Liter Schnaps. Ausgeführt werden dürfen 600 Zigaretten, 3 Liter Alkohol und max. 125 Gramm Kaviar. Die Ausfuhr auch neuer Teppiche erfordert die gebührenpflichtige Genehmigung des nationalen Teppichmuseums (28 Mikayil Üseynov küç., Bulvar, Baku).

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Direkte Verbindungen gibt es ab Frankfurt/Main und Berlin. Der Nationalcarrier AZAL und Lufthansa fliegen direkt nach Baku. Diese Flüge sind vergleichsweise teuer, bei entsprechender Vorausbuchung gelangt man (2016) für ein Drittel des Preises mit Wizz Air oder Pegasus nach Georgien und von dort günstig z.B. per Nachtzug ab Tiflis ins Land.

Von München kann man mit russischen Gesellschaften und umsteigen in Moskau fliegen. Ab vielen deutschen Flughäfen kann man mit Turkish Airways oder Pegasus, jeweils mit umsteigen in Istanbul, fliegen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt eine Nachtverbindung nach Tbilisi, die Fahrzeit liegt bei gut 13 Stunden (Georgischer Fahrplan).
Wer billigst reist kann den Nachtzug von Baku nach Balakan (16 km vor der Grenze) über Sheki nehmen und dort am Morgen die Grenze auf eigene Faust überqueren. Auf georgischer Seite finden sich genug Marshrutkas, die die gut 1½–2 Stunden bis Tbilisi bewältigen.

Wenn eines Tages die Baku-Tiflis-Kars-Eisenbahnstrecke für Personenverkehr eröffnet wird (Fracht seit Nov. 2017) sind direkte Zugverbindungen aus der Türkei (Istanbul, Kars) via Georgien möglich.

Weitere Nachtzüge fahren nach Charkow und Rostov in Rußland.

Von Nachitschewan-Stadt gibt es seit Dezember 2016 Passagierverkehr ins iranische Mashhad.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Selbstfahrer benötigen einen internationalen Führerschein. Am Steuer herrscht Null Promille. Armee- oder Polizeikontrollposten sind häufig. Die früher zu hinterlegende Kaution für Autos (mindestens Euro 4) wurde abgeschafft, es wird jedoch eine geringe Einfuhrgebühr erhoben (hubraumabhängig). Außerdem muß eine Versicherung abgeschlossen werden.

Die Einreise über Land ist verlässlich nur über den Iran (Grenzübergang bei Astara) oder Georgien (Grenzübergänge Rote Brücke oder Lagodechi) möglich. Die Grenze zu Armenien ist gesperrt. Mit gesperrten Grenzen zu Armenien und manchmal auch zu Russland bleibt in der Regel nur der Transit durch das Nachbarland Georgien, um die anderen Nachbarländer zu erreichen.

Der lange Zeit nur für GUS-Bürger offene Übergang nach Rußland bei Yarag-Kazmalyar (41°38'15" N, 48°25'05,1 O) nach Samur kann inzwichen von jedermann genutzt werden.

Die Exklave Nachitschewan verfügt im Nordwesten bei Aras Köprüsü über einen Grenzübergang mit der Türkei. Die Abfertigung der jeweiligen Länder findet einige hundert Meter von der Grenzbrücke (39°39'19,7" N, 44°48'12,4" O) statt.

Aus Iran
  • Bei Astara (38°26'27,2" N, 48°52'32" O) über eine Brücke auf der E119. Es gibt einen Nachtzug aus Baku. Sonst sind es 325 Straßenkilometer. Aus dem Iran einfach, hinein chaotisch. Öffnungszeiten ca. 10.00-18.00 mit ausgiebiger Mittagspause ab 12.30.
  • Der azerische Grenzort Bilasuvar hat einen Bahnhof. Von hier sind es noch etwa zehn Kilometer bis zur Grenze (39°23'22,7" N, 48°21'41,2" O), zu der auch ein Bus fährt. Der iranische Ort ist Bileh Savar ( بیله‌سوار ). Auf der M3/E119 sind es 210 km bis Baku.
Aus Georgien
  • Von Telawi kommend, auf der ს42, dann ს5 gut 60 km bis Lagodeki, dann 1,5 km zur Grenzbrücke (41°47'27,5" N, 46°18'36,2" O) sind es auf der azerischen M5 zehn Kilometer bis zur ersten größen Ortschaft Balakan. Landschaftlich ist diese Strecke auf aserbaidschanischer Seite bis Baku reizvoll.
  • Von Rustawi hat man die Wahl
    • auf der ს4/E60 zum Übergang auf der „roten Brücke“ (41°19'46,5" N, 45°04'09,3" O) zu fahren, dann auf azerischer Seite weiter auf der M2/E60 Richtung Qazax (Gazakh).
    • über den kleineren Übergang Ruisbolo (41°22'42,2" N, 45°08'08,5" O) ins azerische Sadıqlı, von dort auf der R24 ebenfalls weiter nach Qazax.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt Fähren von Baku oder Alat nach Aktau (Aqtau) in Kasachstan. Eine andere (Mitnahme auf Frachtschiffen) bedient in Turkmenbashi Turkmenistan. Besonders die Beschreibungen letzterer sind abenteuerlich. In beiden Fällen ändern sich Verkaufs- bzw. Abfahrtsstellen häufig.[3]

Mobilität[Bearbeiten]

Bahnstreckennetz (2010).

Die Fluglinie AZAL bietet Inlandsflüge nach Nachitschewan an (nicht online buchbar). Im WInter nur ab Baku, sommers auch von Ganja. Dies ist die einzige Möglichkeit, die Exklave ohne visumpflichtigen Transit durch den Iran bzw. lange Umwege durch Georgien und die Türkei zu erreichen.

Das Bahnnetz wird seit einigen Jahren saniert, der Wagenpark modernisiert. Zugfahren ist immer noch günstig, dies gilt auch für Nachtzüge. Kaum eine Fahrt im Inland kostet 2017 mehr als 5 €. Züge verkehren nicht sehr häufig und sind langsamer als Fernbusse auf gleicher Strecke.

Der Autoverkehr außerhalb Bakus ist erträglich. Busse bzw. Marshrut fahren in die hintersten Winkel.

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprache ist Azeri, eine Turksprache, die dem Türkischen sehr ähnlich ist. Geschrieben wird mit lateinischen Buchstaben. Die lateinische Transliteration benutzt einige zusätzliche Buchstaben, mit denen man sich vertraut machen sollte.

Viele Menschen sprechen gutes Russisch. Englisch ist weniger verbreitet, aber besonders bei jüngeren Leuten nicht unüblich.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants öffnen meist um 11.00, Cafés um 9.00. Speisekarten sind, besonders außerhalb Bakus, selten. Selbst wenn sie vorhanden sind ist nicht sicher, daß alle Gerichte zu haben sind.

Der Besuch von Teehäusern (çay xanalar) ist und bleibt auf dem Lande Männersache. In Baku werden (westliche) Frauen toleriert, selbst wenn sie sich dazu versteigen Alkohol zu konsumieren.

Die Landesküche zeigt persische und türkische Einflüsse, z.B. Dolma oder pastırması. Brote sind meist im tönernen Erdofen gebackene Fladenbrote (lavash). Lamm bzw. Hammel, meist in gegrillter Form, oft als Kebab/Schachlik, ist fast überall zu haben. Balıq ist „Steckerlfisch,“ meist Stör. Das Reisgericht Plov unterscheidet sich in seinen Zutaten von der in Usbekistan üblichen Variante. Es gibt je nach den Hauptzutaten etwa vierzig Varianten.
Dovga ist eine Suppe auf Joghurtbasis mit verschiedenen Kräutern. Kufta bozbash ist eine Erbsensuppe mit Fleisch-Reisbällchen. Ebenso auf eine Art Joghurt (auch in Georgien, dort als matsoni) basiert Ovdukh mit Fleisch, hartem Ei und Kräutern, die fleischlose Variante heißt Dogramach; mit saurer Milch macht man Bolva. Sulu khingal eine Nudelsuppe mit Fleischeinlage, meist Lamm.
Nachspeisen sind oft extrem süße Teilchen türkischen Vorbilds, Baklava oder Halva.

Wein wird vor allem in den Regionen Ganja-Qazakh und Shirvan angebaut. Er erreicht in diesem korangläubigen Land bei weitem nicht die Qualität des Nachbarlandes Georgien. Biere sind eher von der dünnen Sorte, bedeutende Marken: Xirdalan (gehört zur russischen Baltika-Gruppe), Novxanı (Hersteller: Bakı-Praqa) und NZS, das nur als Faßbier vertrieben wird.
Tee wird erst seit 1912 im Lande – vor allem im Süden in den Bergen um Lenkeran-Astara – angebaut, die Qualität ist auch nach Sowjetzeiten durchschnittlich. Traditionelle Zubereitung erfolgt im Samovar in den kleinen aus der Türkei bekannten birnenförmigen Gläsern.

Nachtleben[Bearbeiten]

Im westlichen Sinn nur in Baku.

Unterkunft[Bearbeiten]

In den letzten Jahren wurden Dutzende kleinere Boutique-Hotels eröffnet. Diese bieten sehr viel besseren Service zu vergleichbaren Preisen als die „Sowjetklötze.“ Die sind Preise auf Grund der hohen Nachfrage aus der Ölindustrie deutlich angestiegen - man mußte schon Glück haben ein Hotelzimmer unter 100 $ die Nacht zu ergattern. In den letzten Jahren hat sich die Lage entspannt, es sind durchaus, saisonal und sterneabhängig ordentliche Zimmer an 50 Manat zu finden.
Billiger geht es über eine der Appartement-Vermietungen oder in einem der Billig-Ho(s)tels in der Nähe des Bahnhof von - allerdings mit sehr fragwürdigen Hygiene und Sicherheitsstandard und für das Gebotene manchmal noch deutlich überhöhten Preisen.

Wirkliche “Hostels“ gibt es nur in der Hauptstadt (Übersicht), Anfang 2018 lag der Durchschnittspreis im Schlafsaal bei 15 20 Manat.

Einkaufen[Bearbeiten]

Geschäfte öffnen üblicherweise um 10.00, in Basaren (Märkten) ist am meisten Betrieb zwischen 8.00 und 14.00.

Kaviar

In den Geschäften, in denen Kaviar aus konzessionierter Fischerei angeboten wird, liegt der Preis bei etwa einem Drittel des in Mitteleuropa verlangten.
In Fischmärkten sind Störeier von schwarz gefischten Tieren sehr viel billiger, deren Qualität oder Herkunft aber nicht kontrolliert.

Gesundheit[Bearbeiten]

Klimadiagramme Aserbaidschan
Ganja.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Baden im kaspischen Meer ist wegen der Ölverschmutzung nicht immer empfehlenswert. Bei Einheimischen beliebt sind die Strände von Nabran, einer in die Klippen gebauten malerischen Ortschaft, zweihundert Kilometer nördlich der Hauptstadt und die Lagune bei Şuraabad, knapp dreißig Kilometer nördlich von Baku.

Schifahren kann man wähernd der kurzen Saison im Bereich der Berge Şahdağ (auch im Sommer besuchenswerter Nationalpark) und Laza, die nächste größere Stadt ist Quba.
Etwas besser entwickelt ist Tufandağ mit einem entsprechenden Resort am Fuße des Berges. Es liegt nahe Qәbәlә (Gabala), zu erreichen über die R15, dann R9.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Polizei: ☎ 102
Krankenwagen: ☎ 103

Post

Azerpost (Filiale finden) bietet auch Finanzdienstleistungen.

Telephon

Zahlreiche Ortsvorwahlen wurden 2014 geändert.

Ausländische Handys dürfen einen Monat benutzt werden. Beim Kauf einer SIM-Karte muß der Reisepaß und die Registrierungsbescheinigung vorgelegt werden. Die IMEI-Nummer wird erfaßt. Sämtliche Anbieter bieten an ein verlorenes oder gestohlenes Gerät zu sperren wenn man diese Nummer mitteilt. Es gibt (noch) einen CDMA-Betreiber, was allenfalls für Besitzer alter amerikanicher Handys von Bedeutung ist.

Es gibt 2018 drei Anbieter, deren inländische Minuten/SMS-Preise liegen alle bei 0,03-0,04 AZN.

  1. Azercell Vorwahlen 050…, 051…. Die größte Firma erreicht gut achtzig Prozent Abdeckung
  2. Bakzell Vorwahl 055…. Deckt 96% des Landes ab.
  3. Nar Mobile/Azerfon
Photos

Beim Photographieren solte man zurückhalted sein. Zum einen mögen es viele Einheimische nicht zufällig in einem Bild zu sein, also fragen, zum zweiten bestehen die alten sowjetischen Verbote weiter: also alle Uniformierten, alles militärisches – hierzu können auch Brücken, Bahnhöfe und die U-Bahn gehören – tunlichst nur diskret aufnehmen.

Manche Museen verlangen eine Gebühr für die Photerlaubnis.

Feiertage[Bearbeiten]

1. Jan.: Neujahr, 31. März: Gedenktag der 1918 getöteten, 9. Mai: Tag des Sieges im großen vaterländischen Krieg, 28. Mai: Tag der Republik, 15. Juni: Tag der nationalen Rettung (Machtergreifung Haydar Alis, 1993), 26. Juni: Tag der Streitkräfte, 18. Oktober: Unabhängigkeitstag, 9. Nov.: Tag der Fahne (gehißt 2010 am Dövlət Bayrağı Meydanı, damals welthöchster Fahnenmast).
Begangen werden die muslimischen beweglichen Ende des Fastenmonats 14. Juni 2018 und Opferfest 21. August 2018.

 Literatur[Bearbeiten]

  • Abdullayev, Çingiz; Aserbaidschan-Deutschland: alte und moderne Beziehungen; [Hückelhoven] 2012 [Anadolu]; ISBN 9783861211808
  • Auch, Eva-Maria: Kleines Handbuch Aserbaidschan: Länderbericht einer studentischen Exkursion. Berlin : Humboldt Universität, 2016, ISBN 9783981438420.
  • Kipke, Rüdiger; Konfliktherd Südkaukasus: Aserbaidschan im Fokus (sowjet-)russischer und armenischer Interessen; Wiesbaden 2015 (Springer); ISBN 9783658098797
  • Cäfärli, Mämmäd; Politischer Terror und das Schicksal der aserbaidschanischen Deutschen; Stuttgart 2012; ISBN 9783000375606
  • Färäcova, Mälahät; Heydär Äliyev Stiftung; Petroglyphen; Baku 2013; ISBN 9789952483321
  • Heß, Michael Reinhard; Panzer im Paradies: der Berg-Karabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan; Berlin 2016; ISBN 9783895749063
  • Küpeli, Ismail: Aserbaidschan - ein autoritärer Rentierstaat? Politik und Ökonomie unter dem Aliyev-Regime. Göttingen, 2013, ISBN 9783863760427.
  • Oppeln, Philine von: Aserbaidschan: mit Baku, Kaukasus und Kaspischem Meer. Berlin, 2016 (3. Auflage), ISBN 9783897943452.
  • Tağıyeva, Röya; Heydär Äliyev Stiftung; Teppiche; [Baku] 2013; ISBN 9789952483291; (Bildband; Beschreibung regionaler Variationen)
  • Wackwitz, Stephan; Vergessene Mitte der Welt: unterwegs zwischen Tiflis, Baku, Eriwan; Frankfurt 2014 (Fischer); ISBN 9783100910608

Weblinks[Bearbeiten]

Tourismus
Nachrichten
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  1. Human Rights Watch 2017
  2. Azerbaijan 2016/2017 AMnesty International
  3. Die wohl aktuellsten Informationen scheint die spezialisierte Website Caravanistan zu bieten.