Bergkarabach
| Bergkarabach | |
| Einwohnerzahl | 148.000 (2019) |
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| Höhe | |
Bergkarabach | |
Bergkarabach (auch Nagorno-Karabach, Armenisch Լեռնային Ղարաբաղ, Azeri Dağlıq Qarabağ), ist eine Region in Aserbaidschan.
Seit 2021 bzw. 2024 findet rapider Wiederaufbau statt. Die hier gegeben Informationen können sich schnell ändern. Man prüfe daher vor Ort. Die Reisehinweise der Außenministerien aller deutschsprachigen Länder raten auch Anfang 2026 weiterhin von Besuchen ab. |
Hintergrund
[Bearbeiten]Der Autonome Oblast Bergkarabach als Teil der aserbaidschanischen SSR war in der dünnbesiedelten, schwergängigen Bergregion geschaffen worden, um den armenischstämmigen Bewohner kulturelle Mitspracherechte zu sichern. Die Dominanz der Aseri-Türken führte schon in den 1980ern zu Unruhen, so daß in den Jahren ersten nach dem Zerfall der Sowjetunion, als in Aserbaidschan Chaos herrschte, die armenische Seite auch den Landstreifen zwischen der Exklave und dem Mutterland besetzte. Es flohen in den 1990ern 185.000 Menschen aus ganz Armenien nach Aserbaidschan und 299.000 in die die Gegenrichtung. Die Volkszählung 2005 fand sechs Aserbaidschaner in Nagorno-Karabakh wohnen. Vor 1991 waren es rund vierzigtausend gewesen.

Von 1991 bis 2023 bestand hier eine unabhängige, international aber nicht anerkannte Republik Bergkarabach die ab 2017 in Landessprache Republik Arzach als Bezeichung bevorzugte. Die einzige Möglichkeit dorthin zu gelangen war aus Armenien. Nachdem Aserbaidschan 2023 die Kontrolle über die Region mit türkischer Militärhilfe vollständig zurückerlangt hat, wurden alle christlichen Bewohner innerhalb weniger Wochen nach Armenien abgesiedelt. Von aserbaidschanischer Seite begann sofort Zuwanderung, wobei sämtliche Ortsnamen türkisiert wurden. Im Folgenden wird versucht beide zu geben, die armenische Version zuerst. Die aserbaidschanische Regierung verlautbarte Ende 2025, daß seit 2021 gut elf Millionen Euro investiert und in sechs Städten, zwei Kleinstädten und 22 Dörfen über 62.000 Personen wieder angesiedelt worden waren.
Regionen
[Bearbeiten]- Zentralkarabach, mit der Hauptstadt der früheren armenischen Autonomie Stepanakert
- Tal des Tartar (Tərtər)
- Süden mit der zerstörten Stadt Füzuli und dem Aras-Tal
Orte
[Bearbeiten]Weitere Ziele
[Bearbeiten]- 1 Dadiwank-Kloster (Xudavəng monastır kompleksi)
Einreise
[Bearbeiten]Während der Existenz der Republik Arzach war eine Einreise nur über Armenien möglich. Nach der Rückeroberung durch Aserbaidschan ist eine Einreise nur aus anderen Teilen Aserbaidschans möglich.
Seit Sommer 2025 ist Ausländern der Besuch des Gebietes wieder gestattet, man muß aber vor Ort immer noch mit Sperrgebieten wegen Kriegsfolgen rechnen. Auch vom Grenzgebiet halte man sich fern. Um an den örtlichen Polizeiposten vorbei zu dürfen, muß man sich auf der Webseite yolumuzqarabaga.az, die nur von einer aserischen IP-Adresse funktioniert anmelden und für die Bestätigungs-SMS eine lokale Telefonnummer angeben. Dieser Vorgang ist für jeden einzelnen Bezirk in Karabach zu wiederholen. Abgefragt wird für individuell Reisende das KfZ-Kenzeichen des (Miet)-Wagens. Ansonsten kann man geführte Touren in Baku buchen. Eine Einreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln scheint noch nicht vorgesehen zu sein. (Stand: Nov 2025)
Seit 1. Sept. 2025 fahren, zunächst nur am Samstag, Züge auf der Strecke Baku – Ağdam, morgens hin am Abend zurück. Gehalten wird unterwegs in Barda, Kocharli und der Haltestelle Tazakend. Eine 108 km lange Bahnstrecke über Horadiz nach Füzuli und weiter nach Şuşa ist seit 2021 in Bau. Ein Teilstück bis Akna/Ağdam eröffnete 2025, Fertigstellung soll 2026 sein. (Eine Verlängerung nach Nakhchivan soll erfolgen falls das Transitproblem gelöst wird.)
Von der M6 zweigen einige Kilometer voneinander ab:
- Eine 81 km lange Autobahn 1 Ahmadbeyli – 6 Füzuli (Վարանդա, Waranda, 330 Straßenkilometer von Baku) – Schuscha wurde ebenfalls Juli 2025 fertig.
- Die ältere, die ersten 20 km parallel verlaufende, 102 km lange Landstraße Füzuli – Schuscha wurde „Siegesstraße“ benannt.
Ohne Betrieb ist der 2012 komplett renovierte aber seitdem nicht wieder kommerziell genutzte 2 Flughafen Stepanakert (Khojaly Airport, Xankəndi Hava Limanı, ICAO: UBBS) . Er liegt acht Kilometer nordöstlich Khojaly (= Ivanjan; Xocalı)
Mobilität
[Bearbeiten]Es gibt von Stepanakert in alle Städte des Landes Minibusse (Marschrutka). Ansonsten ist man auf Taxis oder mitgebrachte (Miet)autos angewiesen.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Es gibt einige sehenswerte Klöster, allen voran die Klöster Dadivank sowie 3 Gandzasar (Գանձասար, Gəncəsər) . In Shushi und 7 Askeran (Ասկերան, Əsgəran) gibt es alte Festungsruinen.
- 1 Asych-Höhle, Azıx Mağarası Steiler Anstieg, aber schön im Hang. Gummistiefel wegen Fledermauskots sinvoll.
- Der 3 Startpunkt des Aufstiegs an der Landstraße ist ohne Wegweiser.
Sicherheit
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Insbesondere in den früher besetzten Gebieten außerhalb der früheren Autonomen Oblast besteht Gefahr durch Minen. Daher achte man hier auf entsprechende Schilder und verlasse nach Möglichkeit nicht die ausgetretenen Straße und Wege.
Klima
[Bearbeiten]Das Klima ist etwas milder als in Jerewan. Das ist vor allem in Frühjahr und Herbst von Bedeutung - da kann es sein, dass in Jerewan noch Schnee liegt, während in Bergkarabach schon die Blumen blühen.
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]Google maps ist 2025 nur eingeschränkt brauchbar, aktueller scheint Waze zu funktionieren. (Stand: Jan 2026)
Literatur
[Bearbeiten]- Dinev, Ivaylo; The Political and Cultural Future of Karabakh Armenians; Caucasus Analytical Digest, № 140 (2025), S. 4–12
- Dorfmann-Lazarev, Igor; Khatchadourian, Haroutioun; Monuments and Identities in the Caucasus: Karabagh, Nakhichevan and Azerbaijan in Contemporary Geopolitical Conflict; Leiden 2024 (Brill)
- Kantian, Raffi; Der 44-tägige Krieg als Kampf um profitable Geschäfte; Armenological Issues 2.28 (2025); S. 133–141; doi:10.46991/ai.2024.2.28.009
- Karapetian, S.; Armenian Cultural Monuments in the Region of Nagorno Karabakh; 1999
- Mämmädov, Nazim; Heydar Aliyev and the Development Strategy of Karabakh: (Late 1960s-Early 1980s); Hechingen 2025 (Verlag “Stella”)
- Matevossian, Karen; Dadivank, la rinascita della meraviglia; Erewan 2018
- Müller, Andreas; Das kulturelle Erbe von Arzach: Armenische Geschichte und deren Spuren in Berg-Karabach; Kiel 2024 (Universitätsverlag Kiel); doi:10.38072/978-3-928794-95-4
- Sarjveladze, Mikheil; Um-Ordnung im Südkaukasus: Die geopolitische Dimension des Krieges um Berg-Karabach 2020; BAKS-Arbeitspapiere 9/21 (Bundesakademie für Sicherheitspolitik)
Weblinks
[Bearbeiten](Stand: Jan 2026)
- khankendihotels.az drei Hotels der gehobenen Kategorie in Stabanakert/Khankendi (engl., kommerziell)






