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Georgien

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Lage
Georgien
Flagge
Flagge von Georgien
Kurzdaten
Hauptstadt Tiflis
Staatsform Republik
Währung Lari (GEL)
Fläche 69.700 km²
Bevölkerung 3,72 Mio
Sprachen Georgisch
Religionen 83.4% Orthodox, 9% Muslimisch, 2% Katholisch, 2,9% Armenische Apostolische.
Stromnetz 230 V/ 50 Hz
Telefonvorwahl +995
Internet TLD .ge
Zeitzone MEZ+3, keine Sommerzeit

Georgien (georgisch: საქართველო, Sakartwelo) liegt im Osteuropa, an der Grenze zwischen Europa und Asien. Das Land grenzt im Westen an das Schwarze Meer, im Norden und Nordosten an Russland, im Süden an die Türkei und an Armenien, und im Südosten an Aserbaidschan. Die Geographie wird neben dem Schwarzen Meer vor allem vom Kaukasus im Norden und dem Kleinen Kaukasus im Süden beherrscht.

Regionen[Bearbeiten]

Regionen Georgiens

Georgien lässt sich topographisch in West- und Ostgeorgien einteilen, die beiden Teile werden durch die Zusammenkunft des Kleinen mit dem Großen Kaukasus gebildet. Die Flüsse Westgeorgiens entwässern ins Schwarze Meer, die Flüsse Ostgeorgiens ins Kaspische Meer, dazwischen befindet sich der Rikotipass und der Goderdzipass.

Westgeorgien ist klimatisch mild bis subtropisch, an der Küste und im Flachland kommen nur selten Frosttemperaturen vor. Die Vegetation ist mediterran. Verwaltungsregionen Westgeorgiens sind:

Sowie die historische Provinz Swanetien, die verwaltungstechnisch zwischen Mingrelien und Ratscha aufgeteilt ist.

Ostgeorgien ist vom Klima kontinental gemäßigt geprägt, die Vegetation entspricht eher der von Mitteleuropa. Verwaltungsregionen Ostgeorgiens sind:

Dazu haben folgende historischen Provinzen touristisch Bedeutung:

Die Regionen Abchasien und Südossetien nehmen eine Sonderstellung ein. Beide Regionen haben ihre Unabhängigkeit von Georgien erklärt, diese wurde jedoch nur von wenigen Staaten anerkannt. Im Konsens des größten Teiles der internationalen Staatengemeinschaft werden sie als zu Georgien gehörig betrachtet. Sie stehen aber de-facto nicht unter der Kontrolle der georgischen Regierung und sind von Kerngeorgien aus nur schwer bis gar nicht zu bereisen.

Eine Regioneneinteilung Georgiens nach Großlandschaften:

  • Großer Kaukasus
  • Kleiner Kaukasus
  • Kolchische Tiefebene
  • Das Tal des Mtkwari
  • Alasanital
  • Aserische Steppe im Südosten des Landes

Städte[Bearbeiten]

Orte in Georgien
  • Tbilisi (Tiflis), Hauptstadt kulturelles und wirtschaftliches Zentrum und einzige Großstadt Georgiens, etwa ein Drittel der Bevölkerung des Landes lebt hier.
  • Kutaissi, zweitgrößte Stadt, Hauptstadt von Imeretien und kulturelles Zentrum Westgeorgiens
  • Batumi, drittgrößte Stadt, Hauptstadt der Autonomen Republik Adscharien, wichtiger Schwarzmeerhafen und Stranddestination
  • Rustawi, Industriestadt südlich von Tiflis, besticht durch gut erhaltene Sowjetarchitektur
  • Sochumi, Hauptstadt der abtrünnigen Republik Abchasien
  • Sugdidi, Hauptstadt von Mingrelien, wichtige Transitstadt auf dem Weg nach Abchasien und Swanetien
  • Gori, Stalins Geburtsstadt
  • Poti, wichtiger Schwarzmeerhafen
  • Zchinwali, Hauptstadt der abtrünnigen Republik Südossetien
  • Telawi, Hauptstadt des Weinlandes Kachetien
  • Mzcheta, wichtiges Zentrum der georgischen Orthodoxie mit zahlreichen sakralen Bauten
  • Achalziche, Hauptstadt von Samzche-Dschawachetien und wichtige Transitstadt von und nach Armenien und in die Türkei

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Swanetien, eine historische Region Georgiens im Großen Kaukasus
Gelati, eine Klosteranlage im Westen Georgiens, zu den bedeutendsten Werken georgischer Kunst und zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Bordschomi, bekannt ist der Ort unter anderem für seine Mineralwasserquellen, deren Wasser unter dem Namen "Borjomi" Weltruhm erlangte.

Unesco-Welterbestätten[Bearbeiten]

Nationalparks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

  • Bordschomi-Charagauli - Nationalpark
  • Nationalpark Mtriala
  • Naturreservat Waschlowani
  • Nationalpark Tuschetien

Andere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Selbständig Entdecken[Bearbeiten]

In Georgien gilt wie in nur wenig anderen Ländern: Es gibt viel zu entdecken, besonders abseits der Touristenpfade. Leicht findet man einmal im Wald die Ruine einer alten Festung oder Kirche. Diese Objekte sind auch der örtlichen Bevölkerung fast gänzlich unbekannt und auch nirgends dokumentiert. Daher sollte man immer die Augen offen halten.

Interessant sind auf jeden Fall die Überbleibsel der Sowjetzeit. Auch wenn vieles schon verschwunden ist, kann man immer wieder noch Hammer und Sichel oder den einen oder anderen roten Stern sehen. Die zahlreichen prachtvollen Wandmosaike an Fabriken und öffentlichen Gebäuden gehören ebenso zu den sehenswerten Objekten wie auch die vielen prachtvollen Bushaltestellen, die übers Land verteilt herumstehen. Zur längst vergangenen Tradition der Alltagskunst gehören auch die vielen - teilweise prachtvollen - handgemalten Geschäftsschilder, die heute mehr und mehr vorproduzierten selbstklebenden Leuchtlettern und bedruckten Bannern weichen müssen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Georgien, das Land zwischen dem Großen und Kleinen Kaukasus und dem Schwarzen Meer, ist eine der ältesten Siedlungsregionen der Menschheit. Gleichzeitig ist es eines der ältesten christlichen Länder der Welt. Die Schmiede der antiken Welt lag allerdings auch immer wieder im Aufmarschgebiet anderer Mächte wie der Griechen, der Perser, der Römer, der Türken und der Russen. All diese kulturellen Einflüsse haben das Land und die gesamte Region mitgeprägt und ihre Spuren hinterlassen.

Geschichte[Bearbeiten]

Georgien ist bereits seit der Altsteinzeit besiedelt. Es war die Zeit der frühen Menschen wie des Homo erectus. Später kamen der Neandertaler und schließlich der Homo sapiens dazu. Letzterer breitete sich vom östlichen Mittelmeerraum weiter aus. Diese Periode lag ca. 40.000 v. Chr. In der Folge wurde ca. 4000 Jahre v. Chr. die Metallbearbeitung begonnen, die sich von Bronze über Kupfer hin zu Eisen entwickelte.

Wachtang VI, König von Ostgeorgien
Männlicher Torso im Stil der römischen Antike, 2. Jahrhundert v. Chr., Georgische Nationalmuseum
Katharina, Fürstin von Mingrelien-Westgeorgien

Aus den Stammesgebieten der Diaochi und Kolcha, die sich etwa ab der Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends bildeten, entstanden im 6. Jh. v. Chr. die beiden antiken Königreiche von Kolchis und Iberien. Das Königreich Kolchis mit seiner Küstenregion am Schwarzen Meer war Ziel der Argonauten, der legendären Sagengestalten um den Helden Jason. Hier fanden sie das Goldene Vlies. In der Antike war das heutige Georgien das metallurgische Zentrum. Hier wurden nicht nur die Erze abgebaut, sondern auch hervorragende Schwerter gefertigt, die in die damalige Antike Welt exportiert wurden.

Im Zuge der Kriege um die Nachfolge Alexanders des Grossen, den sogenannten Diadochenkriegen, wurde Kolchis eine Provinz und Iberien ein Vasall des Königreiches Pontos, das durch Pompeius um 64 v. Chr. erobert wurde. Damit wurden sie römische Vasallen.

Patera mit Antinoos, 1. Jahrhundert v. Chr., Georgische Nationalmuseum

Im 4. Jahrhundert (337 durch König Mirian III.) konvertierte Georgien zum Christentum und wurde damit einer der ersten christlichen Staaten der Welt. Kolchis war seit dem ersten Jahrhundert zerfallen und Iberien wurde im 3. Jahrhundert ein Lehen Persiens. Wechselnde Allianzen prägten die folgenden Jahrhunderte, wobei Byzanz als Orientierungspunkt obsiegte.

Ab der Mitte des 7. Jahrhunderts drängten die Araber in den transkaukasischen Raum und erstmals nach Georgien. Anfänglich konnten sie das Land nicht erobern, in den Folgekriegen gelang es ihnen jedoch bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts, als 755 in Tiflis ein Emir eingesetzt wurde. Die Königreiche Lasika und Iberien waren zu kleinen Fürstentümern zerfallen, aber es begann unter den Arabern eine Einigung des Landes. Bewirkt wurde diese unter anderem durch die Ausbreitung der Kirchensprache als Gegenbewegung zu Islamisierungsversuchen der Araber.

Mit dem König Bagrat III. wurde Georgien ein geeintes Königreich. Die ursprünglich von den Arabern eingesetzten Bagratiden konnten so von Abchasien aus das Königreich einen. In der Folge gab es ein Intermezzo der Seldschuken und später der Mongolen, wobei sich Georgien insgesamt jedesmal befreien und behaupten konnte.

Das fand jedoch durch zwei Ereignisse ein Ende. Die Pest wütete Mitte des 14. Jahrhunderts in Georgien, und die Eroberungs- und Raubzüge des Timur Leng von 1385 bis 1403 zerstörten die einheitliche Herrschaftsstruktur. Danach zerfiel das Königreich 1442 vollends.

Mit dem Fall Konstantinopels 1453 wurde das christliche Georgien isoliert. In der Folge kam es zu Konflikten mit den wieder erstarkten Persern und den Osmanen. Teile wurden wechselnd besetzt, und der Sklavenhandel blühte. So geriet in der Konsequenz der Ostteil unter persische und der Westteil unter türkische Herrschaft.

Ab dem späten 18. Jahrhundert wurde Russland immer mehr zur bestimmenden Macht, und auch ein kurzer Feldzug durch Aga Khan, der 1795 Tiflis eroberte, konnte das Vordringen des russischen Imperiums nicht aufhalten. Ostgeorgien wurde annektiert, und 1810 begann die Annexion der westgeorgischen Landesteile, die 54 Jahre später abgeschlossen war. Die intensive Russifizierung in der Folge der Eroberung trug nicht zur Beruhigung bei. Georgien drängte auf Eigenständigkeit. Zwar kam es zu Verbesserungen durch die Modernisierung des Handels und der Infrastruktur sowie der Abschaffung der Leibeigenschaft 1866 durch den vom Zar eingesetzten Vizekönig Graf Michail Woronzow. Er gründete auch die erste Bibliothek und das erste Theater Georgiens.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus der Unzufriedenheit eine nationale Befreiungsbewegung, die 1905 in einen Bauernaufstand mündete. Eine sozialdemokratische Bewegung entstand. Nach der Februarrevolution 1917 in Russland erklärte sich Georgien für unabhängig. Diese Unabhängigkeit hielt bis zum 11. Februar 1921. Dann marschierte die Rote Armee ein, und Georgien wurde sowjetisiert. Ein Aufstand 1924 wurde niedergeschlagen, und im Zuge der stalinistische Säuberungen wurden 50.000 Georgier getötet.

Im Zuge der Glasnost-und-Perestroika-Bewegung kam es am 31. März 1991 zu einem Referendum über die staatliche Unabhängigkeit, das mit 98,9% der Stimmen bestätigt wurde. Georgien erklärte sich am 9. April 1991 für unabhängig.

Am 08.08.2008 marschierten georgische Truppen in Südossetien ein. Es folgten heftige Kämpfe vor allem in Tschinwali. Zahlreiche Menschen flohen nach Wladikwkas im russischen Nordossetien. Daraufhin intervenierte Russland militärisch und stieß nach Georgien vor. Abchasien nutzte die Gunst der Stunde und führte eine Offensive im georgisch kontrollierten Kodori-Tal durch. Im weiteren Verlauf des Konfliktes blockierten russische Schiffe den georgischen Hafen Poti, den sie bis zum 13. September kontrollierten.

Aktuell[Bearbeiten]

Aus den Gebieten Südossetiens und Abchasiens sind zahlreiche Georgier vertrieben worden. Die Grenzregionen gelten als sehr unsicher.

Eine Annäherung der Staaten findet langsam statt, Direktflüge zwischen Georgien und Russland bestehen wieder. Die Grenze bei Kazbegi wurde im März 2010 wieder geöffnet. Die russischen Interessen in Georgien werden auch 2015 noch von der Schweiz wahrgenommen.

Die Parlamentswahlen 2012 brachten einen friedlichen Machtwechsel von Micheil Saakaschwilis Partei UNM (Vereinte Nationale Bewegung) zu Bidsina Iwanischwilis Partei "Georgischer Traum." Im Oktober 2013 endete die Amtszeit Saakaschwilis und als neuer Präsident wurde Giorgi Margwelaschwili vom "Georgischen Traum" gewählt.

Aktuell ist Georgien - neben Moldawien - das einzige pro-EU orientierte Land in der Region, im Zuge der Östlichen Partnerschaft kommt dem Land speziell mit den Unruhen in der Ukraine eine besondere Schlüsselstellung zu. Georgien forciert mit US-amerikanischer Unterstützung den Beitritt zur Nato.

Anreise[Bearbeiten]

  • Botschaft, Rauchstraße 11, 10787 Berlin; Konsularabteilung: Drakestraße 6, 10787 Berlin. Tel.: +49 (30) 484907 0. Geöffnet: Konsulat: Di., Mi., Fr. 9.00-13-00 (Telephonische Terminabsprache erwünscht).
    • Generalkonsulat, Bockenheimer Landstr. 97-99, 60325 Frankfurt. Tel.: +49 (0)69 9767 1137. Geöffnet: Mo, Mi, Fr. 9.30-13.00 (Telephonische Terminabsprache erwünscht).
  • Section consulaire de l'Ambassade, Seftigenstrasse 7, CH-3037 Bern. Tel.: (0)31 351 58 61.
  • Botschaft Georgiens in Wien, Doblhoffgasse 5/5, 1010 Wien; Konsulat: Marokkanergasse 18, 1030 Wien. E-Mail: .

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Die am 1. September 2014 in Kraft getretenen, verschärften Aufenthaltsbestimmungen wurden im Juni 2015 wieder rückgängig gemacht. Ab dem 8. Juni 2015 besteht für die Staatsangehörigen der 94 Staaten, darunter auch für deutsche Staatsbürger, die Möglichkeit, für Aufenthalte in Georgien bis zu einem Jahr visumfrei einzureisen.[1] Die Liste, welche Staatsbürger visumfrei einreisen dürfen (Stand Juni 2015). Weiterhin dürfen Angehörige weiterer 49 Staaten, die eine gültige deutsche Aufenthaltsberechtigung besitzen bis zu 90 Tagen visumsfrei einreisen.

Sollte die Aufenthaltsfrist bereits abgelaufen sein, liegt eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit vor. Das Bußgeld beläuft sich auf 180 GEL bei Überschreiten der legalen Aufenthaltsfrist von bis zu drei Monaten, auf 360 GEL bei Überschreiten von mehr als drei Monaten.[2]

Zollfreigrenzen: Die Freimengen sind vergleichsweise großzügig geregelt. Für Waren aus EU-Ländern besteht seit Herbst 2014 prinzipiell Zollfreiheit. An Tabakwaren dürfen 400 Zigaretten oder 50 Zigarren eingeführt werden, Alkohol bis vier Liter.

Abtrünnige Gebiete[Bearbeiten]

Abchasien und Südossetien haben sich unabhängig erklärt, werden seitens der georgischen Regierung aber als Teil des Staatsgebietes gesehen, stehen jedoch de facto nicht unter der Kontrolle georgischer Behörden. Für eine Reise in diese Regionen hat der Reisende spezielle Regeln zu beachten:

Für Reisen nach Abchasien wird ein gesondertes Visum benötigt (Antragsdetails, engl.). Die Einreise kann von Russland aus über den Grenzübergang Leselidse (bei Sochi) und von Kerngeorgien aus über den Grenzübergang Inguri (bei Sugdidi) erfolgen. Der Transit durch Abchasien ist jedoch verboten und wird von georgischen Behörden als illegaler Grenzübertritt gewertet. Wichtig ist, dass man, wenn man aus Georgien nach Abchasien eingereist ist, wieder nach Georgien zurückfahren muss. Ebenso muss man, wenn man aus Russland nach Abchasien gereist ist, wieder nach Russland zurück. Dabei muss man im Besitz eines Russischen Visums mit mehrfacher Einreise sein. Kann man nicht sowohl einen korrekten georgischen Einreisestempel wie auch Ausreisestempel im Pass vorweisen, kann das bei der Ausreise aus Georgien oder bei einer neuerlichen Einreise zu massiven Problemen und hohen Geldstrafen bis hin zu Inhaftierung führen.

Die Region Südossetien ist derzeit - Stand Mai 2014 - vom georgischen Kerngebiet nur mit Sondergenehmigung zu bereisen. Eine Sondergenehmigung wird praktisch nur für Diplomaten und Journalisten erteilt. Die Einreise aus Russland ist durch den Roki-Tunnel möglich, die Weiterreise nach Kerngeorgien aber untersagt. Es gilt ansonsten das zu Abchasien Erwähnte.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der neue Terminal des Flughafen Tiflis wurde 2007 eröffnet

Georgien hat drei internationale Flughäfen:

  • Der Flughafen Tiflis ist der größte, zahlreiche europäische Fluglinien verbinden ihn mit europäischen Metropolen, darunter Lufthansa (München), Airzena (Wien) sowie die türkischen Fluglinien Turkish Airways, Pegasus und Atlasjet (Istanbul IST und SAW).
  • Der Flughafen Kutaissi - König David der Erbauer International im Westen des Landes ist seit dem Markteinstieg von Wizzair 2012 zum Drehkreuz für Rucksacktouristen speziell aus Polen und der Ukraine aufgestiegen. Nach Deutschland bedient man Memmingen und Berlin-Schönefeld (2017).
  • Der Flughafen Batumi bietet speziell im Sommer zahlreiche Verbindungen in die Ukraine und nach Russland, ansonsten verbinden ihn türkische Fluglinien mit Istanbul, da dieser Flughafen auch als türkischer Inlandsflughafen für die Region Artvin betrieben wird.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

  • Es gibt täglich Bahnverbindungen zwischen Tiflis und Baku (Aserbaidschan) und jeden zweiten Tag zwischen Tiflis und Jerewan (Armenien). Im Sommer verkehrt ein täglichen Zug zwischen Jerewan und Batumi, der unterwegs ebenfalls in Tiflis sowie anderen größeren Städten hält.
  • Mit der geplanten Eröffnung der Eisenbahnlinie Tiflis-Kars soll es auch Personenzüge zwischen der Türkei und Georgien bzw. Aserbaidschan geben. Die Aserbaidschanischen Eisenbahnen haben bereits eine Bestellung für Personenzüge abgegeben, die dann Baku mit Istanbul verbinden sollen und wahrscheinlich auch zumindest in Tiflis halten werden. Der Eröffnungstermin dieser Bahnlinie wird (Stand Mai 2016) mit „2017“ angegeben, ist aber bei Betrachtung des Baufortschrittes auf georgischer Seite mit Vorsicht zu genießen!

Mit dem Bus[Bearbeiten]

  • I.d.R. kann man aus den Nachbarländern mit Bussen oder Marschrutkas zur Grenze fahren, muss diese zu Fuß überqueren und fährt dann mit einem anderen Bus weiter.
  • Es gibt halbstündliche Busse von Hopa nach Batumi sowie mehrmals täglich Busse von Trabzon nach Batumi.
  • Weiters gibt es zwei tägliche Marschrutkas zwischen Jerewan und Tiflis sowie im Sommer auch Marschrutkas zwischen Jerewan und Batumi.
  • Es gibt auch mehrmals wöchentlich bis täglich Busverbindungen zwischen Tiflis und Athen, Istanbul und Ankara, die Fahrt ist strapaziös und langwierig und kaum billiger als ein Flug.
  • Es fahren zahlreiche Busse von Armenien über Georgien nach Russland, ob diese jedoch auch in Georgien Fahrgäste aufnehmen, ist nicht geklärt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Georgien ist das wichtigste Transitland der Südkaukasusregion. Da die Grenzen zwischen der Türkei und Armenien sowie Armenien und Aserbaidschan geschlossen sind, und auch die Landgrenze Aserbaidschan–Russland wegen des Dagestan-Konflikts nur erschwert passierbar ist, muss sämtlicher Fernverkehr dieser Region Georgien passieren.

Die Fahrt mit dem eigenen Auto von Europa aus verläuft ohne Probleme. Die Route durch die Türkei (IstanbulSamsunTrabzonBatumi) ist derzeit zu empfehlen. Ab Deutschland sollte man pro Richtung mindestens eine Woche Zeit haben, um die Fahrt genießen zu können, auch wenn georgische Autohändler gerne behaupten, ihre in Deutschland erstandenen Gebrauchtwagen über Griechenland und die Türkei in weniger als 72 Stunden überstellen zu können.

Die Fahrtroute über Russland (Rostow am DonWladikawkas–Tiflis) ist mit entsprechendem Visum für Russland ebenfalls möglich, jedoch ist der Transit durch die Ostukraine aufgrund der dortigen Ereignisse (seit Frühling/Sommer 2014, separatistische Kämpfe und bürgerkriegsähnliche Zustände u. a. in den Regionen Donezk und Luhansk) nicht zu empfehlen.

Zollbestimmungen

Bei Einreise mit dem eigenen Auto nach Georgien gelten besondere georgische Zollbestimmungen, die eine maximale Verweildauer von 90 Tagen für das Fahrzeug vorsehen. Sollten die Fristen nicht eingehalten werden können, muss entweder eine Ummeldung erfolgen oder ein Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden, da ansonsten erhebliche Geldbußen drohen. Wer nicht mit dem eigenen Auto fährt, benötigt eine notarielle Erlaubnis des Zulassungsbesitzers. Das Auto wird bei der Einreise nach Georgien in den Reisepass eingetragen. Wer ohne Auto zurückreisen möchte, muss das Fahrzeug an der Zollstelle in Rustawi importieren und ggf. weiterverkaufen. Nur mit dieser Zollbestätigung ist anschließend die Ausreise ohne Fahrzeug erlaubt. Sollte das Auto in Georgien gestohlen oder bei einem Unfall zerstört worden sein, sollte man sich unbedingt bei der Polizei nach der weiteren Vorgehensweise erkundigen, um Schwierigkeiten bei der Ausreise zu vermeiden.

Grenzübergangsstellen[Bearbeiten]

Aserbaidschan
  • Von Telawi kommend, auf der ს42, dann ს5 gut 60 km bis Lagodeki, dann 1,5  zur Grenzbrücke (41°47'27,5" N, 46°18'36,2" O) sind es auf der M5 zehn Kilometer bis zur ersten größen Ortschaft Balakan.
  • Von Rustawi hat man die Wahl
    • auf der ს4/E60 zum Übergang auf der „roten Brücke“ (41°19'46,5" N, 45°04'09,3" O) zu fahren, dann auf azerischer Seite weiter auf der M2/E60 Richtung Qazax.
    • über den kleineren Übergang Ruisbolo (41°22'42,2" N, 45°08'08,5" O) ins azerische Sadıqlı, von dort auf der R24 ebenfalls weiter nach Qazax.
Armenien
  • Die Hauptverkehrsader ს7/M6 zwischen den beiden Hauptstädten geht über die Grenze bei Sadakhlo/Bagratashen (41°13'45,3" N, 44°50'02" O)
  • Von Marneuli auf der ს6/E117 in den Grenzort Guguti (41°12'29" N, 44°19'17" O), auf armenischer Seite Gogovan. Die M3 geht über Tashir letztendlich nach Eriwan.
  • Ab Achalkalaki (ახალქალაქი) gut 32 km auf der ს11 zum Übergang Ninotsminda/Bavra (41°08'20" N, 43°47'38,5" O). Weiter auf der M1 wenn man in die zweitgrößte armenische Stadt Gjumri (Գյումրի) möchte.
Rußland

Die Grenze Dariali / Werchnyi Lars (an der Georgische Heeresstraße ს3) Wladikawkas–Tiflis wurde wieder geöffnet, seit 2012 dürfen auch nicht-GUS-Staatsbürger diesen Übergang wieder benutzen.

Die Grenzen zwischen Abchasien bzw. Südossetien und Russland sind geöffnet, allerdings ist eine Durchreise nach (Zentral-)Georgien nicht gestattet.

Türkei
  • Der wohl am häufigste genutzte Übergang ist bei Sarpi an der Küstenstraße zwischen Trabzon nach Hopa und Batumi.
  • Eine weiter östlich gelegene „Hintertür“ ist zwischen knapp 30 km vom türkischen Posof auf der E691/D995 bis zur Grenzstation (41°35'16,1" N, 42°49'06,6" O) ins georgische Vale, weiter auf der ს8 bis in den nächsten größeren Ort Akhaltsikhe sind es gut 10 km.
  • Seit 2015 wieder geöffnet ist die Grenze zwischen Çıldır (von dort auch Minibusse) und Aktas-Kartsakhi. (41°14'05,8" N, 43°12'03.9"~O)

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt eine Fährverbindung von Poti und Batumi nach Tschornomorsk (das ehem. Illitschiwsk, bei Odessa in der Ukraine) und von Batumi nach Warna (in Bulgarien) mit UKRFERRY. Weiters gibt es zwei Mal pro Woche eine Schnellbootverbindung zwischen Batumi und Sotschi (ca. 100 Euro, 5 Stunden). Von Hopa ın der Türkei scheint es ebenfalls eine Fähre zu geben.

Mobilität[Bearbeiten]

Fernstraßennetz Georgiens
Karte von Georgien mit eingezeichneten Fernstraßen

Flugverkehr[Bearbeiten]

Inlandsflüge gibt es praktisch gar nicht. Derzeit (Feb. 2014) fliegt Airzena je einmal wöchentlich Tiflis-Batumi und Tiflis-Kutaissi. Speziell an der Route nach Batumi versuchen sich immer wieder verschiedene Fluglinien, meist mit nur kurzem Erfolg und nur im Sommer. Ab 18. Juli 2014 finden nach längerer Pause auch wieder drei wöchentliche Linienflüge zwischen dem Flugfeld Natachtari (5 km N von Mzcheta und Mestia statt. Flugpreis 65 GEL pro Richtung, Tickets können auf den Flughäfen Mestia und Natachtari sowie in Tiflis in der Rkinis Rigi 11 erworben werden. Online kann nicht gebucht werden.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Zugverbindungen der Georgian Railway gibt es zwischen Tiflis und den größeren Städten im Westen (Batumi, Poti, Sugdidi, Kutaissi), im Regionalverkehr ist die Bahn aber großteils unbrauchbar, da es keinen Taktfahrplan gibt und viele Nebenstrecken, wie beispielsweise die Bahn nach Kachetien, gar keinen Personenverkehr mehr haben. Fahrkarten kann man online oder am Bahnhof kaufen, man muss jedoch einen Reisepass dabeihaben. Eine Passkopie wird am Schalter manchmal nicht akzeptiert. In Regionalzügen kann man die Karten auch im Zug beim Schaffner kaufen.

Straßennetz[Bearbeiten]

In Georgien herrscht Rechtsverkehr, es gelten die europäischen Verkehrszeichen. Geschwindigkeitsbeschränkungen sind 60 km/h im Ortsgebiet und 80 km/h auf Freilandstraßen, so Verkehrszeichen nichts anderes festlegen. Auf den wenigen Autobahnen sind Geschwindigkeitsbeschränkungen von 110 km/h ausgeschildert. In Georgien herrscht Alkoholverbot am Steuer (0,0 Promille)! Weiters müssen seit 2010 auf den Vordersitzen Sicherheitsgurte angelegt werden und das Telefonieren am Steuer ist nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt (Strafen 10-15 Lari).

Die Fahrweise in Georgien wirkt für Westeuropäer vorerst chaotisch. Geschwindigkeitsbeschränkungen werden kaum eingehalten, auch Ampeln, Bodenmarkierungen und Abbiegeverbote werden eher als Empfehlung gesehen. Überholvorgänge werden oft ohne Sicht und trotz Gegenverkehr durchgeführt. Eine entsprechend defensive Fahrweise ist angesagt. Allerdings ist der Straßenverkehr abseits der großen Städte und der Hauptstrecke von Batumi nach Tiflis relativ gering.

Die Hauptstraßen Georgiens (Straßennummer ს..) sind generell in gutem Zustand und fast zur Gänze asphaltiert. Die E 60 und E 70 (ს 1 und ს 2) sind die Hauptverkehrsadern von der Küste in das Landesinnere. Dies bedeutet, dass über sie auch der Transitverkehr nach Aserbaidschan und Armenien läuft. Da sie überwiegend nur zweispurig ausgebaut sind, kommt es immer wieder zu teilweise lebensgefährlichen Überholmanövern. Hier gilt besondere Vorsicht oder das Ausweichen auf Nebenrouten. Mittlerweile sind die ersten Autobahnkilometer fertiggestellt, von Tiflis bis ca. 10 Kilometer hinter Gori rollt der Verkehr jetzt vierspurig, der weitere Ausbau von Schnellstraßen bis Batumi und Poti ist in Arbeit, die Umfahrung von Kobuleti wurde im Herbst 2013 eröffnet, die Umfahrung von Kutaissi soll noch 2014 fertiggestellt sein.

Bei den Regionalstraßen (Straßennummer შ.., oft nicht ausgeschildert) reicht die Oberfläche von Asphalt über Schotter bis hin zu simplen Fahrwegen. Die Straße von Tiflis nach Ninozminda in Samzche-Dschawachetien ist in ausgezeichnetem Zustand, ebenso die Straße zwischen Sugdidi und Mestia oder die Verbindung Sestaponi-Tschiatura-Gomi. Viele - auch wichtige - Regionalstraßen sind jedoch nur mit Geländewagen befahrbar, so die Straßen nach Tuschetien und Chewsuretien. Auch die შ 1 von Batumi nach Achalziche über den Goderzi-Pass hat einen Abschnitt von 60–80 km Schotter mit teilweise tiefen Auswaschungen.

Bus und Minibus[Bearbeiten]

Die omnipräsenten Marschrutkas (Minibusse bzw. Sammeltaxis) verbinden die großen Städte untereinander sowie auch regionale Ziele. Dank häufiger Abfahrten und niedriger Preise kann man sich so auch sehr gut ohne eigenem Auto im Land bewegen, jedoch muss man, um in Erfahrung zu bringen, wann wo welche Busse abfahren, zumindest etwas georgisch oder russisch radebrechen. Einheimische sind diesbezüglich sehr hilfsbereit.

Städtischer Bus in Tiflis

Jede größere Stadt verfügt über mindestens einen Busbahnhof - das ist in der Regel ein großer Parkplatz ohne viel Infrastruktur - wo die Busse und Minibusse ankommen und abfahren. Man kann auch unterwegs aussteigen, dann aber dennoch den vollen Fahrpreis bis zum Endpunkt bezahlen. Man kann Minibusse und Busse auch unterwegs herbeiwinken, zusteigen aber nur, wenn Platz im Bus ist. Da Busse und Minibusse i.d.R. mit der Abfahrt warten, bis sie voll sind, kann es schwer werden, außerhalb der Städte eine Mitfahrgelegenheit zu erwischen.

Mietauto und Taxi[Bearbeiten]

In Tiflis gibt es Vertretungen einiger größeren Mietwagenfirmen wie Avis und Sixt, in zahlreichen anderen Städten gibt es kleinere Privatunternehmen, die ebenfalls Autos vermieten. Es ist aber möglich, Autos und Jeeps mit Fahrer zu chartern (ab 100 Lari pro Tag plus Sprit), was speziell auf den schlechten Bergstraßen eine angenehmere Option ist als selbst zu fahren und im Endeffekt kaum teurer kommt als ein Mietauto.

Innerstädtisch und auf kurze Distanzen sind Taxis ein sehr kostengünstiges Transportmittel. Eine Stadtfahrt in Tiflis, Kutaissi oder Batumi kostet i.d.R. um die 5 Lari, die Fahrt zum Tifliser Flughafen ist ab 20 Lari zu bekommen. Auch im Fernverkehr können Taxis durchaus eine brauchbare Option sein, die Fahrt Kutaissi-Tiflis ist beispielsweise ab 100 Lari zu bekommen; durchaus erschwinglich, wenn sich vier Leute das Taxi teilen.

Autostopp[Bearbeiten]

In Georgien ist es - speziell in den abgelegenen Bergregionen - üblich, Autofahrer um eine Mitfahrgelegenheit zu bitten. Wenn Platz im Auto ist, wird man gerne mitgenommen und muss sich i.d.R. mit ein paar Lari an den Spritkosten beteiligen, manchmal wird aber auch nichts verlangt.

Sprache[Bearbeiten]

Die offizielle Amtssprache ist Georgisch. Englisch, Russisch und zum Teil auch Deutsch werden vor allen in den Städten, Russisch auch auf dem Land verstanden.

Personen über 30 haben alle noch Russisch in der Schule gelernt. Vor allem junge Menschen sprechen Englisch, da es in der Schule ab der ersten Klasse gelehrt wird. Jedoch darf man sich außerhalb der Großstädte nur wenig Englischkenntnisse erhoffen. Selbst in gehobeneren Tourismusbetrieben sind Englischkenntnisse oft Mangelware. Deutsch als Fremdsprache hat seit 1990 eine große Beliebtheit bei jungen Leuten, man trifft überraschend oft Menschen, die deutsch sprechen.

Lokale Dialekte des Georgischen, die von der Standardsprache stark abweichen, gibt es in Swanetien und Mingrelien. Im Süden des Landes gibt es zahlenmäßig bedeutende Populationen von Armeniern (Raione Ninozminda und Achalkalaki) und Aseris (Raione Gardabani und Marneuli). Zahlenmäßig sehr kleine ethnische Gruppen gibt es in den Bergen von Kachetien (Batsen, Pschawen, Tuschen), deren Sprachen vom Aussterben bedroht sind. Weitere ethnische Gruppen sind Dagestani und Tschetschenen (in Kachetien), Pontische Griechen (Raion Zalka, größtenteis nach 1990 ausgewandert), Kaukasusdeutsche (Raion Bolnisi, nur mehr einzelne Personen) und Mes'chetische Türken (rund um Achalziche).

Amtssprachen in Abchasien sind nach Auffassung des De-facto-Regimes Abchasisch und Russisch, in Südossetien Ossetisch und Russisch.

Kaufen[Bearbeiten]

Am Markt von Tiflis

Offiziell sind Zahlungen nur in der einheimischen Währung (Lari) erlaubt. Viele Preise, speziell größere Beträge wie bei Autokauf und Wohnungsmieten, aber auch bei teureren Hotels, sind aber in US-Dollar angegeben. Dieser wird auch gern akzeptiert. Der Euro ist weniger beliebt, kann aber an jeder Wechselstube getauscht werden.

In größeren Städten ist das Abheben von Bargeld mit Maestrokarte problemlos möglich. In kleinen Städten und ländlichen Regionen kann es aber schwierig werden, Bankomaten zu finden. Nicht alle Bankautomaten akzeptieren auch alle ausländischen Karten. Abgesehen von Lari kann man mit der Karte meist auch US-Dollar, manchmal auch Euro, abheben. Bei Fahrten durch ländliche Gebiete empfiehlt es sich daher, immer eine strategische Reserve an Bargeld, gerne auch Euro oder Dollar, vorrätig zu halten. Hinweis: Ab Mitte Dezember 2014 führen zahlreiche europäische Banken als Anti-Skimming-Maßnahme eine Teilsperre für Maestro-Karten in zahlreichen außereuropäischen Ländern ein. Georgien ist (Stand Nov. 2014) nicht von dieser Sperre betroffen. Die Liste wechselt ständig und ist auch von Bank zu Bank unterschiedlich. Wer seine Karte in diesen gesperrten Ländern verwenden möchte, muss bei seiner Bank die Karte freischalten lassen (geht auch telefonisch oder über Internet-Banking). Es empfiehlt sich vor einer Georgien-Reise, bei der Bank nachzufragen!

In vielen besseren Hotels und größeren Geschäften sowie Tankstellen kann man mit Kreditkarte bezahlen, jedoch werden ausländische Karten nicht immer und überall akzeptiert. Manchmal ist die PIN-Eingabe erforderlich, manchmal nur die Unterschrift. In kleinen Geschäften, Taxis und auf Märkten gilt jedoch: Nur Bares ist Wahres! Man sollte nach Möglichkeit immer ausreichend kleine Scheine dabei haben, denn alles was größer als ein Zwanziger ist, kann nur mehr schwer gewechselt werden. Dazu der praktische Hinweis: Viele Bankomaten geben auch kleine Scheine aus. Wer einen unrunden Betrag abhebt (z.B. 195 Lari), kommt nicht in die Verlegenheit, plötzlich nur mit Hundertern dazustehen.

Einkaufen ist fast zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Es gibt keinen offiziellen Ladenschluss, auch Sonn- und Feiertags nicht. Viele Apotheken, Supermärkte und Minimärkte sind bis spätabends, oft sogar 24 Stunden, geöffnet. Richtwerte für typische Öffnungszeiten von Fachgeschäften sind: Morgens wird zwischen 10 und 11 Uhr aufgesperrt, am Abend gegen 20 Uhr wieder zugesperrt, oft ist auch bis 22 Uhr geöffnet. Märkte öffnen und schließen etwas zeitiger.

Beliebte Souvenirs und Mitbringsel aus Georgien sind:

  • Wein und Spirituosen wie Tschatscha (Tresterbrand, ähnlich Grappa) oder Cognac in allen Variationen
  • Weinzubehör wie Trinkhörner, wahlweise aus echtem Horn oder aus Keramik
  • Keramikwaren (z.B. aus Schroscha)
  • Strickwaren (Mützen, Jacken) aus Mzcheta-Mtianeti
  • Teppiche: Das Auswärtige Amt weist auf folgendes hin:
Zitat: Die Ausfuhr von Teppichen und handelsüblichen Antiquitäten erfordert eine Genehmigung des Kulturministeriums, die mit Hilfe der Verkäufer meist in kurzer Zeit erhältlich ist. Besonders wertvolle Antiquitäten und andere bedeutende Kulturgüter unterliegen einem Ausfuhrverbot. Vor Geschäftsabschluss sollte sich jeder Käufer unbedingt über mögliche Ausfuhrbeschränkungen informieren.
  • Alte Alltagsgegenstände und Bücher, die auf der Straße verkauft werden, z.B. in Tiflis auf der Trockenen Brücke.
  • Lokales Kunsthandwerk (Gemälde, Skulpturen usw.)

Die Finger lassen sollte man von wirklich alten Dingen wie wertvollen Antiquitäten und von alten Ikonen. Deren Ausfuhr unterliegt strengen Beschränkungen. Fachgeschäfte können eine Ausfuhrerlaubnis organisieren, Straßenhändler jedoch nicht.

Küche[Bearbeiten]

Siehe auch den Artikel Essen und Trinken in Georgien

Trinken

Winzerei Kindsmarauli
  • Georgien ist eine der ältesten Weinbauregionen, in günstigen Lagen baut beinahe jeder Haushalt eigenen Wein an. Hauptweinbaugebiete sind Kachetien, Mzcheta-Mtianeti, Adscharien und Ratscha. Bekannteste Weinsorten sind Saperavi und Khvanchkara (rot) sowie Rkaziteli, Tschinuri, Odessa und Mzwane (weiß)
  • Tschatscha: Tresterbrand, der auch vielfach privat hergestellt wird
  • Mineralwasser: Kultstatus in ehem. Ostblockstaaten hat das Mineralwasser Borjomi, in Georgien sind die Marken Nabeghlavi und Likani fast genauso beliebt.
  • Beliebt sind Fruchtlimonaden (z.B. Estragon, Birne), entweder industriell hergestellt oder hausgemacht. Diese werden oft von kleinen Händlern am Markt für wenig Geld verkauft.
  • Kaffee kommt in zwei Varianten: Löskaffee ("Neskaffee") oder türkisch ("Nalekiani Khava"). Inzwischen wird auch echter Espresso immer beliebter und ist in Tiflis bereits günstiger als früher zu bekommen.
  • Georgien war einst ein großer Teeproduzent, dementsprechend gerne trinken die Menschen auch Tee. Der Teeanbau in Gurien und Adscharien wurde nach dem Ende der Sowjetzeit fast komplett eingestellt. Jedoch gibt es die georgische Firma Gureli, die in Georgien angebauten Tee in Teebeuteln verkauft.
  • In den gebirgigen Regionen Georgiens, speziell in Chewsureti und Tuscheti, gibt es eine jahrhundertealte Bierbrautradition. Auch in Georgien industriell produziertes Bier ist weitgehend verfügbar (größte Marken: Natakhtari, Zedazeni, Mtieli, Kazbegi, Karva und Kasris). Es ist gut trinkbar und durchaus zu empfehlen.

Essen

Chinkali, eines der Nationalgerichte Georgiens, werden mit den Händen gegessen

Die georgische Küche ist abwechslungsreich und bietet sowohl für Fleischliebhaber als auch für Vegetarier und sogar Veganer mehr als genügend Auswahl. Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Gerichte:

  • Gurken-Tomaten-Salat (Kitri da Pomidoris Salati) wahlweise mit Nüssen (nigvzit).
  • Melanzani oder Spinat mit Nüssen (badridschani nigvzit bzw. ispanachi nigvzit).
  • Chatschapuri - eine Art Käsekuchen, in unterschiedlichen Varianten erhältlich. Billig und reichhaltig. Der Chatschapuri ist in Georgien so weit verbreitet, dass er sogar einen eigenen Verbraucherpreisindex inspiriert hat.
  • Chinkali - mit Fleisch gefüllte Teigtaschen
  • Kababi - Gegrillte Faschierte Laibchen
  • Mzwadi - Schaschlikspieße, meist über Holzkohle gegrillt
  • Brot - traditionelles Brot (Tonis Puri, Schotis Puri) wird in Steinöfen über Holzfeuer gebacken und hat die typische Form einer Linse. Diese Bäckereien findet man zu hunderten in Stadt und Land.
  • Süßwaren: Tschurtschchela, ein Trauben-Nuss-Snack; auf einem Faden aufgefädelte Nüsse werden solange in Traubensirup getaucht, bis sie komplett ummantelt sind. Sie werden aufgrund ihres Aussehens von Ausländern gerne mit Würsten verwechselt.

Das georgische Supra

Ein georgisches Supra, häufiges Motiv in den Bildern Pirosmanis

Ein Supra (auch Keipi genannt) ist eine große Tafel, bei der es einen sogenannten Tischmeister (Tamada) gibt, der das Geschehen am Tisch lenkt und Trinksprüche ausbringt, und - um die Übersicht zu behalten - sogar einen Stellvertreter wählt. Die Trinksprüche sind im Allgemeinen keine flapsigen Bemerkungen, sondern werden von jedem, der an dem Tisch sitzt, ernst genommen und wiederholt; zum Teil variieren die Trinksprüche, da jeder auch etwas Neues dazu sagen darf, wenn der Tamada dies erlaubt. So wird vor allem auf die Gäste, die am Tisch sitzen, deren Kinder und Verwandte bzw. deren Verstorbenen, sowie auf das Land Georgien und auf die Vergangenheit des Landes getrunken. Durch diese und andere Rituale dauert das Supra in der Regel mehrere Stunden, was von allen Beteiligten auch für angemessen empfunden wird. Je wichtiger der Anlass oder die Gäste sind, desto traditioneller sind die Gerichte. Dabei wird stets im Überfluss serviert, um die Großzügigkeit des Gastgebers zu demonstrieren.

Die Tradition der Supra ist auch im Alltagsleben omnipräsent. So bestellt in Restaurants nicht, wie in Europa üblich, jeder für sich, sondern es werden Speisen für den gesamten Tisch bestellt, diese in der Mitte serviert und jeder bedient sich nach Herzenslust. Alleinreisende haben es hier schwer, da die Portionen sehr groß sind und Restaurants nicht auf Einzelgäste eingestellt sind.

Nachtleben[Bearbeiten]

Klubs, Bars und Discos gibt es hauptsächlich in Tiflis. Diese zielen auch preismäßig auf Touristen und wohlhabende Georgier ab. Auch an der Küste in Batumi und Kobuleti gibt es im Juli und August ein entsprechendes Nachtleben. Der Großteil der Menschen kann sich jedoch keine Barbesuche leisten, daher wird auch in der Hauptstadt gerne zu Hause gefeiert, in der warmen Jahreszeit auch einfach auf der Straße oder in Höfen. In Tiflis gibt es inzwischen aber auch vereinzelte "Studentenlokale", wo man in entspannter Atmosphäre ein paar Getränke einnehmen kann.

In den Regionen sind traditionelle Feste ein wichtiger Fixpunkt. Diese finden oft um hohe kirchliche Feiertage statt. In den Bergregionen wird dann oft auch ein Pferderennen veranstaltet. Unbedingt vormerken solle man sich Mariamoba (das Marienfest, 28. August) und Giorgoba (das Georgsfest, 23. November).

Unterkunft[Bearbeiten]

In den größeren Städten existieren Pensionen und Hotels. Die Preise liegen zwischen 10 und 20 Euro inklusive Essen in Pensionen abseits Tiflis’. In Der Hauptstadt sind Hotels aller Preisklassen zu finden. Die Pensionen verlangen etwa 20 Euro pro Nacht.

In der Altstadt von Tiflis gibt es eine ganze Reihe von Hostels. Die Preise starten bei unter 10€/Nacht.

In den Bergregionen gibt es nur wenige Hotels, dafür eine ganze Reihe Privatunterkünfte, die in der Ausstattung oft spartanisch sind (kein Badezimmer, Plumpsklo im Garten), oft aber die einzige Übernachtungsmöglichkeit weit und breit bieten.

Zeltplätze sind rar, am Land ist das wilde Campieren mit Lagerfeuer jedoch problemlos möglich, solange man sich nicht auf Privatgrund befindet.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Aus rechtlicher Sicht ist es problemlos für Ausländer möglich, in Georgien einen Job anzunehmen, selbst ohne Wohnsitz. Weiters ist auch in Georgien die Gründung einer Firma sehr einfach. Die Deutsche Wirtschaftsvereinigung unterstützt Unternehmer aus dem deutschsprachigen Raum, die in Georgien oder Armenien aktiv werden wollen [3].

Beliebte Jobs für deutschsprachige Ausländer sind:

  • Sprachlehrer (offiziell oder inoffiziell)
  • Reiseführer

Wer gut englisch kann, hat auch bessere Chancen, bei einer der zahlreichen internationalen Organisationen anzuheuern.

Eine gute Vernetzung ist bei einer Jobsuche unabdingbar. Es findet in Tiflis monatlich der Deutsche Stammtisch in Rainers Pizzeria (Barnovi Str 32) statt, immer am letzten Donnerstag des Monats, wo viele deutschsprachige Expatriates gemütlich bei einem Bier zusammensitzen. Es schadet nicht, sich dort hin und wieder blicken zu lassen, um Kontakte zu knüpfen.

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
01. Januar Neujahr
07. Januar Weihnachten orthodoxes Weihnachtsfest
19. Januar Epiphanie Taufe Jesu
03. März Muttertag
08. März Frauentag Internationaler Tag der Frau
09. April Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Georgiens Unabhängigkeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion
09. Mai Siegestag Erinnerung an den Sieg über das dritte Reich
12. Mai St. Andreas-Tag
26. Mai Unabhängigkeitstag 1. georgische Unabhängigkeitserklärung vom 26.05.1918
28. August Mariamoba orthodoxer Mariä-Himmelfahrts-Tag
14. Oktober Mzchetoba kirchliches georgisch-orthodoxes Fest, Stadtfest von Mzcheta
23. November Giorgoba Sankt-Georgs-Tag

Das Orthodoxe Osterfest ist variabel und kann bis zu 5 Wochen später als das westliche Osterfest stattfinden. Die Wikipedia bietet eine Übersicht über die Termine des Osterfestes bis 2030.

Weiters werden folgende Tage gefeiert, auch wenn es keine offiziellen Feiertage sind: 13. Jänner: „Altes Neujahr“ der Neujahrstag des alten orthodoxen Kalenders 1. Mai: Tag der Arbeit

Sicherheit[Bearbeiten]

  • Abchasien und Südossetien stehen nicht mehr unter der Kontrolle der georgischen Regierung. Sie beanspruchen ihre staatliche Eigenständigkeit.
Inzwischen gibt es fast überall auf dem Land moderne Polizeistationen
  • Bezüglich Kriminalität ist Kern-Georgien sehr sicher, die Kriminalitätsrate ist vergleichbar mit den sichersten europäischen Staaten. Kleinkriminalität ist kaum vorhanden. Selbst in den Großstädten ist es vollkommen ausreichend, die üblichen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten: Im Gedränge auf Taschendiebe achten, Wertsachen nicht übermäßig zur Schau stellen und nicht mehr Bargeld als notwendig mitführen.
  • In Kerngeorgien hat man als Ausländer mit der Polizei oder mit Behörden keine Probleme. Kontrollen sind selten, man wird nicht schikaniert. Im Gegenteil, Polizei und andere Ämter sind sehr hilfsbereit. Wer dennoch legale Probleme bekommt, soll jedoch wissen, dass die sogenannte kleine Korruption in Georgien nicht mehr existiert. Polizei und Zoll akzeptieren keine Bestechungsgelder mehr und wer versucht, sich auf diese Weise aus kleinem Ärger herauszuwieseln, wird sich nur einen großen Ärger einhandeln!

Gesundheit[Bearbeiten]

Das Gesundheitsrisiko in Georgien ist ähnlich zu anderen europäischen Staaten. Häufige Reisekrankheiten sind:

  • Sonnenstich, Überhitzung und Dehydrierung im Sommer
  • Unterkühlung im Winter bzw. bei Bergwanderungen
  • Übermäßige Alkoholisierung (bei Festen)
  • Sportverletzungen u.dgl.
  • Der Standard öffentlicher Krankenhäuser in Georgien ist dürftig, es gibt jedoch in den großen Städten zahlreiche moderne Privatkliniken, die sich ihr Service auch entsprechend entlohnen lassen.
  • In Apotheken bekommt man in der Regel alle gängigen Medikamente rezeptfrei und preisgünstig. Apotheken, viele davon sind 24 Stunden geöffnet, findet man in den meisten größeren Orten zu Dutzenden. Abgesehen davon fungieren Apotheken auch als eine Art Drogeriemarkt, sie sind oft die einzige Möglichkeit, sich mit Hygieneartikeln (Duschgel, Einwegrasierer) oder Babybedarf (Windeln, Folgemilch, Babynahrung) einzudecken.
  • In großen Städten findet man durchaus Ärzte, die des Deutschen oder zumindest Englischen mächtig sind. Die Deutsche Botschaft in Tiflis führt eine Liste mit empfohlenen Ärzten, die leider nicht online verfügbar ist.
  • Prinzipiell lässt sich sagen, dass medizinisches Personal immer noch von den guten Ausbildungsstandards der Sowjetzeit zehrt und dadurch einen Mangel an Ausrüstung durch persönliches Engagement und Improvisationstalent bis zu einem gewissen Grade kompensieren kann. Dennoch sollte man bei ernsthaften Erkrankungen überlegen, sich nach Europa oder die Türkei zu begeben.

Klima und Reisezeit[Bearbeiten]

Beste Reisezeit sind die Monate Mai/Juni und September/Oktober. Im Juli/August ist es im Tiefland zum Teil sengend heiß. Im Hochgebirge kann es aber auch im Hochsommer sehr kalt werden, auch Frost ist - speziell Nachts - möglich.

Verhaltensregeln[Bearbeiten]

  • Bei Besuchen von Kirchen und Klöstern ist respektvolle Kleidung notwendig. Männer sollten lange Hosen und zumindest ein kurzärmeliges T-Shirt tragen; Frauen einen Rock, der mindestens die Knie bedeckt, des Weiteren sollten Schultern und Haare bedeckt sein. Bei manchen, aber nicht allen, Kirchen können entsprechende Kleidungsstücke ausgeliehen werden. Die Durchsetzung der Kleidungsvorschriften ist jedoch unterschiedlich. In manchen Kirchen werden sie kaum beachtet, in anderen hingegen wird unpassend gekleideten Leuten sogar der Eintritt verwehrt.
  • Kleidung: Männer wie Frauen kleiden sich in Georgien gerne leger, aber stilvoll. Als Mann sollte man auch im Hochsommer nicht auf eine lange Hose verzichten, Frauen sollten sich dezent kleiden und auf einen allzu tiefen Ausschnitt oder allzu kurzen Rock verzichten. Dafür kann man auch bei offiziellen Anlässen meist auf eine Krawatte oder das edle Abendkleid verzichten.
  • Speziell in den ländlichen Bergregionen sollte man sich unauffällig verhalten, die für Kirchen oben erwähnten Kleidungsvorschläge einhalten und Paare, auch heterosexuelle, sollten in der Öffentlichkeit auf allzu intensive Zuneigungsbekundungen wie Küsse verzichten. Nackt im Fluss baden, selbst in menschenleeren Gegenden, ist ein No-Go!
  • Homosexualität ist in Georgien zwar nicht strafbar, aber in der Öffentlichkeit dennoch verpönt. Homosexuelle Paare haben im Land wenig zu befürchten, sollten sich aber zurückhaltend benehmen.
  • Diskussionen über kontroverse Themen können, speziell wenn Alkohol im Spiel ist, unter Georgiern sehr emotionell werden. Als Ausländer, und speziell in einer Gruppe, die man kaum kennt, sollte man sich bei Gesprächen über aktuelle politische Themen, Homosexualität, Religion, die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien oder die Beziehungen zu Russland zurückhalten; möglichst das Thema vermeiden oder nur vage Aussagen machen.
  • Kontaktaufnahme: Georgier freuen sich, mit Ausländern in Kontakt zu treten und werden sehr kommunikativ. Selbst ohne Fremdsprachenkenntnisse wird versucht, ein Gespräch aufrecht zu halten. Das kann sogar soweit führen, dass man schnell aus dem Nachbardorf irgendjemanden herkarrt, der ein paar Brocken englisch kann.
  • Gastfreundschaft: In Georgien wird ein Gast als Geschenk Gottes betrachtet. Ist man bei Georgiern eingeladen, werden alle Register der Gastfreundschaft gezogen, das reicht über üppiges Essen bis hin zu Wein im Überfluss und auch Gastgeschenken. Man sollte mit Lob für den Gastgeber nicht sparsam sein. Gleiches gilt auch für den Touristen als Gast im Land Georgien. Man wird oft in Gespräche verwickelt, in denen die Menschen wissen möchten, wie es einem in Georgien gefällt. Auch hier sollte man sich mit Kritik zurückhalten. Vermittelt man den Eindruck, dass man das Land nicht mag, kann das als kollektives Versagen aller Georgier im Bereich Gastfreundschaft gewertet werden und der Fragende ist beschämt. Kritik am Land kann natürlich schon geäußert werden, dazu sollte man aber erst eine Vertrauensbasis aufgebaut haben und auf konkrete Fragen zu Details warten.
  • Uhrzeit: Das Leben beginnt in Georgien später als in Mitteleuropa und dauert Abends dafür länger. Um 7 Uhr Morgens sind die Städte noch ausgestorben, erst ab 9 Uhr beginnt langsam das Leben. Arbeitsbeginn ist selten vor 10 Uhr. Macht man sich mit Georgiern einen (Geschäfts-)Termin aus, sollte man den Treffpunkt nach Möglichkeit nicht vor 11 Uhr ansetzen.
  • Einladungen und Verabredungen werden von Georgiern sehr ernst genommen. Nicht goutiert werden Ankündigungen zu gemeinsamen Unternehmungen, die danach nicht weiter verfolgt werden. Zugesagte Verabredungen müssen unbedingt eingehalten werden, wer dennoch absagen muss, sollte dafür einen guten und ehrlichen Grund angeben und nach Möglichkeit einen verbindlichen Ersatztermin bereithalten. Einladungen zu privaten Feiern oder zu Georgiern nach Hause stellen eine große Ehrenbezeugung dar, man sollte diese nicht ohne wichtigen Grund ausschlagen. Als Grund akzeptiert ist beispielsweise eine andere - bereits zugesagte - Einladung zur selben Zeit, da kein Georgier erwartet, dass man jemanden anderen brüskiert. Ein "keine Lust" oder "Anfahrt zu umständlich" ist jedoch eine Beleidigung für den Gastgeber, man darf danach erwarten, dass man anschließend nicht mehr von Einladungen oder einer Kontaktaufnahme "belästigt" werden wird.
  • Ist man zu Georgiern nach Hause eingeladen, sollte man ein kleines Geschenk mitbringen. Besonders gerne gesehen sind natürlich typische Mitbringsel aus der eigenen Heimat. Sind diese nicht verfügbar, sollte man zumindest Süßigkeiten und Blumen für die Dame des Hauses mitbringen. Unüblich ist es, Essen oder Getränke mitzubringen, denn dies ist bei Einladungen im Überfluss vorhanden und bringt man eigene Lebensmittel mit, würde man dem Gastgeber unterstellen, nicht ausreichend für das Wohl der Gäste sorgen zu können. Es schadet aber bei einer Einladung dennoch nicht, kurz zu fragen, ob man etwas besonderes mitbringen soll. Hinweis: Gerne gesehen sind auch edle Spirituosen wie Cognac oder Whisky, man sollte dann jedoch darauf gefasst sein, dass diese auch geöffnet und ausgetrunken werden (müssen).
  • Besonders als Mann wird man, als Ausländer "enttarnt", gerne von Einheimischen zum Trinken eingeladen. Eine Einladung zum Trinken ausschlagen kann als Beleidigung empfunden werden, daher sollte man stets eine gute Ausrede (z.B. Auto fahren, medizinische Gründe) parat haben. Nimmt man die Einladung zum Trinken jedoch an, muss es einem bewusst sein, dass es sicher nicht nur bei einem oder zwei Gläschen bleiben wird!
  • Ist man zu einem Supra - einem Festbankett - eingeladen, darf nur nach einem Trinkspruch des Tamada (Tafelmeister, Zeremonienführer) getrunken werden. Wer gerne selbst einen Trinkspruch sagen möchte (z.B. um sich bei den Gastgebern zu bedanken), muss erst beim Tamada um Erlaubnis bitten - diese wird i.d.R. ohne Probleme erteilt. Wer ein Bankett vorzeitig verlassen muss, sollte ebenfalls beim Tamada ums Wort bitten und danach eine herzliche Verabschiedung aussprechen, am besten deponiert man dabei den Spruch "Daschla Armaschla", was so viel heißt wie "es ist das Ende für heute, aber nicht das Ende für immer". Ein Bankett darf man nicht nach einem traurigen Trinkspruch verlassen oder beenden (z.B. nach dem Andenken an verstorbene Verwandte), sondern nur nach einem "fröhlichen" Trinkspruch (z.B. für die Kinder, für die Zukunft, für die Freundschaft usw.).
  • Beim Essen im Restaurant werden - wie bei einem Supra - die bestellten Speisen in die Mitte des Tisches gestellt und jeder bedient sich nach Herzenslust. Dies ist für Europäer ungewohnt. Alleinreisende haben es im Restaurant schwer, da man in Georgien nicht alleine essen geht. Manchmal kommt es daher vor, dass man als Einzelperson einfach an einen Tisch zu anderen Gästen gesetzt wird, wo man dann wie ein alter Freund aufgenommen wird. Weiters gilt bei Lokalbesuchen die Regel: Wer das Treffen initiiert, bezahlt auch die Rechnung. Die Rechnung teilen ist unüblich, getrennt zahlen eine Unart von einem anderen Stern.
  • Traditionen: Georgier sind stolz auf ihre alten Traditionen und man sollte natürlich - wie überall auf der Welt - diese Traditionen respektieren und achten. Dennoch - oder gerade deswegen - zeigen aber auch die Georgier viel Respekt und Hochachtung gegenüber den Traditionen anderer Länder und Völker. Oft entwickeln sich Gespräche, wie denn manche Dinge im eigenen Heimatland gehandhabt werden und am Schluss versuchen die Georgier, als Achtung gegenüber des Gastes, diese Dinge dann zu imitieren. Wer manche georgische Traditionen oder Rituale nicht befolgen kann oder will, kann sich auf eigene Traditionen berufen, und das wird problemlos akzeptiert. So kann man beispielsweise auch als Moslem an einem Supra teilnehmen, wo reichlich Alkohol getrunken wird. Mit Hinweis auf die eigene Religion, die Alkohol verbietet, wird man damit nicht nur akzeptiert, sondern womöglich sogar noch mehr geschätzt.
  • Leitungen: Man sieht überall im Lande alte verrostete Rohrleitungen. Diese stellen die Versorgung mit Wasser für einzelne Häuser oder gar ganze Stadtteile oder Dörfer sicher. Keinesfalls sollte man daran herumspielen oder diese gar als Turngerät missbrauchen. Wer diese beschädigt oder zerstört, wird sich rasch Feinde machen. Und wer weiß, vielleicht verläuft in den Leitungen sogar Gas oder Strom, dann ist es auch gefährlich, damit zu hantieren.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Mobiltelefonie: Sowohl GSM-900- als auch GSM-1800-Netzanbindung existiert. Die Abdeckung ist im Tiefland und den Küstenregionen sehr gut. In den Gebirgsregionen bestehen noch einige Funklöcher. SIM-Karten können problemlos erworben werden, z.B. bei Geocell für 1 Lari. Sowohl Telefonieren als auch mobiles Internet ist günstiger als in Deutschland. Es gibt in Georgien praktisch nur Prepaid-SIM-Karten. Guthaben kann bequem bei den landesweit ubiquitär vorhandenen Automaten aufgeladen werden, von denen jedoch nur manche auch Sprachpakete installiert haben. Bei georgischen SIM-Karten muss i.d.R. Roaming extra freigeschaltet werden. Alle Mobilfunkanbieter unterhalten in den Großstädten Kundenzentren, wo das Personal auch englisch spricht.

Festnetztelefonie: Sogenannte Calling Cards zum Freirubbeln sind weit verbreitet und von nahezu jedem Telefon aus nutzbar.

Postversand: Die Georgische Post unterhält in den größeren Städten Kundenzentren (Liste nur auf georgisch verfügbar), von wo aus man Briefe, Postkarten und Pakete verschicken kann. Der Versand ist langsam und im internationalen Vergleich teuer: Eine Postkarte nach Europa kostet 4 GEL (~1,80 Euro), nach Übersee 5 GEL (~2,20 Euro), Laufzeiten von mehreren Wochen sind keine Seltenheit. Briefmarken sind außerhalb der Postämter praktisch nicht zu bekommen, es gibt auch keine Postkästen auf den Straßen.
Wer in Souvenirshops Postkarten gekauft hat, kann diese am besten von zu Hause verschicken (schneller und günstiger). Wichtige Sachen, die schnell ankommen müssen, kann man mit einem der Express-Postdienste wie DHL oder UPS verschicken - sofern Geld keine Rolle spielt.
Wer in Georgien Post empfangen möchte, sollte sich im Klaren sein, dass die Zustellung ebenfalls sehr lange dauern kann, daher ist das nur eine Option für Reisende, die sich mindestens einige Wochen am selben Ort aufhalten. Desweiteren sollte man seine Post nicht an Privatadressen schicken lassen, sondern besser Geschäftsadressen angeben, wo auch immer jemand anwesend ist, der Sendungen entgegennehmen kann: Das Hotel bietet sich an oder auch das Büro eines Freundes.
Für Internetkäufe aus den USA bietet sich als Versand USA2Georgia an, sofern man im Großraum Tiflis lebt: Man bestellt in den USA und lässt sich an eine Adresse in Delaware liefern, wo Sendungen nach Georgien gesammelt und gemeinsam per Luftfracht nach Georgien geschickt werden. Man erledigt die Zolldeklaration und Bezahlung online und etwa eine Woche später kann die Sendung in Tiflis abgeholt werden. Kosten ca. 8 USD pro Kilogramm - allerdings benötigt man für die Inanspruchnahme des Services einen georgischen Wohnsitz (= georgische Personalnummer). Auch hier können Freunde oder Bekannte aushelfen.

Literatur[Bearbeiten]

Landkarten[Bearbeiten]

  • Gute Landkarten für Georgien und Regionen gibt es in Tiflis bei Geoland (http://www.geoland.ge/en/home). Die Karten kosten etwa 5 € pro Stück.
  • Die Abdeckung von OpenStreetMap ist recht gut, das Kartenmaterial kann kostenfrei genutzt werden.

Reiseführer[Bearbeiten]

  • Rainer Kaufmann: Reiselesebuch Georgien – ein Reiseführer, der auch Hintergrundgeschichten bringt. 340 Seiten, 12 zweiseitige Farbtafeln, 24 einseitige Farbtafeln, 12 s/w-Tafeln, 16 s/w-Bilder, mehrere Übersichtskarten, ISBN 3-929184-14-1, Preis: € 23,80

Nachrichten[Bearbeiten]

  • Die deutschsprachige Monatszeitung Kaukasische Post deckt aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, gepaart mit Reisetipps und Fotos, ab. Sie erscheint als Papierform und auch online. Sie kann auch als PDF-Abo bezogen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

  1. [1] (zggr. 2015-10-18)
  2. [2] (zggr. 2015-10-18)
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