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Unesco-Welterbestätten in Asien
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Gelati

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გელათი - Gelati
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Gelati ist ein Dorf etwa 15 km nordöstlich von Kutaissi in der Region Imeretien. Berühmt ist Das Dorf für die Klosteranlage und Akademie Gelati (11. Jh.), die eines der wichtigsten Kirchenbauwerke Georgiens, wichtiges religiöses Zentrum und eine der bedeutensten Sehenswürdigkeiten des Landes ist. Kloster mit Akademie wurden 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Auch das Kloster Mozameta im gleichnamigen Nachbarort ist eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Region, die meist in einem gemeinsamen Ausflug mit Gelati besichtigt wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Kloster Gelati wurde im 11. Jahrhundert gegründet, der Name leitet sich aus dem griechischen Wort für Geburt (Genati) ab, dementsprechend wird bis heute der Erzbischof von Gelati "Genateli" (Jener aus Genati) genannt. Die Akademie, die sich am Klostergelände befindet, wurde von König David der Erbauer (Dawit Aghmaschenebeli) 1106 gegründet. Vorbild war die Akademie von Konstantinopel. Hier wurden im Mittelalter sowohl weltliches als auch geistliches Wissen Georgiens gesammelt und gelehrt. In Gelati befindet sich eine bedeutende Sammlung von Handschriften aus dem 12. bis 17. Jahrhundert.

Gelati ist Grabstätte zahlreicher georgischer Könige, darunter David der Erbauer, Königin Rusudan und König Bagrat.

Gelati wurde 2006, gemeinsam mit den Ruinen der Kathedrale von Bagrati (im Stadtgebiet von Kutaissi zum Unesco-Welterbe erklärt. Seit 2010 ist diese Welterbestätte auf der Liste der gefährdeten Welterbestätten ("Rote Liste"), als Begründung wurden unsachgemäßige Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen angeführt. Der Tadel der Unesco bezog sich dabei hauptsächlich auf den Wiederaufbau der Bagrati-Kathedrale, die vorher seit einigen Jahrhunderten eine imposante Ruine war (sie wurde 2012 fertiggestellt), aber Kritik gab es auch an der Sanierung von Gelati. Derzeit wird überlegt, die gemeinsame Welterbestätte von Gelati und Bagrati zu teilen und Bagrati den Titel des Welterbes abzuerkennen.

Anreise[Bearbeiten]

Die Ortschaften Gelati wie auch Mozameta liegen an der Regionalstraße შ17 Kutaissi-Tkibuli. Zu den Klosteranlagen führen kurze Zufahrtsstraßen, die gut ausgeschildert sind.

Anfahrt ab Kutaissi:

  • Taxi - Eine Fahrt nach Gelati und Mozameta kostet, inkl. Wartezeit, etwa 50-60 Lari
  • Minibus (Marschrutka) - Mit einem Bus von Kutaissi nach Tkibuli und an den Zufahrtsstraßen aussteigen, weiter zu Fuß. Auf der Rückfahrt eine vorbeifahrende Marschrutka herbeiwinken. Fahrpreis: wenige Lari.
  • Auto: Ab dem Stadtzentrum von Kutaissi ist Gelati ausgeschildert, die Schilder sind jedoch oft klein und nur georgisch beschriftet. Bei beiden Klosteranlagen gibt es ausreichend Parkplätze (kostenpflichtig).
  • Die meisten Unterkünfte organisieren selbst oder vermitteln Tagestouren nach Gelati und / oder Mozameta, desweiteren gibt es einige Dutzend Reiseveranstalter in der Stadt, die das ebenfalls machen. Auch in der Touristeninfo im Stadtzentrum kann man nachfragen.
  • Zu Fuß: Wanderroute ab dem östlichen Stadtrand von Kutaissi entlang des Flusses Zkalziteli (ca. 9 km): Siehe Kapitel Aktivitäten.

Mobilität[Bearbeiten]

  • Wanderweg zwischen Gelati und Mozameta (ca. 3 km)
  • Auf den Parkplätzen vor den Klosteranlagen warten Taxis auf Kunden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1 Kloster und Akademie Gelati
  • 2 Kloster Mozameta

Gelati[Bearbeiten]

Gottesmutterkirche - die Hauptkirche des Komplexes: Blick von Südwesten
Fresken in der Gottesmutterkirche: Vier bedeutende Könige Georgiens, ganz rechts David der Erbauer
  • 3 Gottesmutterkirche - die Hauptkirche des Komplexes mit ihrer mächtigen Kuppel wurde im zwölften Jahrhundert errichtet und zeigt im Inneren zahlreiche sehenswerte und kunsthistorisch bedeutende Fresken aus unterschiedlichen Epochen.
  • 4 Akademie von Gelati - gegründet im Jahr 1106 von David dem Erbauer nach Vorbild der Akademie von Mangana in Konstantinopel. Hier waren Wissenschaftler, Theologen, Philosophen und Rechtsgelehrte tätig, die vorher in renommierten Klöstern im Ausland tätig waren, beispielsweise Ioann Petricci und Arsen Ikaltoeli. Die Akademie von Gelati war das wissenschaftliche Zentrum des mittelalterlichen Georgiens und auch international bekannt. Gelati-Akademie wurde auch Neo-Hellados oder zweites Athen genannt.
  • 5 St. Georgis-Kirche, 12. Jahrhundert, Fresken aus dem 14. Jahrhundert
  • Das 6 Grab von David dem Erbauer befindet sich im Boden des Südportales. Dieses Portal ist insoferne sehenswert, da die innere Eisentür angeblich noch aus dem Mittelalter stammt. Der Zahn der Zeit hat schon daran genagt, aber dennoch ist das Tor imposant.
  • 7 Glockenturm - 13. Jahrhundert

Mozameta[Bearbeiten]

Kloster Mozameta

Das Kloster Mozameta (მოწამეთა), Mozame bedeutet auf georgisch Märtyrer, befindet sich einige Kilometer westlich von Gelati in einer engen Schlinge des Flusses Zkalzitela, hoch oben auf einer Klippe. Somit hat man einen tollen Ausblick auf die Umgebung sowie den Fluss.

Die Anlage wurde im 11. Jahrhundert zu Ehren der Märtyrer, Brüder David und Konstantin Mcheidze, errichtet. Sie waren die Eristavi von Argweta, die im Kampf gegen arabische Eroberer nach langem und hartem Widerstand unterlagen und in Folge gefangengenommen wurden. Das Angebot, zum Islam zu konvertieren und so am Leben zu bleiben, wurde von ihnen abgelehnt. Ihre sterblichen Überreste wurden in Mozameta begraben.

Mozameta ist deutlich kleiner als Gelati und auch weniger besucht. Ebenso ist Mozameta, im Gegensatz zu Gelati, nicht Teil des Unesco-Welterbes. Die Anlage ist aber dennoch einen Besuch wert, speziell auch, da sie ohnehin an der Zufahrtsstraße nach Gelati liegt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wanderroute Kutaisi-Mozameta-Gelati-Zuzchwati

Neben diversen religiösen Aktivitäten bietet sich die Gegend auch für Wanderungen aller Art an, speziell entlang des Wanderweges in der Schlucht des Zkalzitela. Der Wanderweg beginnt 1 am südöstlichen Stadtrand von Kutaissi und führt über 9 km über Mozameta nach Gelati und weitere 12 km bis 2 Zuzchwati.

Einkaufen[Bearbeiten]

Speziell am Parkplatz von Gelati, aber auch bei Mozameta, gibt es einige Souvenirstände mit religiösen Gegenständen (Kerzen, Ikonen, Kreuze) Keramikarbeiten und auch Postkarten. Auch die obligaten Tschurtschchela dürfen nicht fehlen. Auch in den Kirchen werden religiöse Gegenstände verkauft.

Bankomaten gibt es in Gelati und Mozameta nicht. Man sollte sich mit Bargeld in Kutaissi eindecken und vor Ort nach Möglichkeit kleine Scheine und Münzen vorrätig haben.

Küche[Bearbeiten]

Einige kleine Restaurants gibt es in den Ortschaften von Gelati und Mozameta, abseits der Klosteranlagen. In den Klosteranlagen selbst gibt es keine Verpflegung. Zu beachten ist, dass das Essen auf Kirchengelände nicht gerne gesehen wird. Es gibt in den Anlagen jedoch einige Quellen mit Trinkwasser.

Nachtleben[Bearbeiten]

Immer einen Besuch wert sind die Klöster zu hohen kirchlichen Feiertagen, wie Weihnachten (7.1.), Ostern, Mariamoba (28.8.) und Giorgoba (23.11.).

Unterkunft[Bearbeiten]

In den Ortschaften abseits der Klosteranlagen gibt es einige kleine Gästehäuser, ansonsten sei für Unterkünfte aller Art und Preisklassen auf die Stadt Kutaissi verwiesen.

Gesundheit[Bearbeiten]

In Kutaissi gibt es Apotheken, Ärzte und Krankenhäuser.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Gelati und Mozameta werden, so wie einige andere Kulturdenkmäler der Umgebung, von der National Agency of Cultural Heritage Preservation im Kutaisi Historical Architectural Museum–Reserve verwaltet. Ein Informationsbüro befindet sich in Kutaissi, Nazarischwili Str. 7, Täglich außer Montag 10-19 Uhr, E-Mail kutaisi@heritagesites.ge.

Verhaltensregeln für den Besuch von Kirchen und Klöstern[Bearbeiten]

Wie auch im übrigen Land, gelten auch beim Besuch von Gelati und Mozameta einige Verhaltensregeln:

  • Angemessene Kleidung: Das heißt u.A. Schultern und Knie müssen bedeckt sein, offene Schuhe werden nicht gerne gesehen. Frauen müssen einen Rock tragen oder sich ein Tuch um die Hüften schlingen, sowie ein Kopftuch tragen. Tücher kann man sich meist - aber nicht immer - am Eingang ausleihen.
  • Essen, Trinken und Rauchen ist auf Klostergelände untersagt. Nur die Trinkbrunnen am Klostergelände darf man nutzen.
  • Da die beiden Kirchen primär Kirchen sind und keine Touristenattraktionen, muss man sich ruhig verhalten, sollte Messen oder Feiern nicht stören sowie die Kanzel nicht betreten.
  • Allzu starke Zuneigungsbekundungen (Küssen), auch von verheirateten Paaren, auf Kirchengelände werden nicht gerne gesehen.
  • Auch das Handy sollte man entweder ausschalten oder lautlos stellen.

Ein Postamt gibt es in Kutaissi, ebenso findet man in der nahegelegenen Großstadt Internetcafés. Handyempfang funktioniert in Gelati und Mozameta einwandfrei, man sollte aber vom Herumtelefonieren auf Kirchengelände absehen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten in und um Kutaissi: Bagrati-Kathedrale (gemeinsame Unesco-Welterbestätte mit Gelati), Palastruine Geguti, Naturpark Sataplia und Zkaltubo mit der Prometheus-Höhle.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

http://heritagesites.ge/?lang=eng&page=297 - Kutaisi Historical Architectural Museum–Reserve (National Agency for Cultural Heritage Preservation Georgia)

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