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Geguti

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Geguti (გეგუთი)
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Geguti (გეგუთიist ein Dorf in Imeretien, etwa 15 km südlich des Stadtzentrums von Kutaissi. Nahe der Ortschaft befindet sich die Palastruine Geguti (12. Jh.), dessen Bau den Übergang des Georgischen Königreiches zum modernen Feudalstaat anzeigte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Ortschaft Geguti befindet sich etwa 15 km südlich von Kutaissi und wird in der Munizipalität (Großgemeinde) Zkaltubo verwaltet. Der Ort in der fruchtbaren Kolchischen Tiefebene ist durch intensive Landwirtschaft geprägt. In der Nähe befindet sich die Mündung des Flusses Kwirila in den Rioni sowie das Wasserkraftwerk Warziche am Rioni.

Der Palast befindet sich etwa 2 km nördlich der Ortschaft. Er war im Mittelalter Residenz der georgischen Könige.

Anreise[Bearbeiten]

Die Palastruine Geguti wird meist mittels eines kurzen Ausfluges ab Kutaissi besucht. Ab Kutaissi kann man mit Minibussen nach Geguti gelangen. Am besten ist es jedoch, ein Taxi zu nehmen (Hin- und Rückfahrt max. 30 GEL), da man so keine Zeit durch Warten auf Busse verliert.

Mit dem Auto fährt man ab Kutaissi dürch die Plattenbausiedlung Nikea (Nikea-Straße) immer geradeaus weiter. Nach der Stadtgrenze wird die Straße zur Regionalstraße შ-104. Man fährt an der Mülldeponie vorbei (Fenster geschlossen halten!) und überquert die Bahnlinie Sestaponi-Samtredia über eine Brücke. Zum Palast muss man etwa einen Kilometer nach dieser Brücke links abbiegen, in die Ortschaft geht es geradeaus weiter.

Ab Baghdati und Wani bietet es sich an, die Regionalstraße შ-51 bis Warziche zu fahren und dann über eine asphaltierte Ortsstraße über den Damm des Warziche-Kraftwerkes nach Geguti zu fahren.

Ab Tiflis oder Samtredia fährt man über die im November 2014 eröffnete ს1 E60 Umfahrung von Kutaissi. Diese verläuft wenige hundert Meter nördlich der Ortschaft sowie südlich der Palastruine als Autobahn im Halbausbau. 1 Die შ-104 ist an diese Schnellstraße mit einem Dreiviertelkleeblatt angeschlossen.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Geguti

Vom Ort kann man zur Palastruine zu Fuß gehen. In Geguti selbst gibt es keine Taxis, man kommt aber mit Autostopp ganz gut weiter. Taxis gibt es nur in Kutaissi.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1 Palastruine Geguti (12. Jh.) - siehe unten.
  • 2 Kirche Zminda Giorgi
  • 3 Rodopolis: Die antike griechische Siedlung wurde im 4. bis 6. Jahrhundert befestigt und war im 9.-11. Jh. die bedeutende georgische Stadt Egrisi. Noch im 18. Jahrhundert fanden dort größere Bautätigkeiten statt, danach ist die Siedlung wüst gefallen. Direkt daneben entstand die moderne Siedlung Vartsikhe; heute ein kleines Dorf. Im Jahr 1968 fanden archäologische Ausgrabungen in Rodopolis statt, die Ruinen der Festung und Siedlung können heute besichtigt werden. Sie befindet sich am linken Ufer der Rioni, direkt nach der Überquerung des Wasserkraftwerkes Warzichhessi (s. unten) auf der linken Seite der Straße.
  • Wasserkraftwerkskaskade Warzichhessi (Vartsikhhesi) - eröffnet 1976. Über einen 40 km langen Kanal parallel zum Rioni hat dieses Kraftwerk mit seinen vier Staustufen eine Kapazität von 256 MW. 4Die Staustufe Warzichhessi 1 befindet sich 5 km südöstlich von Geguti und der Damm ist auch eine Straßenbrücke. Der Name des Kraftwerks stammt von der nahegelegenen Ortschaft Warziche, Hessi ist ein Akronym für Wasserkraftwerk.

Palastruine Geguti[Bearbeiten]

Rekonstruktion der Palastanlage

Die Ruinen des Palastkomplexes nehmen über 2000 Quadratmeter ein. Bei umfangreichen archäologischen Forschungen zwischen 1953 und 1956 konnte die Struktur und die Dekorationen dieses Palastes weitgehend datiert und rekonstruiert werden. Der älteste Teil des Palases, ein kleines Gebäude mit Feuerstelle in der Mitte, wurde auf das 8.-9. Jahrhundert datiert. Der Hauptteil der Anlage wurde von König Giorgi III (1156-1184) in Auftrag gegeben und besteht aus einer vierreihigen Ziegelmauer, die auf einem drei Meter hohen Steinwall liegt. Der geräumige Raum in Kreuzform wurde durch eine Kuppel mit 14 m Durchmesser bedeckt. Die gesamte Anlage war befestigt mit Mauern und Türmen. Im Westen der Anlage befinden sich Überreste weiterer Gebäude, darunter einer Kirche, aus dem 13.-14. Jahrhundert.

Bedeutsam sind die Ruinen des Geguti-Palastes deswegen, weil sie großteils Profangebäude waren. Aus der Zeit des mittelalterlichen Königreiches Georgien sind ansonsten hauptsächlich Kirchen und Klosteranlagen erhalten. In Schriften sind zwar aus dieser Zeit zahlreiche Profanbauten überliefert, jedoch nur Geguti hat in physischer Form bis heute überlebt.

Reste der großen Kuppel

Der Hauptteil des Palastes wurde in jener Zeit errichtet, die in Georgien als "Goldenes Zeitalter" bezeichnet wird. Bis zur Errichtung von Geguti war der georgische Hof sehr mobil und wechselte oft den Standort. Mit der Errichtung eines Palastes von diesen großen Ausmaßen nahe der zweiten Hauptstadt und eines wichtigen kulturellen Zentrums gehen Historiker davon aus, dass sich das georgische Königreich hin zu einem modernen, standortfesten Feudalstaat entwickelte. Tatsächlich ist diese Tendenz auch andernorts für die Regierungszeit der Königin Tamar (1184-1213) nachgewiesen.

Anfahrt:

  • Ab Kutaissi die Nikea-Straße stadtauswärts, an der Mülldeponie vorbei, die Bahn mittels Brücke überquerend. Nach etwa einem Kilometer erreicht man einen kleinen Kanal. Direkt vor der Brücke muss man nach links auf einen nicht ausgeschilderten Schotterweg abzweigen und erreicht nach etwa 500 m das Ruinengelände.
  • Ab der Ortschaft Geguti bzw. der Autobahnausfahrt fährt man etwa einen Kilometer nach Norden und biegt direkt nach der Überquerung des kleinen Kanals rechts auf den Schotterweg ab. Weiter wie oben beschrieben.

Zugang (Wiedergabe des Standes vor Ort im Februar 2013):
Trotz der großen historischen Bedeutung der Anlage ist sie weder an der Straße ausgeschildert noch abgesichert. Sie ist auch touristisch kaum aufbereitet, Erklärungstaferln wird man vergeblich suchen, auch abgesicherte Fußwege gibt es nicht. Am Eingang zur Anlage gibt es zwar ein Stahltor, dieses ist jedoch nicht verschlossen. Auch Ruinen von kleinen Hütten - wohl als Verkauf von Eintrittskarten oder Souvenirshops gedacht - sind nicht besetzt. Die Anlage ist rund um die Uhr komplett frei und kostenlos zugänglich. Da das Freigelände stark verwachsen ist und man immer wieder über Mauerreste stolpern kann, ist aber ein Besuch bei Tageslicht unbedingt zu empfehlen!

Aktivitäten[Bearbeiten]

Über die Ortschaft verteilt finden sich einige typische Dorfsportplätze (Wiese mit zwei Toren), wo man sich Gruppen anschließen kann, die Fußball oder Rugby spielen.

Einkaufen, Küche, Nachtleben und Unterkunft[Bearbeiten]

An der nördlichen Ortseinfahrt von Geguti, bei der Kreuzung mit den asphaltierten Lokalstraßen nach Partskhanakanevi und Warziche, befindet sich das 1 Restaurant "Geguti", ein kleiner Supermarkt und eine Bäckerei, sowie eine Tankstelle.

Abgesehen von weiteren kleinen Minimärkten, die im Ortsgebiet verteilt sind, muss man für größere Supermärkte und Geschäfte sowie Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe aller Art nach Kutaissi fahren.

Das nächste Hotel ist das 1 Park Hotel Imeri, Kutaissi, ca. 5 km nördlich von Geguti am Südende der Vorstadtsiedlung Nikea. Preis 50 Lari p.P. inkl. Frühstück.

Der Cognac aus Vartsikhe ist in Georgien hoch geschätzt und kann in den meisten Supermärkten gekauft werden. Vor Ort findet jedoch kein Fabriksverkauf statt.

Sicherheit und Gesundheit[Bearbeiten]

  • Allgemeiner Notruf (Polizei, Feuerwehr, Rettung): 112
  • 1 In Geguti gibt es eine Polizeistation, sie befindet sich in der Ortsmitte an der Regionalstraße შ-104
  • Apotheken, Ärzte und Krankenhäuser findet man in Kutaissi.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Eine Touristeninfo befindet sich in Kutaissi.

Auch für ein Postamt und ein Internet-Café muss man Kutaissi aufsuchen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Geguti ist eine wichtige Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Kutaissi. Weitere bedeutende Attraktionen im Nahbereich der Großstadt sind die Klosteranlagen Gelati (UNESCO-Welterbe) und Mozameta, der Naturpark Sataplia und die Prometheus-Höhle.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Deutsch-Georgisches Zentrum für Internationale Beziehungen: Geguti.
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