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Jerewan

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Nationaloper von Jerewan
Jerewan · Eriwan · Երևան
Staat Armenien
Einwohner
1.074.000 (2016)
Höhe
1.000 m
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Lage
Lagekarte von Armenien
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Jerewan

Jerewan (auch Jerevan, falsch transliteriert auch Eriwan, engl. Yerevan, armenisch Երևան, Jere͡wan) ist die Hauptstadt in Armeniens. In ihr leben über 1,2 Millionen Menschen.

Stadtteile[Bearbeiten]

  • Kentron. Downtown, Կենտրոն.
  • Ajapnyak. Աջափնյակ.
  • Arabkir. Արաբկիր.
  • Avan. Ավան.
  • Davtashen. Դավթաշեն.
  • Erebuni. Էրեբունի.
  • Kanaker-Zeytun. Քանաքեր-Զեյթուն.
  • Malatia-Sebastia. Մալաթիա-Սեբաստիա.
  • Nork-Marash. Նորք-Մարաշ.
  • Nor Nork. Նոր Նորք.
  • Nubarashen. Նուբարաշեն.
  • Shengavit. Շենգավիթ.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Hauptstadt ist seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Die Festung und Siedlung Erebuni ist seit 782 v. Chr. belegt. Zur Zeit der Achämeniden, zwischen dem 6. und 4. Jh. v. Chr., wurde Armenien Satrapie des Perserreiches und Jerewan sein Zentrum. 658 wurde Jerewan von den Arabern erobert.

Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage wurde es in der Folgezeit immer wieder von anderen Fremdherrschern eingenommen: zwischen dem 9. und 11. Jh. von den Bagratiden, danach von den Seldschuken und 1387 eroberte Timur Lenk (Tamerlan) die Stadt. Im Mittelalter war die Stadt ständiger Zankapfel zwischen den Persern, Osmanen und Russen.

Am 7. Juni 1679 wurde die Stadt durch ein verheerendes Erdbeben zerstört.

Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ist die Stadt unter russischer Herrschaft. Sie wurde von den Truppen des Zaren unter Führung des Grafen Iwan Fjodorowitsch Paskewitsch am 13. Oktober 1827 eingenommen. Von einer kurzen Unabhängigkeit während der Wirren der Oktoberrevolution abgesehen gehörte Armenien zu Russland bzw. zur Sowjetunion. Armenien wurde zur Hauptstadt der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Seit 1991 ist Jerewan die Hauptstadt des unabhängigen Armeniens.

Nahe Jerewan ist auf Grundlage eines Bündnisabkommens mit Russland eine russische Brigade stationiert und ein russischer Luftwaffenstützpunkt vorhanden.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über den internationalen Flughafen Zvartnots International Airport (IATA: EVN).

Zwischen dem Flughafen und der Stadt verkehren Taxis und die öffentliche Buslinie N10.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Jerewan kann mit dem Zug von der georgischen Hauptstadt Tiflis erreicht werden.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Armenien ist auf der Straße über Georgien oder Iran erreichbar.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Fernbusse verkehren ab Georgien und dem Iran.

Mobilität[Bearbeiten]

Morgendlicher Straßenverkehr

U-Bahn[Bearbeiten]

Jerewan verfügt über ein Metronetz mit einer Linie. Eine zweite Linie befindet sich in Planung.

Busse[Bearbeiten]

Die öffentliche Nahverkehr wird durch Busse und Trolleybusse abgedeckt.

Taxis[Bearbeiten]

Taxis gibt es überall und immer in jedem Stadtteil. Sie halten auf Armheben auch mitten auf der Kreuzung. Fahrer sprechen regelmäßig neben Armenisch auch Russisch, selten Englisch. Vom Zentrum Platz der Republik bis zur Festung Erebuni nur 1.000,- DRAM = 1,95 € pro Fahrt, nicht pro Passagier. Vor Einsteigen Preis klären, da selten Taxameter.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten]

  • Festung Erebuni.
  • Nationaloper.
  • Blaue Moschee.
  • Matenadaran.
  • Überdachter Basar.
  • Hauptbahnhof.

Parks[Bearbeiten]

  • Kaskaden.
  • Skulpturenpark.
  • Siegespark.
  • Park der Liebenden.
  • Kinderpark.
  • Der singende Springbrunnen.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Platz der Republik.
  • Freiheits- oder Theaterplatz.

Museen[Bearbeiten]

  • Armenisches Genozid-Denkmal und -Museum.
  • Nationale Kunstgalerie.
  • Cafesjian-Museum für moderne Kunst.
  • Stadtmuseum Jerewan.
  • Holzkunst-Museum.
  • Paradschanow-Museum.
  • Sarjan-Museum.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Katoghike. Älteste noch erhaltene Kirche.
  • Kathedrale des hl. Gregor des Erleuchters.
  • Vikariatskirche des hl. Sargis.
  • Kirche der hl. Astvatsatsin, in Nork. Gottesmutterkirche.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einige Festivals:

  • Geburtstag von Jerewan. Am zweiten Sonntag im Oktober.
  • Vardavar.
  • Trndez.

Einkaufen[Bearbeiten]

Blumenverkäufer
Supermarkt mit 24h EC Automat

Küche[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • Dona Bakery, Mesrop Mashtots avenue. .
  • Jazve Café. .
  • Khingali, Tumanyan. .
  • Lagonid, Nalbandyan St. .
  • Mer Tagh, Tumanyan. .

Mittel[Bearbeiten]

  • Artashi Mot, Manoogian St. .
  • Artbridge, Abovyan St. .
  • Cactus, Mesrop Mashtots Ave. . Mexikanische Küche.
  • Café Central, Abovyan St. .
  • Caucasus, Sayat Nova. .
  • Hin Yerevan, 2 Northern Ave. .
  • Latelier, Mashtoc 37. .
  • L’Orange, 21 Tumanyan St. .
  • Mer Gyugh, Sayat Nova St. .

Gehoben[Bearbeiten]

  • Al Leoni, Tumanyan. .
  • The Club, Tumanyan St. .
  • Dolmama, 10 Pushkin St. .
  • Mozarteum, Sayat Nova. .

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • Envoy Hostel, 54 Pushkin Ave, Yerevan 0019 (Kreuzung Pushkin und Parpetsi St.). Tel.: +374 (0)10 530369.. Kostenloser Internetzugang, Waschmaschine, Aufenthaltsraum, keine bewachte Parkmöglichkeit.

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Klimadaten[1] Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittliche
Höchsttemperatur (°C)
−2 1 10 19 24 31 34 33 28 21 10 3
Durchschnittliche
Tiefsttemperatur (°C)
−9 −8 −1 6 10 14 17 18 13 7 1 −3
Durchschnittliche
Niederschlagsmenge (mm)
23 25 28 48 53 23 15 8 13 23 31 28
Anzahl Regentage 9 8 7 11 12 6 4 2 3 5 7 8

Sicherheit[Bearbeiten]

Jerewan ist sicher. Im Unterschied zu Georgien auch sehr selten Bettler.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die zahlreichen Trinkbrunnen an jeder Kreuzung können bedenken- und folgenlos zur Erfrischung genutzt werden.

Tourismusbehörden[Bearbeiten]

  • Armenian Tourism Development Agency, 3 Nalbandyan St. .

Botschaften[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Mit mindestens Telekom und O2 Roaming problemlos möglich.

Ausflüge[Bearbeiten]

Garni mit nach einem Erdbeben wieder restaurierten hellenistischen Sonnentempel und Gegard mit Kirche einschließlich Matagh (Tieropfer) im Bereich hinter der Kirche am Gebirgsbach mindestens Sonntags als Ausflug an einem Tag leicht machbar. Kosten für Halbtagesausflug ca. 35.000,- DRAM (= 73,- € für 2 Personen ohne Führung) je nach Anbieter und zzgl. oder incl. Eintritt. Beide Orte sinnvollerweise an einem Tag in einer Fahrt machbar, da Gegard hinter Garni liegt und die Straße nach ca. 35 km ab Jerewan in Gegard endet. Erläuterungen auch auf Englisch und Russisch in beiden Orten auf Tafeln.

Das Kloster Chor Virap / Khor Virap (gesprochen: Ror Virap) liegt in der durch Landwirtschaft und Weinbau geprägten Araratebene auf ca. 750 m Höhe direkt am Fuß des legendenumwobenen und das Landschaftsbild solitär dominierenden Ararat (5.137 bzw. 5.165 m hoch) mit seinem Doppelgipfel des Großen und des Kleinen Ararat und nur 250 m vor der stacheldrahtbewehrten Grenze zur Türkei mit K6-Streifen und Wachtürmen. Iran ist hier auch nur etwa 15 km entfernt - die iranische Grenze verläuft am vom Kloster aus links sichtbaren Kleinen Ararat noch in dessen Hangbereich am Bergfuß. Das Kloster war der Ort, von dem das Christentum als Staatsreligion weltweit zuerst und damit vor Rom in einem Land Fuß gefasst hatte. Das im Kloster befindliche Verlies des Verkünders ist nun auch über eine sehr (!) enge und 7 m senkrecht in die Tiefe führende Stahlleiter zu besichtigen. Raumangst oder/und Körperrundungen größerer Dimension sollten nicht vorhanden sein - man schabt wirklich vorn an der Leiter und hinten am anstehenden Gestein entlang. Der Platz für Matagh (Tieropfer) liegt nicht im, sondern vor dem Kloster. Tauben für Tieropfer werden auch Wochentags vor dem Kloster angeboten. Der berühmte Postkarten-Blick mit dem Kloster im Vordergrund und dem Ararat direkt dahinter ist vom Haupteingang vor dem großen Friedhof aus machbar - der Friedhof liegt etwa 500 m vor dem Parkplatz des Klosters. Kosten für halbtägigen Ausflug bei ca. 30 km Entfernung von Jerewan aus ca. 25.000,- DRAM (= 49,- €) für 2 Personen - Eintrittsgeld fällt nicht an. Englischsprachige Tafeln mit Erläuterungen.

Etschmiadsin /Echmiadzin liegt auch nur 25 km von Jerewan entfernt und ist der Sitz des Katholikos, des Oberhaupts der Armenisch-Orthodoxen Kirche. Der Ausflug nach Chor Virap wird sinnvollerweise mit Etschmiadsin verbunden. Der nun vorhandene Kirchen-Komplex ist gewaltig. Im Museum einige kostbare Reliquien wie die Heilige Lanzenspitze, Holz vom Kreuz Christi und Unterarme des Heiligen Jakob und von Männern, die in der Vergangenheit als Katholikos dienten. Kosten Ausflug zusammen mit Chor Virap ca. 38.000,- DRAM (= 75,- €) für 2 Personen zzgl. Eintrittsgelder in Etschmiadsin.

Der Aragats als Vulkanberg ist mit 4.095 m derzeit höchster Berg Armeniens. Er ist praktisch der Gegenpart zum auch hier markant sichtbaren Ararat und kann je nach Bergerfahrung, vorheriger (!) Höhenakklimatisierung, Kondition und Frühaufstehergeist sowie je nach Gipfelziel von Jerewan aus an einem oder an zwei Tagen bestiegen werden. Man fährt sehr früh gegen 04:00 Uhr oder eben später am Tag mit Taxi bis zum Lake Kari (Gebirgs-See Kari) auf 3.200 m. Dort liegen eine kosmische Beobachtungsstation, ein kleines Hotel (eher: ein Hostel) und eine kleine Wirtschaft. Wer nicht auf den Aragats will, kann hier im Sonnenschein auf die rückkehrenden Besteiger warten, da der See Ausgangs- und auch Endpunkt einer Bergtour ist. Vom See aus in etwa 4 h hin und zurück auf den Südgipfel in 3.795 m - nur unmarkierte, aber bei Sicht leicht erkennbare Wanderpfade ohne Kletterstellen mit vielfältigem Verlauf. Der vom See aus hinter dem Südgipfel liegende Westgipfel ist dann schon auf 4.005 m Höhe, wofür inclusive Südgipfel bei Rücktour dann schon ca. 7 h benötigt werden - hier beim Aufstieg den Südgipfel zunächst rechts liegen lassen und gleich über auch erkennbare Pfade hoch zur Senke zwischen Süd- und Westgipfel steigen, da man sonst vom Südgipfel wieder absteigen und aus der Senke heraus einen Gegenanstieg hat. Selbst im Sommer oben teilweise Schneefelder zu queren, am Gipfelaufbau Geröll. Der Nordgipfel ist nur für wirklich Geübte mit Seil und Gurt sowie je nach Schneelage auch in sehr (!) steilen Schneerinnen auch mit Pickel und Steigeisen - im Zweifel Bergführer ordern. Je nach Wegverlauf mit oder ohne Westgipfel dann schon sehr anstrengende ca. 10 - 12 h hin und zum See zurück. Auch der Aragats steht wie der Ararat solitär, also einzeln in der Landschaft. Das Wetter im Gipfelbereich kann sich in nur 5 Minuten vom hellen Sonnenschein zur Wolken- oder Nebelwand mit heftigsten Winden und Schneesturm sowie Sicht von 5 - 0 m ändern. Wer darauf nicht vorbereitet und dafür nicht ausgerüstet ist, riskiert sein Leben. Bergwacht gibt es hier nicht, einen Hubi wie in den Alpen auch nicht.

Der bei uns wegen der Arche des Noah bekannte Ararat (armenisch: Masis = Mutter der Erde) ist mit seinem Doppelgipfel deutlich von Jerewan aus zusehen, da Jerewan auf etwa 800 - 950 m Höhe liegt und der Berg mit seinen 5.137 m Höhe ohne jeden Vorberg direkt in 55 km Entfernung vor Jerewan solitär aufragt. Im Sommer etwa ab 08:00 Uhr täglich wird der Gipfel von hoch ziehenden Wolken verdeckt. Der Berg war bis 1918 armenisch und wird auch heute in der Nationalflagge Armeniens geführt, obwohl er seit 1918 in der Türkei liegt. Die Grenze zwischen Armenien und der Türkei verläuft seit 1918 am nördlichen Bergfuß des Ararat entlang des Flusses Arex /Araks. Das hatte die damalige bürgerlich-demokratische Republik Armenien nach verlorenem Krieg gegen die Türkei noch selbst mit der Türkei unter Kemal Atatürk vereinbart und wurde 1921 von der Sowjetunion unter Lenin bestätigt. Der Ararat kann derzeit nur von türkischer Seite aus im heutigen Siedlungsgebiet der Kurden (türkische Bezeichnung: Bergtürken) in 4 - 5 Tagen ab Van-See oder Dogubeyazit aus nach vorheriger (!) Höhenakklimatisierung in den Alpen und wegen Lage im Gebiet der Ersten Inspektion des Generalstabes nur mit speziellem Visum des türkischen Militärs bestiegen werden. Komplette Gletscherausrüstung nötig, da der Berg spätestens ab 4.850 m vergletschert ist und vorher ab 3.600 m auch im Hochsommer sehr steile Schneerinnen zu queren sind. Erstbesteiger war der deutsche Physiker Dr. Friedrich Parrot im Jahr 1829 von Jerewan aus über Etschmiadsin und das später 1843 durch Erdrutsch verschüttete Dorf Arguri und das St.-Jakobs-Kloster, der als Rektor der Universität von Dorpat (heute: Tartu im südlichen Estland) im Dienste des russischen Zaren stand.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC Weather: Yerevan, Armenia, eingesehen am 14. Juni 2010


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