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Kappadokien

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Kappadokien liegt im türkischen Zentralanatolien.

Ballons über Göreme

Orte[Bearbeiten]

Lage
Lagekarte der Türkei
Kappadokien
Kappadokien
Übersichtskarte Kappadokien
  • Avanos - Töpferstadt
  • Çavuşin - Guter Ausgangspunkt für Wanderungen
  • Cemil - Kleines Dorf abseits der Touristenpfade
  • Göreme - Touristisches Zentrum mit Unesco Weltkulturerbe
  • Gülşehir - Hier gibt es Pilzförmige Tuffsteine
  • Güzelyurt - Malerisches Dorf mit Klosteranlage und unterirdischer Stadt
  • Gülagac - Kleine Gemeinde mit vielen interessanten Bergen. Modernes Dorf.
  • Alanyurt - Altmodisches Dorf auf den Touristenwegen , an deren Hügeln bzw. Bergen alte Sandhöhlen zu finden sind
  • Kayseri - Flughafen, erreichbar von Deutschland und Istanbul, Provinzhauptstadt gleichnamiger Provinz
  • Nevşehir- als Anfahrtsziel für Busreisende, Provinzhauptstadt gleichnamiger Provinz
  • Mustafapaşa - Schöne griechische Häuser im ehemaligen Sinasos
  • Ortahisar - Kleiner Ort mit Felsenburg
  • Şahinefendi - Kleines Dorf auf den Ruinen der römischen Stadt Sebastos
  • Soğanlı - Abgelegenes Dorf mit vielen Höhlenkirchen
  • Uçhisar - Kleiner Ort mit Felsenburg
  • Ürgüp - Bekannt für gute Weine
  • Zelve - Erst 1953 aufgegebenes Dorf im Tuffstein
  • Unterirdische Städte in Kaymaklı, Derinkuyu, Acıgöl, Tatlarin, Özkonak oder Mazıköy

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Kappadokien ist ein Eldorado zum Wandern. Viele Täler und Berge (siehe Aktivitäten) laden dazu ein.

Hintergrund[Bearbeiten]

Feenkamine in Kappadokien

Vor ca. 20 Millionen Jahren schleuderten die Vulkane Erciyes Dağı, Hasan Dağı und Melendiz Dağı bei Ihren zahlreichen Ausbrüchen jede Menge Tuffasche in die Luft, welche sich rundherum ablagerte. Die Schichten, die sich daraus ergaben, waren in Farbe und Härte durchaus unterschiedlich. Durch die Witterungseinflüsse wurden das weiche Material ausgespült und übrig blieb das härtere, spröde Material. Das Ergebnis sind atemberaubende Täler mit den sogenannten Feenkaminen, die die Täler zu Märchenlandschaften machen. Und die Erosion dauert noch an. Während vielerorts alte Feenkamine schon einstürzen, sei es durch Verwitterung, Erdbeben, Aushöhlung durch den Menschen oder einer Kombination von allem, werden an anderen Stellen immer noch neue Feenkamine langsam durch Erosion freigelegt.

Die ersten nachgewiesenen Siedlungen in der Region stammen aus der Zeit um 5000 v. Chr. Unter den Hethitern gelangte die Region erstmals im 2. Jahrtausend v. Chr. zur wirtschaftlichen Blüte, da ein Teil der Tongefäß Produktion für das Reich unter der Regentschaft von Hattuşa hier in Manufakturen abgewickelt wurde ( siehe auch Avanos ). Lange nach dem Zusammenbruch des hethitischen Reiches wurde unter persischer Regentschaft zum ersten Mal die Region Katpatuka erwähnt, welches soviel wie das Land der schönen Pferde bedeuted. Um 300 v. Chr. erorberte Alexander der Große Nyssa und bildete aus den Regionen Nyssa ( dem heutigen Nevşehir ), Nahita ( dem heutigen Niğde ) und Mazaka ( dem heutigen Kayseri ) das Königreich Kappadokien. Im 1. Jhdt v. Chr. wurde schließlich das Königreich Kappadokien in das römische Reich eingegliedert. Hier fand Paulus Anfang des 1. Jahrtausends früh viele Anhänger, so daß schon im 2. Jhdt. n. Chr. große Teile Kappadokiens dem christlichen Glauben angehörten. In den folgenden Jahrhunderten suchten und fanden die frühen Christen erst unter der Verfolgung im römischen Reich und später unter den Arabereinfällen immer wieder Zuflucht in den versteckten unterirdischen Städten oder Höhlen. Erst um 1100, als die religiös toleranten Seldschuken das Gebiet erorberten, konnten die Christen ihre Religion frei ausleben. In den folgenden Jahren suchten Christen aus Armenien, Syrien, Palästina und Ägypten in der Region Schutz vor Verfolgungen. Als dann auch Kappadokien in das Osmanische Reich eingegliedert wurde, wendete sich das Blatt. Viele Klöster wurden geschlossen und es siedelten sich zunehmend Moslems an. Viele Christen verliessen Kappadokien oder konvertierten zum Islam, sodass durch den Bevölkerungsaustausch mit Griechenland 1923 die letzten Christen die Region verliessen.

Seit den 1980er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist Kappadokien zu einem touristischen Zentrum geworden, welches kontinuierlich ausgebaut wird. So konnten schon viele alte Kirchen und Klosteranlagen wieder zugänglich gemacht werden. Die Kirchen im Göreme Open Air Museum wurden zum Weltkulturerbe erklärt.

Anreise[Bearbeiten]

Per Flugzeug[Bearbeiten]

Flughäfen[Bearbeiten]

Flughäfen gibt es in:

  • Kayseri/Erkilet (ICAO Kode: LTAU, IATA Kode: ASR) - Der größte Flughafen in der Region, und wird regelmäßig aus Istanbul oder von diversen Flughäfen aus dem Ausland angeflogen.
  • Nevşehir/Kapadokya (ICAO Kode: LTAZ ) - Dieser Flughafen wird nur unregelmäßig von Spanien angeflogen.

Überlandbusse[Bearbeiten]

Busgesellschaften: Name mit Hauptsitz in Klammern:

Hier gilt vor allen Nevşehir als beliebte erste Anlaufadresse. Von hier gibt es gute Dolmuş Verbindungen ( Regionalbusse ) in das kappadokische Kerngebiet.

Mobilität[Bearbeiten]

In Kappadokien gibt es innerörtlich Dolmuşe (sprich: Dolmusch). Zwischen den Orten gibt es Busverbindungen, die normalerweise im Rhythmus von einer halben Stunde, einer Stunde oder zwei Stunden verkehren.

In vielen Orten gibt es Autoverleih, in Kayseri auch direkt am Flughafen.

Für entferntere Orte sind geführte Touren zu empfehlen, wenn die Reisenden nur um die drei Tage zu bleiben gedenken.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Felswohnungen in Uçhisar

In der Hochgebirgssteppe Kappadokiens erheben sich merkwürdige kegelförmige Felsgebilde in einer geisterhaften Landschaft. Es sind Tuffgesteine vulkanischem Ursprungs, die auf älterem Gestein aufliegen, durch stetige Erosion zu einer einmalig beeindruckenden Landschaft geformt.

In den größeren Felsgebilden finden sich zahlreiche mehr oder weniger geräumige Höhlen: Wohnstätten und Kirchen aus früheren Jahrhunderten. Hier suchte im Mittelalter (10. bis 13. Jahrhundert) eine griechische Bevölkerungsminderheit Schutz vor der arabischen Verfolgung. Die Christen gruben Wohnungen, Kapellen und Mönchszellen in das Tuffgestein Kappadokiens. Auch in früherer Zeit gab es schon hier Behausungen. So sollen im 7. Jh. mehrere hunderttausend Menschen in den unterirdischen Zellen Zuflucht gefunden haben. Die zahlreichen Klöster und Kirchen vereinen in ihrer einzigartigen Architektur zahlreiche byzantinische Stile der damaligen Zeit.

Die Felsformationen entstanden durch heute erloschene Vulkane, deren Lavaströme weite Teile des Hochlandes bedecken. Die Vulkane spuckten neben Lava auch Asche und feste Gesteine aus. Diese wurden durch die Erosion weggespült und zurück blieb die verfestigte basaltische Lava, die die heutigen Felsformationen bildet.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Da Kappadokien touristisch sehr gut erschlossen ist, sind die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung schier unendlich:

Die Täler in Kappadokien laden zum Wandern ein

Wandern - Zahlreiche Täler laden zu Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrad ein. Hervorzuheben sind hier:

Doch auch die Berge locken:

  • Erciyes, Vulkan bei Kayseri zum Bergsteigen
  • Aladağlar Milli Parkı (Taurusgebirge) bei Niğde, für Bergsteiger

Entdecken - Man schätzt die Anzahl der Kirchen in Kappadokien auf über 1000. Viele sind allerdings eingestürtzt oder werden derzeit als Ställe benutzt. Trotzdem reichen die derzeit zugänglichen Kirchen aus, um den ganzen Urlaub in Kirchen zu verbringen. Besonders reizvoll sind die, die ein wenig abseits des touristischen Zentrums in Göreme liegen und somit auch ohne touristischen Trubel zu besichtigen sind. Weiterhin gibt es hier eine Vielzahl überirdischer und unterirdischer Städte oder die Burgen in Ortahisar oder Uçhisar. Alles hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Übrigens ist es bei den Top-Touristenattraktionen von Vorteil kurz nach der Öffnung, zur Mittagszeit oder kurz vor Schließung der jeweiligen Attraktion zu erscheinen, weil dann die großen Gruppen sehr selten anzutreffen sind.

Reiten - Im Land der schönen Pferde mit dem Pferd unterwegs zu sein, ist in Avanos, Göreme und Uçhisar möglich. In Soğanlı kann man das Tal auch auf dem Esel erkunden

Ballonfahren in Kappadokien

Auto bzw. Fahrrad fahren - Ob im Oldtimer, mit dem Quad oder mit dem Mountainbike die Gegend erkunden. Alles ist möglich. Die meisten Möglichkeiten hat man sicherlich in Göreme. Doch auch in den anderen Städten wie Avanos, Uçhisar oder Ürgüp gibt es Möglichkeiten.

Ballon fahren - Dieses gilt als der letzte Schrei und der Höhepunkt des Kappadokienurlaubs. Hier bei sollte ein möglichst früher Flug gewählt werden, da dann die Windverhältnisse am günstigsten sind. Bei günstigen Windverhältnissen ist auch schon eine Ballonfahrt durch eine Schlucht möglich, und das ist ein unvergleichliches Erlebnis. Angebote findet man in Göreme, Uçhisar oder Ürgüp.

Baden - In Göreme, Ürgüp und Nevşehir gibt es jeweils ein türkisches Bad. Das Bad in Göreme ist allerdings nur äußerlich in einem gepflegten Zustand, welches der Massage allerdings keinen Abbruch tut.

Kultur - Ob als Teilnehmer in einem Kochkurs der türkischen Küche bei Ürgüp oder als Zuschauer bei den tanzenden Derwischen in Avanos. Hier gibt es fast in jedem Ort etwas Spezielles.

Küche[Bearbeiten]

In der Küche Kappadokiens spiegelt sich durch den großen internationalen Tourismus mittlerweile die gesamte türkische Küche wieder. Wer besonders gut Speisen will, ist gut beraten, dieses nicht in Göreme zu machen, da hier eher Wert auf preiswerte Küche gelegt wird. In Uçhisar oder Ürgüp gibt es viele gute Einkehrmöglichkeiten. Hier bekommt man einen guten Eindruck von der türkischen Küche, so daß manch einer nur von den verschiedenen Reiszubereitungen begeistert ist.

Als lokale Spezialität wird an vielen Orten Test Kebap angepriesen. Dabei wird gewüztes Fleisch in einem Tongefäß auf einem Holzgrill gegart. Weiterhin sind vor allem die Weine zu empfehlen. Die besten Weine der Türkei stammen aus Kappadokien. Möglichkeiten zur Weinprobe und Einkauf findet man in Uçhisar, Ürgüp und Mustafapaşa.

Nachtleben[Bearbeiten]

Ein abwechslungsreiches Nachtleben wird vor allem in Avanos, Göreme und Ürgüp geboten.

Sicherheit[Bearbeiten]

In den Tälern ist gutes Schuhwerk und ein wenig Vorsicht geboten. Eine unfreiwillige Rutschpartie hat meist schmerzhafte Abschürfungen zur Folge.

Im Sommer ist es hier über Tag sehr heiß. Unbedingt vor Ausflugsaktivitäten mit genügend Wasser eindecken.

Klima[Bearbeiten]

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximal 4 °C 7 °C 11 °C 17 °C 22 °C 27 °C 30 °C 29 °C 27 °C 21 °C 13 °C 6 °C
Minimal -5 °C -4 °C -2 °C 3 °C 8 °C 12 °C 15 °C 15 °C 10 °C 6 °C 1 °C -3 °C
Regentage 7 5 5 5 6 3 1 1 2 4 4 7

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Reiseführer Kappadokien von Susanne Oberheu & Michael Wadenpohl, 3.Auflage 2016, 335 Seiten, BoD http://www.kappadokien-reisefuehrer.com/seiten/bestellen.htm ISBN 978-3-7392-3149-5

Weblinks[Bearbeiten]

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