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Qrendi

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Qrendi ist eine Ortschaft an der Südküste von Malta im South Eastern District.

"Blue Grotto" bei Qrendi
Qrendi / Il-Qrendi
District South Eastern District
Einwohner ca. 2'500
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Höhe
117 m
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Lage
Lagekarte von Malta
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Qrendi

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Region an der Südküste Maltas war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt, die Tempelanlagen von Mnajdra und Ħaġar Qim liegen im Gemeindegebiet.

Als Ortschaft wurde Qrendi erstmals 1417 auf einer Liste von Wehrpflichtigen aufgeführt, zunächst gehörte es zu Żurrieq. 1618 wurde Qrendi zur eigenen Pfarrei, die Pfarrkirche wurde 1720 erbaut.

In der Zeit unter dem Johanniterorden hatten mehrere Grossmeister ihre Sommerresidenzen in Qrendi. Unter Britischer Herrschaft wurde im zweiten Weltkrieg ein Behelfsflugplatz zur Vorbereitung der Alliierten Landung in Sizilien erbaut, worauf die Ortschaft prompt Ziel von Bombenangriffen wurde, denen auch die Pfarrkirche zum Opfer fiel.

Die Gemeinde hat mit der Saint Mary’s Band und der Lourdes Band zwei "Band Clubs", diese bereiten die grossen Festlichkeiten zur Ehren der Ortspatrone vor, begleiten die Prozessionen musikalisch und organisieren Feuerwerke. In den Nachkriegsjahren kam es in den Feuerwerksfabriken von Saint Mary’s und Lourdes Fireworks Factory zu schweren Explosionen mit Todesopfern.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Malta International Airport liegt in Luqa gut vier Kilometer nördlich der Gemeinde.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Mit Valletta resp. dem zentralen Busbahnhof in Floriana ist Qrendi mit der Linie 72 der Busgesellschaft Arriva verbunden, der Bus verkehrt zweimal in der Stunde von ca. 6 - 22 Uhr.

Die Buslinie 71 verkehrt vom Busbahnhof vor den Toren von Valletta westlich über Żurrieq zum "Blue Grotto" und den megalithischen Tempelanlagen von Mnajdra und Ħaġar Qim an der Südküste. Die Linie 201 verkehrt zwischen dem Flughafen Luqa (hier Umsteigemöglichkeiten von den Expresslinien) entlang der genannten Sehenswürdigkeiten als Peripherielinie weiter über Siggiewi und die Dingli Cliffs nach Rabat und Mdina.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Eine Möglichkeit der Zufahrt aus dem Grossraum Valletta ist diejenige über die Hauptstrasse 1 vorbei am Internationalen Flughafen von Luqa, und dann auf der der Südküste entlang führenden Strasse 117 über Żurrieq.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

An der Südküste zur Sehenswürdigkeit der "Blue Grotto" verkehren zwar Ausflugsboote, aber keine regelmässige Personenschiffahrtslinie.

Mobilität[Bearbeiten]

Lokal bewegt man sich aufgrund der Distanz des Orts und der Tempelanlagen am einfachsten mit dem eigenen Motorfahrzeug.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Qrendi[Bearbeiten]

Qrendi: St Mary's Church
Qrendi: Cavalier Tower
Il-Maqluba Senke
Qrendi: Torri Tal-Hamrija

Im Ortsgebiet gibt es etliche Gotteshäuser und Residenzen:

  • 1 Typ ist Gruppenbezeichnung St Mary's Parish Church: nachdem Qrendi im Jahre 1618 zur eigenständigen Pfarrei erhoben worden war, wurde entschieden auf der höchsten Anhöhe des Orts im Bereich zweier älterer Kapellen eine Pfarrkirche zu bauen: die 1655 erbaute St.Mary's Church genügte bald den Ansprüchen nicht mehr und 1685/1712 wurde eine grössere Pfarrkirche nach Plänen von Lorenzo Gafà erbaut. Sie wurde erst 1782 durch Bischof Labini geweiht. In der Kirche befinden sich zahlreiche Gemälde bekannter Künstler, die Holzstatue der Mariä Himmelfahrt wurde 1840 vom Maltesischen Künstler Antonio Chircop geschaffen.
  • die 2 Typ ist Gruppenbezeichnung St. Catherine’s Chapel wurde im Bereich eines Vorgängerbaus aus dem Jahre 1575 an gleicher Stelle im Bereich von "Tat-Torba" im Jahre 1625 erbaut, ein Lehen sicherte die Finanzierung. Das Kirchlein wurde 2001 renoviert, am 25. Nov. wird die Kirchenpatronin gefeiert.
  • die 3 Typ ist Gruppenbezeichnung St. Matthew’s Chapel besteht aus zwei zusammengebauten Kapellen, die ältere am Abgrund zum Einbruch von Il-Madluba stammt aus dem 15. Jhdt. und sei das älteste Kirchenbauwerk Maltas, die neuere grössere wurde 1674/82 erbaut. Das Altarbild aus dem Jahr 1688 stammt von Mattia Preti und zeigt das Martyrium des Matthäus, es wurde nach einem Raub nicht mehr an den Originaplatz zurückgebracht. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg am Sonntag 12.April 1942, die Fassade und das Dach waren teilweise eingestürzt und zahlreiche Soldaten verletzt, die Kapelle war zur Truppenunterkunft umgenutzt worden. Nach dem Wiederaufbau der Kapelle wird das Fest des St.Matthew jeweils am Sonntag nach dem 21. Sept. abwechseln von den beiden "Band Clubs" organisiert.
  • die 4 Typ ist Gruppenbezeichnung St.Anne’s Chapel wurde von Giovanni Schembri zur Erfüllung eines Gelübdes nach der Türkischen Belagerung von 1565 erbaut und 1796 sowie in den letzten Jahren restauriert.
  • die Kapelle 5 Typ ist Gruppenbezeichnung Our Lady of Mercy / Madonna Tal-Hniena wurde im mittelalterlichen Weiler von Hal-Lew erbaut, als Qrendi noch zur Pfarrei Żurrieq gehörte. Ein erstes Gebäude aus dem 13. Jhdt. wurde durch den grösseren Bau im Jahre 1650 ersetzt und die Sakristei 1668 angefügt, in der Kirche finden sich zahlreiche Gemälde und ex-voto Gaben.
  • im Süden des Orts auf dem Weg zum Guarena Palace steht die Kapelle 6 Typ ist Gruppenbezeichnung Our Lady of Graces aus dem Jahre 1658, sie wurde von Angelo Spiteri erbaut.
  • die Kapelle 7 Typ ist Gruppenbezeichnung Our Lord Saviour / Is-Salvatur wurde 1658 als Ersatz für eine ältere Kapelle von Benedittu Camilleri erbaut und 1876 umgebaut. In den Jahren des Zweiten Weltkriegs diente die Kapelle als Unterkunft für Ausgebombte und später als Schulraum, sie wurde 1996 renoviert.
  • an der Triq it-Torri findet sich der achteckige 8 Typ ist Gruppenbezeichnung Torri iġ-Ġwarena / Cavalier Tower, der Turm mit ausserordentlicher Architektur wurde 1659 unter Grossmeister de Rodin erbaut.
  • der festungsähnliche 9 Typ ist Gruppenbezeichnung Guarena Palace wurde 1735/40 unter Pier Francesco Guarena di Rovero als Privatresidenz erbaut und diente im Zweiten Weltkrieg als Unterkunft für ein Infanteriebatallion des King’s Own Malta Regiment.
  • der 10 Typ ist Gruppenbezeichnung Guttenberg Palace, der sich im Weiler Hal-Lew an die Kapelle "Oue Lady of Mercy" anschliesst ist ein ebenfalls echteckier Wohnturm, der im 17. Jhdt. von Johann Wolfgang von Guttenberg erbaut wurde und von ihm genutzt wurde, wenn er nicht auf See war.
  • die 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Senke Il-Maqluba: nach einem gewaltigen Sturm tat sich im Jahre 1343 ein gewaltiger Karsttrichter auf, das 100 m durchmessende Loch mit einer Tiefe von 45 m wird am Grund kaum von Tageslicht erreicht und gleicht einem Meteoritenkrater mit grünem Bewuchs. Im Winter läuft das Wasser aus der Umgebung in dieser Senke zusammen und fliesst wohl in Richtung Meer unterirdisch ab. Zum Grund der Senke, in der Malta's Nationalbaum Għargħar (Sandarac Gum Tree / Callitris articulata) wächst, kann abgestiegen werden.
  • der 11 Typ ist Gruppenbezeichnung Hamrija Tower / Tal-Ħamrija liegt südlich der megalithischen Stätten und wurde im 17. Jhdt. unter Grossmeister De Redin als Teil eines Warnnetzes erbaut, von den Wachtürmen wurde bei Annäherung feindlicher Schiffe Alarm ausgelöst. In der Nähe befindet sich das Congreve Monument in Gedenken an den Britischen Gouverneur Congreve, der nach seinem Tod zwischen der Küste und der Insel Filfa bestattet wurde.
  • der 12 Typ ist Gruppenbezeichnung Ta' Sciutu Tower wurde als Beobachtungsturm unter Grossmeister Lascaris erbaut und dient heute als Polizeistation von Wied iż-Żurrieq, einem Weiler an der Südküste in der Nähe der "Blue Grotto".


Blue Grotto[Bearbeiten]

Blue Grotto (Qrende, Malta)
"Blue Grotto"
  • bei einem fjordähnlichen Einschnitt Tat il Hnejja westlich von Wied iż-Żurrieq liegt der Meerzugang zu den Höhlen 2 Typ ist Gruppenbezeichnung "Blue Grotto", zu denen die Besucher mit Booten geführt werden (der Versuch, zu Schwimmen, kann wegen starken Strömungen und Wellengang sehr gefährlich enden!). Blaualgen lassen das Wasser am Vormittag hellblau leuchtend erscheinen, dazwischen blitzen Rotalgen auf. Die Region ist auch ein beliebtes Ziel von Sporttauchern, gleich wie das Wrack des libyschen Schiffs Um El-Faroud vor der Küste.


Filfla Island[Bearbeiten]

Filfla Island

Die 6 ha grosse 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Pfefferinsel / Filfla Island liegt in Sichtdistanz vor der Küste, auf ihr gibt es Spuren menschlicher Besiedelung aus der Jungsteinzeit und Ruinen einer Kapelle aus dem 14. Jhdt., in der Lebensmittel für in Seenot geratene Fischer zu Verfügung standen. Nachdem das Inselchen zwischen 1945/70 als Zielobjekt für Bombenabwürfe hatte herhalten müssen, wurde es 1988 zum Naturschutzgebiet erklärt: seltene Vögel und Echsenarten (die endemische Maltesische Wandeidechse) haben dort einen Lebensraum gefunden. Obwohl die Umgebung der Insel als Tauchrevier interessant wäre, ist jedes Betreten der Insel streng verboten resp. nur mit einer kaum erhältlichen Sondergenehmigung des Umweltministeriums möglich.

Ħaġar Qim[Bearbeiten]

Tempel von Ħaġar Qim
Tempel von Ħaġar Qim
Ħaġar Qim Plan
Plan der Tempel von Ħaġar Qim

Die Tempelanlage von 13 Typ ist Gruppenbezeichnung Ħaġar Qim liegt südlich von Qrendi oberhalb der Klippen von Maltas Südküste.

Die seit Jahrhunderten bekannte Anlage wurde erstmals 1839 von T.G. Vance der "Royal Engineers" untersucht und ein gefundener Altar und Magna-Mater-Statuen nach Valletta gebracht. 1885 wurden die Ausgrabungen von Dr. A. A. Caruana und 1909 von Sir Th. Zammit weitere Ausgrabungen unternommen, eine sorgfältige Untersuchung förderte schliesslich 1950 neben Bruchstücken von weiteren Magna-Mater-Statuen die "Venus von Ħaġar Qim" zu Tage. Da die Anlage aus Globigerinenkalk durch Witterungseinflüsse deutliche Erosionsspuren zeigt, wurde sie 2009 mit einem Schutzzelt überdacht.

Die Anlage ist im Unterschied zu anderen Tempelanlagen von einer hohen Mauer aus Megalithen umgeben und wird durch ein Trilithentor von Südosten betreten. Ursprünglich hatte der Tempel wohl aus einem Vorhof und einem Tempelraum mit jeweils zwei Seitenapsiden bestanden und wurde dann umgestaltet. In der rechten Seitenapsis konnten Opfergaben wohl durch ein Loch "eingereicht" werden und sammelten sich hinter einem niedrigen Mäuerchen. Der im Vorhofsbereich zur Linken gefundene Altar kann im Original im Archäologischen Nationalmuseum besichtigt werden, ebenfalls die in der Hauptkammer gefundenen Magna-Mater - Figuren mit der sogenannten "Venus von Ħaġar Qim".

Die Seitenkammern mit separaten Zugängen von Süden, Westen und Norden kamen wohl in einer nächsten Bauphase dazu.

Ħaġar Qim Temples, Triq Ħaġar Qim, Qrendi QRD 2501. Tel.: +356 21 424 231. Geöffnet: Okt-März 09.00-17.00, April-Sept. 09.00-19.00. Preis: 9.00/6.50/4.50€ (zusammen mit Mnajdra). Typ ist Gruppenbezeichnung


Mnajdra[Bearbeiten]

Tempel von Mnajdra
Tempel von Mnajdra
Plan der Tempel von Mnajdra

Die Tempelanlage von 14 Typ ist Gruppenbezeichnung Mnajdra liegt ebenfalls auf dem Hochplateau über Maltas Südküste und ist nur 500 m von der Tempelanlage von Ħaġar Qim entfernt.

Ein Jahr nach Entdeckung der Tempelanlage von Ħaġar Qim wurden die Tempel von Mnajdra von J.G. Vance im Jahre 1840 entdeckt. Albert Mayr verbesserte im Jahre 1901 Pläne aus dem Jahre 1879; erst 1910 erweiterte Thomas Ashby die Ausgrabungen, die 1949 mit weiteren Funden weitgehend abgeschlossen wurden. Nach Sturmschäden im Jahre 1994 wurde die Anlage restauriert und wurde wie die nahegelegene andere Anlage mit einem Schutzdach überspannt.

Der Osttempel als ältester Bau wurde weitgehend rekonstruiert, die Eingangsmegalithen und der Fussboden sind original. Der Tempel besteht im Wesentlichen nur aus einem Tempelraum mit einer Nische.

Der Südtempel wurde an die Sonnenposition ausgerichtet. Zur Tag-Nachtgleiche fällt das Sonnenlicht durch den Eingang genau auf den Altar, in der Winter- und Sommersonnenwende jeweils über die Kante des Megalithen rechts und links vom Eingang auf den linken und rechten Seitenstein (mit Verzierungen aus Bohrlöchern) in den Seitenapsiden.

Der Zentraltempel wurde in späterer Zeit zwischen die beiden anderen Tempel gebaut. Er zeichnet sich durch relativ grosse Apsiden und gut erhaltene Durchgänge (Trilithen und Türsteine mit einem Durchgangsloch) aus.

Mnajdra Temples, Triq Ħaġar Qim, Qrendi QRD 2501. Tel.: +356 21 424 231. Geöffnet: Okt-März 09.00-17.00, April-Sept. 09.00-19.00. Preis: 9.00/6.50/4.50€ (zusammen mit Mnajdra). Typ ist Gruppenbezeichnung

Mnajdra Temple

Etwa 200 m nördlich finden sich die 15 Typ ist Gruppenbezeichnung Misqa tanks, vorgeschichtliche Zisternen- / Wassergrubensysteme, welche zur Speicherung des Regenwassers wohl schon in der Zeit der Tempelkulturen dienten und bis heute das Regenwasser auffangen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Felsstrand von Ghar Lapsi
  • Besuch der Sehenswürdigkeiten in und um die Stadt
  • Besuch der Festlichkeiten Ende Juli / Anfang Juli von der Soċjeta’ Mużikali Lourdes und am 15. August / Marià Himmelfahrt von der Soċjeta’ Mużikali Santa Marija organisiert: beide Club Bands organisieren ein typisch maltesisches Fest mit Prozessionen durch die geschmückte Stadt, Musikvorträgen und natürlich einem Feuerwerk.
  • Bootsfahrt zum "Blue Grotto", Badetrip zum 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Felsstrand von Għar Lapsi zum in Malta bekannten romantischen Sonnenuntergang.
  • für archäologisch Interessierte Besuch der Tempelanlagen von Ħaġar Qim und Mnajdra, die beide benachbart an der Südküste liegen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Restaurants gibt es im Ort und auch in Wied iż-Żurrieq (über dem "Blue Grotto" gelegen) und bei Ghar Lapsi.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • je nach Interessenlage zu den "Dingli Cliffs" (Naturschönheiten) oder den Tempeln von Tarxien.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Website des Qrendi Local Council
  • Website der St Mary's Parish, mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten, engl.
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