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Burgenland

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Podersdorf von Westen 2010.jpg
Flagge
Podersdorf von Westen 2010.jpg
Bundesland Burgenland
HauptstadtEisenstadt
Einwohner
291.023 (2016)
Fläche
3.961,8 km²
Tourist-Info+43-2682-633840
www.burgenland.info/
Lage
LiechtensteinSchweizBodenseeVorarlbergTirolTirolSalzburgKärntenBurgenlandWienSteiermarkOberösterreichNiederösterreichItalienSlowenienDeutschlandKroatienSlowakeiTschechienUngarnBurgenland in Austria.svg

Das Burgenland (burgenland-kroatisch: Gradiška; ungarisch: Várvidék) ist das östlichste und jüngste Bundesland der Republik Österreich. Es umfasst 3.965 Quadratkilometer und hat etwa 300.000 Einwohner. Das jüngste Bundesland Österreichs war bis 1919 Teil des Königreiches Ungarn und kam erst in Folge des Friedensvertrages von Trianon zu Österreich. Die Hauptstadt ist Eisenstadt, nachdem die ursprünglich vorgesehene Hauptstadt des Gebietes - Ödenburg (Sopron) - im Jahr 1921 nach einer Volkabstimmung bei Ungarn verblieb.

Regionen[Bearbeiten]

Das Burgenland gliedert sich in drei große Regionen und umfasst sieben Bezirke und zwei Statutarstädte.

Orte[Bearbeiten]

Bezirkshauptstädte (von Nord nach Süd):

Weitere größere Ortschaften (von Nord nach Süd):

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Abendstimmung am Neusiedler See

Im Nordburgenland ist vor allem die Region Neusiedler See sehenswert. Der Neusiedler See ist Europas größter Steppensee. Der Nationalpark ist Österreichs einziger Steppen-Nationalpark. Im Südburgenland fasziniert die farbenfrohe Landschaft mit seinen Hügeln und Weingärten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Anekdote Kleines Land, große Wirkung
Auch wenn das Burgenland klein und unbedeutend scheinen mag, spielte es dennoch im 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle nicht nur in der österreichischen, sondern auch in der europäischen Geschichte. So war es der Mordanschlag von Schattendorf, der zum Justizpalastbrand 1927 und in weiterer Folge auch zum Bürgerkrieg führte. Die Rote Armee betrat im zweiten Weltkrieg auf ihrem Feldzug nach Westen erstmals bei Lutzmannsburg das österreichische Staatsgebiet. Beim Ungarnaufstand 1956 flüchteten mehrere zehntausend Ungarn über den letzten noch offenen Weg nach Österreich: Die Brücke von Andau. Und im August 1989 durchbrachen mehrere tausend DDR-Bürger die bereits ungesicherte Grenze bei Sankt Margarethen, um über Österreich die BRD zu erreichen. Das Burgenland hat also sogar die Berliner Mauer gefällt.

Das heutige Burgenland war bis 1918 Teil des Königreiches Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das sogenannte "Deutsch-Westungarn" - das war jener Teil Ungarns, in dem eine signifikante deutschsprachige Bevölkerung lebte - im Zuge der Friedensverhandlungen von Trianon zwischen den Alliierten und Ungarn Österreich zugesprochen. Im Großraum Ödenburg (Sopron) wurde eine Volksabstimmung über die Staatenzugehörigkeit durchgeführt, die jedoch trotz deutlicher deutschsprachiger Bevölkerungsmehrheit pro Ungarn ausging. So ging das neu zu gründende Bundesland, welches 1921 endgültig der Republik Österreich beitrat, seiner designierten Hauptstadt und einzigen urbanen Zentrums verlustig. Hauptstadt wurde danach die bis dahin relativ unbedeutende Kleinstadt Eisenstadt.

Denkmal für das Paneuropäische Picknick bei Sopron, im Hintergrund die Staatsgrenze zu Österreich. Hier wird der Ereignisse des Sommers 1989 gedacht, die letztlich die Wende in Osteuropa ausgelöst hatten.

Der Name "Burgenland" ist irreführend, denn obwohl es im Burgenland als Grenzraum zu Südosteuropa seit jeher viele Festungsbauwerke gab, sind es nicht mehr als sonstwo in Österreich. Vielmehr ist der Name von den Endsilben der westungarischen Komitate Pressburg (heute Bratislava), Wieselburg (heute Mosonmagyaróvár), Ödenburg (heute Sopron) und Eisenburg (heute Vasvár) abgeleitet. Diese vier Komitate sollten das Kerngebiet des Landes bilden. Keine einzige dieser vier Städte und deren Umland wurde aber letztlich dem Burgenland zugesprochen.

Bis 1921 war der Beitritt des Burgenlandes zu Österreich jedoch fraglich, denn da sowohl im heutigen Burgenland wie auch im benachbarten Westungarn auch zahlenmäßig große Gruppen an Kroaten leben, versuchten die Regierungen der neu gegründeten Tschecho-Slowakei und Jugoslawiens Einfluss bei den Friedensverhandlungen mit Österreich und Ungarn zu nehmen, und dieses Gebiet für sich zu beanspruchen. Der Hintergrund entstammt der Idee des Panslawismus, wonach dann die süd- und westslawischen Staaten direkt aneinander gegrenzt hätten.

Das Burgenland galt immer als das Armenhaus Österreichs, da es größtenteils ländlich geprägt war. Es gab kaum Industrie und auch die Verkehrsinfrastruktur war mehr auf Ungarn denn auf Österreich ausgerichtet. Verstärkt wurde diese wirtschaftliche Strukturschwäche auch durch die periphere Lage der Region direkt am Eisernen Vorhang, der wirtschaftliche, kulturelle und soziale Beziehungen mit den Nachbarn des Warschauer Paktes nahezu unmöglich machte.

Doch nach den politischen Ereignissen 1989, in denen dem Burgenland mit dem paneuropäischen Picknick samt Grenzsturm der DDR-Bürger auch eine historische Schlüsselstellung zukam, befand sich die Region plötzlich nicht mehr am Ende der Welt, sondern mitten im Zentrum von Europa. Auch durch den EU-Beitritt Österreichs 1995 konnte das Burgenland dank der Zielgebiet-1-Förderungen wirtschaftlich massiv profitieren, weshalb das Land heute keinesfalls mehr als rückständig oder strukturschwach einzustufen ist.

Sprache[Bearbeiten]

Kroatische und ungarische Ortschaften erkennt man an den zweisprachigen Ortstafeln, derer es im Burgenland von Nord bis Süd zahlreiche gibt

Überwiegend wird im Burgenland Deutsch gesprochen. Im Burgenland wird aber überall in Dialekten gesprochen, der sogenannten Mundart "Hianzerisch", die sehr große Unterschiede zur deutschen Standardsprache zeigt. Es ist sicherlich interessant, sich mit Einheimischen zu unterhalten und Sie zu bitten Ihnen einige Sätze ihrer sogenannten "Mundart" beizubringen.

Das Burgenlandkroatische ist eine speziell im Nord- und Mittelburgenland (Bezirke Neusiedl, Eisenstadt Umgebung, Mattersburg und Oberpullendorf) verbreitete Minderheitensprache und weicht leicht vom Standardkroatischen ab. Seit den 1980er-Jahren ist auch das kulturelle Selbstbewusstsein der Burgenlandkroaten wieder im Steigen, zahlreiche Veranstaltungen werden durchgeführt. Insgesamt sind im Burgenland etwa 50.000 Menschen (das ist ein Sechstel der Bevölkerung) Mitglieder der burgenland-kroatischen Volksgruppe.

Ungarn leben hauptsächlich in einzelnen Orten in der Warth (Bezirk Oberwart) und im Bezirk Oberpullendorf. Slowenen leben in einigen Ortschaften im Süden des Burgenlandes (Bezirk Jennersdorf). In vielen Orten des Burgenlandes, speziell in Oberwart, leben auch Romanes.

In den letzten 10 Jahren begann im Nordburgenland, (u.A. Kittsee, Pama, Edelstal), ein moderater Zuzug von Slowaken, die vor den horrenden Wohnungspreisen in Bratislava ins benachbarte Österreich flüchten.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug: Im Burgenland selbst gibt es keinen Flughafen mit Linienverkehr.
Das Nordburgenland ist von den Flughäfen Wien und Bratislava gut erreichbar, das Südburgenland vom Flughafen Graz. Die Flughäfen Sarmellék in Ungarn und Maribor in Slowenien bieten ebenfalls Flüge an. Wenn man ein wenig größer denkt, könnten je nach Flugpreisen auch die Flughäfen von Budapest oder Zagreb eine Option für eine Anreise ins Burgenland sein.

Mit dem Zug: Mit dem Zug ist vorwiegend das Nordburgenland gut erreichbar. Der Bahnhof Bruck an der Leitha ist zwar nach der niederösterreichischen Stadt benannt, befindet sich aber bereits wenige Meter auf burgenländischem Boden in der Gemeinde Bruckneudorf. Alle REX-Züge der Ostbahn, die von Wien (Hauptbahnhof) nach Győr oder Bratislava Petržalka fahren, halten dort. Die S-Bahn-Linie S60 führt von Wiener Neustadt über Wien nach Bruck an der Leitha mit Halt in allen Stationen. Desweiteren gibt es Regionalzüge ab Wien über den Seewinkel nach Fertőszentmiklos, Wulkaprodersdorf (über Eisenstadt und Neusiedl), sowie Deutschkreutz (über Neufeld an der Leitha, Wulkaprodersdorf, Sopron). Züge von Wiener Neustadt nach Sopron halten auch in Mattersburg. Im Südburgenland führt die Strecke der Steirischen Ostbahn (Graz-Körmend) durch Jennersdorf.

Für die Anreise mit der Bahn bietet es sich an, Orte in den benachbarten Regionen anzufahren und von dort mit Regionalbussen weiterzureisen. Gateway-Cities sind Wiener Neustadt, Hartberg, Fürstenfeld, Feldbach, Murska Sobota, Szentgotthard, Körmend, Szombathely, Sopron, Hegyeshalom oder Bratislava.

Mit dem Bus: Besonders ab Wien gibt es dank der vielen Tages- und Wochenpendler zahlreiche Buslinien, die direkt in viele Orte auch im Südburgenland fahren. Ansonsten gibt es gute Regionalbusverbindungen von den oben genannten Orten.

Auf der Straße: Ab Wien erreicht man den nördlichen Teil des Burgenlandes über die A 4 (Ostautobahn) oder die A 3 (Südostautobahn), den südlichen Teil über die A 2 (Südautobahn) und dann über Bundesstraßenverbindungen. Wichtige internationale Routen, die durchs Burgenland führen, sind: E 58 (Wien-Bratislava), E 59 (Wien-Graz) E 60 (Wien-Budapest), E 66 (Graz-Szekesfehervar) sowie die überregional bedeutenden Routen Wien-Sopron-Balaton und Wien-Oberwart-Szombathely. Seit Beitritt der östlichen Nachbarländer zum Schengenraum werden immer mehr kleine Grenzquerungen eröffnet, viele davon sind mit LKW-Fahrverboten belegt.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Land verfügt über ein dichtes und gut ausgebautes Straßennetz. Im Norden wird das Land von einigen Schnellstraßen und Autobahnen durchzogen, alle Bundes- sowie Landesstraßen sind asphaltiert und in gutem Zustand. Bei Auto- oder Fahrradfahrten zwischen den nördlichen und südlichen Landesteilen sollte man bei der Routenplanung nicht einen Transit durch Ungarn ignorieren. Dieser kann auf manchen Relationen deutlich kürzer und schneller sein, als innerhalb Österreichs zu bleiben (z.B. Eisenstadt-Deutschkreutz über Sopron oder Seewinkel-Südburgenland über Szombathely).

Nennenswerten Bahnverkehr innerhalb des Burgenlandes gibt es nur im Norden mit der ÖBB, die neben der Bahnstrecke Wien-Sopron-Deutschkreutz und Sopron-Mattersburg-Wiener Neustadt auch die Bahnlinien Wulkaprodersdorf-Eisenstadt-Neusiedl und Neusiedl-Pamhagen-Fertöd betreibt. Desweiteren gibt es Verbindungen im Bezirk Neusiedl am See zwischen Bruck an der Leitha und Neusiedl am See, Nickelsdorf und Kittsee fahren, sowie auch darüber hinaus (Wien, Bratislava, Győr).

Innerhalb des Burgenlandes sowie auch in die nahegelegenen benachbarten Regionalzentren verkehren Regionalbusse. In der Regel fahren die Busse an Werktagen stündlich, am Wochenende und an Feiertagen unregelmäßig. Allerdings sind die Haltestellen ausgiebig beschildert bzw. mit Monitoranzeigen ausgestattet, sodass die aktuellen Fahrpläne stets vorliegen.

Das Burgenland bietet sich auch dank der nur wenigen Berge als Fahrradland an. Zahlreiche Regional- und Fernwanderwege sind ausgeschildert und für jedermann geeignet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Auflistung erfolgt in etwa von Nord nach Süd und soll keine Wertung darstellen:

Bedeutende Sehenswürdigkeiten im Burgenland
Kittsee: Altes Schloss (12.-14. Jh.)
  • In Kittsee nahe der slowakischen Grenze befindet sich das Alte Schloss Kittsee, das ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Es wurde bei einem Brand zerstört und im 14. Jahrhundert wieder neu aufgebaut und seither kaum verändert. [1] In der Ortschaft befindet sich weiters das barocke neue Schloss, das Schloss Batthyány.
  • Der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel (grenzüberschreitend mit Ungarn, Fertõ-Hanság Nemzeti Park) ist der einzige Steppennationalpark Mitteleuropas und bietet mit dem breiten Schilfgürtel, Salzlacken und wechselfeuchten Wiesen ausgezeichnete Bedingungen für Vögel und andere Tiere, die sonst in Mitteleuropa kaum noch heimisch sind. Daneben sind die großen Badeorte am See auch beliebte Zentren für Wassersport (Schwimmen, Segeln, Windsurfen u.v.A.m.); im Winter kann man in manchen Jahren sogar am zugefrorenen See eislaufen oder eissegeln.
  • Die Basilika Mariä Geburt von Frauenkirchen ist eine sehenswerte, barocke Wallfahrtskirche mit für diese kleine Ortschaft mächtigen Dimensionen. [2]
  • Sankt Margarethen: Nahe dieser Ortschaft an der Straße von Eisenstadt nach Rust befindet sich der Römersteinbruch, in dem heute Skulpturen ausgestellt sind und Freiluftaufführungen von Opern und klassischen Konzerten stattfinden. Daneben befindet sich der Märchenpark, ein großer Themenpark für Kinder. Südlich der Ortschaft befindet sich der Ort des Paneuropäischen Picknicks. Im August 1989 versammelten sich einige tausend DDR-Bürger nahe Sopron und durchbrachen dann spontan die nicht mehr abgesicherte Grenze, um nach Westdeutschland zu gelangen; nur wenige Wochen später sollte die Berliner Mauer fallen. An der Stelle des Paneuropäischen Picknicks, direkt an der Staatsgrenze allerdings schon wenige Meter auf ungarischem Gebiet, befindet sich heute ein Denkmal sowie eine kleine Ausstellung zu diesem Ereignis.
  • Rust: Bekannt als Stadt der Störche und des Weinbaues ist die kleinste Statutarstadt Österreichs direkt am Ufer des Neusiedler Sees auch bekannt wegen der denkmalgeschützten Altstadt aus dem 16.-19. Jahrhundert. Auch die südliche Nachbargemeinde Mörbisch weist zahlreiche historische Hofzeilen mit Wirtschaftsgebäuden auf.
  • Die Burg Forchtenstein ist ein mächtiger Festungsbau, der im Kern auf das 14. Jahrhundert zurückgeht und ab dem 17. Jahrhundert im Besitz des fürstlichen Hauses Esterházy stand. Die Burg beherbergt heute eines der größten Privatmuseen Österreichs. [3]
  • Das Schloss Lackenbach befindet sich in der gleichnamigen Ortschaft im Bezirk Oberpullendorf. Zentrum des Renaissancebaues aus dem 16. Jahrhundert ist der von Basteien umgebene Arkadenhof, sehenswert ist auch die landschaftsgärtnerische Gestaltung des Schlossparks mit Alleen Wassergräben. Die Ortschaft ist aber auch Ort eines der traurigsten Kapitel der Geschichte des Burgenlandes. In Lackenbach befand sich von 1940-1945 das "Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach", in dem hauptsächlich Angehörige der Roma-Volksgruppe von den Nationalsozialisten inhaftiert waren und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Einige tausend Menschen fanden den Tod durch Ermordung, Deportation in andere Lager, Überarbeitung oder Entkräftung. An der Stelle des Konzentrationslagers befindet sich heute ein Gedenkstein. [4], [5]
  • Das Geburtshaus von Franz Liszt befindet sich in der Ortschaft Raiding (Bezirk Oberpullendorf) und ist heute ein Museum. In der Ortschaft befindet sich weiters das moderne Franz-Liszt-Kulturzentrum mit Konzertsaal. [6]
  • Bernstein: Die mächtige Burg Bernstein stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde später barockisiert. Das Bernsteiner Felsenmuseum Potsch am Hauptplatz 5 dokumentiert den Abbau und die Verarbeitung von Edelserpentin in der Umgebung der Stadt in Vergangenheit und Gegenwart.
  • Lockenhaus: Burg (13. Jahrhundert) und Pfarrkirche (17. Jahrhundert). Zwischen Lockenhaus und Rechnitz befindet sich der grenzüberschreitende Naturpark Geschriebenstein-Írottkő mit ausgiebigen Wandermöglichkeiten sowie einer Aussichtswarte, die genau je zur Hälfte in Österreich und Ungarn steht und tolle Fernblicke in beide Länder ermöglicht.
  • Stadt Rechnitz:Der Hauptplatz ist ein gut erhaltenes Barockensemble. Außerhalb der Ortschaft befindet sich ein Mahnmal für einige Dutzend in der Nähe der Ortschaft ermordeten Juden, die 1945 auf Todesmärschen zu tausenden von Ungarn nach Westeuropa hier vorbei kamen.
  • Die Burg Güssing, malerisch auf einem erloschenen Vulkan über Güssing gelegen, beherbergt die älteste Wehranlage des Burgenlandes heute das Batthyány-Museum mit mehreren Sammlungen (Burgmuseum, Fürstliche Sammlung, Eisenkunstgußsammlung, Burg- und Herrschaftsgeschichte, Zinnfigurensammlung).
  • Im Freilichtmuseum Ensemble Geresdorf bei Güssing sind über 30 historische Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus dem südlichen Burgenland als Dorfensemble aufgebaut. Sie beherbergen eine Vielzahl bäuerlicher Gebrauchsgegenstände und Gerätschaften. Zun Informationscenter gehört auch eine Schankwirtschaft.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Alle Arten von Wassersport kann man am Neusiedler See betreiben. Besonders beliebt ist hier der Surfspot Podersdorf am See, wo auch jährlich der Surf Worldcup stattfindet. Surf- und Kiteschulen gibt es in Breitenbrunn, Pordersdorf und Neusiedl am See.

Doch auch der Neufelder See (in Neufeld an der Leitha) bietet sich zum Schwimmen an. Das geflutete ehemalige Kohlebergwerk ist auch ein Mekka für Taucher. Zahlreiche andere schönen Badeteiche findet man verteilt im ganzen Bundesland. Als einer der schönsten in ganz Österreich gilt der See von Ritzing (Bezirk Oberpullendorf).

Im Mittel- und Südburgenland hat man in den letzten Jahren mit viel Aufwand Zentren für den Wellnesstourismus geschaffen. In Bad Tatzmannsdorf, Stegersbach und Lutzmannsburg sind Thermen mit allem Komfort entstanden.

Küche[Bearbeiten]

Anekdote Uhudler
Eine besondere Weinspezialität im Südburgenland ist der Wein Uhudler. Er ist ein Cuvée aus unterschiedlichen Trauben, in der Farbe erinnert er an einen Rosé und er schmeckt sehr sauer. Die Weinreben sind sogenannte Direktträger, also nicht veredelt. Daher war der Verkauf des Uhudlers lange Jahre verboten. Erst 1992 wurde der Verkauf als "regionale Spezialität" in acht Gemeinden in den Bezirken Jennersdorf und Güssing wieder zugelassen. Als "Hausmischung" ist er aber dennoch auch in anderen Gemeinden und auch in der benachbarten Südoststeiermark erhältlich.[7]

Praktisch das gesamte Burgenland ist Weinbaugebiet. Nach dem großen Weinskandal in den 1980er-Jahren begannen die Winzer, sich mehr auf Qualität zu konzentrieren und so können heute burgenländische Weine - weiß wie rot - durchaus mit der Weltspitze mithalten. Eine besondere Spezialität ist Sturm, den man nur zwischen August und November bekommen kann. Das ist noch nicht fertig vergorener, junger Wein (bundesdeutsch: "Federweißer"), besonders empfehlenswert ist Sturm eines sauren Weines (z.B. Uhudler) in Kombination mit frisch gerösteten Maroni (Edelkastanien). Auch kann man in mehreren Gebietsvinotheken (z.B. Deutschkreutz, Horitschon, Gols) die Weine der Region verkosten und erwerben, aber auch direkt ab Hof Degustationen und Einkäufe erledigen, oder einfach bei Buschenschanken und Heurigen den Hauswein bzw. saisonal auch Most und Sturm samt Brettljause zu sich nehmen.

Aus dem Burgenland kommen u.A. die österreichweit bekannten Mineralwässer Römerquelle (Edelsthal), Juvina (Deutschkreutz) und Güssinger (Güssing)

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Obwohl das Burgenland großteils ländlich geprägt ist, findet man eine durchaus beachtliche, kleine aber feine, Rockmusikszene. Immer wieder finden Rockkonzerte lokaler Bands statt. Gute Adressen für Alternativ-Veranstaltungen sind beispielsweise die KuGa in Großwarasdorf oder die Cselleymühle in Oslip.
  • Das Nova Rock, ein großes, mehrtägiges Freiluft-Rockmusikfestival, findet jährlich Mitte Juni in Nickelsdorf statt. Headliner sind meist große Kaliber wie Metallica oder Green Day.
  • Ausschau halten sollte man auch nach örtlichen Kirtagen und Feuerwehrfesten.
  • Besonders beliebt bei Jung und Alt sind die vielen Heurigen, die regionale Köstlichkeiten und selbstgemachte Weine anbieten. Im Sommer finden in diesen Lokalitäten vor allem im Nordburgenland oft Tamburizza-Abende statt. Die Tamburizza ist ein Instrument aus der kroatischen Volksmusik.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Allgemein sind Burgenländer als gastfreundlich und gesellig bekannt. Beim Betreten eines Geschäftes oder Lokals wird man meist mit einem herzlichen "Grüß Gott!" willkommen geheißen, das erwidert werden sollte. Besonders bei Heurigen ist es leicht möglich, dass man von Einheimischen angesprochen wird, die sich für die Herkunft der Touristen interessieren und von ihrer Region erzählen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Im Burgenland gibt es kriminalitätsmäßig wenig zu befürchten, solange man die üblichen Sicherheitsvorkehrungen einhält. Seit dem Wegfall der Grenzkontrollen zu den Nachbarländern beklagen sich zwar viele Einheimische über einen massiven Anstieg der Kriminalität, speziell Eigentumsdelikte wie Einbrüche oder Autodiebstähle. Dieser gefühlte Anstieg konnte aber bisher statistisch nicht bestätigt werden, im Gegenteil ist sogar die Kriminalität seit 2007 leicht zurückgegangen.

Die Notrufnummern sind:

  • Feuerwehr: 122
  • Polizei: 133
  • Rettung: 144
  • Euronotruf: 112

Klima[Bearbeiten]

Das Land liegt im Grenzbereich zwischen gemäßigtem, mitteleuropäischen und pannonischem Klima (Neusiedler See). Das Klima im Südburgenland hingegen ist illyrisch geprägt mit einem leicht mediterranen Einfluss, was sich dadurch bemerkbar macht, dass es bis in den Spätherbst trocken, sonnig und relativ warm sein kann. Weil es im Burgenland kaum nennenswerte Gebirge gibt, gibt es im Winter nur wenig Schnee.

Ausflüge[Bearbeiten]

Nordburgenland[Bearbeiten]

  • Der Familypark Neusiedler See befindet sich zwischen St.Margarethen und Rust. Er ist Österreichs größter Freizeitpark und bietet Unterhaltung für Kinder, aber auch für Erwachsene. Der Park war ursprünglich ein Märchenpark: man ging durch einen verzauberten Wald und begegnete all seinen Lieblingsfiguren. Heute ist der Park doppelt so groß, neben dem Zauberwald gibt es auch viele spannende Attraktionen, wie eine Wasserrutsche oder Achterbahn.
  • Im Nationalpark Neusiedler See im Seewinkel können das pannonische Wildleben sowie Naturphänomene wie die Salzlacken erforscht werden. Dazu werden diverse Touren angeboten.
  • Ebenfalls im Seewinkel gelegen ist das Dorfmuseum Mönchhof. Das Freilichtmuseum zeigt die alte bäuerliche Welt des Heidebodens. Der Heideboden ist ein Teil des Seewinkels, auf dem der Ort Mönchhof aufgebaut worden ist. Das Museum hat von April bis Oktober, jeweils von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10:00-18:30 geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt € 5,50.
  • Im Sommer laden die Seefestspiele Mörbisch und die Opernfestspiele St. Margarethen ein, Kulturluft zu schnuppern. Sie finden jeweils von Ende Juni bis Mitte August statt.

Mittelburgenland[Bearbeiten]

Im Naturpark Geschriebenstein gibt es zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten. Dazu gehören:

  • Aussichtswarte
  • Stiefelmachermuseum
  • ein Badesee
  • Schauschmiede
  • Schmetterlingslehrpfad
  • Walderlebnis

Südburgenland[Bearbeiten]

  • Ein Ausflugstipp für Weinliebhaber ist das Kellerviertel Heiligenbrunn. Es zeigt die ursprüngliche Bauweise der Häuser im Südburgenland, zwei Keller aus dem 18. Jahrhundert sind für Besucher geöffnet. Die restlichen Gebäude dienen nach wie vor der Aufbewahrung und Ausschank des Weins.
  • Im Dreiländer-Naturpark Raab können Themenwege, römische Hügelgräber und das Wildleben entdeckt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • bikeline Radatlas "Burgenland", Verlag Esterbauer, 1:100.000, Ortspläne, ÜVZ, 180 Seiten, ISBN 978-3-85000-097-0

Weblinks[Bearbeiten]

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