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Wien Hauptbahnhof

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Bahnsteige im Wiener Hauptbahnhof

Der Wiener Hauptbahnhof im 10. Bezirk, Favoriten ist ein Durchgangsbahnhof, der ab 2009 anstelle der beiden Kopfbahnhöfe, Süd- und Ostbahnhof, entstand. Er ist seit Dezember 2015 im Vollbetrieb, als er sämtlichen Fernverkehr sowie einen Großteil des Regionalverkehrs von den anderen Wiener Großbahnhöfen (u.A. Westbahnhof und Meidling) übernahm. Ende 2014 wurde das dazugehörige Einkaufszentrum, die BahnhofCity, eröffnet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Metropole Wien wurde seit der Beginnzeit des Eisenbahnwesens durch mehrere Kopfbahnhöfe angebunden, die untereinander nur schlecht verbunden waren. Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert gab es daher Bestrebungen, diesen Mangel durch den Bau eines zentral gelegenen Durchgangsbahnhofes zu beheben. Doch die zahlreichen Planungen wurden durch die Wirren der beiden Weltkriege sowie der Zwischenkriegszeit und frühen Nachkriegszeit stets verworfen. Planungen für einen Hauptbahnhof gab es u.A.:

  • Im Bereich Nordbahnhof / Praterstern (1930er- und 1940er-Jahre)
  • Auf der neu geplanten Donauinsel im Bereich Reichsbrücke (1960er- und 1970er-Jahre), gebaut wurde dann doch ein großes Erholungsgebiet
  • Im Bereich Südtiroler Platz (seit den 1950er-Jahren)

Der logische Standort eines Hauptbahnhofes im Bereich Südtiroler Platz war also bereits seit über 60 Jahren in der engeren Wahl, wurde aber dennoch nicht verwirklicht. Bereits um 1950 wurde die erste große Chance vergeben, als die beiden kriegsbeschädigten Bahnhöfe Südbahnhof und Ostbahnhof abgerissen und als zwei Kopfbahnhöfe in einem einzigen Gebäude neu errichtet wurden. Die Teilung zwischen Süd- und Ostbahnhof blieb bestehen und gleichzeitig war der Westbahnhof der andere wichtige Bahnhof der Nachkriegszeit.

Mit der Grenzöffnung nach 1989 wurde auch der Transitverkehr durch Wien stärker. Die Notwendigkeit für durchgebundene Züge zwischen West- und Ostbahn war vorher nicht in einem großen Maße gegeben. Umsteiger beispielsweise von Budapest nach München mussten innerstädtisch mühsam Bahnhof wechseln, oder aber durchgehende Züge mussten große Umwege fahren.

Schließlich wurden der Ost- und der Südbahnhof im Dezember 2009 gesperrt und in Folge abgerissen, der Bahnhof Wien Meidling übernahm provisorisch den gesamten Verkehr der Südbahn. Am frei gewordenen Gelände entstand der Hauptbahnhof als Durchgangsbahnhof und auf großen ehemaligen Bahnflächen zwei neue Stadtteile mit tausenden Wohnungen (Sonnwendviertel und Quartier Belvedere, großteils noch in Bau).

Im Dezember 2012 nahm der Hauptbahnhof den Teilbetrieb auf, im Dezember 2015 ging er in Vollbetrieb. Seither wickelt der Hauptbahnhof sämtlichen Fernverkehr durch Wien sowie sämtlichen Regionalverkehr der Süd-, Ost- und Nordbahn ab. Nur Regionalverkehr der Westbahn sowie Züge der privaten Bahngesellschaft Westbahn verblieben am Westbahnhof.

Anreise[Bearbeiten]

NameWien Hauptbahnhof
CharakterTeil der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB)
BetreiberWien Hauptbahnhof, ÖBB Infra
ÖVU1, 18, O, 13A, 69A, N66

Zugänge[Bearbeiten]

Zugang vom Wiedner Gürtel

Der Bahnhof hat insgesamt drei Zugänge:

  • Zugang Wiedner Gürtel / Südtiroler Platz (Haupthalle) - der Hauptzugang von U-Bahn und Straßenbahn
  • Zugang Gerhard-Bronner-Straße (Quartier Belvedere) - der Hauptzugang von Taxi, Autogarage und Kiss&Ride
  • Zugang Ost (Karl-Popper-Straße) von der Straßenbahnlinie D, dem Schweizer Garten und Erste Campus

öffentlicher Stadtverkehr[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof ist an die U-Bahn-Linie U1 angeschlossen; Station Südtiroler Platz-Hauptbahnhof. Weiters hat der Hauptbahnhof Anschluss an die Straßenbahnlinien O und 18 und die Buslinien 13A und 69A. Die Straßenbahnlinie D erschließt den Ostzugang (Haltestelle Hauptbahnhof Ost).

öffentlicher Regionalverkehr[Bearbeiten]

  • Regional- und Regionalexpresszüge sowie Züge der S-Bahn-Linien S60 und S80 halten "oben" auf den regulären Gleisen.
  • Regionalbusse aus dem Umland halten in der "Säulenhalle" (Straßenunterführung unter der Bahnstrecke im Zuge der Favoritenstraße) westlich des Haupteinganges.
  • Internationale Busse aus dem nahen Ausland (u.A. Bratislava, Sopron) sowie aus dem Umland halten auch auf den Waldmanngründen westlich des Südtiroler Platzes. Das Areal ist zur Verbauung vorgesehen, dieser Busbahnhof wird bis 2018 aufgelassen werden.

öffentliche Anfahrt von wichtigen Verkehrsknoten[Bearbeiten]

  • Ab Westbahnhof: Straßenbahnlinie 18 (ca. 25 min)
  • Ab Bahnhof Meidling: S-Bahn-Linien S1, S2, S3, S4, Regionalzüge (ca. 10 min)
  • Ab Praterstern oder Bahnhof Wien Mitte: S-Bahn-Linien S1, S2, S3, S4, Regionalzüge (ca. 10-15 min) bzw. Straßenbahnlinie O (ca. 25-35 min).
  • Ab Stephansplatz: U-Bahn U1 (ca. 10 min)
  • Ab Flughafen Wien Schwechat: Mit dem RJ/IC direkt (ca. 20 min) oder mit S7 bis Rennweg und weiter mit S1, S2, S3, S4, Regionalzug (ca. 35 min)
  • Ab dem Vienna International Busterminal (VIB) in Wien-Erdberg: Mit der U3 bis Schlachthausgasse und weiter mit der Straßenbahnlinie 18 bis Südtiroler Platz/Hauptbahnhof (ca. 30 min).
  • Ab dem Busterminal Vienna an der U2 Station Stadion: Mit dem Bus 77A und der Straßenbahnlinie 18 oder mit U2 und U1 (je ca. 30 min).

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem Auto erfolgt die Anfahrt über die A23, Ausfahrt Gürtel sowie über den Wiedner Gürtel. Ab dem Stadtzentrum über die Favoritenstraße. Am Südtiroler Platz über die Sonnwendgasse zur Gerhard-Bronner-Straße zum Hintereingang. Am Hauptbahnhof besteht zudem eine Fernbushaltestelle.

Barrierefreiheit[Bearbeiten]

Der gesamte Bahnhof ist, da es ein Neubau ist, komplett barrierefrei ausgestaltet. Allerdings sind Aufzüge teilweise über verwinkelte Zugangswege nur schwer zu finden.

Großteils nicht barrierefrei ist der Zugang vom Bahnsteig in die meisten Zugtypen.

Parken[Bearbeiten]

Es gibt eine große Tiefgarage (kostenpflichtig), die Zufahrt erfolgt von der Gerhard-Bronner-Straße. An der Gerhard-Bronner-Straße gibt es weiters Kurzparkplätze sowie Kiss&Ride-Parkplätze.

Die Fahrradgarage ist noch nicht in Betrieb, da sie derzeit als Notunterkunft für Flüchtlinge zwischengenutzt wird.

Verbindungen[Bearbeiten]

Ungefähre Fahrzeiten (Bahn)
Flughafen Wien-Schwechat0:18 h
Bratislava Petržalka0:59 h
Bratislava Hlavná Stanica1:06 h
Brno hl.n.1:27 h
Graz Hauptbahnhof2:35 h
Budapest Keleti pu.2:37 h
Salzburg Hauptbahnhof2:22 h
Praha hl.n.3:59 h
Villach Hauptbahnhof4:21 h
München Hauptbahnhof4:07 h
Warszawa Centralna6:56 h
Venezia Mestre7:40 h
Roma Termini13:59 h

Seit Beginn der Vollinbetriebahme fahren keine Fernzüge vom und zum Westbahnhof (ausgenommen Westbahn).

Fernverkehr national[Bearbeiten]

EC, IC, Nightjet (NJ) und Railjet (RJ) u.A. nach Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Villach, Klagenfurt, Linz, und Graz. Der private Fernreisezug Westbahn betreibt mit der Linie WestBlue einzelne Kurse von Salzburg Hbf kommend nach Wien Hbf (über Wien Meidling), von hier aus weiter über die Wiener Bahnhöfe Quartier Belvedere, Rennweg, Wien Mitte/Landstraße nach Praterstern.

Fernverkehr international[Bearbeiten]

Aussicht vom Bahnoramaturm auf den Hauptbahnhof. Der Aussichtsturm wurde inzwischen geschlossen.

ICE, Railjet, EC und NJ u.A. nach Nyíregyháza, Budapest (Keleti), Warschau (Centralna), Krakau, Prag (Holešovice), Zagreb (Glavni), Ljubljana, Zürich, Rom (Termini), Mailand (Centrale), Venedig, München, Nürnberg, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf und Hamburg.

Eine Sonderform stellen die Züge nach Bratislava (Hlavná Stanica bzw. Petržalka), Sopron, Győr, Znojmo und Břeclav dar: Obwohl das Fahrziel im Ausland liegt, werden diese Züge als Regionalzüge (R, REX) geführt.

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Bahnsteige 3-12:

Bahnsteige 1 und 2 - S-Bahn-Geschoß

Auto im Reisezug[Bearbeiten]

Autozugverbindungen gibt es u.A. nach Feldkirch, Rom, Düsseldorf und Livorno; die Autoreisezuganlage befindet sich ein Stück östlich des Hauptbahnhofs entfernt. Die Zufahrt erfolgt über die Gudrunstraße und die verlängerte Laimäckerstraße (dzt. noch namenlos).

Küche[Bearbeiten]

In der Haupthalle des Hauptbahnhofes gibt es die übliche Palette an Fast-Food-Lokalen wie McDonald's, Burger King, Sushi, Pizza, Bäckereien usw. Man wird für jeden Geschmack etwas finden, aber absolut besonders ist es nicht. Selbstversorger können sich auch in einer der beiden Filialen der Supermarktkette Spar mit Sandwiches oder Reiseproviant eindecken.

Wer mehr Zeit hat, kann außerhalb des Hauptbahnhofes einige brauchbare Restaurants finden:

  • Ringsmuth, 10., Sonnwendgasse 2. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • 1 Goldener Löwe, 4., Südtiroler Platz 1. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • 2 Restaurant Böhmerwald, 4., Wiedner Gürtel 20.
  • Restaurant Puntigamerhof, 4., Wiedner Gürtel 12.
  • 3 Columbusbräu, 10., Columbusplatz 6. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Lendl, 10., Reisingergasse 8. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Eissalon Zanoni & Facinconi, 10., Favoritenstraße 65.

Unterkunft[Bearbeiten]

An der Gerhard-Bronner-Straße sowie der Karl-Popper-Straße, direkt gegenüber vom Bahnhof, entstanden im neuen Quartier Belvedere einige neue Hotels:

  • Motel One.
  • Star Inn.
  • Schani.
  • A&O Hostel.
  • 1 Delta, Sonnwendgasse 2.

Warten[Bearbeiten]

Es gibt für einen Bahnhof dieser Größe nur begrenzte Wartebereiche. In der Haupthalle sind diese auch beheizt, am Bahnsteig nicht. Zur Hauptreisezeit muss man um Sitzplätze kämpfen. Für Fahrgäste der 1. Klasse bietet die ÖBB eine Lounge an.

Einkaufen[Bearbeiten]

Es gibt im angeschlossenen Einkaufszentrum eine große Palette an Geschäften der Sparten Souvenirs, Kleidung, Möbel. Weiters zwei Spar-Supermärkte, eine Trafik und ein großes Buch- und Zeitschriftengeschäft. Allerdings unterscheidet sich der Branchenmix nicht nennenswert von anderen Einkaufszentren dieser Größenordnung.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Neben einem großen Reisebüro der ÖBB, bei dem man alle Fahrkarten (national und international) bekommt, gibt es auch viele Automaten, um Tickets für den Inlands- und Regionalverkehr zu erwerben.

Im Bahnhof gibt es gratis W-LAN, das je nach genauem Standort mal besser und mal schlechter funktioniert.

Raum der Stille[Bearbeiten]

Der Raum der Stille befindet sich im Untergeschoss des Hauptbahnhofes am Verbindungsweg zur U-Bahn Station und den Bahnsteigen der S-Bahn-Stammstrecke. Der Raum der Stille ist durch die Erzdiözese Wien angemietet und bietet Reisenden die Möglichkeit, Ruhe gegenüber dem Stress des Reisens zu finden. Der Raum steht für Gebete und Andachten offen und wird auch durch die Kategoriale Seelsorge genützt. Der Raum der Stille ist von Montag bis Freitag (Werktag) geöffnet.

Hilfe und Gesundheit[Bearbeiten]

Toiletten und Behindertentoiletten sind bereits ausreichend verfügbar. Babywickelräume sind in den Behindertentoiletten zu finden, zu denen man aber nur mit einem Eurokey Zugang hat. Die Toiletten im Bahnhof, die von den ÖBB betrieben werden, sind kostenpflichtig (1 Euro). Im Bereich des Ostausganges bei der Karl-Popper-Straße ist eine Toilettenanlage der Gemeinde Wien (kostenfrei) in Bau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert am Bahnhof selbst ist das markante Rautendach, für das angeblich mehr Stahl verbaut wurde als für den Eifelturm. Der Aussichtsturm "Bahnorama", einst der höchste Holzturm Europas, der extra für die Beobachtung des Baues des Hauptbahnhofes errichtet wurde, ist seit Dezember 2014 gesperrt und wurde nach Verzögerungen im September 2016 abgerissen.

Wichtigster Treffpunkt in der Haupthalle beim Eingangsbereich ist der Markuslöwe, ein Überbleibsel des alten Gloggnitzer Bahnhofes, der schon im Südbahnhof in der Halle stand und nach dessen Abbruch renoviert wurde. Er grüßt nun wieder alle Bahnreisenden.

Wer etwas Zeit totzuschlagen hat, kann in unmittelbarer Nähe das Schloss Belvedere mit den Museen, den Schweizergarten, das "21er-Haus" (Museum für zeitgenössische Kunst), die Fußgängerzone Favoritenstraße oder das moderne Sonnwendviertel besuchen. Der große Helmut-Zilk-Park, der auf Umgebungsplänen bereits eingezeichnet ist, ist erst in kleinen Teilen eröffnet (Vollausbau bis 2018).

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]


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