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Frauenkirchen

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Frauenkirchen - ungarisch Boldogasszony / Fertőboldogasszony
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Frauenkirchen ist eine Stadt im Nordburgenland und ist Hauptort des Seewinlels, das Gebiet östlich des Neusiedler Sees. Die Stadt ist mit der barocken Basilika Mariä Geburt ein beliebter Wallfahrtsort. Unter Weinliebhabern ist die Stadt auch wegen dem Weingut Umathum bekannt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Jahr 1324 wurde an der Stelle erstmals urkundlich die Siedlung Szent Maria (ungarisch für Sankt Maria) erwähnt. Diese wurde 1529 und 1683 im Zuge der Türkenkriege zerstört. Beim Wiederaufbau unter Fürst Paul I. Esterhazy entstand die Basilika und das Franziskanerkloster, der Ort entwickelte sich zu einem regionalen Handelszentrum im westungarischen Komitat Moson (Wieselburg). Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Frauenkirchen als Teil Deutsch-Westungarns Österreich zugesprochen und gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. 1982 erhielt Frauenkirchen das Stadtrecht.

Auch die jüdische Geschichte der Stadt ist umfangreich. Graf Paul I. Esterhazy erlaubte den Mönchhofer Juden, die vertrieben wurden, im Jahr 1678 die Ansiedlung in Frauenkirchen. Mit mehreren Hundert Menschen war die jüdische Gemeinde Frauenkirchens eine der größten im Burgenland. Doch nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde in Frauenkirchen sofort ein Anhaltelager errichtet, wohin etwa 400 Juden aus der Umgebung zwangsweise deportiert wurden. Sie wurden im April 1938 nach Ungarn abgeschoben. Die Jüdische Gemeinde Frauenkirchens wurde zerstört, die Synagoge 1939 abgerissen. Heute ist nur mehr der Jüdische Friedhof erhalten.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen (Straße)
Podersdorf am See8 km
Neusiedl am See16 km
Mosonmagyaróvár31 km
Bratislava50 km
Sopron54 km
Eisenstadt59 km
Wien75 km
Győr75 km
Budapest194 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächste Flughäfen mit Linienbetrieb: Bratislava und Wien, beide ca. 55 km entfernt.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Frauenkirchen liegt an der Seewinkelbahn Neusiedl-Fertőszentmiklós. Der Bahnhof liegt westlich des Stadtzentrums. Personenverkehr wird von der ROeEE / GySEV im Stundenintervall durchgeführt, auf österreichischem Gebiet gelten Zeit und Zonenkarten des VOR - Verkehrsverbund Ost Region.

Ab Wien, Bratislava, Mosonmagyaróvár und Győrerreicht man Frauenkirchen mit Umsteigen in Parndorf-Ort, wo Regionalexpresse von Wien nach Győr oder Bratislava-Petržalka halten. Ab Eisenstadt kann man mit dem Zug bis Neusiedl am See fahren und dort in die Züge der ROeEE umsteigen. Ab Sopron nimmt man einen Zug der ROeEE Richtung Győr und steigt in Fertőszentmiklós um.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Mit Regionalbussen ist Frauenkirchen von den meisten umliegenden Orten und Gemeinden erreichbar, darunter Podersdorf und Illmitz, wo Fähren für Personen und Fahrräder den Neusiedler See überqueren.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Die ehem. Bundesstraße B51 (Neusiedl am See - Pamhagen) führt direkt durch das Stadtzentrum.
  • Ab Wien fährt man über die A4 Ost Autobahn bis zur Ausfahrt 56 Mönchhof und folgt dann der Mönchhofer Landesstraße 303 nach Süden, man erreicht die B51 in Mönchhof.
  • Ab Bratislava verlässt man am besten die A6 bereits bei der Ausfahrt 12 Gattendorf und fährt über die B10 nach Osten. Kurz nach Zurndorf biegt man auf die Mönchhofer Landesstraße 303 nach Süden ab und erreicht Frauenkirchen über Mönchhof und die B51.
  • Ab Budapest und Győr verlässt man die ungarische Autobahn M1 bei der Ausfahrt 160 Mosonmagyaróvár/Szombathely und folgt der Hauptstraße F86 für wenige Kilometer. Weiter über die 8505 nach Mosonszolnok und Halbturn.
  • Die Anfahrt von Sopron führt über Fertőd und Pamhagen, man erreicht Frauenkirchen über die B51 von Süden.
  • Ab Eisenstadt fährt man die B50 bis Neusiedl und dann weiter über die B51.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Nächste Fähranlegestellen für Neusiedlerseequerungen in Podersdorf und Illmitz, nur Fahrräder und Fußgänger erlaubt.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der gesamte Seewinkel ist mit Radwegen durchzogen. Da das Gelände flach ist, bietet sich das Fahrrad auch für weniger trainierte Radler als Anreisemittel an.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Frauenkirchen ist ein Wallfahrtsort. Der Jakobsweg Burgenland führt durch die Stadt. Dieser hat in Haslau-Maria Ellend Anschluss an den Jakobsweg Österreich.

Mobilität[Bearbeiten]

Der gesamte Seewinkel ist flach und mit gut ausgeschilderten Radwegen durchzogen, somit kann man die Umgebung gut mit Fahrrad erkunden. Auch geeignet für wenig trainierte Radler und Kinder.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Frauenkirchen - Sehenswürdigkeiten
Hochaltar in der Basilika Mariä Geburt

Siehe auch Wikipedia: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Frauenkirchen

  • Katholische Pfarrkirche Basilika Mariä Geburt: Nachdem Frauenkirchen bereits im 14. Jahrhundert ein berühmter Wallfahrtsort war, wurden jedoch in den Türkenkriegen die Kirchen mehrfach zerstört. Die heutige Kirche wurde 1695-1702 als Stiftung von Fürst Paul Esterházy durch Francesco Martinelli im Barockstil errichtet, 1720 wurde ein Franziskanerkloster angebaut. 1990 wurde die Kirche durch Papst Johannes Paul II. zur Basilica minor erhoben. Zweiturmfassade, Türme je 53 m hoch, Kirchenschiff 53 x 18,5 m, 23 m hoch. Acht Seitenaltare, Stuckdekorationen mit Gemälden u. a. von Luca Antonio Colomba, vergoldeter Hochaltar. Kanzel mit reichem Figurenschmuck. Mehr dazu im Wikipedia-Artikel.
  • Nordöstlich der Basilika befindet sich der Kalvarienberg. Zur Kreuzigungsgruppe auf einem Plateau führt ein spiralförmiger Weg. In kleinen Kapellen entlang des Weges sind die Leidensstationen Jesu in Steinreliefs dargestellt. Errichtet 1759 zählt er gemeinsam mit der Basilika zu einem der bedeutensten Barockdenkmälern Österreichs. Mehr dazu im Wikipedia-Artikel.
  • Jüdischer Friedhof (St. Andräer Straße): Der Friedhof am südlichen Stadtrand hat auf einer Fläche von 2.900 m² 1.320 Gräber. Er ist nach 1938 verfallen, wurde 1994 renoviert und wieder in Betrieb genommen.
  • Schüttkasten (Raiffeisenplatz): Viergeschoßiger Giebelbau mit 17 Fensterachsen, errichtet 1766.
  • Kriegsgefangenenfriedhof: In Frauenkirchen bestand während des Ersten Weltkrieges ein Kriegsgefangenenlager für Soldaten aus Russland, Serbien und Italien. Tausende Menschen lebten unter katastrophalen Bedingungen. Vom Lager ist nur mehr der Friedhof erhalten. Geschätzt 4500-6000 Menschen wurden hier in Massengräbern bestattet. Zu sehen gibt es dort die italienische Kapelle, die bereits während des Bestehens des Lagers von italienischen Gefangenen erbaut wurde, sowie das rund 2,5 m hohe steinerne „Serbenkreuz“, welches 1954 auf Betreiben von Jugoslawien errichtet wurde. Mehr dazu auf Wikipedia.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Frauenkirchen ist ein lokales Wirtschaftszentrum, dementsprechend findet man einige Supermärkte (Spar, Zielpunkt, Lagerhaus). An der B51 nördlich der Stadt befindet sich ein kleines Einkaufszentrum mit Supermärkten (Billa, Lidl, Hofer, Penny) und Kleidung (Kik, Fussl, NKD, Reno). Im Stadtzentrum im Nahbereich der Basilika gibt es einige Banken mit Bankomaten (Raiffeisen, Bank Burgenland, Erste)

Das Weingut Umathum bietet keinen Hofverkauf an. Weine von Umathum bekommt man in Frauenkirchen in
Sailer's Vinothek, Am Kirchenplatz gegenüber der Kirche. Tel.: +43 2172 3318, +43 664 4109697, Fax: +43 2172 3392, E-Mail: . Geöffnet: Mi-Fr 10:00-12:30 und 14:30-18:00, Samstag und Sonntag 11:00-17:00, AVISO erbeten! Jänner und Februar geschlossen.

Küche[Bearbeiten]

Lokale Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Erich Stekovics („Kaiser der Paradeiser“) baut um Frauenkirchen ca. 3200 verschiedenen Sorten Paradeiser (Tomaten) an.
  • In Frauenkirchen befindet sich das bekannte Weingut Umathum, dessen Weine österreichweit und international prämiert sind. Man kann sie im guten Fachhandel erwerben (Liste von Shops auf der Homepage, ab Werk kein Verkauf). Zu den Premiumweinen zählen der Blaufränkisch Kirschgarten, der Hallebühl (reinsortiger Zweigelt) sowie der St. Laurent vom Stein. Umathums Cuvée Haideboden ist einer der bekanntesten österreichischen Rotweine.

Gastronomie[Bearbeiten]

Im Stadtzentrum gibt es einige Cafés und Restaurants.

Nachtleben[Bearbeiten]

Bezüglich Nachtleben tut sich in Frauenkirchen nicht viel. In Podersdorf gibt es jedoch im Sommer immer wieder Strandpartys und Festivals.

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Rathaus Frauenkirchen: Amtshausgasse 3
  • Postleitzahl: 7132
  • Ortsvorwahl: 02172
  • Postamt: Amtshausgasse 9

Ausflüge[Bearbeiten]

Das Ostufer des Neusiedler Sees sowie der Seewinkel, u.A.:

  • Podersdorf am See - Strandbad, Surfen, Strandparties
  • Zicksee
  • Lange Lacke

Weiters:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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