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Cieszyn

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Cieszyn
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Cieszyn ist eine Stadt in der Woiwodschaft Schlesien im Süden Polens im Schlesischen Vorgebirge am Fusse der Schlesischen Beskiden. Sie ist der polnische Teil einer tschechisch-polnischen Doppelstadt, die zeitweise unter dem deutschen Namen Teschen zu Österreich gehörte und als Folge des Ersten Weltkrieges geteilt wurde. Die Stadt weist eine schöne und gut erhaltene sehenswerte historische Altstadt auf.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die romanische St. Nicholas Rotundenkirche aus dem 11. Jahrhundert

Geschichte[Bearbeiten]

Cieszyn ist eine geschichtsträchtige Stadt und wurde 1155 erstmals als Tescin in einer päpstlichen Urkunde erwähnt. Der Legende zufolge liegt das Gründungsdatum allerdings bereits im Jahre 810, als sich die drei Fürstenbrüder Leszko, Bolko und Cieszko hier trafen und aus Freude darüber die Stadt gründeten. Der Dreibrüder-Brunnen aus dem 19. Jahrhundert erinnert noch heute an diese Legende.

Seit 1281 war Cieszyn als Teschen für mehrere Jahrhunderte Sitz des Herzogtums Teschen. 1625 fiel es an die böhmische Krone, seit 1742 war es dann Teil Österreichs. 1779 wurde in Teschen zwischen Erzherzogin Maria Theresia und Friedrich II. der Friede von Teschen geschlossen, der den Bayerischen Erbfolgekrieg beendete, 1805 hatte die Wiener Regierung nach der Niederlage gegen Napoleon in Austerlitz vorübergehend ihren Sitz in Teschen. Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts liess vor allem Unternehmen der Textil- und Holzindustrie entstehen. Im Jahre 1910 hatte Teschen 22.489 Einwohner, 13.254 waren deutschsprachig, 6832 sprachen polnisch. Konfessionell war die Stadt divers: 15.138 Einwohner waren katholisch, 5.137 evangelisch und weitere 2.112 jüdischen Glaubens.

Durch den für Österreich-Ungarn verlorenen Ersten Weltkrieg und die territorialen Veränderungen änderte sich auch die Situation der Stadt Teschen, sowohl Polen als auch die Tschechoslowakei erhoben Anspruch auf die Stadt. Eine offizielle Regelung gab es anfangs nicht, der Teschener Nationalrat selbst entschied sich für die Zugehörigkeit zu Polen und traf Vorbereitungen zur Beteiligung an der Wahl des polnischen Sejm, als 1919 tschechische Soldaten die Stadt besetzten. 1920 fiel dann dürch die Siegermächte die endgültige internationale Regelung, dass Teschen entlang des Flusses Olsa zwischen der Tschechoslowakei und Polen geteilt werden solle. Diese Regelung prägt die Geschichte der Stadt seither, wenngleich es im Zweiten Weltkrieg zeitweise zur "Wiedervereinigung" kurz unter polnischer, danach unter deutscher Herrschaft kam.

Gegenwart[Bearbeiten]

Heute meint Cieszyn nur den polnischen Teil der Stadt. Das Verhältnis zwischen Cieszyn und dem tschechischen Český Těšín ist bis in die Gegenwart nicht ohne Spannungen, im Zuge der offenen Grenzen allerdings beginnen die Städte wieder stärker miteinander zu kooperieren und zusammenzuarbeiten.

Die polnische Stadt nördlich des Flusses Olsa beherbergt den historischen Stadtkern, der von prächtigen Bürgerhäusern des 19. Jahrhunderts geprägt ist, umliegend finden sich zahlreiche größere Bauten, insbesondere Kirchen und Schulen, aber auch die Ruinen der Burg. Das Stadtbild ist nicht nur gut erhalten, sondern die Gebäude werden auch mit großem Aufwand restauriert.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Einen eigenen Flughafen besitzt die Stadt nicht, die nächsten Flughäfen sind

  • In Polen (ca. 90 km entfernt): Katowice Flughafen Kattowitz bei Pyrzowice (KTW), auch von mehreren Orten im deutschen Sprachgebiet (u.a. Frankfurt & Düsseldorf) zu erreicyeb, und der Flughafen Krakau bei Balice (KRK).
  • In Tschechien (ca. 60 km entfernt): Ostrava Leos Janacek Airport

Obwohl der Flughafen in Ostrava näher liegt, sind der Kattowitzer und der Krakauer Airport besser an den internationalen Flugverkehr angebunden. Vorher zu prüfen sind aber die Transfermöglichkeiten nach Cieszyn, verschiedene Busse und Bahnen fahren dorthin, die ungefähre Fahrtzeit dauert 2 bis 3 Stunden.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der tschechische Bahnhof

Cieszyn besitzt zwar einen Bahnhof, dieser ist allerdings nur ein besserer Haltepunkt. Von hier aus fahren die Züge vor allem nach Czechowice-Dziedzice, wo in andere Züge, darunter auch Fernzüge, umgestiegen werden kann. Hier wie überall gilt: das polnische Bahnsystem ist sehr schlecht ausgebaut, die Verbindungen sind recht umständlich.

Einfacher ist es daher, zum Bahnhof der tschechischen Stadt zu fahren und die dortigen Verbindungen zu nutzen. Der Bahnhof ist erheblich größer und bietet zahlreiche Direktverbindungen, darunter auch Eurocity und Expressverbindungen. Von dort kann man dann mit dem Taxi weiter fahren, hier gilt es aber etwas Vorsicht walten zu lassen und Details zur Bezahlung frühzeitig zu klären (Beachte: In Tschechien ist die Währung die Krone, nicht der Euro).

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Fernbusse und Refionalbusse halten im Stadtzentrum.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Schnellstraße S52 von Krakau führt an Cieszyn vorbei in die Tschechei.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der Weichselfernradweg führt unweit von Cieszyn.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Cieszyn

In der Stadt sind alle Teile fußläufig erreichbar, außer wenigen Bussen gibt es keinen ausgewiesenen ÖPNV. Sowohl im polnischen wie im tschechischen Teil gibt es Taxis, die polnischen sind dabei moderner und zuverlässiger.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Jagdschloss der Habsburger von 1840
  • Schlossberg mit romanischer Rotunde. St.-Nikolaus-und-St.Wenzel-Schlosskapelle aus dem 11. Jh., Bergfried aus dem 13. Jh., gotischem Schlossturm (genannt Piasten-Turm, aus dem 14. Jh.), nach 1653 Sitz der herzoglichen Domänenverwaltung, der sog. „Teschener Kammer“ und Jagdschloss (Unteres Schloss, Sommerresidenz der Habsburger), Architekt: Joseph Kornhäusel, 1838–1840, im Stil des Wiener Klassizismus.
  • Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Pl. Dominikański, ehem. Dominikanerkirche, aus dem 13./14. Jh., nach Brand im 18. Jh. barocker Wiederaufbau, Grabeskirche der Piasten (mit Sarkophag des Teschener Herzogs Przemysław Noszak).
  • Marktplatz. Der Marktplatz (Rynek) mit Rathaus (Entwurf: A. Kment, 1844), Bürgerhäusern, Hotel „Zum Braunen Hirsch“ (im Wiener Jugendstil nach Plänen von K. Köhler, 1912) und Floriansbrunnen.
Der Drei-Brüder-Brunnen
  • Bürgerhäuser in der Teschener Altstadt.
  • Häuser am Olsa-Kanal. Genannt „Teschener Venedig“.
  • Museum von Schlesisch-Teschen, im Larisch-Palast. Von 1796 (ul. Regera), mit der gotischen Skulptur der „Teschener Madonna“ (etwa 1375 aus der Werkstatt von Peter Parler).
  • Dreibrüder-Brunnen, ul. Trzech Braci. Aus dem 19. Jh. (erinnert an die legendären Gründer der Stadt, die Brüder Leszko, Bolko und Cieszko).
  • Adam-Mickiewicz-Theater. Pl. Teatralny, Wiener Jugendstil aus dem frühen 20. Jh.
  • Jüdischer Friedhof, ul. Hażlaska. Seit Mitte des 17. Jhdts.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wandern oder Fahrradfahren in den Schlesischen Beskiden oder im Schlesischen Vorgebirge. im Winter Wintersport in diesen Bergen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Cieszyn selbst bietet keine besonderen Einkaufsgelegenheiten, wenngleich ein Einkaufsbummel durch die historische Altstadt nicht versäumt werden sollte. Für Schnäppchenjäger allerdings lohnt sich ein Gang über die Grenzbrücke am Schlossberg nach Tschechien, direkt hinter der Grenze bieten zahlreiche Geschäfte günstige Spirituosen.

Küche[Bearbeiten]

Die schlesische Küche gilt in Polen als deftig. Die lokale Biermarke ist Brackie, ein helles Porter. Zur polnischen Küche siehe den entsprechenden Artikel über Polen.

Günstig[Bearbeiten]

  • 1 Limonka, ul. Rynek 19, 43-400 Cieszyn. Tel.: +48 33 852 18 96. Restaurant Geöffnet: Mo.-Do. 10-21 Uhr, Fr. & Sa. 10-22 Uhr, So. 12-20 Uhr. Freundliches Burger-Restaurant mit lokalen Variationen, junges Publikum.

Gehoben[Bearbeiten]

  • 2 Winiarnia u Czecha, ul. Sejmowa 4/4, 43-400 Cieszyn. Tel.: +48 33 858 36 36, E-Mail: . Restaurant Geöffnet: Werktags 15-23 Uhr, Samstags 13-23 Uhr, Sonntags 13-20 Uhr. Tschechische Küche, eines der renommiertesten Restaurants der Stadt, Tischreservierung empfohlen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Nachtleben konzentriert sich auf die Altstadt.

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Eine Touristen-Information (Cieszyńskie Centrum Informacji) gibt es direkt am Marktplatz. Die Adresse lautet: Rynek 1, 43-400 Cieszyn, Telefon +48 33 479 42 48.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Rund 90 Minuten dauert die Fahrt zum Nationalpark Babia Góra, einem 1700 Hektar großen Nationalpark mit Urwäldern, in denen noch Bären, Wölfe und Luchse leben. Der Babiogórski Park Narodowy ist eines von zehn UNESCO-Biosphären-Reservaten in Polen, in ihm liegt auch der Babia Góra, mit 1725 Metern der höchste Berg der Schlesischen Beskiden und der zweithöchste Polens.
  • Nur rund 30 Minuten mit dem Auto über die DW941 entfernt liegt Wisła, ein wichtiger Wintersportort der Beskiden mit zwölf Skiliften. Weitere Wintersportorte in der Nähe sind Ustroń, Szczyrk, Bielsko-Biała, Istebna und Koniaków.
  • Um Wisła herum liegt der 386.2 km² große Landschaftsschutzpark Schlesische Beskiden, ein 1998 ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe Artikel zu Polen.

Weblinks[Bearbeiten]

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