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Ermland-Masuren

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Flagge
Wappen
Ermland-Masuren
Hauptstadt Olsztyn
Einwohner
1.437.812 (2016)
Fläche
24.191 km²
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Lage
Dänemark Russland Litauen Weissrussland Ukraine Slowakei Tschechien Deutschland Westpommern Pommern Ermland-Masuren Podlachien Lublin Karpatenvorland Lebus Niederschlesien Oppeln Schlesien Kleinpolen Großpolen Kujawien-Pommern Łódź Heiligkreuz MasowienWarminsko-Mazurskie in Poland.svg
Verwaltungsgliederung der Woiwodschaft Ermland-Masuren

Die Woiwodschaft Ermland-Masuren (polnisch: województwo warmińsko-mazurskie) liegt im nordöstlichen Polen. Die Region grenzt im Norden an Russland (Oblast Kaliningrad), im Osten an die Woiwodschaft Podlachien, im Süden an die Woiwodschaft Masowien, im Südwesten an die Woiwodschaft Kujawien-Pommern und im Westen an die Woiwodschaft Pommern.

Regionen[Bearbeiten]

Alleenbäume in Masuren

Masuren nimmt innerhalb der Woiwodschaft Ermland-Masuren den östlichen Teil ein. Meist wird unter dem Begriff Masuren vor allem das Gebiet der Masurischen Seen verstanden. Teilweise werden aber auch die kleineren Seenplatten, die sich im Osten bis zur litauischen Grenze anschließen auch noch zu Masuren gerechnet, obwohl sie bereits in der Woiwodschaft Podlachien liegen. Masuren ist von der Eiszeit durch tausende Seen und Moränenhügel geprägt und eignet sich ideal zum Wassersport. Die meisten großen Seen sind mit Flüssen und Kanälen verbunden, so dass sich den Kanuten und Seglern praktisch ein hunderte Kilometer großes Netz an Wasserwegen auftut. Der Name Masuren geht auf die polnischen Einwanderer aus Masowien zurück, die seit dem 15./16. Jahrhundert um die Großen Masurischen Seen in der "Großen Wildnis" siedelten.

Die Hauptregion Masurens ist das Gebiet der Masurischen Seen. Mit einer Fläche von 114 km² ist der Spirdingsee (poln. Śniardwy) das größte Binnengewässer in Polen und ein bevorzugtes Segelrevier. Der nördlich gelegene Mauersee (poln. Mamry) ist mit 104 km² kaum kleiner. Viele Inseln dort sind als Schutzgebiete für Vögel ausgewiesen. Diese beiden großen Seenkomplexe sind durch Flüsse, Kanäle und weitere Seen miteinander verflochten. Rund um die Seenplatte gibt es reizvolle Ferienorte mit guten Übernachtungs- und Freizeitmöglichkeiten. Überall bestehen gute Bademöglichkeiten. Das Gebiet zählt zu den größten Ferienregionen Polens.

Östlich der Masurischen Seen wird die Landschaft hügeliger, die Dörfer werden noch ruhiger. Das so genannte Buckelmasuren ist sehr reizvoll, aber touristisch noch nicht so stark frequentiert wie der Westen der Region. Das Angebot an Unterkünften ist hier geringer, doch es gibt zum Beispiel eine große Zahl von Bauernhöfen, die auf Besucher eingestellt sind. Ein ideales Gebiet für Gäste, die nur Natur und Ruhe suchen.

Bei Iława (dt. Deutsch Eylau) befindet sich das westlichste Seengebiet Masurens. Es wird gelegentlich auch als Westmasurische Seenplatte bezeichnet. Unzählige große und kleine Seen sind durch Kanäle und Flüsse miteinander verbunden und bieten hervorragende Wassersportmöglichkeiten. Das Gebiet um den Geserichsee, (poln. Jeziorak), ist durch den Oberländischen Kanal, der einen Höhenunterschied von ca. 100 Metern überwindet, mit dem Frischen-/ Weichselhaff und der Ostsee verbunden.

Orte[Bearbeiten]

Masurische Seen

  • Giżycko (dt. Lötzen) ist ein bedeutendes touristisches Zentrum. Die Stadt liegt malerisch auf der Landenge zwischen dem Mauer- und dem Löwentinsee (Jezioro Niegocin). Hier treffen sich im Sommer die Segler und im Winter, wenn die Seen ausreichend gefroren sind, die Eissegler. Das Angebot an Unterkünften, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten ist für Touristen hier sehr gut. In der Nähe befindet sich die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Festung Boyen. Schiffsausflüge führen von hier nach Sztynort / Steinort, wo die Reste des Schlosses der Familie Lehndorff zu besichtigen sind. Lötzen und Nikolaiken sind Zentren des Bootstourismus.
  • Mikołajki (dt. Nikolaiken) liegt malerisch zwischen Spirding- und Talter Gewässer (Jezioro Talty). Die Schönheit des Ortes brachte ihm den Beinamen „Masurisches Venedig" ein. In den Sommermonaten steigt die Zahl der Bewohner um ein Vielfaches. Hier gibt es einen großen Yachthafen, viele Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, Campingplätze, Restaurants, Cafés und Läden. Die evangelische Kirche wurde 1842 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel erbaut. Der nahe gelegene Łuknajno-See ist Europas größtes Biosphärenreservat für Höckerschwäne. In dem Ort gibt es ein Museum der Reformation.
  • Pisz (dt. Johannisburg) ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in die Puszcza Piska (Johannisburger Heide), das größte Waldgebiet Masurens. Sehenswert ist die hübsche Fachwerkkirche im Zentrum des Ortes. In der Nähe liegt der Spirdingsee.
  • Ruciane-Nida (dt. Rudczanny-Nieden) ist ein attraktiver Ferienort und Endstation der Paddeltouren über den Krutynia-Fluss. Am Rande der Stadt beginnt das große Waldgebiet Puszcza Piska.
  • Węgorzewo (dt. Angerburg) liegt nördlich des Mauersees und ist ebenfalls ein wichtiges Ferienzentrum. Die im Krieg stark zerstörte Kreuzritterburg aus dem 14. Jahrhundert wurde wieder aufgebaut. In der Kirche Peter und Paul findet sich eine der ältesten Orgeln Masurens. Am Plac Wolności gibt es ein kleines Heimatmuseum.
  • Wojnowo (dt. Eckertsdorf) bietet als Attraktion ein Kloster der aus Russland emigrierten Philipponen. Es kann besichtigt werden. Einige der Klausen wurden zu einfachen Gästezimmern umgestaltet.

Ostmasuren

  • Größte Stadt in der Region ist Ełk (dt. Lyck), der Geburtsort von Siegfried Lenz. Dessen Geburtshaus existiert allerdings nicht mehr. Die 60.000 Einwohner zählende Stadt wurde im Krieg stark zerstört, präsentiert sich aber heute wieder sehr ansehnlich. Am Ufer des Ełckie-Sees wurde eine Promeniermeile angelegt. Auf einer kleinen Insel befinden sich noch die Grundmauern einer Ordensritterburg. Hauptattraktion von Ełk ist die Schmalspurbahn, über die schon Siegfried Lenz geschrieben hat. Die alte Dampflok ist in der Sommersaison immer noch unterwegs und benötigt für die rund 20 km lange Strecke von Ełk bis Zawady Tworki eine gute Stunde. Eine 30 km lange Tour führt nach Turowo, durch Wälder, kleine Dörfer und vorbei an glasklaren Seen. Die Bahn wurde ursprünglich zwischen 1910 und 1917 in Betrieb genommen. Start der Touren ist im 1913 erbauten Bahnhof von Ełk, der heute auch als Eisenbahnmuseum genutzt wird.

Westmasuren

  • Grunwald (dt. Tannenberg), südlich von Osterode, ist ein kleiner, aber dennoch sehr geschichtsträchtiger Ort. Hier fand am 15. Juli 1410 die berühmte Schlacht bei Tannenberg statt, bei der das polnisch-litauische Heer unter dem König Władysław II. Jagiełło die Kreuzritter schlug. Jedes Jahr am 15. Juli wird die Schlacht in historischen Gewändern nachgestellt.
  • Iława (dt. Deutsch Eylau) verfügt über ein großes Wassersportzentrum am 25 km langen See Jeziorak. Der See ist ein beliebtes Segelgebiet. Von Iława aus verkehren Ausflugsdampfer der Weißen Flotte bis zur Ostsee. Der Ort eignet sich auch als Ausgangspunkt für Paddeltouren.
  • Morąg (dt. Mohrungen) Hier wurde Johann Gottfried Herder 1744 geboren. Sein Geburtshaus existiert nicht mehr, aber eine Ausstellung im Dohna-Palast in der Ulica Dąbrowskiego 54 erinnert an den Philosophen. Der Palast gehörte einst Graf Heinrich zu Dohna-Schlobitten, der sich am Attentatsversuch auf Hitler 1944 beteiligt hatte und dafür hingerichtet wurde. Sein Wohnhaus wurde gegen Ende des Krieges zerstört und vor wenigen Jahren wieder aufgebaut. Dort gibt es heute auch eine Dependance des Museums von Ermland und Masuren.
  • Olsztynek (dt. Hohenstein) liegt südlich von Ostróda. Dort befindet sich das sehr sehenswerte Masurische Freilichtmuseum. Auf 39 Hektar sind traditionelle Fischerkaten, Bauerngehöfte und Windmühlen wieder aufgebaut oder nachgebaut worden.
  • Ostróda (dt. Osterode) wird von zwölf Seen umgeben und ist ebenfalls ein beliebtes Zentrum für Wassersportler. Hier beginnt der 80 km lange Oberländische Kanal, berühmt dafür, dass die Ausflugsschiffe auf der Strecke mehrfach auf so genannten „geneigten Ebenen" über Land gezogen werden, um so Höhenunterschiede von rund 100 Metern auszugleichen. Die Anlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gilt als technisches Meisterwerk.
  • Stare Jabłonki (dt. Altfinken) ist ein Ferienort östlich von Ostróda. Der Ort liegt sehr günstig zwischen dem kleinen und großen Szelagsee. Im PTTK-Wassersportzentrum kann man Boote ausleihen.

Ermland

Ermland (poln. Warmia) liegt zwischen dem westlichen Masuren und den großen Masurischen Seen. Die Region Warmia mit der Hauptstadt Allenstein (poln. Olsztyn) ist nach dem Stamm der Warmier benannt. Sie ist nicht nur landschaftlich besonders reizvoll, sondern bietet auch eine Reihe von kulturgeschichtlich interessanten Orten. Obwohl sie in Masuren liegt, hat sie einen gänzlich anderen historischen Hintergrund. Anders als Masuren kam Ermland 1466 als königliches Preußen direkt zu Polen, während Masuren als fürstliches Preußen polnisches Lehen wurde. Nachdem Masuren 1525 protestantisch wurde blieb Ermland katholisch und verblieb bis zur ersten polnischen Teilung 1772 bei Polen, während Masuren 1660 den Lehensbund mit Polen löste.

  • Olsztyn (Allenstein) ist mit 170.000 Einwohnern die größte Stadt in Ermland-Masuren und Sitz der Woiwodschaftsverwaltung. Für die Erkundung der umliegenden Seengebiete ist sie ein guter Ausgangspunkt. Zudem bietet sie den Besuchern eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten und kulturellen Aktivitäten. Wichtigstes historisches Bauwerk in der 650-jährigen Stadt ist die Burg des Deutschen Ritterordens aus dem 14. Jahrhundert, heute Sitz des Museums von Ermland und Masuren. Es zeigt unter anderem eine Kopernikus-Ausstellung zur Erinnerung an die Tätigkeit des bedeutenden Astronomen in der Stadt. An Kopernikus erinnert auch das Planetarium, das zu dessen 500. Geburtstag 1973 errichtet wurde und seinen Namen trägt. Der Kern der im Krieg stark zerstörten Stadt wurde sorgsam wieder aufgebaut. Rund um den Markt stehen alte Bürgerhäuser mit ihren charakteristischen Laubengängen. Hier und in der Promeniermeile Staromiejska gibt es eine Reihe von schönen Geschäften, Cafés und Restaurants. Das Alte Rathaus aus dem 17. Jahrhundert wurde im Krieg zerstört und später originalgetreu wieder aufgebaut. Schräg gegenüber befindet sich das Geburtshaus des berühmten Architekten Erich Mendelsohn. Eine Plakette erinnert an den Pionier des modernen Bauens. In Allenstein entwarf er die kleine Kapelle auf dem jüdischen Friedhof. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die spätgotische Kathedrale und das Hohe Tor, Teil der städtischen Wehranlagen aus dem 14. Jahrhundert. Im Stadtgebiet gibt es elf Seen. Zum Kulturleben tragen eine Philharmonie, ein Theater und ein Puppentheater sowie mehrere Galerien bei. Unweit von Allenstein gibt es in Naterki einen modernen Golfclub.
  • Dobre Miasto (dt. Guttstatt) hat einen Kollegiatsstift, der nach dem Dom von Frombork (dt. Frauenburg) die zweitgrößte Kirche in Ermland ist. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sehenswert ist der Hochaltar, dessen Vorbild sich im Krakauer Wawel befindet.
  • In Kętrzyn (dt. Rastenburg) ließen die Kreuzritter des Deutschen Ordens 1329 eine Ordensburg errichten. Sie wird heute als Museum genutzt. Weitere Sehenswürdigkeiten in dem teilweise noch erhaltenen Stadtzentrum sind die Stadtkirche St. Georg und die Wehrkirche mit ihrem 48 Meter hohen Turm. Sie wurde im 14. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung errichtet. Unweit von Rastenburg befinden sich in Görlitz (poln. Gierłoż) die Reste der sogenannten Wolfsschanze, dem ehemaligen Bunker der Naziführung. Dort missglückte 1944 das Attentat auf Hitler. Bei ihrem Rückzug sprengten die Nazis die riesigen Bunkeranlagen. Die Überreste ziehen heute viele Touristen an. Östlich davon beginnen die Großen Masurischen Seen.
  • Lidzbark Warmiński (dt. Heilsberg) wurde einst von den Deutschrittern gegründet und war bis Mitte des 19. Jahrhunderts Residenz der Bischöfe von Ermland. 1350 wurde die damalige Burg zum Palast der Bischöfe von Ermland ausgebaut. Der Innenhof der mächtigen vierflügeligen Anlage wird von Laubengängen umsäumt. Der Backsteinbau wird heute als Museum genutzt. Sehenswert ist auch die Ende des 15. Jahrhunderts entstandene Kirche St. Peter und Paul.
  • Mrągowo (dt. Sensburg), westlich der großen Masurischen Seen gelegen ist ein wichtiges touristisches Zentrum mit zahlreichen Unterkunftsmöglichkeiten. Jedes Jahr Ende Juli findet in der von 18 Seen gesäumten Stadt im örtlichen Amphitheater ein internationales Country-Fest statt. Unweit der Stadt gibt es einen kleinen Flugplatz, von dem Rundflüge angeboten werden. Im nahe gelegenen Forsthaus Kleinort (poln. Leśnictwo Pierslawek) befindet sich das Geburtshaus des Schriftstellers Ernst Wiecherts, in dem ein kleines Museum eingerichtet wurde.
  • Reszel (dt. Rößel) ist ein beschauliches Städtchen mit 4.000 Einwohnern. Rund um den Marktplatz stehen hübsche Bürgerhäuser. Bedeutendster Bau ist die im 14. Jahrhundert entstandene quadratische Bischofsburg. In der restaurierten Anlage befindet sich eine Galerie für zeitgenössische Kunst. Außerdem verfügt die Burg über zehn Gästezimmer.
  • Sorkwity (dt. Sorquitten) ist ein kleiner Ort westlich von Sensburg, in dem die Paddeltouren auf dem Fluss Krutynia starten. Diese mehr als 100 Kilometer lange Strecke nach Ruciane-Nida zählt zu den schönsten in Europa. Das im neogotischen Stil erbaute Schloss wird als Hotel genutzt.
  • Święta Lipka (dt. Heiligelinde) ist eine sehr berühmte Wallfahrtskirche. Sie befindet sich zwischen Rößel und Rastenburg. Der zweitürmige barocke Bau gilt als eine der prunkvollsten Kirchen im nördlichen Polen. Święta Lipka ist einer der wichtigsten Orte der Marienverehrung in Polen und wird jährlich von Zehntausenden von Pilgern besucht. Im Inneren der Kirche gibt es eine meisterhafte Orgel, die Anfang des 18. Jahrhunderts entstand.
  • Szczytno (dt. Ortelsburg) liegt zwischen zwei Seen. In den Ruinen der ehemaligen Ordensritterburg findet jedes Jahr im Juli ein Ritterturnier statt. Im Turm des städtischen Rathauses gibt es ein Masurisches Museum. In der Nähe der Stadt gibt es einen internationalen Flughafen.
  • Elbląg (Elbing), ist eine alte Handelsstadt am Weichselhaff/Frischen Haff.
  • Frombork (Frauenburg), am Frischen Haff an der Ostsee

Übersicht

Ehemalige deutsche Kreisstädte und ihre polnischen Namen:

Hintergrund[Bearbeiten]

Masuren war im Frühmittelalter von den baltischen Stämmen der Pruzzen und Galinder besiedelt. 1226 holte der polnische Teilfürst Konrad von Masowien die Kreuzritter des Deutschen Ordens aus dem Heiligen Land (bzw. Ungarn) in den Norden Polens (Kulmer Land), um die Pruzzen zu christianisieren. Im 14. Jahrhundert eroberten diese von Ermland aus Masuren und vernichteten die Pruzzen, die nicht vom Heidentum lassen wollten. Nach dem Dreizehnjährigen Krieg wurde Masuren 1466 polnisches Lehen und polnische Siedler aus Masowien siedelten in Masuren und gaben ihm seinen Namen. Das Lehen fürstliches Preußen, wie Masuren und Königsberg genannt wurden, war von Gebieten der polnisch-litauischen Adelsrepublik der beiden Nationen umgeben. Hinsichtlich des Kulturreichtums war Masuren multiethnisch mit polnischen, deutschen, holländischen, litauischen und jüdischen Bewohnern. Hier sind viele Kulturdenkmäler dieser Menschen geblieben. Nach dem polnisch-schwedischen Krieg wurde das Lehen fürstliches Preußen aufgelöst und Masuren kam direkt an Brandenburg und später Brandenburg-Preußen. Nach den polnischen Teilungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde es mit Brandenburg über Westpreußen direkt verbunden. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Fremdenverkehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Masuren an Polen. Heute stellt es eine der beliebtesten Ausflugsregionen und Hausbootreviere Mitteleuropas dar.

Sprache[Bearbeiten]

In den Städten wird oft Deutsch gesprochen, ansonsten kommt man natürlich mit Englisch recht weit. In ländlichen Gebieten abseits der wichtigsten Touristenregionen wird es schwieriger sich mit Deutsch und Englisch zu verständigen. Kenntnisse anderer slawischer Sprachen können hilfreich sein. Und schließlich ist das Polnische nicht so schwer zu erlernen, wie man vielleicht zunächst meint.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise empfiehlt sich mit dem PKW, Bus oder der Bahn. Die Straßenverhältnisse und das Schienennetz sind mittelmäßig bis schlecht. Beim PKW ist das Licht seit Juni 2007 ganztägig Pflicht. Besonders vorsichtig sollten die zahlreichen Kurven angefahren werden, da die polnischen PKW-Reisenden für deutsche Verhältnisse recht ruppig fahren und einem den Angstschweiß auf die Stirn treiben können.

Die Anreise empfiehlt sich aus Danzig, Warschau, Toruń (Thorn) oder Allenstein. Da es bisher keine Autobahnen in die Richtung Masuren gibt, sollten die direkten Fernverkehrsstraßen unter der Woche gemieden werden, da sich sämtlicher LKW-Verkehr aus Russland, Litauen sowie der Ukraine auf diesen Straßen tummelt. Die Nebenstraßen sind weniger befahren aber in einem ähnlichen Zustand. Außerdem sieht man dann gleich etwas von der traumhaften "masurischen Allee".

Internationale Flughäfen in der Nähe befinden sich in Warschau, Bydgoszcz (Bromberg) und Danzig.

Mit dem Schiff kann man über den Oberländischen Kanal aus Elbing bis Osterode anreisen. Eine Verbindung zur Masurischen Seenplatte besteht nicht. Die Schifffahrt mit der weißen Flotte auf verschiedenen Routen auf den Masurischen Seen ist sehr beliebt. Der zentrale Hafen befindet sich in Lötzen.

Für die Anreise zu den Basen der Hausbootvermieter auf der Masurischen Seenplatte gibt es einen Bus-Shuttle ab Flughafen und Hauptbahnhof in Warschau.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Zentrum von Ermland-Masuren ist Allenstein, von hier aus sind alle wichtigen Orte mit dem PKW, der Bahn oder den Omnibussen gut erreichbar. Die Fahrpreise sind sehr niedrig. Das Benzin ist innerhalb Polens in Masuren vergleichsweise günstig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert sind vor allem die zahlreichen Kreuzritterburgen des Deutschen Ordens, das Kloster Heilige Linde, die Wolfsschanze, in der 1944 das Attentat auf Hitler verübt wurde, und der Landschaftspark der Großen Masurischen Seen. Ideal ist ein Urlaub mit Boot und Rad, damit kann man die herrliche Natur rund um die Masurische Seenplatte am besten erkunden. Dazu mietet man entweder ein Boot und ein gutes Rad oder nimmt die Dienste der "Classic Lady", ein Hotelschiff, in Anspruch, dort wird man mit Rad von einer Radtour zur anderen transportiert und auch beherbergt. Entsprechende Inklusivtouren werden von diversen Veranstaltern angeboten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Ein weiteres Angebot neben Segeln ist der Hausbooturlaub. Es gibt drei internationale Bootsvermieter die neben den polnischen Veranstaltern sehr komfortable Hausboote anbieten. Es gibt auch kombinierte Hausboot und Radtouren bei denen das Hausboot als Transportmittel von Radtour zu Radtour dient und das Mietrad am Boot mitgeführt wird. Auch geführte Rad-, Paddel und Wandertouren gibt es.

Küche[Bearbeiten]

Die polnische Küche ist vor allem rustikal. Die alte masurische Küche wurde in einzelnen Bestandteilen in die Neuzeit gerettet und bietet eine naturbedingte frische Nahrungskette an. Die reine polnische Küche ist ausgewogen und kann aber auch sehr fleischlastig (Schaschlick) werden. Insgesamt ist die Küche russisch, polnisch und deutsch angehaucht.

Zu den aus Geflügel, Fisch, Fleisch oder Wild bestehenden Hauptgerichten werden gekochte oder gebackene Kartoffeln, Grütze oder besondere polnische Klöße und rohes, gekochtes oder mariniertes Gemüse serviert. Als Nachspeise sollte man unbedingt den polnischen Kuchen wählen. Es gibt das ganze Jahr über dunklen, würzigen Pfefferkuchen oder auch Mürbekuchen mit Schokolade (mazurek), Mohnrolle oder Quarkkuchen mit Rosinen und Nüssen.

Das älteste polnische Gericht (Żur), das man in slawischen Welt findet, ist eine Suppe aus sauer eingelegtem Roggenmehl und angetrocknetem Brot. Serviert wird sie mit Wurst und hartgekochten Eihälften. Hervorragend schmeckt auch die aus sauer eingelegter roter Beete zubereitete Suppe (barszcz), mit winzigen Raviolis mit Fleisch- oder Pilzfüllung. Rote-Beete-Suppe schmeckt hervorragend und ist sehr gesund. Empfehlenswert ist auch die Tomatensuppe mit Reis oder Nudeln.

Biertrinker kommen auf keinen Fall zu kurz. Das polnische Bier hat einen guten Ruf. Der polnische Wodka existiert in unzähligen (guten) Sorten. Am originellsten ist der Żubrówka. Die Flasche enthält immer einen aromatischen Grashalm aus dem Urwald von Białowieża. Das Danziger Goldwasser, ein Gewürzlikör , wird mit 22-karätigen Goldflöckchen angereichert und heute nur noch in Deutschland hergestellt.

Als Speise für den kleinen Hunger empfiehlt sich auch eine Waffel mit Früchten der Natur (Blaubeeren, Erdbeeren...) und/oder Schlagsahne einzunehmen. Lecker und günstig!

Nachtleben[Bearbeiten]

In Masuren gibt es eine große Anzahl uriger Kneipen und Gaststätten. Das Nachtleben konzentriert sich auf die Woiwodschaftshauptstadt, sowie Giżycko und Mikołajki.

Sicherheit[Bearbeiten]

Es ist eigentlich recht sicher, man sollte jedoch in großen Menschenmengen z.B. auf großen Märkten oder Bahnhöfen - wie überall auf der Welt - die notwendige Sorgfalt vor Taschendiebstahl walten lassen.

Reisende berichten davon, dass die Polizei sehr gut ausgerüstet und umsichtig sein soll und in der Nacht sogar Streifen mit Hunden mache. Man habe sich auf der Masurischen Seenplatte sehr sicher gefühlt.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist ein Übergangsklima von gemäßigt zu kontinental. Die Sommer sind allgemein warm bis heiß mit Monatsmitteln zwischen 16° und 21°C und die Winter kalt, um -5°C. Niederschlag fällt vor allem im Frühjahr und Herbst, wobei die Niederschlagsmengen geringer sind als in Süd- und Westpolen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Woiwodschaft Ermland-Masuren grenzt an die Woiwodschaften: Masowien, Pommern, Kujawien-Pommern und Podlachien. Sowohl der "Wilde Osten" Podlachiens, der letzte Urwald mit Wisenten, Bären und Wölfen sowie den größten Sümpfen Mitteleuropas, die in vier Nationalparks geschützt werden, als auch die stürmische polnische Metropole Warschau sind nicht weit. Weitere Kulturschönheiten finden sich an der unteren Weichsel z.B. Danzig, Thorn und Marienburg.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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