Internet-web-browser.svg
Vollständiger Artikel

Ägypten

Aus Wikivoyage
Welt > Afrika > Nordafrika > Ägypten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage
Karte von Nordafrika mit eingezeichneter Lage von Ägypten
Flagge
Flagge von Ägypten
Kurzdaten
Hauptstadt Kairo
Staatsform Republik
Währung Ägyptisches Pfund (EGP)
Fläche 1 Mio km²
Bevölkerung 90 Mio (12/2015)[1]
Sprachen Arabisch (offiziell), Englisch und Französisch wird weitgehend von der gebildeten Bevölkerungsschicht gesprochen
Religionen Islam (hauptsächlich Sunnitischer Islam) 94%, Koptische Christen und andere 6%
Stromnetz 230V/50Hz
Telefonvorwahl +20
Internet TLD .eg .مصر
Zeitzone UTC+2, ME(S)Z+1
Sues Kairo Gīza Faiyūm Minyā Asyūṭ Chārga Marsā Maṭrūḥ Alexandria Damietta Port Said Siwa Schubrā el-Cheima Ṭanṭā Hurghada Safāgā Luxor Assuan Scharm esch-Scheich NasserseeKarte von Ägypten mit Lage wichtiger Städte
Über dieses Bild

Das im äußersten Nordosten Afrikas gelegene Ägypten, arabisch: ‏مصر‎, Miṣr / Maṣr, zählt zu den beliebtesten Reiseländern des Kontinents und der Welt. Die Hinterlassenschaften aus mehr als fünf Jahrtausenden Geschichte ziehen Reisenden ebenso an wie die Möglichkeiten zur Erholung an den Küsten des Roten Meeres und des Sinai im Osten sowie des Mittelmeeres im Norden des Landes. Natürlich sind es gerade die pharaonischen Monumente entlang des Nils, die das Land so einzigartig machen: große Tempelanlagen, reich ausgestattete und dekorierte Gräber und vor allem die Pyramiden der altägyptischen Könige. Aber auch die koptischen und islamischen Zeugnisse brauchen den Vergleich nicht zu scheuen. So ist zum Beispiel die früheste Kindheitsgeschichte Jesu eng mit Ägypten verbunden. Und das Rote Meer lockt ganzjährig insbesondere mit seinen artenreichen Tauchgründen, die zu den beliebtesten in der Welt zählen.

Im Westen wird Ägypten von Libyen, im Süden vom Sudan und im Nordosten von Israel und dem Gazastreifen (Palästina) begrenzt.

Inhaltsverzeichnis

Regionen[Bearbeiten]

Niltal[Bearbeiten]

Wüstenregionen[Bearbeiten]

Küsten und Kanäle[Bearbeiten]

Den Aufenthalt in den Badeorten am Roten Meer und auf dem Sinai, der Red Sea Riviera, (insbesondere Hurghada und Scharm esch-Scheich) betrachten viele Touristen als angenehmer, weil sie sich hier viel freizügiger bewegen können. Zudem gibt es hier eine große Auswahl an Bars, Restaurants und Discos für die Touristen.

Verwaltungseinteilung[Bearbeiten]

Ägypten ist in 29 Gouvernements unterteilt. Als Tourist wird man von dieser Unterteilung aber nur selten Gebrauch machen.

Städte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Sphinx vor der Chephren-Pyramide in Giza
Eingangspylon zum Tempelkomplex von Karnak

Hier sind die bedeutendsten archäologischen Stätten aufgelistet, um einen schnelleren Zugriff zu gewähren. Sie sind meist nach der nächstgelegenen Ortschaft benannt, können aber unter Umständen größenordnungsmäßig 10 km von dieser Ortschaft entfernt sein. Manchmal wird der griechische Name verwendet, auch wenn er sich als Zielangabe nicht immer eignet. Weisen Sie Ihren Fahrer oder die befragte Person darauf hin, dass Sie die Altertümer besuchen wollen und nicht die Ortschaft und akzeptieren Sie es, dass nicht jeder die genannten Orte kennt.

Ein vollständiges Register findet man unter Orte in Ägypten.

Eine besondere Form des Reisens sind die Nilkreuzfahrten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Fischer auf dem Nil bei Luxor

Die Arabische Republik Ägypten, ‏جمهورية مصر العربية‎, Gumhūrīyat Miṣr al-ʿArabīya, wird zum größten Teil – etwa 96% der Landesfläche – von der Westlichen und Arabischen (Östlichen) Wüste bedeckt. Der Nil ist die sprichwörtliche Lebensader des Landes: In einem nur ca. 10 km schmalen Streifen zu beiden Seiten des Flusses lässt sich Landwirtschaft betreiben und wohnt der Großteil der ägyptischen Bevölkerung. Fünf Senken in der Westlichen Wüste sind ebenfalls bewohnt und fruchtbar.

Ägypten zählt zu den Ländern mit früher Hochkultur. So verwundert es nicht, dass die pharaonischen Denkmäler alljährlich Millionen von Touristen nach Ägypten ziehen. Nichtsdestoweniger befinden sich in Ägypten bedeutende Denkmäler aus koptischer (christlicher) und arabisch-islamischer Zeit in Ägypten, die bis in die Neuzeit reichen. Die wichtigsten Denkmäler gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.

In letzter Zeit entwickelt sich der Sporttourismus rasant: Baden und Tauchen zählen zu den beliebtesten Aktivitäten, weniger bekannt sind der Golf- und Reitsport.

Im Januar und Februar 2011 erschüttert die 25.-Januar-Revolution mit gewaltigen Demonstrationen Ägypten. Am 11. Februar 2011 tritt Hosni Mubarak als Präsident zurück.

Anreise[Bearbeiten]

Visum und Reisepass/ Personalausweis[Bearbeiten]

Ab 1. Mai 2014 kostet ein ägyptisches Einreisevisum, wie man es am Flughafen erhält, 25 US-$, ab 1. Juli 2017 60 US-$.

Für die Einreise wird in jedem Fall ein Visum benötigt. Dieses erhalten deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger am unkompliziertesten bei einem Aufenthalt von bis zu vier Wochen am Flughafen. Es kostet ab 1. Mai 2014 25 US-$, ab 1. Juli 2017 60 US-$ pro Person (Stand 2/2017) und kann an den Bankschaltern vor der Einreisekontrolle erworben werden. Es empfiehlt sich, das Geld passend vorrätig zu haben, das Wechselgeld wird üblicherweise in ägyptischen Pfund ausgezahlt. In der ägyptischen Botschaft in Berlin bzw. in den deutschen Generalkonsulaten in Frankfurt und Hamburg kostet ein Visum 22 €. Für Reisen mit Dienst- oder Diplomatenpässen muss ein biometrisches Visum rechtzeitig beantragt werden. Für die Abnahme der Fingerabdrücke muss man persönlich in den Vertretungen erscheinen. Ohne derartiges Visum wird man an den Grenzen zurückgewiesen.

Für einen Aufenthalt an einem Erholungsort auf dem Südsinai, der 14 Tage nicht übersteigt, kann man ein kostenloses Sinai-Visum („Sinai only“) erhalten. Wenn man z.B. den Raʾs-Muḥammad-Nationalpark besuchen möchte, benötigt man aber ein Vollvisum.

Die Visumspflicht oder Visumsbefreiung für Staatsbürger anderer Staaten wird teilweise hiervon abweichend gehandhabt.

Ein Touristenvisum ist 30 Tage lang gültig. Eine kostenpflichtige Verlängerung des Visums ist in den Passstellen der Gouvernementshauptstädte möglich.

Neben dem Visum benötigt man für die Einreise einen Reisepass oder im Fall ausgewählter Länder den Personalausweis. In allen Fällen müssen die Dokumente noch drei Monate nach der geplanten Ausreise gültig sein. Bei der Ein- und Ausreise muss man eine Ein- bzw. Ausreisekarte ausfüllen.

Seit 1. März 2002 wird auch der Personalausweis einschließlich weiterer Passfotos für Staatsangehörige Deutschlands, Italiens, Frankreichs, Belgiens und Portugals alternativ zum Reisepass als Dokument akzeptiert, sofern es sich nicht um Geschäftsreisende handelt. Wenn man mit dem Personalausweis einreist, so benötigt man ein Passbild, das auf eine gelbe spezielle sog. „Immigrationskarte“ aufgeklebt wird. Da all dies erhebliche Mühe und Zeitaufwand mit sich bringt bzw. man das Visum auf einem separaten Zettel aufbewahren muss, wird die Einreise mit dem Reisepass empfohlen.

Kinder unter 16 Jahren reisen mit einem Kinderreisepass. Der alte Kinderausweis wird nicht mehr anerkannt.

Wenn man sich in Grenznähe zu Libyen (z.B. Safari durch Wüste nach Siwa) aufhält, so benötigt man für die Aufenthaltsgenehmigungen weitere Passbilder. Es ist empfehlenswert, ausreichend Kopien der Reisedokumente vorzubereiten. In den Hotels müssen die Gäste registriert werden. Auch hierfür reichen Ausweiskopien aus.

Israelische Einreisestempel werden nicht als Grund für eine Einreiseverweigerung gewertet. Andererseits kann ein ägyptischer Sichtvermerk bei einer Landeinreise nach Israel zu einer Einreiseverweigerung in die arabischen Nachbarländer führen. Falls spätere Reisen z.B. nach Syrien oder in den Libanon geplant sind, ist es besser, sich für Reisen von/nach Israel einen zweiten Reisepass zu besorgen. Allerdings muss mit dem selben Reisepass ein- und ausgereist werden, so dass z.B. eine Überlandreise Ägypten>Israel>Jordanien>Syrien praktisch nicht möglich ist, selbst bei Vorhandensein von 2 Pässen.

An den Landgrenzen sind Visa nicht erhältlich.

Wenn man über Taba von Israel aus einreist, erhält man am Grenzübergang kein Vollvisum, sondern nur ein 14 Tage gültiges Sinai-Visum. Wenn man auf das ägyptische Festland weiterreisen will, so muss das Vollvisum bereits im Heimatland oder im ägyptischen Generalkonsulat im israelischen Eilat erworben werden (25 US-$, ab 1. Juli 2017 60 US-$).

Ein normales Touristenvisum berechtigt zum einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen. Diese Aufenthaltsgenehmigung kann man bei den Passstellen in den größeren Orten wie Kairo, Luxor und Hurghada verlängern lassen, die Sonntags bis Donnerstags in der Zeit von 09:00 bis 14:00 Uhr geöffnet sind. Man benötigt hierzu Ihren Reisepass, Kopien der Seiten mit dem Visum und der persönlichen Angaben. Die Formalitäten nehmen mehrere Stunden in Anspruch. Die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung kostet größenordnungsmäßig 85 ägyptische Pfund.

Hinweis: Die aktuellen Einreisebestimmungen können bei der zuständigen Botschaft nachgefragt werden.

In den meisten Fällen, in denen man sich ausweisen muss, genügen Kopien des Personalausweises, also nicht des Reisepasses. Personalausweise sind für Passfälscher fast wertlos. Ausweiskopien werden üblicherweise in Hotels, bei Limousinen-Diensten und beim Besuch besonders gesicherter Gebäude benötigt.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Flughafen Kairo, Terminal 3

Die Anreise erfolgt über die Flughäfen von Kairo (CAI), Luxor (LXR), Scharm esch-Scheich (SSH), Hurghada (HRG) oder Marsa Alam (RMF). Es ist in der Zukunft denkbar, dass auch weitere Badeorte mit Direktflugmöglichkeiten (Charterflüge) ausgestattet werden. Von den genannten Flughäfen können auch die Flughäfen in Kairo, Luxor und Assuan erreicht werden.

Von Kairo bzw. Assuan aus sind auch weitere Regionalflughäfen erreichbar, so z.B. Alexandria, Asyut, el-Charga mit EgyptAir.

Mittlerweile ist es an vielen Flughäfen nicht mehr erlaubt, dass die Reiseveranstalter ihre Gäste bereits vor der Passkontrolle in Empfang nehmen können. Man muss also alle Formalitäten wie den Kauf des Visums selbst vornehmen. Wer nicht allein zurechtkommt, kann am Flughafen Kairo auf einen kostenpflichtigen „Exclusive Service“ zurückgreifen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Bahnverbindungen in das Ausland gibt es nicht.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es gibt einige Busverbindungen ins benachbarte Ausland von Kairo aus (z.B. Jordanien, Israel: Jerusalem und Tel Aviv), die wohl für den europäischen Reisenden nur von geringerem Interesse sein werden.

Mit dem PKW, Motorrad oder Caravan[Bearbeiten]

Die Einreise mit eigenem PKW, Motorrad oder Caravan gestaltet sich schwierig, weil man sich nach der Einreise um (zeitlich) aufwändige Importformalitäten kümmern muss.

Ägypten kann über die Grenzübergänge in Taba von Israel, Sallūm von Libyen und Qusṭul-Aschkeit vom Sudan aus erreicht werden. Die Anreise über Libyen ist aber aufgrund der gegenwärtigen politischen Bedingungen nicht empfehlenswert.

Für die Anreise aus Europa kommen zurzeit nur die Fährverbindungen nach Israel infrage, was aber aufgrund der entspannten politischen Beziehungen zwischen Ägypten und Israel gut möglich ist. Es gibt Autofährverbindungen von Piräus über Limassol nach Haifa der Salamis Lines. Weitere RoRo-Fährverbindungen bestehen zwischen den italienischen Orten Monfalcone (Adriatic Line, Grimaldi Group) und Salerno (Borchard Lines) nach Haifa und Aschdod. Ägypten erreicht man über den Grenzübergang Taba auf dem Sinai. Zwei Reisepässe können nicht schaden. Auf dem Sinai besteht momentan jedoch ein Nutzungsverbot von geländegängigen Fahrzeugen und Motorrädern.

Bei der Einreise muss man ein für Ägypten gültiges Zolldokument, das Carnet de Passage, vorlegen, das als Bürgschaft für die noch nicht vollzogene Verzollung gebraucht wird.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Jachthafen in El Gouna

Von Assuan aus gibt es eine Fährverbindung nach Wadi Halfa auf dem Ostufer des Assuan-Stausees in den Sudan. Sie war lange Zeit die einzige Verbindung in den Sudan auf dem Land- oder Wasserweg. Die Fähre fährt einmal wöchentlich, sie startet montags in Assuan in Richtung Sudan und mittwochs in Wadi Halfa in Richtung Ägypten; die Überfahrt dauert etwa 20 Stunden. Bei der Fähre handelt es sich um eine Personenfähre, Fahrräder und Motorräder können mitgenommen werden. Größere Fahrzeuge werden auf einem angehängten Ponton oder einem separaten Frachtschiff mitgenommen. Die Kosten für ein derartigen Ponton sind hoch, sie betragen 1600 $ für den gesamten Ponton, auf dem bis zu vier Fahrzeuge Platz haben. Die Zollformalitäten sind aufwändig und können mehrere Tage in Anspruch nehmen. Nach den Ankunft im Sudan müssen sie sich innerhalb von drei Tagen in Chartum oder Wadi Halfa registrieren lassen und eine Registrierungs- und Zollgebühr entrichten. Ähnliches gilt für den umgekehrten Weg: in einer mehrere Tage dauernden Prozedur muss man sein Fahrzeug verzollen, Versicherungsgebühren und die Dieselsteuer begleichen; bei der Einreise muss ein für Ägypten gültiges Zolldokument (Carnet de Passage) vorgelegt werden, das als Bürgschaft für die noch nicht vollzogene Verzollung gebraucht wird.

Die Fährverbindung von Venedig nach Alexandria durch das italienische Unternehmen Visemar Line S.R.L. wurde im Winter 2011/2012 wieder eingestellt. Fährverbindungen zwischen Italien, Griechenland und Zypern und Alexandria wurden allesamt eingestellt.

Autofähren von Arab Bridge Maritime verkehren zwischen dem jordanischen Aqaba und Nuweiba im Südsinai.

In mehreren Orten Ägyptens gibt es Marinas, Yachthäfen, und zwar in Marina el-Alamein, Alexandria, Port Said und Port Fuad am Mittelmeer, in Sues und bei Raʾs Sudr im Golf von Sues, in Taba Heights und Scharm esch-Scheich im Golf von Aqaba sowie in El Gouna, Hurghada, Abū Sōma, Sahl Ḥaschīsch, Port Ghālib und in Ḥamāṭa an der Küste des Roten Meeres.

Mobilität[Bearbeiten]

Als Folge der Touristenanschläge Mitte der 1990er-Jahre wurde in Ägypten die Konvoipflicht für Ausländer bei Überlandfahrten eingeführt. Die Konvois wurden in der Regel zwei bis dreimal täglich zusammengestellt und von Militär begleitet. Seit dem 1. Dezember 2008 ist diese Pflicht deutlich gelockert worden. Im Wesentlichen gibt es keine Konvoipflicht mehr zwischen 6 bis 18 Uhr. Ausnahmen bilden nur noch Fahrten nachts in der Zeit von 18 bis 6 Uhr; hier sind zumeist Privatkonvois zu nutzen, die etwa 200 € (Stand 2008) kosten. Die zweite Ausnahme betrifft die Strecke von Assuan nach Abu Simbel: hier besteht auch tagsüber noch Konvoipflicht.

Fahrten mit Bahn, dem Flugzeug oder dem Linienbus stellen alternative Reisemöglichkeiten dar. Für Linienbusse gibt es auch nachts keine Konvoipflicht. Es kann allerdings aus Sicherheitsgründen ratsam sein, anstelle der Bahn Überlandbusse oder umgekehrt einzusetzen. Die Touristeninformation und Reiseveranstalter vor Ort können helfen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Vorortzug in Alexandria

Das Streckennetz der Bahn ist nur in geringem Maße ausgebaut. Es wird fast ausschließlich von der Egyptian National Railways bewirtschaftet. Die wichtigsten Linien sind Kairo-Minyā-Luxor-Edfu-Assuan, Kairo-Alexandria, Kairo-Port Said und Marsā Maṭrūḥ-Alexandria-Ismailia. Züge verkehren mehrfach täglich, sind aber von unterschiedlicher Qualität. Klimatisierte Schnellzüge verkehren etwa dreimal täglich, einfache Züge häufiger. Fahrkarten können an allen Bahnhöfen erworben werden, in den Großstädten ist dies relativ einfach, da auch das Personal englisch versteht. Fahrkarten für die klimatisierten Schnellzüge werden nur in den Großstädten (Kairo, Luxor, Assuan, Alexandria) verkauft, sie sind gleichzeitig Platzkarte, also nur für den gewählten Zug gültig. Die Preise sind auch in der ersten Klasse erschwinglich. Bei stark frequentierten Zügen wie z.B. den Nachtzügen ist der Fahrkartenverkauf mehrere Tage vorher ratsam. Die größeren Bahnhöfe in Assuan, Luxor, Kairo und Alexandria verfügen über eine Touristikinformation, wo man auch die Fahrpläne erfragen kann. Zusätzlich gibt es im Bahnhof Kairo vor den Hauptbahnsteigen eine Auskunft, die auch englischsprachig ist.

Watania Sleeping Trains, vormals Egypt Abela Corp., betreibt Schlafwagenzüge zwischen Kairo/Gīza, Luxor und Assuan.

Die Bahnhöfe der Großstädte sind zentral gelegen, in Kairo z.B. am Mīdān Ramsīs. Von hier aus gibt es die Möglichkeit, Taxis, Minibusse und Fernbusse für die Weiterfahrt zu benutzen. In den letzten Jahren wurden die Busbahnhöfe für den Fernverkehr immer häufiger an den Stadtrand verlegt.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

SuperJet-Bus in Sidi Gabar, Alexandria

Das Streckennetz der Fernbusse ist im Gegensatz zur Bahn sehr gut ausgebaut. Der Markt ist unter einigen wenigen Busgesellschaften, z.B. Upper Egypt Travel, aufgeteilt. De facto sind alle Orte erreichbar, die an einer Straße liegen. In der Regel sind nur Großstädte wie Kairo, Luxor, Assuan und Alexandria, aber auch die Oasen in der Westlichen Wüste untereinander direkt verbunden. Die Verbindung zwischen kleineren Städten oder Dörfern erfolgt meist mit Minibussen oder Servicetaxis und erfordert unter Umständen ein- oder mehrmaliges Umsteigen.

Die Busse befördern nur so viele Passagiere, wie Plätze vorhanden sind. Es empfiehlt sich daher, die Busfahrkarten mehrere Tage im Voraus zu kaufen. Der Vorverkauf ist allerdings nur in größeren Orten möglich, dort aber für alle Linien der betreffenden Busgesellschaft. Die Fahrkarte gilt nur für die gewählte Busfahrt. Wenn Plätze frei sind, kann auch unterwegs zugestiegen werden und die Fahrkarte im Bus gelöst werden. Man kann mit dem Busfahrer oder dem Kontrolleur vereinbaren, an einer beliebigen Stelle aussteigen zu können.

Alle Orte, Kairo ausgenommen, verfügen in der Regel nur über einen zentralen Busbahnhof, an dem auch vorab Fahrkarten erworben werden können. Kairo verfügt über mehrere Busbahnhöfe, zum Beispiel am Flughafen, am Mīdān Ramsīs in der Nähe des Bahnhofs, Turgomān und el-Munīb in el-Gīza. Der Bahnhof muss im Falle Kairos auch bei ein- und derselben Buslinie bzw. Reiseziel nicht immer derselbe sein; man erkundige sich besser vorher! In größeren Ortschaften gibt es meist mehrere offizielle Möglichkeiten zum Aussteigen, man erkundige sich hierzu vorher z.B. beim Fahrkartenkauf. In Kairo empfiehlt sich das Zusteigen an den zentralen Bahnhöfen, da weitere Zustiegsmöglichkeiten nicht jedermann bekannt sind. In letzter Zeit wurden die zentralen Busbahnhöfe aus den Innenstädten an den Stadtrand verlegt, so dass man für die Anfahrt ein relativ teures Taxi nutzen muss.

Über Anschlussmöglichkeiten und eventuell nötige Transfers in Kairo informiere man sich vorher bei den Busgesellschaften oder bei Reiseveranstaltern.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Minibusse für den Überlandtransfer zu benutzen. Sie sind de facto das Rückgrat des regionalen Fernverkehrs. In den Hotels, bei Reiseveranstaltern vor Ort oder bei Einheimischen kann man erfahren, an welcher Stelle in der Stadt die Busse in eine bestimmte Richtung oder Ortschaft abfahren. Minibusse fahren in der Regel erst dann ab, wenn sie voll sind. Das sind 14 Fahrgäste, die platzsparend im Bus untergebracht werden. Gepäck wird auf dem Gepäckträger befestigt. Alternativ fahren sog. Service-Taxis mit zwei Sitzreihen hinter dem Fahrersitz. Auch hier gilt, dass sie erst fahren, wenn sie voll sind. Das sind etwa 7 Fahrgäste.

Mitnahmemöglichkeiten für Koffer bestehen in jedem Fall.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Auch Taxifahrten sind in Ägypten günstig.

In Ägypten gilt der Rechtsverkehr.

Bei weiträumigen oder entfernt gelegenen Sehenswürdigkeiten empfiehlt sich ein Taxi mit ortskundigem Fahrer.

Die meisten Ortschaften sind über Asphaltstraßen verbunden, deren Seitenstreifen meist nicht befestigt sind. Die Verbindung zwischen Kairo und Luxor verläuft im Wesentlichen auf der westlichen Nilseite, die zwischen Luxor und Assuan auf der östlichen Nilseite. Es gibt noch keine (brauchbare) Asphaltstraße zwischen el-Bahriya und Siwa. Mit Reparaturarbeiten an den Asphaltstraßen muss gerechnet werden. Längere Strecken über Schottertragschichten oder abgefräste oder mit Split ausgelegte Asphaltschichten können nur mit geringer Geschwindigkeit gemeistert werden.

Für die wenigen Autobahnen, den Highways, muss insbesondere im Nildeta Maut bezahlt werden.

In den Ortschaften, insbesondere an Straßenabzweigungen oder Kreuzungen herrschen manchmal unüberschaubare Verhältnisse. Hier muss konzentriert gefahren werden. Leichte Auffahrunfälle gelten nicht. Hier wird weitergefahren. Bei schwer wiegenden Unfällen könnte es durchaus sehr handgreiflich zugehen. In Großstädten werden Fahrbahntrennlinien häufig ignoriert, und der Verkehr läuft in deutlich engeren Streifen.

Der Nil als Lebensader stellt ein großes Hindernis dar, es gibt Brücken nur in den Großstädten und wenige Autofähren in den ländlicheren Gebieten. Bei der Planung einer Reiseroute sollte man daher immer auf einem der beiden Nilufer bleiben. Straßen- und Verkehrsverhältnisse lassen Touren zu über 100 Kilometer entfernten Zielen wenig sinnvoll erscheinen.

Zur Verkehrsberuhigung sind in den Ortschaften, aber auch auf den Fernverkehrsstraßen zum Teil sehr hohe, quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Schwellen angebracht. Hier ist Vorsicht geboten. Teilweise sind die Schwellen so hoch, dass man am Straßenrand vorbeifahren oder schräg über die Schwellen fahren muss. Für Schäden am Fahrzeug haftet der Fahrer.

Nachts kommt es häufig zu gefährlichen Auffahrunfällen. Es empfiehlt sich daher, mit Licht zu fahren und Obacht auf unbeleuchtete Fahrzeuge zu geben. Wenn nachts angehalten werden muss, so hält man in Parkbuchten, wenn es sie gibt, oder parkt neben der Straße.

Insbesondere im ländlichen Raum muss mit Tieren auf den Straßen gerechnet werden. Hier ist in jedem Fall Vorsicht geboten! Die Geschwindigkeit sollte so angepasst werden, dass man rechtzeitig bremsen kann. Rinder entfernen sich, üblicherweise in der Herde, nur langsam von der Straße. Esel bleiben im Regelfall stehen. Ziegen verlassen meist die Straße, nicht aber die Jungtiere. Hühner verfallen in Panik, sie rennen in unbestimmter Richtung davon und kehren zum Teil auch wieder auf die Straße zurück. Hunde versuchen davonzurennen, aber meist zu spät. Für die Schäden an den Tieren muss der Fahrer aufkommen. Er könnte sich auch schnell in einer wütenden Menschenmenge befinden.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Fußwege gibt es nur in größeren Ortsschaften. Um nach einem Neuauftrag von Asphaltschichten auf der Straße nicht jedes Mal den Fußweg erneuern zu müssen, werden Bordsteine zum Teil mit beträchtlicher Höhe, die durchaus 30 Zentimeter erreichen kann, angelegt. Unter diesen Bedingungen laufen auch Einheimische dann meist auf der Straße.

Beim Überqueren von Fahrbahnen ist äußerste Vorsicht geboten. Man vermeide panikartige Querungen. Wer sich nicht sicher ist, sollte warten, bis sich große Fahrzeugabstände ergeben, oder auch einen Umweg ins Auge fassen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Embraer ERJ-170LR von EgyptAir Express

Von Kairo bzw. Assuan aus sind auch weitere Regionalflughäfen erreichbar. Aufgrund des unterschiedlich hohen Passagieraufkommens bietet EgyptAir Express, ein Tochterunternehmen von EgyptAir, Inlandsflüge nur zu einzelnen und nicht allen Flughäfen an.

Flughäfen mit eingeschränktem oder fehlendem Inlandverkehr können durchaus von ausländischen Charter-Fluggesellschaften angeflogen werden. Für Inlandsverbindungen sind sie aber nicht einsetzbar.

Für Inlandsflüge kann man nur ägyptische Fluggesellschaften benutzen. Neben EgyptAir Express verkehren auch weitere private Fluggesellschaften wie z. B. Petroleum Air Services. Inlandsflüge sind meist nicht ganz billig, als Größenordnung seien hier 150 € für Flüge von Kairo nach Luxor oder Scharm esch-Scheich genannt. Als Ausländer muss man für derartige Flüge deutlich höhere Preise, etwa vierfach höhere Preise, als Einheimische bezahlen. Wenn man sicher gehen will, kann man bereits bei den Auslandsvertretungen von EgyptAir oder in einem Reisebüro diese Inlandsflüge buchen. Die Buchung der Tickets privater Fluggesellschaften ist meist nur in Ägypten möglich.

Sprache[Bearbeiten]

Transkription

Damit man die arabischen Städtenamen überhaupt lesen kann, werden sie transkribiert, d.h., mit lateinischen Buchstaben umschrieben. Leider gibt es keinen einheitlichen Weg und selbst Wissenschaftler streiten darüber. Die hier verwendete Transkription versucht, mehrere Anforderungen unter einen Hut zu bekommen, was häufig nur bedingt gelingt: (1) Aus dem transkribierten Wort muss der Originalbuchstabenbestand wieder hergeleitet werden können. Dies bedeutet auch das Kenntlichmachen von langen Vokalen (āēīōū) und pharyngalen Konsonanten (ḍḥqṣṭẓ), da sie bedeutungsunterscheidend sind. (2) Die deutschen Ausspracheregeln sollen berücksichtigt werden (so sch und ch anstelle sh und kh). (3) Die Transkription soll eine Aussprachehilfe sein. So werden Artikel assimiliert geschrieben, wo dies nötig ist. Es heißt hier also Scharm esch-Scheich anstelle Scharm el-Scheich. (4) Der hiesige Dialekt muss berücksichtigt werden, da einige Ortsnamen so gut wie nie hochsprachlich ausgesprochen werden (z.B. Sōhāg anstelle Sauhādsch). (5) Es soll einen Wiedererkennungseffekt geben; so wird z.B. der Artikel hier el- anstelle dem hochsprachlichen al- geschrieben, dies betrifft auch den Diphthong ei anstelle ai. In besonders schwierigen Fällen wird es nötig sein, auch noch die Aussprache mit anzugeben, wie z.B. für Saqqāra Sa'āra.

Artikelnamen

Bei Artikelnamen (und nur hier) wird der Einfachheit halber auf die arabischen Artikel el-/al- verzichtet. Bekannte eingedeutschte Namen wie Kairo werden bevorzugt. Namensneuschöpfungen, wie z.B. El Gouna, werden so übernommen, wie sie von den Erbauern vorgegeben wurden.

In Ägypten wird Ägyptisch-Arabisch gesprochen, ein Dialekt des modernen Arabisch. Hocharabisch (arab. Fuṣḥā) wird hingegen nur in der Schriftsprache und in formellen Situationen (im Gebet, von Nachrichtensprechern) verwendet und häufig nicht verstanden. Der ägyptische Dialekt wird hierüber hinaus auch in anderen arabischen Ländern aufgrund der Dominanz des arabischen Films verstanden. Man muss allerdings damit rechnen, dass in abgelegenen Gebieten, wie z.B. in der Westlichen Wüste, weitere Dialekte gesprochen werden. In Touristenzentren werden in den Hotels und von Taxifahrern zumeist auch Englisch und Französisch gesprochen – des möglichen Geschäfts wegen –, Deutsch-, Japanisch- und Russischkenntnisse sind deutlich seltener anzutreffen. Abseits der Touristenorte ist fast grundsätzlich davon auszugehen, dass keine Fremdsprachenkenntnisse bei den Einheimischen vorliegen, am ehesten noch das Französische. Kenntnisse des Ägyptisch-Arabischen stoßen immer auf Gegenliebe und ermöglichen Erfahrungen jenseits des organisierten Tourismus. Häufig nutzen auch Ägypter die Kommunikation mit Ausländern, um ihre Fremdsprachenkenntnisse zu festigen. Wer Zeit hat, sollte diese Kommunikation in jedem Fall nutzen.

Wichtige Unterschiede in der Aussprache des Ägyptisch-Arabischen im Vergleich zum Hocharabischen sind:

  • Das ǧ (ǧīm, dschīm), ausgesprochen wie das zweite g in Garage, wird immer als g gesprochen. Beispiel: masgid (Moschee).
  • Anlautendes Qaf wird häufig nicht gesprochen, bei Ortsnamen dagegen wird es gesprochen. Beispiel: (1) irsch, nicht qirsch (Piaster); (2) aber al-Qāhira (Kairo, „die Bezwingerin“). Gelegentlich wird es auch durch ein gesproches G ersetzt: Qift wird Gift gesprochen.
  • Das stimmhafte und stimmlose th wird als d bzw. t ausgesprochen.
  • Diphthonge werden im ägyptischen Dialekt selten gesprochen. Der Diphthong ai/ ei wird als gedehntes ē gesprochen. Das geschriebene Deir (Kloster) wird als Dēr gesprochen. Der Diphthong au/ aw wird in der Regel als gedehntes ō gesprochen und hier meist auch so geschrieben.

Weitere Hinweise zur Aussprache:

  • Sch und ch sollten keine Probleme bereiten. Ch wird immer wie im deutsch ach gesprochen.
  • Im Arabischen gibt es zwei R-Laute, das rollende und das nicht-rollende. Das rollende R wird auch als R geschrieben, das nichtrollende als gh.
  • Man achte auf eine strikte Unterscheidung von kurzen und langen Vokalen, da sie bedeutungsunterscheidend sind. Letztere sind mit einem Überstrich (āēīōū) versehen.
  • Zudem achte man auf eine strikte Unterscheidung von „üblichen“ und pharyngalen Konsonanten. Auch sie sind bedeutungsunterscheidend. Sie werden im Rachen gebildet, damit klingen die Vokale auch dumpf. Da diese Buchstaben im Deutschen nicht vorkommen, bereitet die Aussprache natürlich größere Probleme.
  • Das 'Ain (ʿAin) ist eine Rachenwürgelaut. Auch dieses sollte bei der Aussprache berücksichtigt werden.

Die meisten Publikationen einschließlich der Presse sind in (Hoch)arabisch. Es gibt aber wöchentlich erscheinende Zeitungen in Englisch und Französisch (z.B. Al-Ahram Weekly), sie sind aber fast nur in Kairo zu bekommen.

Kaufen[Bearbeiten]

Geld[Bearbeiten]

50-Piaster- und 1-Pfund-Münzen

Die offizielle Währung ist das ägyptische Pfund EGP, auch LE (livres égyptiennes), £E, arabisch: ‏جنية‎, gesprochen: Genē, unterteilt in 100 Piaster (arabisch: ‏قرش‎, gesprochen: 'irsch). Zumeist werden Geldscheine, die es von 5 Piaster bis 200 Pfund gibt, verwendet. In den letzten Jahren wurden neue, fälschungssichere Geldscheine in den Umlauf gebracht, wobei die älteren Geldscheine weiterhin gültig bleiben. Mit Ausnahme der 1-Pfund-MÜnze werden Münzen nur selten benutzt. Es ist auch gar nicht so selten, dass kleine Beträge nicht gewechselt oder herausgegeben werden können. Mitunter bekommt man eine Handvoll Bonbons als Wechselgeld.

  • € 1,00 sind ca. LE 17,49 (Stand 15. Februar 2017).
  • CHF 1,00 sind ca. LE 16,42 (Stand 15. Februar 2017).

Online-Wechselkurse: EUR | CHF | USD | GBP | JPY | RUB

Das ägyptische Pfund ist starken Währungsschwankungen unterworfen und stark überbewertet. Am 3. November 2016 wurde der Wechselkurs des ägyptischen Pfunds freigegeben und vom US-Dollar-Kurs entkoppelt, was zu einem Währungsverlust von etwa 50 Prozent führte. Aufgrund geringer Währungsreserven ist es in den Banken nicht mehr möglich, Fremdwährungen zu erwerben.

Einkauf[Bearbeiten]

Viele Touristen nutzen das Einkaufsparadies Ägypten für Ägypten-typische Souvenirs. Ob sie Kitsch sind, darüber kann man sich streiten. Die Spannbreite an Qualität ist riesig.

Beliebte Mitbringsel sind u.a.:

  • Schmuck, insbesondere hieroglyphenverzierter Goldschmuck,
  • Repliken altägyptischer Reliefs und Statuen (Achtung: es ist strengstens verboten, originale Altertümer auszuführen, auch wenn sie gelegentlich dem Touristen angeboten werden),
  • Baumwollkleidung, z.B. Galābiyas,
  • Lederbekleidung und Lederwaren,
  • Teppiche,
  • Papyri,
  • Holzartikel wie Spielbretter und Musikinstrumente,
  • Metallwaren mit Gravuren (Teller, Tischplatten),
  • Parfüm,
  • Nahrungsmittel (Gewürze, Ṭaḥīna),
  • Wasserpfeifen (Schīschas),
  • Musik (Musikkassetten, CDs). Mittlerweile sind auch zahlreiche ägyptische Filme erwerbbar (VHS-SECAM (!), Video-CDs, SVCD) erhältlich. Filmklassiker wit Faṭma mit Umm Kulthum sind auch auf DVD erhältlich.
  • Bücher (insbesondere bemüht sich The American University in Cairo Press um zahlreiche Ägypten-bezogener Titel).

Im Falle einiger Produkte (Schmuck (Edelsteine, Gold), Parfüm, Gewürze, Papyri) sollte man Erfahrung mitbringen, um Qualitätsprodukte von Ramsch unterscheiden zu können. Die auf den Straßen angebotenen Papyri sind nicht selten auf Fasern von Bananenstauden gedruckt. Für Gewürze benötigt man geeignete luftdichte Gefäße, zudem würde man die meisten auch in Deutschland erwerben können. Safran entpuppt sich nicht selten als das deutlich preiswertere Kurkuma (Gelbwurz), Pfeffer ist in natura nicht bunt.

Gerade fliegende Händler belästigen Touristen nicht selten, indem sie ihre Produkte aufschwatzen wollen. Oder man wird in ein Geschäft gebeten, weil man stehen geblieben und neugierig ist. Wenn man nichts einkaufen will, sollte man die Händler einfach ignorieren.

Auch wenn es nachgelassen hat, bestehen viele Händler darauf, die Touristen auf eine Tasse Tee einzuladen und sich in ihr persönliches „Gästebuch“ einzutragen. Man sollte dies, wenn man keinen Kauf wünscht, bestimmt und höflich ablehnen, auch wenn sich die Ägypter gekränkt geben. Man kann nachgeben, wenn man ohnehin etwas kaufen wollte. Es ist aber deutlich schwerer, das Geschäft zu verlassen, ohne etwas zu kaufen, wenn man bereits im Geschäft ist. Dies ist dann die andere Seite der Gastfreundschaft.

Handeln[Bearbeiten]

Von wenigen Produkten (z.B. Bücher) in zumeist staatlichen Läden abgesehen, gibt es keine festen Preise. Handeln und Feilschen ist angesagt, es gehört zu einem guten Einkauf dazu: Niemand ist böse darüber, dass man einen möglichst „guten“ Preis erkämpft. Vielfach lässt sich der Preis auf die Hälfte oder ein Drittel drücken oder man kauft die doppelte Menge. Man ist aber immer wieder erstaunt, dass Ägypter noch viel kleinere Preise aushandeln.

Tierische Produkte[Bearbeiten]

Aufgrund der gegenwärtig wütenden Maul- und Klauenseuche sollten tierische Produkte wie Lebensmittel, Felle oder Hörner nicht ausgeführt werden. Nach der Rückkehr sollte der Besuch landwirtschaftlicher Betriebe vermieden werden, da sich der Erreger auch über die Kleidung verbreiten kann (Stand 3/2012).

Küche[Bearbeiten]

Die ägyptische Küche ist vorwiegend eine türkische, angereichert mit Elementen aus Griechenland, Libanon, Palästina und Syrien. Man kann sie auf der Straße, bei Ägyptern und in einigen Restaurants kennenlernen.

In den Hotels stellt man sich mehr oder weniger auf die Essgewohnheiten der Gäste ein, so dass man nur selten mit der hiesigen Küche in Kontakt kommt.

Siehe auch: Essen und Trinken in Ägypten

Nachtleben[Bearbeiten]

Angebote zum Ausgehen gibt es in ausreichender Zahl de facto nur in Kairo und Alexandria. Natürlich wird in den Touristenhochburgen auch einiges zur abendlichen Zerstreuung angeboten, die Angebote sind aber nicht selten auf einzelne Hotels beschränkt. Zudem stellt es manchmal schon einen Aufwand dar, vom entfernt gelegenen Hotel in die nächste Großstadt zu gelangen.

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels werden in Ägypten in 5 Klassen unterteilt. Die Sterne verteilt das Tourismusministerium, das mehr oder weniger nur auf die Einhaltung leicht überprüfbarer Standards wie Zimmergröße achtet.

Die Sterne-Klassifizierung entspricht in keinem Fall europäischen Standards, sie liegen deutlich darunter. Die Bewertung von Hotelschiffen unterscheidet sich auch von sternegleichen Hotels auf dem Land. Auch ist die Varianzbreite innerhalb einer Kategorie sehr breit, Service wird in keinem Fall gemessen. Über die meisten Hotels lassen sich im Internet aktuelle Bewertungen finden.

Hotelzimmerpreise werden üblicherweise im Rahmen der Hotelklassifizierung durch das Ministerium für Tourismus festgelegt, offensichtlich ohne eine Vor-Ort-Begehung. Es gibt mindestens zwei verschiedene Preisangaben: für Ausländer (meist in US-Dollar ausgewiesen) und für Ägypter (immer in ägyptischen Pfund ausgewiesen, gesonderte Preise für Rentner und Armeeveteranen). Natürlich sind die Preise für Ausländer deutlich höher und angesichts der realen Hotelausstattung und des gebotenen Services selbst im europäischen Vergleich häufig überhöht und nicht marktgerecht. Preisverhandlungen an der Hotelrezeption sind meist aussichtslos. Derartige Verhandlungen müssen mit dem Hoteleigentümer oder dem -Management durchgeführt werden. Wer seinen Aufenthalt im Voraus planen kann, sollte die Hotelbuchung durch ägyptische oder ausländische Reisebüros sowie in Buchungsportalen vornehmen lassen, die für eine Reihe Hotels zum Teil beträchtliche Nachlässe bieten können. Reisebüros bieten meist die günstigsten Preise bei staatlich oder durch Hotelgesellschaften geführten Hotels, Buchungsportale bei privat geführten. Es ist dabei empfehlenswert, sich nicht nur auf ein Hotel zu versteifen. Bei Hotels in touristisch weniger bedeutenderen Orten wende man sich an ausländische Reisebüros mit Ägypten-Spezialisierung, die mit ägyptischen Reisebüros zusammenarbeiten, oder direkt an ein ägyptisches Reisebüro.

Sicherheit[Bearbeiten]

Anschläge und Entführungen in Ägypten[Bearbeiten]

Aufgrund der Anschläge in Kairo und Luxor im Jahr 1997 sind die Sicherheitsbestimmungen gerade für Einheimische sehr ausgeweitet worden. So gibt es für die meisten Sehenswürdigkeiten weiträumige Straßensperren und die Baudenkmäler sind von Polizisten oder Soldaten bewacht. Dies gilt auch für das Ägyptische Museum in Kairo.

In den letzten drei Jahren ist es wieder vermehrt zu Anschlägen auf Touristen, insbesondere in den Hochburgen, gekommen (7. Oktober 2004 Bombenanschläge in Taba und Ras Schitan, am 7. und 30. April 2005 Selbstmordanschläge in Kairo, am 23. Juli 2005 Bombenanschläge in Scharm esch-Scheich und am 24. April 2006 Bombenanschläge in Dahab). Die Motive der Attentäter liegen im Dunkeln, es ist denkbar, dass es sich um terroristische Anschläge handelt mit dem Ziel, die ägyptische Regierung und ihre Partner unter Druck zu setzen. Aber auch innenpolitisch steht die ägyptische Regierung unter Druck, wie die Ausschreitungen zu den Präsidentschaftswahlen und Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen in Alexandria verdeutlichen. Es werden zwar ständig die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Gelegentlich gewinnt man den Eindruck, dass eher die Touristen drangsaliert werden, als teilweise eklatante Lücken im Sicherheitssystem zu schließen.

Mit weiteren Anschlägen ist zu rechnen. Sicher besteht momentan kein Grund zur Panik, aber man sollte die politische Lage beobachten. Hierzu kann man auch die ausländischen Vertretungen bzw. die Fremdenverkehrsämter in den Heimatländern kontaktieren.

Das Auswärtige Amt weist auf ein steigendes Anschlags- und Entführungsrisiko hin, das durch den zunehmenden islamistischen Terrorismus in den Nachbarländern entsteht. Von Reisen nördlich des Sueskanal-Tunnel nach Ras en-Naqb wird nach der Öffnung des Grenzübergangs in Rafah im Januar 2008 ebenfalls abgeraten. Seit dem 23. September 2008 rät das Auswärtige Amt auch von Reisen in den Südwesten der Westliche Wüste ab.

In letzter Zeit werden zunehmend einheimische Kopten, die orthodoxen Christen Ägypten, Opfer muslimischer Anschläge, ohne dass die Polizei wirksam dagegen einschreitet. Immer lauter hört man den Wunsch der Kopten, dass europäische Christen doch den Pilgerweg entlang der Fluchtroute der heiligen Familie in Ägypten wiederbeleben sollen, um die hiesigen Christen zu unterstützen.

Ein selten angesprochenes Problem stellen Streitigkeiten zwischen verschiedenen Familienclans dar, die auch mit Waffengewalt ausgetragen werden. Derartiges ist aus den Gouvernements Sōhāg und Qinā bekannt,[2] könnte aber auch an anderen Stellen Ägyptens auftreten. Die Polizei ist hier eher machtlos. Man mische sich in keinem Fall in derartige Streitigkeiten ein! Das Problem existiert nicht erst seit der 25.-Januar-Revolution, tritt nun aber aufgrund fehlender Polizeipräsenz stärker auf.

Hinweise[Bearbeiten]

  • Man vermeide den Aufenthalt bei großen Menschenansammlungen und Demonstrationen.
  • Der Hass auf Israelis und US-Bürger ist in der Bevölkerung stark ausgeprägt, sie werden gelegentlich auf den Straßen öffentlich beschimpft. Es hilft möglicherweise, begehrte Hotels und Aufenthaltsorte dieser Touristen zu meiden.
  • Dort, wo es sie noch gibt, sollte man auf die Konvoibegleitung setzen bzw. einen (kostenpflichtigen) Privatkonvoi nutzen. Wenn man mit dem Zug unterwegs ist, sollte man vorrangig die so genannten „geschützten Züge“ („protected trains“) benutzen. Bei alternativen öffentlichen Verkehrsmitteln kann es gelegentlich den Rat geben, das eine gegenüber dem anderen vorzuziehen. Die Tourismusbehörden sind dabei behilflich.
  • Im Bereich von el-ʿAlamein, auf dem Sinai und in den Grenzgebieten zu Libyen und Sudan gibt es aus früheren Kriegen ausgedehnte, häufig nicht gekennzeichnete Minenfelder.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Ägypter fahren auch im Dunkeln häufig ohne Licht. Man vermeide deshalb jegliche Fahrt bei Nacht. Wenn man eine Panne hat, so hält man auf keinem Fall auf der Straße. Auffahrunfälle sind sonst vorprogrammiert.

Notstandsgesetzgebung[Bearbeiten]

Am Donnerstag, dem 31. Mai 2012, wurden die seit 1981 geltenden Notstandsgesetze aufgehoben.

Respekt[Bearbeiten]

Einführung[Bearbeiten]

Ägypten ist ein islamisches Land, auch wenn es noch so modern und westlich erscheinen mag. Die Moralvorstellungen werden deutlich strenger als in den westlichen Ländern gelebt und erwartet. Dies gilt auch für die strengeren Moralvorstellungen bei den koptischen Christen gegenüber westlichen Christen. Dies spiegelt sich insbesondere im Familienleben, der Stellung der Frau in der Familie und im gesellschaftlichen Leben und im intensiver praktizierten Glauben wider.

Geschlechtertrennung[Bearbeiten]

In vielen Einrichtungen wie z.B. Moscheen, koptischen Kirchen und Verkehrsmitteln gibt es eine Geschlechtertrennung, an die sich auch Ausländer halten müssen. Getrennt wird nach:

  • Frauen mit und ohne Kinder (im Folgenden kurz Frauen),
  • Männer bzw. Familien in Begleitung des Ehemanns (im Folgenden kurz Männer).

Dabei gibt es folgende einfache Regeln:

  • In Moscheen bzw. koptischen Kirchen sitzen Männer auf der linken (nördlichen) Seite. Frauen sitzen auf der rechten (südlichen) Seite oder auf der Empore.
  • In Verkehrsmitteln sitzen Frauen im bzw. in den vorderen Wagen. Dies betrifft U-Bahnen, Straßenbahnen etc., aber nicht für platzkartenpflichtige Züge.

Die Geschlechtertrennung wird auch in den Familien praktiziert, wo es einen separaten Bereich für die Ehefrau(en) und deren Kinder gibt. Ein Ehepaar, das eine ägyptische Familie besucht, wird diese Trennung mit vollziehen: der Ehemann kümmert sich um den Gastgeber – der Frauenbereich ist absolut tabu! –, die Ehefrau um seine Ehefrau(en). Beim Essen beginnt der Hausherr, es folgen seine Söhne und dann der Rest der Familie.

Anstandsregeln[Bearbeiten]

  • In Ägypten sollte man, vor allem als Frau, immer die Beine bedeckt halten und auf kurze Hosen, Röcke und körperbetonte Kleidung verzichten. Schultern, besser auch die Arme sollten ebenfalls bedeckt sein. Je weiter man sich von Touristenorten und bedeutenden Sehenswürdigkeiten entfernt, um so strenger sollte man diese Regeln befolgen. Wenn man von Kindern mit Steinen beworfen wird, ist die Kleidung möglicherweise nicht passend genug.
  • Am einfachsten reist es sich als Frau in Begleitung einer Freundin, des Ehemannes, des Bruders oder Sohns.
  • Jeder Ägypter, der nicht bettelarm ist, trägt Schuhe statt Flipflops. Der wohlhabende Tourist mit Flipflops im Bereich außerhalb seines Urlaubsresorts läuft Gefahr, nicht ernstgenommen zu werden.

Besuche[Bearbeiten]

Gastfreundschaft zählt in islamischen Ländern deutlich mehr als in westlichen Gesellschaften. Hier einige Regeln:

  • Man darf eine Einladung beim ersten Mal ausschlagen. Wenn man aber mehrfach eingeladen wird, so gebietet es der Respekt, diese Einladung auch anzunehmen. Es gibt kaum einen Grund, eine Einladung zum Tee auszuschlagen.
  • Als Gast bringt man ein Gastgeschenk mit. Wenn man die Familie des Gastgebers oder dessen Bedarf noch nicht so sehr kennt, darf man auch Geld schenken.

Gesprächsthemen[Bearbeiten]

Das wichtigste Gesprächsthema sind die Familien der sich Unterhaltenden. Wenn der eigene Ehepartner oder die Kinder nicht mitreisen, dann nimmt man Fotos der Angehörigen mit. Für Singles ist es schwieriger, da der (ältere) Einheimische wohl diese Situation nicht ganz nachvollziehen kann. Wenn es unwahrscheinlich ist, dass man den Gesprächspartner wiedertrifft, so erzählt man vielleicht von einer hypothetischen Familie.

Baden[Bearbeiten]

Auch beim Baden gilt es, sich den strengeren Regeln anzupassen. Nacktbaden wird nicht toleriert. Trotzdem müssen Frauen mit Gaffern rechnen.

Alkohol[Bearbeiten]

In der Öffentlichkeit gilt strenges Alkoholverbot. Alkohol wird nur in gehobeneren Hotels und einigen Gaststätten ausgeschenkt. Es gibt auch Ortschaften mit vollständigem Alkoholverbot (z.B. Siwa). Das Mindestalter für den Genuss von Alkohol ist 21 Jahre.

Verhalten im Ramadan[Bearbeiten]

Seit 2009 kommt es in einigen Städten wie Assuan im Fastenmonat Ramadan zu Verhaftungen, wenn Personen Speisen, Getränken und Tabak tagsüber konsumieren.[3] Grundlage ist eine „Kampagne zur Einhaltung des Fastens“ des ägyptischen Innenministeriums. Selbst Touristen, die sich nicht in den Ferienanlagen aufhalten, wird empfohlen, sich in dieser Zeit in der Öffentlichkeit zurückzuhalten.

Frauen in der Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Sexuelle Belästigung[Bearbeiten]

In letzter Zeit nehmen sexuelle Belästigungen von Frauen durch ägyptische Männer stark zu. Insbesondere in Zeiten bedeutender muslimischer Feiertage berichten einheimische und ausländische Medien immer wieder hierüber. Ursachen sind die machistisch, das Weibliche abwertend, geprägte Gesellschaft, fehlender Sexualkundeunterricht, der starke wirtschaftliche Druck, politischer, religiöser und sexueller Frust, der an den Frauen ausgelassen wird. Alter, Kleidung, Tageszeit oder Herkunft der Belästigten spielen dabei keine Rolle. Frauen werden zu Opfern, nur weil sie Frauen sind – auch Ganzkörperschleier wie Tschador oder gar Burka helfen nicht. Ausländerinnen sind von den Belästigungen überdurchschnittlich betroffen.

Die Belästigung durch Männer hat im Wesentlichen zwei Ursachen: Zum einen werden die Mädchen schon sehr früh auf ihre zukünftige Rolle als Mutter in einer Familie vorbereitet und müssen ihrer Mutter bereits bei der Besorgung des Haushalts helfen, während die Jungen ihr Leben ausgelassen genießen können. Die Frauen sind später ihrem Mann untertan. Sie sollten nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Eine Rolle ist für sie im öffentlichen Leben eigentlich nicht vorgesehen. Selbst wenn Frauen vor ihrer Heirat noch einer Arbeit nachgehen, werden sie nach der Hochzeit in den meisten Fällen ihre Anstellung aufgeben.

Zum anderen erwartet man von den jungen Männern, dass sie baldmöglichst eine Familie gründen. Dabei stoßen sie auf eine nicht unbedeutende Schwierigkeit: sie müssen für das Brautgeld und für eine Eigentumswohnung sorgen. Dies würde selbst in Deutschland Probleme bereiten, in Ägypten sind sie deutlich größer.

So kommt es nicht selten vor, dass Männer bei ihrer Hochzeit bereits im fortgeschrittenen Alter sind. Wenn der Altersunterschied zwischen Mann und Frau dann noch größer als 25 Jahre ist, wird noch eine Strafzahlung fällig. Natürlich darf es vor der Ehe keine Beziehungen zwischen Frauen und Männern geben.

Dass nun verstärkt auch einheimische Frauen insbesondere der gehobenen Schichten in die Öffentlichkeit gehen, führt nun bei den „unerfahrenen Männern“ möglicherweise dazu, dass sie ihren Frust ausleben und sich an Frauen vergreifen oder ihnen nachpfeifen. Dieses Verhalten manifestiert sich dann auch bei den Jungen, die die älteren Männer zu kopieren versuchen.

Natürlich ist dieses Problem bekannt. Insbesondere das Ägyptische Zentrum für Frauenrechte versucht mit unterschiedlichen Aktionen, dieses Tabu zu brechen. Das Zentrum arbeitet auch an einem Gesetzentwurf gegen sexuelle Belästigung mit.[4]

Verhalten in der Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Unter diesen Bedingungen lässt es sich nicht immer vermeiden, Opfer einer derartigen Anmache zu werden – auch wenn die Anmache als Kompliment gemeint war. Man kann jedoch mit einigen Vorkehrungen und Selbstbewusstsein dafür sorgen, dass es fast nicht passiert. Leider merken viele Touristinnen nicht, dass sie mit ihrem eigenen fehlerhaften Verhalten dazu beitragen, Opfer zu werden.

Frauen sind gut beraten, mit geeigneter Kleidung und Verhaltensweise vorzubeugen.

Freizügige Kleidung geht in keinem Fall. Beine, Schultern und möglichst auch die Arme müssen bedeckt sein. Auch sollten Kleidungsstücke vermieden werden, die den Körper betonen. Es bieten sich hier Kleider und Röcke anstelle von Hosen oder Jeans an, die deutlich unter die Knie reichen sollten. Die Bluse, der Pullover usw. sollten möglichst bis an den Hals reichen. Mit einer Jacke kann man noch mehr verbergen. Wer eine attraktive Frisur besitzt, sollte sie mit einem Kopftuch bedecken. Man verzichtet am besten auf Schminke und Parfüm. Beim Laufen kann man vielleicht auf den Hüftschwung verzichten.

Da eine Frau üblicherweise nicht allein in die Öffentlichkeit gehen sollte, ist es ratsam, dies in Begleitung einer Freundin, des Ehemannes, des Bruders oder Sohns vorzunehmen. In keinem Fall sollte dies der Freund sein, mit dem man noch nicht verheiratet ist – behaupten Sie einfach, Sie seien verheiratet. Der Mann läuft aber nicht zur Zierde mit, sondern muss im Falle von Anmachen auch einschreiten – das ist schließlich die Aufgabe bzw. die Verantwortung des Familienoberhaupts. Wenn man als Frau allein reist, was auch möglich ist, muss man sich aber um so mehr an die Etikette halten und Selbstbewusstsein zeigen.

Natürlich ist es in der Öffentlichkeit undenkbar, Liebesbekundungen auszutauschen. Auch Händchenhalten wird nicht akzeptiert. Schließlich gibt es das Verbot von Liebesbeziehungen vor der Ehe.

Wenn man als Frau mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, in denen es meist eng zugeht, lassen sich Belästigungen trotzdem auf ein Minimum reduzieren. Lassen Sie sich von ihrem Begleiter abschirmen oder benutzen Sie die für Frauen vorgesehenen Wagons. In Taxis, Kleinbussen oder Bussen setzen Sie sich am besten neben eine Frau und nicht unmittelbar an den Gang. Setzen Sie sich beim Taxifahren ruhig auf die Hinterbank und nicht neben den Fahrer.

Wenn Sie durch die Straßen laufen, schauen Sie sich die Gebäude, den Himmel oder den Fußboden an. Vermeiden Sie den direkten Blickkontakt zu Männern. Wenn es nicht funktioniert, setzen Sie sich einfach eine möglichst dunkle Sonnenbrille auf.

Was tun, wenn man angesprochen oder belästigt wird? Dann muss man geeignet reagieren. Leider kann man nicht auf den Schutz durch Gesetze oder Polizisten hoffen. Wenn man schon polizeiliche Hilfe benötigt, so wende man sich an die Touristenpolizei, nicht an die reguläre. Passanten sind meist achtlos oder desinteressiert, so dass man keine Hilfe von ihnen erwarten kann – solange man nicht deren Aufmerksamkeit wecken kann.

Wenn man Ihnen nur hinterher ruft, hilft es meist, die Sache zu ignorieren. Andererseits geben Sie oder Ihr Begleiter zu verstehen, dass sie verheiratet sind und schon eine Familie haben. Hilft das nicht, dann wehren Sie sich lautstark oder benutzen Sie ein Reizstoffspray oder eine Stecknadel zur Abwehr – das Erwischtwerden in der Öffentlichkeit ist für den betroffenen Mann doch peinlich. Eigentlich muss man nicht einmal Arabisch können, nur laut müssen Sie werden. Wer auch hier lernen möchte, noch einige geeignete Vokabeln:

Imschī! – Gehen Sie!
Ghūr! – Verschwinde!, Hau ab!
Baṭṭal! – Hören Sie auf!
Challaṣ! – Hören Sie auf!
Kifāya! – Genug!
Sīb īdak! – Hände weg!
Ḥaṛām ʿalēk! – Schande über Sie!

Natürlich gibt es auch derbere Wörter im Arabischen, die Schande wirkt aber auch schon.

Wer über genügend Arabischkenntnisse und Selbstbewusstsein verfügt, kann natürlich auch zum Angriff übergehen: „Haben Sie eine leere Wohnung, wo wir zusammen hingehen könnten – jetzt?“[5] Danach kann man das Thema wechseln.

Eine Anzeige bei der Polizei ist nur dann sinnvoll, wenn man den entsprechenden Vorfall beweisen und an einer Gerichtsverhandlung teilnehmen kann. Die Strafmaße, die von den Gerichten ausgesprochen werden, sind meist lächerlich.

In letzter Zeit entstehen in den Großstädten wie Kairo und Alexandria, aber auch in den Erholungsorten kleine Inseln, in denen man sich freier bewegen kann: in den Cafés nach amerikanischem Vorbild und Klubs achten die Betreiber bzw. Besitzer schon darauf, dass es in ihren Einrichtungen gesittet zugeht.[6]

Nutzen Sie Ihre Bekanntschaft mit einheimischen Frauen[Bearbeiten]

Wenn Sie – als Frau – sich bei einheimischen Frauen aufhalten (müssen), so machen Sie das Beste daraus: dringen Sie in deren Welt ein. Diese Welt bleibt den Männern nämlich verborgen.

ʿUrfī-Ehen[Bearbeiten]

Es kommt schon vor, dass Touristinnen dem Charme der ägyptischen Männer nicht widerstehen können. Deswegen werden nicht selten sog. ʿUrfī-Ehen vor einem Richter geschlossen, um zusammen in einer Wohnung leben zu können. Im Prinzip lassen sich diese Ehen genau so wieder auflösen. Diese Ehen werden aber im Ausland nicht anerkannt, und Sie können keine Ansprüche aus dieser Liaison erheben. Nach Schätzung der deutschen Botschaft in Kairo halten nur etwa 1 Prozent derartiger Ehen über einen längeren Zeitraum.

Eine Heirat ist nicht notwendig, wenn Sie mit Ägyptern ein gemeinsames Unternehmen führen wollen. Klären Sie die Rechtsfragen mit erfahrenen Rechtsanwälten.

Reisen in Familie[Bearbeiten]

Das Reisen in Familie mit Kindern ist dagegen recht problemlos. Da die eigenen Kinder in einer ägyptischen Familie, insbesondere wenn es Jungen sind, über alles gehen, braucht man keine Angst zu haben, dass die eigenen Kinder störend auffallen könnten. Vielleicht finden die Kinder es spannend, bis in die späte Nacht hinein unterwegs sein zu können – das machen die ägyptischen Kinder auch so.

Spannend sind sicher auch die Tiere: Kamele, Esel usw., auf denen man auch reiten darf. Acht geben sollte man beim Kontakt mit Geflügel, da in Ägypten die Vogelgrippe weit verbreitet ist, an der bis Anfang 2009 ca. 70 Kinder verstorben sind.

Sonne und Baden steht natürlich auch in der Gunst. Man achte darauf, dass die Kinder keinen Sonnenbrand bekommen. Spielmöglichkeiten findet man in den Hotels aber ausgesprochen selten.

Wenn Kinder nicht so sehr auf orientalische Speisen stehen: in den Großstädten und Ferienresorts gibt es auch westliches Fastfood, Eis und eine Reihe süßer Nachspeisen – zum Teil auch für wenig Geld.

Rechtsfragen[Bearbeiten]

Bei Problemen vor Ort wende man sich bitte an die Auslandsvertretungen (Botschaften, Konsulate) des eigenen Heimatlandes.

Zollvorschriften[Bearbeiten]

  • Wie in vielen Ländern gilt auch in Ägypten ein striktes Ausfuhrverbot antiker Kunstschätze aller Art. Dies gilt auch für die Wiederausfuhr von im Ausland rechtmäßig erworbenen ägyptischen Antiken.
  • Ein Ausfuhrverbot gilt auch für eine Vielzahl geschützter Tiere und Pflanzen, hierzu gehören auch Korallen.
  • Ein- und Ausfuhr von Ägyptischen Pfund sind beschränkt.

Besondere Straftatbestände[Bearbeiten]

  • Besonders drastisch werden Drogendelikte geahndet. Selbst für geringe Vergehen drohen Gefängnisstrafen; in besonders schwerwiegenden Fällen sogar die Todesstrafe.
  • Blasphemie, also Gotteslästerung und die Beleidigung des Propheten Muḥammad, sowie die Beleidigung des ägyptischen Präsidenten sind Straftatbestände.
  • Prostitution und Ehebruch sind strafbar.
  • Unzüchtiges Verhalten, also Tatbestände zum Schutz der Moral oder Religion, ist ein Straftatbestand. Das Problem ist, dass er nicht näher definiert ist.
  • Flaggenschändung und das Sitzenbleiben beim Erklingen der Nationalhymne sind Straftatbestände und können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr und Geldstrafen bis zu LE 30.000 (etwa 1.700 Euro) geahndet werden.
  • Fotografieren und Filmen von Personen, Einrichtungen und Fahrzeugen des Militärs, der Polizei und des Strafvollzugs sind nicht gestattet.

Ehe und Familie[Bearbeiten]

Mit dem neuen Staatsbürgerrecht aus dem Jahr 2004 erhalten Kinder aus binationalen Ehen, wobei einer der Ehepartner Ägypterin oder Ägypter ist, automatisch das ägyptische Staatsbürgerrecht, d.h., sie besitzen die doppelte Staatsangehörigkeit. Diese Kinder fallen vollständig unter ägyptisches Recht mit allen Rechten und Pflichten, sobald sie ägyptischen Boden betreten. Dazu gehören u.a. die Wehrpflicht, familienrechtliche Bestimmungen und der Ausschluss konsularischer Unterstützung.

Homosexualität[Bearbeiten]

Homosexualität ist in Ägypten eigentlich kein Straftatbestand. Allerdings sind die Gerichte im öffentlichen Interesse angehalten, religiöse und soziale Werte zu schützen und die Ausbreitung der Unmoral zu unterbinden. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts in Kairo vom 15. April 2015 können homosexuelle Ausländer abgeschoben oder an der Einreise gehindert werden.[7]

Fotografieren[Bearbeiten]

In vielen archäologischen Stätten ist Fotografieren erst dann erlaubt, wenn man ein zusätzliches Ticket erworben hat. Grundsätzlich ist die Verwendung von Blitzlicht und Stativen verboten.

Seit dem Sommer 2003 ist das Fotografieren in Gräbern und Museen grundsätzlich verboten. Zuwiderhandlungen werden betraft (etwa LE 100) und können mit einem Besuch bei der Touristenpolizei verbunden sein. Die Einhaltung des Fotoverbots wird mit Kameras und „zivilen“ Aufpassern überwacht. Die oberste Antikenbehörde in Kairo erstellt auf Antrag kostenpflichtige Sondergenehmigungen. Das Verfahren kann sich über mehrere Wochen hinziehen.

Da die islamische Religion ein grundsätzliches Abbildungsverbot für Lebewesen vorsieht, sollte auf das Fotografieren von Erwachsenen, insbesondere von Frauen, ohne deren Erlaubnis bzw. der Erlaubnis des Ehemanns oder Vaters verzichtet werden. Das Fotografieren von Kindern ist in der Regel kein Problem.

In der Regel hat man es mit Architekturfotografie großer, aber detailreicher Objekte zu tun. Es empfiehlt sich daher mit Mitnahme mehrerer Wechselobjektive, die etwa den Brennweitenbereich von 19 bis 300 mm (bezogen auf eine Kleinbildkamera) abdecken.

In Ägypten wird Panoramafreiheit gewährt.

Arbeit von Journalisten in Ägypten[Bearbeiten]

Journalisten, dazu gehören auch die Fotografen und Kamerateams, müssen mindestens eine Woche vor der Einreise nach Ägypten um eine zeitweilige Akkreditierung beim Egyptian State Information Service nachsuchen. Hierfür gibt es ein Merkblatt von der deutschen Botschaft in Kairo. Mitgeführte Geräte dürfen in Ägypten nicht veräußert werden.

Klima[Bearbeiten]

Alexandria Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 18 19 21 24 26 29 30 30 30 28 24 20 Ø 24.9
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 9 9 11 13 17 20 23 23 21 18 14 11 Ø 15.8
Niederschläge in mm 53 29 14 4 1 0 0 0 1 9 32 53 Σ 196
Regentage im Monat 11 9 6 2 1 0 0 0 0.2 3 5 10 Σ 47.2

Ägypten ist Teil des nordafrikanischen Trockengürtels, und es herrscht fast in ganz Ägypten trockenes Wüstenklima. Ausnahmen sind die Mittelmeerküste wegen ihrer Nähe zum Meer und der Sinai aufgrund seiner Höhenlage. Die Winter sind mild, die Sommer sehr heiß. Es gibt große tages- und jahreszeitliche Temperaturschwankungen. Regenfälle sind zumeist auf die Mittelmeerregion beschränkt.

An der Mittelmeerküste und im Nildelta herrscht mediterranes Klima. Die Nähe zum Mittelmeer bewirkt, dass die sonst im Landesinneren anzutreffenden Temperaturunterschiede nicht so extrem ausfallen. In den Wintern herrschen tagsüber Temperaturen von 17–20 °C, in den Nächten von 8–11 °C vor. In den Sommern betragen die Temperaturen tagsüber 28–32 °C und in den Nächten 19–24 °C. Das ganze Jahr über ist die Luftfeuchtigkeit mit Werten von 60–75 % recht hoch. In den Küstenregion gibt es zum Teil beträchtliche Niederschläge, aber allesamt nur in den Wintermonaten Dezember und Januar. In Alexandria werden üblicherweise 30 Regentage in dieser Zeit gezählt. In den Sommermonaten fällt kein Niederschlag mehr.

Luxor Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 23 25 29 35 39 41 41 41 39 35 29 24 Ø 33.4
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 6 7 11 16 20 23 24 24 22 18 12 8 Ø 15.9
Niederschläge in mm 0 0 0.3 0 0.3 0 0 0 0.3 1 0 0 Σ 1.9
Regentage im Monat 0 0 0 0 0.2 0 0 0 0 0.3 0 0 Σ 0.5

Die Westliche Wüste, das Niltal und die Östliche Wüste besitzen ein fast einheitliches Klima. In den Wintern herrschen tagsüber Temperaturen von 19–22 °C, in den Nächten von 5–10 °C vor. In den langen Sommern steigen die Temperaturen beträchtlich an. Sie betragen dann tagsüber 38–42 °C, in Extremfällen sogar über 50 °C, und in den Nächten 22–26 °C. In Mittelägypten sind die Temperaturen etwas geringer. Die Luftfeuchtigkeit ist gering und beträgt etwa 15–50 %. Regenfälle stellen die absolute Ausnahme dar. Es gibt nicht mehr als zwei Regentage pro Jahr. Hauptsächlich in den Monaten März bis Mai, aber auch im Herbst, kommt es jährlich zu heißen Sandstürmen aus südlicher oder südöstlicher Richtung, den Chamsīn, die mehrere Tage andauern können. Ursache sind die hohen Temperaturunterschiede zwischen dem Festland und dem Mittelmeer, so dass sich über dem Mittelmeer Tiefdruckgebiete ausbilden.

In Richtung zum Roten Meer nehmen die Temperaturextreme ab. Das Klima ist feuchtwarm, das aus den hohen Temperaturen der angrenzenden Wüstengebiete und der hohen Verdampfungsrate des Roten Meeres resultiert. Winters steigen die Temperaturen tagsüber auf 18–22 °C, nachts fallen sie auf 4–9 °C. Sommers reichen sie von 34–37 °C am Tag und 20–22 °C in der Nacht. Insbesondere im Winter gibt es häufig starke Nordostwinde.

Aufgrund der Höhenlage des Sinai-Gebirges sind die Temperaturen hier geringer. Die Temperaturen betragen im Winter 12–15 °C am Tag und 0–5 °C in der Nacht. Im Sommer steigen sie auf 32 °C am Tag und 15–18 °C in der Nacht an.

Gesundheit[Bearbeiten]

Gesundheitsrisiken[Bearbeiten]

Mögliche Erkrankungen sind:

  • Magen- und Darmerkrankungen („Fluch des Pharaos“) zählen zu den meist verbreitetsten Krankheiten für Touristen. Ursache hierfür sind mit Bakterien oder Viren kontaminierte Nahrungsmittel und Getränke. Die Anzahl der Keime erhöht sich bei den in Ägypten vorherrschenden Temperaturen rasant. Man sollte nur gegarte und abgekochte Nahrungsmittel verzehren und nur original abgepacktes Mineralwasser bzw. vergleichbare Getränke trinken. Die meisten Medikamente, die man von zu Hause mitbringt, nützen aber leider wenig. In den örtlichen Apotheken in Ägypten oder bei den Tauchschulen gibt es ägyptische Medikamente, die wirklich etwas nützen und preiswert sind. Im Zweifelsfall kontaktiert man die Reiseleitung, da sie in der Regel über langjährige Erfahrungen verfügen. (Das ägyptische Medikament „Streptoquin“ kann man, sollte man einen empfindlichen Verdauungsapparat haben, sehr gut gerade zu Anfang eines ein- oder mehrwöchigen Besuches in Ägypten einnehmen. Das Medikament „Antinal“ kommt mit weniger Chemie aus. Es ist auch möglich, etwa drei Tage den Durchfall auszuhalten und sich sanft zu ernähren (mit Reiswasser, Bouillon, auch gepresster Orangensaft). Wenn keine Besserung eintritt, konsultiert man einen Arzt (Hotelarzt) oder Apotheker.
  • Insektenstiche (z.B. Mücken). In Feuchtgebieten wie z.B. dem Nildelta, auf Feldern oder in den Oasen (insbesondere in Siwa) kann es zu regelrechten Mückenplagen kommen. Man benutze geeignete Kleidung und/oder Insektensprays. Sehr effektiv sind die im Land zu kaufenden Produkte. Nicht nur, dass die Stiche stark jucken, auf diese Weise können auch gefährliche Krankheitserreger übertragen werden.
  • Der ganzjährige hohe Sonnenstand kann auch im Winter zu Sonnenbrand und -stich führen. Auch hier helfen geeignete Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrillen und ein Sonnenschutzmittel.
  • Verkehrsunfälle sind nicht selten. Man sollte lieber etwas länger beim Überqueren von Straßen warten und nächtliche Fahrten vermeiden (da hier meist ohne Licht gefahren wird).
  • Sportunfälle, zumeist Tauchunfälle, lassen sich vermeiden, wenn man entsprechend ausgebildet ist, intaktes Material verwendet, Sportregeln einhält und Tauchtouren den Gegebenheiten anpasst (z.B. Strömungsverhältnisse). Zwar gibt es mittlerweile an den wichtigsten Tauchbasen auch Dekompressionskammern, die Verlagerung gestaltet sich aber nicht immer einfach, da der Bootstransfer längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Sportunfälle werden üblicherweise nicht von der Unfallversicherung oder Auslandskrankenversicherung abgedeckt; hierfür ist eine spezielle Versicherung nötig.

Weiterhin ist Vorsicht geboten bzw. Vorsorge zu tragen:

  • Im Winter und Frühjahr 2006 gab es zahlreiche Fälle von Erkrankungen und Todesfälle durch die hochansteckende Vogelgrippe. Der Kontakt mit Vögeln und Geflügel sollte unbedingt vermieden werden.
  • Im Sommer 2004 gab es mehrere Fälle von Hepatitis A. Empfehlenswert sind Impfungen gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Tetanus, Diphtherie, Polio, gelegentlich auch gegen Typhus.
  • Wenn man aus einem Land mit Gelbfiebergefahr einreist (Belize, Botsuana, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Malawi, Mauretanien, Nicaragua, Trinidad und Tobago), so muss man eine gültige Gelbfieberimpfung bei der Einreise nachweisen können.
  • Eine Malaria-Prophylaxe ist momentan nicht notwendig. Aktuelle Impfempfehlungen für Ägypten findet man auf den Seiten des Tropeninstituts

Medizinische Behandlung[Bearbeiten]

Während in der Hauptstadt genügend Krankenhäuser auf westlichem Standard betrieben werden, ist dies in ländlichen und Urlaubsgegenden noch nicht immer der Fall, auch wenn das Gesundheitswesen in Ägypten beträchtliche Fortschritte gemacht hat. In den Artikeln zu Kairo, Abu Simbel, Alexandria, Assuan, Hurghada, Luxor und Scharm esch-Scheich sind ausgewählte Krankenhäuser und Praxen benannt.

Mit Ägypten gibt es kein Sozialversicherungsabkommen. Man sollte deshalb eine Auslandskrankenversicherung abschließen, die auch den medizinisch notwendigen Rücktransport mit absichert.

Die deutsche Botschaft unterhält in Doqqi, 13 Adel Hussein Rostom St., 1. Stock, eine Regionalarztpraxis, die allen EU-Bürgern offensteht. Die Praxis ist sonntags bis donnerstags von 7 bis 12 Uhr und dienstags noch von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Sie ist telefonisch unter (0)2 3749 9545 erreichbar. Abgerechnet wird nach der deutschen Gebührenordnung für Ärzte. Neben ägyptischen Pfund und Euro werden auch Visa und Master Card akzeptiert.

Lernen[Bearbeiten]

Universitäten[Bearbeiten]

Sprache lernen[Bearbeiten]

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die arabische Sprache zu erlernen bzw. die Sprachkenntnisse auszubauen:

Schulen[Bearbeiten]

Die deutsche Zentralstelle für das Auslandsschulwesen betreut in Ägypten folgende sieben Auslandsschulen: Deutsche Evangelische Oberschule Kairo in ed-Doqqi, Deutsche Schule Beverly Hills in Kairo, Deutsche Schule der Borromäerinnen in Alexandria, Deutsche Schule der Borromäerinnen in Kairo, Deutsche Schule in Hurghada, Europa-Schule in Kairo und die Neue Deutsche Schule in Alexandria. Zudem gibt es noch die Nefertari Deutsche Internationale Schule in Heliopolis. An einigen Schulen sind auch deutschsprachige Kindergärten angeschlossen.

Arbeiten[Bearbeiten]

Die Arbeitsmöglichkeiten für Ausländer wurden in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt, weil die Arbeitslosigkeit unter den Einheimischen beträchtlich groß ist. So gibt es Beschränkungen bei der Maximalanzahl ausländischer Arbeitnehmer (10 Prozent) gegenüber einheimischen. Man benötigt sowohl eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Arbeitserlaubnis. Kostenpflichtige Arbeitserlaubnisse werden meist für ein halbes, können aber bis zu einem Jahr ausgestellt werden. Die Antragstellung erfolgt bei den entsprechenden ausländischen Vertretungen Ägyptens.

Jobchancen in ägyptischen Unternehmen sind extrem gering. Besser sieht es bei ausländischen Unternehmen aus. Mindestvoraussetzung sind Englischkenntnisse in Wort und Schrift. Hilfe können hier Industrie- und Handelskammern leisten, wie z.B. die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer in Kairo oder die American Chamber of Commerce in Egypt. Unterschiede bei den Erfolgschancen zwischen regulären Arbeitsverhältnissen und Praktika gibt es so gut wie nicht.

Die meisten Jobs für Ausländer gibt es im Tourismus. Für ihre Kundschaft suchen deutsche, österreichische und Schweizer Reiseveranstalter gelegentlich Personal (über 18 Jahre) in den Unternehmen und den Hotels. Wichtig sind Kenntnisse in Englisch und weiteren Fremdsprachen, unter anderem Grundkenntnisse in Arabisch. Die Unternehmen kümmern sich in der Regel auch um die Formalitäten. Die Anforderungen an die Mitarbeiter sind recht hoch, am geringsten für Animateure.

Feiertage[Bearbeiten]

Freitag ist der freie Tag der Woche. Viele Behörden arbeiten aber auch am darauf folgenden Samstag nicht. Bei Christen kann auch der Sonntag anstelle des Freitags Feiertag sein.

Staatliche Feiertage nach Julianischem Kalender[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
01. Januar Neujahr Jahresbeginn des Julianischen Jahres
25. Januar Nationalfeiertag Am 25. Januar 2011 begann die sog. 25.-Januar-Revolution
28. Februar Unabhängigkeitstag 28. Februar 1922: Großbritannien erklärt die Unabhängigkeit Ägyptens (Kein offizieller Feiertag)
03. März Lehrertag (Kein offizieller Feiertag)
25. April Befreiung des Sinai Am 25. April 1982 ziehen, von Taba abgesehen, die israelischen Truppen aus dem Sinai ab
01. Mai Tag der Arbeit Feiertag wie in anderen Ländern
18. Juni Räumungsfest 18. Juni 1956: Jahrestag des Abzugs der britischen Truppen vom Sueskanal
23. Juli Revolutionstag Nationalfeiertag. 23. Juli 1952: Revolution der Freien Offiziere
23. September Tag des Sieges über Israel (Kein offizieller Feiertag)
06. Oktober Tag der Streitkräfte 6. Oktober 1973: Im Krieg mit Israel überqueren ägyptische Truppen den Sueskanal und durchbrechen die Bar-Lev-Linie (Jom-Kippur-Krieg)
23. Dezember Tag des Sieges 23. Dezember 1956: Briten und Franzosen verlassen auf starken internationalen Druck die Sueskanal-Zone

Islamische Feiertage nach dem Hidschra-Kalender[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung 2017 2018 2019 2020
01. Muḥarram Ras es-Sana Islamisches Neujahrsfest 22. September 2017
(1439 AH)
12. September 2018
(1440 AH)
01. September 2019
(1441 AH)
20. August 2020
(1442 AH)
10. Muḥarram ʿAschura Fasten- und Rettungstag des Propheten Moses 01. Oktober 2017 21. September 2018 10. September 2019 29. August 2020
12. Rabīʿu al-auwal Mulid an-Nabī Geburtstag des Propheten Muhammad 01. Dezember 2017 21. November 2018 10. November 2019 29. Oktober 2020
01. Ramaḍān 01. Ramaḍān Beginn des Fastenmonats Ramaḍān 26. Mai 2017 15. Mai 2018 05. Mai 2019 23. April 2020
01. Schauwāl ʿ Īd al-Fiṭr Ende des Fastenmonats Ramaḍān, Fastenbrechen 26. Juni 2017 15. Juni 2018 05. Juni 2019 24. Mai 2020
10. Ḏū al-Ḥigga ʿ Īd al-Aḍḥā Islamisches Opferfest 01. September 2017 21. August 2018 11. August 2019 31. Juli 2020

Im Fastenmonat Ramadan ist mit kürzeren Öffnungszeiten in Behörden und Museen usw. zu rechnen. Während des islamischen Opferfestes ʿĪd al-Aḍḥā bleiben Behörden, Banken usw. für vier Tage geschlossen. In einigen Landesteilen kann es in dieser Zeit zum verstärkten Ausfall der Wasser- und Energieversorgung kommen.[8]

Die Festlegung der Daten des islamischen Kalenders wird in den einzelnen islamischen Ländern unterschiedlich gehandhabt, zum Teil beruhen sie auf Mondbeobachtungen, zum Teil auf astronomischen Berechnungen. Die Daten können so zwischen den verschiedenen Ländern um ein bis zwei Tage differieren.

Koptische Feiertage nach dem Gregorianischem Kalender[Bearbeiten]

Die wichtigsten Feiertage der Kopten sind die sieben großen Feste Jesu und die sieben kleinen Feste Jesu. Weitere Feste gelten der hl. Jungfrau Maria. Koptische Feiertage sind keine offiziellen Feiertage!

Termin 2017 Termin 2018 Name Bedeutung
07. Januar Weihnachten Koptisch-orthodoxes Weihnachtsfest
14. Januar Beschneidung des Herrn
19. Januar Epiphanias, Erscheinung des Herrn Tauffest Christi
21. Januar Erstes Wunder Jesu in Kana Hochzeit von Kana in Galiläa
29. Januar Mariä Entschlafung
15. Februar Einzug Jesu in den Tempel
19. März Auffindung des Kreuzes in Jerusalem
02. April Erscheinung der hl. Jungfrau in Zeitūn 1968
07. April Mariä Verkündigung
9. April 2017 1. April 2018 Palmsonntag Einzugs des Herrn in Jerusalem
13. April 2017 5. April 2018 Gründonnerstag
16. April 2017 8. April 2018 Osterfest Zweiter Sonntag nach dem Frühlingsvollmond
23. April 2017 15. April 2018 Sonntag des hl. Thomas (Weißer Sonntag)
24. April 2017 16. April 2018 Schamm en-Nasīm (arabisch: ‏شم النسيم‎) Frühlingsfest. Eine Woche nach Ostermontag
09. Mai Geburtstag der Jungfrau Maria
25. Mai 2017 17. Mai 2018 Christi Himmelfahrt
5. Juni 2017 28. Mai 2018 Pfingsten
01. Juni Ankunft Jesu in Ägypten Beginn der Flucht der hl. Familie durch Ägypten
12. Juli Martyrium der hll. Peter und Paul
19. August Verklärung des Herrn
22. August Aufnahme des Körpers Mariens in den Himmel Mariä Himmelfahrt, Mariä Heimgang
11. September Fest der Märtyrer Neujahrstag
27. September – 29. September Fest der Kreuzerhöhung Drei Tage
12. Dezember Einführung Mariens in den Tempel

Fastenzeiten in der koptischen Kirche

Termin 2017 Termin 2018 Name Bedeutung
25. November – 07. Januar Weihnachstsfasten 43-tägige Fastenzeit
18. Januar Paramoni (Heilige Nacht) eintägige Fastenzeit vor Epiphanias
6. Februar 2017 –
8. Februar 2017
29. Januar 2018 –
31. Januar 2018
Ninivehfasten dreitägige Fastenzeit 15 Tage vor Passion. Nach der Sendung des Propheten Jona in den irakischen Ort Ninive.
20. Februar 2017 –
7. April 2017
12. Februar 2018 –
30. März 2018
Große Fastenzeit (Passion, österliche Fastenzeit) Fastenzeit 55 Tage vor Ostern
6. Juni 2017 –
11. Juli 2017
29. Mai 2018 –
11. Juli 2018
Fasten der Apostel 17- bis 43-tägige Fastenzeit zwischen Pfingsten und dem Martyrium der hll. Peter und Paul
07. August – 21. August Fasten der hl. Jungfrau Maria 15-tägige Fastenzeit vor Mariä Heimgang

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Telefon[Bearbeiten]

Wichtige Telefonnummern
Polizei 122
Erste Hilfe 123
Touristenpolizei 126
Auskunft 140, 141
Feuerwehr 180

Die Netzabdeckung ist in Ägypten nur beschränkt, im Festnetz nur etwa 13 %, im Mobilfunknetz etwa 20 %.

Viele Privatpersonen, Behörden und Hotels verfügen über Festnetzanschlüsse. In größeren Städten gibt es zudem zahlreiche Möglichkeiten, in Telefonbüros zu telefonieren. Weiterhin gibt es Telefon„häuschen“ mit Kartentelefonen. Die Telefonkarten muss man sich vorab besorgen (ab LE 10 aufwärts). Die Kosten für Telefongespräche sind gering. Wenn das Guthaben auf einer Telefonkarte zu klein ist, werden Fern- oder Auslandsgespräche nicht mehr ermöglicht.

Es ist durchaus möglich, dass man in Behörden oder kleineren Hotels nur im Umfeld des jeweiligen Regierungsbezirks (Gouvernements) telefonieren kann.

In Ägypten werden Ortsnetzkennzahlen mit Verkehrsausscheidungsziffer verwendet.[9] Die Ortsnetzkennzahlen sind innerhalb eines Gouvernements einheitlich, d. h., dass für alle Ortschaften eines Gouvernements gleiche Ortsnetzkennzahlen gelten. Ohne Ländervorwahl muss die Verkehrsausscheidungsziffer 0 vor der Ortsnetzkennzahl mitgewählt, bei Verwendung der Ländervorwahl jedoch weggelassern werden. Dies gilt auch für Vorwahlen der Anschlüsse der Mobilfunkunternehmen Etisalat (011x), Orange (012x, vormals Mobinil) und Vodafone (010x).

Gebührenfreie Telefonnummern beginnen mit 0800, die von Mehrwertdiensten mit 09xx. Gebührenfreie Internetnummern beginnen mit 0707 und 0777.

Die Telefonnummern sind nun landesweit siebenstellig, in den Gouvernements Kairo und Gīza seit 2007 sogar achtstellig. Den vormals sechsstelligen Telefonnummern wurde zumeist eine 2 oder 3, seltener eine 4 oder 7 vorangestellt. Mobiltelefonnummern sind hiervon nicht betroffen.

Notfallnummern beginnen mit der Ziffer 1 ohne Ortsnetzkennzahl. Erst seit wenigen Jahren sind fünfstellige Service-Telefonnummern nach dem Muster 16xxx, 17xxx und 19xxx in Gebrauch. Sie werden meist von größeren Unternehmen eingesetzt und sind landesweit ohne Vorwahl gültig.

Die internationale Vorwahlnummer für Ägypten ist +20, meist auch 0020. Um ins Ausland telefonieren zu können, setzt man vor die Ländervorwahl ein Pluszeichen + oder die Doppelnull 00.

Mobil- und Satellitentelefon[Bearbeiten]

Der Gebrauch von Handys ist insbesondere in den Großstädten rege; es gilt als Statussymbol. Es stellt aber auch eine echte Alternative zum nur begrenzt ausgebauten Festnetz dar. Das in Ägypten genutzte Mobilfunknetz wird mit dem auch in Europa üblichen GSM-Standard (D-Netze/ GSM 900) betrieben. Allerdings sind die Basisstationen nur in der Großstädten und touristischen Zentren erreichbar. Im ländlichen Bereich gibt es häufig keinen Empfang und in den unbewohnten Wüstengebieten überhaupt keinen Empfang.

In Ägypten gibt es drei Mobilfunkanbieter: Orange Egypt (früher Mobinil, Marktanteil 47 %, Vorwahl 012x, GSM 900), Vodafone Egypt (Marktanteil 43 %, Vorwahl 010x, GSM 900, Breitband WCDMA 2100) und Etisalat Egypt (Marktanteil 10 %, Vorwahl 011x, GSM 900, GSM 1800, WCDMA 2100 (3.75G)). Neben langfristigen Verträgen bieten die Anbieter auch Prepaid-Karten an, deren Guthaben aber teilweise verfallen, wenn sie nicht häufig genug nachgeladen werden oder durch Monatsgebühren aufgebraucht werden. Es gibt spezielle Touristen-Prepaid-Karten, da nach spätestens drei Monaten automatisch verfallen. Touristen ist dringend zu empfehlen, sich (Achtung, Handy darf weder Simlock noch Branding haben) eine dieser Prepaidkarten zu kaufen, je nach Bedarf mit oder ohne Datenvolumen. Abgehende Gespräche ins europäische Ausland kosten etwa 15 Cent/Minute.

Die deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone und O2 haben Roaming-Abkommen mit den ägyptischen Mobilfunkanbietern (Orange, Vodafone) abgeschlossen. Man achte darauf, dass während des Aufenthaltes auch die Mailbox umgeleitet wird und dass sie ausgeschaltet werden sollte, um Roaming-Kosten ins Ausland zu vermeiden.

Für Exkursionen in Wüstengebiete und auf Schiffen im Roten Meer empfiehlt sich der Einsatz von Satellitentelefonen. Seriöse Veranstalter statten solche Exkursionen mit Satellitentelefonen aus. Es eignen sich die Systeme der Firmen Iridium (Vorwahlen +8816, +8817), Thuraya (Vorwahl +88216), Globalstar (Vorwahlen +8818, +8819) und Inmarsat (Vorwahlen +870 bis +874). Kauf oder Miete sind bei verschiedenen Outdoor- und Expeditionsausstattern möglich.

Internet[Bearbeiten]

In den letzten Jahren hat das Internet auch in Ägypten Einzug gehalten. Die Anbindung erfolgt in den meisten Fällen über Telefonmodems. In den Großstädten und in vielen Hotels gibt es Internet-Cafés. Die Kosten pro Stunde betragen zwischen LE 2 und LE 30. In gehobenen Hotels gibt es manchmal auch DSL und/oder WLAN, allerdings zu meist hohen Kosten von bis zu 15 Euro pro Tag.

Die genannten Mobilfunkunternehmen bieten auch mobiles Internet via USB-Modem. Bei Orange gibt es beispielsweise für EGP 125 insgesamt 60 Stunden mobiles Internet.

Post[Bearbeiten]

In Ägypten gibt es eine staatliche Postgesellschaft. Sie betreibt zahlreiche Filialen insbesondere in den Städten. Ihre Urlaubspost wird in den Hotels aber in der Regel entgegen genommen, so dass man nicht nach dem Postamt suchen muss.

Der Postversand gilt als sicher. Für den Transport in oder nach Ägypten beschriftet man die Sendung am besten in großer arabischer und lesbarer Schrift oder lässt sich dabei helfen.

Wertvolle oder Auslandssendungen in versiegelter Form können versichert werden; die Kosten sind dann zum Teil beträchtlich.

Der Versand einer Postkarte ins Ausland kostet LE 4 (Stand 9/2016).

Botschaften und Konsulate[Bearbeiten]

Die Botschaften sind natürlich alle in der Metropolregion Groß-Kairo in Kairo, el-Gīza und el-Maʿādī angesiedelt. Viele Länder unterhalten zudem Konsulate in anderen Städten, zumeist in Alexandria, aber auch in Scharm esch-Scheich und Hurghada. Für Bürger der Bundesrepublik Deutschland gibt es ein Konsulat in Alexandria. Der deutsche Honorarkonsul in Hurghada hat seine Tätigkeit eingestellt.

Zweigstellen der ägyptischen Tourismus-Behörde[Bearbeiten]

In Ägypten

In deutschsprachigen Ländern

  • ÖsterreichFlagge Österreich Ägyptisches Fremdenverkehrsamt, Opernring 3/3/301 – 303, 1010 Wien. Tel.: +43 (0)1 587 6633, Fax: +43 (0)1 587 6634, Email: .
  • SchweizFlagge Schweiz Office du Tourisme d’Égypte, Stampfenbachstr. 42, 8006 Zürich. Tel.: +41 (0)44 350 2040, Fax: +41 (0)44 350 2042, Email: .

Siehe auch: ägyptische Fremdenverkehrsämter in weiteren Staaten.

Zeitzone und Uhrzeit[Bearbeiten]

Die Uhrzeit in Ägypten ist der Mitteleuropäischen Zeit um eine Stunde, der Greenwich-Zeit um zwei Stunden voraus, d.h., die Uhren müssen entsprechend um eine Stunde bzw. zwei Stunden vorgestellt werden.

Seit 2015 gibt es keine Sommerzeit mehr.[10]

GPS-Nutzung[Bearbeiten]

Die ägyptische „National Telecommunications Regulatory Authority“ (NTRA) hat das Verbot der GPS-Nutzung Anfang April 2009 aufgehoben.

Um ein mögliches Importverbot zu umgehen, deaktivieren einige Hersteller die GPS-Funktion in ihren Geräten. IPhones deaktivieren immer noch automatisch die GPS-Funktion, wenn sie ein ägyptisches Mobilfunknetz in ihrem Empfangsbereich entdecken.

Literatur[Bearbeiten]

Sachliteratur[Bearbeiten]

  • Ibrahim, Fouad N. ; Ibrahim, Barbara: Ägypten : Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. Darmstadt : Wiss. Buchges., 2006, ISBN 978-3-534-17420-1. Landeskunde zu Ägypten.
  • Eggebrecht, Arne: Das alte Ägypten : 3000 Jahre Geschichte und Kultur des Pharaonenreiches. München : C. Bertelsmann, 1997 (4. Auflage), ISBN 978-3-570-04418-6. Beschreibung des pharaonischen Ägypten.
  • Capuani, Massimo: Christian Egypt : coptic art and monuments through two millennia. Collegeville, Ma. : Liturgical Press, 2002, ISBN 978-0-8146-2406-7 (In Englisch). Beschreibung christlicher Stätten Ägyptens.
  • Behrens-Abouseif, Doris: Islamic architecture in Cairo : an introduction. Leiden : Brill, 1992 (2. Auflage), (Studies in Islamic art and architecture ; 3), ISBN 978-90-04-08677-7 (In Englisch). Einführung in die islamische Architektur von Kairo.

Reiseführer[Bearbeiten]

Im Folgenden werden einige recht brauchbare gedruckte Reiseführer gelistet. Wohl wegen der gegenwärtigen politischen Lage und den gesunkenen Touristenzahlen gibt es seit mehreren Jahren keine Neuauflagen mehr.

  • Tondok, Wil: Ägypten individuell : Reisehandbuch zum Erleben, Erkennen und Verstehen eines fantastischen Landes. München : Reise-Know-How-Verl. Tondok, 2011 (18. Auflage), (Reise-Know-how), ISBN 978-3-89662-476-5.
  • Braun, Ralph-Raymond: Ägypten. Erlangen : Müller, 2012, ISBN 978-3-89953-429-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Presse[Bearbeiten]

Ägyptische Regierung[Bearbeiten]

Newsgroups und Foren[Bearbeiten]

Einzelnachweise

  1. CAPMAS: Egypt’s population to reach 98 million next week: CAPMAS, Nachricht vom 30. November 2015 auf Daily News Egypt, eingesehen am 30. November 2015.
  2. Egypt’s tour guides frustrated at tourist’s death, Nachricht von Youm7 vom 12. November 2011.
  3. Karim el-Gawhary : Wächter der Scharia, Artikel in der tageszeitung vom 17. September 2009.
  4. Interview mit Nihad Abu al-Qumsan: Wenn sexuelle Belästigung alltäglich wird vom 9. Januar 2009 auf Qantara.de.
  5. Kristina Bergmann: Warum einer Frau 1001 Komplimente pro Tag auf die Nerven gehen, in der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag vom 13. Januar 2008.
  6. Astrid Frefel: Coffeeshops spalten Ägyptens Gesellschaft in der Basler Zeitung vom 2. April 2009.
  7. Ägypten schiebt homosexuelle Ausländer ab, Nachricht auf RTL.de vom 15. April 2015. — Emir Nader: Net tightens on gays in Egypt as foreigners approved for deportation, Nachricht auf Daily News Egypt vom 15. April 2015.
  8. Water cuts continue throughout Cairo, Daily News Egypt vom 18. August 2010; Egyptians protest power outages, block key highway, Daily News Egypt vom 19. August 2010.
  9. National Numbering Plan for Egypt, Internationale Fernmeldeunion, eingesehen am 25. Dezember 2016.
  10. 28. April 2016: Wieder Sommerzeit in Ägypten
Vollständiger Artikel Dies ist ein vollständiger Artikel, wie ihn sich die Community vorstellt. Doch es gibt immer etwas zu verbessern und vor allem zu aktualisieren. Wenn du neue Informationen hast, sei mutig und ergänze und aktualisiere sie.