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Madeira

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Madeira (port. madeira = Holz) ist eine portugiesische Insel etwa 1.000 km südwestlich von Lissabon und 600 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean. Sie gehört mit der kleineren Insel Porto Santo und zwei unbewohnten Inselgruppen, den Ilhas Desertas und den Ilhas Selvagens, zu einem Archipel, der die autonome Provinz Madeira bildet.

Madeira 71.jpg

Regionen[Bearbeiten]

Verwaltungstechnische Kreise (municípios) auf Madeira

Verwaltungstechnisch ist Madeira so organisiert, dass die elf größten Gemeinden das zugehörige Küstengebiet bis hinauf ins angeschlossene Bergland betreuen. Das sind im Uhrzeigersinn ab der Hauptstadt: Funchal (FNC), Câmara de Lobos (CML), Ribeira Brava (RBR), Ponta do Sol (PSL), Calheta (CLH), Porto Moniz (PMZ), São Vicente (SVC), Santana (STN), Machico (MCH), Santa Cruz (SCZ) und die Insel Porto Santo (PXO). Dem entspricht auch die überall anzutreffende Benennung der Orte. In Calheta beispielsweise ist der Ort selbst etwas zurückgesetzt von der Küste anzutreffen, Calheta Beach benennt den eigentlichen Strand. Arco di Calheta umfasst die auf der ersten Gebirgskante über der Küste angesiedelten Orte und Estreito di Calheta befindet sich bereits an der Grenze zum Hochgebirge. Ähnliche Namensgebungen finden sich überall auf der Insel.

Für touristische Zwecke macht diese historisch entsprechend dem Besiedlungsfortschritt gewachsene Verwaltungsgliederung aber keinen Sinn, daher die im Folgenden benutzte Unterteilung auf die einzelnen Küstenabschnitte, das zentrale Bergland und die Inseln von Porto Santo und den Desertas.

Orte[Bearbeiten]

Südostküste[Bearbeiten]

Botanischer Garten in Funchal
  • Funchal - für Funchal (eigentlich: Funchall) sollte man ruhig mehrere Tage einplanen. Es gibt viel zu sehen, wenn man die Stadt zu Fuß erobert. Da es aber sehr hügelig ist, wird die Sache auch recht anstrengend. Daher lieber mit mehr Zeit sich auf Funchal einlassen. Der botanische Garten liegt weit oberhalb des Stadtzentrums und hier kann ein Taxi schon einen Muskelkater verhindern. Es gibt sehr schöne, kleine Museen, teils von Privatleuten liebevoll ausgestattet.
  • Santa Cruz (Madeira) - Flughafen
  • Camacha
  • Caniço
  • Câmara de Lobos - nahe bei der zweithöchsten Klippe der Welt, das Cabo Girão

Südwestküste[Bearbeiten]

Nordwestküste[Bearbeiten]

Nordostküste[Bearbeiten]

Kirche in Machico

Landesinneres und Hochgebirge[Bearbeiten]

Porto Santo[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Madeira liegt im Atlantik, weit vor der Küste Marokkos. Die Insel wurde relativ spät von den Portugiesen besiedelt und hat bis heute viel Natur unversehrt erhalten können. Sie ist vulkanischen Ursprungs und erhebt sich auf fast 1900 m aus dem Meer. Durch die großen Höhenunterschiede gibt es auf Madeira zahllose ungewöhnlich steile Straßen. Da der Großteil der Insel aus steilen Hängen besteht, sind viele Häuser an die Hänge gebaut. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche sind oft übereinander angeordnet und nicht selten ist die Garage im obersten Geschoss der Häuser. Aufgrund ihrer Entstehung ist Madeira keine typische Badeurlaubsinsel, sondern eher Ziel von Wanderern und Naturliebhabern. Sandstrände existieren kaum. Die Küste ist recht dicht besiedelt, das Hochgebirge im Innern der Insel nur dünn.

Sprache[Bearbeiten]

Da Madeira zu Portugal gehört, wird hier auch Portugiesisch gesprochen. Aufgrund der Geschichte als Urlaubs- und Erholungsort für die englische Aristokratie und Upper-Class im 19. und 20. Jahrhundert kommt man hier mit Schul-Englisch nahezu problemlos fast überall klar. Auch geschriebenes Deutsch ist mittlerweile vielerorts anzutreffen. In Caniço auch gesprochenes, da dort viele Deutsche Feriendomizile haben.

Anreise[Bearbeiten]

In der Regel wird man Madeira über den bei Santa Cruz gelegenen Flughafen (IATA CodeFNC) erreichen. Die Flugzeit von Frankfurt am Main beträgt dabei ungefähr vier Stunden. Der Anflug selbst ist dabei ein echtes Erlebnis, da man das Gefühl hat, mitten im Meer zu landen. Im Jahr 2000 wurde die Landebahn durch eine Konstruktion aus Betonstelzen verlängert und anders ausgerichtet. Dieser 520 Millionen Euro teure Ausbau ermöglicht es nun auch größeren Maschinen aus Übersee hier zu landen. Bis dahin war die Landung nur erfahrenen Piloten vorbehalten, die eine spezielle Madeira-Lizenz benötigten.

Von Deutschland werden Direktflüge im Wesentlichen durch die Reiseveranstalter angeboten. Linienflüge sind oft teurer und erfordern regelmäßig ein Umsteigen, meist in Lissabon oder Madrid. Außerhalb der Saison werden zunächst angebotene Direktflüge aber zum Zweck der Passagierauslastung gerne kurzfristig mit anderen Verbindungen zusammengelegt, so dass auch hier Umleitungen entstehen und der vordergründige Preisnachteil von Linienflügen schnell entfallen kann.

Alternativ kann man Madeira auch mit dem Schiff anfahren, beliebt sind die Kreuzfahrten zwischen den kanarischen Inseln und Madeira mit z. B. der AIDA-Flotte. Regelmäßige Fährverbindungen existieren zwischen Portimão an der portugiesischen Algarve-Küste sowie von Teneriffa und Las Palmas de Gran Canaria.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Straßennetz auf der gebirgigen Insel ist gut ausgebaut. Es gibt zahlreiche Tunnel, sogar innerhalb der Hauptstadt Funchal. Die beiden längsten sind ca. 3.100 Meter lang, insgesamt misst das Netz der Tunnel auf der Insel ca. 70 Kilometer.

Auf der ganzen Insel sind Leihwagen erhältlich, lokale Anbieter sind billiger als die bekannten Marktführer, allerdings ist der Zustand der Fahrzeuge auch nicht so perfekt. Da die Straßen auf Madeira häufig sehr schmal und steil sind, ergibt es Sinn, eher kleinere Modelle anzumieten. Wer noch nie in den Bergen Auto gefahren ist, sollte andere Fortbewegungsmittel in Betracht ziehen. Oft kann man auswählen, ob man auf den schnellen Tunnelstraßen oder den alten kurvigen Straßen sein Ziel erreichen will. Auch die alten Sträßchen werden erhalten, manche im Norden sind jetzt Einbahnstraßen Richtung Westen.

Auch wenn ein Leihwagen recht bequem ist, sollte man auch die preiswerten öffentlichen Busverbindungen ausprobieren. Es gibt neben den Horarios do Funchal für den Stadtverkehr zwei weitere Gesellschaften, die die Regionen bedienen, SAM im Osten und Rodoeste im Westen (Links in den Ortsartikeln). In der Touristeninformation in Funchal (Avenida Arriaga) ist ein Fahrplan mit allen Linien erhältlich, einen englischsprachigen Überblick über die wichtigsten Verbindungen von/nach Funchal gibt diese Website. Speziell für Wanderer ergibt sich so die Möglichkeit, Ziel- statt Rundwanderungen anzugehen. Die Busse fahren sehr pünktlich, daher bei der Planung etwas aufpassen! Allerdings fahren sie fast immer nur passend für Pendler und Schüler. Sie sind sehr auf Funchal ausgerichtet. An der Nordküste gibt es oft nur drei Busse pro Tag. Auch muss man aufpassen, wenn man "unterwegs" zusteigt, da Ankunft- und Abfahrtzeiten bei den meisten Haltestellen (Paragem) nicht aufgeführt wird. Die Gesellschaft Roedeste bietet eine Rundfahrt durch den Westen der Insel an (Funchal - Ribeira Brava - Encumeada-Pass - São Vicente (Madeira) - Nordküste - Porto Moniz mit ca. 4 Stunden Aufenthalt - Calheta - Ribeira Brava). Abgelegene Ecken (z. B. die Hochfläche Paúl da Serra und das wunderschöne Rabaçal) abseits der Küstenstraße kann man selbständig nur mit Mietauto oder trampend erreichen.

Einige Taxiunternehmer haben sich gerade auf Wanderer eingestellt und bieten entsprechende Bring- und Holservices für Ein- und Ausstiegspunkte von Wanderern oder anderen Touristen an. Für mehr als zwei Personen kann sich das lohnen, lokale Kenntnisse gibt es gratis dazu. Fragen bei den Gastgebern, der Touristeninformation oder am Taxistand lohnt sich.

Günstigster Busunternehmer der Insel mit Reiseführung in englischer und deutscher Sprache ist das Unternehmen Strawberry. Die Ganztagsfahrten WEST und OST erschließen die wichtigsten Schönheiten der Insel optimal, die blauen Busse sind mit allem Komfort und Air-condition ausgestattet und starten ab dem Hotelviertel im Westen Funchals bzw. Hotelabholung innerhalb Funchals gratis. Die Preise liegen weit unter denen der renommierten Reisegesellschaften wie TUI etc.

Sehr empfehlenswert auch ein Halbtagsausflug ins Tal der Nonnen (Curral das Freiras), welcher auch leicht und günstig mit den öffentlichen Bussen ab Funchal (Abfahrt bei Seilbahnstation) organisiert werden kann.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Einzigartig für Madeira sind die Levadas. Hierbei handelt es sich um Bewässerungskanäle, die die ganze Insel durchziehen. Alle Levadas werden von schmalen Wirtschaftswegen begleitet. Sie wurden seit Besiedelung der Insel durch die Portugiesen angelegt, um die Bewirtschaftung der meist als Terrassen angelegten Felder auch auf der trockeneren Inselsüdseite zu ermöglichen.

Blick durch den Glasboden des Skywalks runter auf die Felder

In der Nähe von Camara de Lobos hat Madeira mit dem Cabo Girao eine der höchsten Steilküsten der Welt zu bieten. Hier geht es fast 600 m steil in die Tiefe. Seit 2012 ist hier eine Aussichtsplattform mit Glasboden installiert.

Wer sich nur das Madeira (Wein-)Museum ansieht, verpasst sehr viel. Andere Museen siehe unter Funchal. Und in Caniçal gibt es das (kleine) Walfangmuseum.

Der Lorbeerwald (Laurisilva, auch "Feenwald") ist seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe und auch einen Besuch wert. Eine sehr schöne, wenn auch mit 13km lange Levadawanderung führt durch diesen zum Caldeirao Verde, dem grünen Kessel. (Weg aktuell gesperrt)

Der "Feenwald" von Fanal.

Von Touristen auch sehr gerne besucht, haben sich die Meerwasserschwimmbäder bzw. Lavabecken (Lidos) zu einer wahren Attraktion gemausert. Das wohl bekannteste und eindeutig meist Fotografierte liegt in Porto Moniz. Unzählige Touristenbusse halten dort täglich zu einem Fotostopp. Ein weiteres, weniger hübsches, aber deutlich größeres, befindet sich in Seixal.

Die Korbschlitten von Monte. "Todesmutig" stürzen sich Touristen in großen Schlitten, auf öffentlichen Straßen, von Monte hinunter nach Funchal. Auch wenn in Dokumentationen im Fernsehen so aussieht, es hat nichts mit "Todesmut" zu tun. Die Fahrt ist wirklich langsamer als es beim Zuschauen den Anschein hat. Die 2 km lange Abfahrt startet nahe der oberen Seilbahnstation. Das Taxi kann man sich sparen, da man nur 200 m zu laufen hat. Direkt unterhalb der Kirche Igreja de Nossa Senhora do Monte beginnt die Abfahrt für ca. 15 € pro Person.

Lavahöhlen von São Vicente. Hier kann man durch Lavatunnel gehen und sich die Entstehung von Madeira erklären lassen.

Schwarze Strände. Madeira selbst hat, im Gegensatz zu Porto Santo, wenige natürlichen Sandstrände. Für die Touristen wurden aber inzwischen einige mit importiertem Sand aus Afrika angelegt. z.B. Calheta Beach. Da Madeira eine Vulkaninsel ist, gibt es einige kleine schwarze Sandstrände. Ein verhältnismäßig großer liegt an der Nordküste am Hafen von Seixal. Ein rein optisch schönerer liegt am Westausgang von Seixal, wobei dieser nur bei Ebbe wirklich benutzbar ist.

Kirchen gibt es auf Madeira einige. Die meistbesuchte ist die Kathedrale Sé und die Igreja de Nossa Senhora do Monte, in der sich auch das Grab von Karl I. von Habsburg (letzter Kaiser von Österreich) befindet.

Blick vom Bootsanleger zum Panoramaaufzug

Mit der Seilbahn neben dem mittlerweile stillgelegten Panoramaaufzug die Steilküste hinab, kann man zum Fajã dos Padres. Dies ist ein kleiner Küstenabschnitt mit einem tollen Restaurant direkt am Meer, ein paar Feldern und einer winzigen Feriensiedlung, welchen man nur per besagtem Aufzug oder mit dem Schiff erreichen kann. Die Aufzugfahrt (ca. 4 Minuten) ist schon relativ "heftig", da die Technik doch gut mitgenommen aussieht (durch das Salzwasser und Steinschläge). Aber dennoch ein einmaliges Erlebnis, das schon wegen des leckeren Essens mit atemberaubender Aussicht lohnt. Nur sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein und auch nicht an Klaustrophobie leiden.

Entlang der Nordküste führt die alte Straße, welche mittlerweile durch neue Tunnel abgelöst wurde. Die teils stark verfallene Straße bietet einen großartigen Anblick und eine besondere Atmosphäre. Das Betreten ist erlaubt, erfolgt aber ausdrücklich auf eigene Gefahr. Wegen herabfallender Steine sollte ein Helm getragen werden. Wo größere Steine bereits auf der Straße liegen, sollte man diese besser garnicht betreten. Auch sollte man stets ausreichend Abstand zum instabilen Abgrund halten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wandern[Bearbeiten]

Levada do Norte

Levada-Wanderungen sind sehr empfehlenswert. Nur so bekommt man einen Eindruck von diesem überwältigenden Garten mitten im Meer. Alle paar Meter ändert sich die Landschaft, man trifft entlang der Levadas immer mal wieder andere Wanderer und hat Spaß daran, aneinander vorbei zu balancieren. Voraussetzung ist allerdings gute körperliche Verfassung, teilweise sollte man schwindelfrei sein, gute Informationen (Reiseführer z. B. John und Pat Underwood: Madeira Wanderungen und Autotouren, Verlag Sunflower oder Raimondo Quintal: Levadas und Wege auf Madeira, Verlag Ribeiro, Funchal / Wanderkarte Madeira Tour & Trail -auch reißfest-, Goldstadt-Wanderkarte) und etwas Ausrüstung (Trillerpfeife für Notfälle, Taschenlampe für Tunnel, immer genug zu trinken). Alle Einheimischen sind gern bereit zu helfen, wenn man sich nach dem Weg erkundigen will.

Der große Vorteil der Levadas ist, dass man kaum Steigungen überwinden muss, wenn man ihnen folgt. Der Zustand dieser Wege und deren Absicherung variiert jedoch gewaltig. Man sollte sich daher über die Beschaffenheit der Wege informieren, falls man eine Wanderung plant. Auf der offiziellen Tourismus-Website wird aktuell der Zustand der Levada- und Wanderwege angegeben, z. B. für Sperrungen oder Unterhaltungsarbeiten. Sehr empfehlenswert ist hierzu das Buch von Rolf Goetz aus dem Rother Wanderführer Verlag. Hier erhält man genaue Informationen über die Wege. Teilweise sind die Levadas bzw. die Wege in Felswände gehauen und es geht neben dem Weg ungesichert steil in die Tiefe. Auch wenn in letzter Zeit vermehrt Anstrengungen unternommen wurden, die Wege touristengerecht herzubereiten, so gibt es doch immer wieder ernsthafte Verletzungen und sogar Todesfälle. Auch für Personen mit Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen) sind nicht alle Wanderungen geeignet, da es oftmals gilt, lange, dunkle, enge und niedrige Tunnel zu durchqueren. Daher sollte eine Taschenlampe zur Grundausstattung jedes Levada-Wanderers gehören.

Levada dos Tornos. Leichte und wunderschöne Levada-Wanderung für Einsteiger. Sie führt von Blandy´s Garden (Palheiro Gardens) (von Funchal leicht mit Bus erreichbar) nach Monte. Zum Besuch laden Teehäuser entlang der Strecke wie z. B. das prächtig oberhalb Funchals gelegene Hortensia Teahouse ein. Der Weg führt erst durch bebautes Gebiet und anschließend entlang blühender Hänge. Von Monte dann mit Korbschlitten oder Seilbahn zurück nach Funchal.

Levada das 25 Fontes. Diese ca. 5 km lange Wanderung führt entlang der Levada das 25 Fontes. Der Anfang des Weges ist in Rabaçal. Nach dort gelangt man vom oberhalb Rabaçals gelegenen Parkplatz per Shuttle-Bus (3 €) oder zu Fuß entlang der Asphaltstraße. Alternativ kann man vom Parkplatz weiter bis in die nächste Senke gehen und dort rechts hinter der Leitplanke (Kreuzung ER 105 und Estrada Dr. Roberto Monteiro) einen versteckten, schwierigen aber lohnenswerten Wanderweg einbiegen (auf OSM-Karten sichtbar). Wem der Weg entlang der Levada das 25 Fontes zu lang ist, der kann den deutlich kürzeren Weg entlang der Levada do Risco zum Risco-Wasserfall nehmen und später zur unteren Levada wechseln. Gutes Schuhwerk ist bei den häufig matschigen und schmalen Wegen ratsam. Im Anschluss an die Wanderung kann man in das Café Rabaçal am Anfang des Weges einkehren.

Blick auf den Risco-Wasserfall.

Caldeirão Verde. Bei Santana zur Caldeirão Verde und weiter in den Caldeirão do Inferno.

Vereda do Fanal zum Lorbeerwald. Der Wanderweg startet auf der Paul da Serra und führt auf 10,8 km durch die Hochebene auf der Vereda do Fanal zum alten Lorbeerwald. Da der Weg des öfteren die Straße kreuzt kann man ihn auch später betreten und die Wanderung etwas verkürzen. Man kann auch direkt zum Forsthaus am Lorbeerwald fahren.

Pico Ruivo. Eine einfache Wanderung (etwa 1 Stunde) führt vom Parkplatz Achada do Teixeira (1592 m) zum Pico Ruivo (1862 m).

Pico do Arieiro. Eine besonders bei schönem Wetter (auch wenn unten Wolken sind, kann es in der Höhe sonnig sein!) empfehlenswerte Wanderung führt auf dem Grat vom Pico do Arieiro (Straße mit großem Parkplatz am Gipfel (1818 m) / Webcam bei netmadeira / Radarstation der NATO) über den Pico das Torres zum Pico Ruivo. Früher war es eine bergsteigerische Leistung, jetzt gibt es teilweise einen Treppenweg mit Geländer (und recht hohen Stufen). Etwas Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ist weiterhin nötig, außerdem Kondition und gutes Schuhwerk: es geht dauernd auf und ab im baumlosen Hochgebirge. Eine Taschenlampe ist für den 100 m langen Tunnel mit Pfützen sinnvoll. Der etwas leichtere Weg durch weitere Tunnel verkürzt die 3 bis 3,5 Stunden dauernde Tour um fast eine Stunde. Hin und zurück ist es eine echte Tageswanderung. Nimmt man den kürzeren Abstieg zur Achada do Teixeira sind es um die 4 Stunden.

Encumeada-Pass. Ein weiterer interessanter Abstieg vom Pico Ruivo führt nach Westen zum Encumeada-Pass, das dauert etwa 5 Stunden.

Schwimmen und Baden[Bearbeiten]

Baden ist etwas Besonderes auf Madeira. Aufgrund der südlichen Lage sind Luft- und Wassertemperaturen optimal. Die meisten Strände auf Madeira bestehen jedoch aus Kies, lediglich in Prainha existiert ein Sandstrand. Zahlreiche Meeresschwimmbäder (das bekannteste ist das LIDOS in Funchal) mit direktem Zugang zum kristallklaren Atlantik laden ein. Wer allerdings weißen Strand sucht, hat nur zwei Möglichkeiten, die künstlich mit Sahara-Sand aufgeschüttete Lagune von Calheta oder in Machico, oder man fährt mit dem Schiff auf die kleine Nachbarinsel Porto Santo mit dem legendären 9 km langen Sandstrand.

Die "Lagune" von Calheta mit dem aus Marokko importierten Sand wird derzeit zum Atlantik hin mit meterhohen Betonblöcken (Küstenschutz) zugebaut, so dass man auf der Seeseite des Hotels Calheta Beach auf dem Sand sitzend den Blick nur der Küste folgend richten kann, nicht aber direkt auf den Atlantik. Calheta ist daneben kein besonders reizvoller Ort. Eine Möglichkeit, Baden selbst zur Hauptattraktion zu machen, bietet aber der Nordwesten der Insel: Porto Moniz oder der weniger bekannte Nachbarort Seixal mit großen Naturschwimmbecken aus Lavagestein, die von der Atlantik-Brandung immer wieder kräftig durchgespült werden: grandios und einzigartig.

Spiel und Sport[Bearbeiten]

Daneben besitzt Madeira mehrere Golfplätze, auch das von Wanderern nicht so geliebte Mountainbiking wird betrieben. In Calheta und am Cabo Girão wird Gleitschirmfliegen angeboten. Bootstouren mit Whalewatching, Tauchen, Segeln und alle weiteren Formen des Wassersports hauptsächlich in Funchal, aber auch von anderen Häfen der Insel und auf Porto Santo. Surfer konzentrieren sich hauptsächlich auf die Küste bei Paúl do Mar oder die Nordwestküste um Seixal.

Kaufen[Bearbeiten]

Die Markthallen (Mercado dos Lavradores) in Funchal sollte man sich nicht entgehen lassen! Die Preise im Obergeschoss für Südfrüchte, die fast alle importiert werden müssen, sind kräftig überhöht. Günstig dagegen sind Erzeugnisse des Landes wie Blumenzwiebel oder z. B. kleine süße Bananen, Kirschen, Erdbeeren sowie Süßkartoffeln und Gemüse (Möhren, Erbsen, verschiedene Kohlsorten). Ein besonderer exotischer Genuss ist der Verzehr der sogenannten Ananasbanane, einer sehr süßen Frucht, die tatsächlich wie eine Mischung aus den namensgebenden Bestandteilen schmeckt. Allerdings handelt es sich hierbei um kein preiswertes Vergnügen, für eine einzelne Frucht muss man um die 5 Euro hinlegen (Dezember 2006).

Außerhalb der Hauptstadt finden in immer mehr Gemeinden sonntägliche Bauernmärkte statt, auf denen man sich sehr günstig mit lokalen Produkten versorgen kann oder auch nur die Farbenpracht genießen. Ein Erlebnis als solches bietet Estreito de Camara dos Lobos in der eigenen Markthalle mit neu gebautem, nebenstehendem Parkhaus, etwas kleiner und rustikaler auch Prazeres.

Als Souvenir eignet sich neben den Madeiraweinen - übrigens ist der Wein (ohne Brandy) auch nicht schlecht und der Poncha, ein sehr süßes Getränk, das aus Zitronen-/Orangensaft, Honig und Zuckerrohrschnaps (Aguardente de Cana) besteht. Auch gibt es noch eine Zuckerrohrschnapsherstellung in Calheta. Eine weitere wohlschmeckende Spezialität sind Fenchelbonbons.

Und es gibt die (nicht gerade billigen) in Handarbeit gestickten Deckchen und Tischdecken in Manufakturen zu erwerben. Oder die (Weiden)korbwaren aus Camacha.

In der Hauptstadt bekommt man deutsche Tageszeitungen (wenn man früh genug da ist) - das ist in den anderen Orten nicht selbstverständlich.

Supermarkt. Es gibt verschiedene Supermärkte auf Madeira. Am verbreitetsten sind Spar und Continente. Spar-Filialen sind oft kleiner mit höheren Preisen. Continente ist meist deutlich größer und wesentlich günstiger.

Küche[Bearbeiten]

Obststand in der Markthalle Mercado dos Lavradores in Funchal

Madeira verfügt allenthalben über eine sehr solide, bodenständige Gastronomie, die in Anbetracht der verfügbaren Produkte allerdings oft sehr ideenlos daherkommt. Zu den immer frischen Fisch- oder Fleischgerichten wird in der Regel eine salz- und gewürzarme Beilage an Kartoffeln und Mischgemüse gereicht. Selbstversorger finden in den lokalen Märkten durchaus ein Paradies an Einkaufsmöglichkeiten, in der Gastronomie sollte man aber eher höherklassig speisen, wenn man die breit gefächerte kulinarische Ausgangsbasis der Insel ausnutzen möchte.

Schwarzer Degenfisch in der Markthalle Mercado dos Lavradores in Funchal

Degenfisch. Der Schwarze Degenfisch (port.: Espada) ist ein Tiefseefisch, der in der Tiefe mit Angeln gefangen wird. Er kommt nur in Japan und um die Insel Madeira vor. Der Fisch erreicht die Wasseroberfläche nach dem Fang in bereits totem Zustand, da die Schwimmblasen durch den schnellen Druckunterschied beim Heraufholen der Angeln platzen. Er hat ein urtümlich bizarres Aussehen und erreicht eine Länge von ca. 1,5 Metern, wobei der Kopf mit dem großen Maul circa ein Viertel der Gesamtlänge ausmacht. Erhältlich ist der Fisch jeden Tag frisch in den Markthallen von Funchal und in größeren Supermärkten auf der ganzen Insel.

Trotz seines bizarren Äußeren ist der Degenfisch ein sehr beliebter und wohlschmeckender Speisefisch auf Madeira. Er wird auf vielfältige Weise zubereitet: gegrillt, gebacken oder gebraten. Besonders abenteuerlich erscheint die Zubereitungsvariante mit den einheimischen kleinen, süßen Bananen - aber als Besucher von Madeira sollte man diese Spezialität unbedingt einmal in einem kleinen Restaurant der Madeirenser Einheimischen probieren.

Espetada im offenen Ofen

Auf so ziemlich jeder Restaurantkarte findet man Fleischspieße mit Ochsenfleisch (Espetada). Wird der Spieß auf traditionelle Art und Weise zubereitet, so sind die Fleischstücke auf einem frischen Lorbeerast aufgespießt (und bei Weinfesten u.ä. auf offener Flamme gebraten, in Eigenarbeit).

Eine Reihe von kleinen Restaurants findet man z. B. in der Rua da Carreira oberhalb des Stadtgartens sowie in der sogenannten Altstadt beim Fort Sao Tiago.

Typisch für Madeira ist das überall anzutreffende Bolo do Caco. Hierbei handelt es sich um ein sehr sättigendes Gebäck, das es wahlweise mit Knoblauchbutter oder Chorizo zu kaufen gibt.

Bananen. Auf Madeira gibt es zahlreiche Banenenplantagen. Auch wenn die Banane in Madeira nicht heimisch war, sollte man Madeiras Bananen doch einmal probieren. Sie sind süßer und ihr Fleisch ist gelber als das der in Deutschland vertriebenen Sorten.

Sicherheit[Bearbeiten]

Auf Madeira sind generell keine besonderen Probleme hinsichtlich der Sicherheit zu erwarten. Was oft nervt, sind aufdringliche Werber für Hotelanlagen (mit "gewonnenem Gewinnspiel, kostenlosem Wein, Taxitransfer etc."). An einigen Sehenswürdigkeiten versuchen manchmal Kinder, Blumen zu verkaufen. Darauf sollte man sich ruhig einlassen, die Preise sind minimal und die Familien der Kinder sind oft auf diese Einnahmen angewiesen.

Klima[Bearbeiten]

Madeira ist als die Insel des ewigen Frühlings bekannt. Das Klima der Insel ist sehr ausgeglichen. Extremwerte gibt es nicht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 19 °C. Die Temperaturspanne (Durchschnittswert) reicht von 16 °C im Winter bis 23 °C im Sommer. Auf der Inselnordseite ist es ganzjährig feucht, während die Südseite nur im Winter größere Niederschlagsmengen verzeichnet. Man sollte Temperaturen von ±25 °C nicht unterschätzen (Sonnenschutz ist unbedingt notwendig), da die Insel weit im Süden liegt und die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist! Auch wenn sich die Temperaturwerte für diesen Breitengrad nicht sehr hoch anhören, ist die "gefühlte Temperatur" bei direkter Sonneneinstrahlung viel höher. So wird aus dem Baden im Atlantik doch eine willkommene Erfrischung.

Gesundheit[Bearbeiten]

Auf Madeira ist das tropische Dengue-Fieber nicht unbekannt. Bisher wurden 1300 Infektionsfälle gezählt, davon etwa 600 bei heimkehrenden Touristen. Es gibt noch kein Abwehrmittel oder Impfung gegen diese von Mücken übertragene Infektion. Daher ist Eigenschutz unbedingt notwendig. Reiseveranstalter weisen auf diese Tatsache meistens nicht explizit hin. Wirksam sind nur Insektenschutzmittel mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

An vielen Orten Madeiras sind in Strandnähe WIFI-Zonen eingerichtet, die einen staatlich geförderten, öffentlichen Internet-Zugang ermöglichen. Diese Zonen sind jeweils ausgeschildert.

In den Bergregionen muss man davon ausgehen Vielerorts keinen GSM-Empfang zu haben. Daher sicherheitshalber immer jemandem mitteilen, wohin die Wanderung gehen soll und wann man gedenkt zurück zu sein.

In jedem fast noch so kleinen Ort gibt es eine Postfiliale und auch die roten Briefkästen gibt es, im Gegensatz zu Deutschland, zu hauf.

Ausflüge[Bearbeiten]

Tagesausflüge zur Nachbarinsel Porto Santo.

Literatur[Bearbeiten]

  • Madeira: Die schönsten Levada- und Bergwanderungen. 60 Touren. Mit GPS-Tracks. 60 abwechslungsreiche Levada- und Bergwanderungen;
Bergverlag Rother; 14,90 €; ISBN 3763342745;

Weblinks[Bearbeiten]


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