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Algerien

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Algerien liegt in Nordafrika. Es besitzt im Norden eine Küste zum Mittelmeer und wird von Marokko im Nordwesten, Tunesien im Nordosten, Libyen im Osten, Niger im Südosten, Mali im Südwesten und Mauretanien sowie der Westsahara im Westen begrenzt. Algerien ist das größte Land in Afrika.

Regionen[Bearbeiten]

Städte[Bearbeiten]

Karte von Algerien

Hintergrund[Bearbeiten]

Das letzte Jahrhundert der algerischen Geschichte war durch Krieg überschattet. Vor allem der Unabhängigkeitskrieg in den 1960er und der Bürgerkrieg in den 1990er Jahren hat das Land geprägt.

Achtzig Prozent der Algerier leben im milderen Norden; in der Sahara finden sich lediglich vereinzelt Oasen. Die Region im Norden ist gebirgig, der Tell Atlas erstreckt sich über den gesamten Norden bis hin zur Grenze nach Tunesien.

Anreise[Bearbeiten]

Europäer benötigen für die Einreise ein Visum, das im Voraus bei einer der algerischen Botschaften oder Konsulate zu beantragen ist. Die Bearbeitungszeit beträgt zwei Wochen. Abgesehen von den üblichen Unterlagen verlangt man noch „eine vom Vorsitzenden der Gemeindeversammlung des Wohnorts der einladenden Person legalisierte Unterkunftsbescheinigung (Geschäftsreisende stattdessen Einladung des algerischen Geschäftspartners); Buchungsbestätigung des Hotels; Flugticket/Fahrschein für Hin-/und Rückreise; Arbeitsbescheinigung; Nachweis einer Auslandskrankenversicherung; Überweisungsbeleg. In der BRD zuständig sind:

  • Für Einwohner von Berlin, Hamburg, Schleswig Holstein, Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Sachsen Anhalt: Kosularabteilung der Botschaft, Görschstraße 45-46, 13187 Berlin-Pankow. Tel.: +49 30-43 737-0. Anträge per Post werden nicht angenommen. Geöffnet: Antrag Mo., Mi. 9.00-13.00, Abholung Fr.
  • Generalkonsulat, Friedrich-Ebert-Anlage 23, 60325 Frankfurt. Geöffnet: Mo., Mi. 9.00-14.00, Abholung Fr. Preis: € 60 bis 90 Tage.

In Österreich ist das Visum bei der algerischen Botschaft in Wien zu besorgen und kostet 35 €. Die Bearbeitungszeit beträgt 7 Werktage. algerische Botschaft Wien.

Für die Schweiz und Liechtenstein:

Zoll

Zolfrei eingeführt werden dürfen 2 Liter Wein oder 1 Liter Schnaps. An Tabak 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak. Dazu Geschenke bis 1000 DA und Gegenstände des persönlichen Bedarfs.

Streng untersagt ist die Einfuhr von Feldstechern. Ebensowenig mitbringen darf man gebrauchte Motor- oder Fahrräder. Gepäck wird am Zoll durchleuchtet.

Die Ausfuhr der Landeswährung ist auf 10000 DA beschränkt.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

In Algerien gibt es vier größere Flughäfen: Algier, Annaba, Oran, Constantine, wobei alle internationalen Fluglinien ausschließlich Algier oder Oran anfliegen und die restlichen Städte eher als Regionalflughäfen mit einigen Verbindungen nach Frankreich fungieren.

Von Deutschland aus kann man mit der Air Algerie oder mit der Lufthansa (beide von Frankfurt am Main) gelangen. Die Flugzeit von Deutschland beträgt in der Regel 2-3 Stunden.

Die nationale Fluggesellschaft Air Algérie fliegt viele Ziele in Europa an. Vor allem Frankreich, aber auch nach anderen afrikanischen Ländern und in den Nahen Osten gibt es gute Verbindungen. Mehr Informationen zum Flughafen Algier und den Fluggesellschaften gibt es auf der offiziellen Seite Aéroport d'Alger.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die einzige Möglichkeit, aus dem Ausland mit der Bahn anzureisen, ist von Tunesien aus. Von den anderen Nachbarstaaten gibt es keine Bahnverbindungen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Der Grenzübergang von/nach Marokko ist seit 1990 geschlossen, ebenso die Grenze nach Mali.

Um mit dem Auto nach Algerien zu gelangen fährt man am besten über die tunesische Grenze. Fahren sollte man über die nördlichste Grenze (Grenzübergang Tabarka) die südlicheren Grenzübergänge sind für Ausländer nur mit einem Guide passierbar. Einzelheiten zu den Übergängen an dieser Grenze im Landesartikel Tunesien.

Eine Reise über die anderen Nachbarstaaten Mauretanien, Niger oder Libyen ist zeitaufwendig, kann aber ein echtes Abenteuer sein. Zu beachten ist, dass die extremen Temperaturschwankungen eine ernste Gefahr für den Motor bedeuten. Außerdem läuft man Gefahr, auf der Straße auf meterhohe Sanddünen zu treffen, die oft einige Tage brauchen, bis sie wieder verschwunden sind. Diese Reise sollte nur mit einem Geländewagen und einem ortskundigen Führer gewagt werden.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die Preise einer Fähre von Frankreich oder Spanien nach Algerien sind oft um ein Vielfaches teurer als ein Flug. Falls man kein Auto zu transportieren hat, sollte man je nach Möglichkeit auf das Flugzeug umsteigen. Die meisten Verbindungen werden von Algerie Ferries, aus Barcelona, Alicante, |Marseille oder Genua angeboten. Die meisten Fähren verkehren nach Oran und Algiers, es gibt auch Fahrten nach Skikda.

Eine Fähre geht aus dem spanischen Almeria nach Ghazaouet (الغزوات).

Mobilität[Bearbeiten]

Bahnstrecken in Algerien (2015).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die staatliche Bahngesellschaft ist die SNTF. Die größeren Bahnhöfe sind behindertengerecht. Seit 2018 bedienen moderne Schnellzüge die Strecke von Algiers nach Oran drei Mal täglich.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Verlauf der Autoroute Est-Ouest.

Benzin ist vergleichsweise günstig. Der Fahrstil ist stark gewöhnungsbedürftig. Verbotsschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen werden von Algeriern eher als Wegweiser gesehen. Nicht umsonst hat Algerien eine der höchsten Unfallraten im Straßenverkehr weltweit. Auf den Landstraßen wird trotz Gegenverkehr bei geringsten Abständen überholt, daher sollten Landstraßen wenn möglich gemieden werden.

Richtung Süden gibt es nur Landstraßen. Diese sind in schlechtem Zustand und teilweise nur mit einem Allradauto befahrbar. Gewisse Gebiete dürfen durch Ausländer nur in Begleitung einer Polizeieskorte bereist werden.

Die algerische Regierung hat in den letzten Jahren in das Straßennetz investiert; viele der maroden und unsicheren Landstraßen sind erneuert beziehungsweise durch die neue Ost-West Autobahn ersetzt worden.

Die Autoroute Est-Ouest ist die einzige wirkliche Autobahn (A1). Sie verläuft von Annaba nach Oran, durchquert alle wichtigen Städte im Norden inklusive Algier und hat eine Länge von 1200 km. Die Autobahn wird zur Zeit gebaut. Ende 2016 waren die Abschnitte von El Bettim (البطيم) an der marokkanischen Grenze bis etwa Sétif fertiggestellt. Im Osten endet sie bei Dréan (الذرعان), ein Ausbau bis Tunesien ist seit längerem geplant, aber 2018 nicht fertig.

Mit dem Bau der im Inland verlaufenden 1020 km langen Autoroute des Hauts Plateaux (A2) wurde erst 2014 begonnen. Sie soll nach Vollendung 2025 von Tébessa (تبسة‎) über Khenchela, Batna, M'Sila, Boughezoul, Tiaret, Saïda nach Al Aricha (العريشة) führen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Im Grunde hat jeder größere Ort einen Busbahnhof. In kleineren Städten halten die Busse jedoch lediglich an bestimmten Stellen; bei den kleineren Städten, die keinen richtigen Busbahnhof besitzen, kauft man das Ticket beim Fahrer. Busreisen in Algerien sind mit einem Preis von etwa einem Euro pro 100 km sehr günstig. Alle Busse sind in der Regel mit Klimaanlage und bequemen Sitzen ausgestattet und stellen auch eine großartige Möglichkeit dar, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Bei längeren Fahrten ab 400 km ist ein Flug der Air Algérie die bessere Alternative, vor allem weil die Preise für Inlandsflüge sehr billig sind.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Von Algier aus gibt es Flüge in fast alle größeren Städte Algeriens. Fliegen lohnt sich vor allem bei längeren Strecken. Die einzige algerische Fluglinie ist Air Algérie, die Ticketpreise bewegen sich zwischen 50 - 100 € und variieren je nach Länge der Strecke. Datum und Zeit stellen keine Kriterien dar, die Preise sind Fixpreise und zum vollen Preis ersatzfähig sowie ohne Gebühr umbuchbar. Wenn man die Tickets am Flughafenschalter in bar kauft, sind sie etwas billiger als online.

Der Flughafen Algier ist der einzige moderne Flughafen, ein weiterer für internationale Ankünfte ist in Oran. Die anderen Flughäfen gleichen von der Größe eher Flugplätzen und sind mit spärlicher Infrastruktur und wenig Komfort ausgestattet, jedoch aushaltbar, wenn man nicht Stunden dort verbringen muss.

Taxis[Bearbeiten]

Üblich sind Taxis in den Städten oder bei Fahrten in Orte, die schwer mit dem Bus zu erreichen sind. Es ist zwischen normalen Taxis und Sammeltaxis zu unterscheiden. Letztere nehmen bis zu 4 Personen mit, die sich den Preis teilen, und warten bis das Fahrzeug voll ist. Falls man sich das Taxi nicht teilen möchte, muss man den vollen Preis zahlen. Bei spärlichen Französischkenntnissen empfiehlt es sich, nur bei jüngeren Fahrern einzusteigen, da diese meistens auch etwas Englisch können. Visitenkarten des Hotels oder sonstige exakte Angaben sind hier von Vorteil.

Sprache[Bearbeiten]

Die offiziellen Amtssprachen sind Arabisch und Berberisch. Die in Algerien gesprochene Variante des Arabischen unterscheidet sich stark von dem Arabischen, das in anderen Staaten gesprochen wird, wie zum Beispiel Ägypten oder Syrien. Viele französische Wörter wurden durch die Kolonialisierung Frankreichs in die Sprache integriert. Es ähnelt der in Marokko und Tunesien gesprochenen Variante.

Auch Leute, die Hocharabisch gelernt haben, werden es außer ein paar Brocken sehr schwer haben, den algerischen Dialekt zu verstehen. Jedoch sind die meisten Algerier auch des Hocharabischen mächtig. Durch die vielen ägyptischen Filme, die in Algerien ausgestrahlt werden, wird ägyptisches Arabisch auch von vielen Leuten verstanden und gesprochen.

Französisch ist als Sprache in der Wirtschaft, Verwaltung und Bildung auch noch nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Alltag sehr präsent. Es wird von vielen Algeriern gut gesprochen. Viele Verkehrsschilder und Hinweise sind nur in Arabisch und Französisch vorhanden.

Englischkenntnisse sind vor allem bei jüngeren Menschen vorzufinden. Obwohl das Niveau nicht dem in Deutschland oder in skandinavischen Ländern gleicht, ist es ausreichend für alltägliche Konversationen.

Menschen mit Deutschkenntnissen sind auch vereinzelt anzutreffen, da Deutsch die meistgewählte Fremdsprache in den Schulen ist. Selbst in jedem Dorf finden sich eine Handvoll Leute, die früher mal in Deutschland gelebt haben.

Zur Begrüßung und zum Abschied verwendet man üblicherweise den arabischen Gruß As-salamu alaykum. Ein paar Wörter im Dialekt (Darija) zu lernen kann hilfreich sein. Auch wenn diese falsch ausgesprochen werden, wird man meistens mit zusätzlicher Wertschätzung belohnt.

Ein paar übliche Wörter :

  • Kirak - Wie geht es dir?
  • Mleh - Gut
  • Shukran - Danke
  • Naam - Ja
  • Laa - Nein

Kaufen[Bearbeiten]

Der 2011 eingeführte 2000-Dinasr-Schein.

Die offizielle Währung ist der Algerische Dinar (DZD) auch Dinar Algerienne (DA). 1 € entspricht einem Wert von 135 DA (Stand März 2019). An Münzen laufen nur die Nennwerte 5, 20, 50 DA häufig um, es gibt auch andere. Banknoten sieht man vor allem in den Denominationen 200, 500, 1000, Banknoten zu 100 oder 2000 laufen kaum um.

Euros und Dollars kann man am besten am Flughafen oder in Banken wechseln. Obwohl der unlizenzierte Geldwechsel offiziell verboten ist, gibt es einen Schwarz-/Graumarkt für Devisen. Copyshops und andere Ladeninhaber tauschen oft zu einem Parallelkurs, der um etwa 25 % besser ist als der offizielle Kurs. Auch Taxifahrer kennen meistens Leute die tauschen. Sofern Sie sich auf dieses Risiko einlassen, sollten Sie sich keine alt aussehenden oder eingerissene Scheine geben lassen.

Die Ein- und Ausfuhr von Landeswährung ist verboten, wird aber nicht so streng kontrolliert. Geldautomaten sind in der Nähe von großen Hotels sowie in Banken und Postfilialen verfügbar, an ihnen kann man Algerische Dinar zum aktuellen Wechselkurs mit den gängigen Kreditkarten oder Maestro Karten abheben; falls eine PIN mit 6 Nummern nötig ist, muss man vor der 4-stelligen PIN zwei Nullen eingeben.

In den größeren Städten findet man Supermärkte die alle gängigen Produkte (keinen Alkohol!!!) anbieten, in kleineren Städten und Ortschaften findet sich immer ein kleinerer Lebensmittelhändler. Während des Sommers haben die meisten Läden üblicherweise wegen der Hitze von 12.00 - 16.00 Uhr geschlossen.

In allen Souks und Märkten kann und soll sogar gehandelt werden, ein guter Ansatz ist es bei der Hälfte des Preises anzufangen. Die Qualität der Ware sollte gründlich geprüft werden.

Obwohl Algerien als dritt teuerstes afrikanisches Land gilt ist Essen, Trinken sowie Wohnen im Vergleich zu europäischen Verhältnissen noch immer extrem billig. Der größte Kostenfaktor ist die Unterkunft, denn wer nicht auf Komfort verzichten möchte, muss wohl die sehr teuren Hotels wie Hilton, Sheraton ab 150 € (Durchschnittlicher Algerischer Monatsgehalt) pro Nacht nehmen. Günstigere Unterkünfte sind billigere Hotels oder Jugendherbergen, wovon die meisten aber weniger bequem sind und keine Extras wie WiFi oder Frühstück anbieten. Sonst ist alles von Lebensmitteln bis Benzin und alles, was den täglichen Gebrauch angeht, spottbillig, aber empfehlenswert ist, dass man trotz der scheinbar günstigen Kosten auf die Preise achtet und nicht mit dem Geld unkontrolliert herumschmeißt, sonst gibt man aus eigener Erfahrung am Ende gleich viel oder sogar noch mehr als bei einer Reise innerhalb Europas aus.

Küche[Bearbeiten]

In Algerien kann man überall für wenige Dinar satt werden und noch dazu ein leckeres Essen genießen, kleinere Restaurants sind überall zu finden und für rund 500 DA bekommt man eine Mahlzeit mit 3 Gängen. Der hygienische Standard ist gut und es wird regelmäßig kontrolliert. Traditionell wird immer eine Suppe als Vorspeise serviert.

Im Sommer wird in der Hitze generell eher leichte Kost wie Melonen oder Datteln gegessen vor allem zu Mittag sollte man nicht zu viel essen sonst liegt das Essen wie ein Stein im Magen.

Unterkunft[Bearbeiten]

Bekannte Hotels der oberen Klasse wie Hilton und Sheraton gibt es in Algier und Oran sind aber nicht besonders günstig. Kleinere Hotels sind leistbarer aber dafür oftmals wegen mangelnder Sauberkeit und Extras nicht zu empfehlen, besser man nimmt nicht gleich das erstbeste Hotel sondern vergleicht etwas und sucht nach Testberichten (Im französischsprachigen Internet ist viel vorhanden). Jugendherbergen von bekannten Dachverbänden wie Hostelling International sind meist günstig und auch in Ordnung.

Hotels[Bearbeiten]

  • Hotel El Djazaïr. Gutes preiswertes Hotel im Herzen von Algier mit WIFI, Frühstück und LCD Fernseher das Hotel hat auch einen tollen Garten und einen eigenen Swimmingpool. Preis: ab ca. 200 Euro.
  • Seybouse Ex Plaza *****, Boulevard du 1er Novembre 54 Annaba. Tel.: +213 38 86 31 75. Preis: ab 40 €.

Arbeiten[Bearbeiten]

Das algerische Wochenende ist (seit 2009) an den Tagen Freitag und Samstag. Sonntag ist gewöhnlicher Arbeitstag.

Feiertage[Bearbeiten]

Die Ramadantage sind zwar keine gesetzlichen Feiertage jedoch herrscht wie auch in allen anderen islamisch geprägten Ländern in dieser Zeit ein Ausnahmezustand. Wirklich begangen werden der 1. (05. Mai 2019) und 30. Tag (04. Juni 2019). Ein weiteres wichtiges muslimisches Fest ist Ashura (10. September 2019).

  • 1 Jänner - Neujahrstag
  • 5 Juli - Unabhängigkeitstag
  • 1 November - Tag der Revolution

Sicherheit[Bearbeiten]

Kleinkriminalität herrscht vor allem in den größeren Städten wie Algier, Constantine und Oran. Raubüberfälle und Diebstahl stellen ein ernst zu nehmendes Problem dar. Es herrscht Photographierverbot von militärischen Einrichtungen (und Uniformierten) sowie verkehrstechnisch wichtigen Bauten.

Zwar ist der Bürgerkrieg schon längst vorbei, trotzdem kann man Reisen nach Algerien nicht als sicher einstufen. Da in Algerien noch nicht so ein reger Tourismus wie in Marokko oder Tunesien herrscht braucht man zwar keine Angst vor Abzockern und Betrügern zu haben, hingegen werden immer wieder westliche Touristen durch islamistische Gruppen entführt. Fahrten in die Sahara, die Kabylei oder die jeweiligen Grenzgebiete sind vor diesem Hintergrund nicht sicher.

Die Terroranschläge von 2006 und die CIA-gesponsorten Umsturzversuche 2011 in Algier haben staatliche Institutionen betroffen, die algerische Polizei und das Militär hat die Situation allerdings sehr gut im Griff und sonderliche Angst vor neuen Anschlägen oder Entführungen braucht man nicht zu haben.

Homosexualität ist strafbewehrt.

Gesundheit[Bearbeiten]

Behindertengerechte Einrichtungen wird man vergeblich suchen.

Krankenhäuser sind in jeder Stadt über 50.000 Einwohner zu finden, jedoch lässt die Qualität oft zu wünschen übrig, Privatkrankenhäuser (Clinique Privée) haben europäische Standards und sind auch relativ günstig.

Bei Reisen nach Algerien sind generell keine großen Gesundheitsrisiken zu befürchten, jedoch sind einige wenige Kleinigkeiten zu beachten

Trinkwasser sollte man je nach Möglichkeit abkochen. Falls dies nicht möglich ist empfiehlt es sich das Wasser besser nicht zu trinken, Wasserflaschen sind überall zu günstig zu kaufen.

Bei Reisen in die Sahara sollte man trotz der am Tag herrschenden Hitze warme Kleidung mitnehmen da die Temperaturen über Nacht bis auf den Gefrierpunkt abkühlen.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramme für Algerien
Tebessa.

Selbst im Winter kann es unter Umständen noch heiß werden, jedoch fallen die Temperaturen meist kurz vor Sonnenuntergang und bieten kühle und angenehme Abende und Nächte. Das Wetter im Winter ist stark wechselhaft.

Die Sommer sind sehr heiß und im Freien ist die Hitze am Nachmittag nahezu unerträglich, daher gehören Klimaanlagen zum wesentlichen Bestandteil jeden algerischen Haushalts, je weiter südlich desto heißer wird es. Auf jeden Fall nicht den Sonnenschutz vergessen, auch für dunklere Hauttypen!

Allerdings gibt es starke regionale Differenzen in der Kabyleiregion im Osten sind die Sommer meist kühl und die Winter kalt sogar mit gelegentlichem Schneefall.

Respekt[Bearbeiten]

Algerien ist ein islamischer Staat. Man sollte Respekt vor der Religion und Tradition zeigen, obwohl es schwer ist in Fettnäpfchen zu treten und die Mehrheit der jüngeren Generation sehr aufgeschlossen ist, sollten trotzdem einfache Anstandsregeln befolgt werden. Generell gilt: in größeren Städten ist man toleranter als in ländlicheren Gebieten.

Eines der größten Tabus ist Alkohol. Der Islam verbietet ihn und die meisten Menschen, egal ob religiös oder nicht, haben eine starke Ablehnung gegenüber jeglichen alkoholischen Produkten. Alkohol ist aber legal und er wird auch von manchen Algeriern getrunken, jedoch nur diskret und nicht in der Öffentlichkeit.

Frauen brauchen kein Kopftuch zu tragen oder explizite Kleidungsvorschriften zu beachten. Vor allem in der Hauptstadt und in den restlichen großen Städten sind sogar die Mehrheit der jungen Frauen ohne Kopftuch unterwegs. Das gilt im Grunde auch für die ländlicheren Gegenden, außer dass es dort vorkommen kann, dass man öfter angemacht wird. Vor allem wenn man typisch europäisch aussieht. Frauen sollten aber nicht zu viel Haut zeigen; ob ein Outfit angemessen ist oder nicht hängt immer von der Situation ab, aber generell sind Jeans und T-Shirt fast immer in Ordnung. Bei Familien oder Moscheebesuchen besser moderater anziehen, Kopftuch ist kein muss, aber keine zu eng anliegende und reizbetonende Kleidung. Männer brauchen keine Kleidungsvorschriften zu beachten und können sich überall so zeigen wie gewohnt.

Wenn eine Frau mit einem Mann unterwegs ist, so passiert es häufig, dass der Mann als erster angesprochen und stellvertretend für die Frau gefragt wird, vor allem in Restaurants. Das soll in erster Linie nicht als Diskriminierung oder niedrigerer Wertschätzung gegenüber der Frau verstanden werden, sondern zeigt Respekt. Wenn man das nicht möchte, dann sollte die Frau die Initiative ergreifen.

Ältere Menschen und Frauen haben immer einen besonderen Status der respektiert werden sollte. Z.B. in Bussen sollte der Platz immer für ältere Personen und/oder Frauen zur Verfügung gestellt werden. Wenn man mit einer eher islamisch gekleideten Frau redet, sollte man die Diskussion vorsichtshalber immer auf das nötigste beschränken, außer die Frau ergreift die Initiative.

Weiterhin wird es als sehr unhöflich empfunden wenn man im Ramadan in der Öffentlichkeit ißt oder trinkt, es wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts gegessen; wenn man doch etwas Essen möchte sollte man dies möglichst auf das Hotelzimmer verschieben. Die meisten Restaurants haben zur Fastenzeit geschlossen. Man sollte auch nicht verwundert sein, wenn am Tag alle etwas provozierter erscheinen als sonst.

Unter Bekannten, Verwandten und Freunden sind zwei Küsse auf beide Wangen zur Begrüßung und zum Abschied üblich.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Das Mobilfunknetz wird durch drei Betreiber abgedeckt:

Prepaidkarten werden für alle Netze verkauft, Ooredoo und Djeezy sind die gängigsten Prepaidkarten und bieten die größte Netzabdeckung.

Für längeren Aufenthalt bzw. für Wüstentouren empfiehlt sich ein Satellitentelefon der Thuraya Satellite Telecommunications Co. Geräte können in fast allen europäischen Ländern geliehen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

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