Algerien
| Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat zu diesem Land eine Teilreisewarnung veröffentlicht. Vor Reisen in die Grenzgebiete zu Tunesien (Wilaya Tebessa [im äußersten Osten Algeriens] und südlich davon), Libyen, Niger, Mali, Mauretanien und zur Westsahara wird gewarnt. Von touristischen Reisen in die sonstigen algerischen Saharagebiete, in die unmittelbare Grenzregion mit Marokko, in die Grenzregion mit Tunesien (nördlich des Wilaya Tebessa) und außerhalb der Bezirke der größeren Städte im nördlichen Landesteil, in ländliche Gebiete und Bergregionen, sofern nicht von Polizeischutz begleitet, wird abgeraten. In den Grenzgebieten mit Nachbarländern, den algerischen Saharagebieten und außerhalb der Bezirke der größeren Städte im nördlichen Landesteil von Algerien, in ländlichen Gebieten und Bergregionen besteht weiterhin die Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen. Dies gilt insbesondere für die Grenzgebiete im Osten und Süden des Landes. (Aktuelle Sicherheitshinweise) Datum der letzten Reisewarnung: 12.11.2025. |
| Algerien | |
| Flagge | |
| Kurzdaten | |
| Hauptstadt | Algier |
|---|---|
| Regierungsform | Semipräsidentielles Regierungssystem, Volksrepublik |
| Währung Kurs (23.02.2023)[1] | algerischer Dinar 1 EUR = 145,05 DZD 1.000 DZD = 6,894 EUR |
| Fläche | 2.381.741 km² |
| Einwohnerzahl | 46.164.219 (2023) |
| Amtssprache | Arabisch, Algerische Berbersprache |
| Religion | Sunnitische Muslime (Staatsreligion) 99 %, 1 % evangelikale Christen |
| Strom/Stecker | 230 V, 50 Hz; E/Schuko/Eurostecker |
| Telefonvorwahl | +213 |
| Domain | .dz |
| Zeitzone | UTC+1 (Westafrikanische Zeit) |
Algerien liegt in Nordafrika. Im Norden liegt die Küste zum Mittelmeer. Es wird von Marokko im Nordwesten, Tunesien im Nordosten, Libyen im Osten, Niger im Südosten, Mali im Südwesten und Mauretanien sowie der Westsahara im Westen begrenzt. Algerien ist das größte Land in Afrika.
Regionen
[Bearbeiten]Algerien ist in 58 Verwaltungsbezirke gegliedert.
Städte
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- 2 Kasbah (casbah d'Alger, Altstadt von Algier) In ihren verwinkelten Gassen gibt es zahlreiche Paläste aus maurischer Zeit, die Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert und etliche Moscheen.
Weitere Ziele
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- 2 Bergfestung Beni Hammad (Kalâa des Béni Hammad) Die Stadt wurde 1007 gegründet und war mit einer 7 km langen Mauer umgeben. Hier war das erste Zentrum der Hammadiden 1152 wurde sie weitgehend zerstört. Gut erkennbar sind noch die Grundmauern der Moschee.
- 1 Tal von M’zab (Mzab) Das Tal umfasst sieben Oasen. In dem Tal leben Ibaditen, die im 10. Jahrhundert fünf befestigte Siedlungen, genannt Ksour errichtet hatten. Die traditionelle Lebensweise und Struktur der Gemeinschaft (sprich extrem konservativer Islam) ist erhalten geblieben.
- 3 Römische Ruinen von Djémila (Djemila) Ursprünglich war der Ort eine Berber-Siedlung, ab dem 1. Jahrhundert war er eine römische Kolonie mit dem Namen Cuicul und wahrscheinlich bis ins 7. Jahrhundert bewohnt. Unter den Ruinen befinden sich ein Forum, Tempel, Basiliken, ein Triumphbogen und etliche Häuser.
- 4 Ruinenstadt Tipasa (Tipasa de Maurétanie) Ursprünglich war die Stadt ein phönizisches Handelszentrum, später wurde sie ein römischer Militärstützpunkt. Ab dem 3. Jahrhundert war die Stadt christlich. Um 500 wurde die Stadt aufgegeben.
- 5 Römische Ruinen von Timgad (Timgad) Es wurde 100 n.Chr. unter dem Namen Tamugadi als römische Militärkolonie gegründet. Gut erhalten ist das ursprüngliche System der römischen Straßen mit Cardo und Decumanus.
- 2 Aurès-Berge (جبال الأوراس) erreichbar über den Hauptort der Region 8 Batna. Der 3 Nationalpark Belezma (parc national de Belezma) dient als Schutzgebiet zahlreicher Tiere besonders für die bedrohten Cuviergazellen (Gazella cuvieri) und die Dorkasgazelle (Gazella dorcas). Das 1 Hammam Essalihine (Aquae Flavianae) ist ein seit römischer Zeit genutztes Kurbad.
- 9 Tamanrasset und der Ahaggar Nationalpark können nur mit Eskorte und als Teil einer Reisegruppe mit Genehmigung besucht werden. Das gilt auch für 10 Djanet (Ǧānat) (Stand: Mär 2026)
- 4 Felsmalereien des Tassili n’Ajjer (Tassili n'Ajjer) Der erodierte Sandstein präsentiert sich heute als eine Art Mondlandschaft, vor rund 6.000 Jahren jedoch war es eine Savanne, in der Mensch und Tier Lebensraum hatten. Dies belegen mehr als 15.000 Felsbilder und Gravuren.
- weitere Nationalparks

- 5 Nationalpark Chréa. Besonders geschützt wird die Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) und der Berberaffe (Macaca sylvanus). Hier ist aber auch das einzige natürliche Schigebiet Algeriens sowie die Chiffa-Klamm.
- 6 Nationalpark Djurdjura umfaßt den gleichnamigen Gebirgszug.
- 7 Nationalpark El Kala direkt an der tunesischen Küste und dahinter mit sechs Seen, die auch Ramsar-Feuchtgebiete sind.
- 8 Nationalpark Gouraya ist Karstlandschaft um den gleichnamigen Berg mit Fort obenauf (672 m) ist ebenfalls von Berberaffen bewohnt. Zahlreiche beliebte Strände.

- 9 Nationalpark Taza ist ein kleines Schutzgebiet mit seltenen Baumarten wie Quercus canariensis, Quercus afares und Prunus avium sowie Berberaffn.
- 10 Nationalpark Théniet El Had ist zehn Quadratkilometer groß, über drei davon bewachsen mit Atlas-Zedern.
- 11 Nationalpark Tlemcen mit den Wäldchen von Ifri, Zariffet und Aïn Fezza. Hier ist auch die Moschee Sidi Boumediene, Mausoleum des Sufi-Heiligen Abu Madyan (12. Jh.) sowie die Ruine der Mansourah-Moschee (erb. 701).
Hintergrund
[Bearbeiten]Achtzig Prozent der Algerier leben im milderen Norden; in der Sahara finden sich lediglich vereinzelt Oasen. Die Region im Norden ist gebirgig, der Tell-Atlas erstreckt sich über den gesamten Norden bis hin zur Grenze nach Tunesien.
Im Mittelalter kam es zur mohammedanischen Eroberung des ganzen Maghreb, gefolgt von den Osmanen bis ins späte 18. Jahrhundert. Das letzte Jahrhundert der algerischen Geschichte war von Krieg überschattet. Vor allem der Unabhängigkeitskrieg in den 1960er- und der Bürgerkrieg in den 1990er- Jahren hat das Land geprägt.
Seit den 1830ern verdrängte Frankreich die zerfallende Osmanenherrschaft, rottete die verbreitete Piraterie aus und förderte ab 1845 die Ansiedlung französischer Bauern und Handwerker, die das Land erschlossen – bis zum 2. Weltkrieg kam fast eine Million. 1870/71 nutzten lokale Klanoberhäupter in der Kabylei die französische Schwäche in Folge des Deutsch-französischen Kriegs, um einen Aufstand anzuzetteln. Durch das 1875/81 eingeführte Gesetzbuch « Code de l’indigénat » wurde dem mohammedanischen Teil der Bevölkerung die Möglichkeit gesichert nach eigenen Traditionen zu leben. Algerien wurde bis zum ersten Weltkrieg zur Kornkammer Frankreichs, danach ging dies zurück, was durch Verpachtung an Araber kompensiert wurde. Zugleich wuchs die Zuwanderung in die Städte der Küste und Industrie. Die küstennahen Gebiete waren als drei Departements zum integralen Teil des Mutterlandes geworden (die Sahara blieb unter Militärverwaltung), weshalb man sich in den 1950ern einer „Entkolonialisierung“ widersetzte (Frankreich gab 1960 alle seine afrikanischen Kolonien auf).
Die Nationale Befreiungsfront (FLN) kämpfte seit 1954 in einem Guerillakrieg gegen das französische Mutterland. Nach dem Unabhängikeitsreferendum 1962 zogen es praktisch alle Algerienfranzosen (« Pied-noir ») sowie Juden und Christen vor schleunigst das Land Richtung Frankreich zu verlassen – etwa 13 % der Bevölkerung. Schon unter Präsident Houari Boumedienne (1965–1978) kam es zu einer Arabisierungspolitik, die versuchte, Sozialismus und Islam in der Politik zu berücksichtigen. Nach der Befreiung wurden wichtige Teile der Wirtschaft vergesellschaftet – die Ölindustrie in Sonatrach, Energieversorgung in Sonelgaz. Sie wurden in den 1990ern teilprivatisiert. Landwirtschaftlich nutzbares Land (4 % der Fläche) wurde komplett durch Sowchosen bewirtschaftet, bis diese 1987 aufgelöst wurden; allerdings ist immer noch ein Drittel im Staatsbesitz. Die Islamische Heilsfront versuchte, wenig Jahre nachdem ein Mehrparteiensystem etabliert worden war, 1991 eine mohammedanischen Gottesstaat zu erputschen. Hilfreich waren dabei ein paar tausend aus Afghanistan zurückgekehrte algerische Kämpfer. Die allgemein unter dem französischen Begriff Groupe Islamique Armé bekannten Terroristen ermordeten ihre Kritiker brutal – speziell Ausländern schnitt man gerne zur Begrüßung die Kehle durch. Der islamistische Aufstand (in der Wüste von den Berbern/Tuareg mit getragen) kostete mindestens zweihunderttausend Leben und fand einen Höhepunkt in der Anschlagsserie in Frankreich 1995. Der 1999 neu gewählte Präsident Abdelaziz Bouteflika schaffte durch Diplomatie (Zugeständnissen an mohammedanische Befindlichkeiten) und Amnestie wieder Sicherheit in weiten Teilen des Landes. Splittergruppen und Nachfolgeorganisationen wie die Groupe salafiste pour la prédication et le combat (GSPC), ab 2007 al-Qaida im Maghreb sorgen jedoch weiterhin für die Notwendigkeit starker Polizeipräsenz und Einschränkungen der Reisefreiheit. Dabei geht man weiterhin durchaus übermäßig autoritär vor.
Anreise
[Bearbeiten]Die Regierung hat 2023 beschlossen mehr Tourismus zuzulassen. Dabei zielt man zunächst auf geführte und bewachte Gruppenreisende, denen man die Wüste zeigt und die in besseren Hotels untergebracht werden. Für Individualreisende ist eine Reise 2026 weiterhin schwierig. Zusätzliche gibt es mohammedanische Schikanen betreffend alleine reisender Frauen.
Einreisebestimmungen
[Bearbeiten]Europäer benötigen für die Einreise ein Visum, das im Voraus bei einem der algerischen Konsulate zu beantragen ist. Die Bearbeitungszeit beträgt mindestens zwei Wochen. Abgesehen von den üblichen Unterlagen verlangt man noch „eine vom Vorsitzenden der Gemeindeversammlung des Wohnorts der einladenden Person legalisierte Unterkunftsbescheinigung“ (Geschäftsreisende stattdessen Einladung des algerischen Geschäftspartners) oder Buchungsbestätigung des Hotels; Flugticket/Fahrschein für Hin-/und Rückreise; Arbeitsbescheinigung; Nachweis einer Auslandskrankenversicherung; Überweisungsbeleg der Visumsgebühr. Touristen, die nach Südalgerien reisen möchten, benötigen eine Einladung eines vom algerischen Ministerium für Tourismus anerkannten Reisebüros. Diese Einladung muss die Reisedauer und die genaue, vom Reisebüro festgelegte Reiseroute enthalten.
Siehe unten für zuständige Konsulate in Mitteleuropa. Siehe auch: Liste der Auslandsvertretungen Algeriens.
Kreuzfahrtpassagiere und Personen, die an einer organisierten Gruppenreise eines zugelassenen Veranstalters teilnehmen erhalten bei Ankunft ein bis zu 30 Tage gültiges Touristenvisum, was je nach Andrang 1–3 Stunden dauert. Die Gebühren hängen von der geplanten Aufenthaltsdauer ab und sind ab 8 Tagen deutlich höher als die eines Papiervisums der Konsulate.
Seeleute können von der Hafenpolizei (PAF) eine Erlaubnis zum Landgang erhalten (« permis d’escale »), was im Ermessen des Beamten liegt.
(Eingebürgerte) Doppelstaatler müssen ein Ausweisdokument des (neuen) Herkunftslandes und ein algerisches mitführen. Sonderregeln, wie beglaubigte Einverständniserklärungen, gelten für Wiederausreise von Kindern, deren Vater algerischer Bürger war oder hier geboren wurde (jeder arabische Nachname ist „verdächtig“).
- Zoll
- Zollfrei eingeführt werden dürfen 2 Liter Wein oder 1 Liter Schnaps. An Tabak 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak. 50 g Parfüm oder 250 ml kölnisch Wasser. Dazu Geschenke bis 100.000 DA und Gegenstände des persönlichen Bedarfs.
- Die Ausfuhr der Landeswährung ist auf 10000 DA beschränkt.
- Devisen über 1000 € oder Äquivalent sind bei Einreise zu deklarieren, das Formular zur Ausreisekontrolle aufzuheben.
Gepäck wird am Zoll durchleuchtet. Je nach Tagesform werden Bücher und Filme/Videos mehr oder weniger genau unter die Lupe genommen. Der Import von Ferngläsern, Satellitentelefonen, Navigationsgeräten (auch GPS-Empfänger) usw. muß vorab genehmigt werden, sonst erfolgt Beschlagnahme ggf. mit Geldstrafe. Ebensowenig mitbringen darf man gebrauchte Motor- oder Fahrräder. Auch zur Benutzung von Drohnen benötigt man vor Einreise eine Lizenz, die das Innenministerium ausstellt.
Für Haustiere braucht man eine auf Französisch abgefaßte Gesundheitsbescheinigung eines Amtstierarztes die nicht älter als zehn Tage sein darf und für die Rückfahrt den europäischen Heimtierausweis.
Flugzeug
[Bearbeiten]In Algerien gibt es vier größere Flughäfen:
Algier (IATA: ALG),
Annaba (IATA: AAE),
Oran (IATA: ORN),
Constantine (IATA: CZL), wobei alle internationalen Fluglinien ausschließlich Algier oder Oran anfliegen und die restlichen Städte eher als Regionalflughäfen mit einigen Verbindungen nach Frankreich fungieren.
Die nationale Fluggesellschaft Air Algérie fliegt viele Ziele in Europa an. Vor allem Frankreich, aber auch nach anderen afrikanischen Ländern und in den Nahen Osten gibt es gute Verbindungen. Von Deutschland aus kann man mit ihr oder Lufthansa direkt aus Frankfurt nach Algerien gelangen.
Bahn
[Bearbeiten]Die einzige Möglichkeit, aus dem Ausland mit der Bahn anzureisen, ist von Tunis (Gare Central) aus nach Annaba (357 km, ca. 8 Std.) über die Grenzorte 11 Ghardimaou (غار الدماء) und 12 Souk Ahras. Abfahrt aus Tunis ist Mo., Mi. Fr. um 8.25 Uhr (44 tunDin./1900 alg.Din. in I. Klasse; mit Speisewagen) (Stand: Sep 2025).
Von den anderen Nachbarstaaten gibt es keine Bahnverbindungen.
Auto/Motorrad/Fahrrad
[Bearbeiten]Ein Carnet de Passages ist nicht nötig, stattdessen bekommt man am Zoll eine 90 Tage gültige « carte touristique ». Der Verwaltungsaufwand an der Grenze dauert. Ist der Fahrer nicht Eigentümer benötigt man eine beglaubigte Vollmacht des Halters. Die „grüne Versicherungskarte“ gilt normalerweise nicht (mehr), es gibt jedoch Ausnahmen einiger mitteleuropäischer Versicherer. Wer mit Auto einreist wird ohne dieses nicht mehr außer Landes gelassen, d. h. man muß sich nach Totalschaden o. ä. bei Polizei und Zoll um entsprechende Dokumente kümmern.
Um mit dem Auto nach Algerien zu gelangen, fährt man am besten über die tunesische Grenze. Fahren sollte man über die nördlichste Grenze am 1 Grenzübergang Tabarka, die südlicheren Grenzübergänge sind für Ausländer nur mit einem Guide passierbar. Einzelheiten zu den Übergängen an dieser Grenze im Landesartikel Tunesien.
Der Grenzübergang von/nach Marokko ist seit 1990 geschlossen, ebenso die Grenze nach Mali. Eine Reise über die anderen Nachbarstaaten Mauretanien, Niger oder Libyen war früher zeitaufwendig möglich, Stand 2026 aufgrund der politischen Situation in den Nachbarländern nicht möglich.
Zu beachten ist, dass die extremen Temperaturschwankungen eine ernste Gefahr für den Motor bedeuten. Außerdem läuft man Gefahr, auf der Straße auf meterhohe Sanddünen zu treffen, die oft einige Tage brauchen, bis sie wieder verschwunden sind. Diese Reise sollte nur mit einem Geländewagen und einem ortskundigen Führer gewagt werden.
Schiff
[Bearbeiten]Die Preise einer Fähre von Frankreich oder Spanien nach Algerien sind oft um ein Vielfaches teurer als ein Flug. Falls man kein Auto zu transportieren hat, sollte man je nach Möglichkeit auf das Flugzeug umsteigen. Verbindungen werden von Algerie Ferries, aus Barcelona, Alicante, Marseille oder GNV ab Genua angeboten. Die meisten Fähren verkehren nach Oran und Algiers, es gibt auch Fahrten nach 13 Skikda (سكيكدة, Philippeville) oder 14 Béjaïa (Bejaïa, Bougie).
Eine Fähre geht aus dem spanischen Almeria nach Ghazaouet (الغزوات).
Sportsegler im Mittelmeer machen normalerweise einen Bogen um das Land mit strengen Vorschriften. Selbst beim Durchqueren der 12-Meilen-Zone hält die Küstenwache häufig Boote an. Bei Einreise ist in jedem Fall eine Zollkaution (auf für Jetskis) fällig.
Mobilität
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Mit dem Flugzeug
[Bearbeiten]Von Algier aus gibt es Flüge in fast alle größeren Städte Algeriens. Fliegen lohnt sich vor allem bei längeren Strecken. Die wichtigste algerische Fluglinie ist Air Algérie, die Preise sind günstig. Datum und Zeit stellen keine Kriterien dar, die Preise sind Fixpreise und zum vollen Preis ersatzfähig sowie ohne Gebühr umbuchbar. Wenn man die Tickets am Flughafenschalter in bar kauft, sind sie etwas billiger als online. Viele Flüge heben nachts ab. Bei Inlandsflügen sind Rückbestätigungen immer noch üblich! Wer von Oktober bis März die touristischen Stätten der Sahara besuchen möchte, buche zeitig, denn dann ist Hochsaison.
Eine Tochtergesellschaft der Air Algérie, nur für Inlandsstrecken (hauptsächlich in die Sahara), ist Domestic Airlines bis Sommer 2025 als Tassili Airlines bekannt.
Star Aviation und Air Express Algeria sind auf die Versorgung der Öl- und Gasfelder mit kleinen Maschinen spezialisiert.
Der Flughafen Algier ist der einzige moderne, ein weiterer für internationale Ankünfte ist in Oran. Die anderen Flughäfen gleichen von der Größe eher Flugplätzen und sind mit spärlicher Infrastruktur und wenig Komfort ausgestattet, jedoch aushaltbar, wenn man nicht Stunden dort verbringen muss. Siehe auch: Liste algerischer Flughäfen (engl. WP).
Mit der Bahn
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Die staatliche Bahngesellschaft ist die SNTF. Die größeren Bahnhöfe sind behindertengerecht. Vorausbuchungen sind während der Ferienzeit und um wichtige Feiertage sinnvoll.
Seit 2018 verbinden moderne Schnellzüge die Strecke von Algiers nach Oran, 2026 vier Mal täglich für 1860 Din. in der ersten und 1360 Din. in der zweiten Klasse. Fahrzeiten sind 6-7 Stunden.
Die Anfang 2026 eröffnete Strecke Béchar - Tindouf - Gara Djebilet wird ein Mal pro Tag bedient. Fahrplanmäßig ist man 14 Stunden unterwegs. (Unklar ist inwieweit Ausländern ohne Sondergenehmigung eine Saharareise gestattet ist. (Stand: Mär 2026))
Auf der Straße
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Benzin ist sehr günstig. Der Fahrstil ist stark gewöhnungsbedürftig. Verbotsschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen werden von Algeriern eher als Empfehlung betrachtet. Auf den Landstraßen kommt es oft zu riskanten Überholmanövern.
Richtung Süden gibt es nur Landstraßen. Diese sind häufig in mäßigem Zustand und teilweise nur mit einem Allradauto befahrbar. Einige Gebiete dürfen durch Ausländer nur in Begleitung einer Polizeieskorte bereist werden. Eine solche ist mindestens 48 Stunden vorher zu arrangieren. Je näher man an die Landesgrenzen kommt, um so häufiger sind Polizeikontrollposten.
Die Straßen sind generell in gutem Zustand. Man hat in den letzten Jahren in das Straßennetz investiert; viele der maroden und unsicheren Landstraßen sind nach Begin eines massiven Ausbauprogramms seit 2015 erneuert beziehungsweise durch die neue Ost-West Autobahn ersetzt worden.
- Hauptrouten
Die Autoroute Est-Ouest ist die Küstenautobahn (A1). Sie verläuft in westlicher Richtung von Algier zur Grenze mit Marokko mit Abzweig nach Oran und berührt die mit Stichstrcken (« Pénétrante ») angebundenen wichtigen Städte im Norden. Von Oran bis Annaba hat sie eine Länge von 1200 km. Das westliche Endstück (als A3) endet hinter Maghnia (مغنية; ca. 200 km aus Oran) an der geschlossenen Grenze zu Marokko.
Der östlich Zweig ist die Autoroute de l'Est (A2). Sie ist durchgehend 6spurig und mautfrei. Aus Algier führt sie 620 km nach Osten über Boumerdès (بومرداس) – Bordj Bou Arriedj – Constantine – Skikda – Annada – El Taref (الطارف) – [🛃 2026 ohne Autobahnanschluß auf tunesischer Seite]
Autoroute des Hauts Plateaux (A0; parallel zu A1/A2) wurde 2014 begonnen. Sie verbindet Tébessa (تبسة) über Khenchela – Batna (km 220) – M’Sila – Boughezoul – Tiaret – Saïda nach Al Aricha (العريشة km 1020) führen.
Die Transsaharienne (Trans Africa Highway) in Algerien die N1, führt geteert aus Algier nach Süden über Blida – Médéa – Berrouaghia – Seghouane – Ksar El Boukhari – Boughezoul (km 162) – Ain Oussara – Djelfa – Laghouat – Ghardaia (km 590, Beni Isguen) – El Ménéa (km 854) – Tamanrasset (km 1919) zu Grenze hinter In Guezzam (km 2307) und weiter durch Agadez im Niger bis ins nigerianische Lagos was gesamt etwa 4800 km sind, einer historischen Handelsroute durch die Wüste Sahara folgend.
Mit dem Bus
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Im Grunde hat jeder größere Ort einen Busbahnhof (« Gare Routière »). In kleineren Städten halten die Busse jedoch lediglich an bestimmten Stellen; bei den kleineren Städten, die keinen richtigen Busbahnhof besitzen, kauft man das Ticket beim Fahrer. Am Schalter gekaufte haben die Sitznummer vermerkt.
Busreisen in Algerien sind sehr günstig. Preislich sind die staatlichen Unternehmen etwas günstiger als private. Alle Busse sind in der Regel mit Klimaanlage und bequemen Sitzen ausgestattet und stellen auch eine großartige Möglichkeit dar, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Bei längeren Fahrten ab 400 km ist ein Flug der Air Algérie die bessere Alternative, vor allem weil die Preise für Inlandsflüge sehr billig sind.
Taxis
[Bearbeiten]Üblich sind Taxis in den Städten oder bei Fahrten in Orte, die schwer mit dem Bus zu erreichen sind. Es ist zwischen normalen, gelben Taxis und Sammeltaxis (« taxis collectifs », im Osten meist « louages ») zu unterscheiden. Letztere nehmen bis zu vier Personen (oder Kleinbusse als 7-Sitzer) mit, die sich den Preis teilen, und warten bis das Fahrzeug voll ist. Die Preise der Sammeltaxis werden offiziell festgesetzt, Beschiß kommt selten vor. Man halte Bargeld in kleinen Scheinen zur Bezahlung bereit.
Falls man sich das Taxi nicht teilen möchte, muss man den vollen, auszuhandelnden Preis zahlen. Nachts sind höhere Preise üblich. Fahrgäste sitzen normalerweise im Fond. Bei spärlichen Französischkenntnissen empfiehlt es sich, nur bei jüngeren Fahrern einzusteigen, da diese meistens auch etwas Englisch können. Visitenkarten des Hotels oder sonstige exakte Angaben sind hier von Vorteil.
Yassir oder Heetch sind verbreitete Taxi-Apps.
Kamelritte
[Bearbeiten]Speziell in den Gebieten um Djanet und Tamanrasset werden mehrtägige, organisierte Kamelritte als Touren angeboten. Zu unterscheiden sind « méharée », während derer die meiste Zeit geritten wird und « randonnée », bei denen die Tiere vor allem Lasten tragen während die Menschen zu Fuß gehen. 7–10-tägige Expeditionen sind üblich.
Sprache
[Bearbeiten]Die offiziellen Amtssprachen sind Arabisch und Berberisch (Tamazight). Die in Algerien gesprochene Variante des Arabischen unterscheidet sich stark von dem Arabischen, das in anderen Staaten gesprochen wird, wie zum Beispiel Ägypten oder Syrien. Viele französische Wörter wurden durch die Verwaltung Frankreichs in die Sprache integriert, fast ein Zehntel des Wortschatzes hat Wurzeln in der Berber/Tuareg-Sprache. Es ähnelt der in Marokko und Tunesien gesprochenen Variante.
Auch Leute, die Hocharabisch gelernt haben, werden es außer ein paar Brocken sehr schwer haben, den algerischen Dialekt zu verstehen. Jedoch sind die meisten Algerier auch des Hocharabischen mächtig, es wird in Ämtern und als Schriftsprache genutzt. Durch die vielen ägyptischen Filme, die in Algerien ausgestrahlt werden, wird ägyptisches Arabisch auch von vielen Leuten verstanden und gesprochen. In den Bergregionen durch die die Grenze mit Marokko verläuft spricht man „Sahara-Arabisch.“
Französisch ist als Sprache in der Wirtschaft, Verwaltung und Bildung auch noch nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Alltag sehr präsent. Es wird von vielen Algeriern gut gesprochen. Viele Verkehrsschilder und Hinweise sind nur in Arabisch und Französisch vorhanden.
Ouargli (syn. Teggargrent) ist eine Berbersprache, die auf die Oasen Ouargla und N’Goussa (Ingusa) beschränkt ist.
Englischkenntnisse sind vor allem bei jüngeren Menschen vorzufinden. Obwohl das Niveau nicht dem in Deutschland oder in skandinavischen Ländern gleicht, ist es ausreichend für alltägliche Konversationen.
Menschen mit Deutschkenntnissen sind auch vereinzelt anzutreffen, da Deutsch die meistgewählte Fremdsprache in den Schulen ist. Selbst in jedem Dorf finden sich eine Handvoll Leute, die früher mal in Deutschland gelebt haben.
Zur Begrüßung und zum Abschied verwendet man üblicherweise den arabischen Gruß As-salamu alaykum. Ein paar Wörter im Dialekt (Darija) zu lernen kann hilfreich sein. Auch wenn diese falsch ausgesprochen werden, wird man meistens mit zusätzlicher Wertschätzung belohnt.
Ein paar übliche Wörter :
- Kirak - Wie geht es dir?
- Mleh - Gut
- Shukran - Danke
- Naam - Ja
- Laa - Nein
Einkaufen
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Die offizielle Währung ist der Algerische Dinar (DZD) auch Dinar Algerienne (DA), der seit Jahren einigermaßen stabil ist.
Die Ein- und Ausfuhr von Landeswährung ist verboten, wird aber nicht so streng kontrolliert.
1 € entspricht im Bankverkehr einem Wert von 155 DA bzw. ca. 130 pro US$ (Stand: 1. Mär 2026).
Der Schwarzmarktkurs Anfang 2026 lag um 280 pro Euro bzw. 240 pro Yankee-Dollar.
An Münzen laufen nur die Nennwerte 50, 100, 200 DA häufig um, es gibt auch andere. Banknoten sieht man in den Denominationen 500, 1000, 2000.
Mit ausländischen Karten (funktionierende) Geldautomaten gibt es wenige (und sind wegen des Schwarzmarktkurses sowieso wenig sinnvoll). Sie sind in der Nähe von großen Hotels sowie in Banken und Postfilialen. Falls eine PIN mit sechs Nummern nötig ist, muss man vor der 4-stelligen PIN zwei Nullen eingeben.
Man führe außerhalb der großen Städte ausreichend Bargeld, auch Euro oder Dollar, in nicht zu großen Scheinen mit.
Euros und Dollars kann man am besten am Flughafen oder in Banken wechseln. In jedem Fall Quittungen aufheben, gelegentlich wird bei Ausreise kontrolliert, ob man legal gewechselt hat. Obwohl der unlizenzierte Geldwechsel offiziell verboten ist, gibt es einen Schwarz-/Graumarkt für Devisen. Copyshops und andere Ladeninhaber tauschen oft zum Parallelkurs. Auch Taxifahrer kennen meistens Leute die tauschen. Sofern Sie sich auf dieses Risiko einlassen, sollten Sie sich keine alt aussehenden oder eingerissene Scheine geben lassen.
In den größeren Städten findet man Supermärkte die alle gängigen Produkte (keinen Alkohol!!!) anbieten, in kleineren Städten und Ortschaften findet sich immer ein kleinerer Lebensmittelhändler. Während des Sommers haben die meisten Läden üblicherweise wegen der Hitze von 12.00-16.00 Uhr geschlossen.
In den Städten gibt es, oft etwas versteckt in Seitenstraßen, Geschäfte die Alkohol verkaufen. Allerdings ist dessen öffentlicher Genuß untersagt, Trunkenheit in der Öffentlichkeit ebenfalls. Das dünne Albraü wird in Constantine hergestellt. Beliebt ist die kamerunische Biermarke Beaufort. Für eine 500-ml-Flasche ist man mit 700 Din. dabei. (Stand: Nov 2025)
In allen Souks und Märkten kann und soll sogar gehandelt werden, ein guter Ansatz ist es bei der Hälfte des Preises anzufangen. Die Qualität der Ware sollte gründlich geprüft werden.
Obwohl Algerien als drittteuerstes afrikanisches Land gilt sind Essen, Trinken sowie Wohnen im Vergleich zu europäischen Verhältnissen noch immer extrem billig. Der größte Kostenfaktor ist die Unterkunft, denn wer nicht auf Komfort verzichten möchte, muss wohl die sehr teuren Hotels wie Hilton, Sheraton ab 150 € (durchschnittliches Algerischer Monatsgehalt) pro Nacht nehmen. Günstigere Unterkünfte sind billigere Hotels oder Jugendherbergen, wovon die meisten aber weniger bequem sind und keine Extras wie WiFi oder Frühstück anbieten. Sonst ist alles von Lebensmitteln bis Benzin und alles, was den täglichen Gebrauch angeht, spottbillig, aber empfehlenswert ist, dass man trotz der scheinbar günstigen Kosten auf die Preise achtet und nicht mit dem Geld unkontrolliert herumschmeißt, sonst gibt man aus eigener Erfahrung am Ende gleich viel oder sogar noch mehr als bei einer Reise innerhalb Europas aus.
Küche
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Die meisten algerischen Speisen gibt es analog im ganzen Maghreb.
In Algerien kann man überall für wenige Dinar satt werden und noch dazu ein leckeres Essen genießen, kleinere Restaurants sind überall zu finden und ab 500 DA bekommt man eine Mahlzeit mit drei Gängen. Der hygienische Standard ist gut und es wird regelmäßig kontrolliert. Traditionell wird immer eine Suppe als Vorspeise serviert. Trinkgelder im in Deutschland üblichen Rahmen sind in Restaurants angemessen.
Im Sommer wird in der Hitze generell eher leichte Kost wie Melonen oder Datteln gegessen vor allem zu Mittag sollte man nicht zu viel essen sonst liegt das Essen wie ein Stein im Magen.
Wenn es Fleisch gibt, so vor allem Hammel. Mechoui ist ein ganzes über offenem Feuer gegrilltes Tier, normalerweise als Festmahl.
Zahlreiche exotische Gewürze finden Verwendung, wobei die lokalen Chillis nicht allzu scharf sind. In die Mischung Ras el-Hanout gehören 27 unterschiedliche Gewürze. Hror enthält Galgant, Kubeben-Pfeffer, Muskat und Zimt. Polei-Minze hat einen sehr intensiven Geschmack.
Ein allzeit beliebter Snack ist der Auflauf Karantika. Hierfür wird Kichererbsenmehl mit einer Mischung aus Ei und Öl im Ofen überbacken. Gegessen wird es scheibenweise oder auf Baguette. Für Aroma sorgt Harissa oder Kreuzkümmel.
Brochettes, „Schaschlik,“ kauft man ebenfalls beim Straßenhändler frisch vom Grill.
Mhadjeb sind (würzig) mit Paprika, Zwiebel usw. gefüllte Fladenbrote. Der Teig besteht normalerweise aus Hartweizengrieß. Etwas dünner sind Mahjouba (محجوبة).
Suppen sind: Chorba, mit Lamm, Gemüsen und grün geerntetem Hartweizen (فريكة, farīkah); Harira enthält Tomatenmark mit verschiedenen Sorten Hülsenfrüchten und Reis(nudeln), dazu serviert wird hartes Ei und Datteln oder Trockenfeigen; Jari, Hackfleischbällchen in würziger Sauce, gibt es bei Festmahlen oder im Ramadan.
An Eintöpfen unterscheidet man die im entsprechenden Topf gedämpften Tagines (= Tajine). In die Tajine Zitoun gehören immer Oliven. Tajine mtewem enthält Fleischbällchen und Kichererbsen. Jwaz ist ein vor allem am Lande üblicher Gemüseeintopf, der Name bezieht sich auf den speziellen Topf für seine Zubereitung. Sättigungsbeilage ist häufig Couscous.
Rechta ist ein Bett von dünnen Nudeln auf dem gedämpfte Gemüse, etwas Fleisch (Huhn oder Hammel) sowie die unerlässlichen Kichererbsen drapiert werden.
Verlockend sind die täuschend echt wirkenden Marzipanfrüchte, die man in den Auslagen vieler Konditoreien sieht.
Getränke
[Bearbeiten]Tee gibt es pappsüß mit etwas weniger Minze als in Marokko üblich. Viel getrunken wird Kaffee. Ausgesprochen erfrischend ist Tamarindsaft (Tamr Hindi). Kamelmilch wird im Café warm und evtl. mit Gewürzen serviert.
- Wein
Aus der Zeit französischer « mission civilisatrice », als Algerien der größte Weinexporteur war, haben sich noch Weingüter erhalten, wobei nur im Gebiet Hauts Plateaux das Klima geeignet ist. Die meisten Winzer haben auf Druck der Salafisten und mit Subventionen nach den 1960ern auf Oliven umgesattelt. Die beiden häufigsten Rebsorten sind Clairette Blanche und Trebbiano (syn. ugni blanc). Es gibt sieben zugelassene Anbauregionen, die auf dem Etikett genannt werden: Coteaux de Tlemcen, Monts du Tessalah, Coteaux de Mascara, Dahra, Coteaux du Zaccar, Médéa und Aïn Bessem Bouira.
Importware wird hoch besteuert. Schnaps wird im Lande nicht gebrannt.
Nachtleben
[Bearbeiten]Restaurants und Bars, die Alkohol ausschenken brauchen eine Lizenz, was die Preise treibt.
Da während des langen Bürgerkriegs oft ab 18 Uhr Ausgangssperre war, gehen auch heute die meisten Algerier zeitig nach Hause.
Unterkunft
[Bearbeiten]„Bei unverheirateten Paaren kann es bei Buchungen gemeinsamer Hotelzimmer zu Schwierigkeiten kommen.“
Kleinere Hotels sind leistbarer aber dafür oftmals wegen mangelnder Sauberkeit und Extras nicht zu empfehlen, besser man nimmt nicht gleich das erstbeste Hotel sondern vergleicht etwas und sucht nach Testberichten (Im französischsprachigen Internet ist viel vorhanden). 2026 kostet eine günstige Unterkunft 3500–6000 Din.
Jugendherbergen von bekannten Dachverbänden wie Hostelling International sind meist günstig und auch in Ordnung. die Fédération Algérienne des Auberges de Jeunesse erreicht man telefonisch +213 21 91 75 29/49.
Bekannte Hotels der oberen Klasse wie Hilton und Sheraton gibt es in Algier und Oran. Sie sind nicht besonders günstig.
Feiertage
[Bearbeiten]Das algerische Wochenende ist (seit 2009) an den Tagen Freitag und Samstag. Sonntag ist gewöhnlicher Arbeitstag.
Die Ramadantage sind zwar keine gesetzlichen Feiertage jedoch herrscht wie auch in allen anderen islamisch geprägten Ländern in dieser Zeit ein Ausnahmezustand. Wirklich begangen werden der 1. (17. Februar 2026) und 30. Tag (19. März 2026). Ein weiteres wichtiges muslimisches Fest ist Ashura (26. Juni 2026).
| Termin | Name | Bedeutung |
|---|---|---|
| Fr, 1. Jan. 2027 | Neujahrstag | |
| Mo, 5. Jul. 2027 | Unabhängigkeitstag | |
| So, 1. Nov. 2026 | Tag der Revolution |
Sicherheit
[Bearbeiten]Das schweizer und österreichische Außenministerium warnen in ähnlicher Weise wie das deutsche, siehe die österreichische Karte der Risikostufen.
Im Norden des Landes können sich Erdbeben ereignen.
Kleinkriminalität herrscht vor allem in den größeren Städten wie Algier, Constantine und Oran. Raubüberfälle und Diebstahl stellen ein ernst zu nehmendes Problem dar. Es herrscht Photographierverbot von militärischen Einrichtungen (und Uniformierten) sowie verkehrstechnisch wichtigen Bauten.
Zwar ist der Bürgerkrieg schon längst vorbei, trotzdem kann man Reisen nach Algerien nicht als sicher einstufen. Da in Algerien noch nicht so ein reger Tourismus wie in Marokko oder Tunesien herrscht braucht man zwar keine Angst vor Abzockern und Betrügern zu haben, hingegen werden immer wieder westliche Touristen durch islamistische Gruppen entführt. Fahrten in die Sahara, die Kabylei oder die jeweiligen Grenzgebiete sind vor diesem Hintergrund nicht sicher. „Viele Gebiete dürfen Ausländer nur in Begleitung einer Polizeieskorte bereisen. Ausländische Mitarbeiter ausländischer Firmen sind gemäß den geltenden algerischen Sicherheitsbestimmungen verpflichtet, geschäftliche und touristische Reisen bzw. Aufenthalte außerhalb des Verwaltungsbezirks (Wilaya) von Algier mittels polizeilichem Begleitschutz (Eskorte) vorzunehmen und diese mindestens 48 Stunden vorher beim Delegierten für Sicherheit (délégué de sécurité) bei der für den Firmensitz zuständigen Behörde (Wali des Wilaya) anzuzeigen. In dringenden Fällen, die glaubhaft dargelegt werden müssen, sind Ausnahmen von der 48-Stunden-Regelung möglich.“
Die Terroranschläge von 2006 und die Umsturzversuche 2011 in Algier haben staatliche Institutionen betroffen, die algerische Polizei und das Militär hat die Situation allerdings sehr gut im Griff und sonderliche Angst vor neuen Anschlägen oder Entführungen braucht man nicht zu haben.
Im Grenzgebiet mit Marokko sind 2026 noch Minenfelder vorhanden.
Gesundheit
[Bearbeiten]| Hilfe | |
| Notrufnummer(n) | 14 (Rettungsdienst), 17 (Polizei), 1548 (Polizei), 1055 (Gendarmerie) |
|---|---|

- Rauchverbote gibt es auch 2025 kaum, abgesehen von Taxis, Bussen, Krankenhäusern und Schulen. Rauchen ist Männersache. Ein Schachtel einheimischer Marken kostet 360–80 AD, internationale Marken ab 450 AD (inkl. 15% Sondersteuer) (Stand: Okt 2025). In ländlichen Regionen ist auch Kautabak beliebt.
- Behindertengerechte Einrichtungen wird man vergeblich suchen.
- Krankenhäuser sind in jeder Stadt über 50.000 Einwohner zu finden, jedoch lässt die Qualität oft zu wünschen übrig, Privatkrankenhäuser (Clinique Privée) haben europäische Standards und sind auch relativ günstig. Wohl am besten aufgehoben ist man in den vierzehn universitären Krankenhäusern CHU. Siehe auch Listen von (Fach)ärzten der deutschen Botschaft.
Bei Reisen nach Algerien sind generell keine großen Gesundheitsrisiken zu befürchten, jedoch sind einige wenige Kleinigkeiten zu beachten:
- Trinkwasser sollte man je nach Möglichkeit abkochen. Falls dies nicht möglich ist empfiehlt es sich das Wasser besser nicht zu trinken, Wasserflaschen sind überall zu günstig zu kaufen.
- Bei Reisen in die Sahara sollte man trotz der am Tag herrschenden Hitze warme Kleidung mitnehmen da die Temperaturen über Nacht bis auf den Gefrierpunkt abkühlen.
- An tödlichen Giftschlangen findet man in den Küstenprovinzen die ägyptische (braune) Kobra (Naja haje; syn. Uräusschlange), in den Wüsten die Avicennaviper (Cerastes vipera; dämmerungs- und nachtaktiv) sowie in den gebirgigen Regionen zwischen beiden die Atlasotter (Daboia mauritanica).
Klima und Reisezeit
[Bearbeiten]Selbst im Winter kann es unter Umständen noch heiß werden, jedoch fallen die Temperaturen meist kurz vor Sonnenuntergang und bieten kühle und angenehme Abende und Nächte. Das Wetter im Winter ist stark wechselhaft. Trotzdem ist Dezember bis März für Europäer angenehm.
Die Sommer sind sehr heiß und im Freien ist die Hitze am Nachmittag nahezu unerträglich, daher gehören Klimaanlagen zum wesentlichen Bestandteil jeden algerischen Haushalts, je weiter südlich desto heißer wird es. Auf jeden Fall nicht den Sonnenschutz vergessen, auch für dunklere Hauttypen! Im Sommer besteht vielerorts Waldbrandgefahr.
Allerdings gibt es starke regionale Differenzen in der Kabyleiregion im Osten sind die Sommer meist kühl und die Winter kalt sogar mit gelegentlichem Schneefall. Man beachte auch, dass man z. B. am 12 Assekrem (أسكرام) um die 2000 Höhenmeter überschreitet, wodurch es deutlich abkühlt.
Praktische Hinweise
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Regeln und Respekt
[Bearbeiten]Algerien ist ein islamischer Staat. Man muß Respekt vor der Religion und Tradition zeigen, obwohl es nicht schwer ist, in Fettnäpfchen zu treten. Die Mehrheit der jüngeren Generation ist sehr aufgeschlossen, trotzdem sollten einfache Anstandsregeln befolgt werden. Generell gilt: in größeren Städten ist man toleranter als in ländlicheren Gebieten.
Eines der größten Tabus ist Alkohol. Der Islam verbietet ihn und die meisten Menschen, egal ob religiös oder nicht, haben eine starke Ablehnung gegenüber jeglichen alkoholischen Produkten. Alkohol ist aber legal und er wird auch von manchen Algeriern getrunken, jedoch nur diskret und nicht in der Öffentlichkeit.
Frauen brauchen kein Kopftuch zu tragen oder explizite Kleidungsvorschriften zu beachten. Vor allem in der Hauptstadt und in den restlichen großen Städten sind sogar die Mehrheit der jungen Frauen ohne Kopftuch unterwegs. Das gilt im Grunde auch für die ländlicheren Gegenden, außer dass es dort vorkommen kann, dass man öfter angemacht wird. Vor allem wenn man typisch europäisch aussieht. Frauen sollten aber nicht zu viel Haut zeigen; ob ein Outfit angemessen ist oder nicht hängt immer von der Situation ab, aber generell sind Jeans und T-Shirt fast immer in Ordnung. Bei Familien oder Moscheebesuchen besser moderater anziehen, Kopftuch ist kein muss, aber keine zu eng anliegende und reizbetonende Kleidung. Männer brauchen keine Kleidungsvorschriften zu beachten und können sich überall so zeigen wie gewohnt. Homosexualität ist strafbewehrt.
Wenn eine Frau mit einem Mann unterwegs ist, so passiert es häufig, dass der Mann als erster angesprochen und stellvertretend für die Frau gefragt wird, vor allem in Restaurants. Das soll in erster Linie nicht als Diskriminierung oder niedrigerer Wertschätzung gegenüber der Frau verstanden werden, sondern zeigt Respekt. Wenn man das nicht möchte, dann sollte die Frau die Initiative ergreifen.
Ältere Menschen und Frauen haben immer einen besonderen Status der respektiert werden sollte. Z. B. in Bussen sollte der Platz immer für ältere Personen und/oder Frauen zur Verfügung gestellt werden. Wenn man mit einer eher islamisch gekleideten Frau redet, sollte man die Diskussion vorsichtshalber immer auf das nötigste beschränken, außer die Frau ergreift die Initiative.
Weiterhin wird es als sehr unhöflich empfunden wenn man im Ramadan in der Öffentlichkeit isst oder trinkt, es wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts gegessen; wenn man doch etwas Essen möchte sollte man dies möglichst auf das Hotelzimmer verschieben. Die meisten Restaurants haben zur Fastenzeit geschlossen. Man sollte auch nicht verwundert sein, wenn am Tag alle etwas provozierter erscheinen als sonst.
Unter Bekannten, Verwandten und Freunden sind zwei Küsse auf beide Wangen zur Begrüßung und zum Abschied üblich.
Post und Telekommunikation
[Bearbeiten]Das Mobilfunknetz wird durch drei Betreiber abgedeckt:
Prepaidkarten werden für alle Netze verkauft, Ooredoo und Djeezy sind die gängigsten Prepaidkarten und bieten die größte Netzabdeckung.
Auslandsvertretungen
[Bearbeiten]Siehe auch: Konsulate in Algiers
- Um ein Visum in Mitteleuropa zu beantragen
- sind in der BRD zuständig:
- Für Einwohner von Berlin, Hamburg, Schleswig Holstein, Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Sachsen Anhalt: Kosularabteilung der Botschaft, Görschstraße 45-46, 13187 Berlin-Pankow. Tel.: +49 30-43737-171, Fax: +49 30 43737-214, E-Mail: konsular@algerische-botschaft.de. Alle Antragsteller (Formular Touristenvisum) müssen einen Nachweis über ihre Privatadresse erbringen (Fotokopie des Personalausweises) dazu ungewöhnlich viele andere Dokumente (siehe Webseite). Bearbeitungsdauer mindestens 14 Werktage. Geöffnet: Antrag Mo., Mi. 9.00-13.00 (Barzahlung nicht möglich), Abholung Fr. Preis: Deutsche 80 € sonst unterschiedlich nach Staatsangehörigkeit, Kinder bis 12 die Hälfte; immer + Schreibgebühr 20 €.
- Generalkonsulat, Friedrich-Ebert-Anlage 23, 60325 Frankfurt. Tel.: +49 69 7060 950, E-Mail: visa@konsulat-algerien.de. Persönliche Vorsprache (oder Nutzung einer zugelassen Agentur) verpflichtend mit online-Terminbuchung. Preis: wie Berlin.
- Österreich
- Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Algerien, Rudolfinergasse 18, 1190 Wien. Tel.: +43 1 369 88 53 - 0, Fax: +43 1 369 88 56, E-Mail: algerianembassy.vienna@algerische-botschaft.at. Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-16.00.
- Für die Schweiz und Liechtenstein
- Nur zuständig für Bewohner der Kantone Bern, Neuchâtel und Fribourg ist die Section consulaire de l'Ambassade (Willadingweg 74, 3006 Berne)
- Consulat Général d’Algérie, 308Bis, Route de Lausanne, 1293 Bellevue, Genève. Tel.: (0)22 774 19 11, Fax: (0)22 774 19 06, E-Mail: consulat-algerie@consulat-algerie.ch. Akzeptiert noch Anträge per Post. Geöffnet: Di.-Sa. 9.30-12.30, Online Terminvereinbarung nur frz.
- Einheitspreise: Visum bis 90 Tage: 90 sfr + Schreibgebühr, bis 12 Jahre 45 sfr., über 90 Tage 115 sfr.
Literatur
[Bearbeiten]- Agada, Birgit; Algerien: Kultur und Natur zwischen Mittelmeer und Sahara; Berlin ³2024 (Trescher)
- Alvermann, Dirk; Algerien; [Neuaufl. der Ausg. Berlin, DDR, 1960] Göttingen 2011 (Steidl)
- Hallier, Ulrich W.; Hallier, Brigitte; Felsbilder der Tadrart Algerienne (S-Algerien); Langenweißbach 2014 (Beier & Beran)
- Keller, Fritz; Ein Leben am Rande der Wahrscheinlichkeit: Si Mustapha alias Winfried Müller: vom Wehrmachtsdeserteur zum Helden des algerischen Befreiungskampfes; Wien 2017 (mandelbaum verlag)
- Kuske, Silvia; Reislamisierung und Familienrecht in Algerien: der Einfluß des malikitischen Rechts auf den „Code Algérien de la famille“; Berlin 2022 (Klaus Schwarz Verlag)
- Samraoui, Mohammed; Chronik der Jahre des Blutes: wie die algerischen Geheimdienste die islamistischen Gruppen gesteuert haben; Frankfurt am Main 2012 (Zambon); [frz. Orig.: Chronique des années de sang]
- Schwartz, Werner; Ibn aṣ-Ṣaġīr [10. Jh.]; Ibn aṣ-Ṣaġīr: eine Chronik der Rustamiden = Ibn aṣ-Ṣaġīr: Tārīḫ ar-Rustamīyīn; Wiesbaden 2022 (Harrassowitz Verlag)
- Walzer, Michael; Das Paradox der Befreiung: säkulare Revolutionen und religiöse Konterrevolutionen; Freiburg u. München 2018 (Verlag Karl Alber)
- Der spätere Literaturnobelpreisträger Albert Camus in Saint-Paul (arabisch Chebaita Mokhtar) Algerien 1913 geboren und in Algier aufgewachsen setzte sich früh mit dem Kolonialismus auseinander. Vgl. hierzu z. B. Camus im kolonialen Algerien der 30er Jahre: Misère de la Kabylie doi:0.14220/9783737001465.141
- Camus’ Der Fremde (L’Étranger), erschienen 1942, erzählt die Geschichte des Totschägers Meursault, wobei sein arabisches Opfer keinen Namen hat. Es ist eines der Hauptwerke der Philosophie des Existentialismus. Aufgearbeitet aus Opfersicht hat dies Kamel Daoud in seinem preisgekrönten Erstlingswerk Meursault, contre-enquête 2013.
- Filme
- Einer der eindrucksvollsten Antikriegsfilme ist Schlacht um Algier (La Bataille d'Alger; it.: La Battaglia di Algeri), eine französisch-italienische Coproduktion von 1966. Die Handlung spielt in Algier im Jahr 1957.
- Mit den Atombombenversuchen 1960–66 und Auswirkungen beschäftigt sich der 2009 veröffentlichte Dokumentarfilm Gerboise bleue.
- Musik
Raï ist eine Volksmusik ursprünglich aus der Gegend von Oran, die in den 1920-60ern von reinen Frauengruppen gesungen wurde. Seit den 1980ern entwickelte sich eine Popmusik daraus. Dies erregte das Mißfallen der Islamisten, die einige Sänger ermordeten. Seit 2022 ist der Stil Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO.
Weblinks
[Bearbeiten](Stand: Mär 2026)
- Nationales Femdenverkehrsamt ONT (engl.)
- Wettervorhersage (frz., ar.)
- Fokus Entführungsrisiko in der Sahara und angrenzenden Gebieten (schweizer Außenministerium)
- Menschenrechtssituation in Algerien (engl.) von Human Rights Watch einer von der US-Regierung mitfinanzierten NGO





