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Seychellen

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Die Seychellen sind eine Inselgruppe im indischen Ozean. Sie liegen nordöstlich von Madagaskar und gut 1500 Kilometer östlich des ostafrikanischen Festlands, knapp südlich des Äquators.

Regionen[Bearbeiten]

Karte von Ostafrika mit eingezeichneter Lage von Seychellen.

Es gibt 115 Inseln, die „inneren,“ gebirgigen werden auch die „graniteren“ genannt. Hauptinsel ist Mahé mit der Hauptstadt Victoria. Neben Mahé sind hauptsächlich die zweitgrößte Insel Praslin sowie La Digue touristisch erschlossen. Gerade auf den „graniteren“ Inseln ist die Siedlungsdichte zu hoch, da weite Teile der Inseln zu steil abfallen, um dort wohnen zu können.

Städte[Bearbeiten]

Die Haupt- und einzige wirkliche Stadt des Landes ist Victoria auf der Insel Mahé. Sie verfügt hat eine Einwohnerschaft von 25000. An Victoria angeschlossen ist die künstliche Wohninsel Eden Island, ab 2006 unter anderem durch Sträflingsarbeit aufgeschüttet und seit 2012 eröffnet. Nur hier dürfen Ausländer Grund erwerben.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Auf allen granitenen Inseln heimisch ist die Paradiesfrucht-Taube (Alectroenas pulcherrima).
  • Die seit 1968 streng geschützte 1 Cousin-Insel hat u.a. auch die höchste Eidechsendichte der Welt. Verwaltet wird sie von Nature Seychelles, die als einziges geführte Halbtagestouren hierher organisieren. Im Fahrpreis ist eine Nationalparksgebühr von 500 RS enthalten. Das Schutzgebiet reicht 400 m ins Meer, ankern ist verboten.
  • Frégate - Die kleine Insel ist ein luxuriöses Reiseziel, das etwa 50 km östlich der Hauptinsel Mahé liegt.

Outer Islands[Bearbeiten]

Karte des Aldabra-Atolls.

Die meisten der außenliegenden Inseln sind Atolle, die bis Ende des jetzigen Jahrhunderts weitgehend im Meer versunken sein werden. Viele sind nicht oder kaum bewohnt, keine hat eine natürliche Süßwasserquelle. Verwaltet werden sie, sofern nicht Nationalparks, von der halbstaatlichen Island Conservation Society.

  • Das Aldabra-Atoll, eines der weltweit größten, ist seit 200 Jahren unbewohnt. Als Weltnaturerbe geschützt, bedarf ein Besuch der Genehmigung (d.h. man wird sich eines spezialisierten Veranstalters bedienen müssen). Diese kostet 2018 € 200 pro Tag, professionelle Photographen werden zusätzlich mit € 5000 zur Kasse gebeten. Es gibt noch keine Unterkunft oder Anlegestellen. Auch Verpflegung muß mit der Schiffscharter arrangiert werden.
  • 29 kleine Atolle und Riffe mit einer Gesamtlandfläche von 11½ km² bilden die Amiranten-Inseln, mit einer Bevölkerung von früher 300. Die meisten von diesen waren bis Ende 2017 auf 2 Marie Louise Island. Nachdem wegen der Abgeschiedenheit eine touristische Entwicklung scheiterte, richtete man hier ein Gefängnis ein, das inzwischen geschlossen wurde.

Bedeutendste Insel ist mit 4 km² die 3 Île Desroches. Hier gibt es eine Landebahn, Präsidentenvilla und die Luxusunterkunft Desroches Island Lodge (August 2018: ab € 1640 p.P. + Flug € 400 retour + 15% tax). Deren Angestellte machen den Großteil der Einwohnerschaft von 100 aus.

Karte des Farquhar-Atolls, das allenfalls von Seglern oder zum Angeln in der Lagune angefahren wird.

1 Alphonse Island. Es gibt ein Luxushotel, daß 5 Strandvillen und 22 „Hütten“ bietet. Tauch- und Fischtouren extra, dazu jeweils ein „Umweltbeitrag.“ Preis: Wochenpreise (mit VP): Villa US$ 9425 p.P, Bungalow US$ 6525 p.P. (2018), jeweils + US$ 850 Flug.

Hintergrund[Bearbeiten]

Hauptinsel Mahé.

Auf allen „inneren“ Seychelleninseln sind wunderschön geformte Granitfelsen, die sich wundervoll in die Landschaft einfügen, kristallklares Wasser, das fast Badewannentemperaturen von ca. 28 °C aufweist. Schnorcheln und Tauchen sind unbedingt angesagt. Die „äußeren“ Inseln wie Aldabra, Amiranten sind Koralleninseln (ähnlich den Malediven).

Wer sich für eine Seychellenreise interessiert, sollte ein wenig Geld parat haben. Es ist kein günstiger Urlaub. Hier gibt es kein All inclusive, es sei denn, man ist auf einer Insel mit nur einem einzigen Hotel, das dann auch entsprechend kosten wird (zum Beispiel Frégate).

Nach der Unabhängigkeit 1976 fuhr die Regierung einen moderat sozialistischen Kurs, der dafür sorgte, daß die Einnahmen aus dem Luxustourismus auf den man sich spezialisiert hatte weitgehend im Lande verblieben. Seit der Rückkehr von James Mancham als Präsident 1992 ist man der kapitalistischen Welt zugeneigter, man entwickelte das Land auch zur Steueroase. Das Regierungssystem ist für afrikanische Verhältnisse demokratisch, aber nicht frei von Korruption.
Rund ein Sechstel der Beschäftigten sind im Tourismussektor tätig. Die meisten Besucher kommen (2015-6) aus Frankreich, mit etwa 45000 und der BRD mit um 40000. Ein Großteil bucht pauschalen Inselurlaub im Paket. Seit etwa 2010 spürt man die zunehmende Konkurrenz der benachbarten Ziele Mauritius und Reunion, deren Infrastruktur, bei oft weitaus günstigeren Preisen, inzwischen deutlich besser ist. Um die hohen Preise für Ausländer etwas in Relation setzen zu können, zeigt ein Blick auf die Statistik für 2017 folgende Bruttomonatslöhne: 10000 SR für Wachmänner, 11000 SR für einen Englischlehrer, 14500 SR Bartender, 25000 SR Elektriker. Das Monatsnetto (ø aller Berufe) war 7360 RS, was am 1. Aug. 2018 € 467,30 entsprach.

2015 kamen zu den rund 90000 Eingeborenen noch etwa 13500 “Expats,” d.h. mehr oder weniger lange hier lebende kaufkräftige Ausländer. Gerade die große Zahl der von diesen genutzten Ferienwohnungen hat zu Knappheit bezahlbaren Wohnraums für die Einheimischen, vor allem um Victoria geführt.

Unter dem Schlagwort blue economy hat man begonnen Naturschutz und wirtschaftliche Interessen nachhaltig in Einklang zu bringen. Im März 2018 wurden die Schutzgebiete auf 15% der Meeresfläche des Landes ausgeweitet.

Ein wichtiger Teil des Tourismussektor ist das Geschäft mit Flitterwochen, besonders beliebt bei Paaren aus englischsprachigen Ländern. Dieser Zielgruppe wird es in der Regel wenig ausmachen für eine Zeit ohne allzu viel Abwechslung auf einer einsamen Insel zu hohen Preisen aufgeräumt zu sein. Ansonsten im Angebot ist Wassersport, Segeltörns und Tauchgänge werden von zahlreichen örtlichen Anbietern organisiert. Der Sicherheitsstandard für Ausrüstung ist hoch. Servicequalität und Preise stehen oft nicht im richtigen Verhältnis, selbst wenn man bedenkt, daß man in Afrika ist und starker indischer kultureller Einfluß auf den Inseln herrscht.

Anreise[Bearbeiten]

Ausreisestempel der Seychellen in Form einer Seychellenkokosnuß.

Jedermann im Besitz eines Reisepasses (außer dem des Kosovo) und ausreichender Geldmittel kann visumsfrei auf die Seychellen reisen. In der Regel wird bei Vorliegen eines Hotelbuchungsnachweises ein (verlängerbarer) Aufenthalt von 90 Tagen zu touristischen Zwecken genehmigt.

Zoll[Bearbeiten]

Freimengen
  • 2 Liter Schnaps und 2 Liter Wein
  • 200 ml Parfüm
  • 200 Zigaretten (im Land kostet 2017 eine Schachtel 120-200 SR) oder 250 g Tabak
  • Lebensmittel zum Eigenbedarf bis 5000 SR
Genehmigungspflichtig

Pflanzen oder Tiere sowie Teile davon sind genehmigungspflichtig. Gewisse Tier-, Muschel- oder Pflanzenarten dürfen nicht ausgeführt werden, darunter auch die Seychellenpalme (syn. Coco de Mer). Für deren Früchte coco fesse gibt es die Erlaubnis bei der Seychelles Island Foundation für ein paar hundert Euro.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Internationale Flughäfen sind zum einen der von Mahé (IATA: SEZ), zum anderen der der Praslin-Insel (IATA: PRI). Letzterer wird in der Regel nach einer Zwischenlandung auf Mahé erreicht.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Siehe die Info zum Yachthafen der Hauptstadt.

Mobilität[Bearbeiten]

Von Ochsen gezogene Kutschen, bis in die 1970er Transportmittel der Einheimischen, dienen heute vor allem auf La Digue touristischen Zwecken.

Kleinere Inseln werden aus Mahé angeflogen, siehe die Übersicht der Flugplätze. Gäste von Hotelinseln werden in der Regel in Mahé von Angestellten zur richtigen Maschine gebracht.

Bus

Mit dem Bus gelangt man auf Mahé überall hin. Auch braucht man nie lange auf den nächsten Bus zu warten. Dreh- und Angelpunkt ist der Busbahnhof in Victoria.
Auf Praslin gibt es drei Buslinien, zwei davon fahren im Kreis (!! - eine mit dem Uhrzeigersinn um die Insel und eine dagegen) – Mo.-Fr. 6.00-19.00 alle 30-45 Minuten, am Wochendende deutlich seltener. Um an einige abgelegenere Strände zu kommen, muss man von der Bushaltestelle oft noch ein Stück (bis zu ½ Stunde) laufen (z.B. Anse Lazio über einen Berg rüber). Strecken sind 61: Mont Plaisir - Anse Boudin via Vallée de Mai; 62 Mont Plaisir - Zimbabwe via Consolation und 63 Mont Plaisir - Anse La Blague - Côte d’Or.

Auf Mahé und Praslin gibt es auch jede Menge Taxis zu mieten, wenige auch auf La Digue - preislich mit denen in Mitteleuropa vergleichbar.

Mit dem Mietwagen

Es herrscht Linksverkehr, der EU-Führerschein wird anerkannt. Die wenigen Straßen auf Mahé und Praslin sind gut asphaltiert, jedoch eng und teilweise recht steil und häufig ohne Leitplanke. Unter Kokospalmen parke man tunlichst nicht. Auf Mahé sind sechs Tankstellen, auf Praslin zwei. Der Liter Sprit schlägt 2017 mit 17-20 SR zu Buche.

Auf La Digue gibt es ja angeblich keine Autos (nur viele Hotels haben Shuttlebusse für die Gäste und zum Warentransport). Als Fortbewegungsmittel erster Wahl kann man sich überall Fahrräder leihen (Auf funktionierende Bremsen achten!). Ansonsten ist Laufen angesagt. Vom Schiff zum Hotel wird man entweder mit dem traditionellen Ochsenkarren oder den bereits erwähnten Kleinbussen gebracht.

Yachten

Es gibt mehrere Segelschiffvermieter bzw. -charterer Entsprechende Informationen hat der Yachtclub in Victoria.

Sprache[Bearbeiten]

Die Landessprache ist Seychellenkreol, wie alle regionalen Bourbonnais-Kreolische französischbasiert mit stark vereinfachter Grammatik und phonetischer Orthographie. Die Einheimischen können sowohl Französisch als auch Englisch sprechen.

Kaufen[Bearbeiten]

25 Seychellen-Rupien (Serie 2011).

Währung ist die Seychellen-Rupie („roupi”); ihr Kurs wurde während der Finanzkrise 2008 freigegeben. Der Wechselkurs am 1. Aug. 2018 war €1 = 15,75 SR (Schwankung der letzten 5 Jahre zwischen 14 und 17,5. Zum US$ 2015-8 zwischen 12 und 14,5).

Es dürfen maximal 2000 SR ein- oder ausgeführt werden. Euro, US-$ usw. Währungen werden in Banken in Rupien getauscht. Zur 40jährigen Unabhängigkeit wurde 2016 eine Banknotenserie ausgegeben, die Vorgängerserie von 2011 (mit Hologrammen für Scheine über 50 SR) bleibt jedoch weiter gültig.

Zum Einkaufen lässt sich unbedingt der Markt (Sir Selwyn Clarke Market) auf Mahé empfehlen. Gewürze sind ein leicht zu transportierendes Souvenir. Victoria als Hauptstadt hat das größte Warenangebot. Hier gibt es viele kleine Läden und auch größere Supermärkte.

Auf La Digue gibt es in La Passe einen gut ausgestatteten Supermarkt, in dem neben Kleidung und Nahrungsmitteln auch Einrichtungsgegenstände und Elektrowaren angeboten werden.

In allen Dörfern gibt es kleine indisch-betriebene Tante-Emma-Läden, wo es das nötigste zu kaufen gibt.

Die meisten Waren müssen eingeführt werden (aus Indien, Australien, Europa) und sind deshalb teuer. Grundnahrungsmittel wie Brot und Reis werden vom Staat subventioniert und sind dementsprechend billig.

Empfehlenswert ist natürlich die Auswahl der tropischen, frisch geernteten Früchte, die jedoch häufig nur zum Eigenverbrauch angebaut werden.

Souvenire sind Holz- oder Kokosnussarbeiten, Gemälde, Briefmarken, inselbemalte oder gebatikte Kleidungsstücke. Nur mit Exportgenemigung Coco-de-mer-Nüsse.

Küche[Bearbeiten]

Nicht mehr auf dem Speiseplan steht die Aldabra-Riesenschildkröte.
Haifisch-Linsen-Mix mit Chutney und geschabter grüner Papaya auf Reis zum Mitnehmen.
Gekochter Flughund mit Gemüse, dazu Suppe und Reis.

Die Küche ist kreolisch, sprich es gibt sehr viel Fisch, Chutneys und Currys. Zuchtbetriebe für Rindfleisch gibt es kaum, die meiste Importware gibt es kaum unter 200 SR/kg (2018), Hähnchen kostet die Hälfte. Der Fisch, der morgens gefangen wird, kommt abends auf den Tisch. Auch ißt man Flughundgulasch auf den Seychellen. Insgesamt ist die seychellische Küche weniger abwechslungsreich oder aufregend als in Mauritius oder Indien. Standard sind Chutneys (satini) als Beigabe. Wenn man auf Touristen eingestellt ist, gibt es als Sättigungsbeilage in der Regel Reis oder Pommes Frites. Einheimische bevorzugen Maniok, Brotfrucht oder Süßkartoffeln. Eine wichtige Zutat, auch zum marinieren, ist die Sauce lasos kreol zu deren charakterischen Note die Früchte des Gurkenbaums (Bilimbi) beitragen. Kauft man Bananen auf dem Markt so gilt je kleiner, umso süßer – mit in Europa erhältliche Dollar-Bananenware hat dieses Geschmackserlebnis nicht das geringste zu tun!

Restaurants aller Preislagen gibt es in der Nähe von und natürlich in Hotels (Nicht-Gäste fast immer willkommen). Bei Getränkenpreisen wird gerne zugelangt. Gerade bei Pauschalurlauben stellt man oft ein eher durchschnittliches Buffet hin. Auf den kleinen (Privat-)Inseln mit nur einem Hotel gibt es keine andere Möglichkeit als im Hotel zu essen.

Auch Fast Food hat den Weg über den Ozean gefunden. Man muss sich nur trauen, das Essen sieht zwar nicht immer aus als würde es schmecken, es tut es aber.

Bouyon bezeichnet jede Art von Suppe.

Bourzwa ist eher ein Festtagsgericht. Hierzu wir ein ganzer roter Schnapper aufgetragen.

Kari pwason, ist Fischcurry normalerweisen mit Tamarind leicht säuerlich. Kari zourit ist Oktopus-Curry mit Kokosmilch und Zimt. Die lokale Version von Klippfisch, pwason sale kommt bevorzugt während der Zeit des Südostmonsuns, wenn Frischware knapp ist, auf den Tisch.

Der Nachtisch Daubes sind in Kokosmilch gekochte Früchte. Teuer ist das süße Gelee der noch unreifen Coco de Mer.

Seybrew, ein Pils, ist die lokale Biermarke. Unter Lizenz hergestellt werden Eku, Guinness und Smirnoff Black/Red Ice dazu die weltweit verbreiteten Limonaden einer Firma aus Atlanta, Georgia. Andere lokale Softdrink-Marken sind Paradise Fun, Waterloo Factory und die Wässer von Eden Springs, Sey Pearl u.a. Calou ist ein schwach vergorener Palmwein. Die Trois Freres Distillery distilliert Schnäpse, vor allem Rum, der Marke Takamaka. Spirituosen sind hoch besteuert, lokale Marken gibt es ab 300 SR (2018/Flasche), Importware kostet ab 500 SR. Auf Wein, naturgemäß importiert, sollte man in den Seychellen tunlichst verzichten, da europäische Supermarktware zu überhöhten Preisen.

An den Westhängen des Morne Seychelles National Park wird Tee angebaut. Übernommen wurden 1966 Samen und Methoden aus Kenia, man erwarte also keine Spitzenqualität. Die Marken Seyte und die aromatisierten von Tropical Foods sind in lokalen Geschäften ebenso erhältlich wie der hier gezogene Kaffee von Tropicafe.

Nachtleben[Bearbeiten]

Diskotheken, ab 18 mit Ausweiskontrolle, sind oft Teil von Hotelanlagen.

Prostitution ist illegal, gerade in Touristenhotels von Mahé sind „Damen” nicht selten.

Unterkunft[Bearbeiten]

Behindertengerechte Ausstattung sollte man außerhalb von Luxushotels nicht erwarten.

Angeboten werden verschiedentlich Segeltörns, meist einwöchig, mit Unterbringung in einer Kajüte.

Eine Unterkunftssuchmaschine gibt es auf der offiziellen Tourism Board-Seite in maschinenübersetztem Deutsch.

Viele Unterkünfte bieten WLAN auch 2018 nur gegen Bezahlung.

Günstig

Billige Übernachtungen gibt es nicht. Es war seit Beginn des Tourismus, mit Eröffnung des Flughafens 1971, von Anfang Regierungspolitik nur zahlungskräftige Besucher anlocken zu wollen. Theoretisch ist es vorgeschrieben bei Ankunft eine Hotelbuchung für den gesamten Aufenthalt vorzulegen. Campingplätze oder Jugendherbergen existieren nicht. Wildes Zelten in Strandnähe ist strengstens verboten.

Mittel

Auf den Seychellen findet man vorwiegend Gästehäuser, geführt von den Einheimischen, sowie ein paar kleinere Hotels. Am günstigsten kommt man weg, wenn man als Paar oder kleine Gruppe eines der wenigern Selbstversorger-Apartments ergattert. Preise von € 50-80 pro Nacht sind 2018 das allerbilligste was zu finden ist. Realistischer sind Preise von € 90-165. Die Übernachtungspreise der Gästehäuser entsprechen europäischem Durchschnitt, nicht immer jedoch deren Qualität.

Luxus

Einige kleinere Inseln sind exklusive Hotel-Resorts. Die großen Hotels bspw. das Labriz Hilton, mit dem Sitz auf Silhouette Island, befinden sich meist auf einer Privatinsel.

Feiertage[Bearbeiten]

Als ursprünglich französische Kolonie gibt es die üblichen katholischen Feiertage: 1.1. Neujahr, 19. April 2019 Karfreitag bis 22. April 2019 Ostermontag, 15.8. Mariä Himmelfahrt (wird vergleichsweise ausgelassen begangen als The Fete), 1.11. Allerheiligen und 8.12. Unbefleckte Empfängnis und schon drei Wochen später dann Weihnachten.

An weltlichen Feiertagen begeht man 1. Mai, Tag der Arbeit; 18. Juni, Verfassungstag, 29. Juni, Nationalfeiertag.

Sicherheit[Bearbeiten]

Hier auf den Seychellen braucht man nichts zu befürchten, was Kriminalität angeht. Man kann sich völlig frei bewegen. Die Einheimischen sind sehr diskret und sind in keinster Weise aufdringlich. Auch läuft man am Strand nicht Gefahr, dass einem hier irgendjemand etwas verkaufen möchte. Hin und wieder kommt es zu Diebstahl, daher keine Handtaschen oder ähnliches unbeaufsichtigt lassen oder im Bungalow am Fenster ablegen.

Trotz des vorgesagten muß erwähnt werden, daß die Seychellen mit 473/100000 einen im internationalen Vergleich sehr hohen Anteil an Inhaftierten haben und diese Quote seit zehn Jahren kontinuierlich steigt.

Ab 1. Januar 2019 müssen alle Führer von Wasserfahrzeugen einen Sachkundenachweis vorlegen. Dies gilt auch für kleine Fischerboote und das Fahren von Jetskis.

Gesundheit[Bearbeiten]

Bis zu 15 cm lang werden Exemplare des vom Aussterben bedrohten Tausendfüßlers Seychelleptus seychellarum, der auf dem Speiseplan von Ratten und Katzen steht, aber für Menschen vollkommen harmlos ist.
Die nicht-indigenen Hundertfüssler der Art Scolopendra subspinipes reagieren aggressiv auf Störungen (Vibrationen). Ihr Gift verursacht sehr schmerzhafte Schwellungen. Vorkommen auf den felsigen Inseln.
Das Gift der Boomslang-Schlange (Dispholidus typus), die in Bäumen lebt, ist für Menschen selten tödlich, es gibt ein in Südafrika entwickeltes Gegengift.

Notruf: ☎ 999
Krankenwagen: ☎ 151

Auf Mahé ist die medizinische Versorgung ausreichend, auf den Nebeninseln problematisch. Pflichtimpfungen sind für die Seychellen nicht vorgeschrieben. Die einzige Ausnahme tritt bei einer Einreise aus Gelbfieber-Infektionsgebieten in Kraft - dann ist ab dem ersten Lebensjahr eine Gelbfieberimpfung vorzuweisen.

Die Krankheiten Malaria und Gelbfieber treten auf den Seychellen nicht auf. Denguefieber gibt es wie fast in allen tropischen Länder schon, kommt aber selten auf, vor allem während der Regenzeit. Auch die Tierwelt braucht man nicht zu fürchten, es gibt wenige giftige Tiere. Eine Ausnahme sind die sehr selten anzutreffenden Seeschlangen. Nicht häufig treten giftige Quallen auf. Wenn jedoch die Einheimischen vom Schwimmen abraten, sollte man sich tunlichst daran halten, die Verletzungen sind extrem schmerzhaft. Die Behandlung der betroffenen Hautbereiche mit Essig als erste Hilfe verhindert die Ausbreitung des Giftes, lindert aber nicht die Schmerzen. Auch sollte man nach einem Skorpionbiß schleunigst einen Arzt aufsuchen, um eine Behandlung mit Anti-Histaminen einzuleiten.

Leptospirose (Weil-Krankheit) ist vor allem während der Regenzeit häufig. Infektionen erfolgen vor allem im mit Ratten- u.a. Urin verseuchten Schlamm.

HIV/AIDS tritt wohl in zunehmenden Maße auf, die Seychellen haben aber nach wie vor eine relativ niedrige Infektionsrate (etwa 0,95%, 2016), ein Drittel der Infektionen durch Drogengebrauch.

Durchfallerkrankungen sind wohl die häufigste Reisekrankheit, durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sie sich auf den Seychellen zum grössten Teil vermeiden. Wasser sollte nur aus sicheren Quellen getrunken werden (Flaschenwasser, Leitungswasser sollte mit Vorsicht behandelt werden). Auf den kleineren Inseln wird Wasser durch Entsalzung gewonnen.

Haiattacken sind selten und kommen eigentlich nur um Praslin vor. Dekompressionskammern gibt es im Victoria-Krankenhaus und in der Privatklinik Resort Doc im Hilton Hotel (unter deutschem Management) auf 4 Silhouette Island.

Klima[Bearbeiten]

Auf den Seychellen herrscht ein tropisches Klima, die durch den Ozean abgemilderten Temperaturen werden schwerer erträglich durch Luftfeuchtigkeit, ganzjährig 80%. Nachttemperaturen fallen auf der Hauptinsel selten unter 24 °C, tagsüber wird es 31-33 °C warm. In jedem Fall ist hoher Sonnenschutzfaktor zum Eincremen angebracht, da man sich direkt unter der Sonne direkt am Äquator bewegt.

Man unterscheidet eine feuchte Jahreszeit November bis März, wobei im Dezember und Januar am meisten Regen fällt. Auch sind die Temperaturen höher. In der trockeneren Jahreszeit (Mai bis September) ist es bei Tagesspitzen von 28-32 °C etwas kühler und es weht der Südost-Monsun. Der geringste Niederschlag fällt zwischen Juni und August. Die Übergangsmonate April und Oktober sind heiß und weniger windig. Das Meer ist ruhig. Wassertemperatur zwischen 23°C (Jahresmitte) und 28°C (Jahresanfang).

Die Seychellen befinden sich außerhalb des Zyklongürtels und werden nur äußerst selten von einem tropischen Sturm getroffen.

Respekt[Bearbeiten]

Die Seychellen sind zu achtzig Prozent römisch-katholisch, aber im Grunde sind alle Religionen vertreten, da die Seychellen sehr vielfältig und offen für neues sind. In Victoria macht sich der Muezzin traditionsgemäß lauststark bemerkbar. Frauen sollten es vermeiden am Strand „oben ohne“ zu sein, da es die Inselbewohner nicht gerne sehen. Im Bummel durch die Stadt sollte Mann lange Hose und langes Hemd tragen, wohingegen Frau einen knielangen Rock und eine Bluse oder ähnliches tragen sollten.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Mobilfunk

Es besteht die Möglichkeit, sich vor Ort eine Prepaidkarte zu kaufen. Anbieter sind Cable & Wireless beschrieben bei ihrer Haupstelle in Victoria sowie Airtel mit einer höchst unübersichtlichen Tarifstuktur (etwa 10% teurer als C&W). SIM-Karten sind, ebenso wie Aufladevoucher, in fast allen Geschäften erhältlich. Guthaben verfallen oft schon nach 15 oder 30 Tagen.

Hotspots: Es gibt von Cable & Wireless ein iSurf genanntes öffentliches WLAN an vielen Stellen. Voucher sind in den Geschäftsstellen des Anbieters und in vielen Hotels erhältlich. Sie gibt es ab 100 Rupien für 1h (Gültigkeit 24h ab Erstaktivierung), weitere Stückelungen sind erhältlich. Der Zugang erfolgte 2018 noch immer über ungesicherte Verbindungen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Daus, Ursula; Erfindung paradiesischer Inseln: der Indische Ozean im 21. Jahrhundert; Berlin 2012 (Opitz); ISBN 9783925529313
  • Mancham, James R. [Premierminister] ; Seychelles: the saga of a small nation navigating the cross-currents of a big world; St. Paul, Minn. 2015 (Paragon) [Politik und Geschichte 1950-2010]
  • Mallad, Heike; Seychellen: eine Anleitung zum Inselglück; Bamberg 42015 (FAW); ISBN 9783932853159
  • Mallad, Heike; Ein ganzes Jahr Seychellen: der etwas andere Reiseführer; Bamberg 2016 (FAW); ISBN 9783932853173
  • Skerrett, Adrian; Outer Islands of Seychelles; Victoria, Sey. s.a. (ICS); [in Buchhandlungen auf Mahé]
  • Skerrett, Adrian (et. al.); Zwazo Sesel; Victoria, Sey. s.a. (ICS); frz. als: Zwazo Sesel: les noms des oiseaux des Seychelles et leurs significations; [Identifiziert alle Vogelarten des Landes auf Englisch, Französisch und Kreol. In Buchhandlungen auf Mahé]
Reiseführer
  • Binder, Franz; Seychellen: tausend Meilen außerhalb der Welt; München 2007 (Bucher); ISBN 9783765816437 [Schwerpunkt Flora und Fauna]
  • Brunner, Erwin; Seychellen ; München ²2018 (Bruckmann); ISBN 9783734311246
  • Baron Carl Claus von der Decken's Reisen in Ostafrika in den Jahren 1859 bis 1865 / 2: Reisen in Ostafrika in den Jahren 1862 bis 1865: Neue Reisen im Inneren und an der Küste. Die ostafrikanische Inselwelt (Madagaskar, Seychellen, Réunion, Nossibé und Komoren). Reisen in den Ländern der Galla und Somali; Leipzig 1871 (Winter)
  • Frommer, H.; Seychelles: Mahé, Victoria, Desroches, Amirantes, Farquhar, Aldabra, Praslin, La Digue, Inner Islands, Aride, Bird Island, Denis, Silhouette, North, Frégate, Marianne, Valleé de Mai : updated, durable, water-repellent, write-on/wipe-off surface = Seychellen; 52017 (Borch), 17 Landkarten auf einem Blatt, 1:50000, 55 x 42 cm oder kleiner, auf Blatt 66 ⨉ 50 cm, gefaltet 25 ⨉ 11 cm; ISBN 9783866091238
  • Kinne, Thomas J.; Seychellen: mit großer Faltkarte; München 2017 (Travel House Media); ISBN 9783846428764

Weblinks[Bearbeiten]

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  1. Seit Februar 2017 plant man die Einrichtung öffentlicher Gratis-Hotspots. [1]