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Marokko

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Marokko ist ein Königreich im Nordwesten Afrikas. Nördlich liegt das Mittelmeer und westlich erstreckt sich der Nordatlantik. Landesgrenzen bestehen im Süden zu Westsahara, im Osten zu Algerien und im Norden zu den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla an der Mittelmeerküste. Durch die Straße von Gibraltar ist Marokko von Spanien und der britischen Kronkolonie Gibraltar getrennt.

An der Küste hat man einen direkten und klaren Blick auf das europäische Festland, insbesondere auf Gibraltar, das nur 14 km von der marokkanischen Küste entfernt liegt. Fähren fahren zahlreich und im Stundentakt von Afrikas größtem und modernstem Hafen in Tanger.

Lage
noframe
Flagge
Flagge von Marokko
Kurzdaten
Hauptstadt Rabat
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Währung Marokkanische Dirham (MAD)
Fläche 447.000 km²
Bevölkerung 32,6 Mio.
Sprachen Arabisch (offiziell), Tamazight (offiziell), Französisch (verbreitet)
Religionen Muslime 98.7%, Christen 1.1%, Juden 0.2%
Stecksystem 127-220 V/ 50Hz (Europäischer Stecker)
Telefonvorwahl +212
Internet TLD .ma
Zeitzone UTC (MEZ-1h)

Regionen[Bearbeiten]

  • Atlas-Gebirge - im Sommer besuchenswert sowohl für eine Tageswanderung als auch für wochenlange Trekkingtouren.
  • Erg Chebbi - die Dünenfelder im Südosten des Landes

Städte[Bearbeiten]

Karte von Marokko
  • Agadir ist für seine Strände bekannt. Die Stadt ist sehr modern und hat historisch nicht viel zu bieten. Es empfiehlt sich, für ein paar Cent oder Dh (Dirham) mit dem Bus ein paar Ortschaften nach Norden zu fahren, um die weniger überlaufenen und bettlergesäumten Strände zu genießen.
  • Asni ist ein guter Ausgangspunkt für Touren ins Atlas-Gebirge.
  • Béni Mellal ist ein wichtiges Zentrum der Landwirtschaft am Fuße des Mittleren Atlas und Station auf der Reise von Marrakesch nach Fès.
  • Casablanca hat einen großen internationalen Flughafen und wird so für viele Touristen der Ausgangspunkt des Marokkourlaubs sein. Die historische Altstadt und die moderne Moschee, die die zweitgrößte der Welt ist, sind lohnenswerte Ziele für einen schönen Halbtagesausflug. Im Jahr 2011 eröffnete hier Afrikas größtes Einkaufszentrum mit Multiplexkino, das Lafayette (33.5759, -7.706833° 34′ 33″ N 7° 42′ 24″ W), vielen internationalen Ketten und schönen Außenanlagen mit Cafés und Wasserspielen auf den künstlich angelegten Gewässern. Es befindet sich direkt am Strand.
  • Chefchaouen liegt im Hinterland von Tanger. Gewundene Straßen, blaue Türen und alte Olivenbäume sorgen für eine malerische Atmosphäre und bieten eine willkommene Abwechslung zu Tanger.
  • Essaouira ist ein alter, historischer Küstenort, der vom Tourismus (wieder)entdeckt wurde und von Tagestouristen geradezu überflutet ist. Die Straßen und Plätze der Stadt wurden in den letzten Jahren aufwändig erneuert. Die Altstadt zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Fès ist die ehemalige Hauptstadt von Marokko und eine der größten mittelalterlichen Städte der Welt. Sie besteht aus der alten zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörenden Medina (Altstadt), einer Neustadt aus der französischen Besatzungszeit und einer wuchernden Neustadt der Gegenwart.
  • Ifrane am Fuße des Mittleren Atlas in einer Höhe von 1.700 m ü. NN gilt als das "St. Moritz von Marokko".
  • Marrakesch ist die perfekte Kombination aus altem und neuem Marokko und alleine eigentlich schon einen Besuch wert. Man sollte mehrere Tage einplanen, um die labyrinthartigen Souqs (Basare) und die Ruinen der Altstadt zu erkunden. Ein Tipp ist der Besuch auf dem großen Djeema El Fna zur Abenddämmerung, der ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.
  • Meknès ist eine moderne und entspannte Stadt, die ein ruhiges Ressort für tourismusgeplagte Besucher des nahegelegenen Fès bietet. Auch hier gehört die Altstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Ouarzazate ist die "Hauptstadt" des Südens. In Ouarzazate hat man ein gutes Beispiel für die sanfte Integration des Tourismus in eine historische Stadt, ohne die Atmosphäre zu stark zu verändern. Ouarzazate wird oft als Drehort für internationale Filmproduktionen benutzt. Die Hollywoodproduktion Gladiator ist hier entstanden.
  • Rabat ist die Hauptstadt Marokkos, die Stadt hat einen ruhigen und gepflegten Charakter. Sie ist ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden.
  • Rissani (Moulay Ali Chérif) ist eine kleine Oasenstadt am Rande der Sahara im mittleren Marokko.
  • Tanger ist für Touristen, die mit der Fähre von Spanien kommen, der Haupthafen, außerdem sehr geschichtsträchtig und lohnenswert, mit viel europäischem Flair. Hier befindet sich auch das umweltfreundlichste Autowerk (Renault/Nissan) der Welt mit einer Kapazität von 400.000 Fahrzeugen pro Jahr.
  • Tétouan ist die wichtigste Stadt im Norden mit wunderschönen Stränden und guter Ausgangslage für Touren in die Rif-Berge. Die Altstadt gehört auch hier zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Ait Ben Haddou

Das kleine Dorf Merzouga (31.0998, -4.014231° 5′ 59″ N 4° 0′ 51″ W) ist ein beliebtes Reiseziel am Rande der Sahara, vor allem bekannt wegen der beeindruckenden Sanddünen, die schon in vielen Filmen als Kulisse dienten.

Die Dünen sind tatsächlich sehr schön, leider aber nur allzu bekannt. Äußerst sehenswert sind auch die großen Dünenmeere, im südlichen Draa-Tal gelegen. Erreichbar z.B. von Marrakesch aus über den hohen Atlas, Ouarzazate, dann Zagora und noch weiter bis in die Region von Mhamid. Der südliche Teil des Draa-Tals (zwischen Agdz - Zagora - Mhamid) ist als eine der schönsten Strecken ganz Marokkos bekannt.

Das zum Weltkulturerbe gehörende befestigte Ksar (Dorf) Ait-Ben-Haddou am Fuße des Hohen Atlas im Südosten in etwa 30 Kilometer Entfernung von Ouarzazate ist immer eine Reise wert, ist jedoch ob der Touristenströme und des ausbleibenden Regens von allmählichem Verfall bedroht.

Die Ausgrabungsstätten von Volubilis nahe Meknès zwischen Fès and Rabat gehören ebenfalls zum Weltkulturerbe. Die Stätte zeigt die am besten erhaltenen Ausgrabungen aus dem römischen Reich im westlichen Teil Nordafrikas.

Die Ouzoud Fälle im Mittleren Atlas östlich von Marrakesch zählen zu den schönsten Marokkos.

Hintergrund[Bearbeiten]

Marokko ist seit 1956 von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich unabhängig und ein autonomer Staat. Im selben Jahr wurde Tanger, das zuvor internationalen Status hatte, an Marokko zurückgegeben. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre hat Marokko die Westsahara nach der Aufgabe der Kolonialherrschaft durch Spanien annektiert und betrachtet diese bis heute als marokkanisches Staatsgebiet. Das Gebiet gilt wegen der Interessenkonflikte mit der Polisario-Gruppierung, die am 27. Februar 1976 in Bir Lehlu die Demokratische Arabische Republik Sahara ausgerufen hatte, als Krisengebiet. Touristen wird von der Einreise abgeraten.

Allgemeine Hinweise und Tipps zu Sitten und Gebräuchen in Marokko, die weitgehend im ganzen Land gelten, findet man unter Sitten und Gebräuche in Marokko.

Anreise[Bearbeiten]

Bab Bou Jeloud, Tor zur Altstadt von Fès

Marokko ist von Europa aus rasch mit dem Flugzeug oder Fähren erreichbar.

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Deutsche benötigen für Marokko einen Reisepass, der ab Einreise eine Mindestgültigkeit von sechs Monaten haben muss. Kinder brauchen entweder den neuen Kinderreisepass, den alten Kinderausweis mit Lichtbild oder müssen im Pass der Eltern eingetragen sein. Nur im Rahmen touristischer Pauschalreisen ist auch die Einreise mit Personalausweis möglich. Touristen erhalten automatisch einen Einreisestempel, der für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen gilt. Eine Verlängerung des Aufenthalts ist möglich, kann aber sehr aufwändig sein. Leichter ist es, in die spanischen Exklaven Ceuta oder Melilla auszureisen und wieder neu einzureisen. Ein Überschreiten der Aufenthaltsdauer hat strafrechtliche Konsequenzen.

Die Gültigkeit jedes einzelnen Ausweises wird bei der Einreise kontrolliert; dazu muss bei Ein- und Ausreise ein DIN-A6-Dokument ausgefüllt werden. (Tipp: Kugelschreiber mitnehmen, es besteht steter Mangel daran!) Es werden neben den persönlichen Daten Angaben zum Zielort nebst Adresse verlangt. Die Reiseveranstalter geben meist an, welche Adresse einzutragen ist. Der Zollbeamte bringt im Pass einen Stempel ein mit einer Nummer, die im Hotel erneut abgefragt wird. Manche Reiseleiter geben daher schon auf der Fahrt zum Hotel Listen aus, in die man eine Einreisenummer einträgt. Das erleichtert das Einchecken ungemein.

Das Einreiseformular kann hier ausgefüllt und ausgedruckt werden.

Die Grenze zu Algerien ist geschlossen. Die Grenze zur Westsahara bzw. weiter südlich zu Mauretanien ist geöffnet.

Ein mitgebrachtes Fahrzeug muss zwingend wieder ausgeführt werden, dies gilt auch für Unfallfahrzeuge (siehe unten unter Auto).

Die Devisenvorschriften verbieten die Ein- und Ausfuhr der einheimischen Währung Dirham. Es droht bei Nichtbeachtung die strafrechtliche Verfolgung. Bei der Ausreise werden Dirham gegen Vorlage einer Umtauschquittung zurückgetauscht. Die Ausfuhr von bis zu 1000 Dh (~ 100 Euro) wird toleriert.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Von den meisten europäischen Flughäfen gibt es Verbindungen ins ganze Land. Selbst Billigflieger wie Ryanair und EasyJet bieten inzwischen Flüge ab Deutschland, z.T. unter 100 Euro an.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Eine Bahnverbindung gibt es von und nach Algerien, aber aufgrund von Streitigkeiten mit Algerien ist die Grenze zwischen Marokko und Algerien seit einigen Jahren geschlossen und kann nicht passiert werden. Man kommt per Bahn nur bis zur Grenze nach Oujda.

In Spanien gibt es zwar Züge, die bis nach Algeciras (Frankfurt - Paris - Barcelona - Algeciras, 29 h) fahren, aber von dort aus muss man zum Fährhafen und per Fähre nach Tanger übersetzen. Von Tanger aus kann man dann in alle größeren Städte fahren, die ans Schienennetz angebunden sind. Diese sind u.a. Rabat, Casablanca, Fes und Marrakesch. Mit überfüllten Zügen ist vor allem im Sommer zu rechnen.

Vom Hafen in Tanger zum neuen Bahnhof ("Gare Tanger Ville") nimmt man am besten ein Taxi.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Einreise über Algerien ist nicht möglich. Man kann aber mit einer Autofähre, z. B. von Algeciras in Südspanien nach Tanger oder Ceuta übersetzen. Eine Einreise aus Mauretanien ist mittlerweile problemlos möglich.

Bei der Einreise mit dem eigenen Auto muss dieses beim Zoll deklariert werden. Man kann dies direkt vor Ort machen oder über das Internet.

Es wird die grüne Versicherungskarte benötigt. Es muss darauf geachtet werden, dass MA für Marokko nicht durchgestrichen ist. Wenn man mit einem Fahrzeug einreist, das nicht auf den eigenen Namen zugelassen wurde, muss eine Vollmacht vom Fahrzeugbesitzer vorliegen. Am einfachsten bekommt man diese vom ADAC vor der Anreise.

Bei der Ausreise mit dem Auto kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn eine andere Person das Auto ausführt, als es eingeführt hat.

GPS-Geräte müssen beim Zoll angemeldet werden.

Einige Entfernungen (Straßen-km)

  • Tanger - Rabat 250 km, 3 h
  • Tanger - Casablanca 340 km, 4 h
  • Tanger - Marrakesch 580 km, 6:45 h
  • Tanger - Agadir 800 km, 9 h
  • Tanger - Souk-el-Arba-du-Rharb - Fès 306 km, 5 h
  • Rabat - Fès 205 km, 2:30 h
  • Fès - Beni Mellal - Marrakesch 495 km, 6:50 h

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Vor allem von Spanien bestehen Schiffsverbindungen nach Marokko. Dabei werden hauptsächlich die Häfen von Tanger, Nador sowie die der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla angesteuert. Fähren fahren ab Algeciras, Tarifa, Malaga und Almeria in Spanien, ab Sète bei Montpellier und Port Vendres bei Perpignan in Frankreich, ab Genua und Neapel in Italien. Zwischen Tanger und Algeciras verkehrt eine Expressfähre. Fähr- oder Schiffsverbindungen auf die Kanaren gibt es nicht.

Es besteht die Möglichkeit, mit einem Segelboot von Südspanien (Estepona) für ein paar Tage im Nordosten Marokkos (Smir) zu segeln. (Website)

Über Ceuta ohne eigenes Auto[Bearbeiten]

Wer die Fähre nach Ceuta nimmt, sollte wissen, dass es von dort keine direkte Busverbindung ins Landesinnere von Marokko gibt. In der Nähe des Fährhafens gibt es einen Stadtlinienbus, der direkt bis zur Grenze fährt. Diese muss dann zu Fuß überquert werden. Direkt hinter der Grenze warten bereits große Mengen Taxis, mit denen man je nach Verhandlungsgeschick für 2-5 € ins nächste Dorf, Fnideq, fahren kann. In Fnideq gibt es einen Busbahnhof mit Verbindungen u.a. nach Chefchaouen und Tetouan. Die Fahrten sind nicht immer angeschrieben, sondern die Busfahrer laufen auf dem Busbahnhofsgelände umher und rufen ihr Fahrtziel aus.

In Fnideq gibt es auch den ersten Geldautomaten hinter der Grenze.

Mobilität[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Berberdorf in der Nähe des Aire de Service de Benguérir an der A 7 zwischen Casablanca und Marokko

Die wichtigsten Städte wie Marrakesch, Meknès, Fès, Tanger, Rabat, Casablanca, usw. sind alle durch ein zuverlässiges Streckennetz verbunden. Auf den meisten Strecken gibt es alle 60-90 Minuten eine Verbindung.

Zugreisen ist in Marokko vergleichsweise günstig. Eine einfache Fahrt von Tanger nach Marrakesch kostet ungefähr 200 Dh in der zweiten Klasse, bzw. 300 Dh in der ersten Klasse.

Züge bieten eine gute Alternative zu den oft überfüllten Bussen, die erheblich länger für dieselbe Strecke brauchen. Natürlich verbinden Züge längst nicht alle Städte und Orte in Marokko. In der Regel sind die Marokkaner freundlich und aufgeschlossen in den Zügen, und Reisende werden oft in Gespräche über ihren Trip verwickelt. Dies ist oft eine gute Möglichkeit, noch weitere gute Tipps für die Reise zu bekommen.

Auskunft kann man über die Internetadresse der marokkanischen Eisenbahn bekommen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Stopschild in Marokko
Preissäule an der Tankstelle, 9,10 = 0,91 Euro

Ist man mit dem eigenen Pkw oder dem Leihwagen unterwegs, sollte man sich vorher unbedingt mit den örtlichen Verkehrsgepflogenheiten vertraut machen. Reisende, die lediglich mit dem Verkehr in ihrer Heimat vertraut sind, sollten davon absehen, in größeren Städten Marokkos selbst zu fahren! Hier ein paar einschlägige Beobachtungen:

  • Verkehrsregeln, insbesondere Vorfahrtsregeln, werden oft nur dann beachtet, wenn ein Polizist in Sichtweite ist.
  • Überholt wird, wo sich die Gelegenheit dazu bietet, egal ob von rechts oder von links. Auch Abbiegemanöver werden meist spontan vollzogen.
  • Rote Ampeln werden oft überfahren: seltener tagsüber, in der Nacht dafür fast immer.
  • Als Verkehrsteilnehmer sind nicht nur Autos, Lastwagen und Mopeds unterwegs, sondern genauso Fahrräder, Pferdekutschen, Handkarren, Fußgänger und Eselskarren.
  • Kaum ein Fahrzeug verfügt über eine ordnungsgemäße Beleuchtung, so dass es nachts keine Seltenheit ist, völlig unbeleuchteten Objekten zu begegnen.
  • Obwohl die Polizei gegenüber den chaotischen Verhältnissen auf den Straßen machtlos zu sein scheint, muss man sich selbst vor Regelübertretungen in Acht nehmen. Wird man erwischt, muss man zahlen. Vor allem auf den Ausfallstraßen sind mobile Radarmessungen an der Tagesordnung. Neben Geschwindigkeitsbeschränkungen sollte man auch Parkverbote ernst nehmen, will man bei der Rückkehr keine Kralle am Rad vorfinden. Bei Unfällen mit Personenschaden wird es richtig ernst: Selbst wenn man schuldlos ist, wird das Fahrzeug zunächst stillgelegt und man selbst landet nicht selten in einer Zelle, bis der Fall geklärt ist.

Abschließend sei aber gesagt, dass man sich mit einer betont defensiven Fahrweise und etwas Erfahrung recht gut im Stadtverkehr von Marokko bewegen kann.

Überall in den großen Städten findet man Autovermietungen. Wenn man bei den kleinen Firmen mietet, sollte man das Auto vorher gründlich untersuchen und beispielsweise überprüfen, ob ein Reserverad und Wagenheber an Bord ist. Beachten sollte man auch, ob im Vertrag die Nutzung unbefestigter Straßen erlaubt ist, vor allem, wenn man in abgelegene Gegenden fahren möchte.

Das Straßennetz ist in weiten Teilen in Ordnung. Die wichtigsten Städte sind durch mautpflichtige Autobahnen verbunden, die immer noch erweitert werden. Die A1/A3 führt von Tanger über Rabat und Casablanca nach El Jadida. Von Rabat nach Fès führt die A2. Von Casablanca Richtung Süden führt die A7 über Marrakesch nach Agadir. Weitere Informationen findet man auf der Seite der marokkanischen Autobahnverwaltung.

Straßenschilder sind auf Arabisch und Französisch. Die Verkehrsregeln entsprechen im Großen und Ganzen denen in Europa, werden aber oft nicht beachtet (siehe oben). Polizeikontrollen gibt es häufig auf den großen Straßen, vor allem Geschwindigkeitsübertretungen, diese auch innerorts. Hier ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit, wenn nicht anders angegeben, 40 km/h. Grande Taxis, Busse und LKWs scheinen teilweise eigenen Vorfahrtsregeln zu folgen, und man besteht besser nicht auf seinem Recht. Im Kreisverkehr gilt rechts vor links, es sei denn, es sind entsprechende "Vorfahrt achten"-Schilder aufgestellt. Dem aufmerksamen mitteleuropäischen Touristen scheint es, als trügen die rot-gelb-grünen Ampeln allein zu der Farbigkeit des marokkanischen Straßenverkehrs bei, nicht zur Verkehrsregelung oder -sicherheit. Auffällig ist auch, dass sehr viel - scheinbar auch anlasslos - gehupt wird. Ein Reiseleiter sagte mal, das werde getan, "damit der Vorausfahrende aufwacht".

Die Kraftstoffversorgung ist im ganzen Land ausreichend. Man bekommt praktisch im überall an den Hauptstraßen und in den Städten Super bleifrei und Diesel sowie Eurodiesel.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Marokko hat ein ziemlich dichtes Busnetz. Eigentlich jeder Ort hat einen Busbahnhof, an dem man auch die Tickets kaufen kann. Zwischen fast allen großen Städten gibt es Direktverbindungen. Die Busbahnhöfe können sehr unübersichtlich sein, besonders wenn man kein Arabisch sprechen oder lesen kann. Viele Fahrpläne sind ausschließlich auf Arabisch. Man findet zwar sehr viele hilfsbereite Menschen, die jedoch fast grundsätzlich ein Trinkgeld für ihre Hilfe wollen. In kleineren Orten gibt es keine Fahrpläne oder ähnliches. Am besten fragt man die Busfahrer direkt. Üblich ist teilweise auch, dass die Busfahrer durch das Gebäude laufen und ihre Fahrtziele ausrufen und abfahren, wenn der Bus voll ist.

Oft hat man die Wahl, ob man die touristischeren Busse mit Klimaanlage und Fernseher nehmen möchte oder die wesentlich günstigeren und unkomfortableren Busse, die die meisten Einheimischen benutzen. In letzteren bekommt man mehr von Land und Leuten mit. Teilweise fahren die Busse auch andere Routen, abseits der Touristenstrecken. Es kann durchaus ein interessantes Abenteuer sein, einmal mit den billigen Bussen zu fahren.

Taxi[Bearbeiten]

Es ist üblich, ein Taxi in Marokko zu nehmen. Dabei wird zwischen den kleinen Taxis (petite taxi) für innerstädtische Fahrten und den großen Taxis (grande taxi) für längere Fahrten nach Auswärts unterschieden. Die Preise sind vergleichsweise günstig und per Gesetz ist festgelegt, dass die innerstädtischen Taxis über ein Taxameter verfügen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass diese auch funktionieren. Auf langen Strecken ist es üblich, dass das Taxi anhält und wie ein Bus weitere Passagiere mitnimmt. Der Preis richtet sich in der Regel nach der Anzahl der Passagiere, der Länge der Strecke und ob man auch wieder zurückfährt. Grande Taxis sind normalerweise große Mercedes, bei denen viele Fahrer im Wettstreit zu liegen scheinen, wer am meisten Extras und Verzierungen an den Wagen bekommt. Ein schön aufgemachtes Auto lässt oft auf einen guten Fahrer schließen. Grande Taxis sind oft die günstigsten Verbindungen, um von Ort zu Ort zu fahren.

Mini- und auch Grand-Taxis entsprechen nicht immer dem neuesten technischen Stand. Fährt man aufs Land, so fragt man sich gelegentlich, wieso sich die Fahrzeuge überhaupt noch fortbewegen können.

Empfehlenswert ist es, darauf zu bestehen, dass das Taxameter eingeschaltet ist. Selbst wenn es im Nachttarif läuft, ist das oft noch billiger als ein ausgehandelter Preis. Es auch angebracht, die Taxipreise im Hotel zu erfragen.

Sprache[Bearbeiten]

Die offizielle Amtssprache ist Arabisch und Tamazight, allerdings ist Französisch als Geschäfts- und Bildungssprache weit verbreitet und wird fast überall verstanden. Offizielle Beschilderung ist grundsätzlich dreisprachig: Arabisch, Tamazight und Französisch. Wer französisch spricht, wird keine Probleme haben, in Marokko klarzukommen.

Kaufen[Bearbeiten]

10-Dh-Schein mit dem Porträt Hassan II.
200-Dh-Schein mit den Porträts der beiden Könige Mohammed VI. (vorne, Sohn) und Hassan II. (Vater)

Die marokkanische Währung heißt Dirham. Ein Dirham (MAD oder Dh) wird unterteilt in 100 centimes (c). Münzen gibt es zu 5c, 10c, 20c, 50c, 1 Dh, 2 Dh, 5Dh und 10 Dh. Scheine sind gestückelt in 10 Dh, 20 Dh, 50 Dh, 100 Dh und 200 Dh. Der Wechselkurs (März 2015) beträgt ungefähr 1 Euro = 11 Dh, 10 MAD = 0,90 €, im Alltag wechselt man zu einem 1:10-Kurs.

Da die Währung außerhalb Marokkos nicht gehandelt wird, muss man seinen Bedarf an Geldwechselstuben (goldenes Logo) oder an der Hotelrezeption stillen. Man bekommt für den kostenlosen Umtausch eine Quittung, die man bis zum Verlassen des Landes aufbewahren sollte, um den Rücktausch nicht mehr benötigten Geldes zu gewährleisten, da die Ausfuhr verboten ist. Offizielle Toleranzgrenze sind 1000 Dh. Wer mehr als den Gegenwert von 50.000 Dh (= 450 €) bei der Ausreise in bar bei sich führt, muss bei einer Kontrolle nachweisen, dass er dieses Geld auch bei der Einreise hatte.

Geldautomaten sind in jedem Ort zu finden - häufig in den modernen Stadtvierteln. Auf Souqs und in den Altstädten sind sie eher selten. Die meisten Bankautomaten akzeptieren ausländische Karten. In der letzten Zeit ist es jedoch häufiger zu Fehlbuchungen gekommen.

Oft wird der Umtausch von Bargeld durch Einheimische angeboten. Dabei sollte man sehr vorsichtig sein und niemals größere Summen tauschen. Sicherer ist immer der Umtausch bei einer Bank oder im Hotel.

Man sollte möglichst alle Dirham ausgeben, bevor man zurück reist. Denken Sie an das Schlusstrinkgeld an Busfahrer, Hotelbedienstete und Reiseleiter! (Trinkgelder nur mit der rechten Hand geben, mit links ist beleidigend!) Dirham werden nur in Marokko verwendet und dürfen nicht ausgeführt werden. Der Rücktausch ist im Ausland in der Regel nicht möglich.

Kreditkarten der größeren internationalen Institute werden in größeren Hotels, Restaurants und Geschäften akzeptiert.

Supermärkte gibt es immer mehr in großen Städten. Dort kann man auch Alkohol kaufen, auch internationale Marken. So gut wie alles für den täglichen Bedarf kaufen die Einheimischen auf Märkten und an kleinen Kiosken, Geschäften und Bäckereien. Diese findet man in jeder Stadt und überall.

Besonders schönes Kunsthandwerk bekommt man in den meisten Medinas. Von Geschirr über Vasen, Lampen, Shishas, bis hin zu Truhen, Schränken, Türen und Fenstern bekommt man hier unglaublich vieles, oft schön, oft hässlich, aber mit ein bisschen Geduld und Geschick für einen Bruchteil des Preises, den man in Deutschland zahlen würde.

Handeln[Bearbeiten]

Preisauszeichnungen sind nicht üblich. Man fragt nach dem Preis und handelt dann. Der vom Verkäufer vorgeschlagene Preis liegt mit absoluter Sicherheit bei mindestens 150 % vom echten Preis, manchmal auch weit höher. Wenn man nicht handelt, zahlt man also grundsätzlich viel zu viel, besonders als Ausländer. Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, 20 % vom Preis des Verkäufers anzubieten. Er wird dann lachen und mit seinem Preis runtergehen. Irgendwann trifft man sich dann irgendwo in der Mitte. Wenn man weniger als 60 % zahlt, ist das ein meistens ein guter Wert. Wenn der Verkäufer nicht tief genug geht, kann man ohne schlechtes Gewissen einfach gehen. Wenn man Glück hat, kommt einem der Verkäufer hinterher und senkt seinen Preis weiter. Dann kann man sicher sein, dass sein Preis deutlich zu hoch war. Wenn er es nicht macht, war der letzte Preis realistisch.

Wenn man teure Waren kauft, z.B. Kunsthandwerk, kann man den Durchschnittspreis in einer Stadt herausfinden, indem man mehrere Händler so weit herunterhandelt, bis sie aufgeben. Gutes Handeln braucht ein paar Tage Übung, aber es zahlt sich aus, denn es ist eine gute Methode, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Wenn man sich einigt, sind die Verkäufer immer glücklich darüber und sehr gesprächig.

Küche[Bearbeiten]

Hassan-Turm in Rabat

Die marokkanische Küche hat international einen guten Ruf und ist für die unzähligen Gerichte, die arabische und koloniale Einflüsse verbinden, bekannt. Leider bieten die günstigen Restaurants oft nur eine kleinere Auswahl der reichhaltigen Küche, die überall ähnlich zu sein scheint.

Traditionelle Küche

  • Tajine ist wahrscheinlich das populärste marokkanische Gericht. Dabei handelt es sich um einen scharf gewürzten Fleischeintopf, der stundenlang in einem speziellen, gleichnamigen Tontopf geköchelt wird. Oft werden verschiedene Variationen angeboten, wie beispielsweise Hähnchen-Tajine mit Honig und Datteln, Hühnchen-Tajine mit Limonengras und Oliven oder Garnelen-Tajine mit einer scharfen Tomatensauce. In günstigen Restaurants kosten die Gerichte ungefähr 25 Dh.
  • Couscous ist ein in Nordafrika sehr verbreitetes Gericht.
  • Kaliya ist ein berberisches Gericht und besteht aus Lamm, Tomaten, Paprikas und Zwiebeln. Normalerweise wird Brot oder Couscous als Beilage serviert.
  • Pastilla ist eine beliebte Delikatesse: zwischen dünnen Teigschichten wechseln sich Schichten aus süßem, gewürztem Fleisch (meist Lamm oder Huhn, besonders empfehlenswert ist Taube) und Schichten mit Mandelmasse ab. Der Teig wird auf Tellergröße zusammengelegt und nach dem Backen mit Puderzucker bestreut.
  • Harira, französisch soupe marrocaine, ist eine leckere Suppe aus Linsen, Kichererbsen, Lamm, Tomaten und Gemüse. Dazu isst man gewöhnlich Brot. Das Gericht kostet ungefähr 2,5-5 Dh.
  • Besara ist eine traditionelle Suppe, die zum Frühstück serviert wird. Der Brei, der aus Brechbohnen und einem guten Schuss Olivenöl besteht, wird vormittags praktisch überall auf Märkten und in den Altstädten angeboten. Für 3-5 Dh bekommt man eine Schüssel Besara und etwas Brot.

In vielen Cafés und Restaurants bekommt man Frühstück (petit déjeuner) angeboten, das in der Regel aus einem Tee oder Kaffee, Orangensaft und einem Croissant oder Brot mit Marmelade besteht. Dafür sollte man ungefähr 10 Dh bezahlen.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Viele interessante Informationen zur marokkanischen Küche finden sich bei Koch-Wiki.

Imbisse und Fastfood Eine weit verbreitete Fastfoodkette in Marokko ist Rôtisserie chicken, wo man ein gebratenes Hühnerviertel mit Pommes Frites und Salat schon für ungefähr 20 Dh bekommt. Dort bekommt man auch Sandwiches für ungefähr 10 Dh, die man aber auch an kleinen Ständen oft angeboten bekommt. Dabei handelt es sich um krosse Baguettes, die mit verschiedenen Füllungen zu haben sind: u.a. Thunfisch, Hühnchen und verschiedene Salate. Dazu kommen dann noch Pommes Frites in das Sandwich, und Mayonnaise oben drauf. Oft wird man auch von Straßenverkäufern angesprochen, die kleine Beutel mit Nüssen, dicken Bohnen oder Popcorn anbieten. Die Patisserien bieten in der Regel ausgezeichnetes Gebäck, sowohl nach europäischer als auch nach marokkanischer Tradition.

Wer es nicht lassen kann, findet in allen großen Städten auch einen McDonald's oder andere internationale Ketten.

Nachtleben[Bearbeiten]

Marokko ist ein streng muslimisches Land. So trinkt die einheimische Bevölkerung normalerweise keinen Alkohol. In den modernen Vierteln der größeren Städte gibt es auch Bars, die Alkohol ausschenken. Größere Supermärkte - haben einen speziellen Bereich, in dem man Alkoholika kaufen kann. Auf den Hauptverkehrsadern der größeren Städte finden sich teilweise auch spezielle Alkoholgeschäfte, z.B. in Meknès oder Tétouan.

Leichter hat man es da mit dem "marokkanischen Whiskey", wie der Minztee (französisch thé de menthe, arabisch atay nanna) scherzhaft bei den Einheimischen heißt. Der Tee wird aus chinesischem Grünen Tee hergestellt, der mit einigen Minzblättern und unglaublich viel Zucker versetzt wird. Der Tee ist ein Nationalgetränk und wird von Einheimischen überall und zu jeder Tageszeit getrunken. Ein Glas kostet ungefähr 5 Dh.

Ein weiteres Nationalgetränk ist Kaffee, den man in jedem Café oder Restaurant bekommt. Der Kaffee wird meist mit viel Milch und Zucker serviert. Eine Tasse kostet ungefähr 5 Dh. Die französischen Kaffeebezeichnungen werden in der Regel verstanden: z.B. café au lait, café casse, café noir, café américain, usw.

Sehr weit verbreitet sind in Marokko auch Fruchtsaftstände, an denen man verschiedene frischgepresste Fruchtsäfte bekommt. Ein Glas frisch gepresster Orangensaft kostet ungefähr 2,50 Dh.

Unterkunft[Bearbeiten]

In Marokko finden sich Hotels aller Preisklassen und Ansprüche. Internationale Hotelketten mit gehobenem Standard, wie beispielsweise das Hyatt oder Sheraton, finden sich in den modernen Vierteln der größeren Touristenstädte. In kleinen Städten finden sich oft exquisite Gasthäuser, meist palastartige marokkanische Stadthäuser, (riads), die in Boutique-Hotels, oft mit einem herrlichen Innenhof mit Brunnen oder Pool, umgewandelt wurden.

Am anderen Ende der Preisskala befinden sich Jugendherbergen, die in allen größeren Städten vorhanden sind. Ein Bett im Schlafsaal kostet ungefähr 50 Dh. Die günstigsten Herbergen und Hostels bieten Einzelzimmer ab 65 Dh an und sind oft in den alten und historischen Innenstädten. Diese Häuser können oft sehr einfach sein und haben teilweise keine Dusche oder heißes Wasser. Manchmal muss man dafür auch extra bezahlen (ca. 5-10 Dh). Wenn keine Dusche vorhanden ist, kann man oft auf ein nahegelegenes hamman (öffentliches Badehaus) ausweichen.

Neue, saubere und etwas teurere Hostels und kleine Hotels finden sich meist außerhalb der historischen Stadtkerne. Ein Einzelzimmer gibt es hier ab 75 Dh.

Die Hotels in den Medinas haben oft schöne Dachterrassen, auf denen man auch schlafen kann. Dies bietet sich vor allem an, wenn es zu heiß in den unklimatisierten Zimmern wird. Wenn man kein Zimmer braucht, kann man für ungefähr 25 Dh eine Matratze auf dem Dach mieten.

Auch für Campingfreunde bietet Marokko in vielen Städten und Orten Alternativen zu Hotels und Herbergen an. Die Campingplätze haben sehr unterschiedlich Standards, sind oft mit Wasser und Strom versorgt und haben gelegentlich ein kleines Café. In ländlichen Gegenden haben die Einheimischen oft keine Einwände, wenn man auf ihrem Grund zeltet, man sollte aber in jedem Falle vorher um Erlaubnis fragen.

Lernen[Bearbeiten]

Wer in Marokko studieren oder lernen möchte, wird sich in der Regel für einen arabischen oder französischen Sprachkurs interessieren. In allen großen Städten gibt es solche Kurse, und bei manchem Programmen hat man sogar die Möglichkeit, für einige Zeit bei einer arabischen Gastfamilie zu wohnen.

  • The Institute for Language Communication Studies, 29, Oukaimeden Str., 10 080 Rabat-Agdal. Tel.: +212 (37) 67 59 68, Fax: +212 (37) 67 59 65, Email: . Das Institut in Rabat bietet Intensivkurse ab 3.000 Dh an.
  • The Arabic Language Institute in Fès, B.P. 2136, 30 000 Fès. Tel.: +212 (55) 62 48 50, Fax: +212 (55) 93 16 08, Email: . An diesem Institut in Fès kann man verschiedene Kurse in marokkanischem Arabisch und modernem standardisiertem Arabisch belegen.
  • 35.5702-5.37411 Dar Loughat, 8, Place Moulay el Mehdi. Tel.: +212 66 68 77 88, Email: . Das Dar Loughat, was übersetzt soviel wie "Haus der Sprachen" heißt, bietet Sprachkurse in Arabisch in netter und akademischer Atmosphäre. Die Schule liegt im Zentrum von Tetouan.

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Da Marokko ein muslimisches Land ist, gelten die entsprechenden Feiertage, insbesondere der Ramadan. Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Tag der Thronbesteigung Mohammeds VI. 1999).

Datum französ. Name arab. Name deutscher Name Grund
1. Januar Nouvel an rass l'3am Neujahr Jahresbeginn des Gregorianischen Kalenders.
11. Januar Manifeste de l'indépendance ta9dim wati9at l'isti9lal Unabhängigkeitserklärung Das Manifest des 11. Januar 1944 hat für Marokko großen Symbolcharakter. In diesem Jahr konstituierte sich die „Partei der Unabhängigkeit“ (Al-hizb al-istiqlal).
1. Mai Fête du Travail Aid a choghl Tag der Arbeit Weltweiter Kampftag der Arbeiterbewegung
30. Juli Fête du trône Aid el 3àrch Thronbesteigung Jahrestag der Thronbesteigung durch Mohammed VI. im Jahre 1999. Der Feiertag löste den 3. März ab, an dem sein Vater Hassan II. 1961 an die Macht kam.
14. August Allégeance Oued Eddahab Dikra Istirjaa Oued Eddahab et Sakia el-Hamra Markiert die Rückkehr der Sahara-Provinzen nach Marokko
20. August La révolution du roi et du peuple Thawratou el malik wa chaāb Des Königs und des Volkes Revolution Der Feiertag erinnert an die Verbannung Mohammed V. im August 1953 durch die Franzosen und die Einsetzung seines Onkels Muhammad Mulay ibn Arafah als Sultan. Daraufhin wurde das Land von einer Welle nationaler Empörung gegen die Fremdherrschaft durch Frankreich und Spanien erfasst, die schließlich ihre Protektoratsmacht nicht mehr aufrechterhalten konnten. Muhammad V. konnte im Jahr 1955 zurückkehren. Heute werden an diesem Tag im ganzen Land Militärparaden abgehalten und allerorts Feuerwerke abgefeuert, und viele Menschen bekunden ihre Treue zum Land und zum König durch das Tragen der Landesflagge.
21. August Fête de la Jeunesse Aid Achabab Tag der Jugend Geburtstag von König Mohammed VI.
6. November La marche verte El massira el khadrae Tag des Grünen Marsches Westsaharakonflikt: am 6. November 1975 begann der "Grüne Marsch" (la marche verte) in das Gebiet der Westsahara, mit dem die Marokkaner den Einfluss in diesem Gebiert stärken wollten, nachdem marokkanisches Militär im Vorfeld in der nördlichen Westsahara eingedrungen war, um ein Eingreifen Algeriens zu verhindern und um Polisario-Kräfte zu binden. Marokko hatte 350.000 Teilnehmer organisiert, die an mehreren Stellen die marokkanisch-westsaharische Grenze überschritten und einige Kilometer tief in westsaharisches Gebiet vorstießen. Ein Vorstoß auf die Hauptstadt Al-Aiun fand jedoch wegen der spanischen Militärpräsenz nicht statt. Der Marsch dauerte bis zum 10. November.
18. November Fête de l'indépendance Aid el istiqlal Unabhängigkeitsfest Ende des französischen Protektorats im Jahre 1956 (Nationalfeiertag)

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

In Marokko wird das metrische System für Gewichte und Distanzen verwendet. Neuere Gebäude haben 220 V/ 50 Hz Stromversorgung, ältere bieten teilweise nur 110 V/ 50 Hz Anschlüsse. Teilweise sind die Anschlüsse auch gemischt, so dass man bei Unsicherheit nachfragen sollte.

Wichtige strafrechtliche Bestimmungen[Bearbeiten]

Bereits der Besitz von kleinsten Mengen Rauschgift (z.B. Cannabis) wird in Marokko mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren sowie hohen Geld- und Zollbußen geahndet. Besondere Vorsicht sollte man bei Fahrten durch das Rifgebirge, dem weltweit größten Cannabisanbaugebiet, walten lassen. Aber auch an den beliebten Touristentreffpunkten in den großen Städten wird man unauffällig angesprochen, Rauschgift zu kaufen. Dem aufmerksamen Beobachter fallen auch gelegentlich torkelnde Menschen auf, die nicht alkoholisiert sind, sondern die Rauschgift in größeren Mengen zu sich genommen haben. Sofern sie im Straßenverkehr auffallen, werden sie von der allgegenwärtigen Polizei festgenommen und abgeführt. Ob ihnen eine Strafe droht oder nur die Ausnüchterungszelle, ist dem Autor nicht bekannt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Wie bei jeder Reise sollte man immer nach gesundem Menschenverstand handeln:

  • Dunkle Gassen vermeiden
  • Wann immer möglich in Gruppen reisen, wenn man wenig Reiseerfahrung hat
  • Geld und den Ausweis in einer gesicherten Innentasche oder im Hotelsafe aufbewahren
  • Rucksäcke und Taschen immer mit sich führen. Immer sicherstellen, dass nichts Wichtiges in den Außentaschen ist.

Alleinreisende Frauen sehen sich gelegentlich Belästigungen ausgesetzt. Normalerweise beschränkt sich das auf Hinterherpfeifen und unfreundliches Zischen. Man sollte sich nicht genötigt sehen, freundlich zu bleiben. Eine marokkanische Frau würde niemals ein solches Verhalten dulden. Dunkle Sonnenbrillen machen es einfacher, Augenkontakt zu vermeiden. Möchte jemand partout nicht mehr von der Seite weichen, sollte man nach Familien und vollen Geschäften Ausschau halten oder zur Not eine einheimische Frau um Hilfe bitten. Wenn man möchte, kann man ein Kopftuch tragen, generell ist dies aber nicht nötig. Frauen sollten aber mehr als Männer auf eine konservative und geschlossene Kleidung achten. Darüber hinaus werden Frauen, die alleine ins Nachtleben und die Bars gehen, von den Einheimischen oft für Prostituierte gehalten, die Kunden suchen. Sie sind jedoch nur Damen, die zum Getränkeumsatz animieren sollen.

In den Städten rund um das Rif-Gebirge, besonders in Tétouan und Chefchaouen, wird Reisenden gelegentlich kif (Marihuana) angeboten. Jedoch ist der Konsum und Handel von Haschisch und Kiff auch in Marokko strafbar!

In touristischen Gebieten finden sich auch unzählige falsche Tourguides, die Rundgänge durch die Altstadt, den Weg zu "günstigen" Handwerksläden oder sogar zu einem Drogendealer anbieten. Oft sind diese Männer harmlos, aber selbstverständlich sollte man nie Drogen oder andere Produkte akzeptieren. Man sollte klar machen, dass man an ihren Diensten nicht interessiert ist. Wenn sie zu aufdringlich werden, sollte man nach einem Taxi Ausschau halten, ein Teegeschäft oder irgendeinen Laden betreten - dann verscheucht der Besitzer meist den Guide. Wenn man einen solchen Guide für eine Führung anheuert - oft sind sie günstiger als die offiziellen Führer - sollte man den Preis in jedem Falle vorher fest vereinbaren und aufschreiben. Daneben sollte man deutlich machen, dass man kein Interesse an Shopping hat.

Gesundheit[Bearbeiten]

Es werden keine speziellen Impfungen für Marokko benötigt, aber man sollte sich trotzdem vor der Abreise erkundigen, ob es zu Krankheitsausbrüchen gekommen ist, die eine Impfung erforderlich machen. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Schutzimpfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Polio (Kinderlähmung) und Hepatitis A (Gelbsucht, diese holt man sich über Verunreinigungen im Wasser), bei Langzeitaufenthalt über drei Monate auch Hepatitis B (Übertragung durch Blutkontakt). Bei besonderer Gefährdung (z.B. Landaufenthalt, Jagd, Backpacking mit wechselnden Unterkünften) kann ein zusätzlicher Impfschutz gegen Tollwut und Typhus sinnvoll sein. Am besten berät man sich mit einem Reisemediziner rechtzeitig im Voraus (einige Impfungen brauchen drei Injektionen in bestimmten zeitlichen Abständen, um Schutz zu gewährleisten).

Beim Verzehr von Essen und Getränken sollte man einige Dinge beachten: Früchte oder Gemüse, das nicht gepellt wurde, sollte man nicht roh essen. Gekochtes oder gebratenes Essen ist meist kein Problem. Am besten Wasser nur aus Flaschen und nicht vom Wasserhahn trinken.

Respekt[Bearbeiten]

Insbesondere Frauen, aber auch generell sollte man sich konservativ und geschlossen kleiden. Knappe Kleidung sollte man abseits des Strands vermeiden. Die Achseln und die Knie sollten bedeckt sein. Aufgrund der Hitze empfiehlt es sich sowieso, lange Ärmel und luftige weite Hosen zu tragen. Mit Bikini, Badeanzug oder Badehose kann man überall ungestört baden, Nacktbaden und Oben-Ohne bei Frauen ist in ganz Marokko streng verboten.

Zur Begrüßung küsst man sich unter Freunden und in der Familie zweimal auf die Wange. Wenn man das Gegenüber lange nicht gesehen hat, küsst man sich viermal auf die Wange. Das gilt allerdings nur für das gleiche Geschlecht! Ansonsten gibt man sich die Hand. Wer Respekt und Herzlichkeit ausdrücken möchte, führt nach dem Handschlag die rechte Hand zum Mund oder zum Herzen. Die gleichen Regeln gelten für die Verabschiedung.

Die linke Hand wird in der arabischen Welt als unrein betrachtet. Deshalb sollte man alle Tätigkeiten möglichst mit der rechten Hand durchführen, sogar wenn man Linkshänder ist. Insbesondere Geld (z.B. "Bakschisch") mit der linken Hand zu reichen gilt als beleidigend.

Obwohl man sich in Marokko uneins über den neuen König und seine Herrschaft ist, wird in der marokkanischen Gesellschaft Loyalität und eine devote Haltung gegenüber dem Königshaus erwartet. Überall trifft man auf Fotos und Abbildungen des Königs, sei es im öffentlichen Leben oder im privaten Bereich. Majestätsbeleidigung ist ein Verbrechen, das mit Gefängnisstrafe geahndet wird. Man sollte also seine eventuellen Ressentiments gegenüber der marokkanischen Monarchie oder Monarchie im Allgemeinen für nach der Reise aufheben.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Telefon[Bearbeiten]

Öffentliche Fernsprecher finden sich in den Innenstädten. Daneben gibt es häufig private Telefongeschäfte (auch teleboutiques oder telekiosques genannt), von denen man telefonieren kann. Für Verbindungen ins Ausland muss man 00 wählen, gefolgt vom Ländercode. Internationale Gespräche sind sehr teuer. Unter Umständen kann es sich lohnen, in die spanischen Exklaven zu gehen, wenn man viele Auslandsgespräche zu tätigen hat. Oder man holt sich z.B. die Prepaid Karte von Mobile IAM, genannt "Carte Jawal", diese ist bereits für unter 100 Dh zu haben. Damit kann man in ganz Marokko quasi umsonst angerufen werden (Reisepass wird beim Kauf benötigt). Damit ist man dann unter einer marokkanischen Handynummer erreichbar und nur der Anrufer bezahlt Gebühren, in der Regel zwischen 20 und 30 Cent.

Wichtige Telefonnummern in Marokko sind: Polizei: 19. Feuerwehr: 15. Straßennotruf: 177. Information: 160. Internationale Information: 120. Telegramme und Telefon: 140. Intercity: 100.

Das GSM Handynetz in Marokko wird durch drei Betreiber abgedeckt: Meditel und Mobile IAM und INWI. Prepaidkarten werden für alle Netze angeboten (bei Meditel 30 Dh, inkl. 10 Dh Guthaben). Weitere Infos zur Netzabdeckung und Roamingpartnern findet man unter GSM-World. GPRS ist mittlerweile auch möglich. UMTS soll ebenfalls. Die Internetgeschwindigkeit und die Abdeckung ist in der Regel gut.

Post[Bearbeiten]

Grundsätzlich ist die marokkanische Post zuverlässig. In größeren Städten besteht die Möglichkeit, gegen eine kleine Gebühr postlagernde Sendungen zu empfangen. Für das Abholen der Post wird dann ein Ausweis benötigt.

Pakete und Frachtsendungen werden am Postschalter erst untersucht, bevor man eine Sendung abschicken kann. Erst nach dem Check sollte man das Paket zukleben.

Email und Internet[Bearbeiten]

Internetcafés sind in den Städten und Touristenorten weit verbreitet. Die Internetcafés haben in der Regel lange am Abend geöffnet. Eine Stunde kostet ungefähr 6-10 Dh. Oft sind sie neben einem Telekiosque gelegen. Oftmals sind sie auch am Schild Cybercafé zu erkennen. Im Norden sind die Cafés allgemein besser ausgestattet und warten mit größeren Verbindungsgeschwindigkeiten auf als in den ländlichen Gegenden. In den meisten Internetcafés kann man auch drucken oder CDs brennen.

Seit 2004 gibt es in allen größeren Städten ADSL mit bis zu 1024 KBit/ s Downloadgeschwindigkeit. Ebenso wurden Ende 2004 WLANs zugelassen. ADSL Geschwindigkeiten mit bis zu 4096 KBit/ s sind seit Ende 2005 möglich. Die Zahl der ADSL Anschlüsse zu diesem Zeitpunkt betrug ca. 220.000 mit einer Zunahme von über 13.000 Einheiten pro Monat.

Literatur[Bearbeiten]

Karten[Bearbeiten]

Reiseführer[Bearbeiten]

  • "Marokko", Astrid und Erika Därr, Reise Know-How Verlag Rump, ISBN 978-3831 719617
  • "Marokko fürs Handgepäck", Lucien Leitess, Unionsverlag, ISBN 978 3293 206427, 254 S. € 13,95, ein Kulturkompass mit Geschichten und Berichten aus einem charmanten, magischen Marokko mit quirligen Städten, majestätischen Stränden und farbenfroher Berberkultur.

Kein Reiseführer[Bearbeiten]

  • "KulturSchock Marokko", Muriel Brunswig-Ibrahim, Reise Know-How Verlag, Rump, ISBN 978-3831 716289, € 14,90. Ein 240 Seiten-Buch im Format 12x18 cm über Sitten und Gebräuche, Alltagskultur, Tradition, Verhaltensregeln, Religion, Tabus, Familie mit Mann und Frau, Stadt- und Landleben, Geschichte, Gesellschaft und Ausländer.

Weblinks[Bearbeiten]

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