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Unesco-Welterbestätten in Afrika
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Marrakesch

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Djemaa El Fna
Marrakesch
ProvinzMarrakesh-Safi
Einwohner
928.850 (2014)
Höhe
468 m
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Lage
Lagekarte von Marokko
Reddot.svg
Marrakesch

Marrakesch (tamazight: ⵎⵕⵕⴰⴽⵛ, arabisch: ‏مرلكش‎, Marākuš) ist eine Stadt in Marokko. Die am Fuße des Hohen Atlas gelegene Stadt trägt auch den Beinamen Perle des Südens und zählt mit Meknès, Fès und Rabat zu den Königsstädten Marokkos. Die Altstadt sowie die Agdal- und Menaragärten gehören seit 1985 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Hintergrund[Bearbeiten]

Machen Sie sich darauf gefasst einer völlig anderen Welt zu begegnen. Hier ist nichts so wie zu Hause in Mitteleuropa. Hier ist man einerseits im Orient und andererseits in Afrika. Wenn Sie bereit sind, sich auf das was kommen wird vorurteilslos einzulassen, so werden Sie eine großartige Zeit erleben.

Orientalischer Prunk, Staub, Hitze, Souks, Schlangenbeschwörer – nirgendwo sonst bekommt man so viel von 1001 Nacht zu sehen wie hier. Obwohl inzwischen merklich touristisch geprägt, ist immer noch eine Menge der Ausstrahlung der einstigen Karawanenanlaufstelle geblieben. Daher ist Marrakesch für alle Marokkoreisende ein absolutes Muss!

Allgemeine Hinweise und Tipps zu Sitten und Gebräuchen in Marokko, die auch in dieser Stadt gelten, findet man unter Sitten und Gebräuche in Marokko.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

1 Aéroport Marrakesh-Ménara. Der Flughafen Marrakesch - Ménara liegt etwa 6 km südwestlich des Stadtzentrums (Djemaa el Fna) auf einer Höhe von 471 m ü.NN. Jedes Jahr werden über drei Millionen Passagiere abgefertigt. Die beiden Terminals sind praktisch zu einem Terminal vereint. Ein dritter Terminal befindet sich derzeit (2015) im Bau. Die beiden jetzigen Terminals T1 und T2 haben ein Fläche von 42.000 m2 für etwa 4,5 Mio. Passagiere im Jahr. Die 45 m breite Start-/Landebahn hat eine Länge von 4,5 km und eine Ost-West-Ausrichtung. Der Flughafen bietet Platz für knapp 20 Boeing 737/747-Flugzeuge. Es gibt noch einen kleinen Fracht-Terminal mit einer Fläche von 340 m2.

Der Flughafen wird von vielen Fluggesellschaften aus Europa angeflogen. Dazu zählen unter anderen die Royal Air Maroc Royal Air Maroc. Die europäischen Billigairlines easyJet und Ryanair haben mittlerweile auch hier eine Basis eingerichtet und fliegen eine immer größer werdende Zahl von Zielen an, darunter auch Ziele im deutschsprachigen Raum. Ebenfalls gibt es viele Verbindungen aus Spanien, Frankreich und England. Weiterhin gibt es Flugverbindungen nach Casablanca und Agadir.

Ein petit taxi in die Stadt kostet 70 MAD (etwa 7 EUR; abends 100 MAD, nachts 150 MAD), ein Grand Taxi 100 MAD (etwa 10 EUR). Eine Tafel mit den festgelegten Preisen und eventuellen (Nacht-)Zuschlägen befindet sich direkt beim Taxistand. Der Taxifahrer wird trotzdem versuchen, einen 2-3 mal so hohen Preis auszuhandeln. Aus der Stadt zum Flughafen kostet das petit taxi nur ca. 40 MAD. Direkt vor dem Ankunftsterminal kommt stündlich (bis Mitternacht) ein Bus, der verschiedene Plätze in der Stadt anfährt. Kostet 30 MAD pro Person, der Fahrer nimmt aber auch 3 Euro (Kleingeld). Das hat den Vorteil, dass man sich nicht lange am Geldwechselschalter anstellen muss, sondern bequem an den vielen Geldautomaten in der Innenstadt tauschen kann. Ein Plan mit Abfahrtszeiten ist außen am Bus befestigt. Da liest man, dass dieser Bus (Aufschrift Aéroport) am Platz Djemaa el Fnaa zum Beispiel 9:18, 10:18, 11:18 Uhr... abfährt. In manchen Reiseführen steht auch, dass der Bus Nummer 11 zum Flughafen fährt. Kostet zwar nur 3 MAD, aber er hält nicht beim Flughafen, sondern außerhalb des Flughafengeländes, dann noch 300 Meter nach links bis zur nächsten Vorfahrtsstraße, auf der anderen Straßenseite schauen, wo die Leute auf den Bus warten. Mit Gepäck etwas beschwerlich, weil man wirklich nur vorne einsteigen darf und seine Sachen unter dem Drehkreuz durchquetschen muss.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

2 Der Bahnhof Marrakesch liegt etwa 1,90 km westlich des Stadtzentrums (Djemaa el Fna, der Gauklerplatz). Es existieren regelmäßige Verbindungen in alle wichtigen Städte im Norden des Landes. Der Bahnhof ist ein Sackbahnhof, Verbindungen in den Süden, z.B. nach [[Agadir}} gibt es nicht. Eine Fahrt von/nach Casablanca kostet z. B. 90 MAD.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es gibt quasi von allen größeren Städten Marokkos direkte Busverbindungen nach Marrakesch. Teilweise auch von verschiedenen Firmen mit unterschiedlichen Standards.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Vom Norden Marokkos erreicht man Marrakesch über die Autobahn A7, von Casablanca kommend oder über die N 7 aus dem Raum Fes/Meknes.

Mobilität[Bearbeiten]

Die "kleinen" Taxis, die überall in Marrakesch fahren, sind günstig und beliebt. Man erkennt sie an der Farbe ocker. Meist sind es Fahrzeuge der Marke Dacia. Überall, wo viele Touristen unterwegs sind, werden die Taxifahrer versuchen, einen zu hohen Preis auszumachen. Wie verhandlungsbereit sie sind, hängt von dem momentanen Angebot und der Nachfrage ab. Grundsätzlich sollte man versuchen, den geforderten Preis auf 50% zu drücken. Als Richtlinie für Fahrten innerhalb der Medina darf ein Preis von MAD 30.-- gelten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder aus Marrakesch
Flughafengebäude
Re. bis Mitte: Der Königspalast, davor zw. Rue Oqba Ben Nafaa und Königspalast: die Kasbah; Mitte li. Bildrand: Jardins de la Mamounia, re. davon Koutoubia-Minarett, Koord. des Kreisverkehrs li. unten: 1 Typ ist Gruppenbezeichnung, Blickrichtung N
OT Sidi Youssef Ben Ali, Koord. Kreuzung unten: 2 Typ ist Gruppenbezeichnung, Blickrichtung N

Die Altstadt (Medina) Marrakeschs beherbergt eine Vielzahl von architektonischen Meisterwerken der bald 1000-jährigen Stadtgeschichte.

Kirchen, Moscheen, Synagogen[Bearbeiten]

  • 3 Koutoubia-Moschee aus dem Jahre 1162. Das markante Minarett dieser Moschee kann gut als Orientierungspunkt dienen, da von fast überall sichtbar. An die Moschee schließt sich ein Garten an. Das Innere darf von "Ungläubigen" nicht betreten werden. Auf dem Dach der Moschee arbeitet mittlerweile eine Photovoltaikanlage.
  • 4 Kasbah aus dem 12. Jahrhundert
  • 1 Die Islam-Schule Médersa Ben Youssef aus dem 14. Jahrhundert. Nicht umsonst zählt sie zum Weltkulturerbe. Zur Zeit (2018) für längere Zeit wegen Restaurierungsarbeiten nicht zugänglich.
  • 5 Die Gräber der Saadier-Herrscher (17. Jahrhundert). Eines der absoluten Highlights von Marrakesch, daher viel besucht und oft langes Anstellen nötig.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

  • 6 Palais Royal, Königspalast (Dar El Makhzen) unmittelbar nördlich davon

Bauwerke[Bearbeiten]

  • 7 Bab Agnaou, Stadttor aus den Jahren 1185-1190

Denkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • 8 Fotografiemuseum Marrakesch, hier werden interessante Fotografien aus der ganzen Welt ausgestellt.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Die Souks von Marrakesch mit ihren bunten Verkaufsständen und kleinen Werkstätten mitten im Herzen der Medina (Altstadt) gelten als die größten Marokkos. Vor dem ersten Besuch sollte man sich vorbereiten: Gepflogenheiten und Ablauf von Preisverhandlungen, Vergabe von Bakschisch, Umgang mit Bettlern etc. (siehe auch: Handeln, Kaufen und Geld).

  • 9 Auf dem Djemaa el Fna (Es gibt etliche Deutungen des Namens, am nächsten kommt wohl "Platz der Toten"; im 12. und 13. Jahrhundert Hinrichtungsstätte) wird fast den ganzen Tag etwas geboten. Es gibt Musik, Essen, frisch gepressten Orangensaft (MAD 4,00), Schlangenbeschwörer, Affen, Kunsthandwerker und vieles mehr. Die einmalige Atmosphäre auf dem Platz gehört zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Bei einem Terroranschlag am 28. April 2011 auf ein Café an diesem Marktplatz starben mindestens 14 Menschen, darunter auch Touristen.
  • 10 Typ ist Gruppenbezeichnung Die Souks liegen unmittelbar nördlich des Platzes.
  • 11 Typ ist Gruppenbezeichnung Im Färberviertel werden Tuche und Felle gefärbt und Leder auf traditionelle Weise gegerbt. Eine wichtige Zutat ist dabei Taubenkot. Zum Fertiggerben werden pflanzliche Stoffe verwendet, also dürfte es sich bei der dort angewandten Gerbung um sogenannte pflanzliche bzw. vegetabile Gerbung handeln, eine Art des Gerbens, die qualitativ hochwertiges Leder hervorbringt, bei uns auf Grund des hohen Arbeitsaufwandes jedoch schon lange nicht mehr angewendet wird. Der Gestank an den einzelnen offenen Gerbbecken ist auch gewöhnungsbedürftig!

Parks[Bearbeiten]

  • Seit 1985 Weltkulturerbe der Unesco:
    • 12 Die aus dem 13. Jahrhundert stammenden Agdal-Gärten
    • 13 Die etwa 3 km außerhalb der alten Stadtmauern gelegenen Ménara-Gärten, ein aus dem 12. Jahrhundert stammender Olivenhain
    • Südlich der Medina, an der NW-Ecke des Königspalastes, liegt der moderne Cyberpark mit schönen Brunnen.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Marrakesch ist ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge in den Hohen Atlas oder nach Essaouira an der Küste mit kilometerlangem Sandstrand und einem interessanten Fischmarkt.

Einkaufen[Bearbeiten]

Die Landeswährung ist der marokkanische Dirham, abgekürzt MAD. 100 MAD entsprechen etwa 9 €, 10 € entsprechen 110 MAD.

Da die Währung außerhalb Marokkos nicht gehandelt wird, muss man seinen Bedarf an Geldwechselschaltern, im Hotel oder an Geldwechselautomaten stillen. Bankomaten finden sich bei Banken (an den Hauptdurchzugsstraßen der Medina), in der Nahe des Postamtes am Djemaa el Fna und auch in den Souks. Die Bedienungssprachen an den Bankomaten sind neben arabisch auch französisch und englisch. Die Bedienung kann unterschiedlich sein. In der englischen Bedienungsführung bedeutet "Withdrawl" Auszahlung, kommt danach noch eine ungewohnte Auswahl an Möglichkeiten, so passt "Universal", man kann dann einen Betrag bis zu maximal MAD 2.000.-- abheben. Achtung: Europäische Bankomatkarten sind für Länder wie Marokko aus Sicherheitsgründen meist gesperrt, man muss sie entsperren lassen, meist geht das aber auch kurzfristig online.

Einkaufen kann man in Marrakesch nach Herzenslust: Echte (und falsche) Antiquitäten, Teppiche, Tücher, Lederwaren, Metallwaren (z. B. Lampen), Korbwaren, Waren aus Holz (von Schneidbrett über Würfelspiele, Schachspiele bis zu Kistchen und auch größeren Dingen, die allerdings für das Fluggepäck zu groß sein werden), Gewürze, traditionelle Heilmittel und und und... Vorsicht vor Imitaten "Made in China"!

Es empfiehlt sich, zuerst gründlich zu schauen und nicht beim erstbesten Händler zu kaufen, Qualitäten und Preise nach Möglichkeit zu vergleichen. Sehr sinnvoll ist, sich vorher im Hotel nach den ungefähren Preisen zu erkundigen. Sie können den Händler auch von Anfang an sagen, dass sie jetzt noch nicht kaufen wollen, sondern erst später wiederkommen wollen. Er wird so tun, als ob er es nur ungern akzeptieren könnte - "Why you don't buy now? I will make a very good price!" - aber da sollten sie hart bleiben. Auch wird er, wenn er weiss, das sie sich auch anderswo umschauen wollen, bemüht sein, seinen "Erstpreis" nicht allzu sehr zu überziehen. Wenn Ihnen ein Händler sympathisch erscheint, dann können sie ja wirklich wiederkommen, er wird sich sehr freuen und sie werden möglicherweise dann wirklich zu einem fairen Preis einkaufen.

Handeln ist ein Spiel, das sollten sie sich vor Augen halten und mutig mitspielen. Anfangs werden Sie naturgemäß ein schlechter Spieler sein (und verlieren), aber Sie können ja lernen. Die Regel, auf den vom Händler genannten Preis 50% zu bieten und sich bei etwa 75% zu treffen ist für Sie meist nicht ein Erfolg, sondern für den Händler ein großer Gewinn. Manchmal kriegen Sie das Gewünschte um ein Zehntel des vom Händler erstgenannten Preises, vor allem dann, wenn sie mehrere Exemplare (z.B. des Tuches) erstehen. Wenn Ihnen das Ganze zu lange dauert, können sie die Prozedur abkürzen, in dem sie sich anschicken zu gehen. Wenn Ihnen der Händler nachläuft, dann ist noch etwas für Sie drin.

Haben Sie etwas erstanden und der Händler stöhnt und jammert, dass er "kaum einen Profit" gemacht hat, das ist gut gemachtes Theater! Das merken Sie, wenn sie ihn vielleicht später wiedersehen. Er wird Sie freudig begrüßen und ihnen gerne noch so "ein schönes Halstuch" verkaufen, natürlich zum gleichen Preis wie letztes Mal - weil er doch ganz gut verdient hat.

Tipps: In der Gegend des Jemaa el Fna zahlen sie die höchsten Preise, in des Souks werden die Preise umso günstiger, je abgelegener (und finsterer) die Seitengasse ist - weil sich da weniger Touristen hin verirren. Sind sie in der Nähe der Handwerksbetriebe, die gewisse Waren herstellen, dann können sie ziemlich sicher sein, dass sie da zumindest keine Fälschung (z.B. doch chemisch gefärbte Tücher statt mit Naturfarben gefärbt) erstehen. Noch günstiger kaufen sie in Stadtvierteln, wo Touristen seltener sind, z. B. im Judenviertel Mellah.

Es gibt zahlreiche Schlepper, die Sie zu einem bestimmten Geschäft führen, die erhalten dann natürlich vom Händler eine Provision, die jedenfalls auf den Preis draufgeschlagen wird.

Grundsätzlich gilt: Touristen zahlen immer mehr als Einheimische (sie verdienen auch 10 mal soviel und können daher auch leicht mehr bezahlen, eine Art von Reichensteuer!). Sind die Preise angeschrieben (selten), dann sind sie nicht verhandelbar (können aber für Sie eine interessante Richtschnur sein). Bei Lebensmittel wird nicht gehandelt.

1 Marjane Supermarkt, Supermarkt.

Küche[Bearbeiten]

Die marokkanische Küche ist vielfältig, raffiniert gewürzt und schmackhaft. Fast bei jedem Gericht ist auch - wenn oft auch nur wenig - Fleisch dabei. Dazu natürlich die landestypischen Gemüsearten, als sättigende Beilage oft Reis oder Couscous. Schweinefleisch fehlt naturgemäß, häufig sind Huhn, Lamm, Rind und Ziege, auch gibt es Fisch, andere Meeresfrüchte und Schnecken. Die bekanntesten Gericht in Marrakesch sind die Tagine und die Tangia. Beide sind eine Art Römertopfgericht. Bei der Tagine werden Fleisch und Gemüse etwa eine Stunde lang im heissen Ofen gegart, bei der Tangia nur Fleisch über mehrere Stunden lang. Letztere muss also auf alle Fälle auf "Vorrat" zubereitet werden. Das Fleisch ist dann ausgesprochen zart. Tagines gibt es auch rein vegetarisch. : Siehe auch: Tajine bei Koch-Wiki

Wie überall im Orient gibt es zahlreiche Süssigkeiten, auch schmecken manche der zahlreichen Weißbrotarten leicht süßlich.

Getrunken wird neben Wasser hauptsächlich Minztee, das ist landestypisch eine konzentrierte Zuckerlösung mit grünem Tee und marokkanischer Minze. Wer es nicht so picksüß möchte, kann den Minztee auch ohne Zucker bestellen. Man erhält dann den Zucker immer extra. Den Marokkanern ist es offensichtlich unverständlich, dass man den Minztee auch ganz ohne Zucker trinken kann. (Davon zeugen auch die auffallend schlechten Zähne vieler Marokkaner.) Daneben gibt es hervorragende, oft frisch gepresste Fruchtsäfte, hauptsächlich Orange, aber auch gemischt mit anderen Früchten zu vergleichsweise sehr günstigen Preisen. Natürlich gibt es die üblichen Getränke wie Cola, Fanta etc. Es gibt marokkanisches Bier und marokkanischen Wein. Letzterer schmeckt teilweise hervorragend, Bier eher unterdurchschnittlich. Beide sind auch für europäische Verhältnisse sehr teuer, da extrem hoch besteuert und werden nur in (teuren) Lokalen ausgeschenkt, die dafür eine spezielle Lizenz benötigen.

Günstig[Bearbeiten]

Am billigsten kann man sich ernähren, wenn man sich ein Stück Weißbrot kauft, dieses z.B. mit einigen Oliven oder anderen Dingen, die man überall an kleinen Ständen erhält, füllt. Auch Obst gibt es überall. So kann man sich um umgerechnet etwa € 0,50 satt essen. Wasser in Plastikflaschen gibt es auch überall zu geringen Kosten.

Jeden Abend nach Sonnenuntergang werden auf dem Djema el Fna Dutzende von Imbissständen aufgebaut. Dort ist für jeden Geschmack etwas dabei. Angefangen von einfachen Suppen für 3 MAD bis zu Fleisch in verschiedenen Variationen, einschließlich Lammköpfen wird alles geboten. Schon für 50 MAD (umgerechnet etwa € 4,50) kann man hier gut essen, die Portionen sind hier groß, ein normaler Esser wird mit einem Hauptgericht leicht satt.

In den Souqs gibt es kleinere, z.T. sehr günstige Imbissbuden. Man sollte drauf achten, wo die einheimischen Händler einkehren. Die vielen Restaurants, die auf Touristen spezialisiert sind, kosten gerne das Dreifache, bieten aber nur eine sehr einfache, wenig landestypische Kost.

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

In teuren Restaurants zahlt man etwa so viel, wie in Europa in einem durchschnittlichen Wirtshaus. Oft wird nur sozusagen ein Menü zu einem Fixpreis angeboten, man kann dann nur wählen wieviele Gänge man möchte. Wählt man nur einen Hauptgang, so kostet das beispielsweise MAD 150.-- (etwa € 14.--), Vorspeise mit Hauptgang oder Hauptgang mit Dessert MAD 200.--, Vorspeise, Hauptgang und Dessert MAD 250.-- Meist wählt man aus verschiedenen Vorspeisen, Hauptspeisen und Desserts diejenigen Gerichte aus, die einem am meisten zusagen. Ist man zu mehreren unterwegs, so empfiehlt sich, dass jeder eine andere Vorspeise wählt, man kann dann die verschiedensten, meist sehr leckern Speisen, immerhin kosten.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das spannendste Nachtleben in Marrakesch ist das landestypische Treiben am Djemaa el Fna. Hier wird es oft um etwa 22 Uhr erst so richtig lebendig und es treiben sich auch viele Einheimische herum. Es gibt einzelne Musiker, Musikgruppen, Geschichtenerzähler (auf arabisch oder einer Berbersprache), Artisten, Wahrsager; es herrscht das bunteste Treiben, das man sich nur vorstellen kann. Zu beachten wäre, dass viele der Schausteller von ihren Darbietungen leben, sieht man eine gewisse Zeit lang zu - oder fotografiert man gar - so wird erwartet, dass man eine Kleinigkeit bezahlt. Von Touristen wird mehr erwartet als von Einheimischen. Als Richtlinie mag gelten MAD 5.-- bis MAD 10.-- (€ 0,45 - 0,90).

Wie überall im Land ist Alkohol wegen des muslimischen Glaubens nicht sehr verbreitet. Man findet einige Bars, die jedoch fast ausschließlich auf Touristen spezialisiert und deshalb entsprechend teuer sind.

Dieses Jahr wurde in der neuen Boulevard Mohammed VI. 1 das Pacha eröffnet. Weitere Diskotheken gibt es in der der schrii franssa.

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Marrakesch bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Unterkunftsmöglichkeiten. Die Großstadt hat kleine und große Hotels bis zur Luxusklasse. Will man landestypisch wohnen, so bieten sich in der Altstadt zahlreiche sogenannte "Riads" an. Mittlerweile wurden viele solche zum Teil aufwendig und liebevoll für touristische Zwecke restauriert. Ein Riad ist ein rechteckiges Haus mit Innenhof. Nach außen hin gibt es keine Fenster, nur die Türe. Alle Fenster gehen in den Innenhof, der oft auch einen kleinen Swimmingpool aufweist und gartenähnlich gestaltet ist. Zudem gibt es eine Dachterrasse, auf der man relaxen kann, und auf der oft die Mahlzeiten eingenommen werden können. Historische Riads haben Wände aus Ziegel und Lehm, das ergibt ein sehr angenehmes Klima auch in der heissen Jahreszeit. Einen kleinen Nachteil haben die Riads: Da sie meist nur über sehr enge Gassen zugänglich sind, muss man oft mehrminütige Fußwege in Kauf nehmen (das Gepäck wird mit einem Karren transportiert), und oft sind sie in dem Gassengewirr der Altstadt nur schwer zu finden. Vorteil davon: In den Riads ist es sehr ruhig!

Günstig[Bearbeiten]

Im Umkreis von Djemaa el Fna gibt es viele kleine Hotels, in denen man günstige Übernachtungsmöglichkeiten finden kann. Einfach in die Straßen und Gassen laufen, sich umsehen, Preise und Leistungen vergleichen.

Mittel[Bearbeiten]

  • 1 Hotel Golden Tulip Marrakech, Avenue du Président Kennedy, 40000 Marrakech. Tel.: +212 5244-48952. Ein schönes Hotel Nähe der Stadtmitte.

Gehoben[Bearbeiten]

  • 2 Riad Melhoun, 26, rue de la Bahia, Marrakesch. Tel.: +212 5 24 38 62 52. Das Hotel liegt im Zentrum von Marrakesch in der Nähe der Paläste El Badi und El Bahia. Innenhof mit Pool, möblierte Dachterrasse. WLAN in den öffentlichen Bereichen kostenfrei. Preis: ab € 65.
  • 3 Marrakech Ryads Parc & SPA, Douar Oulad Berrahmoun - El Bour, Marrakesch. Tel.: +212 (0) 5 24 33 44 44 40, Fax: +212 (0) 5 24 33 44 50, E-Mail: . Ein sehr schönes, gepflegtes Hotel mit herrlicher Pool-Landschaft im Norden der Stadt, Nähe neues Fußballstadion.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Marrakesch darf als für Touristen sehr sichere Stadt gelten. Die Präsenz der Sicherheitskräfte ist nach dem Terroranschlag durch Islamisten am Djemaa el Fna im Jahre 2011 hoch und auch sorgt nach Auskunft von Einheimischen ein staatliches Spitzelwesen für "Ruhe im Land".

Selbst Kleinkriminalität (Taschendiebstahl) kommt kaum vor. Vorsicht sollte man natürlich dennoch walten lassen und wichtige Dinge eher versteckt und schlecht zugänglich aufbewahren. Touristen zu bestehlen scheint für die Einheimischen, die Gastfreundschaft traditionell sehr hoch halten, als gegen die eigene Ehre gerichtet zu sein.

Die größte Gefahr geht von den zahlreichen Mopedfahrern aus, die auch im dichtesten Fußgängergewühl mit oft viel zu hohem Tempo durch die engen Gassen knattern. Allerdings schaffen sie es fast immer, millimetergenau jedem Hindernis, also auch Fußgängern, auszuweichen. Auch der übrige Straßenverkehr verläuft chaotisch ab, rote Ampeln werden immer wieder - vor allem von Mopedfahrern - missachtet, und vor einem Zebrastreifen bleibt so gut wie Niemand freiwillig stehen. Hier hilft es als Fußgänger nur, beherzt die Straße zu betreten und unter ganauer Beobachtung der sich nähernden Fahrzeuge, die Straße zu überqueren. Absichtlich Niederfahren wird einen kein Marokkaner, er wird rechtzeitig ausweichen und notfalls bremsen und sogar anhalten.

Frauen, vor allem alleinreisenden, sei empfohlen, sich dezent zu kleiden (Knie und Schultern bedeckt), und mit Männern keinen Blickkontakt aufzubauen (hier kann eine Sonnenbrille hilfreich sein), dann sollten sie keine Probleme bekommen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die üblichen Gepflogenheiten in südlichen Ländern sollten beachtet werden, gründliches Händewaschen vor dem Essen, Gemüse und Obst schälen, bei Speisen auf frische Zubereitung achten, dann sollten sich keine Probleme ergeben. Das Wasser aus den Leitungen ist gechlort, eignet sich also nicht zum Trinken.

Das Ärzte- und Krankenhauswesen ist natürlich nicht auf mitteleuropäischem Stand. Im Falle einer ernsten Erkrankung oder eines schwereren Unfalles sollte mit Hilfe einer Reiseunfallversicherung die schnelle Heimkehr möglich gemacht werden.

Apotheken gibt es genügend, die üblichen Medikamente sind vorrätig.

Verständigung[Bearbeiten]

In Marokko spricht man arabisch in einem marokkanischen Dialekt, der sich erheblich von dem arabisch der in den Ländern des Nahen Ostens gespochen wird, unterscheidet. Einige Wörter "marokkanisch" sind für unsereinen vergleichsweise leicht zu erlernen, da dieser Dialekt weniger die für uns schwer zu artikulierenden "Würgelaute" des Arabischen verwendet. So ist ein "ja" ein einfaches "Na'am", ein "nein" ein "la", ein "danke" ein "schukran".

Daneben werden unterschiedliche Dialekte der Berber-Sprache gesprochen, die sich stark vom Arabischen unterscheiden.

Viele Marokkaner sprechen französisch, ebenfalls sind viele Aufschriften, Hinweise etc. auf französisch. In Marrakesch wird auch häufig Englisch verstanden und auch gesprochen, deutsch auch, aber deutlich weniger. Manchmal funktioniert ein Gespräch in einem Mischmasch aud französischen, englischen und deutschen Wörtern. Wie alle Südländer sind die Marokkaner sehr kommunikativ, und es wird immer eine Art der Verständigung möglich sein.

Zurechtfinden[Bearbeiten]

Die Medina (die Altstadt) von Marrakesch ist komplett von einer Stadtmauer mit zahlreichen Stadttoren, Bab genannt, umgeben. In ihrem Inneren gibt es nur einige wenige Straßen - soweit man diese als solche bezeichnen kann - auf denen man weitere Strecken zurücklegen kann. Von diesen Straßen zweigen kleine und von diesen wiederum kleinste Gassen ab, viele davon kaum 2 m breit. Zahlreiche davon enden als Sackgassen. Zudem fehlen Straßennamen bzw. sind diese nicht oder nur gelegentlich angeschrieben. Dazu kommt noch, dass fast alle Häuser im gleichen rot gehalten sind und diese sich von ihrer Architektur her kaum voneinander unterscheiden, meist zur Straße hin fensterlose Riads. Beste Voraussetzungen also, um sich als Neuling hoffnungslos zu verlaufen.

Die gute Nachricht: Es gibt einen sehr brauchbaren Stadtplan (www.edition-plan-marrakech.com), Sie sollten diesen in Ihrem Hotel bekommen. Damit müssten Sie sich gut zurecht finden, gegebenenfalls tut auch ein Kompass gute Dienste, dann nämlich, wenn Sie sich zwischen hohen Mauern befinden und keinen Orientierungspunkt erblicken und auch der Sonnenstand nicht eruierbar ist. Orientierungspunkte: Der wichtigste wäre das Minarett der Koutoubia-Moschee, ein markanter roter viereckiger verzierter Turm, der höchste der Stadt. Und natürlich als zentraler Punkt, südlich des tatsächlichen Zentrums der Stadt, dem Gassengewirr der Souks, der Djemaa-el-Fna, der große Platz. Manchmal findet man auch Hinweisschilder, hier wird er meist "Place Jemaa-el-Fna" geschrieben.

Sie können auch Einheimische ansprechen, fragen Sie z. B. (französisch) nach dem "Grande Place". Es wird sich sicher ein Jugendlicher finden, der sie ein Stück begleitet - und dafür dann Geld sehen will. Am besten, Sie machen vorher aus, was er bekommt. Ein paar MAD, maximal 5.-- wären angemessen. Lassen Sie sich nicht auf ein "Give me what you want!" ein, das ist nämlich dann immer zuwenig!

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Im Umkreis des Djema el-Fna gibt es einige Internetcafés. Viele Hotels bieten über WLAN kostenlosen Internetzugang an, manchmal jedoch nur im Bereich der Rezeption. Zunehmend gibt es da und dort auch freies WLAN, dieses ist jedoch oft überlastet.

Telefonzellen finden sich fast überall. Für die meisten Telefonzellen benötigt man eine Telefonkarte, die es zu 20 oder 50 MAD in Läden gibt, die ein blau-orangen-farbenes "Maroc Telecom"-Schild haben. Ein 1-minütiges Telefonat nach Deutschland (Festnetz) kostet mit diesen Karten 1 MAD (= 0,10 EUR) und ist damit deutlich günstiger als Handy-Roaming-Tarife.

Das HauptPostamt befindet sich am Djema el-Fna. Briefmarken gibt es auch in "Tabac"-Läden (pink-weißes Logo).

Öffentliche Toiletten gibt es da und dort, manchmal sind es nur Hockklos ohne Klopapier. Hier reinigt man sich traditionell mit der linken Hand und dem Wasser aus dem daneben befindlichen Wasser hahn. Männer hocken sich dort auch zur Verrichtung des "kleinen" Geschäftes hin! In Museen und besseren Restaurants gibt es auch Sitzklos. Diese werden jedoch gelegentlich als Hockklos missbraucht, wie man an den Schuhabdrücken auf der Klobrille dann erkennen kann. Nicht immer gibt es hier Klopapier, manchmal gibt auch eine Toilettenfrau ein paar - meist zuwenige - Blatt Klopapier am Eingang aus. Für die Benützung wird mancherorts ein kleiner Obolus (MAD 1.--) verlangt. Eine Trennung der Toiletten nach Geschlechtern gibt es nicht überall!

Bettler gibt es zahlreiche in Marrakesch. Junge Mütter mit Säuglingen oder Kleinkindern, Behinderte, alte Menschen... Der Islam gebietet, dass wohlhabende Menschen den Armen etwas abgeben sollen. Marokkaner halten das auch so. Sie als Tourist gelten jedenfalls als wohlhabend. Es liegt an Ihnen, ob sie Bettlern etwas zustecken, es genügt auch MAD 1,-- (€ 0,09). Tun Sie das mit der rechten Hand, die linke gilt als unrein (mit dieser reinigt man sich nach der Notdurft!), geben Sie Geld mit der linken Hand, so könnte das als Beleidigung aufgefasst werden - gerade von einfachen Menschen. Bettelnden Kindern sollte man nichts geben, sie (oder ihre Eltern) lernen so, dass man mit betteln ganz gut Geld verdienen kann, das geht dann womöglich auf Kosten des Schulbesuchs! Etwas anderes ist es, wenn Ihnen ein Kind z.B. eine Packung Papiertaschentücher um MAD 1,-- oder 2,-- verkaufen möchte.

Man kann auch beobachten, dass z.B. bei den Garküchen am Djemaa-el-Fna arme Leute sich von Gästen übergelassenes Essen vom Personal erbitten, was dieses auch gewährt. Ebenso kommt es vor, dass ein Kind oder auch ein alter Mensch, wenn Sie sich gerade einen frischgepressten Fruchtsaft an einem der zahlreichen Ständen genehmigen, bittet, ihm oder ihr etwas davon abzugeben. Tun Sie dies, so werden sie vielleicht einen sehr dankbaren Blick ernten.

Ausflüge[Bearbeiten]

Ausflüge
In einer Arganöl-Fabrik
  • 14 Typ ist Gruppenbezeichnung Ourika-Tal, ein bestechend schönes Flusstal des gleichnamigen Gewässers, das im Hohen Atlas entspringt. Der Fluss wird aus Marrakesch kommend bei der Stadt Ourika erreicht.
  • 15 Typ ist Gruppenbezeichnung Cascades d'Ouzoud - die Ouzoud-Fälle, 150 km östlich von Marrakesch, gelten als die schönsten Wasserfälle in Marokko
  • 16 Typ ist Gruppenbezeichnung Tin-Mal - Ort mit sehenswürdiger Moschee
  • 17 Typ ist Gruppenbezeichnung Essaouira ist eine sehr schöne Hafenstadt am Atlantik, etwa 175 km von Marrakesch entfernt. Die Route geht über die gut ausgebaut, oft schnurgerade Route impérial N 8 bis zur Provinzhauptstadt Chichaoua, von dort weiter über die Rue régionale R 207 bis zum Ziel. Unterwegs gibt es einiges zu bestaunen:
  • Ziegen, die auf den Ästen des Argan-Baumes stehen und dessen Früchte und Blätter fressen
  • eine Fabrik von Argan-Öl, einem kosmetischen und Speiseöl

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

www.ville-marrakech.ma – Offizielle Webseite von Marrakesch


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