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Namibia

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Namibia liegt im südlichen Afrika und grenzt im Norden an Angola, im Osten an Botsuana, Simbabwe, Sambia und im Süden an die Republik Südafrika. Die Westgrenze des Landes bildet der hier kalte Südatlantik. Namibia ist aufgrund seiner einzigartigen Geographie und Tierwelt eines der meistbesuchten Länder des Kontinents und insbesondere für Safaris ein ideales Reiseland. Die vielfach unberührte Natur wird gezielt durch einen ökologischen und nachhaltigen Tourismus geschützt und bewahrt.

Regionen[Bearbeiten]

Das Land lässt sich entsprechend seiner klimatischen und kulturellen Besonderheiten in folgende geographische Regionen unterteilen:

  • Nordnamibia - dieses Gebiet war während der südafrikanischen Herrschaft als „Ovamboland“ bekannt und ist in fünf administrative Einheiten untergliedert: Ohangwena, Omusati, Oshana, Oshikoto und Otjozondjupa. Die politisch korrekte Bezeichnung für die Region ist heute „Owambo.“ Es ist das am dichtesten besiedelte Gebiet des Landes aber trotzdem ländlich geprägt. Hier wohnt die größte Bantu-Volksgruppe Namibias, die Wambo. Sie stellt die absolute Mehrheit der Bevölkerung.
  • Nordostnamibia mit dem Caprivizipfel und der Region Kavango - mit den Hauptflüssen ist Nordwestnamibia tropischer und vegetationsreicher, aber auch hygienisch schwieriger als das übrige Namibia.
  • Westnamibia ist die durch den kalten Benguelastrom regenunterdrückte Wüsten- und Küstenregion von Erongo und Kunene (letzteres auch als Nordwestnamibia bezeichnet und weiter unterteilt in Kaokoland - das Land der Himba sowie Damaraland - mit dem wegen seiner vielen Felszeichnungen interessanten Ziel Twyfelfontein)
  • Zentralnamibia um die Hauptstadtregion Khomas und die Stadt Windhuk selbst sowie der westliche Teil der Region Otjozondjupa.
  • Ostnamibia - vor allem die Region Omaheke, auch bekannt als das Land der Herero. Eindrucksvoll ist die durch die Kalahari geprägte Landschaft, ansonsten eher landwirtschaftlich als touristisch erschlossen.
  • Südnamibia umfasst die Regionen Karas und Hardap mit interessanten Reisezielen wie den Fish River Canyon und die Stadt Lüderitz.

Städte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Fish River Canyon.
Nationalparks

Übersicht: Nationalparks in Namibia

Hintergrund[Bearbeiten]

Namibia hat als eines der letzten Länder Afrikas seine staatliche Unabhängigkeit erst 1990 erreicht. Namibia ist ein Vielvölkerstaat mit unterschiedlichen Einflüssen von Volksgruppen und Geschichte. Manche der afrikanischen Kulturen Namibias zählen zu den ältesten der Welt. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde Namibia von Deutschen kolonialisiert, danach war es als Völkerbunds- bzw. UNO-Mandat für über siebzig Jahre ein Teil von Südafrika. Die deutsche Kolonialgeschichte wurde einem breiten Publikum 1976 durch die Fernsehserie Omaruru bekannt.

Deutsche und afrikanische Kultur haben den stärksten Einfluss auf das Leben in Namibia, was sich in vielen Bereichen zeigt: verschiedene Feste (in Windhuk wird Karneval gefeiert), am Essen (sowohl deutsche als auch afrikanische Gerichte), wilhelminische Architektur. Rund 30000 der zwei Millionen Namibier sprechen Deutsch als Muttersprache (zu gleichen Teilen weiße und schwarze Namibier) und man kommt neben Englisch auch mit Deutsch gut durch: Deutsche haben in der Regel ein gutes Ansehen, es sollten jedoch auch die afrikanischen Kulturen und Sprachen im Land respektiert werden.

Anreise[Bearbeiten]

Übersicht visafreier Staaten (Stand Nov. 2018).

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Für Touristen aus Westeuropa (im wesentlichen EU vor der Osterweiterung, ohne die europäischen Zwergstaaten), Schweizer und Liechtensteiner entfällt für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen pro Jahr die Visumpflicht. Reisende müssen ihre Wiederausreise (Rückflug- oder Weiterreiseticket) nachweisen können.
An den Einreisegrenzübergängen und Flughafen wird ein Visitor entry permit in den Pass gestempelt. Es wird in der Regel nur für die geplante Aufenthaltsdauer ausgestellt. Hier sollte man sofort kontrollieren, ob der Zeitraum für die geplante Reise ausreichend ist. (Verlängerungen kann man beim Innenministerium in Windhuk beantragen.) Dies gilt auch für Inhaber von Diplomatenpässen. Für alle anderen Zwecke, auch kurze Geschäftsreisen, ist ein Visum erforderlich.

Der Reisepass muss eine Mindestgültigkeit von sechs Monaten aufweisen. Für Kinder gilt gleiches für den Kinderreisepass. Ein Personalausweis reicht nicht zur Einreise. Beschädigte Dokumente (geknickt, eingerissen) können zur Rückweisung führen.

Unbegleitete minderjährige Kinder benötigen, wie im benachbarten Südafrika, zur Ein- und Ausreise die Zustimmung beider Elternteile („Affidavit“ in englischer Sprache), dass das Kind alleine reisen darf. Die beglaubigten Kopien der Reisepässe beider Elternteile müssen dem Affidavit angeheftet werden. Für Kinder, die nur mit einem Elternteil reisen, muss die Zustimmung des anderen ebenso mitgeführt werden.

Konsularabteilung der namibischen Botschaft, Reichsstr. 17, 14052 Berlin. Zuständig auf für die visapflichtigen Einwohner von: Polen, Tschechien, Türkei und Vatikan. Preis: Tourist, eine Einreise € 80, mehrfach € 130, Express € 220.

Konsularabteilung der namibischen Botschaft, Zuckerkandlgasse 2, 1190 Wien. Tel.: +431 402 937-1. Auch zuständig für die visapflichtigen Einwohner von: Bulgarien, Bosnien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Ungarn. Geöffnet: Mo.-Do. 9.30-12.45.

Wer aus einem Gelbfieberinfektionsgebiet kommt, z.B. über die Landgrenze aus Angola, benötigt einen Impfnachweis.
Beachte auch die teilweise etwas ungewöhnlichen Bedingungen für Reisen nach Südafrika.

Zoll[Bearbeiten]

Namibia gehört zur Zollunion des südlichen Afrika (mit Südafrika, Botsuana, Lesotho, Swasiland). Hier gelten keine Begrenzungen.

Landeswährung darf in bar bis zum Gegenwert von N$ 50000 eingeführt werden, ist aber ab N$ 5000 zu deklarieren.

Jagdreisende müssen bei der Einreise ihre Waffen an einem gesonderten Schalter vorführen. Ein Jagdschein des Heimatlandes ist nicht erforderlich, da in Namibia nur mit Begleitung durch einen einheimischen Jagdführer gejagt werden darf.
Die Ausfuhr von Jagdtrophäen und Fellen unterliegt einer Genehmigungspflicht. Auch hierum wird sich normalerweise der örtliche Veranstalter kümmern. Beachte bei Rückkehr in die EU, dass die Einfuhr von Löwen- und Elephantenbestandteilen auch dann verboten ist, wenn ein entsprechendes CITES-Zertifikat des Herkunftslandes vorliegt.

Hinsichtlich Diamantenexport nach Europa siehe die EU-Richtlinie zum „Kimberley-Prozess“.

Freimengen
  • 400 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak
  • 1 Liter Schnaps oder 2 l Wein
  • 50 ml Parfüm
  • Geschenke bis N$ 1250

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Windhuk ist in der Regel der erste Ort, an dem man mit einem Flugzeug ankommt. Es gibt zwei Flughäfen bei Windhuk. Der internationale Flughafen Husea Kutako wird von Air Namibia nonstop von Deutschland aus angeflogen. Der kleinere Flughafen Eros bietet Verbindungen zu Zielen innerhalb des Landes und ist Ausgangspunkt für die meisten Fly-in Safaris.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Eine Anreise mit dem Zug nach Namibia ist nicht möglich.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die bequemsten internationalen Busverbindungen führen von Kapstadt und den Victoriafällen nach Namibia. Es gibt auch eine Verbindung aus Johannesburg. Informationen zu Fahrplänen und Preisen bietet Intercape Mainliner. Durch Kombination von Busfahrten und Trampen kann man auch von jedem beliebigen Ort in Botsuana nach Namibia gelangen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Dem deutschen „Wildwechsel“-Warnschild entsprechen derartige Hinweise, die es auch mit Elephanten, Warzenschweinen, Leoparden, Kudus usw. gibt.
Tipp
Wie in Südafrika verkehren auch in Namibia überschwere und überlange LKWs, die sogenannten „super links,“ denen man ausreichend Platz einräumen sollte.

Höchstgeschwindigkeiten: 60-80 km/h innerorts, 120 km/h Landstraßen.

Beim Durchfahren von Nationalparks ist das Verlassen der Straßen verboten. Ein rundes Verkehrszeichen mit rotem Kreis und durchgestrichenem S bedeutet „Anhalten am Seitenstreifen verboten.” Es besteht Handyverbot und Anschnallpflicht. Alkohol am Steuer ist verboten, also 0,0 Promille!

Wer plant ein Fahrzeug zu mieten oder mit dem eigenen zu fahren, muss einen internationalen Führerschein oder eine englische Übersetzung des deutschen mitführen.

Bei der Einreise mit eigenem Fahrzeug wird eine Straßenbenutzungsgebühr erhoben. Der Beleg ist für Polizeikontrollen aufzuheben.[1] Wer aus Sambia oder Angola kommt muß zusätzliche einen Eigentumsnachweis vorzeigen. Für Mietwagen aus Südafrika benötigt man ein Erlaubnisschreiben zum Grenzübertritt des Vermieters, das oft kostenpflichtig ist.

Eine Anreisemöglichkeit mit dem Auto besteht von Südafrika aus. Einige Touristen mieten sich dort ein Auto und geben es nach der Reise in Windhuk wieder ab.

Der 2004 vollendete TransCaprivi Highway erlaubt es von Walfischbucht bis Luanda auf geteerter Straße zu fahren.

Auf dem Trans-Kalahari Highway gelangt man von Maputo in Mozambique über Pretoria an die botswanischen Grenze bei Lobatse, dann durch Jwaneng weiter nach Windhuk und Walfischbucht.

Grenzübergänge Botswana

Auch von Botsuana ist eine Einreise möglich. Hauptroute ist hier der Trans-Kalahari Highway (A2), der nach Osten bis an den Indischen Ozean führt. Der 7.00-24.00 Uhr geöffnete Übergang ist 1 Mamuno (Charles Hill) / Buitepos (22° 16′ 51″ S 19° 59′ 56″ O).
Auf namibischer Seite ist kurz vor der Grenze das East Gate Rest Camp

Im Caprivi-Zipfel sind die Posten 6.00-18.00 Uhr besetzt:

Angola

Besichtigung touristischer Attraktionen im Grenzgebiet zu Angola: „Die Grenze zu Angola ist an verschiedenen Stellen gar nicht oder nur durch einen niedrigen Drahtzaun markiert. Wer die Grenze (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die namibische oder angolanische Grenzpolizei, Geldbuße und/oder Haftstrafe rechnen.”[2]

Alle fünf Grenzposten schließen spätestens um 19.00 Uhr.

Der Grenzübergang 4 Ongwediva / Omahenene (17° 23′ 30″ S 14° 34′ 2″ O) liegt zwischen dem namibischen Ruacana und dem angolanischen Naulila.

Sambia

Die einzige Landgrenze zwischen den Ländern öffnet 6.00-18.00 Uhr. Sie ist bei 5 Wenela (Katima Mulilo) / Sesheke (17° 28′ 40″ S 24° 14′ 47″ O) über den Sambesi.

Grenzübergänge Südafrika

Die Posten werden nachts geschlossen. Öffnungszeiten variieren von 6.00-22.00 Uhr bis zu 7/8.00-16.30 an kleineren Stationen (im Winter oft noch je eine Stunde kürzer).

  • Nahe der Küste ist die 11 Grenzbrücke (28° 34′ 6″ S 16° 30′ 21″ O) über den Oranje zwischen Alexander Bay (RSA) und Oranjemund (im Diamantensperrgebiet, seit Okt. 2017 zugänglich).

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Segler mit eigener Yacht können in Hafen von Lüderitz oder Walfischbucht einklarieren. Die Formalitäten sind minimal, Gebühren moderat. In beiden Häfen gibt es Werften, die Ausstattung in Walfischbai ist besser. Passatwinde blasen normalerweise konstant, am stärksten von Oktober bis Januar; der kalte Benguelastrom treibt ebenfalls nach Norden. Es ist vor der Küste oft neblig.

Die Küste südlich von Lüderitz ist Sperrgebiet, um die wirtschaftlichen Interessen des Diamantenmonopls von DeBeers zu schützen. Zwischen den beiden, 265 Seemeilen voneinander entfernen, Häfen bietet es sich an in der 1 Hottentottenbucht (26° 6′ 8″ S 14° 57′ 4″ O) oder am 2 Mercury Island (Spencer Bay) (25° 43′ 8″ S 14° 49′ 58″ O) Zwischenstops einzulegen.

Mobilität[Bearbeiten]

Augen auf im Straßenverkehr
Achtung: in Namibia herrscht Linksverkehr. Das bedeutet, Mietwagen sind rechtsgelenkt (Schalthebel links vom Fahrer) und Fußgänger schauen zuerst nach rechts und dann nach links!

Namibia verfügt über ein gutes Straßennetz. Daneben ist der öffentliche Personenverkehr zwischen den wenigen Ortschaften ebenfalls recht gut ausgebaut. Aufgrund der teilweise großen Entfernungen bietet sich auch das Flugzeug als Transportmittel an.

Auto und Motorrad[Bearbeiten]

Die Hauptstraßen sind asphaltiert oder hervorragende Schotterpisten. Wichtigste Verbindungsstrecken sind geteert (A- und B-Straßen) und man kann ca. 120 km/h fahren. Jedoch bestehen die meisten Straßen aus Schotter- oder Sandpisten (C- und D-Straßen), die eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erlauben. Ein Allradantrieb ist aber im allgemeinen nicht erforderlich, kann aber in der Regenzeit nützlich sein, da Flüsse, die die meiste Zeit des Jahres trocken sind, zeitweise Wasser führen, Brücken sind nur auf Straßen der Kategorien B und C üblich. Da Geländewagen robuster sind als Pkw, ist die Pannenanfälligkeit auf schlechten Strecken geringer. Muss man in weichem Sand fahren, ist es sinnvoll den Reifendruck zu verringern.

Ein internationaler Führerschein ist erforderlich. Obwohl Kreditkarten weit verbreitet sind, wird zum Tanken meist Bargeld benötigt.

Kraftstoffpreise sind staatlich festgesetzt, werden aber häufig angepasst. Benzin kostet in Walfischbucht im Jan. 2019 NS$ 12,05 (95 Oktan), Diesel N$ 13,1 und somit NR$ 1,2 weniger als im Vormonat. Abseits der großen Städte (insb. in den (JHlb-)Wüstengebieten im Westen sollte man jede Gelegenheit zum Nachtanken nutzen, da es nicht in jeder Kleinstadt offene Tankstellen gibt.

Bei der Anmietung von Autos vor Ort sollte man die Bedingungen genau durchlesen, etliche Klauseln weichen von europäischer Praxis ab. Teilweise gilt bei Kaskoversicherungen Beweislastumkehr, d.h. der Fahrer muss nachweisen, dass er nicht fahrlässig war. Unfall- und Diebstahlschutz (“Collision Damage Waiver” und “Theft Loss Waiver”) sind of getrennt zu zahlende Policen. Die dem Branchenverband CARAN angehörigen Firmen sind in der Regel seriöser, auch hier sollte vor Überlandfahrten der Fahrzeugzustand (2 Reserveräder, Bremsen) genau geprüft werden.

Fahrrad[Bearbeiten]

Die asphaltierten Straßen außerhalb der Städte sind gefährlich für Reiseradler, weil die Lkw- und Autofahrer nicht an Fahrräder gewöhnt sind und oft dicht überholen. Für Touren auf Pisten sollte das Rad sehr stabil sein und möglichst breite und grobstollige Reifen haben. Wild zu zelten ist manchmal schwierig, weil die Landschaft offen ist und das Gelände oft steinig ist. Einige Nationalparks im Norden dürfen nicht mit Fahrrädern befahren werden. Im Land gibt es Helmpflicht für Radler.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Air Namibia bietet Flüge zwischen den meisten größeren Orten (Katima Mulilo, Lüderitz, Walfischbucht) des Landes an, wobei sich das Drehkreuz in Windhuk befindet. Desweiteren gibt es eine Reihe von Charter-Airlines, die je nach Wunsch verkehren.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Die Schienenverbindungen entsprechen denen, die die deutsche Kolonialverwaltung Anfang des 20. Jahrhunderts erbauen ließ. Das Drehkreuz ist der Bahnhof Windhuk von dort nach Swakopmund, Tsumeb im Norden und in den Süden bis Aus/Lüderitz.

Die Bahn ist für Reisen innerhalb des Landes ein seltenes Transportmittel, die Strecken dienen in erster Linie dem Güterverkehr und werden nur ein Mal täglich von Personenzügen, bzw. Waggons, die an Güterzüge angehängt sind, bedient.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Linien bedienen die Bevölkerungszentren, um die landschaftlichen Attraktionen zu sehen ist man auf Autos angewiesen.

Intercape Mainliner-Busse sind vergleichsweise schnell, günstig und gut ausgestattet. Befahrene Strecken sind u.a.: Windhuk - Swakopmund, Katima Mulilo, Walfischbucht sowie Grootfontain. Neben Intercape Mainliner fahren u.a. NamVic Shuttle (Windhuk - Victoria Fälle) und Ekonolux Liner (Windhuk - Kapstadt). Außerdem fährt Trans-Namib nach Outjo, Khorixas, Lüderitz, Henties Bay, Oshakati, Rundu und Grootfontain.

Viele Strecken werden durch 15sitzige Minibusse erreicht, die abfahren wenn voll.

Motorrad[Bearbeiten]

Motorradfahren in Namibia ist unkompliziert möglich. Wichtig ist, dass oftmals lange Etappen zwischen Tankmöglichkeiten anfallen. Dies gilt insbesondere für Fahrten abseits befestigter Straßen. Die Reichweite sollte mindestens 300 Kilometer betragen. Bei Fahrten in abgelegenere Regionen des Kaokovelds, Damaralands und in der Region Kunene gilt dies besonders. Hier empfiehlt es sich im Vorfeld die Tankmöglichkeiten zu prüfen.

Abseits der geteerten Straßen ist ein Motorrad mit ausreichender Geländefähigkeit (Reiseenduro, Enduro) sinnvoll. Leichtere, gut gewartet Schotterstraßen sind auch mit einer Straßenmaschine machbar. Die Ersatzteilversorgung ist nicht so einfach wie in Deutschland, da viele Teile aus Südafrika importiert werden müssen. Am Besten ist die Versorgung in Windhuk, beispielsweise in der Bike and Quad Clinik. Im Norden ist in Grootfontain an der Tankstelle Northern Bikes and Quads, laut Eigner Johan Spangenberg “The last decent motorbikeshop before Cairo.” In Kamanjab gibt es eine Werkstatt, die auch Motorräder wartet und repariert.

Das eigene Motorrad kann via Luftfracht oder per Seefracht nach Namibia gebracht werden. Achtung, es ist ein für die gesamte südafrikanische Zollunion gestempeltes Carnet de passage erforderlich. Auf dem Landweg ist die Einreise problemlos. Eine Haftpflichtversicherung ist nicht erforderlich, da diese im Benzinpreis enthalten ist. Allerdings wird eine Straßenbenutzungsgebühr erhoben, wenn man mit dem eigenen Motorrad einreist.

Sprache[Bearbeiten]

Die offizielle Amtssprache ist Englisch. Daneben sind Deutsch und Afrikaans verbreitet. Die afrikanischen Sprachen Ovambo, Herero und Damara. Daneben gibt es zahlreiche weitere Sprachen und Dialekte wie Khoisan („Klicksprache”) der Buschleute und die Dialekte der Caprivier im Caprivizipfel.

Wenn man Englisch spricht, sollte es kein Problem sein, in den meisten Landesteilen zurechtzukommen. Auf vielen Farmen und in den Städten, die in der Kolonialzeit gegründet wurden, wird auch Deutsch gesprochen. Viele Farmbesitzer sind Nachfahren deutscher Siedler und haben sich ihren Dialekt bewahrt. So kann es vorkommen, dass man ein Schwätzchen mit einem „Hessen“ hält, der noch nie in Deutschland war. Kenntnisse in Afrikaans sind zwar hilfreich, hier aber nicht notwendig. Wer neben Deutsch ein paar Worte Englisch spricht, wird sich in Namibia gut verständigen können. Wenn man jemanden auf Englisch (mit deutschem Akzent) anspricht, wird derjenige oft in Deutsch antworten.

Viele schwarze Namibier, gerade in den ländlichen Gebieten, sprechen hingegen kein Englisch, sondern nur Afrikaans und ihre jeweils eigene Stammessprache. Solange man in den Städten und in touristischen Gebieten ist, kommt man mit Deutsch und Englisch durch, aber schon im Etosha-Nationalpark sprechen viele der schwarzen Angestellten ausschließlich Afrikaans.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Karneval[Bearbeiten]

Der Karneval in Namibia spielt vor allem eine Rolle bei den Deutschnamibiern. Es finden über das Jahr verteilt sieben große Karnevals statt, die sich an den Traditionen des Kölner Karnevals und der Mainzer Fastnacht orientieren.

  • Der größte Karneval ist der Windhuk Karneval, der im März und April an zahlreichen Plätzen in Windhuk gefeiert wird.
  • Der Swakopmunder Karneval findet vier Wochen im Juni statt.
  • Der Tsumeb Karneval findet an zwei bis drei Tagen Ende Juli/Anfang August statt.
  • Der Lüderitz Karneval findet über zwei bis drei Tage im September statt.
  • Der Karneval in Otjiwarongo ist der kleinste in Namibia und wird wenige Tage im Juli gefeiert.
  • Der Osten-Karneval findet alle zwei Jahre in geraden Jahren, im kleinen Ort Witvlei statt.
  • Der Karneval Walfischbucht, findet Mitte März statt

Einkaufen[Bearbeiten]

Die Rückseiten namibischer Banknoten der Serie 2009 zeigen alle einheimische Tierarten.
Tipp
Um Preise in Relation setzen zu können: Festangestellte Landarbeiter verdienten 2017/8 ø N$ 3400 (€ 220), am Bau und im Handel ø N$ 4500, in anderen Bereichen ø N$ 6900 im Monat. Sehr viel besser bezahlt ist Bergbau mit ø N$ 22000. Einkommenssteuer ist 37%, Mehrwertsteuer 15%. Als “living wage” einer Familie gilt N$ 8600 netto. Die Arbeitslosigkeit schwankt um die 30%.

Die Landeswährung ist der Namibia-Dollar (N$; NAD), der den gleichen Wert wie der südafrikanische Rand hat. Der Rand ist in Namibia als Zahlungsmittel gültig. Häufig bekommt man die südafrikanische Währung als Wechselgeld zurück.

Wechselkurs: € 1 = 15,85 N$ (Jan. 2019, Schwankung im Vorjahr 14,2-17,9)

In fast allen Städten gibt es mehrere Banken mit Geldautomaten, die großenteils auch EC-Karten akzeptieren. Internationale Kreditkarten werden auch in vielen Unterkünften akzeptiert, allerdings nicht an Tankstellen. Kreditkartenbetrügereien kommen vor, man sollte die Zahlungsabwicklung des Personals im Auge behalten. Am letzten Tag des Monats ist “pay day,“ dann und am Folgetag herrscht an Bankschaltern und Geldautomaten großer Andrang mit entsprechenden Wartezeiten. Mit Wirkung zum 30. Juni 2019 ist die Annahme von Schecks im Lande komplett abgeschafft.

Mittagspause ist üblicherweise 13.00-14.00 Uhr, das gilt auch für Behörden. In größeren Städten gibt es neben kleinen Läden auch große Supermärkte. Vor Touren empfiehlt es sich dort aufzustocken, die großen Ketten sind Checkers und Shoprite, wobei ersterer die bessere Auswahl hat. Fast alle Waren, die dort erhältlich sind, stammen aus Südafrika, auch Obst und Gemüse. In einigen Städten gibt es Souvenirstände in den Straßen, an denen Namibier selbstgefertigte Dinge anbieten. Die Gegenstände sind oft sehr kunstvoll und für deutsche Verhältnisse nicht teuer. Die gleichen Artikel sieht man z.T. auch auf dem internationalen Flughafen für einen erheblich höheren Preis. Allerdings erschweren die Betreiber der Stände das Bummeln oft, da sie sofort handeln wollen. Der Hinweis, man möchte lediglich Schauen, wird mit noch energischerem Handeln erwidert.

Mehrwertsteuerrückerstattungen für Touristen werden eher schleppend abgewickelt, zur Sicherheit eine zweite Kopie der Rechnung verlangen.

Der Alkoholverkauf in Supermärkten ist stark ein geschränkt. Nicht später als 19.00 Uhr an Wochentagen, oder Samstag nach 13.00 oder an Sonn- und Feiertagen. Wer trotzdem etwas braucht ist auf shebeens angewiesen – unlizenzierte Verkäufer vor allem in den Schwarzenvierteln.

Küche[Bearbeiten]

Ethno-Food in Namibia
Gekochte Mottenraupen.

Eine Tasse Kaffee oder ein Bier (mit Bedienung) kosten 2018 keinesfalls mehr als N$ 30, eine volle Mahlzeit maximal N$ 300, meist deutlich weniger.

In der namibischen Küche kann man grob zwischen drei Stilrichtungen unterscheiden:

  1. Südwesterküche. Als Südwesterküche bezeichnet man die Kochweise der Deutschen in Namibia. So gehört Schwarzwälderkirschtorte genauso zum Alltag wie Eisbein mit Sauerkraut. Auch andere Fleischgerichte, die etwas afrikanischer anmuten, tragen deutsche Namen (Oryx-Steak Baden-Baden, Zebra in Preiselbeer-Pfeffersauce mit Kroketten), deutsche Backwaren (z.B. Brötchen) sind in fast jeder Stadt zu finden, genauso allerlei Wurstspezialitäten und Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die ehemaligen Kolonisten pflegen ihre Küche und so ist sie bis heute im Land sehr verbreitet.
  2. Traditionelle afrikanische Küche. Zu diesem Bereich gehören Gerichte wie Mealie Pap (weißer Maisbrei), der mit verschiedenen Saucen serviert wird. Auch andere Gerichte haben den Weg ins Alltägliche gefunden: gegrillte Warzenschweinhaut oder Mopane-Raupen (werden gegrillt oder getrocknet). Jedoch werden solche Gerichte meist nicht in städtischen Restaurants serviert. Hier überwiegt noch die „weiße Küche.“
  3. Moderne namibische Rezepte. In den Jahren seit der Unabhängigkeit Namibias hat sich auch eine moderne Stilrichtung gebildet, die Südwesterküche mit afrikanischer Küche mischt und dazu noch südafrikanischen Einfluss aufweist. (z.B. Straußencarpaccio, Potjiekos.)

An der Küste findet man zudem auch noch viele Fischgerichte, die allerdings mehrheitlich weiße (deutsche) Einflüsse aufweisen.

In vielen Restaurants und Unterkünften gehört Antilopensteak zum Standardrepertoire. So sind Springbock-, Oryx- oder Kudusteak, das nach Wunsch unterschiedlich gebraten wird, sehr beliebt. Vereinzelt findet man auch Straußenfilet und Krokodilfleisch auf der Speisekarte.

Getränke[Bearbeiten]

Nambrew und Windhuk Beer ist die örtliche Brauerei, die ihre Enstehung auf den Felsenkellar [sic] zurückführt. Deren lokale Marken sind Hansa (diese Brauerei in Swakopmund wurde geschlossen), King Lager, das dünne Windhuk Draught u.a. Als Tochtergesellschaft vertreibt man auch Heineken und Erdinger sowie die südafrikanischen Stellenbrau, dazu etliche Softdrinks. Auch den Kleinbetrieb Camelthorn hat man aufgekauft, die Marke lebt als Weißbier weiter. Desert Lager wird von einer Kleinbrauerei hergestellt, die im Dez. 2018 ihren Betrieb aufnahm. Das bevorzugte Bier im Caprivzipfel ist Munati.

Omalodu-iilya ist ein fermentiertes Getränk hergestellt aus verschiedenen Hirsearten.

Amerula-Likör, ist ein auch in Südafrika populärer, sahniger Drink vor allem für Damen, der aus den Fürchten des Elephantenbaums hergestellt wird. (Dass Wildtiere von dessen gärenden Früchten betrunken werden ist ein “urban myth,” das sich hartnäckig hält.)

Bei Aussenkehr ist durch künstliche Bewässerung ein Weinbaugebiet angelegt worden, dessen Produkte vor allem nach Südafrika exportiert werden.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Nachtleben hat seit dem Rauchverbot 2014 und zunehmender social media-Nutzung nachgelassen.

Unterkunft[Bearbeiten]

In vielen Gegenden Namibias gibt es Campingplätze, die sicher die günstigste Übernachtungsmöglichkeit sind. Mehr als N$ 400 für 3 Personen, plus Fahrzeug wird man 2018 keinesfalls bezahlen. Fleisch und Holz zum Grillen (braai) wird vielfach vor Ort verkauft.
Es gibt staatliche und private Rastcamps, wobei letztere in der Regel sauberer und liebevoller gepflegt sind. In Nationalparks, z.B. im Fish River Canyon, im Sossusvlei oder im Etosha-Nationalpark hat man allerdings keine Wahl, man muss hier mit den weniger komfortablen staatlichen Campingplätzen vorlieb nehmen.

Eine günstige häusliche Unterkunft bieten sogenannte „Backpackers“ bei denen mehrere Leute ein Zimmer teilen. Die Preise liegen dabei bei N$ 200-300 pro Nacht (2018). Ebenfalls ist eine Übernachtung in so genannten Gästefarmen möglich, die Preise schwanken sehr stark je nach Ausstattung und Lage im Land. Die luxuriöseste Möglichkeit sind Lodges, die ebenfalls weit verbreitet sind. Zu den Gästefarmen und Lodges ist zu vermerken, dass diese meistens nur über eine beschränkte Anzahl Zimmer verfügen, deshalb ist es empfehlenswert vor Antritt der Reise eine Reservation vorzunehmen - wenn möglich einige Monate vor Reisebeginn.

In den Städten gibt es zahlreiche Pensionen und Hotels. Insgesamt hängen die Preise nicht nur vom Komfort, sondern vom Standort ab. So ist eine Unterkunft in der Nähe des Etosha Nationalparks oder nahe des Sossusvlei wesentlich teurer als in Regionen mit weniger touristischen Attraktionen.

Feiertage[Bearbeiten]

An staatlichen Feiertagen gibt es den 1. Jan.: Neujahr; 1. Mai: Tag der Arbeit; 4. Mai: Cassinga Day, hierbei wird der Bombardierung eines Flüchtlingslagers während des Bürgerkriegs gedacht; 25. Mai: Africa Day; 9. Juli: Verfassungstag; 26. Aug.: Hero's Day; 10. Dez.: Tag der Menschenrechte. Fällt einer Feiertag aufs Wochenende wird er Montag „nachgeholt.“
Dazu kommen die religiösen Feste: Karfreitag (19. April 2019), Ostermontag (22. April 2019), Christi Himmelfahrt (30. Mai 2019) und zwei Weihnachtsfeiertage, wobei man den 26. Dez. “Family Day” nennt.

Sicherheit[Bearbeiten]

Polizei (landesweit): ☎ 10111

Die im restlichen Afrika üblichen Schmiergeldforderungen der Polizei gegenüber Touristen kommen nicht vor.

„Die Zahl der Diebstahlsdelikte gegen Ausländer ist sowohl in Windhuk, als auch in der Provinz unvermindert hoch. Es kommt vermehrt zu bewaffneten Raubüberfällen, auch in Gästehäusern.“[2] Die Kriminalität in den Städten, insbesondere in Windhuk, darf nicht unterschätzt werden, so dass Touristen immer wieder geraten wird, dort bei Dunkelheit nicht auf die Straße zu gehen und für den Heimweg ein Taxi zu nehmen. Eine Fahrt kostet in der Regel unter zwei Euro. Das Straßenbild bestätigt das zumindest, die Wohnhäuser der wirtschaftlich mittleren und oberen Bevölkerungsschichten sind fast ausnahmslos umzäunt, meistens sogar von Mauern umgeben, auf denen zusätzlich Stacheldraht oder Elektrozäune angebracht sind. Wesentlich ist sicherlich auch die wirtschaftliche Abhängigkeit und Nähe zu Südafrika. Viele Versicherungsunternehmen, deren Hauptsitze in Südafrika liegen, adaptieren die verschärften Vertragsbedingungen aus Südafrika, so dass Elektrozäune praktisch vorgeschrieben sind.

Tagsüber besteht normalerweise keine Gefahr. Generell gilt wie auch für viele andere Reiseziele der Ratschlag, Wertgegenstände nicht auffällig zur Schau zu tragen. Jedoch gilt auch hier: gesunden Menschenverstand walten lassen. Die Hauptstraßen in der Nacht nicht verlassen, dann passiert nichts!

Homosexuelle Handlungen sind strafbar, werden aber nicht aktiv verfolgt. Drogendelikte werden streng bestraft, für Eigenbedarfsmengen sind 1-3 Jahre Haft üblich.

Seit 2014 gilt ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz, in öffentlich zugänglichen Gebäuden (inkl. Bars und Restaurants) und in zwei Metern Abstand zu entsprechenden Fenstern. Strafrahmen N$ 500 oder ein Monat Haft.

Gesundheit[Bearbeiten]

Leitungswasser kann nicht überall getrunken werden. Kein Problem ist es in Lüderitz. Im der Walsfischbucht gibt es z.B. am Yachtclub unterschiedliche Hähne für Trink- und Brauchwasser.

Bei der Einreise nach Namibia besteht keinerlei Impfzwang, zu empfehlen ist eine Impfung gegen Hepatitis A/B, die Variante E tritt im Norden auf. Tropenkrankheiten wie Gelbfieber oder Cholera kommen nicht vor, für die nördlichen Landesteile, Owambo und Caprivizipfel empfiehlt sich eine Malariaprophylaxe, auf jeden Fall ist in den Abendstunden ein Mückengel und Schutz durch entsprechende Kleidung notwendig. In einigen Landesteilen gibt es Tollwut, eine Impfung ist aber nur anzuraten, wenn man sich längere Zeit in diesen Gebieten aufhält. In dieser Region tritt auch gelegentlich Milzbrand auf. Aktuelle Empfehlungen zur Malariaprophylaxe und Impfempfehlungen für Namibia findet man auf Tropeninstitut.de

In den Landesteilen im äußersten Norden (z.B. Caprivi) herrscht ganzjährig Malaria- und Bilharziose-Gefahr (auch Schistosomiasis genannt). Letztere Krankheit wird durch kleine Saugwürmer, den Pärchenegeln (Schistosomen) verursacht, deren Larven von Süßwasserschnecken vor allem in stehenden Gewässer freigesetzt werden. Man infiziert sich durch Hautkontakt mit Süßwasser, wobei die Würmer durch die Haut in den Körper eindringen und sich über Blut- und Lymphgefäße in die Leber begeben. Von hier aus machen sich dann die erwachsenen Pärchenegel erneut via Blutbahn auf den Weg in die Lunge, die Harnblasenwand und das Gehirn.

AIDS ist in Namibia sehr stark verbreitet, die Rate liegt 2016 bis zu 17% der 15-49jährigen, höher im Norden des Landes und Prostituierten.

Das Rettungswesen ist in Namibia wenig ausgebaut, was wohl mit den erheblichen Entfernungen und der dünnen Besiedelung zusammenhängt. Ein dichtes Netz von Notarzteinsatzfahrzeugen und Rettungswagen wie in Europa gibt es nicht. Die privaten Krankenhäuser der großen Städte haben Weltniveau, außerhalb gibt es bestenfalls Sanitätsstützpunkte. Bei schweren Notfällen kommt ein in Windhuk stationierter großer Rettungshubschrauber (der 2012 für das ganze Land zuständig ist), sofern der Notfall zwischen ca. 8.00 Uhr und 15.00 Uhr stattfindet - der Hubschrauber muss noch bei Tageslicht eines der großen Krankenhäuser erreichen können.Überlandfahrten bei Dunkelheit, noch dazu auf Schotterpisten, sind akut lebensgefährlich und daher tunlichst zu unterlassen.

Schlangenbisse stellen eine ernstzunehmende Gefahr dar, zum einen wegen der extrem langen Wege zur nächsten Rettungsstation, zum anderen, weil die Dutzende von Schlangenarten vom Touristen nicht auseinandergehalten werden können. Damit ist der Einsatz von speziellen Antiseren nicht möglich und wird in der Regel gar nicht erst versucht, so dass sich auch in gut ausgerüsteten Kliniken die Behandlung auf symptomatische Maßnahmen erstreckt: Infusionen, medikamentöse Kreislaufstützung, ggf. Dialyse, Beatmung usw.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramme Südwestafrikas
Keetmanshoop.

Klima in Windhuk: Ganzes Jahr gute Reisebedingungen, trockenes Klima; Hochsommer zwischen Dezember und März; Winter zwischen Mai und August, in diesen Monaten regnet es nicht.

Es kann in der Wüste nachts sehr kalt werden, eine Jacke oder guten Pullover mitzunehmen ist unerlässlich.

Respekt[Bearbeiten]

Bei Portrait-Fotografien von Menschen sollte grundsätzlich vorher um Erlaubnis gefragt werden, gelegentlich wird ein Obolus verlangt. Allerdings sollte man auch nicht ungefragt Geld aufdrängen. Das gilt insbesondere für das Volk der Herero, bei denen die Frauen, die sehr auffällig ihre Trachten präsentieren, deutlich im Straßenbild zu erkennen sind.

Die Menschen sind sehr stolz auf sich und ihr Land. Wenn man die Nationalhymne hört, sollte man in jedem Fall aufstehen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Staub kann ein Problem sein. Ein Arafat-Tuch um den Kopf schützt zugleich vor sengender Sonne und Staub. Wer z.B. hochwertige Kameras mitnimmt, sollte entsprechende Gerätschaften zur Reinigung mitbringen.

Der Postdienst funktioniert zwischen Städten gut, Zustellung erfolgt normalerweise innerhalb zweier Werktage. Luftpostbriefe nach Europa kosten 2019 N$ 9,60 pro 10 Gramm (Gebührenübersicht, gültig bis 30.10.19).

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Die Vorwahl für Namibia ist +264. Die zwei Mobilfunkanbieter in Namibia heißen Mobile Telecommunications Limited (MTC) und TN Mobile, wobei MTC flächendeckender aufgestellt und verbreiteter ist. Deren Starterpack Traveller kostet (2018) N$ 19,95, davon N$ 19,00 Guthaben. Teurer sind die Aweh-Pakete mit relativ geringem, zubuchbarem Datenvolumen. Es kann sehr viel günstiger sein Datenvolumen per SMS zuzukaufen, als Karten zu erwerben. Auslandsgespräche sind ebenfalls zubuchbar, 30-Minuten-Pakete nach China oder Europa z.B. N$ 95.

Das Mobilfunknetz ist vor allem in den Städten und entlang der Hauptrouten verfügbar. Auf dem Land, wo GSM auch 2019 noch Standard ist, endet der Empfang spätestens 30 km von der nächsten Ortschaft. Einige Autovermietungen bieten auch Satellitentelefone an, die jedoch sehr teuer und nur für besondere Zwecke notwendig sind.

Aufgrund der hohen Roaming-Gebühren der europäischen Mobilfunk-Anbieter ist der Kauf einer namibischen Prepaid-SIM-Karte vor Ort sinnvoll. Diese gibt es z.B. auf dem Flughafen von Windhuk im Ankunftsterminal, sie heißen in Namibia “air-time”-Karten.

Nur in größeren Städten gibt es Internet-Cafés. Man darf aber keine Geschwindigkeitswunder erwarten, Ende 2017 lag die landesweite Downloadgeschwindigkeit bei ø 12,5 MBits. DSL gibt es inzwischen, Paratus hat in Windhuk mit dem Ausbau von 100 MBit-Leitungen begonnen. TelecomNA wollte die Anschlussqoute von 31% (2017) durch Abschaffung aller Anschlussgebühren erhöhen.

Jagdsafaris[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche private Anbieter, die in speziellen game reserves Jagdsafaris planen. Diese sind nur in Begleitung eines eines einheimischen zugelassenen Betreuers erlaubt. Der Veranstalter kümmert sich auch um Jagdscheine und die tierabhängigen Abschussgebühren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henno, Martin; Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste; Hamburg 1996 (Albera); ISBN 3931567257; [Das Buch handelt von den zwei deutschen Geologen Henno Martin und Hermann Korn, die sich während des Zweiten Weltkriegs zweieinhalb Jahre in der Pränamib um den Kuisebcanyon versteckt hielten, um südafrikanischer Internierung zu entgehen (Chronologie)
  • Humphreys, Sarah; Rough Guide to Namibia; 2017
  • Köthe, Friedrich; Schetar, Daniela; Namibia: das komplette Handbuch für individuelles Reisen in allen Regionen Namibias - auch abseits der Hauptreiserouten; Markgröningen 82015; ISBN 9783896626066
  • Lange, Daniel; Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille: die polizeiliche Beobachtereinheit der DDR in Namibia (1989/90); Schkeuditz 2011 (Schkeuditzer Buchverlag); ISBN 9783935530866
  • Melber, Henning [Hrsg.]; Katutura: Alltag im Ghetto; Bonn 1988 (Informationsstelle Südl. Afrika); ISBN 3921614260; [engl. Orig.: Katutura revisited]; Beschreibt die Lebensbedingungen der eingeborenen Bevölkerung in Windhuk zur Zeit der südafrikanischen Veraltung.
  • Melber, Henning; Namibia: gesellschaftspolitische Erkundungen seit der Unabhängigkeit; Frankfurt 2015 (Brandes & Apsel); ISBN 9783955581091
  • Misihairabgwia, Jane; Cheikhyoussef, Ahmad; Traditional fermented foods and beverages of Namibia; Journal of Ethnic Foods; Vol. 4 (2017), Iss. 3, S. 145-153
  • Ndengu, Esther; Ndengu, Gabriel; Sprachführer Oshiwambo - Wort für Wort; 2017
  • Nuhn, Walter; Auf verlorenem Posten: Deutsch-Südwestafrika im Ersten Weltkrieg; Windhuk ²2015 (Gondwana Collection); ISBN 9789991689661
  • Poser, Fabian von; Namibia verstehen; Seefeld 2018 (Studienkreis für Tourismus und Entwicklung)
  • Reiseatlas Südafrika Namibia, Botsuana; München 2016 (Kunth); ISBN 9783955042608 [2 Ballungsraumkarten, 10 Citypläne, 9 detaillierte Nationalpark-Karten]
  • Schetar, Daniela; Safari - Namibia exklusiv; München 2017 (Kunth); ISBN 9783955044220; [Bildband]
Landkarten
  • Autokarte Namibia: travel informations, city plans, national parks = Road map Namibia = Carte routier̀e Namibia; Wien [2001], 1:2,4 Mio., mehrfarb.; 63 ⨉ 64 cm, gefaltet (Mit 3 Nebenkt. u. 4 Stadtpl. auf Vorder- bzw. Rücks.; Legende dt., engl.); ISBN 3850842401
  • Directorate of Survey and Mapping; Namibia; 1:100000, 87 Kartenblätter je 50 ⨉ 50 cm
  • Namibia, Botsuana: Gaborone - Johannesburg - Windhuk; München 2017 (Kunth), 1:1,5 Mio.; 95 ⨉ 128 cm, gefaltet im Umschlag 26 ⨉ 13 cm, mit 8 Nebenkarten; ISBN 9783955045784

Weblinks[Bearbeiten]

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