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Madagaskar

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Madagaskar ist ein Inselstaat im indischen Ozean und zählt zu Ostafrika.

Hintergrund[Bearbeiten]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Aufgrund der Insellage hat Madagaskar eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt mit zahlreichen endemischen Arten. So kommen wildlebende Lemuren nur auf Madagaskar und den Komoren, einige Unterarten wie der Braune Maki (brown oder true lemur) ausschließlich auf Madagaskar vor. Im Gegenzug fehlen andere, zum Teil weit verbreitete Tierarten wie die Vipern völlig.

Regionen[Bearbeiten]

Die Insel Madagaskar war eingeteilt in 6 Provinzen. Sie setzen sich zusammen aus 22 Regionen, die wiederum aus 119 Distrikten bestehen.

Karte von Madagaskar
In dieser Provinz im Zentrum der Insel liegt die Hauptstadt. In ihrer Umgebung gibt es mehrere Schutzgebiete für Lemuren. Sehenswert auch der ehemalige Königspalast und der Ambohimanga oder genannte Königshügel.
Nördlichste Provinz der Insel, gehobene Ressorts
Feuchtgebiete und einige schwer zugängliche Orte, die nur mit einem Privatflugzeug oder einem Boot erreicht werden können.
Einst üppig grüne Wälder voller Leben, sichtbare Spuren der Abholzung und Monokulturen wie Kaffee, Kakao, Litschi und Vanille
Trockenste Region der Insel mit einer großen Anzahl von Lemuren, Echsen, Vögeln und Insekten.

Städte[Bearbeiten]

  • Antananarivo - Hauptstadt
  • Morondava - Die Küstenstadt Morondava liegt im Westen Madagaskars, direkt am Kanal von Mosambik. Es handelt sich um eine der touristisch etwas besser erschlossenen Städte in Madagaskar, was aber nicht bedeutet, hier auf viele Touristen zu stoßen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Dafür gibt es aber einige gute Möglichkeiten zum Übernachten oder Essen zu gehen. Der Strand von Morondava ist breit, lang und sauber. Er fällt flach ins Meer ab und ist daher durch den meistens milden Wellengang auch für Kinder (unter Aufsicht) geeignet. Tauchen ist vor Morondava aufgrund der fehlenden Riffe nicht gut möglich, aber mehrere Anbieter bieten Mehrtagestouren mit dem Boot (Motor- oder Segelboot) nach Belo sur mer an, wo Tauchen aufgrund ausgedehnter Korallenriffe gut möglich ist. Viele bekannte Sehenswürdigkeiten Madagaskars liegen innerhalb der Distanz eines Tagesausflugs von Morondava (Allee der Baobabs, Trockenwald Kirindy, Belo sur mer) oder sind innerhalb von ein- bis zweitägien Touren zu erreichen (z.B. das UNESCO Weltnaturerbe Tsingy de Bemaraha). In Morondava gibt es mehrere Anbieter von Touren zu diesen Sehenswürdigkeiten. Daher eignet sich Morondava als Stützpunkt für die Erkundung.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Nosy Be stellt das Haupttouristenzentrum dar und begeistert durch Strände mit weißem Sand und einer reichen Unterwasserwelt.
  • Nosy Boraha (Ile St. Marie), an der Nordostküste Madagaskars gelegen, ist ein ehemaliges Rückzuggebiet von Piraten. Davon zeugt ein alter Piratenfriedhof in einem Vorsprung in der Bucht im Westen der Insel. An der Westküste wohnt die Bevölkerung und hier findet man die meisten Hotelanlagen. Im Spätsommer können Wale sehr gut beobachtet werden. Die leeren und durch ein Riff geschützten Sandstrände an der fast unbesiedelte Ostküste können mit einem Boot erreicht werden oder durch eine Wanderung und Übersetzen einer Brackwasserlagune mit Mangrovenwald.


Anreise[Bearbeiten]

Für die Einreise ist ein Visum nötig. Dieses ist entweder bei der Botschaft von Madagaskar oder am Flughafen erhältlich.
Auf Grund einer Sonderregelung zur Tourismusförderung werden z.Zt. bei der Botschaft 30-Tage-Touristenvisa kostenlos erteilt. Auch am Flughafen ist ein Visum erhältlich, allerdings berichten viele Reisende, dass hier entgegen offizieller Regularien Gebühren erhoben wurden.

Es gibt eine e-Visums-Website, deren Erteilung ab dem zweiten Halbjahr 2018 möglich werden soll. An Gebühren werden € 35 für einen Monat Aufenthalt fällig.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Von Deutschland gibt es zur Zeit keine Direktverbindung nach Madagaskar.

Mit Air France kann man von verschiedenen Flughäfen Deutschlands mit Umsteigen in Paris Charles de Gaulle (CDG) oder Orly nach Antananarivo fliegen.

Die madagassische Fluggesellschaft Air Madagascar fliegt von Paris nach Antananarivo. Bei wenigen Flügen wird in Nosy Be zwischengelandet.

Regelmäßige Flugverbindungen gibt es noch von Mauritius, La Reunion, Südafrika, Kenia, Komoren,Thailand und der Türkei.

Bei Ankunft und bei Abflug ist es notwendig, Informationen zur Person in schriftlicher Form abzugeben. Dazu werden jeweils entsprechende Zettel verteilt.

Bei Abflug wird keine Ausreisesteuer (Departure Tax) erhoben.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Madagaskar wird hin und wieder von Kreuzfahrtschiffen angefahren, die aber oft nur für kurze Zeit anlegen und dann meistens in Fort Dauphin im Süden. Eine weitere Möglichkeit besteht (eventuell) mit Containerschiffen, die in Madagaskar überwiegend die Hafenstadt Toamasina regelmäßig anfahren. Allerdings sollten hierfür einige Wochen eingeplant werden. Ansonsten gibt es keine planmäßigen Schiffsverbindungen nach Madagaskar.

Mobilität[Bearbeiten]

Es gibt keine richtigen öffentlichen Verkehrsmittel auf Madagaskar. Eine Art sich fortzubewegen sind Taxi-Busse. Sie fahren von Ort zu Ort auf der Insel, bieten allerdings eine Menge Nachteile. Ein Taxi-Bus fährt erst dann los, wenn er voll besetzt wurde, was eigentlich überbesetzt heißt. Eine Sitzreihe ist meistens für 3 Personen ausgelegt, wird aber mit 4 bis 5 Personen besetzt. Die Fahrzeuge an sich sind des öfteren auch nicht mehr wirklich verkehrstüchtig und stellen somit eine Gefahr dar. Es ist auch keine Seltenheit, dass man sich seine Sitzreihe mit Hühnern teilen muss. Und auch die Fahrten im Taxi-Bus können schon mal 10 oder sogar 13 Stunden dauern, da auch hier nie durchgefahren wird, sondern des öfteren Stopps eingelegt werden und die Durchschnittsgeschwindigkeit etwa 50km/h beträgt. Dazu muss man bedenken, dass man während dieser ganzen Zeit auf engstem Raum zusammengepfercht sitzt und meistens noch laut dröhnende Musik aus den Autolautsprechern ertragen muss. Natürlich sind Taxi-Busse immer noch die einfachste Art, sich auf Madagaskar fortzubewegen, es wird allerdings dringend davon abgeraten, nachts zu fahren, weil die Fahrer dann jegliche Sicherheitsmaßnahmen außer Acht lassen. Am Besten leistet man sich einen Mietwagen. So kann man selbst bestimmen, wann man wohin fährt und wie oft man Stopps einlegen möchte.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Die Bahnstrecke führt über die Landebahn des Flugplatzes von Manakara.
Der Schienenbus der Art Micheline in Fianarantsoa (2013) wird nur zur Touristencharter genutzt.

Es gibt zwei Bahnstrecken mit Personenverkehr.

Im Süden

Einen Tag hin, den anderen zurück (nicht Montag) verkehrt auf der Fianarantsoa-Côte Est-Strecke ein Personenzug zwischen den Orten Fianarantsoa und Manakara. Die Entfernung zwischen diesen Orten beläuft sich auf 163 km. Der Zug benötigt nach Manakara etwa neun Stunden und in die Gegenrichtung, da es bergauf geht, etwa zwölf Stunden – wenn man Pech hat kann es auch doppelt so lange dauern. Ein Platz in der 2. Klasse kostet 16.000 Ariary, ein Platz in der 1. Klasse 40000 Ariary. Die Beinfreiheit ist jedoch überall sehr begrenzt. Außerdem legt der Zug an jedem Bahnhof längere Pausen ein, damit die Ortsanwohner am Zug ihre Waren feil bieten können. Zu den Waren, die angeboten werden, gehören selbstgemachte Ketten, getrocknete Vanille und Lebensmittel aller Art wie Bananen, Brot, Fleischbällchen etc.

Im Norden

Nach der Privatisierung hat Madarail den Personenverkehr wieder aufgenommen (Stand 2018):

  • Moramanga – Toamasina. Montags hin, Dienstag zurück; nur 2. Klasse, 10000 Ar.
  • Moramanga - Ambila. Donnerstag Nachmittag hin, Freitag Früh zurück.
  • Moramanga – Ambatondrazaka (142 km). Mittwoch und Samstag hin, Donnerstag und Sonntag retour; 1. Kl. 12000-14000, 2. Kl. 9000 Ar.

Fahrkarten werden in größeren Bahnhöfen erst eine Stunde vor Abfahrt verkauft, auf kleineren Halten nur eine Viertelstunde vorher.

Es gibt auch einen touristischen Trans Lémurie Express mit der Classe Palissandre von Antananarivo entweder nach Antsirabe oder Toamasina sowie Sonderfahrten mit der Micheline „Viko-Viko.“

Sprache[Bearbeiten]

Die Landessprachen sind Madagassisch und Französisch. Die Sprache der Einheimischen wird im Land Malagasy genannt. Sie wird in zahlreichen Dialekten gesprochen. Englisch wird nur in den größeren Städten gesprochen und auch dort nur von wenigen Menschen. Französischkenntnisse sind von Vorteil. Im Hinterland, z.B. in kleinen Dörfern, wird selbst Französisch oft nicht mehr verstanden. Hier empfiehlt es sich, einen einheimischen Reiseleiter zu haben, der als Dolmetscher fungieren kann.

Kaufen[Bearbeiten]

Die madagassische Währung ist der Ariary. 10.000 Ariary entsprechen ca. 2,87 Euro bzw. 3,11 sFr. 1 Euro entspricht ca. 3.478 Ariary und 1 sFr entspricht ca. 3.214 Ariary (Stand Oktober 2015).

Als weitere Währung kann in Madagaskar der Euro angesehen werden, der von vielen Händlern akzeptiert wird. Allerdings bekommt man meistens weniger für seine Euros als mit Ariary und erhält sein Wechselgeld in Ariary, daher empfiehlt sich das Geldwechseln bei offiziellen Wechselstuben. Ein Rücktausch von Ariary in Euro in seit Kurzem offiziell möglich, allerdings zu einem vergleichsweise schlechten Kurs.

Umtausch von Geld sollte nicht auf dem Schwarzmarkt erfolgen, sondern nur in zugelassenen Wechselstuben. Die Umtauschbescheinigungen sollten aufgehoben werden, da eventuell bei der Ausreise danach verlangt wird. Meistens erhält man auch in offiziellen Büros einen sehr fairen Kurs.

Ariary sollten nicht ausgeführt werden, allerdings sind die Regelungen nicht mehr so strikt wie in der Vergangenheit.

Geldautomaten sind nach letztem Wissensstand (Mai 2012) mittlerweile - neben der Hauptstadt - auch in größeren Städten (z.B. Morondava oder Antsirabe) vorhanden. Viele Banken bieten diesen Service nun an. Auch am Flughafen von Antananarivo gibt es jetzt einen Geldautomaten. An diesen Automaten kann mit VISA-Card Geld abgehoben werden. Das funktioniert im Regelfall problemlos. Wer Geld mit Traveller-Cheques abheben will, sollte seine Quittungen vom Kauf derselben aufbewahren, da die Banken sonst keine Reiseschecks annehmen. In kleineren Orten kann das Abheben von Geld - auch mit VISA- oder Amex-Karte - eventuell schwierig werden, daher sollte man immer eine größere Menge Bargeld (am besten in Euro) zum Tauschen dabei haben. Andere Währungen (auch Dollar oder sFr) werden oftmals nicht akzeptiert.

Auf den lokalen Märkten (insbesondere auch beim Souvenirkauf) ist Handeln üblich, sollte aber nicht übertrieben werden. Die angebotenen Waren sind im Regelfall schon vergleichsweise preiswert und man muss die Bevölkerung ja nicht noch zusätzlich um den eh schon kargen Lohn bringen. Ganz aufs Handeln verzichten ist aber auch nicht gut, da sonst eventuell die Preise schnell explodieren könnten.

Küche[Bearbeiten]

In den Restaurants gibt es die Speise- und Getränkekarten oft in französischer Sprache, in den letzten Jahren aber vermehrt auch in Englisch. Ein wenig kulinarisches Französisch sollte man beherrschen, um keine böse Überraschung zu erleben. Der zunehmende Tourismus führt dazu, dass immer mehr Menschen in dieser Branche zumindest ein wenig Englisch sprechen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Je nachdem, wo man sich in Madagaskar befindet, gibt es wenig oder kein Nachtleben. In der Hauptstadt Antananarivo ist es selbstverständlich kein Problem, in eine Disco oder Kneipe zu gehen. In kleineren Orten allerdings gibt es für gewöhnlich nicht einmal nächtliche Strassenbeleuchtung und auch meistens keine Nachtclubs irgendeiner Art. Da es auf Madagaskar sehr früh dunkel wird (zwischen 17:00 und 18:00 Uhr), sind die Möglichkeiten in kleineren Ortschaften dann sehr begrenzt. Natürlich hat man eigentlich immer die Möglichkeit, sich ein Restaurant oder ähnliches zu suchen, um etwas zu trinken. Es ist jedoch zu bedenken, dass Alkohol auf Madagaskar nicht gerade billig ist. Einzige Ausnahme ist hier die lokale Biermarke THB, die nur wenig teurer als ein Softdrink ist.

In vielen etwas grösseren Ortschaften finden sich oft erstaunlich viele Karaoke-Bars. Da naturgemäß viele Lieder im Repertoire der Karaoke-Bars auf Madagassisch oder Französisch sind, kann es mit dem Mitsingen allerdings gelegentlich schwieriger werden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstige Übernachtungen sind überall entlang der Hauptverkehrsachsen in den Hotely Gasy (sprich Hotelgasch) möglich. Für 2-10 Euro bekommt man ein (sehr) einfaches Zimmer. In den Städten und größeren Ortschaften gibt es auch komfortablere Hotels (bis max. 3 Sterne). Drei-Sterne-Hotels mit sehr annehmbaren Standard sind bereits für 20-30 Euro zu haben, allerdings liegen die Standards in der Regel unter den europäischen. Für madagassische Verhältnisse bietet ein 3-Sterne-Haus aber sehr guten Komfort mit sauberen Zimmern und gutem Service, sowie häufig auch ein Restaurant. Insbesondere in den kleineren Ortschaften sollte man Fernseher, Telefon und Internet im Zimmer nicht unbedingt erwarten. Dafür gibt es vielerorts geschmackvoll eingerichtete, mit lokalen Materialien gebaute Anlagen mit kleinen Bungalows, die ein tolles Flair besitzen (z.B. die Isalo Ranch im gleichnamigen Isalo Gebirge, das Hotel Chez Maggie in Morondava oder auch die Eulophiella Lodge in Andasibe/ Perinet).

Gesundheit[Bearbeiten]

Impfungen: Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Auffrischung der auch in Deutschland empfohlenen Impfungen, also Polio, Tetanus und Diphtherie. Des Weiteren sollten eine Hepatitis A und eine Typhus Impfung in Betracht gezogen werden. Hepatitis B ist dann empfehlenswert, wenn man sich länger im Land aufhält, viel Überland unterwegs ist oder engen Kontakt zur Bevölkerung hat. In diesem Fall ist eine Hepatis A/ B Kombinationsimpfung die beste Wahl. Tollwut ist eventuell notwendig, wenn man sich im „Outback“ aufhält und dort Kontakt mit Tieren wahrscheinlich ist. Ärztliche Hilfe und eine Behandlung mit Immunglobulinen im Falle eines Bisses ist nämlich dann aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig möglich. Eine Gelbfieberimpfung ist nur notwendig, wenn man aus einem Gelbfieberland einreist, z.B. Kenia. Dann wird sie allerdings bei der Einreise verlangt und muss nachgewiesen werden.

Malaria: Wie in vielen tropischen und subtropischen Ländern gibt es leider auch in Madagaskar eine Malaria-Problematik. In den Wintermonaten von April bis Oktober sind im Hochland (u.a. in der Hauptstadt Tana) nur wenige bis keine Anopheles-Mücken anzutreffen. Im Flachland, im Urwald und an den Küsten ist allerdings ganzjährig ein erhöhtes Malaria-Risiko vorhanden. In Madagaskar wird fast ausschließlich „Plasmodium Falciparum“, also der Erreger der gefährlicheren „Malaria tropica“ übertragen. Leider bestehen weitgehende Resistenzen gegen die „preiswerteren“ Prophylaxe-Medikamente (z.B. Chloroquin). So ist man entweder darauf angewiesen, vergleichsweise teure Medikamente einzunehmen (z.B. Mefloquin oder Malarone) oder aber sich nur bestmöglich gegen Mückenstiche zu schützen (Repellent, geeignete Kleidung, Malarianetz) und eine entsprechende Medikation für die Notfall-Therapie mitzuführen. Ein neues Medikament, welches den Wirkstoff Artemisinin enthält, ist leider noch nicht so ohne weiteres erhältlich, ihm wird aber eine hohe prophylaktische Wirkung bei geringen Nebenwirkungen nachgesagt.

Ärztliche Versorgung: In größeren Städten und vor allem natürlich in der Hauptstadt Tana ist eine durchaus annehmbare medizinische Versorgung vorhanden, die trotzdem nicht ganz mit den hohen apparativen und diagnostischen Standards zu vergleichen ist, die man aus Europa kennt. Insbesondere in kleineren Städten und Dörfern kann die Versorgung mit Medikamenten oder ärztlicher Hilfe sehr problematisch werden. Hier sollte man im Vorfeld die wichtigsten Krankheitsbilder in Erwägung ziehen (z.B. Durchfall, Erbrechen, Entzündungen, Malaria etc.) und eine eigene „Hausapotheke“ mitführen.

Trinkwasser: Wie in vielen warmen Regionen der Erde, empfiehlt es sich nicht, Wasser aus der Leitung zu trinken. Ob selbst das Zähneputzen mit diesem Wasser bereits zuviel ist, wird diskutiert, hier kann jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Will man auf Nummer sicher gehen, ist in jedem Fall die Benutzung von industriell in Flaschen abgefülltem Wasser zu empfehlen.

Baden: Aufgrund der Bilharziose-Belastung vieler Süßgewässer ist das Baden nicht zu empfehlen. Ausnahmen können eventuell schnell fließende Gewässer (auch mit trübem Wasser), also z.B. viele Flüsse oder aber ausgesprochen klare Gewässer sein. Hier kann die als Wirt für die Zerkarien fungierende Schnecke nämlich nicht überleben. Wer sicher gehen will, begibt sich entweder gar nicht ins Wasser oder aber nur kurz und trocknet sich anschließend zügig und gründlich ab, dann hat der Erreger nicht genügend Zeit, sich durch die Haut zu bohren.

Pest[Bearbeiten]

Madagaskar gehört zu den Regionen der Welt, in der es auch heute immer wieder zu Pestausbrüchen kommt. Die Epidemien treten jährlich vor allem zwischen September und April auf.[1]

Betroffen ist vor allem der Norden der Insel, übertragen wird das gefährliche Bakterium "Yersinia pestis" vom Pestfloh (Xenopsylla cheopis), welcher sich im Fell von Nagetieren vor allem bei Ratten aber auch bei Katzen aufhält. Als eine der Ursachen für die Pestepidemien gilt die unkontrollierte Abholzung der Wälder, welche die Ratten in die Siedlungen und Häuser treibt wo sie die Bewohner infizieren.

Die Symptome für den Ausbruch der Pest sind Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen Benommenheit und später auch Bewusstseinsstörungen. Sie treten einige Stunden bis wenige Tage nach der Ansteckung auf. Im weiteren Verlauf der Erkrankung unterscheidet man dann zwischen der Beulenpest (Bubonenpest) und der gefährlicheren Lungenpest.

Behandelt wird die Pest mit einer zehntägige Antibiotikatherapie, vorzugsweise mit Streptomycin. Äußerst wichtig ist die frühzeitige Erkennung, wegen der hohen Ansteckungsgefahr sollten Erkrankte umgehend isoliert und Kontaktpersonen vorbeugend antibiotisch mitbehandelt werden. Ohne eine Behandlung verläuft die Krankheit fast immer tödlich, mit einer Antibiotikatherapie reduziert sich die Sterblichkeit auf 15 Prozent (WHO).In Madagaskar wurden allerdings in der Vergangenheit auch gegen Antibiotika resistente Stämme des Pesterregers festgestellt[1].

Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation in der jüngsten Vergangenheit über eine besorgniserregende Entwicklung der Krankheit in Madagaskar berichtet[1], git das Riskio, als Tourist an der Pest zu erkranken, als gering. Bei einem möglichen Kontakt mit Nagetieren (Jagdurlaub) sollten Abwehrstoffe gegen Flöhe (Repellents) mitgeführt und genutzt werden.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima Madagaskars ist tropischen und durch den Südäquatorialstromes beeinflusst. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 25 °C. Die Temperaturen liegen allerdings an den Küsten höher als im Hochland im Landesinneren, wo bis unter den Gefrierpunkt sinken können. Sommer und Winter entsprechen der tropischen Regen- und Trockenzeit. Die Niederschlagsverteilung verläuft von Ost nach Südwest und nimmt dabei stetig ab. An der Westküste sind 500 mm / Jahr möglich, während an der Ostküste Mengen bis 4000 mm / Jahr auftreten können.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Kleine Internetcafés gibt es überall. Die Verbindungen sind stabil und schnell. Es wird auch WLAN angeboten. Die Preise für die Benutzung sind sehr niedrig. Öffentliche Telefonzellen gibt es in größeren Orten. Prepaid-Karten zum Mobiltelefonieren (national, international) kann man überall kaufen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Stadelmann: Reise durch Madagaskar. Stürtz Verlag, 2014 (2. aktualisierte. Auflage), ISBN 9783800342167, S. 136. Foto- und Textband

Weblinks[Bearbeiten]


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