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Nigeria

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Nigeria liegt in Westafrika und ist das bevölkerungsreichste Land des Kontinents. Angrenzende Länder sind Benin, Niger, der Tschad und Kamerun.

Regionen[Bearbeiten]

Sechzig Prozent der Nigerianer leben in Armut. Die Karte von 2016 zeigt, daß besonders die von unkontrolliertem Bevölkerungswachstum geplagten, islamisch geprägten, sahelnahen Provinzen arm sind. Dies sind auch die von Aufständischen heimgesuchten Regionen, von deren Besuch allgemein abgeraten wird.

Es gibt eine klare Nord-Süd-Trennung. In den in die Sahelzone hineinreichenden Provinzen dominieren muslimische Volksgruppen. Der Süden ist christlich und wohlhabender.

Städte[Bearbeiten]

  • Abuja - geplante Hauptstadt, seit 1991
  • 1 Benin City (6° 20′ 0″ N 5° 37′ 20″ O) früher Hauptstadt des Königreichs (15. Jhdt.-1897), heute Verwaltungssitz des Bundesstaates Edo. Die 160 km erhaltenen Erdwälle sind Teil des Welterbes.
  • Kano, mit 14 km antiker Stadtmauer
  • Lagos - größte Stadt
  • Owerri (Owèrrè) - Imo State
  • Port Harcourt - die Stadt im Osten mit den meisten Europäern. Auf die Lage zu den Öl-Depots zurückzuführen.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

2 Sukur (10° 44′ 26″ N 13° 34′ 19″ O) Welterbestätte nahe der Grenze zu Kamerun. Eisenzeitliche Siedlungsreste.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Nationalparks in Nigeria.

Seit 2010 besteht der Nigeria National Park Service (NNPS) als aufsichtführende Behörde, die auch an der touristischen Entwicklung, in Form hochpreisigen Ecotourism, beteiligt ist. Angesichts korrupter Verwaltung und Geschäftemacherei ist die Behörde aber eher Ursache als Lösung bezüglich Fragen des Schutzes. Wilderei und illegaler Holzeinschlag bedrohen die Bestände.

Als erster Nationalpark wurde 1979 1 Kainji National Park (10° 22′ 6″ N 4° 33′ 17″ O) ausgewiesen. Zusammen mit dem 2 Yankari National Park (9° 45′ 16″ N 10° 30′ 37″ O) handelt es sich auch um Löwenschutzgebiete.

3 Gashaka Gumti National Park (6° 55′ 0″ N 11° 13′ 0″ O). Der nördliche Teil des insgesamt 6400 km² großen Parks ist Savanne, der südliche hüglig. Das zum Weltnaturerbe zählende Gebiet an der Grenze zu Kamerun weist einen ungewöhnlichen Tier- und Pflanzenreichtum auf.

Meerkatzenverwandte, die stark gefährdeten Drills (Mandrillus leucophaeus) werden, ebenso wie verwaiste Schimpansen, in der Aufzuchtstation Drill Ranch gezüchtet und ausgewildert im 4 Afi Mountain Wildlife Sanctuary (6° 17′ 58″ N 8° 59′ 32″ O). Der 5 Kindergarten“ für Jungtiere (4° 58′ 57″ N 8° 20′ 38″ O) „ ist direkt in der Stadt Calabar. (Spendefreudige) Besucher sind willkommen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Jedermann, der nicht Staatsangehöriger der ECOWAS-Mitglieder ist, benötigt zur Einreise ein Visum. Nur in begründeten Fällen erhalten Geschäftsreisende ein Visa on arrival, für das mindestens zwei Tage im voraus ein Genehmigungsschreiben einzuholen ist.
Die Antragsgebühren werden zentral in US$ festgesetzt sind jedoch in Abhängigkeit der Staatsangehörigkeit höchst unterschiedlich (Tabelle). Für die meisten mitteleuropäischen Touristen wurden im Sommer 2018 US$ 88 für einmalige, 110 für mehrmalige Einreise verlangt.

Ein Visum erhält man bei der Konsularabteilung einer nigerianischen Botschaft. Bei der ersten Einreise bzw. der ersten Ausstellung eines Reisevisums ist es wahrscheinlich, in der nigerianischen Botschaft vorsprechen zu müssen, um das Visum zu erhalten. Dabei werden für gewöhnliche mehrere Fragen über den Hintergrund und den Grund der Einreise gestellt. Außerdem können andere Beschränkungen gelten, z.B. daß eine Einladung von einem nigerianischen Staatsbürger mit dauerhaftem Wohnsitz in Nigeria benötigt wird.

Zwar sind Einreisesichtvermerke drei Monate gültig, bei Ankunft wird normalerweise nur eine vierwöchige Aufenthaltserlaubnis erteilt, die dann beim Immigration Service, z.B. in Lagos zu verlängern ist (Gebühr: bis 57-90 Tage US$ 200, bis 180 Tage US$ 1000; Stand 2015). Erhältlich sind sie in Mitteleuropa:

Zollbestimmungen[Bearbeiten]

Die Landeswährung Naira (₦) darf bis 5000 ein- oder ausgeführt werden. Barbeträge über US$ 5000 und Juwelen sind anmeldepflichtig.

Fleisch und die meisten anderen Lebensmittel dürfen nicht eingeführt werden.

Freimengen

Über 18 Jahre:

  • 200 Zigaretten (Inlandpreis pro Schachtel 2018: 250-500 ₦) oder 50 Zigarren oder 200$ g Tabak
  • 1 Flasche Wein und 1 Flasche Schnaps

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Aus Mitteleuropa gelangt man nach Lagos oder Abuja mit allen größeren Fluggesellschaften, teilweise mit Umsteigeverbindungen. Auch Port Harcourt wird international, vor allem aus Afrika, angeflogen. Die Flughäfen des Landes entsprechen sämtlich nicht internationalen Standards. Das gilt sowohl für die Aufenthaltsbereiche, Verhalten der Bediensteten als auch Check-in.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

„Von Busreisen im Land wird abgeraten.“[1]

Aus Nachbarländern möglich, z.B. gibt es tägliche Verbindungen aus Cotonou oder Lomé nach Lagos.

Größere Busfirmen, die in die der Regel von ihren eigenen Stationen abfahren, sind ABC Transport, Chisco Transport (CTN) und Young Shall Grow.

Auf der Straße[Bearbeiten]

„Autofahrten, insbesondere über Land, sollten nur mit ortskundigen und zuverlässigen, möglichst persönlich bekannten und einheimischen Personen durchgeführt werden, vorzugsweise im Konvoi. Fahrten bei Dunkelheit sollten in jedem Fall wegen erhöhter Überfallgefahr sowie der teils katastrophalen Straßenzustände vermieden werden. In weiten Regionen muss auch bei Tag mit Überfällen gerechnet werden. Im gesamten Land kommt es immer wieder zu Engpässen in der Versorgung mit Benzin und Diesel.“[1] „Die Straßen sind während der Regenzeit häufig schwer passierbar: im Süden von April bis Oktober, im Norden von Mai bis September. Vorsicht ist bei Fahrzeugkontrollen geboten, da diese oft von Straßenräubern in Polizeiuniformen durchgeführt werden und dem Zweck der Plünderung dienen.“[2]

Für ein eigenes Auto ist ein Carnet de Passage sinnvoll. Hat man dies nicht, kann ein Temporary Import Permit ausgestellt werden, was aber den Zöllner Möglichkeiten zu exorbitanten Schmiergeldforderungen gibt. Auch ist es sinnvoll einen Erste-Hilfe-Kasten, zwei Warndreiecke und einen Feuerlöscher mit gültiger Prüfmarke mitzuführen, um so Forderungen nach dash vorbeugen zu können.

Ampeln, so sie funktionieren, werden üblicherweise ignoriert, Verständnis für die eventuell vorhandenen Verkehrszeichen besteht nicht. 2017 starben täglich ø 15 Menschen bei Unfällen auf Nigerias Straßen, deutlich mehr als an Malaria. Selbstfahrer benötigen den und internationalen internationalen Führerschein, auf dessen Basis von der Polizei, gebührenpflichtig, eine lokale Fahrerlaubnis ausgestellt wird.
Einzelheiten:[3]

Unschlagbar günstig sind die Benzinpreise, im Sommer 2018 gab es den Liter für 145 ₦ (ca. 0,25 €), Diesel ist deutlich teurer. Die unumgänglichen Schmiergelder für Sicherheitskräfte nannt man dash, analog dem cadeau im frankophonen Afrika. An Spendensammlern dieses Typs stehen u.a. zur Auswahl: Road Safety Police, Operation Flush II, Anti Crime Patrol, Anti Smuggling Squad, Border Police sowie einfache Gangster, die sich eine Uniform anziehen.

Benin

Die aus Benin über 3 Badagry (6° 25′ 42″ N 2° 53′ 33″ O) kommende Küstenstraße nach Lagos ist für ihre zahlreichen Kontrollposten, sämtlich mit aufgehaltener Hand, berüchtigt. Der eigentliche Übergang ist bei 4 Seme Border (6° 22′ 55″ N 2° 43′ 20″ O). 2017 wurde ein neues großes Abfertigungsgebäude gebaut.

Zahlreiche Selbstfahrer weichen auf die nördlicher verlaufende Strecke über 5 Kétou (7° 21′ 59″ N 2° 36′ 39″ O) zum Grenzübergang nach 6 Idofa (7° 25′ 47″ N 2° 48′ 21″ O) aus. Von 7 Abeokuta (7° 9′ 15″ N 3° 20′ 48″ O) fährt man dann entweder nach Lagos im Süden oder Ibadan im Osten.
Die Abfertigung auf beninscher Seite bei Kétou ist problemlos. Die Geldwechsler auf nigerianischer Seite bieten gute Kurse für CFA. Die nigerianische Zoll- und Grenzabfertigung ist nicht an der Hauptstraße, sondern abseits etwas versteckt. Auf den nächsten Kilometer sind mehrere Checkpoints.

Kamerun

Weite Strecken der Grenze zwischen beiden Ländern, entlang des Cross River, verlaufen durch Nationalparks. Dem kamerunischen Parque National de Korup liegt der Cross River National Park auf nigerianischer Seite gegenüber.

Der südliche Grenzübergang ist zwischen dem kamerunischen 8 Ekok (5° 48′ 42″ N 8° 50′ 55″ O), am Ende der N6, die während der Regenzeit schwer passierbar sein kann und dem nigerianischen 9 Ikom (5° 57′ 43″ N 8° 43′ 34″ O) an der N4, die sich hier mit den Straßen nach 10 Calabar (4° 58′ 2″ N 8° 19′ 40″ O) bzw. 11 Umuahia (5° 31′ 24″ N 7° 29′ 38″ O) kreuzt. Nördlich führt die N4 über Jalingo und Biu bis 12 Maiduguri (11° 51′ 6″ N 13° 8′ 39″ O) und letztendlich weiter in die tschadische Hauptstadt N’Djamena.

Eine Landstraße führt von Ikom Richtung Afi Mountains Wildlife Sanctuary.

Von Calabar nach Norden gibt es auch eine direkt in den Kamerun führende Straße, die bei 13 Eyumojok (5° 46′ 7″ N 8° 59′ 1″ O) auf die N6 trifft.

Es gibt keine Brücke am Übergang bei 14 Abonshie (6° 58′ 50″ N 10° 44′ 14″ O). Hier können nur Fußgänger oder allenfalls Motorräder übersetzen.

Grenzübergang in den/aus dem nördlichen Landzipfel Kameruns ist bei 15 Limani (11° 14′ 51″ N 14° 8′ 52″ O). Diesen erreicht man aus dem nigerianischen Maiduguri oder auf der kamerunischen N1 von 16 Maroua (10° 36′ 14″ N 14° 20′ 9″ O). Der Eingang zum kamerunischen 6 Parque National de Waza (11° 23′ 47″ N 14° 33′ 35″ O) ist knapp sechzig Kilometer entfernt.

Niger

Der Teil der nigerischen importe, die über die nigerianischen Seehäfen ankommt wird per LKW über die Grenzübergänge nördlich Kanos gebracht.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Aufgrund der zunehmenden Piraterie im Golf von Guinea ist seit 2015 das Anlanden mit eigener Yacht wenig sinnvoll.[4]

Sinnvollster Ansprechpartner dürfte der Lagos Yacht Club sein.

Die richtige Fähre zwischen Calabar und dem kamerunischen 21 Limbe (4° 0′ 25″ N 9° 7′ 41″ O) verkehrt nicht mehr, es gibt nur noch unregelmäßig Boote, eventuell auch nach 22 Idenau (4° 12′ 36″ N 8° 59′ 23″ O).

Mobilität[Bearbeiten]

Okada, im Norden achaba genannt, sind Motorräder, wo man sich hinten draufsetzt und so am schnellsten ans Ziel kommt. Jedenfalls zur Rush Hour.

An Bussen sind Ziele normalerweise angeschrieben. Die kleinen Busse in Lagos die gelben Danfo (Minibusse) sollte man vermeiden. Die werden auch Sardinenbüchsen genannt, man kann sich vorstellen warum.

Jede größere Ortschaft hat als zentralen Treffpunkt einen motor park. Man muß sagen wo man hin möchte und vorher einen Preis aushandeln.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit Hilfe chinesischer Entwicklungshilfe soll das Netz auf Normalspur ausgebaut werden. Seit 2016 ist die Strecke Abuja ↔ Kaduna eröffnet. Die anderen Strecken, vor allem nach Kano werden nur 1-2 Mal wöchentlich ab Port Harcourt oder Lagos bedient. Einige Züge fahren nach Jos und Maiduguri.
Audrücklich verboten ist es in den Zügen zu predigen.

Sprache[Bearbeiten]

Einheimische Dialekte, sowie Englisch und seltener auch Französisch.

Kaufen[Bearbeiten]

Wechselkurs (Sept. 2018): € 1 = 427 ₦ (Bandbreite im Vorjahr: 405-446).
Euros lassen sich größeren Städten problemlos wechseln, die Mitnahme von US-Dollar-Bargeld ist trotzdem sinnvoll.

Banken öffnen üblicherweise Mo.-Fr. 8.00-16.00 Uhr, Ämter 7.30-15.30. In vielen Fällen ist der Kunde nicht König, sondern Bittsteller, der den Verkäufern zu danken hat, daß sie vollkommen überzogene Preisforderungen stellen. “Please” und “thank you” gehören nicht zum Vokabular des Personals.

Western Union zahlt nicht bar aus, sondern nur auf ein Bankkonto oder auf Fürsprache eines Kontoinhabers.[5]

Wenn man eine Kreditkarte in Nigeria verwenden möchte sollte man sich eine Visa-Karte einpacken, da dies dort die meist verwendete Kreditkarte ist. „Kreditkarten sollten nur mit äußerster Vorsicht genutzt werden, da es zu zahlreichen Betrugsfällen kommt.“[1] Viele europäische Banken lassen zum Schutz vor Betrug Abhebungen in Nigeria nur dann zu, wenn die heimatliche Filiale vorher eine Freischaltung vorgenommen hat. Keinesfalls sollte man in einem Internet-Cafe Online-Banking abwickeln.

Es gibt in vielen Städten große Supermärkte. Zum Beispiel der größte, der aus Südafrika stammende Shoprite. Teuer, aber mit vielen ausländischen Produkten. Es gibt viele private Supermärkte, unter anderem die Everyday-Kette. Sollte man frisches Gemüse und Obst kaufen wollen, so kann man das an jeder Straße erhalten. Es gibt überall kleine hölzerne Läden. Mit dem Auto ran fahren, Fenster runter und sagen was man möchte. Bares aber erstaushändigen, wenn man die Ware (und zu erwartendes Wechselgeld) in der Hand hält.

Küche[Bearbeiten]

Nigerianisches Essen
Keine Müllverbrennung, sondern Fischtrocknung über offener Flamme.

Wenn mit der Hand gegessen wird, dann nur mit der rechten.

Die nigerianischen Gerichte sind typisch für das gesamte Westafrika, denn Jollof-Reis, Yamswurzeln (oft als foufou lokal auch eba oder garri), Süßkartoffeln, Kochbananen und Pfeffersuppe stehen hier häufig auf der Speisekarte. Soup ist weniger flüssig als pastös bis eintopfmäßig.

Spezialitäten wie Suya, gegrillte Leber und Rindfleisch auf Spießen und Kilishi, ein getrocknetes und gewürztes Fleisch sowie Egussi Soup, ein Fleischeintopf mit getrocknetem Fisch und Melonenkernen gehören zu den meist gekochten einheimischen Gerichten.

“Tea” kann jede Art von Heißgetränk sein. Nigerian Breweries, gegründet 1949 ist bis heute die größte Brauerei im Lande mit ihrer Marke Star. Mopa produziert One Lager und Lion Stout. Auch Guinness und SABMiller haben Lizenzbetriebe im Lande. Beliebt sind auch Malzbiere, wie Betamalt.
Lokale Spirituosen sind Burukutu aus Hirse und aus Palmsaft hergestellter Ogogoro (syn. ufofob, robirobi, baba erin), der mit 30-60% Alkohol oft in Eigenregie von Amateuren hergestellt wird und jährlich hunderte Todesfälle verantwortlich sein soll.[6] Beliebt ist der alkoholfreie Cocktail Chapman, serviert im Bierglas. Hinein kommen u.a. Orangen- und Zitronenlimo, Sirup, Gurke und Angustora Bitters.

In einfacheren Restaurants kommt es nicht selten vor, daß sich der Preis den man bei der Bestellung erfragt hat, auf der Rechnung dann stark erhöht. Sofort bei Bestellung zahlen schafft hier Abhilfe.

Nachtleben[Bearbeiten]

Es gibt eine Menge Lounges und Clubs. Die sind immer gefüllt. Bitte als Ausländer nie alleine in der Dunkelheit rausgehen. Immer mit Ortsansässigen in öffentliche Gebäude.

Prostitution ist in den nördlichen Staaten gemäß den Bestimmungen der Scharia komplett verboten. In den christlich geprägten Staaten untersagt das Strafgesetz organisierte Formen dieser Tätigkeit, bleibt jedoch vage hinsichtlich Prostituierten (ashawo) als Einzelpersonen, die entsprechende Dienstleistungen anbieten. Bordelle gibt es, ebenso wie eine National Association of Nigerian Prostitutes, trotzdem. Portiers und Träger in Hotels vermitteln gegen Trinkgeld entsprechende Kontakte. Auch viele Friseusen, Bedienungen oder tagsüber als Straßenhändler Arbeitende verdienen sich ein Zubrot. Die HIV-Infektionsrate im Milleu lag 2013 bei 25%.

Unterkunft[Bearbeiten]

ECWA, die evangelische Kirche, betreibt in etlichen Städten kostengünstige, einfache Gästehäuser (“Mission Guest House”).

Feiertage[Bearbeiten]

Staatliche Feiertage sind Neujahr, Tag der Arbeit am 1. Mai und der Nationalfeiertag am 1. Oktober. Dazu kommen Ostern und Weihnachten.

In den nördlichen Bundesstaaten und unter orangläubigen im Süden werden die üblichen muslimischen Feiertage begangen: 01. September 2019 – Islamisches Neujahrsfest am 1. Muharram. 10. September 2019 – Fest wird am 10. Muharram begangen. 05. Mai 2019 – erster Tag im Fastenmonat Ramadan. 04. Juni 2019 – letzter Tag im Fastenmonat Ramadan, Beginn des Id al-Fitr, am 1. Schauwal (05. Juni 2019) – zwei- bis viertägiges Fest des Fastenbrechens. 11. August 2019 – viertägiges islamisches Opferfest (ʿĪd al-Aḍḥā), das am 10. Dhū al-Ḥiddscha beginnt. 10. November 2019 – Geburtstagsfest (Mulid/maulid) für den Propheten Muhammad am 12. Rabi' al-auwal. Gelegentlich wird auch dessen „Bekehrung“ eine Woche vor diesem Termin begangen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Sicherheitskräfte sind in Nigeria meist das Problem, nicht die Hilfe angesichts endemischer Polizeikorruption. Das hat zur Gründung von Vigilantegruppen wie den Bakassi Boys geführt, die ebenfalls wenig zimperlich sind. Als Weißer (Oyinbo) ist man per se, auch bei Tage, ein offensichtliches Opfer für gewaltsame Raubüberfälle. Nachts sollte man tunlichst seine Unterkunft nicht verlassen.

In den Staaten Bauchi (mit besonders strengen Strafen), Borno, Gombe, Jigawa, Kaduna, Kano, Katsina, Kebbi, Niger, Sokoto, Yobe und Zamfara gilt die Scharia, mit allen ihren nach westeuropäischem Verständnis grausamen Strafbestimmungen, für alle Korangläbigen sowie denjenigen, die ihrer Anwendung zustimmen.

Homosexualität

Eine Umfrage zeigte 2007, daß 97% der Nigerianer diese ablehnt. 2010 kam es dann zu einer Verschärfung der Strafbestimmungen im südlichen Landesteil. „Widernatürlicher Verkehr“ bringt bis zu 14 Jahren Haft, der Versuch 7. Werbung für Homosexualität oder diese befürwortende Organisationen kann mit zehn Jahren bestraft werden.

Definitionen was Schwulitäten sind, weichen in den erwähnten islamischen Bundesstaaten ab, ebenso die Strafen. Das Spektrum reicht von hundert Stockschlägen bis zum Tod durch Steinigung. Als gross indecency kann schon Küssen in der Öffentlichkeit (heterosexuell), Nacktheit oder “cross dressing” gelten. Je nach Staat ist man hierfür mit 35 Stockhieben bis sieben Jahren Haft dabei.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramme Nigeria
Lagos, das typische Küstenklima.

Im Süden ist es fast das ganze Jahr über heiß, regenreich und feucht. Im trockenen Norden gibt es nur einmal im Jahr, von Mai bis September, eine unangenehm feuchte Regenzeit. Die extrem heiße Trockenzeit wird durch den Harmattan-Wind geprägt. In der Hochebene Jos und im östlichen Hochland ist es kühler als im übrigen Nigeria. In Forkados im Niger-Delta fällt mit jährlich 3800 Millimeter der meiste Regen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Im Lande ist das volle Programm an Tropenkrankheiten geboten. Malaria-Prophylaxe ist ganzjährig unerläßlich. Eine Gelbfieberimpfung bei Einreise vorgeschrieben. Die deutsche Botschaft warnt seit Ende 2017 auch vor „Affenpocken“ in Bayelsa State, Port Harcourt und Lagos. Übertragen werden diese von lebenden Tieren, aber auch Affenfleisch zm Verzehr.

Wasser kann nur abgekocht oder aufbereitet getrunken werden. 1,5-Liter-Flaschen kosten 2018 90-200 ₦.

Medizinische Versorgung, außerhalb weniger Privatkrankenhäuser in den größten Städten ist rudimentär, bzw. am Land nicht existent.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Allgemeine Notrufnummern (Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen): ☎ 112 und 199.

Kleider, und bei Frauen Make-up, machen Leute! Für Männer gelten lange Hosen und Hemden mit ganzem Arm als angemessen. Frauen kleiden sich, besonders im Norden, so, daß Arme und Beine sowie ggf. auch der Kopf bedeckt sind. Hosen sind in Ordnung, Shorts nur beim Sport. Hochhakige Schuhe machen angesichts der löchrigen Böden und Straßen wenig Sinn. Bei größeren Festivitäten (Hochzeiten, Beerdigungen) ist gepflegte Kleidung zu erwarten, einen Zuschuß zu den Kosten solcher Feiern überreicht man, im Umschlag, dem Gastgeber.

Behindertengerechte Wege oder Bürgersteige die in einem Zustand sind, daß man einen Kinderwagen (oder Rollenkoffer) schieben könnte, wird man vergeblich suchen.

Stromversorgung, falls sie funtioniert, ist 220 V. Der dreipolige britische Stecker ist in Gebrauch. Maße und Gewichte sind metrisch.

Rundfunk[Bearbeiten]

Die Zentralregierung betreibt NTA 1 und 2, dazu haben viele Bundesstaaten Lokalsender. Privatsender sind u.a. Silverbird Television (STV), Africa Independent Television (AIT), Channels Television, Superscreen Television, die auch über Satellit empfangen werden können.

Telekommunikation[Bearbeiten]

Landesvorwahl: ☎ +234
Vorwahl für Auslandsgespräche: ☎ 009
Mobiltelephone (Vorwahl ☎ 080) funktionieren zuverlässiger als Festnetzanschlüsse.

Standard ist auch 2018 noch GSM (70%), der LTE-Ausbau schreitet voran. Prepaid-Guthaben kann man an jeder Ecke kaufen. Allerdings können nicht alle SIM-Kartenverkäufer auch die notwendige Registrierung neuer Kunden durchführen. Seit die gesetzliche Preisuntergreze abgeschafft wurde, sind Preise für Datenvolumen stark gefallen. 2016 bekam man für 1000 ₦ normalerweise 1,5 Gb. Dabei ist zu beachten, daß es zur Nutzung datenintesiver Dienste spezielle Preise gibt.

Es gibt über 200 Anbieter im Lande, die größeren sind: MTN Nigeria, unzuverläßig ist Glo Mobile (Globacom), Bharti Airtel (früher Zain, Celtel), 9Mobile (Etisalat Nigeria, EMTS, Mubadala), M-Tel (Nitel), Visafone, Starcomms (Capcom), Multi-Links, Reliance, InterC Network (Intercellular), Megatech Engineering (Zoda Fones), Telkom, Econet Wireless, Vodacom.

Die Zahl der Festnetz-Internetanschlüsse ist gering, mehr als ADSL-Geschwindigkeit 2018 noch nicht zu erwarten. Erste öffentliche Gratis-Hotspots, etwa 200, wurden von Google im Sommer 2018, beginnend in den wohlhabenderen Gegenden von Lagos, eingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

Wole Soyinka war der erste afrikanische Gewinner des Nobelpreises für Literatur. Der Autor Ken Saro Wiwa wurde von der Militärdiktatur im Auftrag westlicher Ölinteressen hingerichtet wegen seiner systemkritischen Schriften. Andere Literaten sind Chinua Achebe, Flora Nwapa, Ben Okri, Buch Emecheta oder Cyrian Ekensi.

  • Bergstresser, Heinrich; Nigeria: die IV. Republik zwischen Demokratisierung, Terror und Staatsversagen (1999−2017); Frankfurt 2018 (Brandes & Apsel); ISBN 9783955581992
  • Campbell, John; Nigeria: Dancing on the Brink; 2010 (Rowman & Littlefield); ISBN 9781442206892
  • Draper, Michael; Shadows : Airlift and Airwar in Biafra and Nigeria 1967-1970; 2000 (Howell); ISBN 1902109635
  • Peel, Michael; Swamp Full of Dollars: Pipelines and Paramilitaries at Nigeria's Oil Frontier; 2010 (Lawrence Hill Books); ISBN 9781569762868
  • Hussaini, Safiyyatu; Masto, Raffaele; Krohm-Linke, Theda; Ich, Safiya: verurteilt zum Tod durch Steinigung; Augsburg [2007]
  • Loimeier, Manfred; Drogin, Bob; Zum Beispiel Ken Saro-Wiwa; Göttingen 1996 (Lamuv); ISBN 3889774539
  • Saro-Wiwa, Noo; Looking for Transwonderland: Travels in Nigeria; 2012 (South Skull); ISBN 9781619020078
  • Smith, Daniel; Culture of Corruption: Everyday Deception and Popular Discontent in Nigeria; 2008 (Princeton University Press)
  • Sommer, Volker; Primates of Gashaka: Socioecology and Conservation in Nigeria’s Biodiversity Hotspot; 2011 (Springer); ISBN 978-1-4419-7402-0

Weblinks[Bearbeiten]

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  1. 1,0 1,1 1,2 Reisewarnung BRD 2018-09-19
  2. [1] 2018-03-08
  3. Vgl. auch Inside Nigeria’s drivers’ licence fraud “In Nigeria, with the right (amount of) money, anybody can drive” (2018-07-21, zggr. 2018-09-21).
  4. Pirate attacks worsen in Gulf of Guinea (2018-07-31).
  5. „All in-bound money transfers to Nigeria shall only be disbursed to beneficiaries through bank accounts. Where the beneficiary does not have a bank account, payments shall only be made upon the provision of a satisfactory reference from an account holder in the bank, confirming that the beneficiary is the owner of the funds.“ (zggr. 2018-09-21)
  6. Nigerianer trinken ø 12¼ Liter (25,6 l wenn man Abstlnenzler herausnimmt) reinen Alkohols jährlich, auch dies ein Grund warum es im Straßenverkehr so gefährlich ist. (WHO)