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Eritrea

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Im Valle dei sicomori, dominieren uralte Baumriesen.

Eritrea ist ein afrikanisches Land. Es erlangte erst 1993 seine Unabhängigkeit. Im Osten besitzt das Land eine lange Küstenlinie zum Roten Meer, im Süden grenzt es an Dschibuti, im Südwesten an Äthiopien und im Nordwesten an den Sudan.

Städte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Karte von Eritrea

„Sehenswürdigkeiten“ außerhalb der Hauptstadt mit ihrer für Interessierte faszinierenden Art-Deco-Architektur des italienischen Modernismus der 1930er, die seit 2017 zum Weltkulturerbe gehört, gibt es, abgesehen von „Land und Leuten,“ kaum.

Eritrea war in den 1950ern noch zu einem Drittel bewaldet. Während des Bürgerkriegs wurden die meisten Bäume als Heizmaterial verbrannt. Erosion, Brennholzsammeln und die als Haustiere zahlreich gehaltenen Ziegen, die jeglichen grünen Spross abfressen, haben Nachwachsen ebenso verhindert, wie der Mangel eines systematischen Aufforstungsprogramms, so dass weite Teile des Landes zur Wüste verkommen. Baumbestanden sind heute 0,5% der Landfläche, 12% werden landwirtschaftlich genutzt. Fehlgeschlagen ist auch ein Brunnenbohrprogramm in den 1990ern, für das viel Wald abgeholzt wurde. Ein 1993 beschlossenes Umweltschutzprogramm, das auch umgesetzt wird, hat dazu geführt, dass Eritrea hierbei das wohl fortschrittlichste afrikanische Land ist. Zu den Maßnahmen gehören das Verbot von Plastiktüten, des Goldwaschens in Flüssen (Quecksilberbelastung!) und die Ausweisung von Schutzgebieten besonders der Inseln.

Die Dahlak-Inseln. Wirtschaftlich bedeutend ist die Perlenzucht. Vier der Inseln sind von rund 2500 Menschen bewohnt. 2017 gab es eine Agentur in Asmara, die Tauchgänge in den Dahlak Marine National Park organisierte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Aufgrund seiner strategischen Lage war Eritrea immer wieder den Einflüssen fremder Mächte wie den aus dem Jemen kommenden Arabern, den Ägyptern und dem osmanischen Reich ausgesetzt. 1869 wurde es von Italien besetzt und 1890 offiziell zur Kolonie Italiens erklärt. Diese Zeit dauerte bis 1941 an. Von 1941 bis 1945 war Eritrea ein britisches Protektorat. Unter dem Mandat der UN stand Eritrea bis 1951 unter britischer Verwaltung. 1951 wurde Eritrea als unabhängiger Staat mit Äthiopien zu einer Föderation vereinigt. Zehn Jahre später erfolgte die vollständige Annexion durch Äthiopien und ein dreißig Jahre dauernder Bürgerkrieg begann, der 1993 zur Unabhängigkeit von Äthiopien führte.

Nach einer kurzen politischen Öffnung kam es 1998 bis 2000 erneut zu einem Krieg mit Äthiopien. Bis 2018 waren die Beziehungen zum Nachbarland äußerst angespannt, die Grenzen waren komplett geschlossen. Im Grenzgebiet kam es immer wieder zu Schusswechseln; es wurden auch Landminen gelegt. Zur Sicherheit der Reisenden war es nicht möglich in diese Grenzgebiete zu fahren, travel permit sind möglicherweise immer noch nicht erhältlich.

Auch mit dem Jemen hatte man einen Krieg um einige Inseln im roten Meer. Ebenso wurde an der Grenze zu Dschibuti lange Jahre geschossen. 2014 kam es dort zu einem Friedensabkommen. Die durch eine Friedenstruppe aus Katar gesicherte Grenze sollte wieder geöffnet werden, seit Abzug derselben 2017 hat sich die Situation allerdings wieder deutlich verschärft. Auch diese Landgrenze ist Anfang 2018 nicht passierbar.

Die Regierung (Einparteienstaat) entwickelte sich in diesen Jahren bis heute zu einer Präsidialdiktatur, die in Berichten von Menschenrechtsorganisationen immer in der Gruppe der Schlusslichter mit Turkmenistan, Usbekistan und Nordkorea (vor April 2018), genannt wird. Man steht Touristen aber etwas aufgeschlossener gegenüber als die vorgenannten oder Saudi-Arabien.

Das ernannte Parlament hat der Präsident letztmals 2001 einberufen. Oppositionelle werden nach US-amerikanischem Vorbild an geheimen Orten unbegrenzt inhaftiert, Sondergerichte verhängen Todesurteile in Staatschutzsachen. Eritrea ist seit Jahren größter Lieferant für politische und Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa. Die Gesellschaft ist durchmilitarisiert. Wehrpflicht dauert offiziell 18 Monate für Männer bis 50 (im Volkssturm dann bis 67), Frauen bis 27, tatsächlich jedoch unbegrenzt. Bis 2018 galt ein Ausreiseverbot für Männer von 5 bis 30 bzw. 50 Jahre.

Ein Großteil der 2016 in Asmara angekommenen 86.000 Besucher aus dem Ausland waren gebürtige/geflohene Eritreer. Das Regime lässt sie unbehelligt ins Land, wenn sie die 2%ige „freiwillige“ Einkommenssteuer auf ihren Verdienst im Gastland an die Regierung abführen. Überweisungen aus dem Ausland summieren sich zu 46 % der Wirtschaftsleistung; 23-25 % des BIP werden für das Militär ausgegeben. Die meisten „echten“ Touristen stammen aus Italien, Deutschland und den BeNeLux-Staaten.

Der offizielle Sprachregelung: „Alles Schlechte geht/ging von Äthiopien aus“ sollte man als Besucher nicht widersprechen. Inwieweit der große Nachbar den Staat Eritrea mit der Zielsetzung zu destabilisieren versucht, dass Eritrea wieder eine Provinz Äthiopiens wird, ist mangels objektiver Beobachtungsmöglichkeit sowieso nicht gegeben. Religiöse Spannungen gibt es nicht. Staatlich anerkannt sind Islam, eritreisch-orthodoxer, römisch-katholischer und lutherischer Ritus. Gegen Evangelikale, meist Fanatiker amerikanischer Überzeugung wird vorgegangen, auch die katholische Kirche beklagt Behinderungen.

Trotz aller Armut sind die Menschen bemüht, sich ordentlich zu kleiden. Generell ist Eritrea ein sehr sauberes Land. Müll findet sich so gut wie nirgends, wozu sicherlich auch das Verbot von Plastiktüten beiträgt. „Anmache“ von Touristen findet nicht statt, Bettler gibt es kaum. Auch vergeblich suchen wird man Werbung internationaler Konzerne (abgesehen von einer Brausemarke aus Atlanta, Georgia).

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Zur Einreise wird ein Visum benötigt. In den Hauptstädten der Nachbarländer ist Eritrea diplomatisch vertreten. Wer länger in Afrika ist, kann hier ggf. einfacher seinen Sichtvermerk erhalten, obwohl die offizielle Linie ist, dass man sich an das Konsulat im Herkunftsland zu wenden habe.

Beachte unbedingt den Abschnitt Reiseerlaubnis.

In Deutschland zuständig:

  • Botschaft des Staates Eritrea, Konsularabteilung, Stavangerstrasse 18, 10439 Berlin. Angegebene Bearbeitungsdauer 30 Arbeitstage, meist deutlich schneller. Zur Beantragung eines Visums wird ein Passbild und ein Flugticket benötigt. Hier ist für die Visaerteilung der Nachweis wichtig, dass und wann man Eritrea wieder verlässt (Formular + 1 Photo). Auch zuständig für Einwohner von Österreich, Ungarn, dem Vatikan und Polen. Preis: Tourist, einmalige Einreise, 30 Tage: € 50. Geschäftsvisum, einmalig € 60, mehrmalig € 90.
  • Konsulat des Staates Eritrea, Lyonerstr. 34, 60528 Frankfurt. Preis: (s.o.).

In der Schweiz Section consulaire de l'Ambassade, Rue de Vermont 9, 1211 Genève 20.

Eine Gelbfieberimpfung ist vorgeschrieben.

Sonderregeln

Unter gewissen Bedingungen kann ein visa-on-arrival Geschäftsreisenden erteilt werden, deren eritreischer Partner mindestens 48 Stunden im Voraus bei der Einwanderungsbehörde einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Eventuell kann dieser Antrag auch durch ein lokales Reisebüro für Touristen besorgt werden.

Visumsfreier Transit ist zulässig bis sechs Stunden am Flughafen oder 72 Stunden im Lande, wenn die Fluggesellschaft Unterkunft und Transport dorthin arrangiert.

Österreicher und Liechtensteiner (keine Schweizer) können auch in Notpässe ein Visum erhalten, Deutsche dürfen auch einen „vorläufigen Reisepass“ benutzen. Voraussetzung ist, dass diese Dokumente mindestens einen Monat nach Ausreise gültig sind.

Verlängerungen

Zwei Aufenthaltsverlängerungen jeweils um 30 Tage sind gegen eine Gebühr von US$ 60 möglich. Ansässige Ausländer müssen ein re-entry permit beantragen.

Zoll
  • Gepäck wird bei Ankunft durchleuchtet.
  • Mehr als US$ 10.000 Bargeld sind anmeldepflichtig.
  • Nafka dürfen seit 2013 nicht mehr ein- oder ausgeführt werden.

Freimengen:

  • 400 Zigaretten oder 50 Zigarren 250 g Tabak;
  • 2 Liter Alkoholika;
  • 500 ml Parfüm;
  • 1 Kamera und 1 elektronisches Gerät, nur zum persönlichen Gebrauch;
  • 100 g Schmuck.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der einzige internationale Flughafen ist bei Asmara. Solange die Reiseerlaubniserfordernis besteht, ist es praktisch die einzige Grenzübergangsstelle.

Aus dem deutschsprachigen Raum fliegen Egypt Airways (via Kairo), Turkish Airlines (via Istanbul) und Emirates (via Dubai) nach Asmara.

Seit Februar 2018 bietet die Eritrean Airlines dienstags Direktflüge von Milano nach Asmara an, mit einstündigen Halten in Kairo und Khartoum, bei denen das Flugzeug nicht gewechselt werden muss. (Agentur für D in Heidelberg: Red Sea Tours, ☎ +49 6221 24249; Mailand: Nas Martignoni, ☎ +39 0331 253576).

Eine Ausreisesteuer von US$ 20 für Ausländer ist im Ticketpreis enthalten.

Ende Juli 2018 hat Ethiopian Airlines den Betrieb von Addis Abeba aus wieder aufgenommne. Zunächst finden zwei Flüge täglich statt. Es gilt ein Fixpreis von 4528 Birr in Economy. Hierbei handelt es sich zur Zeit um die einzige direkte Verbindung zwischen den beiden lange verfeindeten Staaten.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es kann nicht mit der Bahn eingereist werden, denn es gibt keine grenzüberschreitende Bahnlinie.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Landgrenze zwischen Eritrea und Äthiopien ist seit 11. September 2018 bei 1 Zalambessa (Zela Ambesa) (14° 32′ 14″ N 39° 23′ 16″ O) wieder geöffnet. Inwieweit angesichts der weiterhin bestehenden Reiseerlaubniserfordernis in Eritrea dieser Übergang von Drittstaatlern genutzt werden darf, ist unklar.

Die Grenzen mit dem Sudan und Dschibuti sind manchmal geöffnet, 2018 aber wieder für Wochen oder Monate geschlossen. Eine Einreise vom Sudan ist seit Januar 2018 nicht möglich. „Von Reisen in das Grenzgebiet zu Sudan wird abgeraten. In der Region sind Schmuggler aktiv, zudem besteht vielerorts eine Minengefahr.“[1]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt keine regelmäßigen Passagierverbindungen nach Eritrea. „Vor dem Anlaufen eritreischer Häfen durch Individualreisende, dem Anlaufen der Inseln des Dahlak-Archipels […] wird gewarnt.“[1]

Mobilität[Bearbeiten]

Reiseerlaubnis

Zum Verlassen der Hauptstadt benötigen alle Ausländer seit 2006 eine Reisegenehmigung, deren Ausstellung etwa zwei Arbeitstage dauert. Die Einholung ist mehr als eine Formalität, Ablehnungen kommen vor. Antragsstelle ist die ansonsten vollkommen informationsfreie Tourism Information in der Harnet Avenue von Asmara (Mo.-Fr. 10.00-12.00, 14.00-18.00, Sa. 10.00-12.00), gegenüber der Kathedrale. Für welche Orte Reisegenehmigungen ausgestellt werden, ändert sich auch kurzfristig, die Ausstellung der Erlaubnis kostet 20-50 Nakfa. In Eritrea ansässige Reisebüros bieten auch den Service des Einholens einer Reisegenehmigung an und lassen sich den Service mit 20,- US$ bezahlen. Geprüft wird die Erlaubnis beim Einchecken in Hotels und teilweise auch bei Polizeikontrollen auf der Straße.

Mit einem Tourist-Visum sind standardmäßig nur die Städte (Regionen) Massawa, Keren, Mendefera, Dekemhare, Senafe mit einem travel permit zu bereisen. Mit einem Business Visum ist es auch möglich, andere Gebiete zu bereisen, muss dann aber von einer Person des Geschäftspartners, der die Referenz für das Visum leistete, begleitet sein.

Weitere gebührenpflichtige Erlaubnisse, die in der Regel das Reisebüro besorgen wird, sind erforderlich zum Besuch orthodoxer Klöster (beim Patriachen der eriträischen Kirche, ☎ 182098. Frauen wird der Eintritt verwehrt), archäologischer Fundplätze (Nationalmuseum, ☎ 1122389) und der Dahlak-Inseln.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Es gibt Anfang 2018 keine Inlandsfluggesellschaft.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Schienenbus des Typs Fiat Littorina, Baujahr 1936, der für touristische Sonderfahrten zum Einsatz kommen kann.

In Eritrea existiert eine sehr sehenswerte Schmalspurstrecke (950 mm) von Asmara nach Massawa aus der italienischen Kolonialzeit, die aber für Passagiere nicht mehr in Betrieb ist. Mit sehr großem administrativen Aufwand und langen Vorarbeitszeiten können auf Teilen der Strecke Fahrten für Reisegruppen (z.B. Dampfbahnfreunde) organisiert werden, die sehr teuer sind.[2]

Reiseagenturen und Tourenveranstalter[Bearbeiten]

Einheimische Transportmittel auf dem wöchentlichen Kamelmarkt bei Keren.

Es ist für ausländische Touristen schwierig, eine Reiseerlaubnis für Fahrten außerhalb oben genannten Gebiete zu erhalten, wenn sie nicht durch eine zugelassene Agentur betreut werden. In Asmara gibt es einige Reiseagenturen und Tourenveranstalter, die alle möglichen Touren anbieten.

Organisiert tauchen kann man bei Massawa, zu hohen Preisen[3] und durchschnittlichen Aussichten.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die größeren Städte sind über Straßen erster Klasse (nummeriert mit P) verbunden. Sie sind fast vollkommen durchgängig asphaltiert. Wege dritter Klasse (T) sind in der Regel mehr oder weniger gut befestigte Pisten, die sich in der Regenzeit (Juni bis September) zu unbefahrbaren Schlammpfaden verwandeln. Zwischen den beiden Extremen können die Straßen zweiter Klasse liegen (S). Fahrten während der Dunkelheit und auf entlegenen, vor allem unbefestigten, Straßen sollten unterbleiben. „Abseits von Straßen besteht – insbesondere im Grenzgebiet zu Äthiopien und Dschibuti – landesweit die Gefahr von Minen. Reisende sollten sich im Zweifel unbedingt bei lokalen Behörden und der Bevölkerung informieren.“[1]

Dort, wo keine Busse fahren ist die Anmietung eines Fahrzeugs mit Fahrer die einzige praktikable Möglichkeit, sich als Tourist zu bewegen. Selbst fahren würde einen eritreischen Führerschein erfordern, so dass ein einheimischer Fahrer normalerweise mit vermittelt wird (um US$ 150/Tag). 2017 kostete Diesel ca. 20 Nakfa, Benzin saftige 30 Nakfa.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Seit dem Juli 2017 werden Reiseerlaubnisse für Individualtouristen erteilt, die per Bus nach Keren, Massawa oder in andere Städte fahren. Dabei sind die staatlichen Busse besser als privat betriebene Fahrzeuge. Es werden für große Busse nur so viele Fahrkarten verkauft wie Sitze vorhanden sind.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Es gibt tatsächlich Fahrradvermietungen, die meist US$ 3 pro Tag verlangen. Dabei ist zu beachten, dass die Innenstadt von Asmara mit Rädern nicht befahren werden darf (Beschlagnahme des Rads bei Verstoß) und Radtouren außerhalb wegen der Reisererlaubniserfordernis nur mit einem Begleitfahrzeug möglich sind.

Sprache[Bearbeiten]

In Eritrea gibt es neun größere ethnische Gruppen. Das größte Volk des Landes sind die Tigrinya. Die Hauptsprachen des Landes sind Arabisch und Tigrinya (50-55%). Quasi offizielle Amtssprache ist Englisch. Laut Verfassung sind aber alle in Eritrea gebräuchliche Sprachen gleichberechtigt. In Eritrea wird der Unterricht in der Grundschule in den den Regionalen Sprachen (Tigrinya, Arabisch, Tigre, Saho, Kunama, Afar, Bilen) abgehalten. Ab der Mittelstufe wird nur noch in Englisch unterrichtet, so dass mit vor allem jüngeren Menschen teils eine gute Verständigung möglich ist, besonders in Asmara. In kleineren Städten und in den Dörfern sind die Englischkenntnisse auch bei der Jugend sehr gering. Daneben wird auch Italienisch, die alte Kolonialsprache, noch von älteren Leuten verstanden.

Einkaufen[Bearbeiten]

Auf Märkten und für Taxis, diese sind immer gelb, wird gehandelt, sonst gelten meist Festpreise.

Geld[Bearbeiten]

Die eritreische Währung ist seit dem 1997 der eritreische Nakfa. Der Nakfa (ERN oder Nfa) ist unterteilt in 100 Cent, die sich aber faktisch nicht mehr im Umlauf befinden.

Den Nakfa gibt es in Banknoten zu Nennwerten von 1, 5, 10, 20, 50 und 100 Naf. Als Symbol für den Nakfa wird in Eritrea auch das Dollarzeichen verwendet, was zu Irritationen führen kann. Die Währung ist benannt nach der norderitreischen Stadt Nakfa, welche im Bürgerkrieg eine wichtige Rolle spielte. Der Nakfa ist mit einem Kurs von 1 US$ zu 15 (≙ 18,3 pro €, Apr. 2018) fest an den US$ gekoppelt aber konvertierbar.

Es gibt keine Bankautomaten und Kreditkarten werden nicht akzeptiert (Bessere Hotels lassen sich jedoch teilweise über Internetportale per Karte bezahlen). Bargeldnachschub muss man sich ggf. per Western Union senden lassen.

Allgemein sind Devisen sehr begehrt; es besteht ein Schwarzmarkt. Um diesen Schwarzmarkt einzudämmen, wurde ein Wechsel der Banknoten vorgenommen und der Eintausch von Devisen für Einheimische erschwert, was aber nur kurz Erfolg hatte. Im April 2017 galt in Asmara wieder 1 US$ zu 24-5 Naf. Es ist zu beachten, dass man nur Scheine der Serie von 2016 bekommt und nicht ältere, ungültige Serien untergejubelt bekommt.

Geldwechsel: Am leichtesten ist es in Eritrea, in Banken oder den offiziellen Himbol-Wechselstuben € oder US$ in eritreische Nakfa zu tauschen. Die überbewertete Währung führt dazu, dass zu offiziellen Kursen bezahlte Dienstleistungen (Restaurant und Hotels) unverhältnismäßig teuer sind.

Hotelrechnungen müssen gelegentlich (meistens in Hotels der gehobene Kategorie) in US$ bezahlt werden. Von dieser Regelung sind nur eritreische Staatsbürger ausgenommen.

Trinkgeld[Bearbeiten]

In Eritrea ist das Geben von Trinkgeld üblich. In Hotels (ab der Mittelklasse) und gehobenen Restaurants wird ist die Bedienung mit etwa 10 % inbegriffen. Ansonsten ist es üblich, bei gutem Service ein Trinkgeld von bis zu 10 % (maximal 20 Naf) zu geben.

Man sollte beim Trinkgeld nicht so zurückhaltend sein und bedenken, dass die meisten Menschen in Eritrea sehr wenig Lohn bekommen. Wenn man mit dem Taxifahrer Service außerhalb der normalen Fahrt vereinbart hat, ist ein Trinkgeld von 5,- Naf bis 10,- Naf angemessen.

Man sollte das Trinkgeld direkt der Person geben, deren individuellen Service man honorieren möchte.

Küche[Bearbeiten]

Typische Mahlzeit für vier. Serviert auf Injera-Fladen.

Wenn mit den Fingern gegessen wird, dann nur mit der rechten Hand. Die Finger, die man nie abschleckt, sollten die Lippen nicht berühren, auch fasst man nicht in die Portion eines anderen hinein.

Neben der einheimischen Küche ist der italienische Einfluss unverkennbar. Es gibt Pasta- und Pizza-Restaurants in guter Qualität. Getrunken wird überwiegend Tee (shahi), Kaffee spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier kommt vor allem der von Frauen durchgeführten Kaffeezeremonie (drei Mal aufkochen, jedesmal wird probiert) eine besondere Bedeutung zu, die als besondere Ehrenbezeugung gegenüber einem Gast gilt.

Suwa ist hausgemachtes „Bier,“ fast ohne Kohlensäure, hergestellt aus geröstetem Teff, Gerste und/oder Weizen, dazu kommen Blätter des arikanischen Faulbaums (gesho). Mes ist ein auf Honigbasis fermentiertes Getränk.

Praktisch alles serviertes Gemüse ist „Bio;“ allein schon deshalb, weil aufgrund Geldmangels und Sanktionen kein Kunstdünger oder Monsanto-Saatgut ins Land kommt. Das typische einheimische Gericht ist Injera, ein Fladen aus gesäuertem Teig aus Teff (einheimische Hirseart) und Zugaben von u.a. Zigni (Rindsgulasch), Gemüse, Schiro (Kichererbsenmus). Viele der Beilagen sind scharf gewürzt mit Berbere (sprich bärbärä). Diese Speisen unterscheiden sich kaum von den in äthiopischen, allerdings verwendet man nicht ganz so viel zerlassenen Butter dabei.

Tsebhi … bezeichnet verschiedene Arten von gulaschähnlichen Eintöpfen. Ebenfalls auf Teigfladen legt man Tsebhi shiro, eine gekochte Erdnuss-Butter-Tomaten-Mischung. Eine Himbasha ist ein in der Pfanne gebackenes, flaches Gewürzbrot. Hamli besteht aus Spinat, gekocht mit Zwiebeln und Knoblauch.

Als eines der einfacheren Gerichte ist Kitcha fit-fit zu erwähnen. Es handelt sich um zerbröseltes Brot, das mit Öl und Gewürzen zu einer Masse verrührt und mit frischem Jogurt und Gewürzen serviert wird.

Mada ist Grillfleisch, das Trockenfleisch Quanta verkocht man mit Zwiebeln und Tomaten in Öl.

Im Flachland isst man zum Frühstück Akelet (oder Ga'at) ein „Porridge“ aus Gersten- oder Weizenmehl, das zu einem „Vulkan“ geformt, in der Mitte mit gewürzter, geklärter Butter (Tigrinya: tesmi oder äthiopisch niṭer ḳibē) serviert wird. Die Gewürzmischung bärbärä ist scharf und wird durch Yoghurt abgemildert.

An der Küste wird Fisch gerne einfach zubereitet in einem Tandor-Ofen, mit Fladenbrot und einer scharfen Tomatensauce serviert. Es gibt neunzig Arten Speisefisch im roten Meer.

Nachtleben[Bearbeiten]

Prostitution ist legal, die den Beruf ausübenden Damen (me'amn) sind registriert und werden monatlich auf HIV getestet.

Unterkunft[Bearbeiten]

Einfache aber akzeptable Zimmer gibt es ab etwa 200 Nakfa pro Nacht, wer etwas mehr Komfort möchte, wird auf Häuser angewiesen sein, die wegen der überbewerteten Landeswährung nicht unter US$ 30-50 im unteren Segment und um US$ 100 für gehobene Mittelklasse angesiedelt sind. Luxushotel internationaler Ketten gibt es nicht.


Feiertage[Bearbeiten]

Staatliche Feiertage sind Neujahr, internationaler Frauentag am 8. März, 1. Mai, der Unabhängigkeitstag am 24. Mai, Tag der Märtyrer (der Kriege) 20. Juni und Revolutionstag 1. September. Die Arbeit ruht an den islamischen Feiertagen des Opferfestes (11. August 2019) und zum Fastenbrechen (05. Juni 2019). Bei den christlichen Feiertagen wird konfessionell getrennt nach gregorianischem oder julianischen Kalender gefeiert.

Sicherheit[Bearbeiten]

Eritrea ist ein sicheres Land in Bezug auf Kriminalität. Allenfalls Gelegenheitsdiebstähle in Bussen kommen vor, dies obwohl ein Großteil der männlichen Bevölkerung Waffen besitzt. Man wird auch nachts in den Städten völlig unbehelligt unterwegs sein. Das gilt auch für allein reisende Frauen.

„Eritrea hat keine freie Presse. Regierungskritische Meinungsäußerungen können zur Verhaftung führen. […] Homosexuelle Handlungen sind strafbar.“[1]

Photographierverbot

Wie in allen autoritären Staaten besteht Photographierverbot von jedwegen Anlagen militärischer Bedeutung (inkl. z.B. Brücken, Flughäfen, Regierungsgebäuden). Dies wird örtlich sehr ernst genommen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Das eritreische Gesundheitswesen ist staatlich und noch sehr schwach entwickelt. Zusammen mit Hilfsorganisationen werden große Anstrengungen zur weiteren Verbesserung unternommen. Es herrscht neben dem materiellen auch ein personeller Mangel, so gab es Frühjahr 2011 nur drei Kinderärzte und vier HNO-Ärzte im ganzen Land. Es existiert aber in jeder kleineren Stadt eine Ambulanz, in der zumindest eine rudimentäre Notfallversorgung möglich ist.

Die Versorgung mit Wasser ist ebenfalls schwierig, wenngleich auch hier durch den Bau von Stauseen Anstrengungen zur Verbesserung unternommen werden.

Aufgrund von Aufklärungskampagnen ist Eritrea das Land mit einer sehr niedrigen HIV/Aids-Rate, 2013: 0,6 % gefallen von 2005: 1,5 %.

Malaria (P. falciparum, teilw. Chloroquine-resistent, und P. vivax) kommt vor allem im Tiefland unter 2200 m vor. Asmara ist malariafrei.

Siehe auch Tropenkrankheiten.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm Asmara, 2400 m.

Eritrea kann in zwei Hauptzonen eingeteilt werden. Zum einen in das heiße, wüstenartige Tiefland am roten Meer und zum anderen das Hochland. Während es in den tiefen Regionen extrem heiß werden kann, herrschen im Hochland milde Temperaturen vor. Mit der Danakil-Senke gibt es in Eritrea den heißesten Ort der Erde (Temperaturen über 70 °C).

Im Hochland kann es im Winter auch recht kühl werden, in Ausnahmefällen (z. B. im Januar 2018 gegen 0 °C) In der Hafenstadt Massawa dagegen kann es im Juni/Juli bis gegen 50 °C heiß. Massawa ist eines der wärmsten ständig besiedelten Gebiete der Welt.

Regenzeit ist von Juni bis September, im westlichen Hochland im November. Es kommt immer wieder zu Dürrejahren infolge des El Niño. Nach entsprechenden Ernteausfällen kommt es zu hungerbedingten Massenwanderungen aus betroffenen Gebieten, so zuletzt 2017.

Respekt[Bearbeiten]

In Eritrea bilden Christen und Muslime die beiden Hauptreligionsgruppen. Beide leben friedlich und im gegenseitigen Respekt miteinander. Das Tiefland ist aufgrund seiner früheren Zugehörigkeit zum osmanischen Reich eher muslimisch und das Hochland christlich-orthodox geprägt. Zur Begrüßung traditionellen Stils legt man in einer leichten Verbeugung die Schulter aneinader. Frauen sind vollkommen gleichberechtigt, üben aber in der Öffentlichkeit eine geziemliche Zurückhaltung.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

In vielen Gebieten ist Strom oft nur stundenweise verfügbar. Auch in den Städten sind Stromausfälle an der Tagesordnung, Während die besseren Hotels über Generatoren verfügen, ist die Bevölkerung daran gewöhnt, dass man den Strom nutzt, wenn er da ist. Das betrifft auch Asmara, wo die Verfügbarkeit von Strom sehr vom Stadtviertel abhängt; im Zentrum gibt es normalerweise zwischen Nachmittag und Mitternacht Strom. Eine positive Ausnahme davon ist Massawa. Hier gibt es ganztägig Strom vom Kraftwerk Hirgigo, sodass die Klimaanlagen die Büros herunterkühlen können.

Funk und Fernsehen[Bearbeiten]

Es gibt ausschließlich Staatsfunk in Form von zwei Radiostationen und einen Fernsehkanal (EriTV).

Telekommunikation[Bearbeiten]

Die einzige gut funktionierende Telefonverbindung nach Europa besteht über die Kartentelefone im Hauptfernmeldeamt im Zentrum von Asmara.

Ein für Ausländer zugängliches Mobiltelefonnetz gibt es (offiziell) nicht. SIM-Karten der Eritel sind aber auf dem Schwarzmarkt mit dem entsprechenden Risiko erhältlich. Prepaid-Aufladekarten gibt es zu 100 oder 300 Naf, jeweils + 10 Naf Gebühr. SMS ins Ausland und Roaming gehen prinzipiell nicht. Internet gibt es nur in Internetcafés (üblich sind 20 Naf/h), allerdings ist die Internetverbindung extrem langsam (100 kBit/s, wenn man Glück hat; Stand: September 2017). In kleineren Städten ist Internetzugang noch nicht weit verbreitet.

Post[Bearbeiten]

Das Versenden von Ansichtskarten und Briefen von Eritrea nach Europa ist günstig (das Porto betrug im September 2017 7,- Nakfa pro Postkarte), zuverlässig und erstaunlich schnell. Die Auswahl an guten Postkarten dagegen ist eher überschaubar. Die besten Orte sind die Philatelieabteilung im Hauptpostamt von Asmara und der Souvenirladen Jolly zwei Blöcke südlich davon.

Literatur[Bearbeiten]

Es gibt Anfang 2018 keinen aktuellen gedruckten Reiseführer, in Sammelwerken zu Afrika oder Äthiopien findet gelegentlich eine Erwähnung statt. Inwieweit solche Informationen neuerer Zeit sind ist unklar.

  • Abbay, Daniel; Travel guide to Eritrea – Eritrip; 2014 (Creativeonestop); 56 S.
  • Boness, Stefan; Asmara: Africa's jewel of modernity; Berlin 2016; ISBN 9783868594355 [Bildband, Architektur]
  • Ethiopia, Eritrea, Djibouti, Somaliland: map for businessmen & tourists; Budapest 2011 (Gizi); 1:2 Mio, 82 x 91 cm; ISBN 9786155010026
  • Plaut, Martin; Understanding Eritrea: inside Africa's most repressive state; London 2016 (Hurst & Company); ISBN 9781849046916
  • Redman, Nigel; Stevenson, Terry; Fanshawe, John; Birds of the Horn of Africa: Ethiopia, Eritrea, Djibouti, Somalia, Socotra; London 2009 (Helm); ISBN 9780713665413
  • Riggan, Jennifer; Struggling state: nationalism, mass militarization, and the education of Eritrea; Philadelphia 2016 (Temple University Press)
  • Treiber, Magnus; Migration aus Eritrea: Wege, Stationen, informelles Handeln; Berlin 2017 (Reimer); [Habil. Bayreuth]; ISBN 9783496015895
  • Tronvoll, Kjetil; Mekonnen, Daniel Rezene; African garrison state: human rights & political development in Eritrea; Suffolk 2014 (Boydell & Brewer); ISBN 9781847010698

Weblinks[Bearbeiten]

Brauchbarer ArtikelDies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.
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  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 [1]
  2. Es gibt eine Folge der Fernsehserie Eisenbahn Romantik aus dem Jahre 2010, die der Strecke gewidmet ist. Abgerechnet wird pro Betriebsstunde der Lok zu US$ 250, bei mindestens zehn Stunden für die ganze Strecke ist der Preis durch die Anzahl der Gruppenteilnehmer aufzuteilen. [2] (zggr. 2018-05-04).
  3. 5 Tage/4 Nächte wurden 2018 für knapp US$ 4000 angeboten. [3] (zggr. 2018-05-04).